| Der Vampyr (Wilhelm August Wohlbrück nach dem Melodram von
Pierre François Adolphe Carmouche, Charles Nodier und Achille François Eléonore Marquis de Jouffroy
d'Abbans, Le Vampire, 1820, und dem Schauspiel von Heinrich Ludwig Ritter, Der Vampir
oder Die Totenbraut, 1821), [große] romant. Oper 2 Akte (1827; 29. März 1828 Leipzig,
Stadttheater) Musik von Heinrich Marschner
Schottland im 17. Jahrhundert 2 kleine Flöten, 2 große Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Kontrafgott, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, TamTam, Streicher Nummernoper; 3 Stunden; Verlag Adolph Fürstner, London 1. Akt: Felsgegend mit Höhle. Die Versammlung der Hexen und Geister will Lord Ruthwen noch ein Jahr Lebensfrist auf Erden gewähren, wenn er bis zur kommenden Mitternacht den Vampyren drei Bräute zum Opfer bringt. Ruthwen verspricht, diese Bedingung zu erfüllen; noch am gleichen Abend hofft er, das erste Opfer gewinnen zu können. Denn er hat Janthe veranlaßt, mit ihm zu fliehen und sich hier mit ihm zu treffen. Aber der Vater setzt ihr nach, und das Paar muß in die unheimliche Höhle flüchten. Auf die gellenden Hilferufe des Mädchens dringen Berkleys Diener hinein und finden Janthe als Leiche. Spuren von Blut und Zähnen beweisen ihnen, daß sie in Ruthwen einen Vampyr vor sich haben. Berkley stößt den Unhold nieder, und alles flieht entsetzt. Ruthwen bereitet sich zum Sterben, denn neue Lebenskraft können die Vaxnpyre nur aus den Strahlen des Mondes gewinnen. Er ist aber zu todwund, um die Höhe noch erklimmen zu können, auf die der Mond scheint. Da naht als Retter Aubry, von dem er sich auf die Höhe tragen läßt. Aubry ahnt die Wahrheit, gelobt aber, das furchtbare Geheimnis um den ihm befreundeten Ruthwen 24 Stunden lang zu wahren. Der Vampyr trinkt aus dem Licht des Mondes neues Leben. 2. Akt: Im Schloß Humphry empfängt Malwine den eben heimgekehrten Geliebten Aubry. Der Vater aber ist gegen eine Verbindung und hat ihre Hand einem Earl of Marsden zugesagt, den er als willkommenen Freier der Tochter zuführt. Zu seinem Entsetzen muß Aubry in diesem Freier den Vampyr wiedererkennen, der ihn an sein Gelöbnis erinnert und so zum Schweigen zwingt. 3. Akt: Auf einem freien Platz wird die Hochzeit George Dibdins und Emmys gefeiert. Ruthwen sucht in der Braut sein zweites Opfer. Als Aubry den Vampyr verraten will, warnt dieser ihn davor: denn als Meineidiger müsse er demselben furchtbaren Schicksal verfallen. Beim Tanz gelingt es Ruthwen, Emmy zu entführen. Der ihn verfolgende George schießt ihn nieder, doch schon zu spät: seine Braut ist tot. 4. Akt: Der von George tödlich getroffene Ruthwen hat wieder aus den Strahlen des Mondes neues Leben getrunken. Er erscheint auf Schloß Humphry, um die Hochzeit mit Malwine zu feiern. Aubry tritt dem Brautzug entgegen. Aber Ruthwen, der das Ende der Frist nahen sieht, tut alles, um sich das letzte Opfer nicht entgehen zu lassen. Es gelingt ihm schließlich, Aubry loszuwerden. Doch in letzter Minute kehrt dieser noch einmal zurück und verkündet den entsetzten Gästen die furchtbare Wahrheit, während unter Donner und höllischem Gelächter der Vampyr versinkt. Der erschütterte Vater vereinigt aus Dankbarkeit für die Rettung der Tochter die beiden Liebenden. 1951 Kurt Tenner; Grosses Wiener Rundfunkorchester, Tonkünstlerchor 1963 Hans Haug; Chor & Orchester von Radio Bern 1974 Fritz Rieger; Chor & Orchester des Bayerischen Rundfunks 1980 Günter Neuhold; Chor & Orchester der RAI Roma 1999 Helmut Froschauer; Rundfunkorchester Köln, WDR Rundfunkchor Köln |