|
|
Rusalka (Jaroslav Kvapil, nach der Erzählung Undine
von Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué und anderen Quellen), Lyrisches Märchen 3 Akte
op. 114 (1900; 31. März 1901 Prag, Národní divadlo) Musik von
Antonín DvořakDer Prinz - Lyrischer Tenor od.
Jugendlicher Heldentenor Rusalka - Lyrischer Sopran/Jugendlich-dramatischer Sopran
Die fremde Fürstin - Hochdramatischer od. Dramatischer Sopran od. Dramatischer Mezzosopran
Der Wassermann - Seriöser Baß od. Charakterbariton Jezibaba (die Hexe) -
Dramatischer Alt od. Spielalt Der Heger - Charakterbariton od. Tenor buffo Der
Küchenjunge - Tenor buffo od. Soubrette Drei Elfen - Zwei Soprane u. Mezzosopran od.
Alt Ein Jäger - Tenor od. Alt Eventuell Jäger. Gefolge des Prinzen,
Hochzeitsgesellschaft; Elfen und Nixen; Gäste und Jäger Tänze der Nymphen und Feen
(1. und 3. Akt), Festballett (2. Akt) Märchenort und -zeit
3 Flöten (auch Piccolo), 3 Oboen (Englisch Horn), 2 Klarinetten (auch Bassklarinette), 2
Fagotte, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, Schlagzeug, Harfe, Streicher
Durchkomponiert; ca. 2 1/4 Stunden; Dilia, Prag (Alkor-Edition, Kassel)
1948 Joseph Keilberth; Chor der Staatsoper Dresden, Sächsische Staatskapelle Dresden
Helmut Schindler - Der Prinz Elfriede Trötschel - Rusalka Gottlob Frick - Der Wassermann
Helena Rott - Die Hexe Jezibaba Ruth Lange - Die fremde Fürstin Erich Zimmermann - Der Heger
Urania 219 (3 LP); Relief CR 1903-2 (2 CD
123'52), Cantus Classics 5.00431 (2 CD)/Hänssler
Profil/Naxos PH 06031 (2 CD) (deutsch, gekürzt)
1955 Jaroslav Krombholc; Chor und Orchester des Prager Nationaltheaters Beno Blachut -
Der Prinz Ludmila Cervinková - Rusalka Eduard Haken - Der Wassermann Marta Krásová - Die
Hexe Jezibaba Marie Podvalová - Die fremde Fürstin Supraphon SLPV 94-7
(4 LP)
1961 Zdenek Chalabala; Chor und Orchester des Prager Nationaltheaters Ivo Zidek - Der
Prinz Milada Subrtová - Rusalka Eduard Haken - Der Wassermann Marie Ovcaciková - Die Hexe
Jezibaba Alena Miková - Die fremde Fürstin Supraphon SUA ST 50440-3
(4 LP); Supraphon SU 0013-2612 (2 CD);
Line 5.00007 (2 CD)
1971 Arthur Apelt; Staatskapelle Berlin, Chor der Deutschen Staatsoper Berlin
Jezibaba: Annelies Burmeister Prinz: Peter Bindszus Rusalka: Elka Mitzewa Wassermann: Theo
Adam Berlin 0020332BC (CD)
1975 Zdenek Chalabala; Chor & Orchester des Nationaltheaters Prag Fremde Fürstin:
Alena Mikova Heger: Jiri Joran Jäger: Václav Bednár Jezibaba: Marie Ovcacikova
Küchenjunge: Ivana Mixová Prinz: Ivo Zidek Rusalka: Milada Subrtová Wassermann: Eduard
Haken Wassernymphen: Eva Hlobilova, Vera Krilova, Jadwiga Wysazariska
Supraphon SU 7008-9 (1 DVD gekürzte Verfilmung 120')
1976 Bohumil Gregor; Het Omroeporkest, Het Nederlands Operakoor Fremde Fürstin:
Gwendolyn Killebrew Heger: Nico Boer Jäger: Fons van Zijl Jezibaba: Gwendolyn Killebrew
Küchenjunge: Angela Bello Prinz: Ivo Zidek Rusalka: Teresa Stratas Wassermann: Willard
White Wassernymphen: Roberta Alexander, Marianne Dielemann, Ans Philippo
Bella Voce BLV 107.237 (CD 145'28 live)
1982 Václav Neumann; Philharmonischer Chor Prag, Tschechisches Philharmonisches Orchester
Wieslaw Ochman - Der Prinz Gabriela Benacková - Rusalka Richard Novák - Der Wassermann
Vera Soukupová - Die Hexe Jezibaba Drahomira Drobková - Die fremde Fürstin
Supraphon 1116 3641-3 (3 LP); Supraphon 10
3641-3 (3 CD 157'27); Eurodisc 880 114-915 (3 CD)
1986 Mark Elder; Chor & Orchester der English National Opera Fremde Fürstin: Phyllis
Cannan Heger: Edward Byles Jäger: Christopher Booth-Jones Jezibaba: Ann Howard
Küchenjunge: Fiona Kimm Prinz: John Treleaven Rusalka: Eileene Hannan Wassermann: Rodney
Macann Wassernymphen: Eileen Hulse, Linda McLeod, Cathryn Pope Virgin
VVD 392 (Video, live 165')
1987 Vaclav Neumann; Chor & Orchester der Wiener Staatsoper Fremde Fürstin: Eva
Randova Jäger: Alexander Maly Jezibaba: Eva Randova Prinz: Peter Dvorsky Rusalka:
Gabriela Benackova Wassermann: Evgenij Nesterenko Wassernymphen: Margaretha Hintermeier,
Noriko Sasaki, Gabriele Sima Orfeo C 638 042 I (2 CD 139'10 live)
1997 Alexander Rahbari; Zagreb Philharmonic Orchestra, Akademischer Chor Ivan Goran
Kovacec Fremde Fürstin: Tiziana Sojat Heger: Zeljco Grofelnik Jäger: Vitomir Marof
Jezibaba: Nelly Boschkowa Küchenjunge: Martina Zadro Prinz: Walter Coppola Rusalka: Ursula
Füri-Bernhard Wassermann: Marcel Rosca Wassernymphen: Tamara Felbinger, Martina Gojcete,
Vesna Odoran Koch 920473-4 (CD)
1998 Charles Mackerras; Kühn Mixed Choir Ben Heppner - Der Prinz Renée Fleming -
Rusalka Franz Hawlata - Der Wassermann Dolora Zajick - Die Hexe Jezibaba Eva Urbanová -
Die fremde Fürstin Tschechisches Philhamonische Orchester Decca 460
568-2 (3 CD 162'58)
2002 James Conlon; Chor & Orchester der Opera National de Paris Fremde Fürstin: Eva
Urbanová Heger: Kevin Greenlaw, Michel Sénéchal Jezibaba: Larissa Diadkova Küchenjunge:
Karine Deshayes Prinz: Sergei Larin Rusalka: Renée Fleming Wassermann: Franz Hawlata
Wassernymphen: Michelle Canniccioni, Nona Javakhidze, Svetlana Lifar TDK
DV-OPRUS (1 DVD)
"Ich muss Ihnen ehrlich bekennen, dass Ihr geschätztes Schreiben mich einigermaßen betroffen
gemacht hat, und zwar wegen seiner übergroßen Devotion und Demut, das sieht aus, als ob Sie zu
irgendeinem Halbgott sprächen, wofür ich mich niemals hielt, nicht halte und nicht halten werde.
Ich bin ein ganz einfacher tschechischer Musiker, der solche übertriebene Demütigung nicht liebt,
und obwohl ich mich in der großen Welt der Musik zur Genüge bewegt habe, bleibe ich doch, was ich
war - ein einfacher tschechischer Musikant..." (Antonín Dvořák, 1886)
Selbst wenn man ein Maß an "Understatement" bei diesem Brief einkalkuliert: Hut ab vor solcher
Haltung! Bei allen Erfolgen in England, Amerika, Deutschland und Prag blieb Dvořák mit beiden
Beinen auf der Erde und behielt offensichtlich sein Gespür für echte und falsche Töne. Von seinen
insgesamt fünfzehn Opern blieb allerdings nur RUSALKA, 1901 in Prag uraufgeführt, ein nachhaltiger
Erfolg beschieden. Bis heute verbindet sich Dvořáks Name in erster Linie mit seiner 9. Sinfonie AUS
DER NEUEN WELT. Rusalka bedeutet in der tschechischen Sprache soviel wie Nixe oder Nymphe. Bei
Dvořáks Oper handelt es sich um eine tschechische Version des Undine-Stoffes, den nicht zuletzt
auch Hollywood mit dem Zeichtrickfilm ARIELLE, DIE MEERJUNGFRAU aufgegriffen hat. Die Nixe Rusalka
sehnt sich danach, ein Menschenleben zu führen. Sie hat sich in den Prinzen verliebt und möchte in
seine Nähe. Die Hexe Jezibaba verhilft ihr gegen den Willen des Wassermanns zur Menschengestalt,
allerdings bleibt Rusalka stumm und muss, sollte ihre Liebe nicht in Erfüllung gehen, nicht nur ins
Wasserreich zurückkehren, sondern zudem den Geliebten töten. Es kommt, wie es kommen muss, der
Prinz wendet sich einer anderen Frau zu, Rusalka versucht vergeblich, den Tod ihres Geliebten zu
verhindern. Als er schuldbewusst am See ihre Nähe sucht, warnt sie ihn vor ihrer Umarmung, doch er
fleht um Sühne und das Glück einer letzten Umarmung. Er stirbt in ihren Armen, sie bittet für ihn
um göttliche Gnade.
Von Richard Wagner beeindruckt, schrieb Dvořák eine durchkomponierte Oper, in die er immer
wieder volksliedartige Szenen wie zum Beispiel das Lied des Wassermanns "einbaut". Rusalka und dem
Wassermann gehören Personal-Motive, darüber hinaus sind allen Naturwesen ein ganzer Kranz von
charakteristischen Motiven zugeordnet. Niemand kann sich deren Zauber entziehen, auch die Jäger und
der Prinz werden, sobald sie den Wald betreten, in diese musikalische Welt integriert. Personen,
die keine Berührung mit dieser Welt haben, sind dagegen deutlich kühler und konventioneller
behandelt. "Zurück zur Natur" - die seit der Epoche der Aufklärung bis heute immer wieder
formulierte Forderung, sich trotz aller Errungenschaften des modernen Lebens auf das unverbildete,
einfache - eben "natürliche" - Leben zu besinnen, findet in Dvořáks Oper ebenso ihren Ausdruck, wie
sie um Toleranz wirbt. Nur weil Rusalka 'anders' ist, muss sie bestraft werden, und das gleich
doppelt!
operone |
|