Weisheiten 34


Bei unserer auf Parlamente gegründeten Regierungsform sind Verbindungen unumgänglich notwendig. Werden sie nun von der Klugheit errichtet und unterhalten, so ist ihr Erfolg untrüglich.
Chesterfeld, Briefe an seinen Sohn, London, 22. 10.1750

Bei unserer Geburt treten wir auf den Kampfplatz und verlassen ihn bei unserem Tode.
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Bei unserer Hausfrau sind alle in Arbeit, selbst die Hunde waschen das Geschirr.

Bei unserer Magd Brusttuch!

Bei unserer Magd Mäusefalle.

Bei unsern gelehrten Kindern ist es ebenso (wie bei den Obstbäumen); sie blühen vortrefflich und tragen keine Früchte.
Lichtenberg

Bei Unverträglichkeit gedeiht kein Feu'r im Haus:
Der eine bläst es an, der andre bläst es aus.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Bei Unvorsichtigkeiten ist nichts gewöhnlicher, als Aussichten auf die Möglichkeit eines Auswegs zu suchen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 149

Bei Unzüchtigen lernt man Galanisieren (oder Geilanisieren).

Bei Veränderung stehet fahr.

Bei Verbesserung früherer Schriften macht man es niemand recht, dem Leser nimmt man, was ihm auf seiner Bildungsstufe am gemäßesten war, und sich selbst befriedigt man nicht: denn man müßte nicht verbessern und umarbeiten, sondern völlig umgießen.
Goethe, An F.H. Jacobi, 6.1.1813

Bei Vergleichen muss man die Berg in die Täler ziehn.
i] Nicht alles zu genau nehmen, 'nicht alles nach der Spitz ausmessen'.

Bei Vergleichen muss man ein gut Blatt zuletzt behalten.

Bei Vergleichungen muss man ein gut blatt zuletzt behalten.

Bei verlornen Sachen gibt es viel Wort.

Bei verruchten leuten gehet zugleich auf leib, ehr und gut.

Bei verschwiegenen Personen wohnst du glücklich.
sp] De persona callada, arrendra tu morada.

Bei Versuchen muss man an den Schaden denken.

Bei verträgen muss man ein gut Reittergesprech halten, streich um streich geben, und durchs schlimm und krumm zum gleichen kommen.

Bei verträgen werden oft nur Scherben zusammen geflickt.

Bei verworrenen Sachen ist am besten Geld zu machen.

Bei verzweifelten Krankheiten muss man riskante Heilmittel anwenden.
Frankreich

Bei viel Handwerken verdirbt man gern.

Bei viel Hirten wird übel geweidet (o. gehütet).
z] Bei vil Hirten vnd Königen wirt alleweg vbel gehüt vnd gekocht.
z] Selten wohl gehütet wirdt, wo viel Hirten sind, wie das gemeine Sprichwort ist.
i] Weil sich einer auf den anderen verlässt. Das Sprichwort wird also überall da seine Anwendung finden, wo ein Geschäft mehrern Personen zugleich aufgetragen wird, weil unter vielen so leicht ein Missverständniss oder eine Uneinigkeit entsteht.

Bei viel Sorg und wenig Gewinn ist der Frohsinn bald dahin.

Bei viel Tabak ist wenig Braten.

Bei viel Worten sind wenig Taten.
la] Veritas nullam requirit praemeditationem.

Bei vielem Bechern und Banketieren tut mancher Zucht und Scham verlieren.

Bei vielem Geld nicht aus der Art zu schlagen, das will viel sagen.

Bei vielem Wein mag niemand witzig seyn.

Bei vielem Zechen und Banketieren tut mancher Zucht und Scham verlieren.
bm] Kdo řadu zvyká, řadu odvyká.

Bei vielen bekommt der Bettler viel.

Bei vielen Künsten wird man zum Narren.

Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der Vorteil aufhört.
Selassie I, Kaiser Haile

Bei vielen Leuten ist nur der Name etwas wert. Wenn man sie recht aus der Nähe besieht, taugen sie weniger als nichts; nur aus der Entfernung machen sie Eindruck.
La Bruyère, Von Verdienst und Wert

Bei vielen Menschen ist das Versemachen eine Entwicklungskrankheit des menschlichen Geistes.
Lichtenberg, Aphorismen

Bei vielen überkommt der Bettler viel.

Bei vielerlei Speisen wächst der Appetit.
it] Il variar vivande accresce l' appetito.

Bei vier Dingen hat man für Ein Vergnügen hundert Beschweren: bei Liebschaften, Vögeln, Hunden und Gewehren.
it] D'uccelli, di cani, d'armi e d'amori per un piacere mille dolori.

Bei vier Dingen ist kein Verlass: bei Pferden, bei Fürsten, bei Frauen und - Gras.
Arabien

Bei vier Dingen sind gern vier andere auch: bei Zwiebeln der Lauch, bei Hühnern die Hahnen, bei Borgen das Mahnen, und wo Feuer, da Rauch.

Bei Vierzig beginnt das Altsein der Jungen, bei Fünfzig das Jungsein der Alten.
Frankreich

Bei vil kunst ist vil vnmuss.
i] Wenig Zeit; Schicksal des Vielgeschäftigen.

Bei Vögeln, Waffen, Frauen und Hunden sind an eine Freude zehn Ärger gebunden.
ho] Van vogelen, honden, wapenen en vrouwen, voor ééne vreugd wel duizend rouwen.

Bei Völkermord drückt man gerne beide Augen zu, und zwar den Opfern.
Alexander Eilers

Bei vollem Magen ist gut fasten.
fr] Quiconque a l'estomach plain bien peut jeuner.
la] Farto ieiunare stomacho.

Bei vollem Sonnenschein in die Irre gehen
la] in luce media errare

Bei vollen Flaschen fehlt's an Freunden nicht.
ho] Zoo lang de flesch vol wijn is, is zij aangeneem.

Bei vollen Kasten loben nur Narren das Fasten.

Bei vollen Krippen ist gut satt werden.

Bei vollen lehrnet man saufen, bei Krämern lehrnt man kaufen, bei Lamen lehrnt man hincken und beym Wein trincken.
la] Surgit origo mali de turpi saepe sodali.

Bei Vollen lernt man saufen, bei Krummen hinken und im Kloster heucheln.

Bei vollen lert man saufen, bei krämern kaufen.

Bei vollen Leuten lernt man saufen.

Bei vollen Zechen und bei Nacht wird wenig Ehr' und Zucht gebracht.

Bei voller Küche reist sich's am besten.

Bei Vollmond muss man sich ans Fenster stellen, die Haare abschneiden und dabei sprechen: Was ich sehe, nehme ab, was ich schneide, nehme zu.

Bei was für Leuten einer gewohnt hat, sieht man bald.

Bei was man ist, das lernt man.

Bei Wasser und Brot ist nur ein Hunde- oder Narrenleben.
England
it] Acqua e pan, vita de lan; pan e acqua vita di gata.
la] Aqua et panis vita canis.

Bei Wasser und Brot leiden (selbst) Hunde Not.

Bei Wasser und Brot leidet die Arbeit Not.
i] Eine dürftige Nahrung reicht für anstrengende Arbeit nicht aus.
sd] Ond arbet tuugt wed vatn bullen.

Bei Wasser und brot stirbt niemand Hungers.

Bei Wasser und Brot wird man nicht tot.
la] Salis et populis fluviusque Ceresque. Lucanus

Bei Wasser und Diät selten (schnell) Krankheit entsteht (vergeht).
it] Acqua e dieta, ogni male acquieta.

Bei Wasser wird kein feurig Lied.
la] Aquam bibens nihil boni paries.

Bei Wassersucht und Quartan stehen (stoßen) alle Medici an.
la] Hydrops et quartana (febris) omnes medicos solicitos facit.

Bei Weibern fein und gutem Wein das zipperlein gern pflegt zu sein.

Bei Weibern ist alles Herz, sogar der Kopf.
Jean Paul, Der Komet

Bei Weibern ist des Schwatzens hohe Schule.

Bei Weibern ist die Liebe so oft eine Tochter als die Mutter der Eifersucht.
Börne, Dramaturgische Blätter

Bei Weibern und Uhren ist immer etwas verdorben.

Bei Weibern, Lieb und Wein pflegt allzeit Hader zu sein.

Bei Weisen weise, bei Narren ein Narr.

Bei weisen wird man weise.
mhd] Swer volget wîsen, der muoz mit êren grîsen.

Bei Weisheit muss eine Torheit sein.

Bei weiten Ohren und kurzer Zunge ist man ein glücklicher Junge.
i] Viel hören und wenig reden.

Bei wem bleibt Kummer gerne, zieht auch am liebsten ein?
Bei denen, die ihn warten und fleißig bei ihm sein.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Bei wem das Böse üppig sproßt
Wie Unkraut, das den Baum umschnürt,
Der tut so seinem eignen Selbst,
Wie nur sein Feind es wünschen kann.
Dhammapada

Bei wem das Glück zu Gaste kommt, der muss ihm nicht den Magen verderben.
it] Chi ha buono in man, non rimescoli.

Bei wem ich aß und nicht auch trank, dem weiß ich dafür keinen Dank.

Bei wem nimmt wollust überhand, der fürcht sich nicht vor Sünd und Schand.

Bei wenig Essen (muss man) gut trinken.
fr] A petit mager bien boire.

Bei wenig Wasser muss der Müller sich Kunden schaffen.
Braunschweig

Bei wenigen bleibt nach Erhalt der Sache Dankbarkeit zurück.
la] Apud paucos post rem manet gratia.

Bei weniger aussäen und besser pflügen, kann man mehr kriegen.

Bei widrigem Winde ist schlimm segeln.
sd] Thz dugher ey at sighla i vgiorth waedher.

Bei wiederholten Diebstählen wirkt die Kunst des 'Feststellens'; wer über sie verfügt, spricht einen so heftigen Bann, dass der zurückkehrende Dieb starr und steif dasteht, bis er von dem Bannenden selbst wieder frei gelassen wird.

Bei willigen Ochsen hilft der Zuruf mehr als bei unwilligen der Stachel.

Bei Windstille hisst man die Segel nicht auf.
la] Venti stante mora non tendit carbasa prora.

Bei Windstille ist gut Fährmann sein.
la] Tranquillo quilibet gubernator est.

Bei Windstille ist gut Hafer säen.

Bei wissenschaftlichen Streitigkeiten nehme man sich in acht, die Probleme nicht zu vermehren.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1184

Bei wissenschaftlichen Werken muss man nach den neuesten greifen, bei dichterischen nach den ältesten.
Smiles, Der Charakter, 10. Kap.: Die Gesellschaft von Büchern

Bei Wohlleben (fressen und saufen) kann man Freunde nicht erkennen.

Bei wolfahrt und großem Glück folgt vorwitz und böse tück.

Bei Wölfen und Eulen lernt man heulen.

Bei Wollust wird Keuschheit übel gehüt.

Bei Zeit auf die Zäun, so trocknen die Windeln!' rief er sprichwörtlich aus; das Säumen und Zaudern mache nur unsichere Menschen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13

Bei Zeit halt Rat, denn nach der Tat kommt er zu spat.
fr] Moutarde après dîner.

Bei Zeit ist gut löschen.
i] Wenn das Feuer erst entsteht, ist es am leichtesten zu bekämpfen.

Bei zeite Junker und Herr, spete Knecht.

Bei Zigarren darf man ja den Preis sagen.
Paul Lindau, Maria Magdalena, Lustspiel

Bei Zitronen muss man den Zucker nicht schonen.

Bei zuviel Disputieren geht die Wahrheit verloren.
England

Bei zwe Lichtern arbt man nie.
i] Man soll an Licht sparen.

Bei zwei Köchen ist der Kochtopf weder heiß noch kalt.
Hebräisch

Bei zweien guter Rat, bei dreien oft Verrat.

Bei zweien kann man lang auf Ketzereien lauern: bei Glöcknern und Bauern.
i] Ihre Gedanken sind in der Regel des Herrn Pfarrers Gedanken.

Bei zweien Liebenden quellen die Worte unter der Zungen.
i] Noch fehlt es aber an einem Wörterbuche ihrer Sprache. Während z.B. in Deutschland die Liebenden sich: mein Engelchen, Herzchen, Täubchen u.s.w. nennen, sagen die Dänen: mein Ferkelchen, meine kleine Hühnerkeule u.s.w.

Beicht' macht' leicht.
i] Sich aussprechen erleichtert.

Beichte ohne Reu', Freundschaft ohne Treu', Gebet ohne Andacht hat selten Nutz' gebracht.

Beichte ohne Reu',
Freundschaft ohne Treu',
Geben nur zum Schein,
gar faule Werke sein.

Beichte sonder Reu',
Freundschaft sonder Treu',
Gebet ohne Innigkeit
ist verlorene Arbeit.
ho] Biecht zonder rouw,
friend zonder trouw,
gebed zonder eenigheid,
't is al verloren arrebeid.

Beichten ohne rew,
liebhaben ohne trew,
Almosengeben zum gesicht,
die Werke taugen alle nicht.
i] Dieses Sprichwort findet sich auf dem Umschlage eines Registers der Curie auf dem Domhofe zu Münster in folgender Fassung: Bichten sunder berouwe, leifhaven sunder trowe, beadden sunder ynicheit is alle vorloren arbeit.
Zusatz: und sind vor Gott so angenehm, als wenn ein Saw ins Jüdenhauss käm.

Beichten von Herzen benimmt die Gewissensschmerzen.

Beichtgeheimnis
la] confessionis sigillum

Beichtstuhl - Höllenpfuhl.
i] Gegen die Ohrenbeichte der katholischen Kirche und gegen die Privatbeichte der evangelischen Kirche. Luther nennt sie eine Folterkammer des Gewissens. Evangelische Kirchenzeitung, 1868

Beichtväter - Bauchväter.

Beichtweise reden.
i] Unter dem Siegel der Verschwiegenheit.
z] Sie wöllens vnder der rosen sagen, und in beichtsweis han geredt.

Beichvätern, Ärzten und Advokaten verheimliche die Wahrheit deines Falles nicht.
fr] A confesseurs, médecins, avocats, la vérité ne cèle de ton cas.

Beide [Autoren und Verleger] erschienen, wie man es nehmen wollte, als Patrone und als Klienten. Jene, die neben ihrem Talent, gewöhnlich als höchst sittliche Menschen vom Publikum betrachtet und verehrt wurden, hatten einen geistigen Rang und fühlten sich durch das Glück der Arbeit belohnt, diese begnügten sich gern mit der zweiten Stelle und genossen eines ansehnlichen Vorteils...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 12

Beide Augen zudrücken
la] in utrumvis dormire oculum

Beide ein Hosenbein, sagte die Frau, und schnappte sich die ganze Hose.

Beide Geschlechter besitzen eine Grausamkeit gegeneinander, die sich vielleicht in jedem Individuum zuzeiten regt, ohne gerade ausgelassen werden zu können: bei den Männern die Grausamkeit der Wollust, bei den Weibern die des Undanks, der Unempfindlichkeit, des Quälens...
Goethe, Riemer, 7.7.1811

Beide Glocken hören.
i] Beide Parteien vernehmen.

Beide Hände müssen dem (o. einen) Kopf dienen.

Beide Hände voll zu tun haben.

Beide Rom
i] nämlich Rom und Konstantinopel
la] utraque Roma

Beide schaden sich selbst: der zuviel verspricht und der zuviel erwartet.
Lessing

Beide Schleusenflügel auf einmal öffnen.

Beide Schwerter sind von einem Schmiede.
i] Wenn zwei gleiche Kräfte streiten.

Beide sind (gleichermaßen) Angeklagte: sowohl der Festhaltende als auch der Daraufschlagende.
Estland

Beide vom Glück begünstigt
la] fortunati ambo

Beide, Luder und Spiel sind Leibes und der Seele Fall.

Beider Will tun viel.

Beides alt und neu Rom hat mehr Völker durch Fried und Wollust als durch Krieg und Mannheit bezwungen.

Beides Arkader
i] beide mit demselben Fehler
la] Arcades ambo.

Beides in einem gibt es in keinem.
Jiddisch (Nämlich Reichtum und Gelehrsamkeit)

Beides ist ein Fehler, nicht antworten können und nicht fragen können.
sp] Error es igual no sabiendo responder y no sabiendo preguntar.

Beifall ist ein Ansporn für die Edlen, und das Endziel für die Schwachen.
England

Beifall lässt sich, wie Gegenliebe, wünschen, nicht erzwingen.
Goethe, Brief an Phil. Seidel, 27.10.1787

Beileib trau keinem weib, ob sie gleich tot ist.

Beileibe nicht mit dem Wallach in den Graben.
i] Um jemanden von etwas Unbesonnenem abzuraten.
la] Minime sis, canterium in fossam. Livius

Beileibe traue keinem Weibe.

Beim Abc anfangen.
i] Die Anfangsgründe o. von Grund auf lernen). Das ABC ist der Anfang alles bewußten Lernens überhaupt und steht dann vergleichend für die Anfänge, die ersten Grundlagen irgend einer Wissenschaft, zB. das ABC der Geometrie. Oft benutzen wir aber auch die Buchstaben des ABC wie Zahlen und sagen a, b statt erstens, zweitens.

Beim Abschied vom Markte lernt man die Kaufleute kennen.

Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.
Michel Eyquem de Montaigne oder Oscar Fritz Schuh

Beim Abschiednehmen kommt ein Augenblick, wo man die Trauer so stark vorausfühlt, dass der geliebte Mensch schon nicht mehr bei einem ist.
Gustave Flaubert, November

Beim Abstieg zieht die Kuh so stark wie der Ochse.
Frankreich

Beim Abzug nimmt man einem, was er hat.

Beim Acker ohne Brach lassen die Früchte nach.
i] Körperliche wie geistige Anstrengungen erfordern ihre Pausen, ihre Ruhe.

Beim Aderlassen ist - Lassen das Beste.
bm] Krev pustiti, hřebík v rakev vraziti. (Zur Ader lassen, heisst den Nagel in den Sarg schlagen)

Beim Anbieten bekommt man kein richtiges Geld.
Estland

Beim Anblick eines Chinesen fragt man sich, wie wohl die Maske eines Chinesen aussehen mag.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht.

Beim Anblick eines gewissen Elends empfindet man eine Art Scham, glücklich zu sein.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Beim Anblick von Geld werden die Augen rot.
China

Beim Angeln muss man auf den Fisch warten.

Beim Angesicht (kennt man) den Mohren, bei den Worten den Toren.
dä] Af Ansigtet kiendes manden.
ho] Aan het aangezigt kent men de lieden.
la] Frons animi interpres.

Beim Ankleiden denke an die Mühe der Weberin, beim Essen an die Not der Bauern.

Beim Anschauen des Schönen entsteht ein Gefühl der Unruhe, das der Vorbote einer inneren Reinigung ist.

Beim Aphorismus muss etwas stimmen, nicht er.

Beim Arbeiten faulenze nicht, dem Essen weich nicht aus.
Estland

Beim Aufbau totalitärer Systeme beginnt man stets mit den Außenmauern.

Beim Aufstehen von der Tafel erkennt man das Fest.

Beim Aufteilen der Erbschaft steht die Freundschaft still.
Dänemark

Beim Auskehren findet sich alles.
ndt] Baim Auskiér'n fänd sich åles.

Beim Auskehren find't sich's, was in der Stube gestunken hat.
la] Opprobrium facti, qui male fini habet.

Beim Auskehren muss man sich auf der Seite des Besenstiels halten.
i] Empfiehlt, sich in entscheidenden Augenblicken der Partei anzuschließen, in deren Händen die Macht ist.

Beim Auskehren wird sich's finden - wer in die Stube hofiert hat.

Beim Auskehren wird sich's finden.
la] In fine videbitur, cujus toui.

Beim Ave-Maria-Geläut' sei zu Haus oder nicht mehr weit.
it] All' Ave Maria o a casa o per via.

Beim Bäcka.
i] Bayern
Ironisch: Bilde dir das nur ein, es wird doch nichts aus der Sache.

Beim Baden sei die erste Pflicht,
dass man sich nicht den Kopf zerbricht,
Und dass man höchstens nur studiere,
Wie man das lustigste Leben führe.
Goethe, Was wir bringen, Halle Sz 5 (Nymphe)

Beim Ballspiel benutzen alle den gleichen Ball, aber einer bringt ihn am besten ins Ziel.
Blaise Paseal, Pensées

Beim Banketieren kann die Frau Schleier und Schurz verlieren.

Beim Bart schwören.

Beim Barte des Propheten! - Bei der Büste des Präsidenten!
[ASpW]

Beim Bauen
Muß man schauen,
Um sich nicht zu verhauen,
Sonst kommt man in des Elends Klauen.
Abraham a Santa Clara

Beim Bauern vermehrt Spreu das Brot, beim Herrn Zichorie den Kaffee.
Estland

Beim Becher ist er ein Held.

Beim Beginn der Liebe sprechen die Liebenden von der Zukunft, bei ihrem Ende sprechen sie von der Vergangenheit.
Italien

Beim Beginne einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Misslingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es nahe am Ufer.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Beim besten Tanz bleibt oft nicht eine Saite ganz.
i] Beim Spiel ist kein Gewinn.

Beim besten Wirt zehret man am besten.

Beim Beten ist das Trompeten nicht vonnöten.

Beim Beten ist kein Trompeten von Nöten.

Beim Betrachten der Natur werden die Gefühle geboren.

Beim Bettelhandwerk verdirbt man nicht.

Beim Bettlerhandwerk verdirbt niemand.

Beim Biere gibt's viel tapfere Leut'.
z] Alle Männer sind tapfer beim Biere, aber nicht alle in der Not.

Beim Bissen Brot vergisst man alle Not.
sp] Todos los duelos con pan son buenos. Don Quixote
un] Könnyü elélni, csak kenyér legyen.

Beim Blitz, das ist ein süßer Apfelschnitz.

Beim bloßen Spazierengehn kann der Wohlstand nicht bestehn.

Beim Borgen heisst es: lieber Vetter, beim Mahnen: dass dich das Donnerwetter.
fr] Au prêter ange, au rendre diable.
fr] Au prêter cousin germain, au rendre fils de putain.

Beim Brauen gesungen, gerät das Bier.

Beim Deile kütt immer einer zo koot.

Beim Deutschen sind die Beinchen etwas dünn und die Seele etwas kurz.
Russland

Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an.
Christian Morgenstern, Stufen

Beim Dienst der Könige findet sich zweierlei: Hoffnung auf Brot und Gefahr zum Tod.

Beim Dreck ist Rauchwerk übel angebracht.
la] Apud fimum odorum vaporem spargis.

Beim dritten Mal muss es gelingen.

Beim dritten Mal muss es klappen.

Beim Durchschreiten der Furt sieht man den Makel am Bein.
Ägypten

beim Ei (d.h. von Anfang an) beginnen
i] das Ei Ledas mit der Doppelgeburt Helenas und der Dioskuren
la] ab ovo ordiri. Horatius

Beim eigenen Spreusack ist jedermann hochmütig.
Estland

Beim Eigennutz der fromme Wicht zum Vorteil dreht das innre Licht.

Beim Eigensinn ist kein Gewinn.

Beim ersten Glas trinkt der Mensch den Wein, beim zweiten der Wein den Wein, beim dritten der Wein den Menschen.

beim ersten Hahnenschrei
la] sub galli cantum

Beim ersten Stück ist gut tanzen.
bm] Prvni kus hlava vseho.

Beim Esel soll man keine Wolle suchen.
it] Dall'asino non si cerchi lana.

Beim Esel Wolle suchen.
i] Da etwas suchen, wo es nicht zu finden ist.
la] Ab asino lanam (petere).
la] Asini lanam quaerere.

Beim Essen eine große Schüssel, aber auf der Tenne eine kleine Gabel.

Beim Essen ist Musik ein guter Prüfstein,
Denn ist das Essen gut, so hört man Die Musik nicht.
Christian Dietrich Grabbe, Don Juan und Faust (Don Juan)

Beim Essen kommt der Appetit, beim Lernen die Dummheit.

Beim Essen mit und ohne Schinken muss man dreimal trinken.
it] Il mangiare insegna a bere.

Beim Essen und beim Spielen erkennt man den wahren Kavalier.

Beim Essen und im Geschäft sollte man nicht bescheiden sein.
Telugu, Indien

Beim Essen und Kratzen kommt alles auf den Anfang an.
Kolumbien

Beim Essen wächst der Appetit.
Estland

Beim Essen wie beim Spiel halte Maß und Ziel.

Beim Fallen ist die Kunst aufzustehen das beste.

Beim Fass ist der Boden keine Nebensache.

Beim Fest sind die Mädchen Gazellen, nachher sind es Mäuse.

Beim Feuer erfrieren ja die Hände nicht.
Estland

Beim Feuer versengt man sich geschwind.

Beim Film ist es wie im Leben: Man beginnt als jugendlicher Liebhaber, dann wird man Charakterdarsteller und endet als komischer Alter.
Jean Gabin

Beim Flachdach ist das Dach flach.

Beim Fleischer sind alle Kühe Ochsen, beim Gerber sind alle Ochsen Kühe.
fr] A la boucherie, toutes vaches sont boeufs, et à la tannerie, tous boeufs sont vaches.

Beim Fleißigen starrt der Hunger hinter dem Fenster, aber beim Faulen hinter der Tür.
Estland

Beim Flicken geht das Kleid in Stücken.
i] Gesetz- und Verfassungsflickerei, von Flickwerk an Projekten u. dgl.

Beim Fliegen hat man Röntgenaugen, man kann der Erde bis auf den Grund sehen.

Beim Fohlen sieht man auf die Stute, die Tochter prüft man nach der Mutter.
Estland

Beim Franzosen liegt der Bildungsschwerpunkt im Denken, beim Engländer in der Menschenerfahrung, beim Deutschen im Wissen.
Sigismund von Radecki, Als ob das immer so weiter ginge

Beim Freien und Pillenschlucken muss man sich nicht lange besinnen.

Beim Fuchs muss man (so) schlau wie ein Fuchs sein.
it] Con la volpe conviene volpeggiare.

Beim Geben sollst du den Schein der Armseligkeit vermeiden.
la] Naturae dona non sunt culpanda.

Beim Gefecht gegen Ende und zum Anfang beim Feste,
Ziemt träge Streiter und hungrige Gäste.
en] To the latter end of a fray, and the beginning of a feast,
Fits a dull fighter, and a keen guest
Shakespeare, König Heinrich IV., Erster Teil, IV,2

Beim gegenwärtigen Stand der Gesellschaft scheint es unmöglich, dass es einen einzigen Menschen gibt, der den Grund seiner Seele sowie die Details seines Charakters und vor allem seine Schwächen seinem besten Freund zeigen dürfte. Man muss, im Gegenteil, die Verstellung so weittreiben, dass sie nicht einmal geargwöhnt werden kann, und sei es auch nur, um nicht als Schauspieler in einer Truppe ausgezeichneter Komödianten angesehen zu werden.
Chamfort, Oeuvres

Beim Gehen der Eigene, beim Kommn der Fremde.
Estland

Beim Gehölz bewährt sich der Eid.
[RSpW]
i] Vom Eide im altdeutschen Rechtsverfahren und seiner Beziehung zum Gottesgericht. Das Verfahren bei der Eidesleistung war an strenge Formen gebunden, wurde vom Schwörenden dabei das Geringste versehen, so war sein Eid als falsch bezeichnet. Aber auch der fehlerlos geschworene Eid konnte durch Kampf, d.i. Gottesgericht, einer Prüfung unterworfen werden und musste sich beim Gehölz, worunter hier der Kampfplatz zu verstehen ist, bewähren.
mhd] Bei dem gehulze bewist sych der eyt.

Beim Geiz ist wenig Glück.

Beim Geld hört sich die Freundschaft auf.

Beim Gelde hört die Freundschaft (o. Gemütlichkeit) auf.
ndt] Wi sünd woll Frünn', ower nich in'n Geldbüdel.

Beim Geldspiel verliert stets der arme Teufel, die Hunde beißen immer den, der in Lumpen geht.

Beim Geldzählen braucht man keinen Gutsvogt.
Estland

Beim Geliebten ist alles vortrefflich.
Türkei

Beim Genie heisst es: Lass dich gehen! Beim Talent: Nimm dich zusammen!
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Beim geraden (schlichten, richtigen) Mann heisst's: das ist mein und das ist dein.
ho] Een effen man is't: dijn is't, mijn is't.

Beim Gespräch hört der eine aus der Rede des anderen nur sein Stichwort.

Beim Glase lernt man die Menschen besser kennen (als in der Kirche).

Beim Glauben, sagte ich, komme alles darauf an, dass man glaube, was man glaube, sei völlig gleichgültig. Der Glaube sei ein großes Gefühl von Sicherheit für die Gegenwart und Zukunft, und diese Sicherheit entspringe aus dem Zutrauen auf ein übergroßes, übermächtiges und unerforschliches Wesen. [...]+ Der Glaube sei ein heiliges Gefäß, in welches ein jeder sein Gefühl, seinen Verstand, seine Einbildungskraft, so gut als er vermöge, zu opfern bereit stehe.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Beim Glück gilt keine Kapitulation, sondern nur Überrumpelung.
Russland
dä] Dristig mand har lykken i følge.
dä] Lykken hielper de dristige.
fr] Fortune secort les hardiz.
fr] La fortune favorise les audacieux.
it] La fortuna sorride agli audaci.

Beim Gold ehrt man auch die Abfälle.
Russland

Beim Golde heisst es nie: genug.

Beim Grasmähen ist's um die Wiesenblumen geschehen.

Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die öffentliche Hand schon vorher drin war.
Graffito

Beim großen Hinaufsteigen, großes Hinabsteigen.

Beim größten Sack ist nicht immer der größte Gewinn.

Beim Habgierigen geben die Hände, aber die Ellbogen nehmen zurück.

Beim Hader der Grossen tragen die Kleinen die Kosten.

Beim Hammer ist viel Jammer.
i] Wohl von den Beschwerden des Berufs der Schmiede.

Beim Handel wird nicht gebrudert.
la] Male agitur cum domino, quem villicus docet.

Beim Hasardspiel verlieren sogar Götter und Genien.
China

Beim Hauskauf sieh aufs Dachgebälk, bei der Brautschau sieh die Mutter an.
China

Beim Heiraten ist viel zu bedenken: die guten Frauen sterben zu bald, die bösen leben zu lang, die armen sind schwer zu ernähren, die reichen sind unerträglich stolz, der schönen ist übel zu hüten, und am Ende muss man seine Freyheit derjenigen opffern, die nicht einmal dafür dankt.

Beim Heiraten trägt man die Lügen in der Wanne daher.
Nürtingen
i] Gerade zu dieser Zeit ist die Zwischenträgerei am tätigsten.
fr] En mariage trompe qui peut.

Beim Heiraten und Schlittenfahren sollte man sich umsehen, solange noch Zeit ist.
Dänemark

Beim hellen Mittag ein Licht anzünden.
z] Eben so närrisch tun würde, als einer, der bei hellem Mittage ein Licht anzünden wollte. Gryphius

Beim hellen Wetter ist gut Vögel fangen, beim trüben gut fischen und in Friedenszeiten die Feinde zu fürchten.

Beim Herausgeben von Mehl soll man drei Handvoll in die Tasche stecken.

Beim heutigen Kopfschmerz denkt man nicht mehr an den gestrigen.

Beim Himmel!
i] Versicherungs- und Beteuerungsformel-

Beim Himmel, dieses Kind ist schön!
So etwas hab ich nie gesehn.
Goethe, Faust I, Straße (Faust) Vs 2609

Beim Hochzeitsschmaus und an der Totenbahr erkennt man es, wer Freund uns war.
it] Alle nozz]e e ai mortori si conoscon gli amici.

Beim Huhn bekommt das Maiskorn kein Recht.

Beim Hunde nach den Kolatschen fragen.
Russland

Beim Hunger dient allzeit der beste Koch.

Beim Hungrigen muss man nicht Brot kaufen.
bm] U hladového nejdrazsí chléb.
pl] U głodnego najdrozszy chleb.

Beim Jagen und beim Lieben weiß man wohl, wo man anfängt, aber nicht, wohin man kommt (wo man aufhört).

Beim Juden Gevatter stehen.
i] Leihhaus

Beim Juden und beim Raben ist alles Baden umsonst.

Beim Kamm kennt man die Hühner.

Beim Kämpfer steht's, ob er den Preis bekommt.

Beim Kartengeben geht viel Zeit verloren, sagte jener zum Priester, der ihn wegen Zeitverschwendung beim Kartenspiel in der Beichte getadelt.
i] Der Priester beklagt die durch das Kartenspiel vergeudete Zeit; der Spieler räumt dies insofern ein, als er die Zeit eine verlorene nennt, die auf das Mischen und Austeilen der Karten verwandt wird.

Beim Kartenspiel (gibt es) kein Erbarmen!
Jiddisch

Beim Kartenspiel betrügt der Sohn den Vater.
en] I would cheat my own father at cards.

Beim Kartenspiel und in der Weltpolitik hört die Freundschaft auf.

Beim Katerfrühstück wird der Kater nicht immer mit verzehrt.

Beim Katzenspiel geht's ohne Beißen und Kratzen nicht ab.
ho] Het zal op katjesspel uitloopen; die niet slaan kann, moet bijten en krabben.

Beim Kerzenschein nimm nicht Tuch, nicht Gold und Mädchen ein.

Beim Kerzenschein scheint die Zieg' ein Fräulein zu sein.
Frankreich

Beim Kerzenschein, scheint die Geiß ein schönes Fräulein zu sein.

Beim Klafittchen.
Litauen
i] Einen beim Kragen fassen, am Arme festhalten.

Beim Klange von Metall (o. Geld) kommt jede Frau zu Fall.

Beim Kleinen (o. mit Kleinem) fängt man an, beim Großen hört man auf.
i] Dies gilt nicht nur von Verbrechen, die in kleinen Fehlern ihren Anfang haben, sondern von den meisten Erfindungen.
en] He tat will steal an egg, will steal an ox.
en] He tat will steal a pin will steal a better thing.
la] Lingularum für tandem et marsupia suppilat.
un] Ki egy tüt lop, ökröt is próbál.

Beim kleinen brunnen kan einer so gnug trincken als beim großen.

Beim Klugen bedarf's nicht vieler Worte.
fr] A bon entendeur il ne faut qu'un mot.
fr] A bon entendeur peu de paroles.

Beim Kommen oder Gehen will der März frieren lassen.
Mailand

Beim Kommen wirst du nach deiner Kleidung beurteilt, beim Gehen nach deinem Verstand.

Beim Krawall wird ein Faustschlag nicht gerechnet.

Beim 'Kreuzeltragen' am Karsonnabend wie beim 'ums Korn Gehen' am Ostersonntag benetzt man die Saaten mit Karsamstagswasser.

Beim krieg ist alles unrecht erlaubt.

Beim Kriege ist's zu Ende am besten.

Beim Kriegen ist kein Vorteil.
i] Es geht besser ohne Streit.

Beim kriegerischen Handeln kommt es weniger darauf an, was man tut, als darauf, wie man es tut.
Helmuth Graf von Moltke, Verordnungen für die höheren Truppenführer (24. Juni 1869)

Beim Kriegstanze ist das Glück der Hauptaufspieler.
Russland
dä] Krigs-fal ere ubodelige.
ho] In den krijg wordt maar eens gezondigt.
la] Non licet bis in bello peccare.

Beim Kürschner kommen alle Fuchsbälge zusammen.

Beim Lahmen lernt man hinken, beim Säufer trinken.

Beim Laufen Eile (eile), beim Raten (Kaufen) Weile (weile).
dä] Til løb vær snart, til raad giv stunder.
dä] Vær snart i løb, betænksom i kiøb, langsam i raad, og sparsom i øll og mød.

Beim Lehren lernen wir.
la] Docendo discimus.

Beim Leihen Freund, beim Wiedergeben Feind.
fr] Ami au prêter, ennemi au prendre.

Beim Leihen Gott, beim Wiederfordern Henker.

Beim Leihen Gott, beim Wiedergeben Teufel.
fr] Au prêter Dieu, au rendre diable.

Beim Leihen wird man nie so böse wie dann, wenn man das Geliehene zurückfordert - dann wird man böse.
Estland

Beim Lesen lässt sich vortrefflich denken.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1857)

Beim Licht glänzt manches wie Gold und ist doch keins.

Beim Licht ist eine Bauernmagd schön genug.
fr] A la chandelle la chèvre semble demoiselle.
it] Al lume di lucerna ogni rustica par bella.

Beim Licht musst du nehmen Geld, Leinwand, Tuch und Jungfrauen nicht.
it] Al lume di candela il canavaccio pare tela.

Beim Lichte betrachtet.

Beim Liebesspiel ist es wie beim Autofahren: Die Frauen mögen die Umleitung, die Männer die Abkürzung.
Jeanne Moreau

Beim Mähen nur kleine Schritte und gerade aus.

Beim Maientrank und Liederschall, grüß Gott, grüß Gott, Frau Nachtigall.

Beim Mann ist Schnapsgeruch besser als Erdgeruch.
Estland

Beim Mann liegt die Kraft im Gehirn, bei der Frau im Herzen; und wenn der Kopf auch regiert, so ist es doch das Herz, welches gewinnt.
Samuel Smiles, Charakter

Beim Mann Vorsicht, bei der Frau Nachsicht.

Beim Manne Vorsicht, bei der Frau Geduld.
Toskana

Beim Menschen ist kein Ding unmöglich im Schlimmen wie im Guten.
Christian Morgenstern, Lebensweisheit-Ethisches

Beim Menschen kennt man das Äußere, aber nicht das Innere.
Indochina

Beim Menschen und bei den Tieren spiegeln sich die Regungen der Seele in den Zügen ab, und die Züge werden desto beweglicher, je häufiger, mannigfaltiger und andauernder die Empfindungen sind.
A. v. Humbold, Die amerikanische Reise

Beim Mischpet (Gericht) müß män Zwei hören.
Jüdisch-deutsch, Warschau (Der Richter soll durch Anhören einer Partei nicht beeinflusst werden).

Beim Mittagessen eine Nachtigall, nach dem Essen ein Rohrspatz.

Beim modernen Ultimatum droht man nicht mit Krieg, sondern mit Hilfe.
George F. Kennan

Beim Mondenschein laust der Wolf den Esel.
sp] A la luna el lobo al asno espulga.

Beim Nachdenken übers Beharrende im Menschen, worauf sich die Phänomene der Kultur beziehen ließen, habe ich bis jetzt nur vier Grundzustände gefunden: des Genießens, des Strebens, der Resignation, der Gewohnheit.
Goethe, An Schiller, 25. 3. 1801

Beim Narren ist's nicht neu, dass er gibt Korn für Spreu.
i] Wer ein Narr ist, gibt auch wohl Tarto für Jama mois. D.h. Dorpat für Jama, ein kleines Gehöft in der Nähe von Dorpat.

Beim Neumond zur See, beim Vollmond auf dem Lande.
it] Al fare (della luna) in mare, al tondo in terra.

Beim Orkus gibt's ein Wiedersehen.
Unterwelt
i] Orkus = Gott des Todes
la] Apud Orcum te videbo.

Beim Palmen am Maitage werden mit Weihwasser besprengte Weidenzweige in den Acker gesteckt.

Beim Papst gelten die Salmenköpff eben ao wenig als die Froschhäupter.
z ] D.i. acht so wenig das leben der Könige und großer als geringer Leut. Darumb hatte Duc de Alba lieber ein Egmonds- und ein Graff von Hornshaupt dann zehen galgen voll Geusischer Potleutshäupter.

Beim Pfahl muss man nicht auf das spitze Ende schlagen.

Beim Pferd ist der Arbeitende das Bein.

Beim Pferdehandel misstraue sogar deinem Vater.
Italien

Beim Pferdekauf tu' hübsch die Augen auf (o. heisst es: Augen auf!).
sd] Hästekjöp behöfver ögon.

Beim Popen sollte selbst das Vieh gescheit sein, und auch er hat alberne Kinder.
Serbien
bm] U popa mĕla by býti i hovada moudrá, any jsou mu i dĕti hloupé.

Beim Prozess ist oben an, wer am besten leugnen kann.
it] Il negare è il fior del piato.

Beim Raben hilft kein Bad.
i] Was schwarz ist, lässt sich nicht weiß machen.

Beim Raps ist der erste Kaufmann der beste.

Beim Raten sieht man mehr auf den Schwanz als auf den Schnabel.

Beim Ratgeben sind wir alle Weise, aber blind bei eignen Fehlern.
Euripides, Fragmente

Beim Raub eines Staates muss der Eroberer alle Schandtaten überdenken, die er notwendig verüben muss, und sie auf einen Schlag erledigen, um sie nicht jeden Tag wiederholen zu müssen.
Niccolò Machiavelli, Der Fürst

Beim rechten is 's a Göd, beim denken is 's a Gaden.
i] Je nachdem, wer Gevatter bitten geht, während er seinen Spruch hersagt, das rechte oder linke Knie beugt, ist das Kind ein Knabe oder ein Mädchen. So war es früher in Oberösterreich üblich.

Beim Reden kommen die Leute zusammen.

Beim Reichen ist alles Gold, was glänzt.
la] In divite ditia cuncta.

Beim Reichen legt sogar der Hahn Eier.
tü] Zenginin horozu bile yumurtlar.

Beim reichen Mann hinkt's auch manchmal.
i] Nirgends geht alles glatt.
fr] Il n'est pas homme de bien qui n'a jambe de bois.

Beim Reisessen denkt man nicht an den pflügenden Ochsen, beim Anziehen eines Kleides nicht an den Weber.

Beim Reiten lernt man das Pferd kennen, beim Reden den Menschen.

Beim Reiten macht man den Mund zu und den Arsch auf, in der Gesellschaft ist's umgekehrt.
Schlesien
i] Beim Einüben der Rekruten der Cavalerie, auch von Reitlehrern angewandt. Zur richtigen Haltung der Schenkel ist das eine und zur Vermeidung eines einfältigen Aussehens das andere erforderlich.

Beim Röhrkasten zahlt man keine Zeche.
i] Empfehlung des Wassertrinkens aus wirtschaftlichen Rücksichten.

Beim Schach sind die Narren den Königen am nächsten.
Frankreich

Beim Schein der Kerze sieht der älteste Esel wie eine Prinzessin aus.
Spanien

Beim Schein einer Kerze wählt man weder Diamanten noch Frauen aus.
Jiddisch

Beim Scheißen und beim Essen darf man die Zeit zu kurz nicht bemessen.
sp] Al comer y al cagar el hombre se debe especiar.

Beim Scheren der Schamhaare ist das Messer der Arznei vorzuziehen.

Beim Scherze machen erkennt man den Menschen.
Frankreich

Beim Scherzen ist keine Ehrerbietung.
la] Jocus aufert reverentiam.

Beim Schicksal steht das Zukünftige.

Beim Schiffbruch hilft der Einzelne sich leichter.
Schiller, Wilhelm Tell (Tell)

Beim Schlafengehen sollten wir uns sagen: ich habe gelebt und den mir vom Schicksal bestimmten Weg zurückgelegt. Wenn Gott uns noch einen Morgen schenkt, werden wir es mit dem Gefühl, dass uns ein unerwarteter Gewinn zufällt, freudig entgegennehmen.
Seneca

Beim schlimmen Wein kann man auch wohl frölich seyn.

Beim Schmausen wird Hunger in der Nähe hausen.
i] Die einen werden entbehren, was die andern im Überfluss haben.
ruth] De zajédno hostyna, tam hotod nedostatek.

Beim Schmied mag man sein Pferd beschlagen lassen, aber nicht kaufen.

Beim Schneider einen Bratenwender bestellen.

Beim Schneider hängen bleiben.
i] Ihm seine Rechnung nicht bezahlen.

Beim Schneider muss man nicht um die Nähnadel feilschen.

beim Schopf packen
la] capere crines

Beim Schreiben und Lesen wirst du nicht vorher Meister sein, bevor du Lehrling warst. Dies noch viel mehr im Leben.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Beim Schuldenmachen und Töchter verheiraten soll man darauf achten, wie der Fuß geht.
i] Nicht zu tief, dass noch Boden bleibt; man soll sich nach der Decke strecken.

Beim Schwanz ist nicht beim Kopf.
i] Von unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten-

Beim Schweine ist eine gelbe Rübe ein Geschenk.
i] In Bezug auf den Geizhals, bei dem das Geringfügigste, gebend oder empfangend, als Geschenk zu betrachten ist.
jüdisch-deutsch] Binn Chasser (Schwein) is e gele Rüb' auch e Mathone (Geschenk).

Beim Sehen wächst die Begierde.
Estland

Beim Sohne sieh darauf, dass er ein Handwerk lerne; bei der Tochter, dass sie gut sei; beiden kannst du keine größere Wohltat erweisen.
Spanien
sp] A tu hijo, buen nombre y oficio.

Beim Soldatenbrot sitzt allzeit der Tod.
ho] Bij soldatenbrood zit altijd de dood.

Beim Sonnenschein schlafen und beim Mondenschein wachen, wird niemand zum reichen Manne machen.

Beim Sparen einen Anteil, beim Zurücklegen einen Überrest.

Beim Spiel (und auf der Reise) lernt man die Leute kennen.
en] He tat begins the play, must continue it.
it] Al giuoco et al viaggio si conoscono le genti.
pt] Mais descobre huma hora de jogo, que hum anno de conversação.

Beim Spiel erkennt man, was in einem steckt.
fr] Le jeu est la pierre de touche, qui fait connoitre l'humeur et l'avidité d'une personne.

Beim Spiel gilt alles.

Beim Spiel ist Aufpassen (o. Aufhören) das Beste.
it] Il più bel del giuoco è fan fatti e parlar poco.

Beim Spiel und auf Reisen lernt man Leute kennen.
Russland

Beim Spiel und bei Trinkgelagen hört man die Uhr nicht schlagen.
it ] Giuocando, e bevendo il tempo non par mai longo.

Beim Spiel und beim Wein alle Laster gedeihn.
fr] Au juec e aon vin l'ome se faï coquin.

Beim Spiel und beim Wein heisst's: gleiche Brüder, gleiche Kappen.
fr] Le jeu et les bouteilles rendent les hommes égaux.

Beim Spiel verliert man das Licht.

Beim Spiel verliert man vier Dinge: Zeit, Geld, Andacht und Gewissen.

Beim Stehlenhandwerk hat man sein Lebenlang genug, ohn dass es mit der Schand ein End nimpt.

Beim Sterben sünd wi all Meisters und all Lehrjungs.
Mecklenburg
ndt] Im Sterben sind wir alle Meister und alle Lehrjungen.

Beim Sternenschein alle Mädchen schöne sein.

Beim Streit ist Maß das beste Kleid.
sp] En contienda ponte rienda.

Beim Studieren des gedachten Werkes [Wolfs Prolegomena zu Homer] merkt ich mir selbst und meinen inneren Geistesoperationen auf. Da gewahrt ich denn, dass eine Systole und Diastole immerwährend in mir vorging. Ich war gewohnt, die beiden Homerischen Gedichte als Ganzheiten anzusehen, und hier wurden sie mir jedes mit großer Kenntnis, Scharfsinn und Geschicklichkeit getrennt und auseinander gezogen, und indem sich mein Verstand dieser Vorstellung willig hingab, so faßte gleich darauf ein herkömmliches Gefühl alles wieder auf einen Punkt zusammen...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Beim Studium der Geschichte gelangt man, glaube ich, zu der Überzeugung, dass alle wichtigen Ereignisse dem gleichen Ziel zustreben: der allgemeinen Gesittung. Man sieht, wie in jedem Jahrhundert neue Völker der Wohltat der gesellschaftlichen Ordnung teilhaftig wurden, und wie der Krieg, trotz all seines Unheils, oftmals das Reich der Bildung verbreitet hat.
Madame de Stael, Hat es einen Rückschritt der Kultur gegeben

Beim Sturz in den Brunnen greift man sogar gern in ein Schwert, wenn nur eines da ist.

Beim Tag kauf ein Weib und ein Tuch, sonst kaufst du Reu und Fluch.
la] Nec femina, nec pannus ad caudelam emendus est.

Beim Tanz ist sie flink - beim Arbeiten link.

Beim Tanz soll man erst sehen, wen man bei der Hand nimmt.
dä] Vid hvem du tager om haand og dandser med.

Beim Tanz verliert so manche die Brauthaube.

Beim Tanz zetlet man, das man danach herauss wobt.

Beim Tanze zettelt man an, was hernach ausgewoben wird.

Beim Tanzen geigt der Teufel gern auf.

Beim Tanzen tut der Fuß nicht weh.
it] Ballando non duole il piede.

Beim Tanzen und beim Schmausen, da macht man keine Flausen.

Beim Tausch kommt immer einer zu kurz, sagte Lips, als er eine Kuh aus dem Stalle stahl und ein Karnickel hinein warf.
ho] Ruilen is geene zonde, zei kromhakige Dries, hij stal eene koe uit de weide, en zette er eene luis voor in de plaats.

Beim Tauschen kommt immer einer zu kurz.
ndt] Buim Tiusken kümmt immer einer te kort. Sauerland

Beim Tauschen lass niemand lauschen.

Beim Teilen zeigt sich an der rechtschaffene Mann.
en] All the honesty, is in the sparting.

Beim Teufel zur Beichte kommen.
i] Übel anlaufen.

Beim Text bleiben.
ho] Hij blijft bij den tekst.

Beim Theater kommt freilich alles auf eine frische, unmittelbare Wirkung an.
Goethe, An G. Sartorius v. Waltershausen, 4.2.1811

Beim Tode kann man das Leben nicht kaufen.

Beim Traurigen ist immer Nacht.

Beim Trinken und Essen wird der Kummer vergessen.

Beim Trunk erkennt man die Narren.

Beim Trunk geht vieles drein. Ein ordentlicher
Bedienter muss kein Ohr für so was haben,
Schiller, Piccolomini

Beim Trunk lernt man seine Leute kennen.

Beim Trunk sind wir alle reich.

Beim Trunk soll man nicht allzu klug sein.

Beim Trunk und beim Zorn erkennt man den Tor'n.

Beim Trunk werden Heiraten gemacht.
la] Venus in vinis.
la] In tenebris saltare.

Beim Trunk wird manchem Wort der Hals gebrochen.

Beim Trunk wird oft ein Mann erkannt, der sonst ein Doktor wird genannt.

Beim Trunke Wein muss mancher schnell des Todes sein.

Beim Üben wächst die Kraft.

Beim Übersetzen muss man bis ans Unübersetzliche herangehen, alsdann wird man aber erst die fremde Nation und die fremde Sprache gewahr.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1056

Beim Übersetzen muss man sich nur ja nicht in unmittelbaren Kampf mit der fremden Sprache einlassen. Man muss bis an das Unübersetzbare herangehen und dieses respektieren, denn darin liegt eben der Wert und der Charakter einer jeden Sprache.
Goethe, F. v. Müller, 20.9.1827

Beim Umziehen ist man immer reicher, als man geglaubt.
i] Weil dabei alles aus allen Ecken und Winkeln zum Vorschein kommt.
ho] Bij 't verhuizen is men altijd rijker, dan men dacht.

Beim Unbedachtsamen muss ein handel durchgehen und sollten alle Nonnen keine Kinder haben.

Beim unbedingten Gehorsam gehört der Sieg gewöhnlich der äußeren Kraft, und dieser Umstand muss unvermeidlich zu einer Abtötutig der inneren Tatkraft führen und einem jede Lust nehmen, äußeren Einflüssen entgegenzuarbeiten.
Nikolai A. Dobroljubow, Über die Bedeutung der Autorität in der Erziehung

Beim Undankbaren verdient man Danck, alss wie der so Erbss auf die Stiegen strewet.

Beim Unglück ist Feiern das Beste.

Beim Unternehmen Vorsicht, beim Reden Wahrheit und im Handeln (Betragen) gute Sitten, so ist man wohl gelitten.
ho] Een klein onderwind, en dat voordachtig, luttel woorden, en die waarachtig, goede manieren in doen en laten doen menigeen komen tot hooge staten.

Beim Unterricht unterscheide ich nicht zwischen arm und reich. Ich habe Leute, die mir das kleinste Geschenk brachten, ebenso unterrichtet wie andere.
Konfuzius

Beim Unterrichten lernt man.
la] Homines dum docent, discunt.

Beim Velten!

Beim Verfassen einer Autobiographie wird ein kaum faßbares, tückisches Etwas wirksam, das alle Versuche des Schreibern vereitelt, das Porträt in seinem Sinne zu gestalten.
Mark Twain, Erinnerung an John Hay

Beim Vergleich muss man Acht haben, dass der eine Teil nit das Schwert, der ander nur die Scheiden behalte.
dä] I forlig skal ogtes at den eene ikke faaer sværdet den anden skeden.

Beim Verlieben und beim Kneten muss man sich Zeit lassen.
Galicien

Beim Verlieben und beim Teigkneten muss man sich Zeit lassen.
sp] O namorar e o amasar, no se ten porque apurar.

Beim Verlieren ist nichts besser als Vergessen.

Beim verständigen Mann ist's mit wenig Worten getan.

Beim Verwandten soll es warm zu schlafen sein.
Estland

Beim Vogel zieht der Schnabel immer zu sich hin.
Estland

Beim vollen Brotschrank verhungern wollen.
fr] Crier famine sur un tas de bled.

Beim vollen Glas ist es leicht den Helden spielen.
bm] Netezko pri plných císích býti hrdinou.

Beim Wachsen soll der Flachs den Bauern siebenmal erfreuen und betrüben.
Estland

Beim warmen Hornung spar' das Futter, denn gern wird dann die Ostern weiß und holt der Senn' zu seiner Butter ganz nah statt Wasser Schnee und Eis.

Beim Wasser geraten die Weiden am besten.

Beim Wein beraten und nach dem Weine taten.
i] Bei Tacitus beratschlagen die Deutschen unter Trinken, damit jeder heraussage, was ihm auf dem Herzen liegt, fassen aber die Beschlüsse erst den folgenden Tag.
fr] Après boire demander conseil.
la] Post vina inire consilia.

Beim Wein brennt die Liebe.

Beim Wein die Dichter gedeihn.
la] Vinum equus Poetae.

Beim Wein erkennt man die Leute.
la] Vinum animi speculum.

Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen.

Beim wein gelten weinrede inn ihrem wert.

Beim Wein geraten die Verse des Dichters fein.

Beim Wein gibt's gute Poeten.

Beim Wein ist die Mitte, beim Öl das Oberste, beim Honig das Unterste am besten.
England

Beim Wein lass (soll) Leid und Sorg' vergessen sein.

Beim Wein lernt man trinken, bei den Lahmen hinken.

Beim Wein macht man Fried und verträg.

Beim Wein nicht viel gespielt, denn mancher rümpffet sich und die Sau sticht.

Beim Wein wird der (mancher) Freund gemacht, beim Weinen auf die Prob' gebracht.
fr] La table est l'entremetteuse de l'amitié.

Beim widerspenstigen Kind lugt am Kopfende der Tod.
Estland

Beim Wildfangen und Spinnen ist nicht viel zu gewinnen; mancher geht dabei zu Grund, hätt' er auch den besten Hund.

Beim Wirt muss man das Lachen bezahlen.

Beim Wirt muss man das Lachen sowohl bezahlen als die Kost.

Beim Wirt zehrt man besser als beim Wirtlein.

Beim Wolf muss man nicht Hilfe gegen die Hunde suchen.
bm] Nepřizývej vlka ku pomoci na psy.

Beim Wühlen findet man manchmal etwas, was man gar nicht finden wollte.

Beim wunderbaren Gott! - das Weib ist schön!
Schiller, Don Carlos, II, 8 (Don Carlos)

Beim Zanken versteckt sich die wahrheit und behält doch ein Teil recht.

Beim Zapfen ist der Wein am besten.
bm] Na čepĕ víno dobré.

Beim Zerstören gelten alle falschen Argumente, beim Aufbauen keineswegs. Was nicht wahr ist, baut nicht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 895

Beim Zorn erkennt man ein Witzigen und Torn.
la] Vide ne impulsum ira praeve insistas.

Beim Zorn kennt man den Toren.
bm] Srdce po hnĕou poznás.

Beim Zündhölzchen muss man zu sparen anfangen.

Beinahe alte Menschen sind Sklaven aus dem Grunde, den die Spartaner für die Knechtschaft der Perser fanden: sie können das Wörtchen 'Nein' nicht aussprechen.
Chamfort

Beinahe bringt keine Mücken um.
var] Nahe schießen hilft nicht, man muss treffen.
en] Almost was never hanged.
fr] On ne doit jamais se contenter d'un à peu près.
it] Con quasi, quasi niente fasi.

Beinahe getroffen, sagte der Junge, als er einen Stein nach dem Hund warf und das Schienbein seiner Stiefmutter traf.

Beinahe ist nicht ganz.

Beinahe ist noch lange nicht halb.

Beinahe schießt keinen Rehbock.
Westfalen

Beinahe und fast sind immer große Lügner gewesen.
Schottland

Beinahe wäre ich in die Grube gefallen.
la] Paene in foveam decidi.

Beine , die ermatten, fallen über den eigenen Schatten.

Beine gibt man nicht vom (o. zu) Hofe wie Futter und Mehl.
i] Ein Wort des Erzbischofs Albert zu Mainz, das er häufig brauchte, wenn er seine Diener lange stehen sah. 'Setze dich nieder', sprach er, 'Beine' u.s.w.
z]Hofediener müssen stehen und aufwarten, dass ihnen die Beine schmerzen und gibt man ihnen dazu kein Bein zu Hülfe.

Beine gibt man nicht zu Hofe.

Beine, die ermatten, fallen über den eigenen Schatten.

Beine-Knochen dem Wähler.
Estland

Being on the Sea sail, being on the land settle.

<<< operone >>>


DEUTSCH
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