Weisheiten 29

Alle meine Hoffnungen beruhen auf mir.
Terenz, Adelphi

Alle meine Noten bringen mich nicht aus den Nöten,
und ich schreibe Noten überhaupt nur aus Nöten.
Ludwig van Beethoven

Alle meine Überzeugung ist nur Glaube, und sie kommt aus der Gesinnung, nicht aus dem Verstande.
Johann Gottlieb Fichte, Die Bestimmung des Menschen

Alle meine Worte und Taten sind in Gottes Hand. Auf ihn allein verlasse ich mich.
Jeanne d'Arc, Aussage im siebten Kreuzverhör in der Gefängniszelle (14. März 1431)

Alle meine Wünsche und Hoffnungen übertraf das auf einmal sich entwickelnde Verhältnis zu Schiller, das ich zu den höchsten zählen kann, die mir Glück Das Glück in späteren Jahren bereitete.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Erste Bekanntschaft mit Schiller

Alle Meineidigen werden... fromm gesprochen.
Sacharja

Alle Meinungen sind achtenswert, wenn sie aufrichtig sind.
Jean Paul Sartre, Der Pfahl im Fleische

Alle Meister des Humors sind ernst und als Gegner der Gewalt meist pessimistisch, da ihr Lächeln ihre einzige Waffe ist und ihre Tat somit immer nur Abwehr sein kann.
Welk, Weltflucht und Lärmsucht

Alle Memoiren einigermaßen bedeutender Menschen liest man mit großem Anteil, und das mit Recht, wir werden unmittelbar in die fernsten Gegenden und Lebenszustände versetzt, und doch müssen wir immer den Charakter, das Herkommen und die Denkweise des Verfassers abziehen, wenn wir uns daraus wahrhaft unterrichten wollen.
Goethe, Schriften zur Literatur. Solgers nachgelassene Schriften und Briefwechsel

Alle Menschen auf Erden könnten noch keinen Schleifstein schinden.

Alle Menschen auf Erden sind der Unendlichkeit und der Ewigkeit bewusst. Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, in welchem Grade den Einzelnen dieses Bewusstsein erschüttert.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Alle Menschen groß und klein
Spinnen sich ein Gewebe fein,
Wo sie mit ihrer Scheren Spitzen
Gar zierlich in der Mitte sitzen.
Wenn nun darein ein Besen fährt,
Sagen sie, es sei unerhört,
Man habe den größten Palast zerstört.
Goethe, Divan. Buch der Parabeln

Alle Menschen guter Art empfinden bei zunehmender Bildung, dass sie auf der Welt eine doppelte Rolle zu spielen haben, eine wirkliche und eine ideelle, und in diesem Gefühl ist der Grund alles Edlen aufzusuchen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Alle Menschen haben das Recht, das gleiche und nämliche Recht, glücklich zu sein.
Gulzot, De la démocratie en France

Alle Menschen haben die gleichen Leidenschaften, aber sie haben sie nicht alle im gleichen Grade.
Friedrich Buchholz, Hermes oder Über die Natur der Gesellschaft mit Blicken in die Zukunft

Alle Menschen haben eine Ahndung und Idee der Wahrheit in sich.
Claudius, Die Apologie des Sokrates

Alle Menschen halten sich großer Stellungen würdig; die Natur aber, welche sie für solche nicht geeignet hat gemacht, bewirkt auch, dass sie sich in geringen auch sehr zufrieden fühlen.
Vauvenargues, Réflexions et maximes

Alle Menschen in der Welt
Streben nur nach Gut und Geld,
Und wenn sie es dann erwerben,
Legen sie sich hin und sterben.

Alle Menschen innerhalb der vier Meere sind Brüder.
China

Alle Menschen lassen ein wenig von sich selbst zurück, wenn sie weggehen.

Alle Menschen machen sich, wie zu allen Zeiten, auch jetzt noch zu Sklaven und Freien, denn wer von einem Tag nicht mindestens ein Drittel für sich hat, ist ein Sklave, mag er Minister oder Arbeiter sein.
Friedr. Nietzsche

Alle Menschen müssen sterben, alle Ochsen fressen Heu.
i] Wohl Parodie auf das Kirchenlied von Albinus: 'Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu.'

Alle Menschen müssen sterben, nur der Schulz aus Damerau nicht.
i] Der Schulz von Damerau (Dorf bei Elbing) soll deshalb keine Ruhe finden, weil er sein Amt gewissenlos verwaltet habe. Wenn indess alle Dorfschulzen, welche ihre Gemeinde schlecht verwalten, nicht sterben sollten, so wären die Landbewohner noch mehr zu beklagen, da der Tod in der Regel die einzige Instanz ist, durch die sie von einem schlechten Schulzen erlöst werden.

Alle Menschen müssen sterben, und am End' ich selber auch, predigte der Kapuziner.

Alle Menschen müssen sterben.
z] All menschen sein zum todte feig.(d.h. zum Tode bestimmt).
fr] Tous filz de Adam mourront.
ho] Alle menschen zijn ein kwaad onderworpen.
la] Omnes una manet nox. Horaz

Alle Menschen nähern sich mehr oder weniger dem einen oder anderen Extrem: Das erste ist ein Leben nur für sich, das zweite ein Leben nur für die anderen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1903)

Alle Menschen neigen zum Irrtum, und die meisten von ihnen sind in vielerlei Hinsicht der Versuchung des Irrtums durch Leidenschaft oder Interesse ausgesetzt.
Locke

Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub. Ich glaube aber, auch der Tätigste findet so viel zu bereuen als der Faulste; denn wer mehr tut, sieht auch mehr und deutlicher, was hätte getan werden können.
Lichtenberg, Aphorismen

Alle Menschen sind Ärzte, nachdem sie geheilt worden sind.
Irland

Alle Menschen sind Ausländer - fast überall.

Alle Menschen sind Brüder.
i] Sie leben auch untereinander wie Kain und Abel.

Alle Menschen sind dem Irrtum ausgesetzt, und die meisten Menschen sind in vielen Punkten durch Leidenschaft oder Interesse in Versuchung dazu.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Alle Menschen sind Demokraten, wenn sie glücklich sind.
Gillbert Keith Chesterton, Aphorismen und Paradoxa

Alle Menschen sind einander ähnlich, und alle sind auch wieder voneinander verschieden. Das macht vor allem die Gerechtigkeit so schwierig.
Unbekannt

Alle Menschen sind entweder Juden oder Hellenen, Menschen mit asketischen, bildfeindlichen, vergeistigungssüchtigen Trieben oder Menschen von lebensheiterem, entfaltungsstolzem und realistischem Wesen.
Heine, Reisebilder, Norderney

Alle Menschen sind gleich - und manche reich.
Alexander Eilers

Alle Menschen sind gleich wie die Melonen von Chioggia.
Venetien (Eine dortigen Stadt, woher viel Gemüse nach Venedig kommt)

Alle Menschen sind gleich!
Multatuli, Woutertje Pieterse

Alle Menschen sind gleich. Nach entsprechender Präparation.

Alle Menschen sind gleich; nicht die Geburt, nur die Tüchtigkeit macht einen Unterschied.
Voltaire

Alle Menschen sind gut, man muss nur die Chance haben, sie bei ihrer Güte zu ertappen.
Polgar, Die stehengebliebene Uhr

Alle Menschen sind hochgeboren; denn alle sind gottverwandt, alle tragen in sich schöpferische Kraft.
Gotthelf, Die Armennot

Alle Menschen sind leichtgläubig ... sich selbst gegenüber.

Alle Menschen sind Lügner.
z] Alle Menschen sind Spitzbuben durch und durch, und ich ärgere mich bloß, dass ich sie nicht beißen kann, da ich kein Hund bin. Lord Byron
i] Dove behauptet sogar, dass die meisten Winde Lügner sind, weil sie nicht aus den Gegenden kommen, aus welchen sie sagen. Sie gelangen häufig auf Umwegen zu uns.

Alle Menschen sind nicht mit einem Wasser getauft.

Alle Menschen sind nicht mit einer Rute geschlagen.

Alle Menschen sind reich oder arm, je nachdem sie in der Lage sind, sich den notwendigen Lebensbedarf, die Bequemlichkeiten und Vergnügungen des menschlichen Lebens in größerem oder geringerem Maße zu verschaffen. Nachdem nun aber die Arbeitsteilung durchweg Platz gegriffen hat, kann die eigene Arbeit jeden Menschen nur mit einem verschwindend kleinen Bruchteil all der Güter versorgen; den weitaus größten Teil davon muss er auf Grund der Arbeit anderer beziehen, und er wird reich oder arm sein, je nach der Arbeitsmenge, über die er verfügen oder die er sich kaufen kann. Daher ist der Wert einer Ware für denjenigen, der sie besitzt, und der sie selbst nicht zu gebrauchen oder zu verbrauchen gedenkt, gleich der Arbeitsmenge, die er damit kaufen oder über die er so indirekt verfügen kann. Arbeit ist demzufolge der wahre Maßstab für den Tauschwert. aller Waren.
Smith, Natur und Ursachen des Volkswohlstandes

Alle Menschen sind uns fremd und feind außer denen, die wir lieben.
Shaw, Cäsar und Cleopatra

Alle Menschen sind vernünftig, das männliche und weibliche Geschlecht ausgenommen.

Alle Menschen sind verschieden gleich.

Alle Menschen sollen glücklich sein, und man soll danach trachten, dies so schnell wie möglich zu erreichen.
Tschernyschewski, Was tun?

Alle Menschen sollen thronfähig werden.
Novalis, Glauben und Liebe

Alle Menschen strebten ein und dasselbe an: völlige Ruhe; das Gehetze des Tages war nur die wenig angenehme Einleitung zur Stille der Nacht, zu jenen Stunden, die man unter vier Augen mit einer Frau verbrachte, um, von ihren Liebkosungen ermüdet, dann ohne Träume zu schlafen.
Maxim Gorki, Das Werk der Artamonows

Alle Menschen tragen ein schalk im busen.

Alle Menschen tragen im Innern die Empfindung der Könige: sie wünschen, dass sie alles gegen die andern, die andern aber nichts gegen sie vermöchten.
Seneca, Vom Zorn

Alle Menschen verkehren (in ihren Anschlägen) das Vaterunser, und wollen nur, dass ihr Wille geschehe.

Alle Menschen versuchen glücklich zu sein, darin gibt es keine Ausnahmen, wie verschieden die Mittel auch sind, die sie anwenden.
Blaise Pascal, Pensées

Alle Menschen wären also notwendigerweise gleich, wenn sie keine Bedürfnisse hätten. Die uns Menschen anhaftende Bedürftigkeit hat zur Folge, dass der eine sich dem andern unterordnen muss.
Voltaire, Philosophisches Wörterbuch

Alle Menschen werden aufrichtig geboren und sterben als Betrüger.
fr] Tous les hommes naissent sincères et meurent trompeurs.
Marquis de Vauvenargues, Reflexionen u. Maximen (1746). Übers. v. Zimmermann

Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Schiller, An die Freunde

Alle Menschen werden in ihren Hoffnungen getäuscht, in ihren Erwartungen betrogen.
Goethe, Werther 2. Buch, 4. August

Alle Menschen werden reicher geboren als sie sterben.

Alle menschen wieter mich, allein gott erhellt mich.

Alle Menschen wissen nicht, was ein gut Kraut kostet.

Alle Menschen, die man lange im Vorzimmer seiner Gunst stehen lässt, geraten in Gärung.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Alle Menschen, die nebeneinander leben, erfahren ähnliche Schicksale, und was dem Einzelnen begegnet, kann als Symbol für Tausende gelten.
Goethe, Schriften zur Literatur - Der junge Feldjäger

Alle Menschen, gleich geboren,
Sind ein adliges Geschlecht.
Heine, Bergidylle aus der Harzreise

Alle Menschen, wie sie zur Freiheit gelangen, machen ihre Fehler geltend: die Starken das Übertreiben, die Schwachen das Vernachlässigen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 345

Alle menschliche Gebrechen
Sühnet reine Menschlichkeit.
Goethe, An Personen 202. An Georg Wilhelm Krüger

Alle menschlichen Angelegenheiten sind meine Angelegenheiten.
China

Alle menschlichen Einrichtungen gründen sich auf die menschlichen Leidenschaften und werden durch dieselben erhalten: Wie kann also dasjenige, was die Leidenschaften bekämpft, diese Einrichtungen unterstützen?
Jean-Jacques Rousseau, Briefe vom Berge

Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld.
Kafka

Alle menschlichen Gebrechen
Sühnet reine Menschlichkeit.
Goethe, dem Schauspieler Krüger, 1827 (Nach der Darstellung des Orest)

Alle menschlichen Schwächen sind in ihrem innersten Wesen Feigheit.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Alle Merkmale lassen sich verwischen, nur das Merkmal der Armut nicht.
Jiddisch

Alle Minen springen lassen.
Alle Mittel und Kräfte in Bewegung setzen.
ho] Alle mijnen laten werken.
la] Omni telorum genere oppugnare.

Alle miteinander, wie sie gebacken sind.
Breslau

Alle Mittel und Künste der Erziehung werden erst von dem Ideale oder Urbilde derselben bestimmt.
Jean Paul, Levana

Alle Mittel, die helfen, sind heilig.

Alle möchten wohl viel wissen, aber etwas darum geben, will sie verdrießen.

Alle Monaden aber sind von Natur so unverwüstlich, dass sie ihre Tätigkeit im Moment der Auflösung selbst nicht einstellen oder verlieren, sondern noch in demselben Augenblicke wieder fortsetzen. So scheiden sie nur aus den alten Verhältnissen, um auf der Stelle wieder neue einzugehen. Bei diesem Wechsel kommt alles darauf an, wie mächtig die Intention sei, die in dieser oder jener Monas enthalten ist. Die Monas einer gebildeten Menschenseele und die eines Bibers, eines Vogels oder eines Fisches, das macht einen gewaltigen Unterschied. Und da stehen wir wieder an den Rangordnungen der Seelen, die wir gezwungen sind anzunehmen, sobald wir uns die Erscheinungen der Natur nur einigermaßen erklären wollen.
Goethe, J. D. Falk, 25.1.1813

Alle Monate im Jahr verwünschen den schönen Februar.

Alle Moral muss aus der Fülle des Herzens kommen, von der der Mund übergeht; man muss ebensowenig lang darauf zu denken als damit zu prahlen scheinen.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Alle Morge Grött, alle Möddag Môss, alle Abend Päkelflêsch on alle Nacht en Stoss.
Alt-Pillau

Alle Morgen (Brannt-) Wein macht die großen Taler klein.

Alle Morgen neue Sorgen.
mhd] Mich grüezent iemer sorgen zem êrsten an dem morgen.

Alle Muar'en (Morgen) 'n Oert (Ort), woaviel Dâlers goaet (gehen) doa wual met üäwer Board?
Münster

Alle Muar'en 'n Oart, waviel Dâlers goaet doa wual met üäwer Board.
hdt] Alle Morgen einen Ort, wieviele Taler gehen da wohl über Bord.
i] Ort, der vierte Teil eines Talers.

Alle Mümpfeli gnappid der Bart.
Luzern
i] Mümpfeli = Mundvoll, gnappe = bewegen, wackeln. Viele kleine Teile machen auch ein großes.

Alle Munteg ün Donnersteg.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von Dingen, die sich oft wiederholen. Von dem Brauch, den Armen an Montagen und Donnerstagen Almosen zu geben.

Alle Musik ist eigentlich innere Musik und muss wieder zu innerer Musik werden.
Gerhart Hauptmann, Aufzeichnung

Alle müssen ein gleiches Recht auf alle Vorzüge und Annehmlichkeiten haben, welche die gesellschaftliche Verbindung gewähren kann, außer wenn moralische oder intellektuelle Gebrechen sie dieser Vorteile unwürdig machen.
Knigge, Manifest

Alle Mütter auf der Welt sind gleich.

Alle Mystik ist ein Transzendieren und ein Ablösen von irgend einem Gegenstande, den man hinter sich zu lassen glaubt. Je größer und bedeutender dasjenige war, dem man absagt, desto reicher sind die Produktionen des Mystikers.
Goethe, Maximen und Reflexionen 336

Alle Nachrichten sind Weiber.

Alle Nacht geit kên Spôk.
Oldenburg
i] Es wird so arg nicht werden.

Alle Narren sitzen nicht im Narrenhaus.

Alle Narren tragen keine Narrenkappe.

Alle Narrheit erschöpfen - so gelangt man zum Boden der Weisheit.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Alle Nasen lang.
i] Kurz hintereinander, aller Augenblicke.

<<< operone >>>

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