Weisheiten 50


Da siehst du nun, wie's eineng geht,
Weil sich der Beste von selbst versteht.
Goethe, Sprichwörtlich

Da sieht der Kommunismus viel weiter, der richtig lehrt, dass noch niemals eine herrschende Klasse ihre Privilegien freiwillig abgegeben habe - nicht einmal die Kirche hat das getan. Tucholsky, Brief an eine Katholikin

Da sieht man die Katzenpfote.
i] Glatte Falschheit.

Da sieht man wieder, dass niemals Frauen über eine Frau urteilen können, das ist uns nun einmal vorbehalten...
Goethe, Lili Parthey, 23.7.1823

Da sieht man, wie die Menschen sind:
Nur Leidenschaft und kein Gewissen!
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter 24 - An Gräfin Jaraczewska

Da sieht's aus wie bei der Zerstörung Jerusalems.

Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg
i] Bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.

Da sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nürnberg

Da sieht's aus wie nach der Zerstörung von Magdeburg.
i] Die Böhmen sagen: wie bei Jankov, wo die Österreicher unter Götz am 6. März 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
bm] Porídís tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
bm] Vyhlízí tam jako u Jankova (pusto).

Da siehts kahl und schal aus.

Da sieht's spanisch aus.

Dä sin Pääd (Pferd) verkaufe welt, dä hänk im en Deck öm.

Da sind die Schafe rüber gegangen.
i] Wird gesagt, wenn der dicke Reis, der beim Kindtaufs- und Hochzeitsschmause aufgetragen wird, mit Rosinen und Korinthen bestreut ist.

Da sind finniger Speck und stinkende Butter zusammenkommen.
i] Eins so schlecht wie das andere.

Da sind keine Beeren mehr zu lesen.
fr] Il n'y a plus rien à grapiller.

Da sind keine Feigen zu lesen.

Da sind Mühe und Kosten verloren.
ho] Het is onkosten en moeite verloren.
la] Operam et sumtum perdere. Plautus

Da sind neun Mücken so gut als ein Feldhuhn.
z] Das klein geflügel wird um S. Veitstag so heunisch werden, dass es frey mit dem gröbsten Bawren die Milch wird aus der schüßel essen; alsdann werden neun Mucken so gut als ein Feldhun sein.

Da sind nur vier Winkel und der fünfte ist der Ofen.
pl] Tam są tylko cztloy kąty i piec piąty.

Da sind Rüben und Sack verloren.
mhd] Da sint rüeben und sac verlorn.
mhd] Swâ wesent tumbe liute, dâ sînt rüeben und sac verlorn.

Da sind wir Hofleute, sagte der Teufel, da ritt er auf einer Sau.

Da singt fart (immer) es alde Lie.
Ungarn

Da sitt en Hâfk upt Hek.
hdt] Da sitzt ein Habicht auf dem Tor. (Man nehme sich in Acht, da ist ein Aufpasser)

Da sitt he vör fîf Mark vêr Schilling.
Holstein
i] Da sitzt er wie auf dem Staupbesen, wie ein armer Sünder. Von einem, der sehr niedergeschlagen und betäubt ist. Ein Stubessen (Staupbesen) nennt man in Hamburg den Betrag von 5 Mark 4 Schillinge, welche der Stäuper für eine Auspeitschung erhielt.

Dä sitz om Päed un sök et Päed.
Bedburg
fr] Prendre quelqu'un sur le fait. Trouver quelqu'un en défaut.
pl] Na klaczy jedzie, a szuka klaczy.

Dä sitz, wie en Lûs zwesche zwei Stäbe.
Bedburg

Da sitzt auch einer, der in der Fremde gewesen ist. Niederlausitz

Da sitzt der Hase im Kraut.
z] Ich wollte wohl wissen, wo der Has im Kraut sitzet, wenn ich reden dürfte.

Da sitzt der Kauz.
z] Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich. Luther

Da sitzt der Knoten.

Da sitzt die schwarze Katze drauf.
Schwechat bei Wien
i] Um zu sagen, in diesem Fasse, Gefäße u.s.w. ist das beste Getränk. So ruft man der Kellnerin nach, um ihr das Fass mit dem guten Bier anzudeuten. Um den besten Wein zu bezeichnen, sagt man in Schwaben: Do isch d' Katz druff g'sesse.

Da sitzt ein Habicht auf der Hecke.
i] Nehmt euch in Acht, es ist ein Aufpasser u.s.w. da.

Da sitzt sie auf dem Mist, nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt St. Peter auf dem Tach und wirft Birnen herab und St. Klaus faul Äpfel wieder hinauf.
i] Um einen glücklichen Zustand zu bezeichnen.

Da sitzt's und hat ein Hütle auf.
Meiningen
i] Man hat das Geld nicht immer so da, um zu kaufen und zu geben; es fällt nicht aus dem Ärmel.

Da sleit em kên Ader na.
i] Dazu ist er nicht geneigt.

Da smitt sikk en Aal up.
Holstein
i] Sagt man von vorlauten Personen, die sich in Gesellschaften durch Reden und Handlungen auszeichnen wollen.

Da so wenig Menschen da waren, schlossen wir Brüderschaft mit den Affen.

Da soll auch der Karren die Ochsen ziehen.
la] Currus bovem ducit (trahit).

Da soll der Adelung drein schlagen.

Da soll der Dieb rechten, wo er stahl.
i] Wo die Tat geschehen, da soll sie gerichtet werden.
dä] Thur sial hoern thi of daema sem stal.

Da soll der Donner in den Bettelsack schlagen.

Da soll der Knüppel Trumpf sein.
ho] De knuppel zal troef zijn.

Da soll der Palmesel nicht hülzen sein, wenn es nicht wahr ist.

Da soll dich doch gleich das Moridel erbeißen!
i] Scherzhafte Drohung.

Da soll doch den Heidelberger Bürgermeister ein Odenwälder Fuchs beißen!
i] Entrüstung, Staunen.
en] The mayor of Altringham, and the mayor of Over, the one is a thatcher, the other a dauber.
en] The mayor of Altringham lies in bed while his breeches are mending.

Da soll doch der Hagel 'nein schlagen!
ho] Daar slaat de hagel door.
ho] Daar zal nog hagel op volgen.

Da soll doch der Teufel den Teufel holen.
ho] Nu sal die duvel den duvel schenden.
la] Neptuno Sathanas nunc vult imponere culpas.

Da soll doch ein Blitz 'nein schlagen.
ho] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll doch ein Teufel den andern holen.
bm] Vezmi čert d'abla, obou nám netřeba. 21.)

Da soll doch Jupiter mit seinen Blitzen dreinschlagen.
ho] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll ein ander Mäuslein pfeifen.
ho] Daar zal een ander muisje piepen.

Da soll eine Bombe dreinschlagen.
ndt] Duo schlag scho a Bome drei! Ulm
ho] Daar slaat eene bom door.
ho] Daar zal eene bom springen.
ho] Daar slaat er eene bom in.

Da soll einer auf seine alten Tage noch sterben, sagte (klagte) Klaus.
ho] Lieve Huibert-oom, must gij op uwen ouden dag nog sterven.

Da soll ihn doch der - Adelung holen.
i] Unwille über grobe Sprachfehler.
ho] Hij zal de grammatica krijgen.

Da soll ma ja gleich n' Ofen einschlagn.
Oberösterreich

Da soll man wohl ins Schwitzen kommen, sagte das Mädchen, da bekam sie zwei Kinder aufeinmal.

Da soll mich der Kuckuck holen.
ndt] So schall mi de Kuckuck halen.
i] Kuckuck gehört zu den Wörtern, die wie Donner, Geier u.s.w. als Glimpfformen gebraucht werden, um einen Gegenstand zu bezeichnen, den man geradezu wie Gott, Jesus, Teufel u.s.w. nicht nennen will, wenn man sich in Ausrufen, Verwunderungen, Beteuerungen und Verwünschungen äußert. Unter Kuckuck wird der Teufel gemeint.
z] Sowol im alten Volksglauben, als auch im Volksliede spielt der Kuckuck, Gutzgauch, Gauch, namentlich als wahrsagender Vogel, Zeitvogel und Frühlingsbote eine bedeutende Rolle. Erst später wurde er ein teuflisches Thier, eine Teufelsmaske oder der Teufel selbst. So spukt er in den Redensarten: Das weiß der Kuckuck. Man möchte des Kuckucks werden. Den hat der Kuckuck hergebracht (geholt). Der Kuckuck und sein Küster. Grimm
i] Für die letztere Redensart hat man auch die gleichbedeutenden: Der Teufel und sein Anhang, der Teufel und seine Großmutter. Im Elsass kommen folgende Redeformen vor, in denen der Kuckuck verkleidend auftritt: Potz Güpel! Potz Güpels! Bîm Güpel! I wollt, de wärsch bîm Güpel! Zuem Güpel! Geh zum Güpel! Schick' ne zum Güpel! Hol di d'r Gupel! Zuen Gugger! Bîn Gugger! Zuem Gugguk! Bîm Guggick! Dass dich der Gugguck hol'.

Da soll mich doch der Popelmann holen!
i] Beteuerungsformel, wobei zu ergänzen: wann das geschieht.

Da soll mich gleich der Bulle löken (stoßen).

Da soll nun Stern zum Sterne deutend winken,
Ob dieses oder jenes wohlgetan,
Dem Irrtum leuchten zur verworrnen Bahn
Gestirne falsch, die noch so herrlich blinken.
Goethe, Festzug 18.12.1818 (Wallenstein)

Da sollen wir bald diese bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben so viele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Goethe, Briefe aus der Schweiz 1. Abt.

Da sollt ihr den Kuckuck kriegen.
ho] Dat moit je de koekoek.

Da sollte ja der Teufel in einen Tornister kriechen.

Da sollte man ja gleich in den Rauchfang steigen.
Oberösterreich
i] Ausruf, wenn irgendetwas Unerwartetes geschieht, ein seltener Besuch kommt.

Da sollten (o. müssten) mich doch die Gänse beißen!
dä] Den dag jeg giør det, da gid giæs bide mig, - gid min hat falde i rendesteenen.

Da sölt de Afkaaten nix vun hebben.
Holstein
i] Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.

Da speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen håb.
Wien
i] Um großen Ekel auszudrücken.

Da spielen die Teufel auf dem Dach.
z] Wo unflätige Reden geführt werden, da spielen die Teufel auf dem Tach.

Da sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.
1. Mose 2,23
i] Wird zitiert, wenn Eigentum an einer Sache festgestellt oder in Anspruch genommen werden soll.

Da sprang der Hase aus dem Halmbüschel.
altfries] Dear sproong de Haas ut de Halm tott.

Da stand ich nun zwischen Arschloch und Fotze.
Breslau
i] Im Gedränge, in Verlegenheit.

Da steck 'nen Plock hin, denn kannst't wedder finn'n.
Göttingen

Da steckest (stellst) nae deinem eigen Unglück.
la] Movere Camarinam.

Da steckt das Messer.
Franken
i] Hat den Sinn wie: Da liegt der Hund begraben.

Da steckt der Bock in Dornen.

Da steckt der Karren im Dreck.
z] Nun leit der karn im Drecke alhie.
fr] Être bien avant dans le bourbier.

Da steckt der Kniff.
ho] Daar ligt de kneep.

Da steckt der Knoten (das Hindernis).
fr] C'est là, le hic.

Da steckt der Teufel.
i] Daran stößt es sich eben. Das ist der schwierige Punkt, da liegt eben der Hund begraben.
fr] Cest là le diable.

Da steckt ein Mann drin.
i] Von einem Knaben mit hervorragenden Anlagen.
ho] Daar steekt een man in.

Da steckt eine Falle dahinter.
la] Dolus subest.

Da steckt er, wie die Maus im Pech.

Da steckt etwas dahinter

Da steckt was im Rückhalt.

Da steckt's.
Luther
la] Sagitta perfecta iacta.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Goethe, Faust I, Nacht (Faust) Vs 338

Da steh ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!
Goethe, Faust II A II, Am obern Peneios (Mephisto) Vs 8027

Da steh ich, ein entlaubter Stamm; doch immer
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 13 (Wallenstein)

Da stehen die Ochsen (o. Affen) am Berge.
i] Von denen, die sich durch ein Hindernis aufgehalten sehen, sich in irgendeiner Sache nicht zu helfen wissen. Nur Ochsen lassen sich bis zum Stehenbleiben verblüffen.
en] To put the cart before the horse.
fr] Voilà l'accroc, la difficulté, le noeud de l'affaire.
it] Mettere il carro innanzi a buoi.
la] Cantherium in fossa. Livius
la] Clivo sudamus in imo. Ovid
la] Hic haeret aqua. Cicero
la] In angustum oppido nunc meae coguntur copiae. Terenz
la] In trivio sum consilii.
la] In trivio sum.

Da stehen wir allerdings vor etwas Göttlichem, das mich in ein freudiges Erstaunen setzt. Wäre es wirklich, dass dieses Füttern eines Fremden [der Grasmücke] als etwas allgemein Gesetzliches durch die Natur ginge, so wäre damit manches Rätsel gelöst, und man könnte mit Überzeugung sagen: dass Gott sich der verwaisten jungen Raben erbarme, die ihn anrufen.
Goethe, Eckermann, 8.10.1827

Da steht der Hunger Schildwacht und der Schmacht präsentirt das Gewehr.
Westfalen (Zur Bezeichung großer Armut)

Da steht der Knabe, der sich anmaßte, mit Jupiters Keule zu spielen, und Pygmäen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller, Die Räuber, II, 3 (Karl Moor)

Dä steht do wie 'nen hölze Herrgott.
Bedburg

Da steht ein Strohbüschel (auch: Strohwisch).
i] Warnungszeichen, einen verbotenen Weg zu betreten.

Da steht Lumperei Schildwacht.
Nürtingen

Da steht mir der Verstand still
en] it blows my mind
fr] les bras m'en tombent
it] rimango di stucco

Da steht nichts drüber auf.
Wien
i] Das ist nicht zu übertreffen, auch ironisch.

Dä Stein, dä mer nit heve kann, dä lies (lässt) mer lige.
Köln

Da stinkt der Hund.
Oberösterreich
i] Hier mangelt's, hier fehlt etwas, hier liegt's.

Da stinkt's bei unserm Karl.
i] In diesem Punkte, Wissensfach geht's nicht vorwärts mit ihm.

Da stinkt's wie in der Kleenmeisterei (Scharfrichterei).
Rottenburg
ho] Zij stinken naar de koppelary, als een waal naar look.

Da stoßt em Fass de Boden us.
Schaffhausen
i] Gibt den Ausschlag.

Da straf Gott den bösen Apotheker.
Schaumburg

Da sträuben sich einem die Haare - da stehen einem die Haare zu Berge
en] that makes your hair stand on end - it's enough to curl your hair
fr] c'est à faire dresser les cheveux sur la tête
it] ciò fa rizzare i capelli

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glücks,
Der eine heisst den andern dumm,
Am End weiß keiner nix.
Ferd. Raimund, Der Verschwender, Valentins Hobellied

Da sucht der Teufel seine Jungen nicht.
i] Ein sehr verborgener, entlegener Ort.

Da süht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg

Da süyst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.

Dä 't dhon kann, söä' Jan, dä göäw mi 'n sülwernen Pennik.

Da taugen Schale und Kern nichts.
i] Von einem Menschen, dessen innerer Kern sowohl als die Schale nichts taugt.
jüdisch-deutsch] Dus is a Klâppe n'tume. Warschau (Eine unreine Schale)

Da Teufel hod auf ihm Arbes troschen.
i] Er ist pockenartig.

Da tragen die Hunde ganze Köpfe davon.
i] Da, wo viel aufgeht.

Da treibt's ihn, den köstlichen Preis zu erwerben,
Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.
Schiller, Der Taucher

Da treten die Lippen nun vollends aus Reih und Glied, und das Auge glänzt vor Freude, dass ein Druck mehr ist als Vernunft, Licht, Gesang. Poesie und Philosophie, dass nur durch das Maul das Maulen auf die süßeste Art in sprachlose Freude übergehen kann.
Tieck, Der Hexensabbat

Da trieb die verwegene Armut
Verse zu machen mich an.
Horaz, Epistulae

Da trifft mich der Verschlag mit sammt der Bodenstiege.
Oberösterreich
i] Scherzend für: Da möchte einen der Schlag treffen.

Da tröget sick üm Kaisers Boart.
Iserlohn
i] Trögen, trüögen (sik) = sich zanken. Altsächsisch tregan oder thregian.

Da tua mulher e do amigo esperto, não creias senão o que souberes ao certo.

Da tus cuentas justas, porque la última, asusta.

Da über die Elbe eine Gans flog, kam eine Gans herwider.

Da überläuft die Kuh den Hasen.
la] Velocem tardus assequitat.

Da überzeugen wir uns denn von dem hohen Wert des Grundbesitzes und sind genötigt ihn als das Erste, das Beste anzusehen, was dem Menschen werden könne.
Goethe, Wanderjahre III,9

Da Unheil ich erfahren, lerne ich, den Elenden zu Hilfe zu kommen.
Vergil, Aeneis (Dido)

Da uns keine Leidenschaft, sondern Neigung und Zutrauen zusammenführt, so wagen wir weniger als tausend andere.
Goethe, Lehrjahre VIII,4

Da uns von Hubertsburg der Friede jetzt ward angesagt, hab' ich zu bauen angefangen dies Haus unverzagt.

Da unser größtes Vergnügen darin besteht, bewundert zu werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wäre, sich ungern dazu herbeilassen, so ist der Glücklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur müssen die andern ihn nicht irre machen.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Da unser Herr Gott dem Noah erlaubt, fleisch und fisch zu essen, beschert er jhm auch einen guten Dawtrunck dazu.

Da unser Leben fragwürdig und zerbrechlich ist,
setz deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
la] Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa,
in mortem alterius spem tu tibi ponere noli.

Da unten aber ist's fürchterlich,
Und der Mensch versuche die Götter nicht.
i] Aus Schiller's Gedicht: Der Taucher.

Da Unwissenheit bequem ist und keine Mühe kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang...
La Bruyère, Vom Urteil

Da Veit'l (15.6.) schlacht'ts Ker'n (Korn) mit'n Scheit'l.
Oberösterreich

Da Verbrûta hütt sich füs Faüa.

Da vergehen mir die Begriffe, sagte Graf Bassewitz.
i] Als in der 23. Sitzung des norddeutschen Reichstages, am 28. März 1870, der Abgeordnete Lasker eine Schilderung des Polizeistaates gegeben hatte, nahm der mecklenburgische Abgeordnete Graf Bassewitz das Wort, um den Polizeistaat, den er eine staatliche Ordnung nannte, in Schutz zu nehmen. Er schloss mit der Versicherung: da (bei einer Anschauung wie sie Lasker entwickelt) vergehen mir die Begriffe.Breslauer Zeitung 1870

Da verklagt man den Teufel bei seiner (Groß-)Mutter.

Da verrosten keine Nägel nicht, wann man sie im Gürtlersack beutelt.

Da verzweifelt der Bettelstab an der Wand.
i] Es geht sehr armselig zu.

Da wächst der Wein, wos Fass ist,
Es regnet gern, wo's naß ist,
Zu Tauben fliegt die Taube,
Zur Mutter paßt die Schraube,
Der Stöpsel sucht die Flaschen,
Die Zehrung Reisetaschen,
Weil alles, was sich rühret,
Am Schluß doch harmonieret.
Goethe, Parabolisch - Hans Liederlich und der Kamerade

Da wächst mir kein Bart von.
i] Den Bart wachsen lassen, war bei den Alten ein Zeichen der Trauer.

Da war der Käse klar.
ndt] Do wêr de Kes klar.
Holstein
i] Damit war die Sache abgemacht.

Da war die Maus gefangen.

Da war ein Weib, das war im Ehebruch begriffen. Die Geschichte ihrer Liebe wird uns nicht berichtet, aber diese Liebe war ohne Zweifel sehr groß, denn Jesus sagte, ihre Sünden seien ihr vergeben, nicht weil sie bereue, sondern weil ihre Liebe so stark und wundervoll wäre.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
Schiller, Der Genius.

Da war Lachen bei ihm teur.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1. Mos. 1, 5

Da ward dem Schatz der Boden aus.
i] So viel als dem Fass.

Da ward sön (= sein), segt de Aphteker on schött (= schüttet, scheißt) ön de Tûd.
var] Hier wird sein, sagt der Apotheker.

Da waren die Augen 'mal wieder größer als der Magen.

Da wart ok mit Wasser gekocht.
i] Es ist anderwärts nicht anders und besser als zu Hause.

Da wäscht dir keen Rejen ab (es hilft dir nichts; das bleibt an dir hängen).
Berlin

Dä wât m'em Monk drop.
Bedburg
hdt] Er wartet mit dem Munde darauf.
i] Ist arm, leidet großen Mangel.

Dä Weg hed der Tüfel g'messe und derbi den Schwanz nid vergesse.
Luzern
i] Von sehr starken Meilen oder Wegstunden.

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen

Da welld met den grusse Hongen (Hund) seken gan, kann avver et Bên net huch genog ophewwen.
Bedburg

Da wenig ist, da träufet wenig ab.

Da werd' ich es Ihnen sagen, sagt Elvenich.
i] Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschließlich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fällen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht weiß. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prüfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kants Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklärte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.' Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.'

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
Prophet Jesaja

Da werden Sie Ohren machen! [ASpW]

Da werden Weiber zu Hyänen,
Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Da werdet ihr Mütter finden, die recht ängstlich besorgt sind, wie sie für ein liebenswürdiges himmlisches Mädchen den allerabscheulichsten Menschen auffinden wollen, wenn er nur zugleich der reichste ist.
Goethe, Lehrjahre VII,8

Da wert de Plog den Stên wohl finden.
i] Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heisst es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: 'Da wert de Ploch den Stên wohl finden', d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. 'Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

Dä wêss de Hök no'n Wedder ze hangen.
Bedburg
i] Für diese elastischen Naturen, die sich nach jedem Winde drehen, in jede Form schmiegen, jeder Ansicht beipflichten, jede Suppe gaumenrecht salzen, zu kriechen wissen, wenn das Gehen unvortheilhaft erscheint u.s.w. Verschiedenen Schreibungen (Hoike, Hök, Hock, Hoken, Höke, Höker, Häuken, Höcke, Heuke, Hoyke, Heike) Bedeutung: einen Mantel. Einen unzuverlässigen veränderlichen Menschen nannte man auch Wendehoiken. Nicht bloß Überwurf oder Mantel, sondern eigentlich Kappen mit hinten herabhängenden mantelartigen Kragen. Wendeheuke = Wetterhahn; ostfriesisch: Rägenklêd.

Dä wêss et mem Hohnderkläuche zu kreggen.
Bedburg
i] Er weiß seinen Zweck auf eine kluge Weise zu erreichen.

Da wett' ich doch einen Zentner Karpfen gegen einen faulen Hering.

Dä Wii ess zo schlääch, öm inn em Essel en et Ohr ze schödde.
Köln

Da will ich die Franzeln von meim beste Rock verliere.
Pennsylvanisch-deutsch
i] Beteuerungsformel und hinzuzufügen: wenn das nicht wahr, nicht so ist.

Da will ich doch Hans heissen!
i] Wenn das wahr ist oder geschieht.

Da will ich doch lieber mit nassem Holze verbrannt werden.
ho] Dan liever met nat hout verbrand worden.

Da will ich Hans Kaspar heißen.
i] Wenn das nicht so ist. Eine bei Bürger vorkommende Beteuerungsformel.

Da will ich lieber Pudel flöhen.

Da will ich Pumpan heißen.
i] Wenn das oder jenes so ist oder geschieht.
z] Wenn die sich vor mir einriegelt, da will ich Pumpan heißen.

Da will ik en Sticken bistêken.
Holstein
i] Das will ich mir merken, etwa wie: Ich will mir einen Knoten ins Taschentuch machen.

Da will kein Stein zischen.
z] Da hat Christus gewehklaget; aber seine Hülffe ist ferne gewest, da hat kein Stein zischen wollen.

Da will'ch glei (o. auf der Stelle) verblinden.
i] Als Beteuerung mit der hinzugedachten Ergänzung: wenn das, was ich gesagt, nicht wahr oder wenn ich das, was man mir schuld gibt, getan habe. Man sagt auch wohl: Do will ich of der Stell verdrinken. In Prag: Da soll euch der Blitz treffen, o. Da soll mich der Teufel in Stücke zerreißen.

Dä Wing (Wein) ess zu schlääg, öm im em Essel an et Ohr ze schödde.

Da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, dass wir die Teile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze empfinden.
Goethe, Zur Zoologie - Betrachtung über Morphologie

Da wir denn aber, wie ich nun immer deutlicher von Polygnot und Homer lerne, die Hölle eigentlich hier oben vorzustellen haben, so mag denn das auch für ein Leben gelten.
Goethe, An Schiller, 13.12.1803

Da wir die Bedingungen der Freiheit so wenig wie die Freiheit selbst mehr erkannten, brachten wir ihr überall dort, wo sie verkündet wurde, unbegrenzte Hoffnung entgegen, und immer erwuchs für uns daraus irgendeine neue Form der Knechtschaft.
Claude-Henri de Saint-Simon, Die Industrie ...

Da wir ein matteres Gedächtnis für Größe und Zahl der Leiden haben als für Freuden, so vergessen wir mit ihnen leicht auch, welche Früchte uns ihre Stechpalmen getragen.
Jean Paul, Aphorismen, Leiden und Freuden

Da wir ja keine geistige Wirkung ohne körperliche Unterlage gewahr werden.
Goethe, Schriften zur Literatur - Irrtümer und Wahrheiten

Da wir konden geben, waren wir die besten im Leben, da wir nicht mehr brochten, warn wir, die nichts mehr tochten.

Da wir nicht tun, was wir sollen, tut Gott nicht, was wir wollen.

Da wir nun im Deutschen ein sehr geduldiges Publikum haben, das nichts liest, als was zuvor rezensiert ist...
Goethe, J. D. Falk, 17.4.1808

Da wir tranken unsern Trank, da wir sangen unsern Gesang, da wir trugen unser Gewand, da stand es wohl im deutschen Land.

Da wir überzeugt sind, dass derjenige, der die intellektuelle Welt beschaut und des wahrhaften Intellekts Schönheit gewahr wird, auch wohl ihren Vater, der über allen Sinn erhaben ist, bemerken könne, so versuchen wir denn, nach Kräften einzusehen und für uns selbst auszudrücken - insofern sich dergleichen deutlich machen lässt -, auf welche Weise wir die Schönheit des Geistes und der Welt anzuschauen vermögen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 633

Da wir unser ganzes Leben brauchen, um den Sinn des wenigen Wahren und den Irrtum in dem vielen Falschen herauszufinden, so ist es nicht über raschend, dass die am wenigsten Erzogenen am meisten wissen.
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Da wir von allem nichts verstehen, reden wir überall mit.

Da wir zusammengekommen, lasst uns trinken, und wenn wir angetrunken, lasst uns tanzen.

Da wird (gut) aufgehauen.
i] Aufwand machen, lustig, übermütig sein, tanzen, springen.

Da wird der Battel-Toantz (Betteltanz) ongiehn.

Da wird der Lenz schön brummen.
i] In Bezug auf große Hitze.

Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hörte, dass der Hanswurst gestorben sei.

Da wird der Ochs im Backofen kalben.
i] Man wird sehr ins Gedränge kommen.
z] Obgleich es mir so schwer ankommt, wie dem Bock das Lammen; so denke ich eben: wenn es gedrang zugeht, kalbt der Ochse im Backofen.

Da wird der Stadtgraben wachsen.
Breslau
i] Scherz oder Spott, wenn jemand weint; besonders bei Abschiedszenen.

Da wird die Katze bald das beste Vieh sein.
i] Das Hauswesen wird so zurückkommen, dass Mäuse dort hausen werden.
z] Dann soll ich ihm (meinem Mann) nicht reden ein, die katz wär bald das beste Vieh sein.

Da wird dir wohl ein Kummerhorn wachsen.

Dä wird doch am Eng (Ende) et Bad köhle müsse.
Bedburg

Da wird eine Teufelsmesse gelesen.
dä] De læste som i fandens kloster.
dä] Man hørde et fandens bad.

Da wird einem grün und blau vor den Augen.

Da wird er kleine Dreckle scheissen.
Rottenburg
i] Darben, Not leiden.

Da wird es Abend oder gar Nacht.
Nürtingen
i] Nämlich bevor das geschieht, um zu sagen, dass es nicht geschehen werde.

Da wird gar mancher kauf ein wicht, wo der pfennig beiwohnet nicht.
la] Impedit omne forum, defectus denariorum.

Dä wird he net lang mieh Junge hecke.
Bedburg
i] Wird sich an diesem Orte, in dieser Stellung nicht lange halten.

Da wird kein Ei im Nest bleiben.
ho] Daar blijft geen ei in 't nest.

Da wird kein guter Pelz daraus; Haut und Haar taugen nicht.

Da wird kein Heu dürr.
Schwaben
i] Dort, oder unter solchen Umständen gelingt es nicht. Man gibt sich da vergebliche Mühe.

Da wird keine Kuh Blesse geheissen, oder sie hat was Weißes vorm Kopf.

Da wird mein hinterer Zahn nicht nass.
Rottenburg
i] Wenn zu wenig zu trinken ist.

Da wird Narrosis wohl Gevatter werden.
z] Wenn man von der Schrifft will abtreten; so muss Frau Alteosis oder Heterosis, oder die gemeine Figur Narrosis Gevatter werden. Luther

Da wird noch manches Vöglein pfeifen, das jetzt noch kein Ei ist.
i] Zu ergänzen: ehe das geschieht.

Da wird scharf gefastet, wo die Mönche für die Bäuche müssen den Tisch ausschneiden lassen.

Da wird schöne Zeit sein, wenn er mich sehen wird.
i] Ich werd' ihm nie über die Schwelle kommen, er wird mich in seinem Leben nicht wieder sehen.

Da wird sein Heulen und Zähneklappern (o. Zähneknirschen).
Matth., 8, 12
la] Illic erit fletus et stridor dentium.

Da wird sein, sagt der Apotheker.
i] Wenn man etwas Gesuchtes findet oder jemand etwas Verlangtes verabreicht.

Da wird übel regiert, wo Zorn und Neidthardt Richter sind.

Da wird wohl ein gemästet Kalb geschlachtet werden.
i] Große Freude sein.
ho] Dan wordt het gemeste kalf geslagt.

Da wird
Ein weis'rer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich und sprechen.
Lessing, Nathan der Weise, III, 7 (Nathan)

Da wird's gîn (gehen), Mutter hald a Hund, luss de Katze lôfen.
Schlesien

Da wird's Katzenflecke setzen.
i] Wie sie als Spuren von Katzbalgereien, von Kratzen, Beißen u.s.w. zurückbleiben.

Da wird's zum Hölzlziegn.
Oberösterreich
i] Losziehen, wozu zwei Hölzlein dienen.

Da wo alles leer und kahl,
Ist das Suchen eine Qual.
sp] Adono hay, no cumple buscar.

Da wo der Anfang der Welt oder doch der Anfang der Menschen ist, da ist auch der eigentliche Mittelpunkt der Originalität, und kein Weiser hat die Weiblichkeit ergründet.
F. Schlegel, Lucinde

Da wo die Kühe Flügel haben.

Da wo du bist, da wo du bleibst, wirke was du kannst, sei tätig und gefällig, und laß dir die Gegenwart heiter sein.
Goethe, Lehrjahre VII,8

Da wo man mit Worten sparsam umgeht, da sei freigebig damit, wo man aber verschwenderisch damit umgeht, da sei sparsam!
Talmud

Da wo zwei Köche an einem Herd,
Da bin ich nicht gern eingekehrt.
Jüdische Spruchweisheit

Da wolle Gott bei sein.

Da wollt er mich mit leeren Worten abspeisen.
Goethe

Da wollt' ich Kätzchen sein und hören!

Da wollt' ich mir doch Feuer in den Arsch machen lassen.
i] Wenn das nicht so wäre. Ich wollte darauf wetten, gut dafür sein.
fr] J'en mettrais mon doigt au feu.
fr] J'en mettrois la main au feu.

Da wölt i net d' Hand umkehren.
Rottenburg
i] Es ist kein Unterschied dazwischen.

Da wött i net so machen.
Rottenburg
i] Nicht die Hand darum oder deshalb umkehren, mit der Gebärde des Handumdrehens.

Da Wueste will Herd.
Luzern
i] Hektischer Husten. Dieser Husten will Erde, deutet auf nahen Tod. Der Wusten = Husten, wustig = mit dem Husten behaftet.

Da würde ein blindes Pferd nichts verderben.
ho] Een blind paard zou daar geene schade doen.

Da wurde Kampf in der Welt zuerst,
Da sie mit Geren Gullveig stießen
Und sie in der Halle des Hohen verbrannten,
Dreimal verbrannten die dreimal Geborene,
Oft, unselten - und doch lebt sie.
Edda, Der Seherin Weissagung

Da zu gehört mehr als pfeifen.

Da zu meinen liebsten Gefühlen die Dankbarkeit gehört, [...] so kommt mir oft genug vor die Seele, was wir Ihrem Herrn Vater [J. H. Voß d. Ä.] und Ihnen schuldig sind.
Goethe, An H.Voß, 22.7.1821

Da zuletzt doch alles auf den Glauben hinausläuft, müssen wir jedem Menschen das Recht zugestehen, lieber das zu glauben, was er sich selbst, als was andre ihm weisgemacht.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Da, auf dem Punkte der Wirkung meines Wesens, fühl'ich die Gesundheit meiner Natur und ihre Ausbreitung, meine Füße werden nur krank in engen Schuhen, und ich sehe nichts, wenn man mich vor eine Mauer stellt.
Goethe, Italienische Reise III, 25.12.1787

Da, es mich jückt, da darff ichs nit krawen.

Da, Gevatter, habt ihr das Fronleichnamsfest.

Da, Katz', hast auch 'neu Braten.
i] Als Begleitwort zu einer Gegengabe im freundlichen wie feindlichen Sinne, Gegengeschenk, Gegenhieb, Gegentrumpf, Gegenpille im Wortwechsel. Fritz Reuter gebraucht die Redensart in einem Briefe, datiert Nigenbramborg den 17. Juni 1863, an R. Reusch in Königsberg bei der Auswechselung ihrer Photographien.

Da, Katze, hast du auch einen Fisch.
ndt] Da, Katt, hest ok en Fisch.

Da, nimm die Schlüssel zu den dreizehn Türen des Himmelreichs in Verwahrung: zwölf davon darfst du aufschließen und die Herrlichkeiten darin betrachten, aber die dreizehnte, wozu dieser kleine Schlüssel gehört, die ist dir verboten: Hüte dich, dass du sie nicht aufschließest, sonst wirst du unglücklich.
Jacob und Wilhelm Grimm, Marienkind

Da, wo das Feuer brennt, dorthin soll man keine Birkenrinde stecken.
Estland

Da, wo das rechte Werk kam an den rechten Mann,
Kommt einer weit, soweit ein Mensch nur kommen kann.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Da, wo das Wasser sich entzweit,
Wird zuerst Lebendigs befreit.
Goethe, Gott, Gemüt und Welt

Dä, wo der Sack ufhet, und dä, wo dri duet, isch der glych Schelm.
Solothurn

Da, wo die bloße Animalität den Ausschlag gibt, herrscht der Krieg. Solange der Mensch nicht zu sich selbst gelangt, hat er Krieg.
Hermann Kutter, Reden an die deutsche Nation

Da, wo die Eulen hecken.
i] Von finstern, entlegenen, unzugänglichen Örtern.

Da, wo die Füchse (o. wo Fuchs und Hase) einander gute Nacht sagen.
i] Ergänze: geschieht, ist etwas, wohnt jemand. - Sehr entfernt, entlegen.

Da, wo die Mäuse auf den Katzen reiten.
i] Um zu sagen, dass das Gefragte, Betreffende nirgends ist oder geschieht.

Da, wo die Motte im Tuch, der Wolf unter den Ziegen, der Fisch ohne Wasser, der Student unter Mädchen, der Ziegenbock im Garten und der Deutsche im Rate der Tschechen ist, geht es nimmer gut.
pl] Cztery Niemcy na wiertel chmiel jeszeze powiadaja.

Da, wo die Schellen klingen.

Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen.
Marx/Engels Deutsche Ideologie

Da, wo du Page warst, wirst du nie Ritter sein.
Portugal

Da, wo ein Armer stirbt, wird keine Kirche gebaut.
Estland

Da, wo ein Lied gesungen wird, wollen wir uns hinsetzen, böse Menschen wollen ja kein Lied.
Estland

Da, wo kein Mann mehr ist im Haus, geht auch die Hafergrütze aus.

Da, wo man geboren ist, macht einem jeder Grashalm Freude.
Italien

Da, wo man nichts verliert, gewinnt man stets etwas.
Spanien

Da, wo wir lieben,
Ist Vaterland,
Wo wir genießen,
Ist Hof und Haus.
Goethe, An Personen - Felsweihe-Gesang an Psyche

Daar ist z' faul zum Rüba ropfa.
Ulm

Daar t' Hecken op is, loopen de Verken in.
Niederlande

Daavan is fäh to vatellen, öäwa wenig to behoalten.
Ukermark
hdt] Davon ist viel zu erzählen, aber wenig zu behalten. (Es ist nicht des Behaltens wert)

Dabei aber gesteht er [ein auf sich selbst merkender Charakter], dass dem allen ungeachtet im Laufe des Lebens sowohl Äußeres als Inneres unablässig im Konflikt befangen bleibe und wie man sich deshalb rüsten müsse, täglich solchen Kampf wiederholt zu bestehen.
Goethe, Gutachten für Thomas Carlyle, 14..3.1828

Dabei bleibt er [der Forscher] ebenso beruhigt, wenn ihm die Majorität beistimmt, als wenn er sich in der Minorität befindet, denn er hat das Seinige getan...
Goethe, Maximen und Reflexionen 702

Dabei bleibt's, sagt Spelter Hans.

Dabei erinnere ich mich eines merkwürdigen Wortes, das er [Merck] mir später wiederholte, das ich mir selbst wiederholte und oft im Leben bedeutend fand. 'Dein Bestreben', sagte er, 'deine unablenkbare Richtung ist, dem Wirklichen eine poetische Gestalt zu geben, die anderen suchen das sogenannte Poetische, das Imaginative zu verwirklichen, und das gibt nichts wie dummes Zeug. Fasst man die ungeheure Differenz dieser beiden Handlungsweisen, hält man sie fest und wendet sie an, so erlangt man viel Aufschluß über tausend andere Dinge.'
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 18

Dabei freue ich mich täglich, dass ich früher nichts versäumte, mich fest zu gründen und immer den Tag aufgab, um Jahre zu gewinnen.
Goethe, An S. Boisserée, 12.12.1823

Dabei geht einem der Pûst (die Puste) aus.
i] Das ist zu viel, das übersteigt die Kräfte.
ndt] De Pust geit mi ût. Altmark

Dabei habe ich auch eine Stimme.
i] Ich kann hier auch ein Wörtchen mit reden.
jüdisch-deutsch] I hob a Zadd (Seite, hier für Stimme) in der Schüssel.
jüdisch-deutsch] I hob auch a Deije (Meinung, Stimme) in der Schüssel.
i] Bei Hochzeiten werden die Hochzeitsgeschenke bei den Juden in einer Schüssel gesammelt, wobei ausgerufen wird, von welcher Seite (Zadd) das Geschenk kommt, d.i. ob von seiten des Bräutigams oder der Braut.

Dabei haben sich Künstler und Kunstfreunde das Wort Ernst angewöhnt, sie sagen, es sei diesen Künstlern Ernst, das heisst aber hier weiter nichts als ein starrsinniges Beharren auf falschem Wege.
Goethe, Tagebuch, 3.2..1830

Dabei hat Gott nichts getan, wie bei der Papstwahl.
i] Hadrian, der durch den Kaiser Karl V. Papst geworden war, ließ Utrecht (seine Vaterstadt), Löwen (wo er Magister geworden) und das Bild des Kaisers auf einer Tafel anbringen mit den drei bezüglichen Inschriften: 'Ich pflanzte. Ich begoss. Ich gab das Gedeihen.' Darunter schrieb jemand die Worte: 'Hier hat also Gott nichts getan!', woraus obiges Sprichwort entstanden ist, dem man aber einen viel allgemeinern Sinn beigelegt hat.

Dabei hüte der Hofmann sich jedoch vor der abstoßenden Hoffart und Unbilligkeit jener Leute, die nur deshalb der Tat andrer keine Anerkennung spenden, weil sie sich einbilden, sie selbst hätten sie weit besser durchgeführt, und sie mit Stillschweigen übergehen, als ob sie jeder Erwähnung unwert wäre, ein Benehmen, wodurch sie zu verstehen geben wollen, dass Ihnen niemand das Wasser reichen, geschweige denn die Tiefe ihres Wesens auch nur ahnen könne.
Baldassarre Castiglione, Der Hofmann, 2,38

Dabei ist die Weisheit doch ein Fuchs, der nach langer Jagd noch mühsam ausgegraben werden will.
Swift, Ein Tonnenmärchen

Dabei ist ein neuer Rock zu verdienen.

Dabei ist es mit den heftigen Freuden ebenso wie mit dem tiefen Schmerz: sie sind stumm.
Denis Diderot, Das Paradox über den Schauspieler

Dabei ist im Menschen eine gewisse Neigung, in seinem Zustand zu verharren, zugleich aber auch sich stoßen und führen zu lassen und eine gewisse Unentschlossenheit, selbst zu handeln. Diese vermehrt sich bei misslingen der verständigsten Pläne sowie durch zufälliges Gelingen günstig zusammentreffender unvorhergesehener Umstände.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,16

Dabei ist kein trocken Brot zu verdienen.
z] Gy sint helde to der not, twar gy vardenet alle nycht en hellinkbrot.
ho] Daar is geen droog brood aan te verdienen.

Dabei ist kein Zuckerleckens.
z] Nun fallen mir erst wieder die Worte ein, die gute Freunde vor seiner Abreise vorbrachten, dass es kein Zuckerlecken sei, unter steinfremden Leuten von den Seinigen entfernt zu leben.

Dabei ist nicht das Salz zu verdienen.

Dabei ist nichts zu gewinnen.
fr] Cela ne vaut rien pour les parieurs.

Dabei ist wenig Amen und Bestand.

Dabei kam mir zu statten, dass ich von jeher, beim Anschauen der Gegenstände [der Natur] auf dem genetischen Weg mich am besten befand, so dass es mir nicht schwer werden konnte, mich zu der dynamischen Vorstellungsart, welche uns bei der Betrachtung der Natur so herrlich fördert, zu erheben.
Goethe, An F.H.Jacobi, 2.1.1800

Dabei kann kein Kupfer gemacht werden.
i] Es kommt nichts dabei heraus.
z] Sälly sagt, es wär all für Katz enanner lang sehne zu gehen (lange Heiratsbesuche zu machen), wenn mer wirklich en Noschen (notion) hätte zu heiern; se wär gesätisfeit (satisfy), dass bei oll dem Cumpaniehalte keh Kupper gemacht werden könnt.

Dabei kommt's Wasser nicht heraus.

Dabei lern ich denn auch, alles wohl berechnet, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, und sehne mich recht herzlich zu den Meinigen.
Goethe, an Herder, 14. Okt. 1786

Dabei muss man denn auch, deucht mich, der großen Masse zu Ehren reden, auf die man oft schilt, die aber denn doch die bildsamen Organe hergibt und auch Mittel verleiht, das Geleistete fortzupflanzen.
Goethe, An Zelter, 28.3.1804

Dabei müssen wir nichts sein, sondern alles werden wollen, und besonders nicht öfters stille stehen und ruhen, als die Notdurft eines müden Geistes und Körpers erfordert.
Goethe, An Hetzler d. J. (Konzept), 24.8.1770

Dabei paßt Feigheit gerade zu den Alten schlecht. Die jungen Leute haben noch die Hoffnung auf ein späteres Glück. Was haben aber wir Alten schon zu verlieren.
Tibor Déry, Spiele der Unterwelt

Dabei verdiene ich nicht das Blut für den Hund.
i] Angewandt von einem Fleischer, um zu sagen, er könne mehr als er geboten, für das betreffende Schlachttier nicht geben, da er schon dabei wenig Gewinn habe.

Dabei verdient man das Wasser nicht.

Dabei verdient man nicht das Licht.
fr] Le jeu ne vaut pas la chandelle.

Dabei waren wir doch nichts anderes als zwei Sträflinge, die einander hassten, die an einer einzigen Kette ächzten, sich das Leben gegenseitig zu vergiften trachteten und bestrebt waren, nichts von alledem zu sehen. Ich wusste damals noch nicht, dass neunundneunzig Prozent aller Ehepaare in derselben Hölle leben wie wir, und dass dies nicht anders sein kann.
Leo N. Tostoi, Die Kreutzersonate

Dabei wird ma steinalt und klan(klein)buderwinzig.
Niederösterreich
i] Klage, wenn etwas ungebührlich lange dauert.

Dabeisein ist 80 Prozent des Erfolges.

Dach und Dach bedecken viel Schalke.

Dacht' (wusst') ich doch nicht, was mich bisse.
Breslau
i] Ausdruck der Überraschung, Verwunderung.

Dacht ich doch Wunder!
i] Ausruf getäuschter, unbefriedigter Erwartung.
z] Wenn's weiter nichts ist, sagte er, dacht' ich doch Wunder!

Dacht' ich's doch! Wissen sie nichts Vernünftiges mehr zu erwidern,
Schieben sie's einem geschwind in das Gewissen hinein.
Goethe, Xenien

Dächt jeder an sein eigen quad, er vergess eins andern Missetat.

Dachte sind keine Lichte.
i] Ein Wortspiel zwischen Dachte für Dochte (s.d.), als Erwiderung, wenn jemand sein verkehrtes Tun mit den Worten: 'ich dachte', zu entschuldigen sucht.

Dachte sind keine Lichter und Arschlöcher keine Gesichter. (Wortspiel mit 'Dochte' und dem entschuldigenden 'Ich dachte')

Dachtet ihr, der Löwe schliefe, weil er nicht brüllte?
Schiller, Fiesko, II, 18 (Fiesko)

Dadropp kann Êner nau Zinte rîde.
i] Nämlich auf einem stumpfen Messer.

Dadrum keene Feindschaft nich.
Angely, Fest der Handwerker II, 11

Dadurch fällt keine Perle aus seiner (ihrer) Krone.
Franken
i] Dadurch vergibt er (sie) sich nichts.

Dadurch gibt Neigung sich ja kund, dass sie bewilligt
Aus freier Gunst, was sie auch nicht gebilligt.
Friedrich Schiller, Maria Stuart II, 9 (Elisabeth)

Dadurch kommt sein Weizen nicht in Schuss.
i] Oder: zum Schossen. Wenn sich jemand in der Erwartung und Berechnung günstiger Folgen und Vorteile täuscht.

Dadurch unterscheidet sich der vorausdenkende Staatsmann von dem schwatzenden Pöbel oder der Leidenschaft der Partei, dass er die Elemente der Gefahr von ferne erkennt und ihnen vorzubeugen versucht.
L. v. Ranke, Über die Zeiten Ferdinands I. und Maximilians II.

Dadurch, dass das Christentum alle Pflichten so hoch spannt, macht es sie selbst unausführbar und nutzlos.
Rousseau, Emile

Dadurch, dass der blinde Großfürst zum Zaren wird, lernt er nicht sehen.
Russland

Dadurch, dass der natürliche Maßstab für die Fähigkeiten des Kindes fehlt, verdirbt man alles, sagt Montaigne, und warum dem Lehrer in der Regel dieser Maßstab fehlt, das gibt er mit den Worten an: 'Nur ein sehr hoher und großer Geist kann in die Kindesnatur blicken... '
Ellen Key, Das Jahrhundert des Kindes, III: Erziehung

Dadurch, dass einer den Stichling gering bezeichnete, hat sich mancher beim Fischen die Hände zerschnitten, viele haben dadurch ihr warmes Leben verloren, dass sie den fremden Feind geringschätzten.

Dadurch, dass ich oft bedacht,
Sie müss' einst sterben, hab ich nie Geduld,
Es jetzt zu tragen.
Shakespeare, Cäsar, IV, 3 (Brutus)

Daer isch z'faul, dass 'r stinkt.
Schwaben

Daft as a brush.
en] Phrase

Dafür [Humor] hat der Deutsche so selten Sinn, weil ihn seine Philisterhaftigkeit jede albernheit nur ästimieren lässt, die einen Schein von Empfindung oder Menschenverstand vor sich trägt.
Goethe, An Schiller, 31.1.1798

Dafür bist du jhm einen Doktorgroschen schuldig.

Dafür bringt man dir's noch ins Haus!
i] Spottweise Entgegnung, wenn der Preis eines Dinges zu niedrig geschätzt wird.

Dafür gab ich dir die Tochter, sprach der Schwieger zum Eidam, als dieser ihn nachts umfassen wollte.

Dafür gäbe ich keine Faser.
la] Floccum non interduim.

Dafür geb' ich keine faule Birne.
ho] Hij is geene rotte peer waard.

Dafür geb' ich keinen Deut.

Dafür geb' ich keinen Kirschkern.
ho] Dat is geen kersensteen waard.

Dafür geb' ich keinen Pfennig.
la] Nauci facio.

Dafür geb' ich keinen Strohhalm.
fr] Cela ne vaut pas un fêtu.
fr] Je n'en donnerai pas un fêtu.

Dafür gebe ich keine alte Schuhschnalle.
en] Not worth shoe-buckles.

Dafür gibt es ein gutes Hausmittel.
ho] Daar heeft men een huismiddeltje voor.

Dafür gibt man keine Pfeife Tabak.

Dafür hat der Schmied die Zange, dass er sich die Finger nicht verbrennt.
z] Auch die Bischöfe sprechen so von ihren Vicaren, die sie ihnen gegenüber als Zangen betrachten; allein Johannes Huss sagte: Der Teufel ließ aber die Zange liegen und nahm den Schmied.
mhd] ein smid der sol die zange wohl erkennen.
dä] Smeden haffner faardi tenger at hand ikke vil brende sine hender.
pl] Na to ma kowal klészcze, żeby go nie parzało.
sd] Smeden har derföre tänger, at han icke skal bränna sine händer.

Dafür hat man in jeder Sache die Direktion, dass man nach seiner Überzeugung handelt, um das Beste hervor zu bringen, und nicht dass man den Leuten zu Willen lebe, wovon man doch zuletzt noch Undank und durch Hintansetzung des Hauptgeschäftes Schande erlebt.
Goethe, An F. Klans, 24.2.1798

Dafür hilft kein Titel noch Namen.

Dafür hilft weder Witzling noch spitzling.

Dafür hüte sich Ross und Mann.

Dafür ist der Hecht da, dass die Karausche nicht schlummert.
Russland

Dafür ist der kürzeste Tag lang genug.
ho] De kortste dag is daar lang genoeg voor.

Dafür ist hier nicht der rechte Ort.
la] Non est hic locus.

Dafür kann ich meinen Kindern kein Brot kaufen.
ndt] Da kann ik min Kinner kên Brod för kopen.
i] Hört man bedürftige Mütter sagen, die Mühe und Arbeit umsonst tun sollen.

Dafür kann ich mir die Sieben Kurfürsten nicht kaufen.
Breslau
i] So erwidert der Verkäufer, wenn jemand beim Kauf eine Ware behandelt und zu niedrigen Preis setzt.

Dafür kann man keinen Arschwisch kaufen.

Dafür lass' i' was springen.
i] Ich bringe gern ein Opfer, wenn ich diesen Zweck erreiche, diese Stellung erhalte.

Dafür lege ich meine Hand ins Feuer
v] ich wette zehn gegen eins - ich lasse mir den Kopf abhauen (o. abreissen)
en] I put my hand into the fire (for it)
fr] j'en mettrai ma main au feu - je mettrai ma main à couper (o. sur le billot)
it] ne metterò la mano sul fuoco

Dafür muss eine alte Frau lange spinnen (o. stricken).
i] Nämlich für ein bestimmtes Geld.

Dafür muss er eine Prämie bekommen.
i] Meist ironisch, wenn jemand eine Dummheit begangen, einen törichten Streich gemacht hat.
ho] Dat is eene premie.

Dafür nehm' ich nicht eine rote Kuh.

Dafür sind die Zeitungen bestellt, dass sie aussprechen, worüber alle einverstanden sind.
Görres: Die deutschen Zeitungen

Dafür soll er mir blechen.
i] Büßen, Genugtuung, Schadenersatz geben.
fr] Il me la payera plus cher qu'au marché.

Dafür soll he sick häwwen in de Büxen (Hose) kackt.
Lippe

Dafür steht eine weite Tür offen (o. öffnet sich eine weite Tür).
ho] Daar staat eene wijde deur voor open.

Dafür steht ja aber der Mensch so hoch, dass sich das sonst Undarstellbare in ihm darstellt. Was ist denn eine Saite und alle mechanische Teilung derselben gegen das Ohr des Musikers?
Goethe, Maximen und Reflexionen 708

Dafür will ich nicht Bürge sein.
ho] Daar wil ik geen' borg voor staan.

Dafür wolt ich nicht drey Heller geben.

Dafür, dass die Frauen meistens weniger sagen, als sie meinen, tun sie bisweilen mehr, als sie wollen.
Friedrich Schlegel, Lucinde

Dafür, dass ich so ein Kerl wäre, wollte ich lieber, dass mich die Katze aus der Wiege gefressen hätte.
ndt] Doavöer, dat ik sau e Kerel wör, woll ik léiwer, dat mi de Katte ut der Wéige freaten hädde.
Büren

Dafür, dass uns am Lobe nichts liegt, wollen wir besonders gelobt sein.
Ebner-Eschenbach

Dafür, was das Pferd getan, kann man doch den Stall nicht schla'n.
ho] Dat het paard doet, kan de zaâl niet boeten.

Dagegen bin ich bei jeder Art von Tätigkeit, ich darf beinah sagen, vollkommen idealistisch: Ich frage nach den Gegenständen gar nicht, sondern fordere, dass sich alles nach meinen Vorstellungen bequemen soll.
Goethe, An Schiller, 27.4.1798

Dagegen das wirklich Edle immer Beifall und Bewunderung abzwingt.
Goethe, Theatralische Sendung II,2

Dagegen die Bauern in der Schenke,
Prügeln sich gleich mit den Beinen der Bänke.
Der Amtmann schnell das Übel stillt,
Weil er nicht für ihresgleichen gilt.
Goethe, Gott, Gemüt und Welt

Dagegen ein Skeptiker zu werden, hat der Mann alle Ursache, er tut wohl zu zweifeln, ob das Mittel, das er zum Zwecke gewählt hat, auch das rechte sei. Vor dem Handeln, im Handeln hat er alle Ursache, den Verstand beweglich zu erhalten, damit er nicht nachher sich über eine falsche Wahl zu betrüben habe.
Goethe, Maximen und Reflexionen 806

Dagegen finden wir, dass der Same in dem höchsten Grade von Zusammenziehung und Ausbildung seines Innern sich befindet.
Goethe, Die Metamorphose der Pflanzen 82

Dagegen finden wir, dass neue Gegenstände in auffallender Mannigfaltigkeit, indem sie den Geist erregen, uns erfahren lassen, dass wir eines reinen Enthusiasmus fähig sind, sie deuten auf ein Höheres, welches zu erlangen uns wohl gegönnt sein dürfte. Dies ist der eigentlichste Gewinn der Reisen, und jeder hat nach seiner Art und Weise genugsamen Vorteil davon. Das Bekannte wird neu durch unerwartete Bezüge und erregt, mit neuen Gegenständen verknüpft, Aufmerksamkeit, Nachdenken und Urteil.
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Dagegen gebührt der christlichen [Religion] das höchste Lob, deren reiner, edler Ursprung sich immerfort dadurch betätigt, dass nach den größten Verirrungen, in welche sie der dunkle Mensch hineinzog, eh man sich's versieht, sie sich in ihrer ersten lieblichen Eigentümlichkeit, als Mission, als Hausgenossen- und Brüderschaft, zu Erquickung des sittlichen Menschenbedürfnisses, immer wieder hervortut.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Mahmud sind Gasna

Dagegen hab' ich nichts, sagte der Bauer, als er sich loben hörte.
ho] Daar hel ik niet tegen, zei de man, en hij hoorde zich zelven prijzem.

Dagegen haben wir auf wichtigen Gebieten des geistigen Lebens und der Gesellschaft Beziehungen wenige oder gar keine Fortschritte gegen frühere Jahrhunderte aufzuweisen, vielleicht sogar leider bedenkliche Rückschritte. Aus diesem offenkundigen Zwiespalt entspringt nicht nur ein unbehagliches Gefühl innerer Zerrissenheit und Unwahrheit, sondern auch die Gefahr schwerer Katastrophen auf politischem und sozialem Gebiete.
E. Haeckel, Die Welträtsel

Dagegen hat der Liebhaber, Kenner, Ausleger völlig freie Hand, die Symbole zu entdecken, die der Künstler bewußt oder bewußtlos in seine Werke niedergelegt hat.
Goethe, An S. Boisserée, 16.7.1818

Dagegen ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleichen, der sein Konzert allein ausführt, oder auch dem Klavier.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Dagegen ist der Unmut stets egoistisch, er besteht auf Forderungen, deren Gewährung ihm außen blieb, er ist anmaßlich, abstoßend und erfreut niemand, selbst diejenigen kaum, die vom gleichen Gefühl ergriffen sind.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan - Buch des Unmuts

Dagegen ist es ein Zeichen wahrer Klugheit, wenn man sich, da man von Natur nur Mensch ist, nicht über den menschlichen Standpunkt erhebt, und wie die gesamte Mitwelt freiwillig die Augen schließt, um sich einer wohlgefälligen Täuschung hinzugeben. Aber eben dies, werden die Weisen sagen, ist ja Torheit. Ich gebe es zu; sie mögen mir jedoch auch ihrerseits einräumen, dass gerade das seine Rolle in der Weltkomödie spielen heisst.
Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit

Dagegen ist es eine wichtige Regel für den Schauspieler, dass er sich bemühe, seinen Körper, seinem Betragen, ja allen seinen übrigen Handlungen im gewöhnlichen Leben eine solche Wendung zu geben, dass er dadurch gleichsam wie in einer beständigen Übung erhalten werde. Es wird dieses für jeden Teil der Schauspielkunst von unendlichem Vorteil sein.
Goethe, Schriften zur Literatur - Regeln für Schauspieler § 78

Dagegen ist es höchst merkwürdig, mit welchen Lehren die Mohammedaner ihre Erziehung beginnen. Als Grundlage in der Religion befestigen sie ihre Jugend zunächst in der Überzeugung, dass dem Menschen nichts begegnen könne, als was ihm von einer alles leitenden Gottheit längst bestimmt worden, und somit sind sie denn für ihr ganzes Leben ausgerüstet und beruhigt und bedürfen kaum eines Weiteren.
Goethe, Eckermann, 11.4.1827 24,245

Dagegen ist kein Kraut gewachsen
en] there's no remedy for it
fr] il n'y a pas de remède à cela
it] a ciò non c'é rimedio

Dagegen kann man dem Verstand gar keine Autorität zuschreiben: denn er bringt nur immer seinesgleichen hervor, so wie denn offenbar aller Verstandesunterricht zur Anarchie führt.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 3.Abt. - Autorität

Dagegen lebe ich auch in einer Einsamkeit und Abgeschiedenheit von aller Welt, die mich zuletzt stumm wie einen Fisch macht.
Goethe, An F. H.Jacobi, 14.4.1786

Dagegen muss man alle Hunde, die bellen können, loslassen.

Dagegen war mein Verhältnis mit Schiller so einzig, weil wir das herrlichste Bindungsmittel in unsern gemeinsamen Bestrebungen fanden und es für uns keiner sogenannten besondern Freundschaft weiter bedurfte.
Goethe, Eckermann, 11.4.1827

Dagegen werden wir finden, dass diejenigen am meisten geleistet haben, welche nicht ablassen, alle Seiten und Modifikationen einer einzigen Erfahrung, eines einzigen Versuches, nach aller Möglichkeit durchzuforschen und durchzuarbeiten.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Dagegen wird der Egoismus mit Recht getadelt. Denn dieser besteht nicht darin, dass man sich selbst liebt, sondern dass man sich mehr liebt als man darf: Gerade so tadelt man die Habsucht, obwohl doch bekanntlichjeder etwas zu haben liebt.
Aristoteles, Älteste Politik

Dagewesen war dagewesen, ehe dagewesen kam.
Surinam
i] Es ist einmal nicht anders, es ist immer so gewesen.

Dahâr g'härt nit Christus, sundern Mistus.
Franken
i] Von einem Acker, der des Düngers mehr als des priesterlichen Segens benötigt ist.

Dahe'gehn wiera rauchfuessata Dauba.
Oberösterreich

Daheim - geheim.

Daheim baue auf deine Eltern; überschreitest du aber die Schwelle des Hauses, so baue auf die Freunde.

Daheim bin ich König.
en] An Englishman's home is his castle.
fr] Charbonnier est maître chez soi.
la] Quilibet domi suae rex.

Daheim erzogen Kind ist in der Fremde wie ein Rind.

Daheim gilt unser Kreuzer einen Batzen.
i] Besonders von den Orten, welche schlechte Münzen haben, die zwar dort in zugeschriebener Geltung umlaufen, außerhalb ihrer Grenzen dagegen gar nicht oder nur unter ihrem Nennwerthe angenommen werden.

Daheim gütig und im Streit mütig.

Daheim hält er sich wohlgerüst, gleichwie der Hahn auf seinem Mist.

Daheim hast du nicht einmal eine Sardine, und bei Fremden verlangst du ein Huhn.
sp] En tu casa no tienes sardina, y en la ajena pides gallina.

Daheim hat man hundert Augen und in der Fremde ist man blind.
it] In casa Argo, di fuori talpa.

Daheim heilig, im kriege mannlich, in beiden fürsichtig.

Daheim im Nest ist's Mädchen am best.

Daheim ist daheim(, nie ist's hässlich es zu sein).
it] Casa mia, casa mia, per piccina che tu sia, tu mi sembri una badia.

Daheim ist daheim.

Daheim ist der Himmel blauer (und grüner sind die Bäume).
en] Home is home, though it be never so homely.

Daheim ist ein Mann zwei.

Daheim ist einer ein Herr und König, draussen ein Diener.

Daheim ist einer viel Mannen wert.

Daheim ist gut gelehrt sein.

Daheim ist jeder ein Herr.
ndt] Hair er heima Hverr.

Daheim ist man am klügsten.

Daheim ist man König.

Daheim ist mancher am klügsten.
la] Atticus in portu.

Daheim ist mancher ein Mann.

Daheim ist tausend Tage alles gut, in der Fremde ist immerfort alles schwer.
China

Daheim ist's am besten.
i] Man kann nirgends so bequem, so nach Gefallen und wohlfeil leben als zu Hause. Nach der Ansicht unserer Vorfahren sind die sehr unglücklich, die stets herumziehen müssen. Homer sagt: 'Es gibt nichts Elenderes als an lauter unbestimmten Wohnsitzen herumzuschweifen.' Unsere Altvordern nannten daher auch die Gasthäuser - Elendhäuser.
fr] Bon lièvre vient mourir au gîte.

Daheim kann einer ein Liedlein singen.

Daheim muss man (wohl) bewandert sein.
la] Aedibus in nostris quae prava aut recta gerantur.
la] Nulli mihi satis eruditi videntur, quibus nostra ignota sunt.

Daheim oder im Gefängnis.
i] Nur nicht verbannt. Vaterlandsliebe der Türken.

Daheim sterben (wie) d' Leut.
Niederösterreich

Daheim und draußen
i] Außenpolitik; Innenpolitik
la] domi forisque

Daheim werden verständige Männer am wenigsten geschätzt.

Daheim, geheim.

Daheimleben kann nie Rang und Orden geben.

Daher also spiegelt sich jedes in jedem, spricht Alles aus Allem, und jeder gegenwärtige Moment findet seinen Anklang in allem und tingiert mit seiner Farbe alles, was gemeinschaftlich in ihm da ist. Denn jedes hat nur seinen Raum für sich allein: Die Zeit hingegen haben alle gemeinschaftlich: sie sind zugleich.
Schopenhauer, Neue Paralipomena

Daher auch in der katholischen Religion [Spiegelung der Menschenwelt]: Im Himmel ist ein Vater, wie es irdische gibt, eine Mutter wie hier, einer der gelitten hat, wie es hier viele Leidende gibt.
Goethe, Riemer, Ende 1806

Daher das Rätselhafte, Sibyllinische, Unzusammenhängende in unserer Naturbetrachtung! Sie sei ein Buch von den, ungeheuersten, seltsamsten Inhalte, wovon man aber annehmen könne, dass gar viele Blätter desselben auf dem Jupiter, auf dem Uranus und anderen Planeten zerstreut umherlägen. Zu einem Ganzen zu gelangen sei schwer, wo nicht völlig unmöglich. An dieser Aufgabe müssten eben darum alle Systeme scheitern.
Goethe, J. D. Falk, letzte Lebensjahre

Daher denn auch der Mathematiker seine Formelsprache so hoch steigert, uns, insofern es möglich, in der meßbaren und zählbaren Welt die unmeßbare mitzubegreifen. Nun erscheint ihm alles greifbar, faßlich und mechanisch, und er kommt in den Verdacht eines heimlichen Atheismus, indem er ja das Unmeßbarste, welches wir Gott nennen, zugleich mitzuerfassen glaubt und daher dessen besonderes oder vorzügliches Dasein aufzugeben scheint.
Goethe, Maximen und Reflexionen1286

Daher der Zorn und die Tränen.
la] Inde ira et lacrimae.

Daher die Gebildeten es selbst nicht lassen können, wenn sie an Ort und Stelle irgend ein Wahres erkannt haben, es nicht nur mit dem Nächsten, sondern auch mit dem Weitesten und Fernsten zusammenzuhängen, woraus denn Irrtum über Irrtum entspringt. Das nahe Phänomen hängt aber mit dem fernen nur in dem Sinne zusammen, dass sich alles auf wenige große Gesetze bezieht, die sich überall manifestieren.
Goethe, Maximen und Reflexionen 557

Daher die Tränen
i] das ist der eigentliche Grund
la] Hinc illae lacrumae!

Daher geiht he un denkt wi Goldsmidts Junge, de dachte ôk Mester tau wêren.
Braunschweig

Daher gibt es kein System der Geschichte, wie doch jeder anderen Wissenschaft. Sie ist demnach zwar ein Wissen, jedoch keine Wissenschaft. Denn nirgends erkennt sie das Einzelne mittels des Allgemeinen, sondern muss das Einzelne unmittelbar fassen und so gleichsam auf dem Boden der Erfahrung fortkriechen... Die Wissenschaften, da sie Systeme von Begriffen sind, reden stets von Gattungen; die Geschichte von Individuen.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Daher handeln diejenigen, welche sich auf Bücher verlassen, wie Leute, die viele kleine Summen zu einer größeren zusammenzählen, ohne darauf zu achten, ob die kleinen Summen richtig zusammengezählt wurden oder nicht.
Hobbes, Leviathan

Daher ist das Schicksal wie das Weib der Jugend hold, weil sie ihm weniger vorsichtig, wilder und kühner ihren Willen aufzwingt.
Machiavelli, Der Fürst

Daher ist das schönste Zeichen der Originalität, wenn man einen empfangenen Gedanken dergestalt fruchtbar zu entwickeln weiß, dass niemand leicht, wie viel in ihm verborgen liege, gefunden hätte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 792

Daher ist der einzige Mensch, der absolute Freiheit besitzt, das niedrigste Glied der Gesellschaft. Es darf sich getrost zur Ruhe legen, wenn es zu hungern vorzieht oder lieber die leicht und bequem gewonnenen Produkte von Feldern, Hecken, Wiesen und Flüssen genießt statt einer etwas besseren Nahrung, die jedoch durch Arbeit erkauft werden muss.
Henry Fielding, Das Tagebuch einer Reise nach Lissabon

Daher ist die Geschichte der Wissenschaften mit der Geschichte der Philosophie innigst verbunden, aber ebenso auch mit der Geschichte des Lebens und des Charakters der Individuen sowie der Völker.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 2. Abt. - Betrachtungen über Farbenlehre und Farbenbehandlung der Alten

Daher ist unsere Präsumption, im Zeitalter des sittlichen Fortschrittes zu leben, höchst lächerlich, im Vergleiche mit riskierten Zeiten, deren freie Kraft des idealen Willens in hundert hochtürmigen Kathedralen gen Himmel steigt.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Daher jene Tränen!
la] Hinc illae lacrimae!
Terenz, Andria

Daher kommt denn, dass er [der Mensch] seine Hauptfähigkeiten an die Spitze des Ganzen setzt und, was an ihm das Mindere sich findet, ganz und gar ableugnen und aus seiner eignen Totalität hinausstoßen möchte.
Goethe, Zur Morphologie II,2

Daher kommt, dass offenbarte Wahrheiten erst im stillen zugestanden werden, sich nach und nach verbreiten, bis dasjenige, was man hartnäckig geleugnet hat, endlich als etwas ganz Natürliches erscheinen mag.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1266

Daher malte auch jener Maler zwei prozessierende Bauern ganz recht, den einen im Hemde, den andern nackend.
Weber, Demokritos

Daher sind auch gewisse Vorstellungen und Leidenschaften nicht in unserer Gewalt und ebensowenig Handlungen, die wir infolge solcher Vorstellungen und Gedanken begehen, sondern, wie Philolaos sagte, 'es gibt gewisse Gedanken, die stärker sind als wir'.
Aristoteles, Eudemische Ethik

Daher wehrt man sich im Wissenschaftlichen so lange als nur möglich für das Hergebrachte, und es entstehen heftige, langwierige Streitigkeiten, theoretische sowohl als praktische Retardationen.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Zwischenbetrachtung

Daher wenn er [der Mensch] auch die astrologischen Grillen, als regiere der gestirnte Himmel die Schicksale der Menschen, verständig aufgab, so wollte er doch die Überzeugung nicht fahren lassen, dass, wo nicht die Fixsterne, doch die Planeten, wo nicht die Planeten, doch der Mond die Witterung bedinge, bestimme und auf dieselbe einen regelmäßigen Einfluss ausübe.
Goethe, Versuch einer Witterungslehre. Einleitendes

Daher will man, dass ein Talent, das sich in einem gewissen Feld hervortat, dessen Art und Weise allgemein anerkannt und beliebt ist, aus seinem Kreise sich nicht entferne oder wohl gar in einen weit abgelegenen hinüberspringe. [...] Auch ist jedes energische Talent ein allgemeines, das überall hinschaut und seine Tätigkeit da und dort nach Belieben ausübt.
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums - Verfolg - Schicksal der Handschrift

Daher wurden Gesetze geschaffen, damit der Stärkere nicht alles vermöge.
Ovid, Festkalender

Daher Zorn und Tränen.
la] Inde irae et lacrimae.
Juvenal

Daherfliegen wie der Pfaff aus dem Federfass.

Dahergehen noch mehr.
Nürtingen
i] Spott auf einen fehlgegangenen Streich.

Dahergehen, wie d' Katz in Flöklschueh.
Oberösterreich

Daherkommen wie ein Pfitzigpfeil.
Oberösterreich
i] Recht schnell.

Dahersteigen wie da Hahn on Gerstenhalmen.
Oberösterreich

Daheym ist ein man zwen.

Daheym ist er (mancher) ein man.
i] Vom Schwachen, Furchtsamen, nichts Vermögenden.
la] Extra periculum audax (ferox).
la] Gallus in suo sterquilinio plurimum potest.

Daheym ist gut gelert sein.
z] Es thut eim niemand widersprechen, aber draussen brauchts schnauffens.

Daheym nur ists geheym.
z] Die Worte vor der Pforte, die fliegen von Orte zu Orte, es hält sie nicht Nagel, nicht Leim.
it] Chi vuol star bene non bisogna partirsi da casa sua.
la] Domi manere oportet belli fortunatum.
la] Nil miserabilius, quam incerta sede vagari.
la] Nullus est locus domestica sede jucundior.

Dahin fließen die Tage, und unwiderruflich läuft das Leben ab.
la] Fluunt dies et inreparabilis vita decurrit. Seneca

Dahin fließt das Wasser ab, wo die niedrigste Stelle ist.
Estland

Dahin gehen noch mehr.
Rottenburg
i] Spott auf einen danebengegangenen Streich.

Dahin ist es gekommen! Spanier!
Schiller, Don Carlos V, 5

Dahin musste es kommen, sagte der Bauer und spannte seine Frau vor die Egge.

Dahin! Dahin!
Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!
Goethe, Balladen, Mignon

Dahinfahren wie ein Strom (o. Wasser).

Dahingehen, wohin der größte Potentat keinen Gesandten schicken kann.

Dahingehts hat der Spaz gsagt, hat 'n die Kaz im Maul gehabt.
Rott.-Tal

Dahinter steckt ein Aal.
i] D. i. ein Betrug.
fr] Il y a anguille.
fr] Il y a quelque anguille sous roche.

Dahinter steckt etwas.
la] Causa aliqua subest.

Dahoam, dahoam is doch dahoam! Wannst net furt muaßt, bleib, d' Hoamat is da zweite Muatterleib!

Dahocken wie ein Pfund Schnitz.

Dahocken wie ein Wurzelmännlein.

Dahr Bohk (Bock) wird o ne (auch nicht) de mehste Milch gan.
Oberlausitz
i] Bei dieser Sache, diesem Geschäft ist wenig zu gewinnen. Der Ton liegt auf: der.

Dai den Koalenner (Kalender) maket, dä iätet ok Brot.
Iserlohn

Dai druaned (dröhnen) as ne Kau (Kuh), die melk wer'en wel.
Grafschaft Mark
i] Vom dumpfen Gebrüll des Rindviehes.

Dai es ächten (= hinten) nitt as väören, süss (= sonst) könn he met der Fuet (= dem Hintern) Nüete (= Nüsse) knappen. Iserlohn

Dai es ächten (hinten) nitt as väören, süß (sonst) könn he met der Fuet (dem Hintern) Nüete (Nüsse) knappen.
Iserlohn

Dai es ânkuemen (angelaufen) as de Suege im Jéudenhéuse.
Iserlohn - De kummt an as de' Mutt (Sau) in't Judenhûs. Rastede

Dai es so besuopen (besoffen), hä süht den hiemmel för 'n dudelsack un de hillgen drai küenige för spitsbauwen an.

Dai es so geschickt, as en Iësel omme Prumenbome (auf dem Pflaumenbaume).
Iserlohn

Dai es te Plasse kuemen as de Rü'e te Kalle.
Iserlohn
i] Er ist sehr übel angekommen. Dem fremden Hunde, der in Kalle bei Iserlohn einen Besuch machte, ging, als er, verfolgt, durch eine Hecke brach, von dem verloren, was der Pape zu beklagen hatte, der Hinz, den Kater, fillen wollte.

Dai et in der Hölle gewuent es, diäm es et niene Pinn.
Grafschaft Mark

Dai géid (geht) der düär as de Kau düär den Niewel.
Grafschaft Mark

Dai Goëd (Gott) taiket (gezeichnet) hett, sind de slimesten.
Driburg

Dai häld ân as en Krüepel (Krüppel) am Wéäge.
Iserlohn

Dai héad en Gewîeten (Gewissen) as en Mallersack.
Grafschaft Mark

Dai héäd en Magen as en Saldoatentornister.
Grafschaft Mark
ho] Dat ligt mij te hard in de maag.
ho] Dat zit hem dwars in de maag.

Dai héäd 'et Maul uàpen, as wen et Brêi rêägende.
Iserlohn

Dai héad mär Schläge krîegen as en Iesel in Unna.
Grafschaft Mark
i] Unna am Hellwege ist wegen seiner Esel sprichwörtlich.

Dai hiät sik en Lack maket, dat kliäwet iän titliäwens an.
Iserlohn
i] Lack = Flecken, Schimpf, altsächsisch lahan = tadeln.

Dai kiket met enem Oge nam Hiemel, un met dem annern in de Westentaske.
Iserlohn (Zur Bezeichnung eines Scheinheiligen)

Dai könn sick wuol im Fingerhaue kuoken un met der Nainoal opscheppen.
Grafschaft Mark

Dai làiped (läuft) derümme as de Katte üm den hèiten Brêi.
Grafschaft Mark

Dai lätt ok gärne Guodes Water üöwer Guodes Lant goan.
Iserlohn
hdt] Er lässt auch gerne Gottes Wasser über Gottes Land gehen.

Dai löpet (läuft) ok met as et Hiemt im Aese.
Iserlohn
i] Von einem verachteten Gesellschafter.

Dai Lü (Leute) hett kain guet Holt am Truoge.

Dai máiped as 'ne Bréud.
Grafschaft Mark
i] Nicht recht einbeißen wollen, geziert essen, maulen, von Mappe = Mund. Er isst so geziert wie eine Braut.

Dai maut enem de Bülten (Pilze) vom Hiärten schuwen.
Iserlohn
i] Der große Dieb hilft den kleinen einfangen und lenkt dadurch den Verdacht von sich ab.

Dai maut noch dör de Bockmuele trocken wären.
Grafschaft Mark

Dai möch viel Heu hewwen, dä jedem 't Mul woll stoppen.

Dai molked (melkt) mä med ëinem S'trieke, had de Man saght, doa hadde den Oßen mained.
Hagen
i] Striek = Strich, Zitze am Euter.

Dai 'ne Hor (Hure) sik niemt te Aeren, es en Schelm oadder well enen wären.
Grafschaft Mark

Dai sall noch wohl kuemen (kommen), de Katte hett ne nitt fräten.
i] So sagt man in der Grafschaft Mark, wenn der Schnee länger als gewöhnlich ausbleibt.

Dai schickt sik so prächtich dertau as de Iesel taum Figgelêinen strâiken (Violine streichen).
Grafschaft Mark

Dai sgend as en Kîetelläpper.
Grafschaft Mark
i] Sgennen, sgenden = schimpfen, schelten, Kesselflicker, Läpper zu Lappen.

Dai sgend as en Wannenflicker.
i] Wanne oder Schwinge zum Reinigen des Getreides.

Dai sittet dertüsken (dazwischen) as de Ule tüsken den Kraigen (Krähen).

<<< operone >>>


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