| Der Rastelbinder (Victor Léon), Operette Vorspiel 2 Akte (20. Dez. 1902 Wien, Carl-Theater) Musik von Franz Lehár Vorspiel: 1. Akt. Das Innere der Hütte Voitechs auf der einen Seite, Miloschs Haus und Hof auf der anderen Seite, dazwischen ein Teil der Dorfstraße. Die Armen Rastelbinderleute Voitech und Babuschka haben neben ihrer Tochter Suza den Waisenkanben Janku aufgezogen. Nun ist Janku zwölf Jahre alt geworden und muß mit seinen Altersgenossen als Mausefallenhändler hinaus in die Welt. Da hat es der gleichaltrige Milosch, Sohn des Großbauern Blacek, besser, er darf daheim bleiben. Es ist Sitte zu Land, daß die Rastelbinderbuben, ehe sie ihre mehrjährige Wanderschaft antreten, mit kleinen Mädchen aus ihren Kreisen verlobt zu werden, damit sie, wenn sie fremd geworden wiederheimkehren, heiraten könen. So wird auch Janku mit seiner achtjährigen Pflegeschwester Suza verlobt, die den Spielgefährten wirklich in ihr kleines Herz geschlossen hat. Als sie erfährt, daß alle anderen Buben einige Silbergulden Wegzehrung erhalten haben, ihre armen Eltern aber Janku gar nichts mitgeben können, geht sie für den Pflegebruder betteln. Bei dem reichen Milosch Blacek hat sie kein Glück, wohl aber bei dem armen Juden Pfefferkorn. Dieser handelt mit Zwiebeln und zankt sich mit den Bauern um ein paar Kreuzer herum, greift aber menschenfreundlich in die Tasche, der weinenden Suza einen Silbergulden zu geben, nachdem er erfahren, zu welchem guten Zweck sie ihn will. Um sein kaufmännisches Gewissen zu beruhigen, läßt er sich schwerzweise von Suza einen Schuldschein für den Gulden mit 5 Prozent Zinsen ausfertigen, den das unkundige Kind mit einem dicken Tintenklecks unterschreibt. Der Verlobung, die höchst feierlich mit Treueschwur vor sich geht, wohnt Pfefferkorn gerührt bei. Dann fährt Janku mit den anderen Knaben ab. 2. Akt. Zwölf Jahre später. Spenglerladen. Janku ist durch Pfefferkorn dem wohlhabenden Spenglermeister Glöppler in Wien empfohlen worden. Er hat dort etwas Rechtes gelernt, ist ein braver Mann, und Glöppler will ihn heute mit seiner einzigen Tochter Mizzi verloben und ihm das Geschäft übergeben. Suza ist zu einem hübschen Mädchen herangewachsen, liebt und wird geliebt von dem jungen Milosch, der jetzt in Wien beim Militär steht. Er verkehrt als Freund mit Janku im Hause Glöpplers. Die Sehnsucht mach Milosch treibt Suza nach Wien. Sie ersucht Pfefferkorn, der immer auf Geschäftsreisen begriffen ist, sie mit nach Wien zu nehmen, und der treuherzige alte Jude, der sich der Verlobungsgeschichte erinnert, meint, Suza wolle zu Janku und bringt sie in das Glöpplersche Haus, wo man ein neues Dienstmädchen braucht. Susa und Janku kennen sich nicht mehr, aber Pfefferkorn glaubt ein gutes Werk zu tun, wenn er die beiden an ihr Verlöbnis erinnert, und zerstört dadurch das Liebesglück der vier jungen Mneschen Milosch, Janku, Suza und Mizzi, denn blutenden Herzens glauben Janku und Suza, sie müßten den kindlichen Treueschwur halten, den sie längst vergessen. Pfefferkorn sieht zu spät ein, daß er in seiner Gutmütigkeit eine große Dummheit gemacht hat. 3. Akt. Hof in einer Ulanenkaserne. Milosch ist verzweifelt fortgerannt, und da man glaubt, er wolle sich umbringen, eilen ihm erst Pfefferkorn und Janku nach, dann auch Mizzi und Suza. Mizzi trifft im Kasernenhof ihre Freundinnen Gisa und Lori, die sich in Ulanenuniformen gesteckt haben, um ihre Liebhaber Grobl und Streckenburg aufzusuchen. Da man Mizzi und Suza als Zlivilistinnen hinausweisen will, treten ihnen die beidn Sängerinnen ihre Uniformen ab, und als Ulanen gehen Mizzi und Suza auf die Suche nach Milosch. Janku und Pfefferkorn werden für eingerückte Reservisten gehalten, und der alte Jude muß sich gefallen lassen, daß man ihm Haar und Bart stutzt und auf ein Pferd setzt, von dem er natürlich abgeworfen wird. Endlich klärt isch aber alles auf, Milosch wird gefunden, und da man herausgebracht, daß die Kinderveerlobung keine Gültigkeit hat, kann Milosch seine Suza und Janku seine Mizzi nehmen. 1981 Hans Graf; ORF-Symphonieorchester, ORF-Chor, Wiener Mozart Sängerknaben |