Weisheiten 10


Allto hastig is quâd (= schlecht). Oberharz

Allto hastig is quâd (schlecht).
Oberharz (Nachteilig, gefährlich, schlecht)

Allto scharp schnött nich, on allto spötz steckt nich.
hdt] Allzu scharf schneidet nicht, und allzu spitz steckt nicht.

Allto vell is bidder und wêr 't ôk Honnich.

allumfassend
la] toto caelo

Allüren sind nur etwas für die Unfertigen.
Audrey Hepburn

Allwärts liegt der Arme am Boden.
Ovid, Fasten

Allweg die Ehren unsere Sitten verkehren.
en] Honours change manners.
fr] Honneurs changent moeurs.
la] Honores mutant mores: Hurres murres.

Allweg soll des Mannes Kind vorgehen in die Losung.
[RSpW]
i] Von dem Vorzugsrecht der Verwandten väterlicherseits in der Erbfolge vor denen mütterlicherseits. Wenn dies Sprichwort aber behauptet, dass sie stets vorgehen sollen, so steht es mit andern Rechtsätzen und Gewohnheiten im Widerspruch.
ho] Alle wege sal smans kint voren gaan in di lossinga.

Allweg soll mehr wollen ein Mann, dann er mit der Tat leisten kann.

Allwissend bin ich nicht,
doch viel ist mir bewusst.
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1582

Allzeit angel', so leid'st du keinen Mangel.
z] Wer immer angelt, dem nimmer mangelt. Logau
la] Semper tibi pendeat hamus.

Allzeit bei Hof und Herren leben, Ehr, gut und blut in gfar muss schweben.
z] Nein mein Freund, nein, ich will nichts werden; gebt anderen Würden, Titel, Sterne; der Herr hat mich für Höfe nicht gemacht.
Béranger

Allzeit dich zu tugend kehre, witu haben zucht und ehre.
la] Disce bonos mores, sic te comitantur honores.

Allzeit fröhlich ist gefährlich,
Allzeit traurig, ist beschwerlich,
Allzeit glücklich, ist betrüglich.
Eins ums andre ist vergnüglich.

Allzeit fröhlich ist unmöglich.

Allzeit gewinnen macht verdächtlich, allzeit verlieren macht verächtlich.

Allzeit habe ich mich zu den größten Verehrern Mozarts gerechnet und werde es bis zum letzten Lebenshauch bleiben.
Beethoven, An Abbé Maximilian Stadler, 6. 2. 1826

Allzeit krank und nimmer tot.
ndt] Altijd krank, an nimmer duad.
Nordfriesland
i] Von Personen, die stets über ihre Gesundheit klagen und dennoch nicht sterben.

Allzeit mit Hut.
z] Semper cum cautione hat Keyser Maximilianus pflegen zu sagen, und anstat des letzten Wortes hat er Filtzhütlein gemalet.

Allzeit mit sorgen, Abend und Morgen.

Allzeit mit sorgen.
i] Kaiser Rudolf's Symbol.

Allzeit soll das nächste Blut das nächste sein auf dem Gut.
ho] Attida schel dat neste bloed sibst wesea tho den giut.

Allzeit trauern kann nicht dauern.
ndt] Trawren kan nit lange tawren.
mhd] Nieman lange trûren sol.
mhd] Die wisen hoere ich alle jehen, daz trûren harte wênic tüge und nieman überwinden müge mit clage sînen smerzen.
ho] Niemand is zoo bedroefd, of hij kan sich nog wel eens verblijden.

Allzeit traurig ist beschwerlich,
Allzeit fröhlich ist gefährlich,
Allzeit aufrichtig, das ist ehrlich.

Allzeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit.
Wahlspruch Moltkes

Allzeit voll macht das Haus leer.

Allzeit voll und selten wahn, das leert den Seckel und füllt den Mann.

Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen;
Alles machen offenbar,
Ist der Torheit eigen;
Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen,
Reden kann
Leichtlich Unlust bringen;
Irrtum sieht den selten an,
Der die Zunge weiß zu zwingen:
Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen.
Hans Aßmann von Abschatz

Allzeit Wasser trinken oder Wein ist nicht lustig, sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser.

Allzeit wie Rechtens (o. Recht) ist.
i] Der Richter soll bei seinen Entscheidungen keinem andern Einfluss folgen als dem Gesetz.

Allzeit wird das Mahl zum Fest, hat der Hausherr liebe Gäst'.

Allzu akkurat ist tischlermäßig.

Allzu behend hat oft gefehlt.

Allzu behende hat's oft verfehlt.
z] Denn die (Sachen) welch schnell und vnbewogen, doch lustig werden angeschlagen, die werden gemeiniglich vbereilt, denn allzu behend hat oft gefeihlt.
fr] Vitement et bien ne s'accordent pas.
it] Presto e bene, non si conviene.

Allzu bekannt hat wenig Ehr' und viel Schand.
ndt] Allzu bekannt hat wenig ehr' und vil schand.

Allzu bequem doch möchte das Volk die unsterbliche Blume
Pflücken! Es folgt Nachruhm bloß der herkulischen Tat.
Platen, Deutsche Genies

Allzu berühmt sein bringt Unheil.
Pestalozzi

Allzu eben hat weder Leck noch Schmeck.

Allzu eiffrig bringet Hass, allzu gelind Verachtung.

Allzu emsiger Greis, du ruhst auch nimmer von Arbeit!
Homer, Ilias, 10, 164

Allzu fein bricht leicht ein Bein.

Allzu fein hält nicht.

Allzu fein ist eitel Schein.
ho] Al te fijn is maar schijn.

Allzu fein taugt nicht.
dk] Alt for fiint er og skarn.

Allzu festes Anziehen macht schlaff. Der Sultan der Flöhe ist in Tiberias.

Allzu festes Regiment bricht leicht.
la] Nulla potentia longa est.

Allzu fett ist ungesund.

Allzu fetter Herd nicht lange währt.

Allzu fromm ist Nachbars Spott.
i] Übertreibung schadet.
ndt] Allto fram is Nabers Spott.

Allzu fromm taugt nicht.

Allzu früh kommt auch unrecht.

Allzu gelehrt taugt nicht.

Allzu gelinde ist verachtet geschwinde.

Allzu gemein macht dich klein.
Darmstadt
la] Contemtum parit nimia familiaritas.

Allzu gemein macht veracht(et).

Allzu gerecht macht's meist schlecht.

Allzu gerecht tut unrecht.
z] Seid nicht allzu gerecht, sie verstehen es nicht, wie schön euer Fehler sei.
Klopstock

Allzu gern schenken ist krankhaft, nicht menschenfreundlich.
Epicharmos, Fragmente

Allzu geschwind bricht sich leicht ein' Fuß.

Allzu geschwind gar wenig nutzen bringt.

Allzu gesund (o. gut) ist ungesund.
ndt] Allto gôd is ungesund.
Holstein
ndt] ndt] Allto good is ungesund.
i] Der Mensch kann zu viel gute Tage nicht ertragen.
la] Nihil minus expedit, quam agrum optime colere. Plinius

Allzu gesund ist ungesund.

Allzu große Begierde wird immer schädlich.
Goethe, Reinke Fuchs 11. Gesang Vs 66

Allzu große Klugheit macht die Leut zu Narren.

Allzu große Vertrautheit erzeugt Verachtung.
en] Familiarity breeds contempt.

Allzu große Zartheit der Gefühle ist ein wahres Unglück.
Karl Julius Weber, Democritos

Allzu großes Glücken muss in sich ersticken.

Allzu gut fördert Armut.

Allzu gut ist dumm, nur Kamele dulden stumm.

Allzu gut ist dumm.

Allzu gut ist eines anderen (o. Andermanns) Narr.

Allzu gut ist liederlich.

Allzu gut ist nicht gut.

Allzu gut ist seines Nachbarn Geck.

Allzu gut ist ungesund.
i] Man kann zu viel gute Tage nicht ertragen, sondern leicht dabei verderben)
ndt] Allto good is ungesund.Allzu gut taugt auch nichts.Allzu gut verdirbt's ganz (o. gar).
ho] Al te zoet, dat is niet goed.
un] A lágy pásztor alatt gyapjut rág a farkas.

Allzu gut kommt dumm heraus, sagte der Abt, als der Pater Johann den Räubern nachlief, um ihnen das Geld zu bringen, das sie in seinem Mantel nicht gefunden hatten.

Allzu gut taugt auch nichts.

Allzu gut verdirbt's ganz (o. gar).
ndt] Allzu gut verderbts gar.
ho] Al te zoet, dat is niet goed.
un] A lágy pásztor alatt gyapjut rág a farkas.

Allzu gute Worte haben wenig Glauben.

Allzu gutmütig ist Nachbars Narr.

Allzu hart macht hartneckig und verstockt.

Allzu hastig is quâd. Oberharz (Nachteilig, gefährlich, schlecht)
var] Allzu hastig taugt nicht.
ho] Al te hastig deugt niet.

Allzu hastig taugt nicht.
ho] Al te hastig deugt niet.

Allzu heiß hat die Kühlung in sich.

Allzu heiß verbrennt den Mais.
la] Ne nimium callidum hoc ist modo. Terenz

Allzu heiße Liebe erkaltet bald.
en] Hot love is soon cold.

Allzu höflich ist verkleideter (o. versteckter) Hochmut.
sd] Alltför ödmjukt är förklädd högfärd.

Allzu keck liegt bald im Dreck.
dk] Alt for kæk er største gæk.
dk] Hvo faren elsker omkommer deri.

Allzu klug ist dumm.
la] Quisquis plus justo non sapit, ille sapit.
sd] Alltför klok är största tok.
un] Nem igen hasznos felelébb okoskodni.

Allzu klug kann nichts beginnen,
allzu dumm kann nichts ersinnen,
zwischen verrückt und normal
gewinnt man das meiste ohne Qual.

Allzu klug macht närrisch.
i] Die Menschen sind niemals einfältiger, als wenn sie recht gescheit, niemals dümmer, als wenn sie recht pfiffig und niemals abgeschmackter, als wenn sie recht liebenswürdig sein wollen.
z] Das is doch immer may Trust gewast, dass man die, so gar zu klug und gelehrt seyn wullen, fer holb närrisch ansicht.
bm] Přílis moudrý, poloviční blázen.
dk] For meget viis har smag af galskab.
la] Qui nimis inquirit, multa pericula subit.
wend] Stóz je jara mudry, tón je pół njemdry.

Allzu klug regiert nicht gut.
dk] All for viis regieren ey wel, verden regieren med ringe viisdom.

Allzu klug schießt daneben.
dk] Alt for viïs giir ingen priis, thi da drukner man i visdommen.

Allzu klug stößt sich zuerst an die Nase.

Allzu klug taugt nirgends zu.

Allzu klug taugt weder für die Nadel, noch für den Pflug.
la] Subtilitas nimia reprobatur.

Allzu kluge Kinder leben nicht lange.
var] Kluge Kinder werden nicht alt.
fr] Il a trop d'esprit, il ne vivra plus. (Er hat zu viel Geist, er wird nicht (lange) leben.)

Allzu kühn taugt nicht.
la] Qui nimis est audax, saepe infeliciter audet.

Allzu kurz taugt kein Schurz.
la] Brevis esse laborat, obscurus fit.
la] Brevia non semper levia, sed sapiens breviter dicere multa potest.

Allzu lang und schwank hat keinen Gang, allzu kurz und dick hat kein Geschick, doch oben kurz und unten lang, verspricht Kraft und guten Gang.
i] In Bezug auf Pferdekauf.

Allzu leicht genügt den Sinnen
An der Schale Gleisnerei,
Sorglos, ob der Kern darinnen
Wahrheit oder Lüge sei.
Bürger, Huldigungslied

Allzu mild hilft bald zu armut.

Allzu mild hilft zur Armut.

Allzu mild macht die Suppe dünn.
dk] Alt for rundt gjör suppen tynd.

Allzu nah mindert die Freundschaft.

Allzu oft begibt es sich, dass unser analytisches Reflektieren über Kunst eigentlich bloß dem Spiegelwerke im Tempel zu Smyrna gleicht, welches auch das holdeste Bild nur als ein verzerrtes zurückwirft.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Allzu pfiffig ist nicht klug, sagte der weise Mann.
fr] Le vrai moyen d'être trompé, c'est de se croire plus fin que les autres.

Allzu pfiffig ist nicht klug.

Allzu pünktliche Treue macht jede Übersetzung steif, weil unmöglich alles, was in der einen Sprache natürlich ist, es auch in der andern sein kann.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Allzu rot bringt den Tod, sagte der Krebs, als ihn die Köchin in den Siedetopf getan.
ho] Je jaagt me eene kleur aan, zei de kreeft tegen den kok, toen hij hem in den ketel gooide.

Allzu satt macht matt (o. Ekel).

Allzu scharf haut nicht.

Allzu scharf macht schartig, sagte der Barbier, als er mit einem stumpfen Messer rasierte.

Allzu scharf macht schartig.
fläm] Alte scherp mookt schuardigh.
fr] Lame trop affilée s'ébrèche.
la] Arcus nimium tersus rumpitur.
la] Triste rigor nimius

Allzu scharf schneidet nicht.
fr] Trop tranchant ne coupe pas.

Allzu scharf und niemals gut, verliert der Jugend frohen Mut.

Allzu scharf wird gern schartig.

Allzu scharf, wisst ihr, macht schartig,
tadeln dürft ihr, aber artig,
räsonnieren, aber sacht.
fr] Trop pointu ne pique pas.

Allzu scharff macht schertig.

Allzu schön kann nicht lang' bestehn.

Allzu schön wird bald vergehn.
ho] Al te schoon komt tot hoon.

Allzu sehr geputzt bringt der Keuschheit wenig Nutz.
la] Fastus inest pulchris sequiturque superbia formam.

Allzu sehr geschmückt und gebutzt, bringt der keuschheit schad und kein nutz.

Allzu sicher, allzu gewiss ist Vollbringens Hindernis.

Allzu spitz bricht.

Allzu spitz wird leicht stumpf.

Allzu spitz, das sticht nicht; allzu scharf, das schneidet nicht.

Allzu spitzig ist nicht witzig.

Allzu spitzig sticht nicht.

Allzu spröde taugt nicht.

Allzu straff gespannt zerbricht der Bogen sehr oft.
z] Allzu straff gespannt zerspringt der Bogen. Schiller, Wilhelm Tell III. 3
fr] La trop grande sévérité révolte.
fr] Trop de sévérité nuit.
la] Absque modo tractus saepissime frangitur arcus. Wipo, Proverbia
la] Arcum intensio frangit, animum remissio.
la] Arcus, qui nimis intenditur, rumpitur. August Bebel (1840-1913), Proverbia Germanica
la] Fortius intentus frangetur saepius arcus. Walther, Proverbia sententiaeque

Allzu straff zersprengt den Bogen.
la] Arcum intensio frangit, animum remissio.

Allzu streng zerreisst.
la] Nimium severus adsidet insano.
sd] Alt för stränge råda intet länge.
sd] Sträng styrssel sätter aff sätet.

Allzu stumpf schneidet nicht.

Allzu teuer geboten, macht die Ware unwert.
la] Care taxata non est res undique (vendita) grata.

Allzu teuer macht die Ware unwert.

Allzu viel Ehre ist eine halbe Schande.

Allzu viel Geld für die Kinder aufzuhäufen, ist ein Vorwand der Habsucht, die dadurch den ihr eigenen Charakter verrät.
Demokrit, Fragmente

Allzu viel ist bitter, und wär's auch lauter Honig.

Allzu viel ist nicht genug.

Allzu viel ist ungesund.
fläm] Al te veel is onghezond.
fr] Fille trop vue et robe trop vêtue ne sont pas bien chères tenues.
fr] Trop est mal-sain.
fr] Trop et trop peu gâtent tous les jeux.
it] Il troppo dolce stomaca.
it] Il troppo non è mai sano.
it] Il troppo stroppia.
it] Ogni soverchio rompe il coperchio.
it] Ogni troppo è vizioso.
it] Semina con la mano e non col sacco.
la] Copia parit fastidium.
la] Ingratum est, quidquid nimium est.
la] Nimia omnia nimium exhibent hominibus negotium. Plautus
la] Non bene olet, qui bene semper olet.
la] Omne nimium nocet.
la] Omne nimium vertitur in vitium.
la] Qui nimis emungit, elicit sanguinem.
la] Quod nimium est, fugito. Cato
sp] En casa de tia mas no cada dia.
sp] Lo poco agrada, lo mucho enfada.

Allzu viel macht auch aus Tugend ein schlimmes Spiel.
it] Per l'eccesso la virtù diventa viziosa.

Allzu viel reist den Sack.

Allzu viel schmeckt schlecht.

Allzu viel Sorge macht vorzeitig alt.
Estland

Allzu viel treibt den Bauch vor.
fl] Alte veel, dar werd de buyk zeer af.

Allzu viel wissen macht Kopfweh.

Allzu viel zerreisst den Sack (o. die Tasche).
dk] For miget pijner saekken sönder, tynger vognen i stykker, nedsaenker skibet.
fl] Al te veel schuert de zak.
ho] Al te veel scheurt den zak.

Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen.
Brecht, Zum Völkerkongreß für den Frieden 1952

Allzu weis' kann nichts beginnen und allzu närrisch nichts ersinnen.
ho] Al te wijs kan niet beginnen, al te zot kan niet verzinnen.

Allzu weise ist töricht.
z] Ik hebbe jo doch an deme boke lezen: en man schal nenet dynghes to wis syn.
fr] L'esprit qu'on veut avoir gâte celui qu'on a.
it] Chi vuole soprassapere, per bestia si fa tenere.
la] Qui omnia scire simulant, nil quicquam sciunt.
la] Quisquis plus justo non sapit, ille sapit.
sd] Allt för klok är största tok.
un] Nem igen hasznos feletébb okoskodni.

Allzu weise sein, heisst ein Narr sein.

Allzu weise taugt nicht.

Allzu weise und fromm dienet (o. taugt) nicht(s).

Allzu witzig ist unnützig.

Allzusehr ist nur zu gut, sagte Eulenspiegel, ging sieben Jahre nach Essig und zerbreach den Topf.
ndt] Allto sehr (o. geschwind) öss nur to got, säd de Ulespegel, ging sewe Jahr no Etig on terbrok den Top.

Allzutätige Personen werden aber doch in einem gleichmäßig geregelten Zustande lästig.
Goethe, Wanderjahre III,14

Allzuviel Wissen macht Kopfweh.

Als ich um 10.00 Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb neun.
Alfred Kerr (1867 - 1948)

Am (im) Schwanz ist das Gift.
fr] A la queue est le venin. - En la queuë et en la fin gît de coûtume le venin.
ho] In het startje zit het venijn.

Am 1. Mai fährt man den Ochsen ins Heu.

Am 10. Jänner Sonnenschein,
bringt reiche Ernte und guten Wein.

Am 15. April der Kuckuck singen (o. rufen) soll, und müsst er singen (o. rufen) aus einem Baum, der hohl.
ndt] An 'n 15. Awril de Kukuk singen sull, un wier 't ut 'n Bom, de hull.
it] A cinque d'Aprile il cucco de venire, e se non viene ai sette o gli otto, o che è presso o che è morto.
lux] De fofzengten Aprel muss de Gukuck sangen.

Am 30. Februar ganz gewiss, immer schönes Wetter ist.

Am 30. Februar hat Petrus frei, da ist ihm der Winter einerlei.

Am 8. des April, da soll der Kuckuck kommen. Kommt er am 8. nicht, so ist er tot oder gefangen. Und kommt er am 10. nicht, so ist er gefangen im Zaun; und kommt er am 20. nicht, so ist er gefangen im Korn; und kommt er am 30. nicht, so aß ihn der Hirt mit Polenta.
Venetien

Am Aba nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
Bern
hdt] Am Abend nicht ins Bett, am Morgen nicht aufstehen, ist aller faulen Leute Brauch.

Am Abdontag (30.7.) soll man Gras schneiden, Farn ausreißen, Schilf aus den Teichen, Dornen aus den Feldern rotten, Schwamm am Hause beseitigen, Ungeziefer vertilgen, Kugeln gießen
i] Abdons war ein Märtyrer unter Kaiser Decius. Der Glaube ist auf den Anklang des Namens an 'abtun' zurückzuführen. Im Bergischen heisst der Tag daher 'Abtu-Tag'. Um die Kenntnis von seinen unheilvollen Eigenschaften verschwinden zu lassen, hat man ihn 'Beatrix' umbenannt.

Am Abend (geh) früh schlafen, am Morgen steh früh auf. Estland

Am Abend des Lebens lieben wir nur noch die Stille.

Am Abend des Winterfestes (d.i. Weihnachten) gehen sogar die drei Faulen in die Kirche.
Estland

Am Abend duftet alles, was man gepflanzt hat, am lieblichsten.
Leisewitz, Julius v. Tarent

Am Abend eines Lebens werden die großen und wichtigen Dinge klarer, so wie in der Landschaft die Linien klarer werden. Unsere Waage wird zuverlässiger und gerechter, und sie wird auch milder. Und milder wird auch die Trauer um die große Erkenntnis, dass wir aufhören müssen, Mensch zu sein, gerade in dem Augenblick, in dem wir begonnen haben, es zu werden.
Ernst Wiechert

Am Abend erkennt man den Arbeiter und am Morgen den Wirt.

Am Abend früh über Nacht bleiben, am Morgen sich früh auf den Weg machen.
Estland

Am Abend geht der Magen aufs Stroh.
Estland

Am Abend gekammert, am Morgen gejammert.

Am Abend geschnittene Nägel werden eines gesunden Mannes Tod.

Am Abend geschwelgt, am Morgen gekelcht.
i] Dafür gebüßt, gelitten.

Am Abend ist der Tanz lieb, am Morgen der Schlaf süß.
Estland

Am Abend ist warm der Herd, am Morgen der Steert.

Am Abend kriegt der Igel Beine.

Am Abend lobe den Meister und am Morgen den Gastwirt.
Frankreich
fr] Au soir, loue l'ouvrier, et au matin, l'hôtelier.

Am Abend nimmt das Bergmännlein teil an einem Hochzeitstanz

Am Abend nimmt man den Magen auf den Schoß.
Estland

Am Abend noch ein Edelmann, am Morgen spricht er die Leute an.

Am Abend noch Jungfrau, um Mitternacht eine junge Frau, beim Morgenrot schon ein Hausfrauchen.

Am Abend schätzt man erst das Haus.
Goethe, Faust I, Vor dem Tor
Wagner Vs 1144

Am Abend schimpf nicht mit deiner Frau, sonst musst du alleine schlafen.
China

Am Abend sind alle Katzen grau.
Estland

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen
Georg Trakl, Grodek

Am Abend waren fünf Paar Ochsen da, am Morgen ist nicht einmal ein Kalb (da).
Estland

Am Abend wird der Faule fleißig, und der ganz Faule am Sonnabend.
Finnland

Am Abend wird man klug
Für den vergangenen Tag,
Doch niemals klug genug
Für den, der kommen mag.
Friedrich Rückert, Gedichte

Am Abend wirst du in der Liebe geprüft. Lerne zu lieben, wie Gott geliebt sein möchte, und lass deine Eigenheit.
Juan de la Cruz, Merksätze von Licht und Liebe

Am Abend zeigt es sich, ob die Nacht hell sein wird.
i] Die Ägypter wollen damit sagen, dass eine Person von ihrer frühesten Jugend Zeichen ihrer künftigen Tugenden gibt.

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen.
Georg Trakl, Verfall

Am Abrahamstag (20.12.) soll man versuchen, Schätze zu graben.

Am Agathentag die Hälfte Heu und die Hälfte Stroh.
fr] A la St.-Adietta demi schon fin et demis cha pailletta.

Am Albertstage (24.4.) versteckt ihre Socken die Krähe im Roggen.
pl] Na Woy ciecha wrona się wzycie skryil.

Am Alekseitag (17.3.) die Schlittendeichseln hinaus, die Wagendeichseln herein.
Estland

Am allerfördersamsten aber sind unsere Nebenmenschen, welche den Vorteil haben, uns mit der Welt aus ihrem Standpunkt zu vergleichen und daher nähere Kenntnis von uns zu erlangen, als wir selbst gewinnen mögen.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Am allergefährlichsten ist es, sich eine Vorstellung von einem Land oder einem Menschen zu bilden, den man ungenügend kennt, und dann alles aus dem vorskizzierten Schema erklären zu wollen.
Ehrenburg, Memoiren

Am Allerheiligen säe Weizen und sammle Disteln.

Am allertiefsten endlich erniedrigt es uns vor dem Auslande, wenn wir uns darauf legen, demselben zu schmeicheln.
Fichte, Reden an die deutsche Nation

Am allerwenigsten muss man an den Charakteren herumbasteln wollen, es führt zu gar nichts, außer zu Verstimmung und Ärgernis.
Theodor Fontane, Der Stechlin

Am alten Maitage muss sich eine Krähe in der jungen Saat verbergen können.

Am Alter und am Tode will jeder zum Ritter werden.
mhd] Am alter wil iederman geritten und zum ritter werden.

Am anderen liebt man Vollkommenheit, an sich sich.
en] In others we love perfection, in ourselves, ourselves.

Am Anfang auf den Zaum gebissen, zuletzt doch auf die Brack geschissen.

am Anfang beginnen
la] a linea incipere.

Am Anfang der Nacht gebe ich mein Leben für dich, o Weib. Am Ende der Nacht sage ich: such dir eine Decke zum Wärmen, denn meine brauche ich für mich allein.

Am Anfang der Welt war der Bauer, und wo war der Junker?

Am Anfang fangt ma net mit de Knöpf a.

Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.
Albert Einstein

Am Anfang heilen ist besser (o. leichter) als am Ende.
i] Niesswurz, sagt Ovid, ist umsonst, wenn die kranke Haut schon geschwollen, Arnei zu spät, wenn das Übel durch die Länge der zeit schon unheilbar geworden ist.
la] Satius est initiis mederi quam fini. Suid.

Am Anfang ist das Suchen nach Wissenschaft bitter wie Galle.
Afrika

Am Anfang passen sie in ein Hemd, später nicht in dieselbe Hütte.
Estland
i] Von der Ehe gesagt.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
i] Himmel und Erde = das gesamte Schöpfungswerk Gottes; der Kosmos als eine Einheit; sein Erscheinungsbild als ein Oben und Unten. Ein Gericht aus gemischtem Kartoffel- und Apfelpüree mit gebratener Blut- und Leberwurst; nach den Kartoffeln in der 'Erde' und den Äpfeln im 'Himmel' benannt.
la] In principio creavit Deus caelum et terram. Terra autem erat inanis et vacua, et tenebrae super faciem abyssi, et spiritus Dei ferebatur super aquas.

Am Anfang steht der Glaube, am Ziel die Schau.
Augustinus

Am Anfang war das Vorwort.

Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.

Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.
Gottfried Benn

Am Anfang war das Wort, am Ende war es fort.

Am Anfang war das Wort. Am Ende das Zitat.

Am Anfang war das Wort. Dann kamen die Wortspalter und machten Sätze daraus.

Am Anfang war das Wort. Dann muss es ihm die Sprache verschlagen haben.

Am Anfang war das Wort. Dann wurde es ergriffen.

Am Anfang war das Wort. Es folgte das Geschwätz.

Am Anfang war das Wort. Und dann wurde es durchs Bild zerstört.

Am Anfang war das Wort. War es das richtige?

Am Anfang war das Wort.
la] In principio erat verbum.

Am Anfang war der Vorsatz.

Am Anfang war die Kraft.
Paula Modersohn-Becker, Tagebuchblätter

Am Anfang war die Presse.

Am Anfang war die Stille, dann kam das Wort, gleich darauf das Geschwätz - und zum Schluss wieder das Schweigen.

Am Anfang war die Tat.
Goethe, Faust

Am Anfang war die Untat.

Am Anfang wollt' ich hoch hinaus und kam nachher ins Gärtnerhaus (o. Hurenhaus).
i] Wenn jemand bei der Wahl einer Gattin anfänglich zu hohe Ansprüche und zuletzt arge Missgriffe macht.

am angeführten Ort
i] Stelle einer Schrift
la] loco citato (l. c.)

Am Angesichte sieht man's wohl.
fr] Au vis se découvre souvent le vice.

Am Anrühren des Klaviers erkennt man den Spieler.
it] Al toccar de tasti si conosce il buon organista.

Am Antoniustag (17.1.) erblickt das Schwein am Himmel die Sonne.
Estland

Am Antoniustag gesegnetes Brot wird aufs Flachsfeld gelegt.

Am Antoniustag musste die Hälfte des Viehfutters vorhanden sein.
Estland

Am Antoniustag seien der Quappe die Flechten losgegangen.
Estland
i] Die Quappe fängt an zu laichen). Estland

Am Antoniustag wird der Winter in zwei Hälften gezählt.
Estland

Am Antoniustag wird des Winters Rücken gebrochen.
Estland

Am Antoniustag wird im Meer das erste Robbenjunge geboren.
Estland

Am Antoniustage steht auf des Daches Giebel: Das Brot zur Hälfte, das Viehfutter zur Hälfte.
Estland (Die Wintervorräte dürfen nur zur Hälfte verzehrt und müssen noch zur Hälfte übrig sein. Der Antoniustag (17.1.) wird von den Esten für die Mitte des Winters gehalten. Die Russen nennen daher auch den heiligen Timotheus (22.1.) Halbwinterer und die heilige Xenia (24.1.) Halbbrotbewahrerin.

Am Antoniustage verlängert sich der Tag um einen Teufelsschritt. (Eine Stunde)
it] Sant' Antonio il dì s'allunga d'un passo di demonio.

Am Aprilregen ist viel gelegen.
fr] Avril pluvieux, Mai gai et venteux, annoncent fécond et même gracieux. - Pluje d'abril vaut le char de David.

Am ärgsten verdrießet ein Spaß, der die Wahrheit ist.
sp] No hay peor burla que la verdadera.

Am armen Schlucker wischt sich jeder Jämmerling die Schuh'.

Am Aschentag (d. i. Aschermittwoch) wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet. Estland

Am Aschentag wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet.
Estland

Am Aschermittwochabend (geh) schlafen ohne Licht, zur Fastnacht bei Tageslicht.
Estland

Am Aufschub stirbt die Tugend.

Am Augusto die zween letzten Tag, und ersten zween September betracht. Dann so die schön und fein gespürt, wird Bachus mit Trauben geziert.

Am Aussehen erkennt man den Mann.
la] Ex visu cognoscitur vir.

Am Aussehen erkennt man den Menschen, am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise.
Altes Testament, Jesus Sirach 19,29

Am Ausskehren wird sich finden, wer das Schermesser gefressen hat.
z] Oder am End wird sich's aussweysen, was ein jeder für ein Vogel gewesen.

Am Bärentag (Margaretentag, 13.7.) muss man einmal um das Feld ziehen, dann muss die Egge auf dem Feld sein.
Estland

Am Bärentag wird auch die Roggenwurzel abgebrochen.
Estland

Am Bart des Toren lernt der Barbier rasieren.
sp] En la barba del necio aprehende a rapar el barbero.

am Bart zupfen
la] vellere barbam

Am Barte des Narren lernt man das Messer scheren.

Am Barte des Narren lernt man scheren.
fr] A barbe de fol, on apprend à rire.

Am Bartholomäustag (24.8.) schüttle die Äpfel und Birnen ab.
i] Wenn das Sommerobst länger steht, wird es mehlig.

Am Bartholomäustag gehen die Schwalben in den See.
Estland

Am Bartholomäustag sät man nicht, denn Pärtel soll gesagt haben: 'Streut mir nicht in die Augen, sondern kratzt mir den Rücken!', er habe aber befohlen, zu pflügen und zu eggen.
Estland

Am Bartholomäustag versteck nur deinen Vespersack.
Wohlau
ndt] Bartelmies spart Botter onn Kies, Lingen-Hosen onn Strüh-Hot.

Am Bartholomäustag wird ein kalter Stein ins Meer und ein warmer Stein in den Brunnen geworfen.
Estland

Am Bauch groß, hinten bloß.

Am Baume des Schweigens hängt seine Frucht, der Friede.
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, Unser Verhalten gegen den Weltlauf

Am begierigsten langt der Hilfsbedürftige nach dem Fernsten, dem Unbekanntesten, und der Fremde erweckt in ihm das Vertrauen, welches er zu dem Nächsten verloren hat.
Chamisso, Reise um die Welt

Am Bembembelenstag, wenn d' Eule bocket.
i] ...soll irgendetwas geschehen (d.h.) nie. Scherzhafte Antwort auf die Frage: Wann? Oder: wann wird's geschehen? Fragt man: Wann ist der Bembembelenstag? so lautet die Antwort: Wenn die Eule bocket)

am besagten Ort
la] dicto loco

Am besten aber wirst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, wenn du beobachtest, wie er jemanden lobt und wie er sich verhält, wenn er selbst gelobt wird.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Am besten angewandt ist die Zeit, die man verschwendet.
Frankreich

Am besten erkennt man den Charakter eines Menschen bei Geldangelegenheiten, beim Trinken und im Zorne.
Talmud, Erubin

Am besten fängt man unten an und endet oben.
Ungarn

Am besten gehen Bücher, welche die Sitten schildern, wie sie wirklich sind, einfache, aus dem Leben geschöpfte, zu Herzen gehende Werke, frei von geschraubtem Stil und exklusivem Jargon.
Mercier, Bücherverleiher

Am besten gerät uns immer die stinkende Hoffart, sprach der Hofnarr, als eine Frau den Flor im Klostergarten rühmte.

Am Besten hat man den besten Kauf.
it] Il migliore è meno caro.

Am besten ist der beste Kauf.

Am besten ist die beste Arbeit und der nützlichste Kauf.

Am besten ist es, Geschäfte mit Gott zu machen, er hat zwei Hände und beide sind gleich warm.
Finnland

Am besten ist es, mit dem eigenen Arsch zu scheißen.
Estland

Am besten ist es, sich an die Gegenwart zu halten; die führt unsre Freuden und Leiden mit sich! Die Gegenwart gehört dem Menschen wie das Vergangene den Toten und die Zukunft den Göttern!
Weerth, an die Mutter, 23. 2. 1844

Am besten ist es, weder einen guten Bettelmönch zum Freund noch einen schlechten zum Feind zu haben.
Spanien

Am besten ists auch hier, wenn ihr nur einen hört
Und auf des Meisters Worte schwört.
Im ganzen - haltet euch an Worte!
Dann geht ihr durch die sichere Pforte
Zum Tempel der Gewissheit ein.
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1988f.

Am Besten ist's gewesen.

Am besten ist's, die Bösen sind entzweit,
so lebt der Rest der Welt in Sicherheit.
Laßt doch die Schurken ihre Kriege führen!
Wer Frieden liebt, sollt' ihr Gezänk noch schüren!
La Fontaine, Die Geier und die Tauben

Am besten lässt man eine Kränkung sich dreimal wiederholen, die erste kann ein Zufall, die zweite ein Fehler sein, aber die dritte ist wahrscheinlich beabsichtigt.
Kongogebiet

Am besten machst du gleich dein Ding am Anfang recht,
Nachbesserung macht oft Halbgutes völlig schlecht.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Am besten schmeckt, was man selber erjagt und schreckt.

Am besten schnell getan.
Shakespeare, Macbeth 1, 7

Am besten spielt, wer gar nicht spielt.

Am besten spricht mit Gott, wer gar nicht spricht.
i] Wer durch Bewunderung seiner Werke tiefe Ehrfurcht vor ihm kundgibt

Am besten stellt man ein gutes Beispiel auf, indem man einem solchen folgt.
Lloyd George, Rede zu Newcastle, 1. 10. 1891

Am Bett eines lange Kranken gibt es keine wahre Sohnesliebe.
China

Am Bettelstabe sein.
fr] Être au bissac.

Am bittersten bereuen wir die Fehler, die wir am leichtesten vermieden hätten.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Am Boden scharren.
i] Am Ende sparen.

Am Brautführer sieht man wohl, was an der Braut ist.
ho] Men ziet aan den bruidleider wel, wat bruid het is.

Am Brot isst man sich nicht den Tod.

Am Bubenseil ziehen.
z] Dem sie selb auch das mehrertheils zohen an solchem Bubenseil.

Am Chauvinismus ist nicht so sehr die Abneigung gegen die fremden Nationen als die Liebe zur eigenen unsympathisch.
Kraus, Aphorismen

Am Dapen (Daumen) sugen.

Am Dienstag heiratet man nicht.

Am Don ist's freilich schön, aber daheim ist's schöner.

Am Donnerstag ist die Woche rum.

Am Donnerstag zum Bade gehen vnd die vbrige fünf (Tage) abwaschen (saufen).

Am Donnerstage trägt kein Vogel zu Neste.
i] Es sollten an diesem Tage Feld- und Hausarbeit ruhen, der Schlesier erklärt das Sprichwort dadurch, weil Gott an diesem Tage die Vögel erschaffen habe.

Am Draht ziehen.
Nordamerika
i] Aus politischem Parteitreiben Gewinn suchen.
z] Die Wortführer sprachen von einer Vereinigung der Parteien (Mozart und Tammanyhall), aber es war nicht eines jeden Wunsch, denn da könnten sie ja nicht am Draht ziehen, wenn sie wollten.
Neuyorker Staatszeitung, vom 19. November 1863

Am Dreikönigstag sind die Feste vorbei, Mariä Verkündigung bringt neue herbei.
i] Mit dem Dreikönigstage schließen die Festtage des weihnachtlichen Festkreises und die des Osterfestkreises beginnen mit Mariä Verkündigung.
it] Befania (Epiphania) tutte a feste manda via, e Santa Maria tutte le ravvia.

Am Dreschfelde vorübergehende Männer müssen den Hut lüften, Frauen die Schürze wehen lassen.

Am dretta Abarella mos der Gugger grüena Haber schnella.

Am Duft erkennt man die Blumen.

Am Dünken und gespanntem Tuch geht viel ein.

Am dürren Aste reiten.
i] Am Galgen sterben.
z] Er soll sterben am dürren ast.

Am dut wälle mer es det Brît net af zwo Seyte schmieren.
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Darum wollen wir das Brot nicht auf zwei Seiten schmieren.

Am e arme Ma' (Mann) putzt jedermann d' Schuah a.
Ulm

Am Eid ist schuld, wer ihn begehrt,
Nicht wer ihn vorteilshalber schwört,
Mithin ist's Unrecht, wenn man spricht,
Dass, wer den Eid nicht hält, ihn bricht.
Samuel Butler, Hudibras

Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.

Am Ellenbogen fehlt's dem nicht, sondern da - (auf die Stirn zeigend).
Nürtingen

Am End die Wahrheit wird erkent.
la] In fine videbitur cujus toni.
la] Spondyla fugiens pessime pedit.

Am end find sichs, was für ein klang und gesang die lugen gegeben hat.

Am end kent mans gewandt.

Am end lernt sich, was weltliche ehr gewesen sei.

Am End mag alles noch viel einfacher sein, als der Prediger meint, Gott wird wohl wissen, dass der unsterblichen Seele durch böses Schicksal kein Schaden geschehen kann.
Goethe, Katharina Elisabeth Goethe, November 1755

Am End muass ma dem gar mit'n Weihwedel und mit'n Rauchfassel entgegengehen.
Niederösterreich

Am end sihet man cujus toni.

Am end singt man das Gloria (o. Hallelujah, Ehre sei Gott).
fr] Après Matines doit-on chanter Te Deum.
fr] En la fin se chante le gloria.
sp] Al fin se canta la gloria.

Am end soll man ein ding loben.
it] Cosa fatta ha capo.
la] Non sibi concordem spondent exordia finem.

Am Ende aber, im Tode, wenn das Dasein abgelaufen ist, sinken alle Belichteten wie die Finsteren in die eigene Tiefe hinauf, in diesen unaussprechlichen Abgrund unseres Wesens, den die Menschen draußen Gott, in sich Seele nennen.
Hermann Stehr, Peter Brindeisener

Am Ende aller Enden.

Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit,
Doch wer am Anfang ist zufrieden, kommt nicht weit.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Am Ende der Elle fehlt das Tuch.
fr] Au bout de l'aune faut le drap.

Am Ende der Geduld wartet der Segen.
tü] Sabrın sonu selamettir.

Am Ende der Weisheit ist Gott.
England

Am Ende des Grabens der Purzelbaum.
i] Man fällt man hinein. Wird in vertraulichem Sinne auf den angewandt, der sich in eine Reihe verfehlter Unternehmungen einlässt, die endlich seinen Untergang herbeiführen.
fr] Au bout du fossé, la culbute.

Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare, sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 258

Am Ende des Schwadens sitzt man, in der Mitte ruht man sich aus.

Am Ende des Spiels gehen König und Bauer in denselben Beutel.
England

Am Ende des Spiels wartet der Teufel.
en] Gaming has the devil at the bottom.

Am Ende erhält man die Rechnung.

Am Ende erkennt man das Gewerbe.

Am Ende fehlt das Tuch.
fr] Au bout de l'aune faut le drap.

Am Ende findet man die Wahrheit.
[RSpW]
i] Will sagen, dass man vor geschlossener Untersuchung nicht einseitig urteilen solle.

Am Ende hängen wir doch ab
Von Kreaturen, die wir machten.
Goethe, Faust II A II, Laboratorium
Mephisto Vs 7003

Am Ende hapert's am meisten.
Schlesien
fr] En la queue est li encombriers (difficulté) souvent.

Am Ende ist das Geld doch das Zeichen aller Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens.
Goethe, An J. H. Meyer, 19.9.1788

Am Ende ist der ganze Kerl
Noch nicht einmal geboren.
Lortzing, Waffenschmied II. 7

Am Ende ist doch das schlechteste Theater besser als die beste Langweil.
Goethe, Lili Parthey, 23.7.1823

Am Ende ist ihnen (den Großen) niemand unentbehrlich.
Lessing, Minna von Barnhelm, IV, 6 (Tellheim)

Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.

Am Ende kennt man das Gewebe.

Am Ende kommt die Ehre.
i] Als Aufmunterung für j-n, der nach einer ehrenvollen Stellung trachtet.

Am Ende kommts vielleicht gar aufs alte heraus, dass wir nur wenig wissen können und dass bloß die Frage ist, ob wir es gut wissen.
Goethe, An Schiller, 15.7.1798

Am Ende läuft es auf eins hinaus, ganz von einer notwendigen Gewohnheit oder ganz von der willkürlichsten Zufälligkeit abzuhangen.
Goethe, Wahlverwandtschaften

Am Ende lobe das Leben und am Abend den Tag.
ho] Het einde des jaars zal men eerst heilig loven.
la] Totum laudatur, si finis laude beatur.

Am Ende meines Strebens könnte meine göttliche Tat (oder Mittat) gewesen sein: dem Manne das Weib gleichgestellt zu haben.
Emil Gött, Gedichte, Sprüche und Aphorismen

Am Ende pflegen die Idealisten doch Recht zu behalten, wenn auch mitunter vielleicht hundert Jahre, nachdem sie begraben sind.
Theodor Storm

Am Ende siegt immer die Wahrheit. Doch leider sind wir erst am Anfang.

Am Ende sieht man wohl, wie man leben soll.
fr] A la fin louée la vie, et au soir loué le jour.
fr] A la fin on verra qui aura mangé le lard.
fr] Il faut attendre le boiteux.
it] Al levar delle tende si conosce la festa.
it] Nel fine si canta l'alleluja.
la] A bellariis commendatur epulum.
la] Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit.
un] Végén szoktak a dolgot megdicsérni.

Am Ende sieht's ein Tor, ein Klüg'rer in der Mitte,
Und nur der Weise sieht das Ziel, beim ersten Schritte.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Am ende sihet man, was die Glocken geschlagen hat.

Am Ende sind wir alle Pedanten. -
Das mach ich mir denn zum reichen Gewinn,
dass ich getrost ein Pedante bin.
Goethe, Zahme Xenien II

Am Ende söhnet der Geist mit allem uns aus.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Am Ende soll man auf den Anfang sehen.
dä] Som enden er sidst i gierningen, mane den være først i betragtningen.

Am Ende soll man ein Ding loben.
en] The end crowns all. Shakespeare, Troilus und Cressida IV,5
fr] La fin couronne les oeuvres.
ho] Het einde kroont (prijst) het werk.
ho] Het einde prijst het leven, gelijk de avond den dag.
it] Il fine corona l'opera.
la] Finis coronat opus. Ovid
pl] Koniec wieńczy dzieło.
sp] El fin corona la obra.
ru] Конец - (всему) депу венец.

Am Ende soll man nicht umkehren.

Am Ende stellt sich alles her, wenn derjenige welcher weiß, was er will und kann, in seinem Tun und Wirken unablässig beharrt.
Goethe, An Zelter, 21. 1. 1826

Am Ende stirbt die Kohlraupe im Kohl.
China
i] Die Schlechten kommen in ihren Sünden um.

Am Ende treiben sies nach ihrer Weise fort,
Als wenn sie nicht erzogen wären.
Goethe, Faust II A II, Am untern Peneios
Chiron Vs 7343

Am Ende verlieren alle Blumen ihren Duft.
Italien

Am Ende war das Leben weniger als der Blick auf das weiße Fohlen, das hinter der Zaunlücke vorbeitrabte.

Am Ende weiß man wieviel es geschlagen hat.

Am Ende wird noch, der neusten Philosophie gemäß, alles in nichts zerfallen, eh es noch zu sein angefangen hat.
Goethe, An Zelter, 12.2.1829

Am Ende wird sich's zeigen.
fr] L'évènement en fera foi.
fr] Nous en jugerons par le succès.

Am ene Weib und an ene Mühle ist aliwîl öppis z' verbessre.

Am Erikstag (18.5.) schießt der Roggen in die Ähren.

Am ersten April schickt man d' Narren, wo man will, am ersten Mai schickt man's wieder hei.
ho] Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril.
ho] An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen.
ho] Op den eersten April sendt men de gekken, waar men will.
i] In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatiert, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Alba's die kleine Feste Briel entrissen.

Am ersten Mai fährt man den Ochsen ins Heu.

Am ersten Mai soll sich eine Krähe im Roggen verstecken.

Am ersten Tag bin ich der Fremde (= der Gast), am zwieten Tag eine Last, am dritten Tag stinke ich.

Am ersten Tag ein Gast, am dritten Tag eine Last.
USA
en] The first day a guest, the third day a pest.

Am ersten Weihnachtsfeiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.

Am Essen erkennt man den Arbeitsmenschen.
Estland

Am Evangelio verleurt man nichts.

Am Fabian un Sebaschtian fange d' Bäum ze saften an.
Strasburg
i] Um diese Zeit (20.1.) fängt nach dem Sprichwort die Natur an, sich allmählich wieder zu beleben. Die Bewegung wird im Pflanzenreich wieder merklich.

Am Faden zieht man den Knäuel hervor.
sp] Por el hilo sacarás el ovillo.

Am falschen Ende sparen.
ndt] Eeen Giezkrågen sport den speck up dei Musfall'.

Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
Goethe, Faust II A I, Anmutige Gegend
Faust Vs 4727

Am Fass und Brunnen schmeckt's am besten.
i] Also aus erster Hand.

Am Fasten stirbt niemand.
i] Dass in Deutschland das Fasten nicht zum Hungertode geführt hat, wenigstens nicht in den Klöstern, geht aus dem Küchenbuche des altbayerischen Klosters Benedictbeuern hervor, das der Pater Kuchelmeister im Jahre 1714 eigenhändig unter dem Titel 'Absonderliche Anmerkungen, so in unserer Klosterkuchel das ganze Jahr hindurch zu beobachten seind', in einer Schrift von 136 Seiten zusammengestellt hat. Gleich am ersten und höchsten Feiertage, dem Aschermittwoch, heisst es: 'In die cinerum auf Mittag: Erstlich durchtriebene Arbissuppen mit gebähten Brotschnitten, Eier mit Schmalz auf etlichen Schüsseln, so viel nämlich erklecklich sind, auch so viel Schüsseln geröstete Hechten, alsdann ein guter Sudfisch, jedem seine Portion, etlich Stückel aber mehr, damit alles wohl erklecklich sei. Item Zottlkraut und auf jeder Schüssel vier Häringe. Nach diesen 4 Schüsseln gebachene Dollen, item 4 Schüsseln Platais, dass in jeder wenigstens 6 liegen, dann 4 Schüsseln geselchte Renken oder eingemachte Ruten, mehr 4 Schüsseln geschmelzten Stockfisch, 4 Stück Lachs in süßer Brüh mit Zwiebeln und Mandeln, 4 Schüsseln Schnecken in Häusern, 4 Mandeltorten, 4 Schüsseln Hasenehrl und ebenso viel Krebsen und Zwetschgen und zuletzt drei Schüsseln Obst.'

Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) hat der Kiebitz das erste Ei im Nest.
Estland

Am Fastenmarientag soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
Estland

Am Fastenmarientag wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1.4.) und der dritte am Georgstag (23. AprilIV). Estland

Am Fasttag (6.8.) werden die Äpfel sauber.
Estland

Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.
Winston Churchill

Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.

Am Feiertag gesponnen hält nicht.

Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.

Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.

Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
ho] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.

Am Feld erkennt man den Mann.
Estland

Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.

Am Fest der Beschneidung Mariä!
i] Also nie, am Nimmerleinstag.

Am Festtag sind alle Leute große Herren.

Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
Jamaika

Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
Estland

Am Fluge erkennt man den Vogel.

Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
Goethe, Sprichwörtlich

Am Fohlen erkennt man das Pferd.
i] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.

Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
i] An der richtigen Ehefrau also.

Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
Estland

Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.

Am fremden Hunde riechen die anderen.

Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.

Am Fünften, am Agathentag (5.2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.

Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.

Am furchtbarsten erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. [...] Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend, aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird?
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,20

Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
Persien
i] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.

Am Fuß des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.

Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.

Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
Estland

Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
la] Ex habitu cognoscere.

Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
Spanien

Am Gängelband führt man keine Männerhand.

Am ganzen Himmel herumirren.
Altrömisch
i] Sehr bedeutend irren. - Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
la] Toto coelo errare.

Am Gaul kauft man die Füße.

Am Geblök erkennt man die Schafe.
ho] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.

Am Gedinge ist keine Folge.
[RSpW]
i] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.

Am gefährlichsten sind die Kritiker, die nichts von der Sache verstehen, aber gut schreiben.
Leopold Stokowski

Am Gefährten erkennt man den Mann.

Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
sp] En el andar y en el beber se conoce la mujer.

Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.

Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
i] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.

Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.

Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
en] Money is welcome though it come in a dirty clout.

Am Georgstag (23.4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29.9.) einen Pelz.
Estland

Am Georgstag gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
Estland

Am Georgstag legt das Birkhuhn das erste Ei.
Estland

Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
Estland

Am Georgstag werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
Estland

Am Georgstag wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
Estland

Am Georgstag wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29.9.) abgenommen.
Estland

Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick, und zieht sich dann nochmal zurück.

Am Geraumen is gut imkären.

Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.

am geringsten achtet.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Am Gertrudstag (17.3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muss sich dann selbst ernähren.
Estland

Am geruch erkennt man die blumen.

Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.

Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
kroat] Pozna se ptica po perju.
kroat] Pticu je poznati iz popévke.
la] E cantu dignoscitur avis.
la] Index est animi sermo.

Am Gesang erkennt man den Vogel.

Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.

Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.

Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).

Am Geschmack erkennt man den Wein.

Am Gesellen erkennt man den Mann.

Am Gesicht allein ist der Mensch kenntlich.

Am Gesicht erkennt man den Menschen.
z] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
bm] Kazdá tvár na jeve.
en] Face to face, the truth comes out.

Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.

Am Gesicht erkennt man den Säufer.
fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.

Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.

Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
la] Sua quemque inscribit facies.
pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.

Am Gesind kennt man den Herren.

Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.

Am Geweih erkennt man den Spießer.

Am Giebel und am Dach merkt man des Wirtes Hausgemach.

am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
en] to pull together
fr] tirersur la même corde
it] mirare al medesimo scopo
la] pari iugo niti

Am Glück ist alles gelegen.
fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
la] Fortuna homini plus quam consilium valet.

Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
Russland

Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.
Oskar Jellinek

Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
i] Schmerz heucheln, wo man sich freut.

Am Gräinjt gid et der Lous gât.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Im Grinde geht es der Laus gut.

Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
i] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.

Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
pl] Grzegorza idzie zima do morza.

Am Gregorstage (12.3.) schwimmt das Eis ins Meer.

Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
it] Gente di confini, o ladri, o assassini.

Am großen Kunstwerk ist Stimmungskern und Geflecht nicht zu unterscheiden; vielmehr: Das Gedankliche und das Bildliche wächst organisch aus der ganzen Stimmung heraus. Das Gefühl schafft, gebiert sich selbst seinen Körper...
Morgenstern, Von neuer Lyrik

Am Großtun erkennt man die Kleinen.

Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
Oberösterreich
i] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.

Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.

Am guten Alten
In Treuen halten,
Am kräft'gen Neuen,
Sich stärken und freuen
Wird niemand gereuen.
Geibel, Spätherbstblätter

Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

Am guten rat ist nichts verloren.

Am guten Tage ein gutes Werk.
fr] A bon jour bonne oeuvre.

Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Prediger Salomo, 7, 14

Am Hag sein.
i] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.

Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
z] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.

Am Handgriff liegt viel.

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ITALIENISCH
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LATEINISCH
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PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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