Weisheiten 4

A Jung mit Sporen (auch: mit Beinen).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein tchtiger geriebener Junge.

A jng Weib is wie a schn Vgele, was mn muss halten in Steigele (Vogelbauer).
Jdisch-deutsch, Warschau

A junge Haut schreit berlaut.
Schwaben

A junger Fechter, a alder Batler.

A Jngl (Jngling) thur (darf man) nit lassen lang zusehen.
i] Zur Erklrung des frhen Heiratens bei den Juden.

A kan em de Backen balde aufblasen.
la] Buccas inflare. (Die Rmer gebrauchten diese Redensart fr Zorn wie fr Hochmut)

A kann durch a Brt (Brett) sehn, wenn's a Loch hat.
i] Spott auf einen Schwachkopf, auch berklugen.
ho] Hij kan wel zien door eene eeken plank, daar eenen gat in es.

A kann knop uf dreie zhlen.

A kann nimmermehr fertig werden.

A kann schrcklich hindrem Berge halten.

A kann sich die Backen bald bis zun Ohren aufblosen.

A kanns nicht bers Herze bringen.

A kanss Tumpitern nich lassen.
i] Er kann's nicht lassen, den dummen Peter zu spielen, Knaben-, Jugend-, dumme Jungenstreiche zu machen.

A Katz oder a Jendyk, abi an Of auf Schabbes.
Jdisch-deutsch, Warschau
hdt] Eine Katze oder ein Truthahn, wenn es nur Geflgel zum Sabbat ist. (Von Leuten, die in ihren Mitteln nicht whlerisch sind)

A kennt kne Note, an wenn se so gruss wr' wie an Schnupptebaktuse.
z] De Note koan ich au nimme, wenn se au a su gruss wre wie an Schnupptebaktuse.

A kimmt vum Stuhl uf a Schemel.
i] Es geht mit seiner Wirtschaft rckwrts.

A klani Hanor und a groe Masor.
Jdisch-deutsch
hdt] Ein kleines Vergngen und eine groe Last.
i] Beischlaf - Schwangerschaft

A klan's Kind bringt an Wg'n voll Arbeit.
Niedersterreich

A Klapp (Schlag) auf 'n Rambam.
i] Zur Bezeichnung endgltiger Entscheidung. Das Gesetzbuch, welches nach dem Verfasser ebenfalls Rambam genannt wird, gilt als letzte Entscheidungsstelle in Prozesssachen.

A klein Kind is a Spilechin (Spielzeug), a gro Kind is a Mhlechin.
Jdisch- deutsch, Warschau
i] Kleine Kinder machen Vergngen, groe Sorgen.

A kleines Donnerwetter is gud, sagte der trunkene Bauer, da warf er Glser und Tpfe an die Wand.

A klenst'n Hund'na hengt mer di grten Prgel ou (an).
Franken
hdt] Dem kleinsten Hund gibt man die meiste Prgel.

A Kloak as fr a Dommen.
Amrum
hdt] Die Glocke (Uhr) ist fr die Dummen.

A koan a Mantel schrcklig noch'm Winde drehn.

A koan a Pttch (Ranzen, Bauch) neh vul kriga.

A koan de Predigt aus'm rmel schtteln.

A koan rcht schmeicheln.
en] To piss down one's back.

A koan's au ne dorch de Rben schwtzen.
i] Zur Entschuldigung fr einen, der geschlechtlichen Umgang gepflogen. Er soll's durch die Rippen schwitzen.
ndt] Ik kann't nit dor de Ribben schwiten.
Westfalen

A Kojne (Kufer) vn Mittwoch.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die Mittwochskufer galten bei den Juden fr sehr genau.

A kommt vom Hunde uff a Schwanz.
i] In der Gegend von Militsch von jemandem, der so schlecht wirtschaftet, dass er an den Bettelstab kommt. In sterreichisch-Schlesien: Er ist vom Faden aufs Stroh gekommen. Er ist auf den Hund, 'of's Schnoaterbrtla' kommen. Er hat gewirtschaftet, bis ihm die Krcke im Ofen geblieben.

A kon een a su anne Lge en de Hand drehen.

A kon n a Pelz schun worm machen.

A kon geigen ock nich fingern.
hdt] Er kann geigen, aber nicht greifen.
i] Spott zunchst auf solche, welche sich rhmen, etwas zu knnen, aber nur Stmperhaftes leisten.

A kon Pferde Eere assen, wenn ich mit annem Hneree muss verlieb nahmen.
ndt] He kann wel Per(de)eier ten, wenn ander L(de) Hnereier et't.

A Kopp (Kopf) auf Rder.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Kopf, der bestndig rollt.

A Kopp (Kopf) wie a Rathaus.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] So gro wie ein Rathhaus, das viel fassen kann.

A Kranken frgt mn, a Gesnden git (gibt) man.
Warschau
bm] Kemocnch se ptvaj, zdravm dvaj.
pl] Chorego pytają, zdrowemu daja.

A kriegt noch a Tippel zum Auskratzen.
Schlesien

A krjt 's Noab'llaien (Nabelleiden).
sterreich-Schlesien
i] Er ist in Verlegenheit.

A krmme (lahme) Mhme (Muhme), fort (doch) a Mhme.
hdt] Wenn auch die Muhme lahm ist, so ist sie doch eine Muhme.
i] Die Verwandten soll man schtzen, wenn sie auch Fehler haben.

A Kuh is ber'n Dach geflogen n hot an Ei verloren.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Eine starke und doppelte bertreibung la Mnchhausen, um Aufschneider u. dgl. zu zchtigen.

A khle Ausred.
Pfalz
i] Eine leere Entschuldigung.

A Kuktj sprgt san nj Nom tj.
Amrum

A kmmbt (kommt) groade, ass wenn a geruffen wr.

A kuphel-sche mojne Narr.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein achtmal gedrehter, d.i. ein sehr groer Narr.

A kuscher Lmmele.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Hier so viel wie fromm. Die Redensart wird ironisch von einem Wolf im Schafspelz gebraucht.

A kuscherer Topf n a kuscherer Lffel is kuscher.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Kuscher heisst, was nach den jdischen Speisegesetzen erlaubt ist. Wenn man regelmig verfhrt, so ist alles in Ordnung.

A Kuss ist a Schtuss.
jdisch-deutsch] ein Kuss ist eine Torheit.

A lachete Braut, a woanete Frau.
Oberpfalz
hdt] Eine lachende Braut, eine weinende Frau.
i] Man hlt's fr ein glckliches Zeichen, wenn die Braut am Altare weint, vermutlich darum, weil sie den Ernst des Schrittes erkennt.

A lacht als sg a an polsche Laus.
z] Die andern machta a Gelchter ols sga se an pulsche Laus.

A lachte, doss em der Bauch wackelte.
Schlesien
fr] Rire ventre dboutonn.

A lafedi Hon kriagt mr, wi a hockedi.
Franken
hdt] Eine laufende Henne kriegt (findet) mehr als eine hockende oder sitzende.

A laight (lgt), doass a schworz wird.

A laight, doass sich olle Bme bgha.
sterreich-Schlesien

A lamentiert, ols sell' a olle Viere strecka.
z] Wu mag doas orme Harz ock stecka, dass 's goar su ngstlich lamentiert, ols sell' es olle Viere strecka?

A langsamer Hund kommt o eis Durf (o. ins Dorf).

A lasso rixa quaeritur.
Seneca, De ira
dt] Wer mde ist, sucht Streit.

A lsst sich nich balde ber a Tlpel warffen.

A lausiger Schulze, a nisige Gemeind.
i] Wie die Luse Nise zeugen, so pflegen sich die Mitglieder der Gemeinde nach dem Vorsteher derselben zu bilden und zu richten.

A lediger Leib ist Goldes wert; wer's nett glaubt, ist Henkers wert.
Deisslingen

A leefft herum wie e strumzoiliger Hund.
i] strumzoilig, strumzalig = stummelschwnzig; ein Hund mit gestutztem Schwanze, zoilig = zagelig.

A lft (luft), was huste, was kanste.
Schlesien

A lft wi a Herschel.
Schlesien

A lehmener Gojlem.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die Sage erzhlt von dem Prager Rabbiner, genannt der 'hohe Rabbi Lb', er habe sich einst eine Menschenfigur aus Lehm gebildet, die er dadurch zu beleben und sich dienstbar zu machen suchte, dass er den auf Pergament geschriebenen Namen Gottes auf ihre Stirn band. Kaum aber wurde das Pergament entfernt, was jeden Freitag Abend geschah, als auch der Erdenklo leblos wurde.

A leit a brinkel huch ei dr Gewerbstoier.
Oberlausitz
hdt] Er liegt ein wenig hoch in der Gewerbesteuer.
i] Wird von jemandem gesagt, der dem Branntweingenuss sehr ergeben ist.

A Letjen san eg kimmen am a gratten uun a Eers to kreppen.
Amrum
hdt] Die Kleinen sind nicht gekommen, um den Groen in den Arsch zu kriechen.

A lett kn Taubendreck unb'rest'elt.
sterreich-Schlesien
i] Er hat an allem etwas auszusetzen, er bekrittelt alles.

A Littwak hot a Zeilem (Kreuz) in Kopp.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die litauischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen in keinem guten Rufe. Letztere behaupten nmlich, dass die Littwaki vom Judentum abfallen, sodass jeder von ihnen von vornherein ein Kreuz im Kopfe trgt.

A Littwak starbt nit.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Es wurde bei dem vorangehenden Sprichwort bereits bemerkt, dass die litauischen Juden bei ihren polnischen Brdern, welche von dem Treiben der Litauer manches zu erzhlen wissen, nicht gut angeschrieben stehen. So sagen die Polen: ein Litauer sterbe nie als solcher. Entweder er wandere nach Sibirien und ende als Strfling, oder er falle vom Judentum ab und heie dann Getaufter; oder er ziehe nach dem Heiligen Lande, als wenn er als Erez-Isruel-Jd figuiert. In keinem Fall stirbt er als Littwak.

A Loch in de Tag nei schlaufe.
Ulm

A Loch macht a Gannev (Dieb).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Gelegenheit macht Diebe.

A lft (luft) so weit als 'n de Bne troagen.

A loigt (lgt) rger a a leefft.

A loigt sirrer (sehrer, mehr) as a lft.
Schlesien

A loigt, wenn as Maul uftut.
i] Ein breslauer Kruterweib sagt zu einem Zimmermann: 'Do hat ers troffen, woos haut ihr ich im unser ns zu bekimmern, macht og dass me Haus fertig wird und der nauch schoart ich hei, wu ihr harkummen sed, denn ich seh wul, ihr liegt, wenn er's moal ufthut.'
fr] Avaleur de charrettes ferres.
fr] C'est un grand abatteur de bois, de quilles.
fr] Il en abat beaucoup.
fr] Il courbe les poutres en mentant.
fr] Il n'en rage pas pour mentir.
fr] Il ne prend point d'argent pour mentir.
fr] Menteur comme une oraison funbre.
fr] Menteur comme un arracheur de dents.
ho] Hij liegt, zoodra hij de mond open doet.
pl] Lże, aż ściany schna. Lże, jak kalendarz.

A Lgen mit a Wortzeichen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Wenn man eine Lge durch Scheinbeweise glauben machen will.

A lukade Strumpf, des mirk de Hns, der is a alsa awicha nimma gnz.
Wien
hdt] Ein lcherner Strumpf ist auch auf der Kehrseite nicht heil.

A macht a G'sechte (Gesicht) wi a Hndlein, wnn's g'schissa hat, und a Arsch zusoamma zieht.
sterreich-Schlesien

A macht a G'sicht, als wollt' a einen fress'n.
i] Sieht sehr finster aus, blickt einen drohend, feindselig an.

A macht a paar verliebte Augen wie anne tote Ratte.

A macht a spitzig Guschel, ass wenn a eem welde an Wurm ausem Orss ziehen.
hdt] Er macht ein spitzes Gesicht, als wenn man ihm einen Wurm aus dem Arsch zieht.

A macht alles rslich. Schlesien
i] Falsch, verkehrt. Im Altenburgischen sagt man dafr: Etwas rscheln machen, oder angreifen, z.B. das Buch rschlen halten.

A macht olles mit.
i] Der Lebemann.

A macht sich schrecklich betsche.
Schlesien

A macht's mit senn (seinen) Handixeln.
Schlesien
z] Gewiss, das Hertze lachte mir im Leibe recht, dos wenn der ander geduchte Pfarde Korte (Pferdekarte) zu hon und nu mente, es hette ihn a Hasle gelackt, ich mit men guten Handixeln sie ihm verterben konte, doss a wie Pliskebaltzer muste do sitzen, druf schmeckte mir a trunck ins Hartze gutt.

A macht's, w ma's (man es) hoan wl.

A Mdel is wie a Handtech.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Das leicht Flecke bekommt. Um zu sagen, es soll sehr sorgfltig auf seinen guten Ruf achten.

A Mdel von der Kunst.
Bayern
i] Ein sehr schnes Mdchen.

A mag a Kroize (Kreuz) drber machen, a krgt's nicht.

A mag immer sehn, wo der Zimmermann 's loch gelussen ht.
i] Er mag sich schleunig davonmachen.

A mag ims Messer immer wetzen.
i] Ihm = sich das.
z] Ihr meigt wohl re kummen, de Staube ward ich nich uf a hols follen; ber warn ich auch nich mite assen, Ihr meigt ich's masser immer salber wetzen.

A mag wull reikummen, wer warnen wull nich mite assen.
hdt] Er mag wohl hereinkommen, wir werden ihn wohl nicht mitessen.

A magems (mag ihm das) Maul wider de Tischecke schloin.
i] Er wird nichts bekommen.

A magerer Wirt und a kloiner Brgermoischter verschandlet de Ort.
Allgu

A mag's a nischt. (Landeshut in Schlesien
i] Es trifft ihn keine Schuld dabei.

A Mann a Wort oder a Hundsfott.
Ulm

A Mann auf a Spann', a Burd (Bart) auf an Eil (Elle).
i] Stehende Figur in Volksmrchen als Zwerg, Zauberer.

A Mann wie a Maus n a Weib wie a Haus is noch nit gleich.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Will sagen, dass der Mann der Frau an krperlicher Kraft weit berlegen sei.

A Mann, a Vugel.
Harz
i] Die Redensart wird gebraucht, wenn fr jeden in der Gesellschaft ein Stck, beim Trinken ein Glas, eine Kufe, eine Flasche verlangt wird.

A Maschken (Pfand) soll mn versetzn n reich soll mn sein.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Scherzhafte Hervorhebung des Reichtums.

<<< operone >>>

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