Weisheiten 25


Auf jede gute Rechnung (kann man) zurückkommen.
i] Rechnungsfehler lassen sich berichtigen, wer sicher rechnen will, muss zweimal rechnen.
fr] A tout bon compte revenir.

Auf jedem Jahrmarkt getraue ich mir, auf Bohlen über Fässer geschichtet, mit Calderons Stücken, mutatis mutandis, der gebildeten und ungebildeten Masse das höchste Vergnügen zu machen.
Goethe, An H. v. Kleist, 1.2.1808

Auf jeden (einen) Edelstein kommen viel tausend Kiesel.

Auf jeden (o. auch im schlechtesten, kleinsten) Raum pflanze (setze) einen Baum, und pflege sein, er trägt dir's ein.

Auf jeden Abend folgt ein Morgen.
i] Es geht immer weiter, auch wenn jemand die Hoffnung schon aufgegeben hat. Der neue Morgen wird schon eine Lösung bringen.

Auf jeden Fall gibt es nichts Besseres, sich vor Täuschung und Irrtum zu bewahren, als immer wahr zu sein gegen sich selbst.
Diderot, Wie denken Sie darüber?

Auf jeden Fall ist das Göttliche die Leidenschaft, die das Menschliche verzehrt. Liebe spricht nichts für sich aus, als dass sie in Harmonie versunken ist; Liebe ist flüssig, sie verfliegt in ihrem eignen Element; Harmonie ist ihr Element.
B. V. Arnim, an Goethe, 11. 11. 1807

Auf jeden Grashalm fällt ein Tröpfchen Tau.
China

Auf jeden Hafen einen dekkel und für jede Flasche Zapfen finden.
i] Der Großkünstler.

Auf jeden Topf passt ein Deckel.

Auf jeden, der ein zwar ungeübtes, aber für das Schöne empfängliches Auge hat, wird ein stumpfer, unvollkommener Gipsabguß eines trefflichen alten Werks noch immer eine große Wirkung tun, denn in einer solchen Nachbildung bleibt doch immer die Idee, die Einfalt und Größe der Form, genug, das Allgemeinste noch übrig, so viel, als man mit schlechten Augen allenfalls in der Ferne gewahr werden könnte.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Auf jeder Stufe der Kultur... sind Bedürfnisse und Leidenschaften die Triebfedern aller erhaltenden, aber auch aller zerstörenden Tätigkeit.
Forster, Cook der Entdecker

Auf jedes Düppen (Töpfchen) kommt ein Deckel.

Auf jemand sticheln.
fr] Donner de vives attaques à quelqu'un.
fr] Donner un coup de deut à quelqu'un.
fr] Il est piquant en paroles.

Auf jemanden (eine) Pikanterie haben.

Auf jemanden (nicht) gut zu sprechen sein.
la] Premere pollicem. Plinius

Auf jemanden abladen.
Nürtingen
i] Nämlich die Schuld = etwas auf einen hinaustragen.

Auf jemanden die Glocken gießen.
i] Soviel als es auf einen münzen.

Auf jemanden warten, wie die Mönche auf den Abt.
i] Mit der linken Hand d.i. gar nicht warten. Von rücksichtsloser Pünktlichkeit, weil die Mönche nach der Klosterregel auf das gegebene Zeichen in den Speisesaal gehen, und sich, sobald das Tischgebet gesprochen worden ist, zu Tische setzen, und ihre Mahlzeit, ohne auf Abt oder Prior oder irgendeinen Vorgesetzten zu warten, einnehmen.
fr] Attendre quelqu'un comme les moines attendent l'abbé.
fr] On l'attend comme les moines font l'abbé.
fr] On vous attend de la main gauche.

Auf jemandes Geldkasten sitzen.
i] Wenn uns jemand ganz und gar verpflichtet und verbindlich ist.

Auf jemandes Papier stehen.
i] In seinem Schuldbuche.

Auf jemandes Worte schwören.
ho] Bij iemands woorden zweren.

Auf jenseit dem berg findet man auch leüt.

Auf jungen Beinen stehen.
dä] Som staaer aldrig paa yngre been.

Auf Kalkschieferboden hört man den Hafer wachsen.
Frankenwald

Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee, folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.

Auf Katzengebet regnet es nicht.
Persien

Auf keinen grünen Zweig kommen.
i] Nichts vor sich bringen, zu keinem Wohlstande gelangen. Ursprünglich an den Galgen kommen. Missetätern ward oft das Urteil gefällt: 'Man soll ihn an einen dürren Baum henken, denn er des grünen nicht wert ist.'
mhd] Sie mögent niemer begrunnen oder vff grienen zweig komen.
mhd] Und kumbt gar kunn vff grünen zwig.

Auf Kiesboden sollte es alle Nudeltage regnen.
Frankenwald

Auf Kinder und Rinder kann man nicht bauen.
Oderbruch

Auf Kinderworte gibt der Narr viel.
Russland

Auf Kissen kommt man nicht zum Wissen.

Auf kleinem Feld muss man viel säen.
Spanien

Auf kleinen Flüssen schifft man am sichersten.

Auf kleinen Markt gehört kleiner Zoll.
la] Quale forum fuerit, uictigal tale requirit.

Auf kleinen Pferden kann man auch reiten.

Auf Knien und im Wohlgeruch des Weihrauchs gibt sich das Kind dem Blick Gottes und der Engel hin: einem Männerblick.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Auf Konzilien reiset der heilige Geist im Felleisen oder Ledersack.

Auf Kopf steht der Teufel auf und isst die Supp', dann fährt er unterirdisch durch bis zur Altburg.
i] Nach der Sage steht der Neroter Kopf mit der Altburg (Ruinen des Schlosses Altenburg) bei Schalkenmehren (Kirchdorf im Regierungsbezirk Trier, Kreis Daun) in der Nähe des Weinfelder Maares, durch einen unterirdischen Gang in Verbindung, worauf sich das noch im Volksmunde lebende uralte, obige Sprichwort bezieht.

Auf Kornets Wiesen kann man morgens den Stock nicht wiederfinden, den man abends daraufwirft.
i] Der Viehzüchter Kornet aus der Normandie, der auch mehrmals die Festochsen nach Paris geliefert hat, ist durch die außerordentliche Kultur seiner Wiesen durch ganz Frankreich so berühmt, dass man sprichwörtlich, wie oben angeführt, sagt, weil das Gras den Stock schon so hoch überwachsen hat, dass er nicht mehr zu sehen ist.

Auf Kosten anderer lachen.

Auf Kosten des gesunden Menschenverstandes darfst du keine Späße machen.
Boileau, Art poétique

Auf Krankheit warten.
Oberösterreich
i] Von Scheinkranken, Zärtlingen.

Auf Kredit kaufen heisst, die Ernte des nächsten Jahres berauben.
Schwarze in den USA

Auf Kredit kaufen
la] caeca die emere

Auf Krieg folgt Sieg.
i] Kampf gegen die Sinnlichkeit.

Auf krummen Pfaden wuchert der Schaden.

Auf krummen Stelzen gehen.
z] Wenn ein Kind gutter art auf weise lehren baut und sich von Jugend auf der Tugend anvertraut, da darf das Alter nicht auf krummen Steltzen gehen.

Auf krummen Wegen gedeiht selten viel Segen.

Auf kurze Sicht verkaufen.
la] Oculata die vendere. Plautus

Auf L folgt M im A-b-c; das ist schon wahr, doch tut es weh.
i Auf die Lüge eine Maulschelle.
it] Una mentita tira una guanciata come la calamita il ferro.

Auf Lachen folgt Weinen.

Auf Lachen folgt Weinen.
z] Auf lachen folget offtmals greinen.
bm] Na velký smích rád následuje pláč.
kroat] Za sméhom velikem sledi rado plač.

Auf lahmen Füßen stehen.
i] Unsicher, der Gefahr zu fallen ausgesetzt sein, dürftige Kenntnisse besitzen.
la] In uno pede stare. Horaz

Auf Lambert (17.9.) hell und klar, folgt ein trocken Jahr.

Auf lange Fasten kurze Ostern.

Auf lange Lust folgt die Pfeife (= Weinen). Estland

Auf langem Weg und im schmalen (o. engen) Bett erkennt man den Freund.
sp] En luengo camino y en cama angosta se conocen los amigos.

Auf langem Weg und im schmalen Bett erkennt man den Freund.
sp] En luengo camino y en cama angosta se conocen los amigos.

Auf langem Wege und im engen Bett erkennt man den Freund. Spanien

Auf langer Reise wird auch ein Strohhalm schwer.
it] In lungo viaggio anco una paglia pesa.

Auf langes Feiern folgen Tränen.
Estland

Auf Laurentius (10.8.) Sonnenschein - folgt gutes Jahr und guter Wein, doch mäßigen Wein gibt's heuer, wenn der Lorenz ohne Feuer.

Auf lauter Rosen sitzen.

Auf Lebenszeit
la] ad dies vitae

Auf leeren Därmen ist gut hegen (o. liegen).

Auf Leid folgt Freud.

Auf Leid folgt Freud'.

Auf Leid folgt Freud.
mhd] einem leide volget dicke liep.
mhd] Man seit, daz man von leide niht verderbe.
bm] Kdy zalost vrchu dostupuje, uz se radost ohlasuje.
fr] Le plaisir succede à la douleur.
ho] Na lijden komt verblijden.
krain] Kadar zalost do varha perkipi, se vesele ze glasi.
la] Gaudia post luctus veniunt, post gaudia luctus.
la] Imber adest soli, comitantur gaudia fletum.
la] Per angusta ad angusta.
la] Ver hiemem sequitur, sequitur post triste serenum.

Auf Lichtmess (2.2.) hat (sieht) der Bauer (Schäfer) lieber den Wolf im Stall als die Sonne.
i] Die Schäfer fürchten großen und späten Schnee, wenn die Sonne an diesem Tage (d.h. um diese Zeit) schon zu warm scheint. Ein alter Vers lautet: 'Wenn an dem Lichtmesstag die Sonn' sich tut einfinden, so ist noch grössrer Schnee, als vormals fiel, dahinden.'
fr] A la chandeleur la grande douleur.
fr] A la chandeleur où toutes bêtes sont en horreur.

Auf Lichtmess (2.2.) lasst es Winter sein, dann kommt der Frühling bald herein.

Auf Lichtmess (2.2.) schöner Schein der Sonnen, tun uns mit Schnee, Flachs, Hanff belohnen, gar wohl geratet die frühe Saat, so sich schön wittert die Fassnacht.

Auf Lichtmess (2.2.) soll der Schäfer ein Bund Stroh auf einen Berg hinlegen; weht der Wind das fort, so darf man wegen Futter nicht besorgt sein, lässt er es aber liegen, so soll man das Oert aufbewahren.
Pommern

Auf Lichtmess (2.2.), du, flick' die Handschuh.
pl] Gromnice łataj sobie rękawice.

Auf Lieb' und Gewinn steht der Welt Sinn.
mhd] Uf minne und uf gewinne stânt âl der werlde sinne.

Auf Liebe folgt Leid.
mhd] Von grôzer lieb kumt grôzez leit.
ho] Van liefde komt groot lijden, en onderwijl verdriet.

Auf Liebe und Wetter ist kein Verlass.

Auf Lob warten, heisst, es annehmen.

Auf losen Brücken ist böse reiten.

Auf Lug und Trug folgt Gottes Fluch.
bm] Lháře pán bůh káře, jestli ne mrazem, tedy provazem.
pl] Łgarze pan bóg karze, jeśli nie mroz, m etedy powrozem.
slow] Lhára pan bóh kárà, jestli nĕrázem, tedy provazem.

Auf Lügen lässt sich kein Kohl kochen.

Auf Lungern folgt Hungern.

Auf Lust folgt (leicht) Unlust.
fr] Plaisir engendre deuil.
ho] Uit lust volgt onrust.
ho] Volg den lust en hij baart onlust.
la] Omnibus in rebus voluptatibus maximis fastidium finitimum est. Cicero

Auf Lust folgt Unlust.

Auf lustigen Abendgesang folgt oft ein trübes Morgenlied.
dä] God aftensang giör lit sorrigfuld ottesang.

Auf 'm geduldige Esel schlägt alles nei.
Ulm

Auf magere (kranke) Pferde setzen sich die Mücken (Bremen) am liebsten.
it] Sopra cavalli magri si posano le mosche.

Auf Maienostern.
i] Nie, da Ostern niemals im Mai fällt.

Auf manche Leute regnet und haglet es nichts als Unglück, auf andere schneyet es lauter Silber und Gold.

Auf manche Menschen regnet's Unglück und auf andere schneit's Dukaten in Rosenwasser.

Auf Margarethe (13.7.) Regen und Sturm bringt der Haselnuss den Wurm.

Auf Maria Beschneidung (wird, soll es geschehen).
i] Nie, zum Nimmerleinstag.

Auf Mariä Lichtmess (2.2.) haben wir den Winter gewess.

Auf Märkten und Kirchweihen findet ein durchläufiger Arsch allezeit genug Dreck.
z] Er hat nach dem sprichwort: auf Märckten und Kirchweyhen find ein durchläuffiger Arss allzeit genug trecks, etliche grobe Heintzen u.s.w. gefunden.

Auf März folgt stets April, das ist Kalenderwill'.

Auf Märzendonner folgt ein fruchtbar (o. gutes) Jahr; viel Frost und Regen bringt Gefahr.

Auf Märzenregen bleibt der Sommer trocken und die Ähre hocken.

Auf Märzenregen dürre Sommer zu kommen pflegen.

Auf Märzenregen folgt kein Sommersegen.

Auf Märzenschnee die Wäsche bleichen, da müssen alle Flecken weichen.

Auf mäßig Abendessen folgt ruhiger Schlaf.
dä] Paa aedra nadver fölger rolig sövn.

Auf Medard (8.6.) wird der Flachs wie ein Haar.
Sachsen

Auf Meeresstille darf man sich nicht verlassen.

Auf mehrern Raufen Futter haben (finden).
i] Mehrere einträgliche Ämter oder Erwerbsquellen besitzen.

Auf meine Mühle wird auch wohl einmal Wasser kommen.

Auf meinem Miste kratzen keine solche Hennen, sprach ein Bauer, als er geputzte Damen sah.

Auf Menschen ist nicht leicht zu wirken,
Doch auf das willige Papier.
Goethe, Epigrammatisch - O! Bleibe...

Auf mich den Mantel, wenn es regnet.

Auf mich den Mantel, wenn es regnet.
i] Von Egoisten.
sp] Sobre mí la capa cuando llueva.

Auf Minne und auf Gewinne
Stehn ganz der Welt die Sinne.
Freidank, Bescheidenheit

Auf Mönchen, wenn sie wollen wandern, regnet es lieber als auf andern.
la] Imber descendit, Monachus dum pergere tendit.

Auf morgen ist des Tagediebes Lied. Basken

Auf morgen spare nicht, was du heute tun kannst.
fr] Ce que tu peux faire au matin n'attens vespres ni lendemain.
fr] N'attendre pas à faire au vespre ce que tu pués faire au matin.

Auf Morgenrot am ersten Tag viel Morgenrot noch folgen mag.

Auf Mutters Schoß werden Kinder groß.

Auf 'n Bauernschuh kommt's nicht an.

Auf 'n Lehrer kannst di nit verlassen, sagts Bübl, wie's in d' Hosen gangen ist.

Auf Nachbars Feld steht das Korn besser.
en] The grass is always greener on the other side of the fence.

Auf Nadeln (o. glühenden Kohlen) sitzen - auf der Folter sein
en] to be on pins and needles (o. on tenterhooks) - to be (o. sit) on thorns
fr] être sur des épines (o. des charbons ardents o. sur le gril o. au supplice)
it] essere (o. stare) sulle spine (o. sui carboni ardenti)

Auf Nadelspitzen gehen (tanzen).

Auf nadlen gehen (sitzen).
Luther
dä] At gaae paa naale.

Auf Narren tropft es überall.
bm] Vsude na blázna kape.
pl] Wszędzie na błaznów kapie.

Auf Narrenrede gibt es keine Antwort.
i] Die Narren genossen volle Redefreiheit, und man nahm ihre Witze in der Regel schweigend auf, da wenig zu gewinnen war, wenn man ihnen antwortete.
pl] Błazeńska rżecz nie ma odpowiedzi.

Auf Narrenwort ist vernünftige Rede nicht am Ort.

Auf närrische Rede gehört keine weise Antwort.

Auf närrische Rede muss man nicht hören.

Auf närrische Worte gehören taube Ohren.

Auf närrische Worte gehören taube Ohren.
it] A parole lorde orecchie sorde.

Auf nassem Erdboden wirkt es schnell.
Estland

Auf nassen April ein trockner Juni folgen will.

Auf nassen Mai kommt trockner Juni herbei.

Auf nassen Micheltag (29.9.) nasser Herbst folgen mag.

Auf Nasses regnet es ein Gleiches.

Auf natürlichem Weg
la] per vias naturales

Auf Nebel stark füllt Tod den Sarg.
i] Natürlicher Zusammenhang zwischen ungesunder Witterung und erhöhter Sterblichkeit.

Auf Nesseln sitzen.
i] Sehr unruhig.
z] Sie mag nicht ob der Kunkel bleiben; es ist ihr, als sässe sie auf lauter Nesseln und Ameisen.

Auf neue Liebe wie besessen,
Wirst du alte leicht vergessen.
sp] Amores nuevos, olvidam viejos.

Auf neue Sünde folgt neue Reue.

Auf neue Sünde neue Reue.

Auf neue Sünde neue Reue.
sp] A pecado nuevo, penitencia nueva.

Auf neues Geschenk gehört kein alter Dank.

Auf Neues sind wir mit mehr Eifer aus, als wir das schon Erworbene bewahren.
la] Acrius appetimus nova, quam iam parta tenemus.

Auf nichts kann sich der Mensch verlassen.
la] Nil homini certum est.
la] Nusquam tuta fides.

Auf niedrigem Esel ist bequem reiten.
Türkei

Auf niemand ist zu bawen, zu glauben noch zu trauen.

Auf niemand sind Untergebene aufmerksamer als auf den, der befiehlt, ohne zugleich durch sein Beispiel vorauszugehen.
Goethe, Unterhaltungen deutsche Ausgewanderten

Auf Nimmerlestag, wann die Blochler im Kuttenstreit zusammen stimmen.

Auf Nimmerlestag, wann man ein sechszigjährigen Bader findet, der nie geschwitzt, einen Wahrsager, der nie gelogen hat.

Auf Nummer Sicher sitzen.

Auf oam Weg, wo viel gfahrn wird, wachst koa Gras.

Auf ödes Land bau keine Stadt.
Estland

Auf öffentliche Sünde gehört öffentliche Buße.

Auf offne Rede werd ich offne Worte antworten.
Petrarca, Canzone al Grandi d'Italia

Auf oim Fuß gat me net hoim.
Ulm
i] Wenn man einen zweiten Schoppen bestellt.

Auf ordinärem Tische ist auch der Hering ein Fisch.
i] Wo es an bedeutenden Leuten fehlt, da gelten auch die geringen etwas. Im Reiche der Blinden u.s.w.
jüdisch-deutsch] Bemooken scheken Isch is Häring aach Fisch.

Auf Palmarum kommt die Schwalbe, um Crucis (14.9.) fliegt sie weg.
Sachsen

Auf Pauli Bekehr (25.1.) kommt der Storch wieder her.
Sachsen

Auf Pergament Lieb und Haß geschrieben,
Ist, was wir heute hassen und lieben,
Wo käme Lieb und Haß denn her,
Wenn er nicht schon von alters wär!
Goethe, Zahme Xenien III

Auf Petri und Paul bricht dem Korn die Wurzel.

Auf Petronell(en)tag (31.5.) Regen, wird sich der Hafer legen.

Auf pfälzisch trinken.
i] Alte Redensart, die so viel sagen will, als gerade zum Durstlöschen notwendig wäre.
la] More palatino bibimus ne gutta supersit, unde suam possit mutia levare sitim.

Auf Pfeffernüsse spielen.
i] Beim Kartenspiel um geringen Gewinn spielen.

Auf Pfiffe folgen Griffe.
i] Der schlaueste Betrüger entgeht dem Arm der Gerechtigkeit nicht.

Auf Pflug und Egge ist schlecht tanzen.

Auf Philippi und Jakobi (1.5.) Regen folget sicherer Erntesegen.

Auf Plage folgen heitere Tage.

Auf politischem Sprachgebiet muss jede Anwendung des Namens 'Volk', welche einen Stand (wie z. B. den regierenden Beamtenstand, oder die Armee, die Polizei) oder eine Klasse (wie z. B. die Kapitalisten oder den Adel) ausschließt, ein Missbrauch heißen. Und der Missbrauch wird um so ungerechter sein, je mehr Tugenden und Ehren dem 'Volk' im allgemeinen zudekretiert werden.
Spitteler, Politische Tagesberichte: Vom 'Volk'

Auf Pracht reimt Nacht (o. aus Pracht wird Nacht).
sd] Mycken pracht gjör foracht.

Auf Probe nehmen.
z] Es ist mir, seit ich hier bin, öfter vorgekommen, dass ein Bräutigam, sei es ein Witwer oder ein junger Bursche, seine Auserwählte ins Haus auf Probe nimmt. Gefallen sich die Leute nicht, so wird die Braut wieder entlassen.

Auf Profit sind viel mehr aus als auf Ehren.
la] Ad lucrum plures multo sunt quam ad honores.

Auf Purpurbetten liegt man hart.

Auf Rabengesang folget gewisser Untergang.
la] Vox corvina manifesta ruina.

Auf Rach' folgt Ach.

Auf Rache folgt Ach.

Auf Rache wendet nur die Einfalt alle Kraft;
Vergebung aber ist der Rache Wissenschaft.

Auf Rasten folgt Fasten.
i] Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Auf Rat hören ist die Wurzel des Wohlstands.

Auf Rat weile, zur Tat eile.

Auf rauhen Wegen zu den Sternen.
la] Per aspera ad astra.

Auf Rechtschaffenheit versteht der Edle sich, auf Gewinn der niedrig Gesinnte.
Konfuzius, Gespräche

Auf Regen folgt Sonne.

Auf Regen folgt Sonnenschein.

Auf Regen folgt Sonnenschein.
i] Auf Leid folgt Freud'.
z] Denn nach dem Ungewitter lässt du die Sonne wieder scheinen (post tempestatem tranquillum facis), und nach dem Heulen und Weinen überschüttest du uns mit Freuden. Tobias, Kap. 3, Vers 23
ndt] Op Regen folgt Sünnenschin.
en] After a storm comes a calm.
en] Every cloude has a silver lining.
afr] Après la plue li beaux tans.
fr] À force de mal aller tout ira bien.
fr] Après la pluie le beau temps.
fr] Souleio e plòu coume Diéu vòu.
it] Al ciel nuvoloso succede un bel sereno.
it] Alla tempesta succede la calma.
it] Bel tempo dopo la pioggia.
it] Dopo la pioggia (viene) il sereno.
it] Dopo la pioggia il sole riluce.
it] Dopo la pioggia risplende il sole.
it] Sempre non ista il mal dov' ei si posa.
la] Nil adeo fortuna gravis miserabile fecit, ut minuant nulla gaudia parte malum. Ovid
la] Nube solet pulsa candidus ire dies.
la] Post nubila Phoebus.
la] Venit post multas una serena dies.
la] Venit post pluvias lucida saepe dies.
pt] Atraz de tempo, tempo vem.
pt] Depois da chuva vem o bom tempo.
pt] O tempo anda e desanda.
prov] Après la plueio lou bèu tèms.
prov] Ço que (lou bon) Diéu bagno (trempo), (lou bon) Diéu lou seco.
prov] Un jour plòu, lautre souleio.
pro] Lou mau-tens duro pas toujour.
altprov] Apres la plueia fara bel sol.
altprov] Vist far apres escur temps ben clar.
rät] Suenter igl urizi tarlischa puspei il solegl.
rät] Suenter macort' auro ei adina vegniu bialla. (Nach hässlichem Wetter ist immer schönes gekommen)
rät] Suenter plievia vegn solegl.
rum] După ploaie vine soare.
rum] După ploaie trebue să răsară soare. (Nach Regen muss die Sonne scheinen)
sp] Después de la tempestad viene la calma.
sp] Si hoy llovió, otro día hará sol.

Auf Regen folgt Sonnenschein.
i] Auf Leid folgt Freud'.
z] Denn nach dem Ungewitter lässt du die Sonne wieder scheinen (post tempestatem tranquillum facis), und nach dem Heulen und Weinen überschüttest du uns mit Freuden. Tobias, Kap. 3, Vers 23
ndt] Op Regen folgt Sünnenschin.
en] After a storm comes a calm.
en] Every cloude has a silver lining.
afr] Après la plue li beaux tans.
fr] A force de mal aller tout ira bien.
fr] Après la pluie le beau temps.
fr] Souleio e plòu coume Diéu vòu.
it] Al ciel nuvoloso succede un bel sereno.
it] Alla tempesta succede la calma.
it] Bel tempo dopo la pioggia.
it] Dopo la pioggia (viene) il sereno.
it] Dopo la pioggia il sole riluce.
it] Dopo la pioggia risplende il sole.
it] Sempre non ista il mal dov' ei si posa.
la] Nil adeo fortuna gravis miserabile fecit, ut minuant nulla gaudia parte malum. Ovid
la] Nube solet pulsa candidus ire dies.
la] Post nubila Phoebus.
la] Venit post multas una serena dies.
la] Venit post pluvias lucida saepe dies.
pt] Atraz de tempo, tempo vem.
pt] Depois da chuva vem o bom tempo.
pt] O tempo anda e desanda.
prov] Après la plueio lou bèu tèms.
prov] Ço que (lou bon) Diéu bagno (trempo), (lou bon) Diéu lou seco.
prov] Un jour plòu, lautre souleio.
pro] Lou mau-tens duro pas toujour.
altprov] Apres la plueia fara bel sol.
altprov] Vist far apres escur temps ben clar.
rät] Suenter igl urizi tarlischa puspei il solegl.
rät] Suenter macort' auro ei adina vegniu bialla. (Nach hässlichem Wetter ist immer schönes gekommen)
rät] Suenter plievia vegn solegl.
rum] După ploaie vine soare.
rum] După ploaie trebue să răsară soare. (Nach Regen muss die Sonne scheinen)
sp] Después de la tempestad viene la calma.
sp] Si hoy llovió, otro día hará sol.

Auf Regen und Wind im Dezember folgt ein milder Januar.

Auf Regiments Unkosten leben.
i] Auf Rechnung anderer ohne peinliche Sparsamkeit zehren.

Auf Rehfüsseln herumgehen.
Schlesien
i] Hausierend, handelnd.

Auf Reichtum ist kein Verlass.

Auf Reisen brauchst du einen guten Weggenossen, zu Hause einen guten Nachbarn.

Auf Reisen ist auch der Vater dem Sohn ein Kamerad.
Russland

Auf Reisen lass' die Scham fallen!

Auf Rosen gebettet sein
la] in rosa iacere

Auf Rosen gehen.
i] Zur Bezeichnung eines sehr glücklichen Zustandes. Rosen streuen, auf Rosen gehen und ähnliche Redensarten erinnern an einen Gebrauch der Rose, wie er bei den alten Römern und benachbarten Völkern stattfand. Nero ließ bei seinen Schwelgermahlen durch Öffnungen in der Decke des Saals Rosen auf die Gäste herabregnen. Heliagabolus trieb dies so weit, dass einzelne der Schnaufenden sich aus dem Blumenhaufen nicht herausarbeiten konnten und darin erstickten. Der Tyrann Dionys ließ sich zu seinen Ausschweifungen Lagerstätten von Rosen bereiten. Verres reiste in einer Sänfte auf einer mit Rosen ausgestopften Matratze lagernd; dabei hatte er einen Rosenkranz auf dem Kopfe und einen um den Hals. Antiochus schlief auf Betten von Rosen. Kleopatra ließ zu einem Gastmahle den Fußboden des Speisezimmers eine Elle hoch damit bedecken. Unter Domitian wurden in drei Straßen Roms täglich frische Rosengewinde aufgehangen. Auch die Sybariten pflegten auf Betten, mit Rosenblätern gefüllt, zu schlafen.
fr] Être couché sur des roses.

Auf Rüben gesteckt werden.
i] Mit Bezug auf den selbst herbeigeführten Tod eines tüchtigen noch dienstkräftigen, aber weil missliebig wider seinen Willen außer Dienst gesetzten österreichischen General: 'Mit 59 Jahren auf Rüben gesteckt zu werden und wie ein schlimmer Schilling in der Welt herum zu wandern, ist nicht jedermanns Sache.

Auf ruhelose Tote und arme Seelen deuten die Gespensterfuhrwerke und allerlei feurige Erscheinungen, die auch schon am Abend sichtbar werden, so feurige Fässer oder Lichter, die anderer Art als die Irrlichter sind

Auf S. Georg (23.4.) und Marci gut achtung hab, dann es sind zween gefährliche Tag, warumbs auff Georgi gemeinigklich tut regn, ein klare Ursache diss anzeiget ebn. Dann etlich Sterlein, Hyades genandt, den gemeinen Bauren wohl bekandt, im Stier stehend, damal in der Sonn aussgehn, darinn Ungewitter und Regen tröhn.

Auf samtenem Kissen kommt man nicht ins Paradies.

Auf samtenen Kissen rutscht man nicht in den Himmel.

Auf Sanct-Georgens (23.4.) güte stehn alle Bäum inn der blüte.
la] Die boni Georgij in flore stant cunctae arbores.

Auf Sand bauen

Auf Sand geschrieben ist, was du im Alter noch erlernst;
in Stein graviert, was du in der Jugend gelernt hast.

Auf Sankt Barthel-Nimmermehr (wird dies oder das geschehen, wird z. B. eine Zahlung erfolgen)

Auf Sankt Gall (16.10.) bleibt das Kalb im Stall, sonst jagt Simon Jude (28.10.) Kalb und Kuh in die Bude.
Wohlau

Auf Sankt Gall (16.10.) bleibt die Kuh im Stall.

Auf Sankt Gallustag (16.10.) nichts im Garten mehr bleiben mag.

Auf Sankt Georg (23.4.) zeigt sich die Schwalbe einen Blick und zieht sich bald wieder zurück.

Auf Sankt Georgen (23.4.)
muss man die Kuh von der Wiese jagen,
denn die Wiese geht ins Heu,
ist Sankt Georgentag vorbei.

Auf Sankt Georgs (23.4.) Güte stehen alle Bäum' in Blüte.

Auf Sankt Gürgen (23.4.) soll man die Kühe von der Weide (o. Wiese) schürgen.

Auf Sankt Jürgen (Georg, 23.4.) soll man die Kuh von der Wiese schürgen.
i] Wenn dem künftigen Heugewinn kein Eintrag geschehen soll, kann man das Weidevieh nicht länger als bis zum 23. April (Georgstag) oder (Jürgetag) Walpurgis darauf dulden.

Auf Sankt Kilian (8.7.) fangt man mit dem Schneiden an.

Auf Sankt Martin (10.11.) kommt der Winter.
fr] A la sainct Martin l'hiver en chemin.

Auf Sankt Martini (10.11.), wenn die Störche kommen, zu Weihnachten in der Ernte, zu Pfingsten auf dem Eise.
i] Ergänzend: wird es geschehen, wird er zahlen, werde ich dies oder jenes tun u.s.w., d.h. nie, weil die Störche und Schwalben zu dieser Zeit fortziehen.

Auf Sankt Michael (29.9.) beende die Saat, sonst wirst du's bereuen zu spat.

Auf Sankt Nimmerstag, wenn's Salz regnet.
la] Si sale pluit.

Auf Sankt Petri Fest (22.2.) sucht der Storch sein Nest, von den Schwalben kommt der Rest.

Auf Sankt Urben (25.5.) ist das Getreide (die Frucht) weder geraten noch verdorben (o. weder verboten noch gerothen).
i] Das Getreide ist um diese Zeit noch zu weit zurück, als dass man bestimmen könnte, ob die Ernte gut oder schlecht sein werde.

Auf Sankt Vinzenz (22.1.) Sonnenschein, der bringt dem Winzer guten Wein.

Auf Sankt-Nikasiustag läuft jede Maus, wohin sie mag.
i] Scherzhaft: Auf Nikasiustag iss Brot ohne Käs'.

Auf sant Blasius pferdt reiten.

Auf Sauer folgt Süß.
mhd] Na suere comt tsuete.

Auf sauer schmeckt das süße nicht.

Auf Saufedern liegen müssen.
i] Auf Stroh; in große Armut geraten.

Auf Scherz folgt Schmerz.

Auf schlechtem Acker erntet man selten gutes Getreide.

Auf schlechtem Grund lässt sich kein festes Gebäude aufführen.
fr] Il fait mal pener (travailler) sur mauvais fondement.

Auf schlechtem Herd ist mehr Rauch als Feuer.
ho] Daar men in zulke haardsteden vuur stookt, moet een geweldige rook op gaan.

Auf schlechtem Wege macht man lange (o. verdoppelt man die) Schritte.
fr] Au mauvais chemin double le pas.

Auf schlechtem Wege muss man die Zügel in der Hand halten.
i] In einer bedenklichen, kitzlichen Sache muss man behutsam und vorsichtig zu Werke gehen.

Auf schlechtem Wege verdoppelt man die Schritte.

Auf schlechtem Wetter zeig' frohes Gesicht.

Auf Schleichwegen hält der Bach das Maul.

Auf Schleissheim gehen.
i] Zerreißen.

Auf Schloßen folgt Kälte.
en] Hail brings frost in the tail.

Auf schlüpfrigem Wege kann man leicht fallen.

Auf schmalen Stegen und schlimmen Wegen soll der Bursch (Diener, Knappe u.s.w.) vorgehen.
ho] In de diepe voren moet de knaap voorgaan.

Auf schnelle Fragen gib langsam(e) Antwort.
fr] A prompte demande, réponse lente.
ho] Op haastige vragen dient traag geantwoord.

Auf Schnitthahn erst ist Tanz.
i] In einigen Ortschaften Schwabens heisst der Schmaus, der zur Feier des Erntefestes gegeben wird 'Schnitthahn', an andern Sichelhenke.

Auf schöne Gestalt ist nicht zu bauen.
bm] Nehled' na postavu, ale na podstatu.
pl] Niepatrz na postawe, ale na czlowieka sprawe.

Auf schöne Worte ist nicht zu bauen.

Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen.

Auf schönen Sockel gehört ein schönes Bild.

Auf schöner Leute Hals wächst kein Korn.
ho] Op schoone lieden hals wast geen koorn.

Auf Schuhmachers Rappen reiten.
i] Für: Zu Fuße gehen.

Auf Schuld folgt Strafe.
la] Supplicium est poena peccati.

Auf Schusters Rappen reisen (o. reiten)
en] to go by Shank's pony (o. mare) - to pad the hoof (sl.)
fr] prendre le train onze (argot)
it] andare col caval di san Francesco

Auf schwachen Füßen stehen
la] in uno pede stare

Auf Schwalb und Eichhorn merks bald, wenn sie verschwunden, wird es kalt.

Auf Schwarz ist nicht leichtlich weiß zu malen.

Auf schwarzem Acker wächst der Weizen wacker.

Auf Schwarzem wächst Korn, auf Weißem scheisst der Hund.
Estland

Auf schwarzer Erde wächst weißes Getreide.

Auf Schweigen und Vertrauen
Ist der Tempel aufgebaut.
Goethe, Loge: Verschwiegenheit

Auf schweinefleisch trink guten wein, wiltu bei guter gesundheit sein.
la] Est caro porcina sine uino peior ouina: si tribuis uina tunc est cibus et medicina.

Auf Schwelgerei folgt Bettelei.
la] Luxuriae gnata est inopia.

Auf schwüle Luft folgt Donnerwetter.

Auf sein ehrlich Gesicht.

Auf sein G'sicht geb' i kan Pfenning.
i] Er flößt kein Vertrauen ein, um Kredit zu gewähren.

Auf sein Recht kann jeder verzichten.
la] Iuri suo quilibet renuntiare potest.
[RSpW]

Auf sein täglich Brot hat jeder Mensch ein Anrecht - und wenn er's sich selber nehmen soll!
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Ditte Menschenkind

Auf sein Wort kann man Kirchen bauen.
bm] Na jeho slovo mohl by skály zakládati.

Auf seine eigene Art
la] more suo

Auf seine eigenen Kosten schmale Bisslein essen und auf anderer Leute Kosten tapfer zehren, ist die beste (gesundeste, wohlfeilste) Kost.

Auf seine Feinde kann man sich eben am besten verlassen.
Bodo Uhse, Sonntagsträumerei in der Alameda

Auf seine Freiheit verzichten, heisst auf sein Menschsein, auf die Menschenrechte, ja selbst auf seine Pflichten verzichten.
Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag

Auf seine Linie achten
en] to keep o's waist-line under control
fr] soigner sa ligne
it] badare alla linea

Auf seine Mühle bringt ein jeder Korn.
en] All bring grist to your mill.

Auf seine Worte ist kein Turm zu bauen.

Auf seinem Anker ans Land kommen.
i] Holländische Bezeichnung einer wunderbaren Errettung.

Auf seinem Boden finden die Mäuse kein Korn.
la] Nee in horreo granum, nec in penario vinum.

Auf seinem Dache sitzt (stets) der Vogel Habich.
i] Von Wohlhabenden, Reichen.

Auf seinem eigenen Miste sein.
Sich auf seinem Eigentum befinden.

Auf seinem Grund und Boden ist jeder Meister.
fr] Un homme est fort quand il est sur son terrain.

Auf seinem Herzen ist Rost, er liebt niemand.

Auf seinem Kopf könnt man Haar raufen.
i] Hier Flachs. - Von j-n, der hellblondes, flachsähnliches Haar besitzt.

Auf seinem Kopfe bestehen.
i ] Seine Meinung aufs äußerste verteidigen, bei seinem Vorsatz bleiben.

Auf seinem Miste krähet der Hahn.

Auf seinem Misthaufen (o. Miste) ist der Hahn der König (o. ein Herr).
la] Gallus in sterquilinio suo plurimum potest.

Auf seinem Sterbebett muss man sich auch mit seinen Todfeinden versöhnen, sagte der Säufer und ließ sich ein Glas Wasser geben.

Auf seinem Tische ist alle Tage Quatember (Fasttag).

Auf seinen Degen klopfen.
ho] Hij klopt op zijn' degen.

Auf seinen eigenen Beinen stehen.
ho] Hij gaat op zijne eigene beenen.

Auf seinen eigenen Gütern findet man zum Wohltun Gelegenheit genug.
Goethe, Götz A I, Jaxthausen, Götzen Burg
Maria

Auf seinen fünf (neun) Augen bestehen.
i] Hartnäckig bei einer einfältigen Meinung bleiben.

Auf seinen Kuchen raten.
i] Seinen eigenen Vorteil im Auge haben.

Auf seinen Lippen hat der Gegner süße Worte, doch in seinem Herzen sinnt er nach Verderben.
Altes Testament, Jesus Sirach 12, 16

Auf seinen Lorbeeren ausruhen
en] to rest on o's laurels
fr] se reposer sur les lauriers
ho] Hij rust op zijne lauweeren.
it] riposare sugli allori
sp] Piensa bien y no duermas.

Auf seinen Lorbeeren kann man nicht ausruhen.

Auf seinen Mist kommen.

Auf seinen Nutzen bedacht zu sein, ist jedem erlaubt.
la] Callidum esse ad suum quemque quaestum, acquum est.

Auf seinen Nutzen sehen.
la] Intus canit.

Auf seinen Nutzen sieht ein jeder.

Auf seinen Vorteil kann jeder verzichten.
i] Bei allen einseitigen Schuldverhältnissen reicht der Verzicht des Berechtigten zur Auflösung desselben hin. Verzichten kann jeder, der überhaupt veräußern kann, nur nicht auf öffentliche Rechte, weil diese nur in Begleitung von Pflichten vorkommen. Immer aber ist der Verzicht genau auf ein bestimmtes Geschäft zu begrenzen.
ndt] Elck mach syner gunst effte vordelz wohl vortyen. Hamburg

Auf seiner eigenen Bahn fechten.
i] In seinem Fache arbeiten. Von den Fechtern entlehnt, die in der Kampfbahn fechten, für die es nicht gleichgültig sein konnte, ob sie mit der Bahn bekannt oder unbekannt waren.

Auf seiner eigenen Hand sitzen.
i] Sich selbst ernähren.

Auf seiner Nase sitzt der Rotzagl (auch: Kupferhandl).
Rotttal

Auf seiner Platten könnt man Schwemmerl dorren.
Rotttal

Auf seiner Schanze stehen.
la] Rebus suis attentum esse.

Auf seiner Scholle kleben.

Auf seines Vaters Erde braucht man vor dein Georgstag (23. IV) keine Angst zu haben.
Estland

Auf sich halten kostet kein Geld.

Auf sichern Füßen stehen.

Auf sieben Dinge man keinen Glauben setzen soll: auff ein tückisch schleichend Hund, und an ein vil geschwätzig Mund, und an ein vngetrewen Herrn, und an einen, der vil erfahren, Eim, der inn Todesnöten leit, der Keinem helt Glauben, Trew und warheit.

Auf Sizilien kann man in einem Jahr reich werden, wenn man nicht vorher ermordet wird.

Auf so eine dumme Idee kommt doch kein halbwegs vernünftiger Mensch.

Auf Socken gehen (o. reiten).
Luther
i] Schleichend, vorsichtig, aushorchend bei einer Sache zu Werke gehen.
ho] Hij gaat op sokken.

Auf solch Genick gehört kein anderer Strick.

Auf solche Braten gehören solche Salzen.

Auf solche Kirmes gehört ein solcher Tanz.

Auf solche wort gehört ungebrannte Asche und ein eychen Butterweck, der jm aufm Rücken zerschmelz.

Auf solche Wunden gehört kein anderes Pflaster.
en] Bitter takes away bitter, and water cures the colick.
sd] Sädant sår, sädant plåster.

Auf solchem Markt(e) ist solcher (o. zahlt man solchen) Zoll.
la] Quale forum fuerit, vectigal tale requirit.

Auf solchem Mistbeete wachsen nur Saublumen.

Auf solchem Miste wachsen solche Pilze.

Auf solchen Bad taugt solche Laugen.

Auf solchen Hafen solcher Deckel.
la] Dignum patella operculum.

Auf solchen Herd gehört eine solche Glut, auf solchen Kopf ein solcher Hut.
i] Solche Handlungen müssen solche Folgen haben.

Auf solchen Kopf gehört ein solcher Hut.
z] Es ist schädlich und schimpflich wenn man Esel und Strohköpfe promovirt; darum Rahel gar wohl gehandelt, wie sie aufs Stroh, worunter Götzenbilder gelegen, gesessen hat; denn auf solchen Kopf gehört ein solcher Hut.

Auf solchen Leitern kommt man zu solchen Fenstern.
i] Diebsleitern führen zum Galgen.
ho] Die zulke ladders hebben, raken ligt in zulke vensters.

Auf solcher kirchweih gibt man solchen (o. keinn andern) ablass.
z] Auf solcher Kirchweih, solchem Gottshauss theilt man kein andern Ablass aus.
z] Es gebed yn gewonlich söliche Kirchweyh in sölichen Ablass.
ho] Op zulke kermissen geeft men geene andere aflaten.
la] Aliter haec sacra non constant.
la] Dedicatio cum bulla res unius pretii.
la] Perniciem litis secure non sepelitis.

Auf Sorgen tut ein Trunk oft gut.
bm] Klopoty nejlépe zapiti.
pl] Na frasunek dobry trunek.

Auf Sparen folgt Haben.
en] Of saving comes having.

Auf Spatzen mit Kanonen schießen.
i] Dieser Ausdruck wird dem österreichischen Reichskanzler Grafen Andrassy zugeschrieben. Als bei der Kaiserbegegnung in Salzburg 1871 die beiden Reichskanzler über das Verhalten der Regierungen, den Ultramantanen, namentlich den Jesuiten gegenüber, sprachen, soll Graf Andrassy gesagt haben, er halte die Leute nicht für so gefährlich, und er liebe es nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen; darauf habe der deutsche Reichskanzler, Fürst Bismarck, erwidert: 'Ich gedenke auch nicht unter die Spatzen zu schießen, aber ich will ihre Nester ausnehmen. Mich werden die Jesuiten hassen, aber auch fürchten; Sie werden sie nicht fürchten und doch hassen. Sie wollen nicht schießen, so werden Sie Scheibe sein.

Auf Spatzen schießt man nicht mit Kanonen.

Auf Spielsucht folgt Raub, auf Ehebruch folgt Mord.

Auf Spitze und Knopf treiben.

Auf Staates Kosten ist auch der Bär ein Herr.
Estland

Auf Stecken reiten ist halb gegangen und macht müde Beine.

Auf Stecken reiten oder zu Fuß gehen ist ein ding.

Auf Stegen über Fluss und Bach geht der Diener vor, der Herr kommt nach.
fr] En planche, torrent et rivière, vallet devant, maistre derrière.

Auf steinigen Wegen zu den Sternen.

Auf Stelzen gehen.
i] Sich hochtrabender Ausdrücke bedienen.
z] Seht den Narr'n wie er auf Steltzen geht! ruft der Plebs, wenn jemand edlere Gefühle, höhere Gesinnung zeigt. Aber muss er nicht auf Stelzen gehen, um rein durch den Schmutz des Lebens zu kommen?

Auf stinkend Fleisch kommt gäler Pfeffer.
z] Also ist es auch mit alten runtzelechten weibern die da gäle schleier tragen, die sehen herauss, als ein gereucht stuck fleisch auss einer gälen brüen.

Auf Streit muss Versöhnung folgen.

Auf Streitigkeiten lasse ich mich gar nicht ein, sagte Hanne Dahm und stieß den Schneider vor die Brust.

Auf Stücklein schmeckt ein Schlücklein.

Auf Stuten reiten, die den Sattel zwischen den Beinen tragen.

Auf Sünde folgt Reue.
ho] Na zonde komt beraw.
la] Peccati fructus, diri post crimina luctus.

Auf Sünde folgt Schande.
z] Wo Sünde sich nur blicken lässt, hat Schand' auch Positur gefasst.
la] Peccatum et infomia sunt inter se confinia.

Auf Sünde folgt Strafe.
bm] Za hřichem pokuta v patách bĕzi.
en] Where vice is, vengeance follows.
it] Niun vizio senza supplizio.
la] Culpam poena premit comes. Horaz
un] A' bünt nyomban éri a' büntetés.

Auf süße Milch gehören keine sauern Bohnen.

Auf süße Sünde folgt herbe (o. bittere) Strafe.
it] Dopo il dolce ne vien l'amaro.

Auf süße Sünde folgt herbe Strafe.

Auf süße Worte ist nicht zu bauen.
bm] Na líbezná slova se nespoustĕj, a pro hrubá nehnĕvej.

Auf süßer Kirchweih gibt's süßen Ablass.

Auf sybaritischen Tisch folgt sybaritisches Elend.
i] In der berüchtigten unteritalienischen Stadt Sybaris herrschte der größte Luxus. Die Gastmahle wurden so prächtig und kostspielig, dass man zur Bezeichnung eines üppigen Mahles sagte: 'Eine sybaritische Tafel'. Nach der Zerstörung der Stadt wurde jedoch das Los dieses gestürzten Volkes so traurig, dass man die Redensart anwandte: 'Sybaritisches Elend'.

Auf tat sich das Licht: so trennte
Scheu sich Finsternis von ihm,
Und sogleich die Elemente
Scheidend auseinander fliehn.
Goethe, Divan - Buch Suleika - Wiederfinden

Auf tauben Dunst hin etwas tun (unternehmen).

Auf tausend Menschen, die bereit sind, Großes zu tun, kommt höchstens einer, der bereit ist, Kleines zu tun. Das ist der Kern des Übels.
George MacDonald

Auf Teuerung folgt Überfluss.
fr] Cherté foisonne.

Auf Teufel reimt der Zweifel nur;
Da bin ich recht am Platze.
Goethe, Faust I, Walpurgisnachtstraum
Skeptiker Vs 4361

Auf Teufelswerk folgt Teufelslohn.
dä] Paa et dievels arbeyde folger der en fandens løn.

Auf Tiburti (14.4.) sollen alle Felder grünen.

Auf tode und abwesende Leut nichts Böses red noch arges deut.

Auf Todesspiel schanzen (wagen).

Auf Trauern folgt wieder Freude.
mhd] Nach grôzem trûren kumt oft heil.
mhd] Grôz trûrn sol niemen schenden; wan hât sis iemen noch erwert bî sîner freude ez nâhl vert.

Auf traurige Gedanken gehört ein frölich Liedlein.

Auf Traurigkeit folgt Freude.
kroat] Redko koga zála na dobro izide.

Auf Treu' und Glauben handeln.
fr] Agir de bonnc foi.

Auf Treu und Glauben.
la] Bona fide. Paulus, Ad Sabinum 8

Auf trocken April nasser Sommer folgen will.

Auf trockenem Land kann man nicht schwimmen.
Estland

Auf trockenem Lande ertrinken.
i] Da umkommen, wo keine Gefahr ist.

Auf trockenem Lande fischen.
z] Vnd auf trocknem Land oder in trübem Wasser gefischt hatten.

Auf trocknen, kalten Januar folgt viel Schnee im Februar.

Auf trübe Wetter folgt heiterer Himmel.

Auf trübes Wetter folgt heiteres.
la] Nubilo serena succedunt.

Auf Tugend gegründetes Glück wird durch nichts zerstört.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1851)

Auf Tugend, nicht auf Blut muss man sich stützen.
Claudius Claudianus, De quarto consulatu honorii Augusti

Auf um fünf, iß um neun,
Auf und ab tanzt das Glück, wie ein Ball.

Auf un a Liecht un Wetterglas un a Barometer.
Geislingen

Auf und ab tanzt das Glück, wie ein Ball.

Auf und ab wie ein Ball, gang allezeit des Glückes Fall.
fr] Cent ans bannière, cent ans civière.
la] Nunc pluit et claro nunc Jupiter aethere fulget. Seneca

Auf und ab
la] sursum deorsum

Auf und davon lasst den Zelter gon.

Auf und davon wie drei deutsche Teufel (o. drei Doktor Fauste).

Auf unfruchtbar Land muss man nicht erst säen.
i] Ungelehrige gelehrt machen wollen, ist umsonst.

Auf unfruchtbare Bäume wirft man keine Steine.
i] Nur die Tugend ist den Schlägen des Neides ausgesetzt.

Auf unfruchtbarem Acker keinen Samen.

Auf ungebautem Felde wächst nur Unkraut.
la] Neglectis urenda filix innascitur agris.

Auf ungelegte Eier ist ungewiss hoffen.

Auf ungelegte Eier passen.

Auf ungelegten Eiern brüten.
Deutz

Auf ungewischter Bank ist gut finden.

Auf Unglück ist Geduld das beste Pflaster.
fr] Patience vaut un bouclier.

Auf unnütze (tölpische) Reden gehören taube Ohren.
fr] A paroles folles oreilles sourdes.
it] A parole lorde, orecchie sorde.

Auf Unrechts Koste ist guat leabe (o. Staat mache).
Ulm

Auf uns kommt es an, ob wir so oder so sein wollen.

Auf unserm Herrgott seinem Haupt da blühen drei Rosen: die erste ist seine Tugend, die zweite ist seine Jugend, die dritte ist sein Wille. Blut steh du in der Wunde stille, dass du weder Geschwüre noch Eiterbeulen gebest. Im Namen Gottes u.s.w.
i] Bannspruch, mit welchem man im Schleswigschen starke und andauernde Blutungen stillt.

Auf unsre Wünsche nimmt die Zeit niemals Bedacht:
Sie fliegt von hinnen um das Ihre nur besorgt.
Euripides, Herakles

Auf Urban (25. Mai) muss man dicke Bohnen legen, so gedeihen sie zum Segen.

Auf Urban (25.5.) muss man dicke Bohnen legen, so gedeihen sie zum Segen.

Auf Vaters Platz soll man nicht sitzen.
i] Die Achtung der Kinder vor den Eltern ist bei den Juden vielleicht größer als bei jedem andern Volke. So ist es dem Sohne verboten, bei Tische des Vaters Platz, selbst bei dessen Abwesenheit, einzunehmen. Erst nach dem Ableben des Vaters kann der Sohn den Ehrensitz für sich beanspruchen.
jüdisch-deutsch] Män thur (darf) nit sitzen auf'm Tatess Ort.

Auf Vaters Sohlen gehen.
i] Barfuß.

Auf verbotenem Wege ist teuer fahren.

Auf verbotener Weide gehen.

Auf Verbrechen folgt Strafe.
it] A colpa vecchia, pena nuova.
it] Peccato vecchio, penitenza nuova.

Auf verdrießlichem Wege ist auch ein Strohhalm beschwerlich.

Auf verhärtetes Feld wirkt selbst die Nieswurz umsonst.

Auf Verheißungen der Großen und auf Wasser muss man nicht bauen, Pferdefüßen, dem Abendrot und Weiberworten nicht trauen.

Auf Vernunft gegründeter Anstand lehrt Mäßigung im Übermaß der Freude; im Unglück aber edlen männlichen Schmerz.
Konfuzius, Sprüche

Auf Versprechungen (der Großen) soll man nicht bauen.
fr] Promesse de grands n'est pas heritage.
it] I gran signori prometteno molto, e nulla mantengene.
la] Spem tibi promissi certam promittere noli. (Cato.)

Auf versprochenen Kuchen muss man lange warten.
bm] Slíbené se čeká.

Auf vertrautem Fuss stehen (o. leben) mit einem
en] to be an f iendly (o. intimate) terms wich s. o.
fr] être (o. vivre) sur un pied d'intimité avec qn.
it] essere in confidenza con qd.

Auf verzehret Gut leihet der Teuffel keinen Heller nicht.

Auf vielbetretenem Fußsteig wächst kein Gras.

Auf viele (weitere) Jahre
la] ad multos annos

Auf viele Feiertage folgt selten ein guter Werktag.
Johann Geiler von Kaysersberg (1520)

Auf vielen Achseln ist gut tragen.

Auf vier Dinge kann man nicht bauen: auf Wolken im Sommer, einen klaren Winterhimmel, auf runde Kiesel und den Sinn der Frauen.
Italien

Auf vier Dinge sollen achten vier: der Kaufmann, wenn die Ware geht, der Schiffer, wenn der Wind sich dreht, der Winzer, wenn die Traube schwillt, der Bauer, wenn der Roggen gilt.

Auf vngelegte eyer ist vngewiss hoffen.

Auf vollem Bauch steht ein fröhlich Haupt.

Auf vollem Bauch steht wohl volle Andacht.

Auf vollem Kröpf steht kein subtiler Kopf.
la] Ingenium excellens non gignit venter obesus.

Auf vollem Magen steht ein fröhlicher Kragen.

Auf vollen wanst folgt der Tanz.

Auf vorjähriges Lachen folgt diesjähriges Weinen.
Estland
i] Von Mädchen, die den zu vertrauten Umgang mit Männern später in seinen Folgen zu büßen haben.

Auf Vulkanen wächst kein Gras.
Frankreich (Vom Charakter)
fr] Sur les volcans, il ne pousse pas d'herbe.

Auf Wachholder blüht keine Rose.
Rumänien

Auf wackeligen Brücken ist schlecht reiten.
ndt] Up losen Bru gen is quad riden.

Auf wahre Beicht folgt ein wahrer Spruch.

Auf Walachen und Kürbistöpfe ist kein Verlass.
i] Die Walachen sind in den Sprichwörtern der Russen, Serben u.s.w. nicht gut angeschrieben, namentlich wirft man ihnen Treulosigkeit vor. In Dalmatien empfiehlt man sogar, mit einem Walachen die Schüssel nur zur Hälfte auszuessen und ihm den Rest an den Kopf zu werfen.
bm] Oho! snad Valach víru ma?
dalm] S Vlahom do pô zdile, a od pô njome u glavu.

Auf Wallfahrten kauft sich mancher Jüngling eine dreiellige Jungfrau und manche Junfrau ein lebendiges Bildchen.
Böhmen

Auf ware beicht folgt ein warer Spruch.

Auf warmen Herbst folgt meist langer Winter.

Auf was Gutes ist gut warten,
und der Tag kommt nie zu spat,
Der was Gutes in sich hat:
Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Auf Wasser gemachtes Feuer brennt nicht.
Estland

Auf Wasser und Brot gesetzt werden.
ho] Op water en brood gezet worden.

Auf Wegen, die viel befahren werden, wächst kein Gras.
Schlesisch
i] Dirnen werden nicht schwanger.

Auf Weh und Ach folgt Freude nach.
en] After a storm comes a calm.
en] After annoy there comes joy.
en] Cloudy mornings turn to lear evenings.
en] Sadness and gladness succeed each oter.
fr] Heur et malheur n'ont qu'un temps.
fr] Les pleurs sont suivis de joie; la joie succède aux pleurs.
la] Ver hiemem sequitur post triste serenum.
pl] Będzie też stonce przed naszymi wroty.
pl] Po smutku radość nastę puie.

Auf Weiber und Geld steht der Sinn der Welt.

Auf Weiber und Gewinn steht aller Welt Sinn.

Auf weichem Bette liegt man hart.

Auf weichen Betten liegen die Hunde mit Vergnügen.

Auf weichen Betten liegt man wohl.
ho] Op harde bedden slaapt men't hardet.
ho] Op zachte bedden slaapt men't hardst.

Auf weicher Erde tritt ein Pferd häufig fehl, durch süße Worte verliert ein Mensch leicht den Kopf.

Auf Wein kein Bier, es schadet dir.
ho] Eens wijn, en dan geen bier meer.

Auf Weinen folgt Lachen.

Auf weiße Pfingsten.

Auf weiße Sperlinge Jagd machen.
i] Nach Dingen streben, die schwer oder gar nicht zu finden, zu erreichen sind.
fr] Chasser aux blancs moyneaux.

Auf welche Kirche du kommst, deren Gewohnheit halte.

Auf welche Weise nun, sagte ich, werden die Menschen im neuen Staate sich befinden, und was ist wiederum die kennzeichnende Eigenschaft einer solchen Staatsverfassung? Denn offenbar wird in dem Einzelmenschen derart das der Demokratie entsprechende Individuum anschaulich werden - ja, offenbar, sagte er. Nun, da ist wohl die allererste Eigenschaft, dass sie frei sind, dass der Staat voll Freiheit und voll Redefreiheit ist.
Platon, Der Staat

Auf welchem Gebiet es auch sei: ein ausgezeichnetes Buch setzt eine Menge schlechter voraus.
Helvetius, Vom Menschen

Auf wen alle einschlagen, der hat vor mir Frieden.
Lessing

Auf wen der Brief spricht, der hat Recht.
[RSpW]
i] Wert des Beweises durch Urkunden.
mhd] Auff wälichen der brieff gicht, der hat recht.

Auf wen die Natur ist versessen, dem hat sie mit Scheffeln es zugemessen.

Auf wen die Sonne scheint, der fragt nicht nach dem Mond.
Schweden

Auf wen Worte keinen Eindruck machen, der ist (auch) immun gegen den Stock.
Libanon

Auf wessen Familiengrab könnte nicht ein Baumkrüppel wachsen?

Auf wessen Seite die Wahrheit ist - darüber entscheidet die Zeit, dieser große unfehlbare Richter über alle geistigen und theoretischen Auseinandersetzungen.
Belinsiu, Betrachtungen über die russische Literatur des Jahres 1846

Auf wessen Wägelchen man sitzt, dessen Liedchen singt man.
Jiddisch

Auf wessen Wagen man sitzt, dessen Lied man singt.
kroat] Onoga pesem pevaj, na kojega se kolih vozis.
masur] Na jakim wózku jedziesz, taką piesú śpiewaj.
pl] Na czyjem wozku siedzisz, tego piosnkę śpiewaj.

Auf wessen Worte du hörst, dessen Knecht du bist.
Estland

Auf Wiedersehen, sagte der Pascher, als er ein Pack Spitzen ins Versteck warf.
en] We part to meet again, as the Field-lane Jew said to the Bandana.

Auf Wiedersehen?
i] Oft mit dem Zusatz: Und ist es nicht in dieser Welt, so ist's vielleicht in Bitterfeld. Unter den jungen Handlungsreisenden der Provinz Sachsen üblich beim Abschied von Bekannten, die ebenfalls weiter reisen. Bitterfeld, an der berliner und anhalter Eisenbahn gelegen, war noch vor einigen Jahren ein unbedeutender abgelegener Ort, und hatte diesem Umstand hauptsächlich jene spöttische Erwähnung zu danken.

Auf Wiesen ohne Spaten wird nicht viel geraten.
i] Wenn sie Nutzen bringen sollen, verlangen sie Pflege.
la] Rastro dentato prata parata dato.
sd] Maedhan thu hawer riwo tha war idhogher.

Auf Wind und Meer gebautes Glück ist schwankend.
Gutzkow, Uriel Acosta

Auf windige Weihnachten folgt ein gutes Jahr.

Auf wohlfeilgeben gehet jedermann.

Auf Wolltich und Solltich borgt man kein Geld.
Jüdisch-deutsch
i] Wie der Jude überhaupt für das Gewesene nichts gibt.
pl] Co było i nie jest nie pisze się w rejestr.

Auf Wollust folgt Unlust.
en] After sweet meat comes sour sauce.
fr] La volupté porte le repentir en croupe.
ho] Wanlust folgt wellust.
it] Dopo il dolce ne vien l' amaro.
la] Gaudia principium nostri sunt saepe doloris.

Auf Worte kann man nichts geben.

Auf Worte kommt es nicht an, die Tat macht den Mann.

Auf Wucherzins leihen, führt in die Hölle.

Auf Wunden liegen.
i] Sich in einer peinlichen Lage befinden.
jüdisch-deutsch] Er sitzt in gehackte Wünden.
i] Ist betrübt, niedergeschlagen, als wenn er klaffende Wunden hätte.

Auf Wunder soll man sich nicht verlassen.
Jiddisch

Auf würfel und anderen doppelspiel bedenck, wie sey der gfar so viel; hoffnung, tot, leben, gut und habe, mustu ganz gottloss darauf wagen.
la] Sedius taxillis, bene respice quod sit in illis, res tua, spes tua, sors tua, mors tua, pendet in illis.

Auf Würfelspiel muss man Leib, Gut und alles wagen.
la] Ludens taxilis bene respice, quid sit in illis.

Auf Zehenspitzen einherstolzieren
la] summis digitis ambulare
la] summis ingredi pedibus

Auf zehn Ammen rechnet man elf Huren, denn eine darunter gilt für zwei.

Auf zehn Narren kaum ein Weiser.
i] Bei den Osmanen kommt auf jeden Narren ein Weiser.

Auf zeitliche ding hoff mit nichten, nach ewiger freud tue dich richten.
la] Amplius in rebus noli sperare caducis, sed cupiat tua mens aeternae gaudia lucis.

Auf zu Gott, der Teufel holt die Haut.

Auf zu große Zuneigung folgt hundertfache Abneigung.

Auf zu gutes Abendbrot folgt eine schlechte Nacht.
sp ] Por mucha cena, nunca noche buena.

Auf zugefügtes Leid leg Pflaster der Vergessenheit.
it] Delle ingiurie il rimedio è lo scordarsi.

Auf zwei Ankern ruht sich's sicher.
ho] Het is goed, twee ankers tot zijn schip te hebben.
la] Bonum est duabus niti ancoris.

Auf zwei Augen blind ist, wer sagt, dass er dem Menschen vertraut, auf einem Auge blind, wer erklärt, dass er dem Kinde vertraut.
Mongolei

Auf zwei Augen stehen.

Auf zwei Bahnen kegeln.

Auf zwei Beinen wie eine Gans, nur nicht (man nich) ganz so (oder: und auch, un uch) wacklich.
i] Auf die Frage: Wie geht's? wofür man auch die Antwort hat: Passable, misserable.

Auf zwei Booten stehen wollen.
China

Auf zwei Dudelsäcken zugleich blasen.

Auf zwei Kähnen zugleich kann man nicht mit dem Hintern sitzen.

Auf zwei Pferden reiten.
i] Mit zwei Parteien, entgegengesetzte Ansichten vertreten.

Auf zwei Rädern die Welt rollt,
Das eine ist Liebe, das andere Gold.
Leopold Jacoby, Cunita

Auf zwei Stühlen sitzen.
i] Es mit zwei Parteien halten, es mit keiner von beiden verderben wollen. Von den Unentschiedenen, den Zweiherrendienern.
z] Wir werden münch, vmm ewigs leben und dienen doch der Welt darneben und wenn wir haben den Dienst gethon, so gibt uns doch jr keiner lohn.
z] Zweien Herren Dienst zusagen, mit einem Hund zwen Hasen jagen, loben da, und dorthin klagen, das kan nit sein, durch große witzen, und macht oft manchen schelmen sitzen zwischen zwein stülen nider, das er selten aufstat wider.

Auf zweier, nicht auf eines Mund baut die Wahrheit ihren Grund.

Auf zweierlei Weise kann der Geist höchlich erfreut werden, durch Anschauung und Begriff. Aber jenes erfordert einen würdigen Gegenstand, der nicht immer bereit, und eine verhältnismäßige Bildung, zu der man nicht gerade gelangt ist.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Auf zweifache Misshandlung gehöret zweifache Strafe.
la] Ad facinus duplex, non sufficit ultio simplex.

Auf Zwitter und Zwerge erstirbt weder Lehen noch Erbe.
[RSpW]
i] Sie waren nach deutschem Rechte erbunfähig, wie Mönche.
mhd] Uppe altvile unde uppe twerge ne irstirft weder len noch erve. (Allzu viel ist hier verstümmelt aus Altvile = Zwitter. - Altvile aus al = durchaus, gänzlich, und tviel, von zwei, also zweigliederig. Missgestaltete Personen wie Zwitter (= Allzuviel), Zwerge, Krüppel, Aussätzige waren erbunfähig)

Auf! mit Liebe dich erdreiste!
In dir selbst ist Ewigkeit.
Liebe ist die ältest neuste
Einz'ge Weltbegebenheit.
Rückert, Liebesfrühling

Auf, alter Schiffer Tod, die Anker lichte,
Dies Land hier langweilt uns, o Tod, auf Fahrt!
Uns strahlt das Herz - du kennst es - hell vom Lichte,
Wo schwarzes Meer sich schwarzen Himmeln paart.
Charles Baudelaire (1821-1867), Die Blumen des Bösen

Auf, Arbeitsvolk, aus Sklavenfron!
Mach deiner Pein ein Ende!
Die Zeit ist da. Dein Werk, dein Lohn:
die Freiheit deiner Hände!
Auf, Arbeitsvolk - für Glück und Brot -
aus grauer Nacht ins Morgenrot!
Mühsam, Kampfruf

Auf, auf ihr Brüder, und seid stark! Der Abschiedstag ist da!
C.F.D. Schubart, Kaplied

Auf, auf, es ist nicht allzeit fastabend.

Auf, auf, sprach der Fuchs zum Hasen, hörst du nicht die Hasen blasen?
[ASpW]

Auf, der Schinder will die Haut haben!
Meiningen
i] Scherzhafter Weckruf.

Auf, Matrosen, die Anker gelichtet,
Segel gespannt, den Kompaß gerichtet.
Wilh. Gerhard, Maskenkalender, Matrose

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