Weisheiten 52


Daraus mag der Teufel klug werden!
Steiermark

Daraus wird eine lange Metten.

Daraus wird nichts(, wenn die Kuh den Ochsen leckt).
Estland

Daraus wird nichts, wenn die Kuh den Ochsen leckt. Estland

Daraus, dass man die Menschen mit Gewalt der Gerechtigkeit unterwerfen kann, folgt durchaus nicht, dass es gerecht sei, die Menschen der Gewalt zu unterwerfen.
Pascal

Daraus, daß man die Menschen mit Gewalt der Gerechtigkeit unterwerfen kann, folgt durchaus nicht, daß es gerecht sei, die Menschen der Gewalt zu unterwerfen.
Pascal

Darbey erkennt man einen Narren, wenn er will klug seyn.

Darbmann gibt keine fetten Almosen.
dä] Taro giör ikke feed almisse.

Darein wird er seine Nase nicht stecken.
ho] Hij zal er zijn neus wel buiten houden.

Darf eine einzige fehlgeschlagene Hoffnung uns gegen die Welt so unversöhnlich machen?
Lessing, Emilia Galotti, V, 5 (Prinz)

Darf Gott gute Hecht und Ochsen und guten rheinischen Wein schaffen, so darf ich sie auch wohl genießen.
Luther

Darf man das Volk betrügen?
Ich sage: nein!
Doch willst du sie belügen,
So mach es nur nicht fein.
Goethe, Lug oder Trug?

Darf man ein klein Versehn aus Trunkenheit
Nicht übersehn, wie muss der Blick es rügen,
Erscheint vor uns, gekäut, verschluckt, verdaut
Ein Hauptverbrechen?
en] If little faults, proceeding on distemper,
Shall not be wink'd at, how shall we stretch our eye
When capital crimes, chew'd, swallow'd, and digested,
Appear befor us?
Shakespeare, König Heinrich V. II,2

Darff einer ein Ding tun, so dürffens andere sagen.

Darf's der eine tun, so darf's der andere sagen.

Darfs einer tun, so darfs der andere sagen.

Darfst dich nicht blähen wie ein Pfauen, musst fein auf die Füße schauen.
z] Der Pfau hebt sein Haupt empor, machet einen langen Hals und hebt die schönen langen Federn empor, dass sie umb ihn herstehen, wie ein Circus oder Rad, sobald er aber seiner grewlicheu Füsse inne wird, entfällt ihm der Muth und alle Hoffart wieder, und läst die Federn seines Schwanzes wiederumb niedersinken.

Darfst grad sagn: Haferl, ist die Suppe a schon drinn.
Rott-Tal
i] Die Sache geht nicht so leicht.

Darfst nur sagen: Tischlein, deck' dich!
i] Ironisch für: so leicht geht's nicht, daraus wird nichts. Die Redensart: Tisch'l, decke dich, findet sich schon in dem griechischen Lustspieldichter Krates in einem uns von Athenäus Deipnosophisten erhaltenen Fragmenten angedeutet.

Darin besteht die rechte Vogelschau, dass man für das Vaterland kämpft.
Altgriechisch

Darin besteht ja das Wesen der Zivilisation und Barbarei, dass die Menschen nicht an ihren richtigen Platz kommen.
Paul Ernst, Zusammenbruch und Glaube

Darin besteht ja die Teufelei weiblicher Reize, dass sie einen zwingen, sein eigenes Verderben herbeizusehnen.
Shaw, Mensch und Übermensch, 1 (Tanner)

Darin besteht unser ganzes Heil, dass wir ein klares Licht darüber haben, wie das göttliche Gesetz vollkommen zu beobachten ist.
Teresa von Ávila, Weg der Vollkommenheit

Darin bin ich dir über.
Reuter, Ut mine Stromtid, 1. Kap.

Darin bin ich komisch.
i] Aus der Posse Der gebildete Hausknecht von David Kalisch in den Volksmund übergegangen.

Darin erblicken wir unsere Freiheit, alles das zu verwirklichen, was dem Kommen dieses Menschenreichs, dem Aufbau dieses Menschenstaates dient.
Johannes R. Becher, Das poetische Prinzip

Darin ermahne ich euch: Hört die innere Stimme.
Bernhard von Clairvaux, Über die Bekehrung

Darin gleicht das Leben der Menschen einem Würfelspiel:
Wenn der Wurf, den man ganz nötig hat, nicht fällt,
Verbessert man, was durch Zufall fiel, durch Kunst.
Catull, Gedichte

Darin ist der Wurm.
ho] Als keizer karel erin is, dan is het mis.

Darin ist er zu Hause.

Darin ist weder Salz noch Schmalz.

Darin lag gerade die tiefste Ursache für das relative Unglück aller Ehen, dass der Mann die Verbindung mit einer manchmal absichtlichen Lüge einging, häufig als Opfer seiner Sinnestäuschung, weil er sein Ich in das Geschöpf hineindichtete, das er sich ähnlich machen wollte.
Strindberg, Am offenen Meer

Darin liegt das Wesen der Dankbarkeit: Dem, der uns einen Gefallen getan hat, dem sollen wir dafür einen Gegendienst leisten und selbst wieder mit der Gefälligkeit den Anfang machen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Darin liegt die dynamische und dämonische Natur des Hasses, der alle Schranken überspringt und sich überall einfrisst: Es fängt damit an, dass man eine bestimmte soziale Gruppe hasst, und endet damit, dass man die ganze Gesellschaft verachtet. Es fängt damit an, dass man die Juden verfolgt und am Ende die ganze Menschheit bedroht. Jeder Hass wird zum Selbsthass.
Elie Wiesel, Der fünfte Sohn

Darin sehen wir die echte innerparteiliche Demokratie, dass die Mitglieder nicht nur beschließen, sondern auch durchführen.
Wilhelm Pieck, Die Einheit des schaffenden deutschen Volkes

Darin sind die Lehrjungen Meister.
i] Wo es gilt, etwas zu verderben oder einen dummen Streich zu machen.

Darin sind die Weiber fein und haben recht, wenn sie zwei Verehrer in gutem Vernehmen miteinander erhalten können, ist der Vorteil immer ihr, so selten es auch angeht.
Goethe, Werther 1. Buch, 30. Juli

Darin sind wir sehr groß, die Fehler anderer zu sehen und zu kritisieren, besonders, wenn es ihnen schwerfällt, sich zur Wehr zu setzen. Die Sache mit der Selbstkritik ist schon schwieriger.
Victor Goethe - morgen

Darin und daneben hat viel Platz.

Darin waren nun wieder die Griechen so groß, dass sie weniger auf die Treue eines historischen Faktums gingen als darauf, wie es der Dichter behandelte.
Goethe, Eckermann, 31.1.1827

Darin zeigt sich der große Mann, dass er bei Aufruhr nur die Schuldigen straft, die Menge dagegen verschont und in jeder Lage des Staates Recht und Pflicht aufrecht erhält.
Cicero, Von den Pflichten

Darmit hett he de Magen verdorwen.
i] Das tut er nicht gern.

Darna einer deit, darna idt im geit.

Darna Gras, darna Quas, darna Gast, darna Quast.

Darnach das Glück tut deiner walten, also die freund sich zu dir halten.

Darnach das Wasser ist, danach sind die Fisch.

Darnach der Esel ist, also gibt man ihm Futer.

Darnach der Kopf ist, so macht man die Laug.

Darnach der Mann Geld gibt, pfeifft der Spielmann.

Darnach der Mann ist, danach ist auch sein Glück.

Darnach der Mann ist, ist auch seine Kraft.
Richt. VIII, 21

Darnach der Mann wert, so wird er geehrt.
mhd] Aber sew wellen merken nicht, daz man gern haltet den man nâch dem, und er sich halten chan.

Darnach der Mann, so brät man ihm ein Hering.

Darnach die Arbeit, darnach der Lohn.

Darnach die Gäste sind, brät man die Bücklinge.

Darnach die Herren Leute vmb sich haben, also sein sie auch.

Darnach die Zeit ist, so macht der Wirt die Zeche.

Darnach du hast, darnach gib.

Darnach einer ein licht im Hirn hat, also sihet und versteht er ein ding.

Darnach einer wirbt, danach er stirbt.
mhd] Vil manic man erstirbet dar nâch als er wirbet, der niemer übeler erstirbe ob er rehte würbe.
mhd] Swie ie die liute wurben si sergeten unz si sturben.

Darnach es fallt.
i] Z.B. im Kriege, Spiel u.s.w. soll das oder jenes geschehen. Nach der Anekdote vom Tröpflein unter der Nase, welches bestimmte, ob der Gast mitesse oder nicht.

Darnach es kommt.
i] Von der Ungewissheit der uns treffenden Schicksale. Sagt man, dass jemand sich 'frewen werde, wenn dies oder ihenes geschicht, so antwortt man: Darnach es kommt, danach es gerett und fellt.' Es kann auch nicht geschehen oder so, dass man sich nicht freuen kann.

Darnach es mich ansieht, darnach tu ich.

Darnach gesoffen, danach geschlaffen.

Darnach hanget sein Ohr.
i] Steht sein Wille.

Darnach hat man Gelüst, was des anderen ist.
la] Aliena nobis, nostra plus aliis placent.

Darnach Kirchweih, danach Ablass.

Darnach kräht kein Hahn.

Darnach man das Feld baut, darnach trägt es Früchte.

Darnach man ringt, das gelingt.

Darnach rennt einem die Zunge weg.
i] Wenn etwas sehr gut schmeckt.

Darnach sich einer helt, darnach wird er wider gehalten.

Darnach steht der gaul, wie er sein tag gangen.

Darnach ward es tag.
i] Um das Aufwachen aus Träumen, in die man eingewiegt war, zu bezeichnen.
fr] Cela est clair.
fr] Être à de couvert.
ho] Daarna worde het dag.
la] Deinde expergiscebar.
la] Ex templo evigilo, fugit et mea lumina somnus, ortaque de coelo canduit alma dies.

Darnach ward's Tag.

Darnae werk, darnae loin.
Westfalen
hdt] Danach Werk, danach Lohn.
i] Der Lohn muss im richtigen Verhältnis zur Arbeit stehen.

Darnô geade Nôcht Schêssbrig.
Siebenbürgen/Sachsen
i] Dann, gute Nacht, Schässburg, d.i. dann ist's aus.

Daröver geiht nix, sä de Jung, in'n Bett liggen un'n Botter brot inne Hand!

Darr (dürr, trocken) ün hojech (hoch) ün stinkt nuch Rojech (Rauch).
Jüdisch-deutsch (Von einem langen, magern Menschen, der viel Ähnlichkeit mit einem geräucherten Fisch hat)

Darr haut's (hat das) Geld eigen.
Sprottau

Darstellen ist im Gebiet des Geistes vom Wort abhängig. Das Wort finden heisst also die Dinge selbst finden.
Hebbel

Darstellende Maler und Dichter
Übeten, alles zu wagen, von jeher gleiche Befugnis.
Horaz, Von der Dichtkunst

Darten Nêrs (Arsch), darten Nêrs, hadde de Kêrel segt, hadde 't Kalv bî de Stêrt uphulpen.
Ostfriesland

Darten Nêrs, darten Nêrs, hatte de Kerel segt, hadde 't Kalw bi de Stört uphulpen. Ostfriesland

Darto is he de Mann nig.
i] Dazu ist er nicht befähigt.

Darüber fing er Feuer.
fr] Cela le mit en feu.

Darüber geht nichts als der Luftballon.
Breslau
i] Die Redensart ist offenbar erst seit der Belagerung von Paris im Winter 1870-71 entstanden.

Darüber hätten einem die Augen bluten mögen.
i] Ein älterer Chronist über die Not des Jahres 1639 in der Stadt Croßen.

Darüber hinaus.
i] Wahlspruch Kaiser Karls V.
la] Plus ultra!

Darüber ist schon Gras gewachsen.
i] Ist längst vergessen.
ndt] Dar wasset wohl Gras öwer.
i] Erinnert auch an die bekannte Verjährungsfrist 'Jahr und Tag', wenn angedeutet werden soll, dass die Dauer eines Zustandes diesem gewissermassen eine rechtliche Eigenschaft verliehen habe.
en] this matter has been long forgotten
fr] Cette chose est au rang des péchés oubliés.
fr] il y a belle lurette qu'on n 'y pense plus
ho] Dat is reeds lang met gras begroeid.
ho] Het gras is erover gewassen.
it] è acqua passata

Darüber kann man mit Parêsken (Bastschuhen) gehen.
i] Scherzhaft von einem Brei, der sehr dick ist.

Darüber lass dir keine Hörner wachsen.

Darüber lasse ich mir keine grauen Haare wachsen
en] I won't lose any sleep over it
fr] c'est là le moindre de mes soucis -je ne vais pas me faire du mauvais sang - je ne me fais pas de cheveux pour ça (ellipse de 'se faire des cheveux blancs ou gris') - je ne me ferai pas de bile (o. un sang d'encre o. du mouron)
it] non me ne do pensiero - non mi guasto il sangue per questo

Darüber lässt sich reden
en] that sounds reasonable
fr] on peut en discuter (o. s'entendre là-dessus)
it] se ne può discutere

Darüber muss man einen Schleier werfen.
ho] Laat ons daar maar een' sluijer overwerpen.

Darüber schweigt die Weltgeschichte.

Darüber sind die Gelehrten noch nicht einig.
i] Wird aus dem Lateinischen des Horaz abgeleitet: grammatici certant et adhuc sub judice lis est. (Da sind die Forscher nicht eins und bis jetzt liegt der Streit noch vor dem Richter.)
ho] De geleerdsten zijn het niet eens.

Darüber sind mir schier nahe graue haar gewachsen.

Darüber wird sich ein Habenreisen heben.
Luthers Tischreden

Darüber zanken, wo der vergangene Schnee hingekommen ist.
z] Der Prälat gab vor, dass es nicht hujus loci were, zu Zanken, wo der vergangene Schnee hinkommen sei.

Darum an dem langen Tage
Merke dir es, liebe Brust:
Jeder Tag hat seine Plage,
Und die Nacht hat ihre Lust.
Goethe, Aus Wilhelm Meister - Philine

Darum bekommt die Katze keinen Klaps.
i] Die Sache ist unbedeutend, nicht der Rede wert.

Darum besteht die richtige Behandlung jeder Angst darin, dass man vernünftig und ruhig aber konzentriert so lange darüber nachdenkt, bis sie einem völlig vertraut geworden ist. Schließlich wird diese Vertrautheit das Grauen abstumpfen; die ganze Sache wird langweilig, und unsere Gedanken kehren sich davon ab - aber nicht, wie ehedem, durch eine Willensanstrengung, sondern weil wir uns nicht mehr genügend dafür interessieren.
Bertrand Russell, The Conquest of Happiness, I, 5

Darum bleibe ich doch immer der Pastor Bödeker.
i] Der bekannte Pastor in Hannover setzte sich so sehr über gewisse gesellschaftliche Formen (Etikette) weg, dass er abends auch einem angetrunkenen Bürger den Arm reichte, um ihn wegen 'plötzlichen Schwindels' gütig nach Hause zu führen. Es wurde endlich zum scherzhaften Sprichwort, sich selbst mit diesen Worten wegen eines kleinen Rausches zu entschuldigen.

Darum dürft' ich ein glühiges Eisen tragen.
i] Feuerprobe zur Bestätigung der Wahrheit.

Darum eben ist die Kunst die Sprache des Unaussprechlichen, ist nur Fühlen, dem sich kein Mensch in Worten Rechenschaft geben kann.
Julius Hebing, Lebenskreise - Farbenkreise

Darum gäb ich keinen Rübenschnitz.
z] So schwer ich das ein hohen eyd, das ich nit ein rubschnitz geb um die wohl, so lang ich leb.
i] Um die Wertlosigkeit einer Sache zu bezeichnen.

Darum geb' ich kein Haar.
ho] Ik geef daarvoor geen haar van mijn hoofd.

Darum geb' ich nicht einen Birnenstiel.
mhd] Umb alle schaut gaeb er niht ein birnstil.

Darum gebe ich keinen Schnitz.

Darum geduldig in dem Kreis verharren,
Den uns ein Gott gezogen, gibt uns Stärke
Des Stärksten, Freude selbst des Freudigsten.
L. Schefer, Laienbrevier, Februar

Darum geht es: Man muss immer die nächste Sprosse anpeilen, so verrückt das klingen mag.
Lido Anthony 'Lee' lacocca, Mein amerikanischer Traum

Darum geht noch kein Land verloren.

Darum gibt es für die Menschen nichts Göttliches und Beseligendes als das, was allein der Mühe wert ist, nämlich das, was an Denkkraft und Vernunft in uns ist. Denn von allem, was wir haben, scheint dies allein unvergänglich und allein göttlich zu sein.
Aristoteles

Darum heisst die Hure noch nicht Künstlerin, weil sie das Handwerk des Reibens versteht.
Russland

Darum in deinen fröhlichen Tagen
Fürchte des Unglücks tückische Nähe!
Schiller, Die Braut von Messina, IV, 4 (Chor)

Darum ist die Freiheit allein der Probestein der Charaktere, und sie macht auch allein die großen Menschen möglich. Selbstbeherrschung bis zur Opferung des Lebens Maß bis zur Verleugnung der heißesten Triebe ist nur in der Freiheit möglich; denn sonst kann es nur als Gebundensein, nicht als Selbstbestimmung vorliegen.
A. Stifter, An Gustav Heckenast, 23.5. 1848

Darum ist die Natur so groß, weil sie vergessen hat, dass sie Chaos war, und doch kann es ihr auch wieder einfallen, wenn es sein muss.
Søren Kierkegaard, Entweder - Oder

Darum ist echte Bildung, ebenso wie echte Körperkultur, Erfüllung und Antrieb zugleich, ist überall am Ziele und bleibt doch nirgends rasten, ist ein Unterwegssein im Unendlichen, ein Mitschwingen im Universum, ein Mitleben im Zeitlosen.
Hesse, Eine Bibliothek der Weltliteratur

Darum ist einer nicht tüchtig, dass er sich selbst lobt, sondern, dass ihn der Herr lobt.

Darum ist man auf die Macht verfallen, da man das Gerechte nicht finden konnte.
Pascal, Gedanken

Darum keine Feindschaft.
i] Nichts für ungut.

Darum kên Hôr (Hure), wenn't Kind man god is.

Darum lasst uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit.
1. Kor. 5, 8

Darum liebe ich die Kinder, weil sie die Welt und sich selbst noch im schönen Zauberspiegel ihrer Phantasie sehen.
Storm, an Therese Rowohl, März 1838

Darum lob ich mir, niedrig zu stehen,
Mich verbergend in meiner Schwäche.
Schiller, Die Braut von Messina, 240/41 (Chor)

Darum mach' ich keinen Finger nass.
ho] Hij heeft er geen vinger om nat gemaakt.

Darum mag ich Ihnen gern die Wahrheit Ihrer Behauptung, dass Deutschland mich nicht verstanden, in bedingter Weise zugestehen.
Goethe, A. G. v. Stroganoff, letzte Lebensjahre

Darum möge, was ich bin, irgendwo und für alle Zeit
gegründet sein und gesichert und ein glühender Zeuge,
der bedachtsam sich zerstört und unaufhörlich sich bewahrt,
offensichtlich hingegeben seiner ursprünglichen Verpflichtung.
P. Neruda, Es besagt Schatten

Darum muss man die Jugend vor Schmeichlern wohl bewahren: sie höre Wahrheit, sei bisweilen schüchtern, immer bescheiden und gegen Ältere ehrerbietig; nie lasse man sie etwas ertrotzen; was man ihren Tränen abgeschlagen hat, gestatte man ihr, wenn sie sich ruhig verhält; den Reichtum der Eltern mag sie vor Augen haben, in den Händen nicht. Übereilte Handlungen lasse man nicht ungeahndet.
Seneca, Drei Bücher über den Zorn

Darum sagen wir doch auch, dass man Vater und Mutter, die für uns die Ursache geworden sind, dass wir die Sonne und das Licht schauen, und damit Ursache der größten Güter, über die Maßen achten und verehren müssen, denn sie sind, wie es scheint, schuld daran, dass wir vernünftig denken und sehen.
Aristoteles, Protreptikos

Darum sall de Ploeg (Pflug) noch nich up de Hille kamen.
Ostfriesland
i] Unter Hille (aus Hilde) wird der Raum unter dem Dache in dem Angebäude eines Bauernhauses oder in Vieh- und Pferdeställen verstanden, wo das Langfutter (Heu und Stroh) über den Balken auf einer Schwarten- oder Stangenunterlage ruht.

Darum schätze ich sogar den Widerspruch derer höher, welche die rein menschliche Bedeutung der Kunst erfassen, als den kränklichen Enthusiasmus der überschwenglichen Dichter unseres Volkes, welche mich mit Phrasen ersticken...
Goethe, A. G. v. Stroganoff, letzte Lebensjahre

Darum schlagen sich die Mönche.
dä] Det er det munkene slaaes om.

Darum sind die Oblaten so zart im katholischen Welschland,
Denn aus demselbigen Teig weihet der Priester den Gott.
Goethe, Venezianische Epigramme 19

Darum sind Selbstbiographien nur dann wahrhaft lehrreich, wenn sie eine große Anzahl von Tatsachen enthalten. Die Selbstbetrachtungen können leicht irreführen.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 2. 2. 1835

Darum soll ein Obrigkeit auf drei Stücke gehen: auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Weisheit.
Paracelsus, Ex libro de magnificis et superbis

Darum sorget nicht für den andern Morgen: denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigne Plage habe.
Matth. 6, 34 (Bergpredigt)

Darum stinkt's auch so.
i] Studentische Redensart zur Abweisung oder Verspottung von Prahlereien und Drohungen.

Darum versenkt, wer im ungeschlichteten Zwist der Völker nach geistiger Ruhe strebt, gern den Blick in das stille Leben der Pflanzen...
A. v. Humboldt, Ansichten der Natur

Darum werden so viele Menschen durch die Erscheinung eines neuen, fremden Menschen in der Gesellschaft beunruhigt. Er entdeckt ihnen, was sie nicht haben, und dann hassen sie ihn, oder er entdeckt ihnen durch sein Gegenteil, was sie haben, und so verachten sie ihn wieder. Ist er besonders höflich und galant, so ist er den Groben zuwider, ist er grob, so ist er den Höflichen und im Grunde allen zuwider, und so durch alles durch.
Goethe, Riemer, 19. 3. 1807

Darum wird dem Mund Essen gegeben, damit er spricht.
Estland

Darum wird der Staatsverein geschlossen, solcher Roheit und Willkür abzuhelfen, und alles Recht und alle positiven Gesetze sind wiederum nur ein ewiger Versuch, die Selbsthilfe der Individuen gegeneinander abzuwehren.
Goethe, F. v. Müller, 29. 4. 1818

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen und sie werden sein Ein Fleisch.
1. Mos. 2, 24

Darum wünscht der Bürger seine alte Verfassung zu behalten, von seinen Landsleuten regiert zu sein, weil er weiß, wie er geführt wird, weil er von ihnen Ureigennutz, Teilnehmung an seinem Schicksal hoffen kann.
Goethe, Egmont A IV, Der Culenburgische Palast (Egmont)

Darum, setzt der Philosoph hinzu, sind alle Parteien ohne Ausnahme, solange sie nach der Macht trachten, nur verschiedene Formen des Absolutismus, und es wird darum so lange keine Freiheit für die Bürger, keine Ordnung für die Gesellschaft, keine Vereinigung unter den Arbeitern geben, als bis in dem politischen Katechismus die Verzichtleistung auf die Autorität die Stelle des Glaubens an die Autorität eingenommen hat.
Pierre Proudhon, Bekenntnisse eines Revolutionärs

Darum, solang du leidest,
Solang auch hoffe noch! Das größte Glück
Der Sterblichen bleibt immer Hoffnung, Hoffnung!
L. Schefer, Laienbrevier, Januar

Darum, weil es keine Bananen gibt, werd' ich die Taja (eine Erdfrucht) nicht Vater nennen.
i] Die Not macht mich nicht zum Schmeichler.

Darumb nagt der Hund ein Bein, weil ers nit gantz verschlucken kann.
fr] Le chien ronge l'os pour ce qui ne le peult engloutir.
ho] De hond knaagt aan het been, omdat hij het niet door kann zwelgen.
it] Il cane rode l'osso perchè non lo puo inghiottire.

Darümb wird einer zum Pfaffen, dass keiner vor ihn trinke, sondern er vor alle.

Darummen henckt sich kein Bauer.

Darunter steckt der Knack.

Darup is gô töven, aver quâd fasten.
Holstein
i] Von langwierigen Dingen, von fernen Hoffnungen. Auch töben = warten.

Darup to lop'n (laufen) wet'n.

Darup warde ik Mann.
i] Dafür bin ich Bürge.

Darût is nicks to mâken.
i] Es kann daraus nichts Ordentliches werden. Auch: Es ist darauf kein Gewicht zu legen.

Darvör will ick'n Sticken stäken.
i] Der Sache will ich Einhalt tun.

Darvungan (davongehen) as de Hund, de de Steert afhaut is.

Darzutun wäre, welches der wahre Weg der Naturforschung sei: wie derselbe auf dem einfachsten Fortgange der Beobachtung beruhe, die Beobachtung zum Versuch zu steigern sei, und wie dieser endlich zum Resultat führe.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1283

Das [römische]+ Karneval ist, wie wir bald bemerken können, eigentlich nur eine Fortsetzung oder vielmehr der Gipfel jener gewöhnlichen sonn- und festtägigen Freuden; es ist nichts Neues, nichts Fremdes, nichts Einziges, sondern es schließt sich nur an die römische Lebensweise ganz natürlich an.
Italienische Reise III, Das römische Karneval

Das A ist nicht so schwer wie das Z
z] Die Geschichte ist von A bis Z erfunden
en] from A to Z
fr] De A à Z

Das A und O von etwas sein
i] Wichtig, eine Lebensbedingung, die Grundvoraussetzung. Im griechischen Alphabet ist A der erste und O der letzte Buchstabe = Anfang und Ende. Offb 1,8, 21,6 und 22,13. Allmacht Gottes.
en] the be-all and end-all, the essence

Das Aag (Auge) darf nit sehe', was die Hand tut.
Jüdisch-deutsch (In Bezug auf die den Armen gereichte Unterstützung)

Das Aas an die Angel stecken.
i] Einen mit List reizen, fangen.
la] Escam hamo circumponere.

Das Aas lässt wissen, wo es sich befindet.
Walisisch

Das Aas lockt die Würmer herbei.
sd] Aas lockar örnen ut.

Das Aas stinkt über sein Lager hinaus.
dä] Aadslet stinker laenger bort, end den sted der ligger.

Das Abbacken Kranker, vor allem skrophulöser, tuberkulöser Kinder und Rheumatiker, ist eine uralte volksmedizinische Heilart
i] Bußordnungen des 11. Jahrhunderts verbieten den Müttern bei strenger Strafe, fieberkranke Kinder in den Ofen zu legen.
z] Sie binden die Arme dem ohnedem schmachtenden Kinde auf eine Kuchen-Scheibe und schieben solche nach ausgenommenem Brote etliche Male in einen Back-Ofen, dass es nicht Wunder wäre, das Kind erstickte in der Hitze. Bei solch alt aussehenden Kindern, die das 'Älterlein' haben, sagte man den Spruch: 'Alt hinein und jung heraus'.
z] Ein rheumatischer Bauer versuchte im November 1906 seine Schmerzen abzubacken. Er rieb sich mit Petroleum ein und legte sich dann in den noch warmen Backofen. Nach einigen Stunden fand man ihn als Leiche, da er offenbar durch die im Ofen sich entwickelnden Gase erstickt war.
z] Drei Donnerstage hintereinander und zwar bei abnehmendem Mond nach Sonnenuntergang knetet man einen Teig, formt daraus 3 Brote und bäckt sie im Backofen. Währenddessen geht ein anderer ums Haus und fragt beim Küchenfenster: 'Was backst?' Antwort: 'Ich backe dem (der) N.N. die Darre (= Abzehrung)ab.' Jener: 'Back, Back!' Das geschieht dreimal und so noch an zwei folgenden Donnerstagen. Jedesmal werden die gebackenen Brote in ein fließendes Wasser geworfen.
Aberglaube

Das Abc einer Sache o. Wissenschaft) lernen.

Das Abc hat nur ein W, unser Leben hat hundert und meh.

Das Abc macht (dem Pfarrer) das meiste Weh.

Das Abendessen hat mehr getötet, als Avizena geheilt hat.
Spanien

Das Abendessen mit Saufen und die Frühmette mit Husten anfangen.

Das Abendessen nach dem Tage, Schlafen bis zum Tage.
Masuren
pl] Wiecaerza dnia spal do dnia.

Das Abendläuten bezeichnet das Ende des Tages, an Werktagen den Abschluß der Tagesarbeit. Darnach darf nicht mehr gearbeitet werden; denn vom Abendläuten bis zum Morgenläuten ist die Zeit der Geister, denen die Nacht gehört.
Aberglaube

Das Abendlied gen Himmel zieht.
i] Der dankbare Aufblick nach vollbrachtem Tagewerke ist Gott besonders angenehm.

Das Abendlied ist leichter als das Morgenlied.
Walisisch

Das Abendmahl auf etwas nehmen können.
Sprichwörtliche Beteuerung (aus den Gottesurteilen des Mittelalters)

Das Abendmahl wird als Amulett betrachtet, das sicher durch das Todestal führt.
Aberglaube

Das Abendmahl wird als Zaubermittel benutzt, um sich in egoistischer Weise reale Vorteile zu verschaffen. Man erhofft vom Tisch des Herrn eine leichte Geburt und kräftiges Leben für das neugeborene Kind.
Aberglaube

Das Abendrot (statt Abendröte), mhd. abentrôt, wird in der Mythologie als männlicher Riese des Abends aufgefaßt werde.
Aberglaube

Das Abendrot schimmert rot - gutes Wetter, das Morgenrot schimmert rot - böses Wetter.

Das Abenteuer (...) ist etwas, das seinem Wesen nach zu uns kommt, etwas, was uns wählt und nicht erst gewählt wird.
Gilbert Keith Chesterton, Heretiker

Das Abenteuer steckt im Abenteuer.
Knut Hamsun, Die letzte Freude

Das aber ist des Alters Schöne,
Dass es die Saiten reiner stimmt,
Dass es der Lust die grellen Töne,
Dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.
Ferdinand von Saar, Gedichte

Das aber ist eben ein neues Problem für mich, dass ein Greis [Bentham] die Laufbahn eines langen Lebens damit beschließen kann, in seinen letzten Tagen noch ein Radikaler zu werden.
Goethe, Eckermann, 3.2.1830

Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun.

Das Aber kostet Überlegung,
Es bringt den Geist erst in Bewegung.
Frei nach Lessing

Das Abschied-Nehmen beginnt bei der Geburt.
Hermann Lahm

Das Abschrecken der Dämonen durch grässliche Gesichter, durch Köpfe von Ungeheuern, Gorgonenhäupter, Sphinxe war etwas Gewöhnliches.
i] Aus den schreckenden Figuren von einst, sind diejenigen von Schutzgeistern geworden. Eine solche Verdrehung, sind die bunten Püppchen (mascottes), die wir heute an den Hinterfenstern vieler Automobile sehen.
Aberglaube

Das absichtlich Lächerliche ist der Scherz: er ist das Bestreben, zwischen den Begriffen des andern und der Realität, durch Verschieben des einen dieser beiden eine Diskrepanz zuwege zu bringen; während sein Gegenteil, der Ernst, in der wenigstens angestrebten genauen Angemessenheit beider zueinander besteht. Versteckt nun aber der Scherz sich hinter dem Ernst, so entsteht die Ironie: z. B. wenn wir auf die Meinungen des andern, welche das Gegenteil der unsrigen sind, mit scheinbarem Ernst eingehen und sie mit ihm zu teilen simulieren; bis endlich das Resultat ihn an uns und ihnen irre macht... Das Umgekehrte der Ironie wäre demnach der hinter dem Scherz versteckte Ernst, und dies ist der Humor. Man könnte ihn den doppelten Kontrapunkt der Ironie nennen.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Das absolut Größte wird nur als unbegreiflich erkannt. Mit ihm koinzidiert das absolut Kleinste.
Nikolaus von Kues, Von der gelehrten Unwissenheit

Das Absolute steht noch über dem Vernünftigen.
Goethe, zu F. v. Müller, 20. Juni 1827

Das absolute Veto hat der Mann sich vorbehalten. Es ist immer dieselbe Tyrannei, wenn auch unter verschiedenen Formen.
Louise Otto-Peters, Die Demokratinnen

Das absolute Wesen, der Gott des Menschen, ist sein eignes Wesen.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Das abstoßendste für mich war die Lehrbuchmoral...
Roland, Denkwürdigkeiten und Erinnerungen

Das Abstrakte und Unpersönliche wird allzu leicht gehässig.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Das abstrakte und Unpersönliche wird allzu leicht gehässig.
Ricarda Huch, Schlussworte auf dem 1. Deutschen Schriftstellerkongress

Das absurde vergöttern zu müssen, [ist der allertraurigste Fall, in welchen der seiner Vernunft sich bewusste Mensch geraten kann.
Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tochter der Luft

Das Absurde, Falsche lässt sich jedermann gefallen: denn es schleicht sich ein, das Wahre, Derbe nicht: denn es schließt aus.
Goethe, Maximen und Reflexionen 881

Das Absurde, mit Geschmack dargestellt, erregt Widerwillen und Bewunderung.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das Abwesende wirkt auf uns durch Überlieferung. Die gewöhnliche ist historisch zu nennen, eine höhere, der Einbildungskraft verwandte, ist mythisch. Sucht man hinter dieser noch etwas Drittes, irgendeine Bedeutung, so verwandelt sie sich in Mystik.
Goethe, Maximen und Reflexionen 535

Das Achezen is die halbe Arbeit!

Das Ächzen hilft niemandem etwas.
Duala (Bantu)

Das Ächzen is die halbe Arbeit!

Das Affektieren irgendeiner Eigenschaft, das Sichbrüsten damit ist ein Selbstgeständnis, dass man sie nicht hat.
Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena

Das Affenvolk hört keinen Rat.

Das águias não nascem pombas.

Das águias não nascem pombos.

Das akademische Leben ist also ein wildes Hasard.
Max Weber, Wissenschaft als Beruf

Das akademische Leben, wenn wir uns auch bei demselben des eigentlichen Fleißes nicht zu rühmen haben, gewährt doch in jeder Art von Ausbildung unendliche Vorteile, weil wir stets von Menschen umgeben sind, welche die Wissenschaft besitzen oder suchen...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,9

Das Albernste, was man find't, ist eine Mutter mit ihrem ersten Kind.
Holland
i] Besonders voll des Lobes soll eine Mutter bei ihrem ersten Kinde sein.

Das alle nicht können tragen, das kann auch einer allein nicht tragen.

Das allein
Ist's, was die Städte Sterblicher zusammenhält,
Wenn treulich man bewahret ihre Satzungen.
Euripides, Die Schutzflehenden, 380/82 (Äthra)

Das allerbeste Mittel gegen die Sorgen ist augenblicklich, sich um die andern bekümmern zu müssen.
Carl Hilty, Glück

Das allerbeste Zeichen des inneren Fortschrittes ist es, wenn es einem in möglichst guter und hoch gesinnter Gesellschaft wohl ist und in gewöhnlicher immer weniger.
Carl Hilty, Für schlaflose Nächte

Das Allerfurchtbarste ist nicht der Tod, ist nicht der Verlust eines ruhmvollen Namens; das Allerfurchtbarste ist, wenn ein Schriftsteller von dem wirklichen, echten Leben durch das Behagen des Familienlebens, durch Wohlstand, allgemeine Achtung, Arbeit, Talent und Ruhm ferngehalten wird.
Serafimowitsch, In dunkler Nacht

Das Allerheiligste.
Sprichwörtlich, oft in übertragenem Sinne nach 2. Mos. 26, 33, 34 und Ebr. 9, 3

Das Allerschönste am ganzen Leben sind seine Illusionen.
Honoré de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Das Allerseltenste aber ist bei weltgeschichtlichen Individuen die Seelengröße.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Das Allerstarrste freudig aufzuschmelzen
Muß Liebesfeuer allgewaltig glühn.
Goethe, Sonette, XIV: Die Zweifelnden: Die Liebenden

Das alles ist nicht mein Bereich -
Was soll ich mir viel Sorge machen?
Die Fische schwimmen glatt im Teich
Und kümmern sich nicht um den Nachen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Das alles macht der Wein, wenn der Dumme will witzig sein.
la] Fecundi calices quem non fecere disertum. Horaz

Das alles war
Schon einmal da.
Karl Gutzkow, Uriel Acosta IV,2

Das allgemeine Beste steht obenan (geht vor).
dä] Det gemeene beste er högeste lov.
la] Salus civium suprema, lex esto.

Das allgemeine Prinzip aber, wonach ein Volk seine Rechte negativ, d. h. bloß zu beurteilen hat, was von der höchsten Gesetzgebung als mit ihrem besten Willen nicht verordnet anzusehn sein möchte, ist in dem Satz enthalten: Was ein Volk nicht über sich selbst beschließen kann, das kann der Gesetzgeber auch nicht Über das Volk beschließen.
Kant, Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis

Das allgemeine Stimmrecht gab der Masse nicht das Recht zu entscheiden, sondern die Entscheidung der einen oder anderen Elite gutzuheißen.
Ortega y Gasset, Aufstand der Massen, Eine statistische Tatsache

Das Allgemeine und das Besondere fallen zusammen: das Besondere ist das Allgemeine, unter verschiedenen Bedingungen erscheinend.
Goethe, Maximen und Reflexionen 569

Das allgemeine vorzügliche Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt und eine stille Größe, in Stellung und Ausdruck.
Johann Joachim Winckelmann, Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke (1755)

Das allgemeine Wahlrecht ist ein Gradmesser für die Reife des Verständnisses, das die verschiedenen Klassen ihren Aufgaben entgegenbringen. Es zeigt, wieweit die verschiedenen Klassen bereit sind, ihre Aufgaben zu lösen. Die eigentliche Lösung der Aufgaben aber erfolgt nicht durch Abstimmung, sondern durch den Klassenkampf in allen seinen Formen bis zum Bürgerkrieg.
Lenin, Die Wahlen und die Diktatur des Proletariats

Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.
Taine

Das allgemeine Wohl soll das höchste Gesetz sein.
la] Salus publica suprema lex esto.

Das allgemeine, gleiche, geheime, direkte, aktive und passive Wahlrecht für alle Erwachsenen bedeutet nur die letzte Entwicklungsstufe der bürgerlichen Demokratie und wird zur Grundlage und zum Deckmantel für die vollkommenste politische Form der Klassenherrschaft der Besitzenden und Ausbeutenden.
C. Zetkin, Richtlinien für die kommunistische Frauenbewegung

Das Allgemeine, wie wir es zu erkennen glauben, ist trügerisch und wesenlos, in wenigen Wesen aber lebt das Menschengeschlecht ganz, ihnen ist nicht leicht zu begegnen, aber wir suchen beständig nach ihren Spuren, und sie in ihren geistigen Werken zu gewahren, ist unser höchster Lebensgewinn.
Hugo von Hofmannsthal

Das Allmächtige, das Allbezaubernde ist das vollendete Gefühl von der Größe des Lebens, von seiner ergreifenden Stille, furchtbaren Dramatik, seiner Festlichkeit oder Trauer, von seiner unerschöpflichen Menschlichkeit.
Heinrich Mann, Max Reinhardt

Das Alltägliche ist der Humus für unseren Lebensgarten.
Ernst R. Hauschka

Das Alltägliche verliert an Wert.
la] Quotidiana vilescunt.

Das Alltägliche wird geringgeacht, [...] geschätzt ist nur das Außergewöhnliche.
Petron, Satiricon

Das Alltagsleben ist ein Heim. Der Alltag ist wie eine Mutter.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das almas grandes a nobreza é esta.

Das Almosen ist wie der Geber.

Das Aloëholz (o. Aloë) ist gemeines Holz, wo es wächst.
i] Wo eine Sache im Überfluss vorhanden ist, sinkt sie im Werte.

Das also ist das große, ungeborene Ich, das unter den Lebensorganen aus Erkenntnis besteht. Es ruht in dem Raume, der sich im Herzen befindet. Es ist der Gebieter des Alls, der Herrscher des Alls, der oberste Herr des Alls. Es wird durch gute Tat nicht größer und durch ihr Gegenteil nicht geringer. Das Ich ist der Fürst des Alls, der König der Geschöpfe, der Schirmherr der Wesen. Es ist der Damm, der die Welten voneinander trennt, auf dass als nicht ineinanderfließen.
Brihadâranjaka-Upanischad

Das also ist der Grundzug des Strebens der Menschen: sie verlangen nach Reichtümern, Ehrenstellen, nach Herkunft, Ruhm und Lust, weil sie glauben, dass ihnen durch diese Dinge eine sich selbst genügende, alle weiteren Wünsche ausschließende Würde, Macht, Berühmtheit und Freude zuteil werde.
Boetius, Tröstungen der Philosophie

Das also war des Pudels Kern!
Ein fahrender Skolast? Der Kasus macht mich lachen.
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisio Vs 1323

Das alt eckelt, das new gefelt.

Das alt muss dem Newen weichen.

Das Altarfeuer wird von einem geriebenen Stock geboren.
Indien

Das Alte behalte!
ndt] Dat Ôle öss got to behole.
Ostpreußen
it] Tutti a suo modo, e gli asini all' antica.
la] Contenti simus hoc Catone.

Das Alte behalte, an den Gebrauch dich halte.
i] Das Alte hat Ansehen, es wird leicht Gesetz.
dä] De gamle har myndighed, er snart som en lov.
it] Patti vecchi, e modi usati.

Das Alte bloß lieben, weil's alt, und das Neue verachten, weil's neu, ist Narrenweisheit.
dä] Daarligt at elske de gamle, allene for det er gammelt, og forskyde det nye, for det er nyt.

Das Alte ekelt, das Neue gefällt.
la] Non bene olet, qui semper bene olet.
un] Uj szita füg, az ó a földön hever.

Das Alte flicken, das Neue halten; in die Welt sich schicken und Gott lassen walten.

Das alte Gebot geht vor.
i] Die früher erworbenen Rechte, es sei in Käufen, Mieten, Darlehen u.s.w. haben stets den Vorzug.
mhd] Daz alte bot get vor. Zöpfl, Das alte Bamberger Recht als Quelle der Carolina, Heidelberg 1839

Das Alte hat man gesehen (d. i. ist bekannt), das Neue hat man nicht gesehen (d.i. ist unbekannt).
Estland

Das Alte ist bekannt, das Neue unbekannt.
Estland

Das Alte ist bequem, das Neue angenehm.
la] Est quoque cunctarum novitas gratissima rerum.

Das Alte ist neu gewesen, das Neue kann alt werden.
dä] Det gamle har vaeret nyt, og det nye kand blive gammelt.

Das Alte ist nicht immer gut, das Neue nicht immer schlecht.

Das Alte klappert, das Neue klingt
Das Alte schleicht, das Junge springt.
Friedr.von Logau, Deutsche Sinn-Getichte (1654)
la] Grata novitas.

Das alte Kloster hatte ein hölzernes Ikonostas und einen goldenen Igumen (Abt); das neue Kloster hat einen hölzern Igumen und ein goldenes Ikonostas.
Russland

Das alte Lied, das alte Leid.

Das alte Lied, das beste Lied.
ho] De oude liedjes zijn nog de beste.

Das alte Märchen der drei Brüder realisiert sich. Der eine läuft hundert Meilen in einigen Stunden, der andre sieht hundert Meilen weit, der dritte schießt so weit, der vierte bläst Armeen fort - Eisenbahn, Fernroh, Pulver - Er hält das eine Nasloch zu - Wind.
Heinrich Heine

Das alte Märchen der tausendmaltausend und immer noch einmal einbrechenden Nacht erzählen sich die Parzen unermüdet.
Goethe, An Zelter, 19.3.1827

Das Alte muss dem Neuen weichen.

Das alte Pferd den Hunden und Raben (o. Krähen).
Estland

Das alte Schwein grunzt auf, die weißen Ferkel schreien auf.
Estland

Das alte Schwert ist verrostet, desto ängstlicher putzt man Griff und Scheide.
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den Ruinen.
Attinghausen in Schiller, Wilhelm Tell 4, 2

Das Alte Testament für das Neue feil bieten.

Das alte thu verwerffen nicht, ein Besseres sey dan zugericht.
la] Nil ito mutabis, donec meliora uidebis.

Das alte Vertrauen hat das neue des Reichs verwiesen.

Das Alte walte.
z] Aus Gemeinem ist der Mensch gemacht und die Gewohnheit nennt er seine Amme. Weh' dem, der an dem würdig alten Hausrat ihm rührt, das teure Erbstück seiner Ahnen. Was grau vor Alter ist, das ist ihm göttlich.

Das alte Weib hätte nie im Ofen nach ihrer Tochter gesehen, wäre es nicht selbst darin gewesen.
England

Das alte Weib tanzt.

Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.
Rückert, Weisheit des Brahmanen 20. Buch, 22 (1837-1839)

Das alte Wort kann nicht lügen: was nicht dein ist, das lass liegen.

Das alte Wort, das Wort erschallt:
Gehorche willig der Gewalt!
Und bist du kühn, und hältst du Stich,
So wage Haus und Hof und - dich.
Goethe, Faust II A V, Tiefe Nacht
Chorus Vs 11374f.

Das Alter acht die fröhliche Venus nicht.

Das Alter als Abstieg betrachten ist genauso ungehörig, wie in der Jugend nur ein Versprechen sehen. Jedes Alter ist einer besonderen Vollkommenheit fähig.
André Gide, Tagebuch

Das Alter altert, aber der Junge verjüngt sich nicht.

Das alter bedarf gelt und zuthat.

Das Alter bedeutender Männer sollte unverletzlich und sicher sein.
la] Clarorum virorum senectus inviolata et tuta sit.

Das Alter beginnt in dem Augenblick, wo man nicht mehr ohne die Vergangenheit leben kann.

Das Alter beneidet die Jugend zuletzt noch um ihr Zahnweh.

Das Alter bessert sich nicht.
dä] Alderdom har ingen bedring i vente.

Das Alter braucht Ruhe, sagte der Sohn, als er den alten Vater aus dem Hause in den Stall warf.

Das Alter bringt beydes: gute Tag und Vngemach.

Das Alter bringt des Alternden gar viel herbei.
Goethe, an F. H. Jacobi, 6. Jan. 1813

Das Alter bringt Erfahrung.
dä] Höjet i alder böjet i dom.
fr] Avec l'âge on devient sage.
fr] Qui a le plus d'âge doit être le plus sage.

Das Alter bringt ja keinen Haufen (d. i. Vermögen).
Estland

Das Alter bringt traurige Gefährten mit.
dä] Aelde kommer med megen usmilde.
ho] De ouderdom komt met gebreken.
it] Cogli anni vengon gli affanni.
it] Chi ha degli anni, ha dei malanni.
la] Metue senectam, non enim sola venit.
la] Juncta petunt tecta pestis dolor atque senecta.
la] Senectus ipsa morbus est. (Terenz)
sd] Siwkdom ok aller kraka til by, gesta sorgh at qwælle ok aeru sysskene.

Das alter darff gelt und gutthat, ohn gelt ist es vnwerth.

Das Alter der alten Jungfer ist immer zweiundzwanzig.
Estland

Das Alter der Eltern soll man stets im Gedächtnis haben, es mag Anlass zur Freude wie auch zur Sorge sein.
Konfuzius

Das Alter der Frau beginnt dort, wo ihre Liebe aufhört.

Das Alter der göttlichen Phantasie,
Es ist geschwunden, es kehret nie.
Schiller, Die vier Weltalter

Das Alter der Liebe wie des Lebens bringt uns Leid, aber keine Freude.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das Alter des Mundes (d.h. Weisheit) ist besser als das an Jahren.
Kikuju (Kenia)

Das Alter ehr ich, denn es hat für mich gelebt.
Die Jugend schätz ich, die für mich nun leben soll.
Goethe, Paläophron und Neoterpe (Neoterpe, Paläophron)

Das Alter eine Krankheit ist, darinnen keine Kur ersprießt.
la] Senectus imanabilis morbus est.

Das Alter einer Frau ist nicht weniger einsam als die Einsamkeit in einer menschenleeren Welt.
Triolet, Das rote Pferd

Das Alter erfährt alle Tage eine neue Zeitung.
dä] Alderen har hver dag nye tidemder.

Das Alter ermangelt der Güte, wie das trockene Wetter des Taus.
China

Das Alter erscheint mit den Jahren allmählich, aber mit einer Krankheit oder einem großen Unglücksfall, den nichts je wieder gutmachen kann, plötzlich.
Karl Wilh. von Humboldt, Brief an eine Freundin, 17. März 1830

Das Alter findet die Kraft des Ausdrucks, selbst die Gesichtsfarbe klärt sich.
Ralph Waldo Emerson

Das Alter gehört in den Rat.
dä] De gamle til raad, de unge til daad.

Das Alter geht vor, sagte Eulenspiegel, da stieß er seine Mutter die Treppe hinunter.
i] Als Rechtsspruch will es sagen, dass bei gleichberechtigter Pfandschaft die ältern Schuldbriefe vorgehen.
ndt] Det Oeller geit vär, säd de Diewel, on schmeet sin Grossmutter de Trepp runder.

Das Alter geht vor.
la] Senibus debetur veneratio.
un] Jobb a vénnek árnyéka mintsem az ifjunak kardja.

Das Alter geht voran, sagte der Junge, als sein Vater auf dem Dachboden durch die Luke stürzte.

Das Alter gibt Gott die Beine, aus dem der Teufel das Mark gesogen hat.

Das Alter gibt guten Rat, wenn es kein schlechtes Beispiel mehr geben kann.
USA

Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist als in das Gesicht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Alter greiset und weiset.
la] Aetate reddimur prudentiores.

Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.
André Gide

Das Alter hat das Ansehen.

Das Alter hat den Kalender im (am) Leibe.
i] Alte fühlen den Witterungswechsel in den Gliedern.
it] L'uomo vecchio ha il calendario nella sua vita.
la] Tempora labuntur tacitisque senescimus annis. Ovid

Das Alter hat fast alle Tag new Zeitungen, dass es darnach nicht darff fragen.

Das alter hat kein anderen schutz, dann das trögle und tränckle.
i] Ruhe und stärkende Kost.

Das Alter hat keinen Schmuck außer der Tugend.
Jacques Amyot, Das Leben Catos

Das Alter hat mehr Rücksichten zu nehmen, als man denkt, man geht nicht schnell mehr ungestraft von einem Interesse zum anderen über, Zerstreuung ist der Tätigkeit gefährlicher.
Goethe, an Nees v. Esenbeck, 29. Jan.
4. Febr. 1824

Das Alter hat nichts als Erfahrung, und die zählt nichts bei einer Generation, die nur Erfindung will. Neues! Frisches! ruft die Gegenwart, und das leistet nur die Jugend, die Kraft.
Nestroy, Der Schützling

Das Alter hat nichts zu sagen, wenn man wohl ist.

Das Alter hat seine Schönheit, keine von Leidenschaften, Gefühlsausbrüchen geprägte, sondern eine erlöschende, beruhigende Schönheit.
Herzen, Mein Leben

Das Alter hat Witz, Jugend ist der Torheit Sitz.

Das Alter hört sich gern,
Und wenn es auch nicht viel zu sagen hat.
Goethe, Festzug 18. Dez. 1818
Turandot

Das Alter in den Rat, die Frau ins Bad.

Das Alter ist an sich selbst eine Krankheit.

Das Alter ist auch eine Krankheit.
Schweiz

Das Alter ist beschwerlich: noch mehr für die Jüngeren, die mit ihm zu tun bekommen.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Das Alter ist der Hafen aller Übel.
bm] Co staré, to nemilé.
bm] K starosti i chromá přikleče.
bm] Na starého lejna lezou.
bm] Na starost dva hrby.
bm] O bídna starosti, coz pod tebou bolí kosti.
bm] Přibývání věku, ubý vání zivota.
bm] Přijde starost - nastane slabost.
bm] Staroba - choroba.
bm] Starost není radost, krasnédni ty tam.
bm] Starost-zalost, po zadu hrc pre.
bm] Stary nevrlý.
kroat] Starost - zalost.
pl] Biedna starości nosząc cię bola kości.
pl] Na starego łajna lazą.
pl] Na starść dwa garby.
pl] Sama starość stoji za chorobe.

Das Alter ist der Übel höchstes, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, lässt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
Giacomo Leopardi, Gedanken aus dem Zibaldone

Das Alter ist des Lebens Nummer, drin all Verhalt zusammenkommen.

Das Alter ist des Lebens Winter.
la] Senectus vitae hyems est.

Das Alter ist des Todes Vorbote.
en] Gray hairs are death's blossoms.

Das Alter ist die beste Medizin für alle Krankheiten.

Das Alter ist die gefährlichste Krankheit.
la] Ipsa senectus morbus est. Terenz

Das Alter ist die Hölle der Frauen.
François de La Rochefoucauld, Nachgelassene Maximen

Das Alter ist die Zeit der trocknen Lippen,
der Nächte ohne Schlaf, des allzufrüh
verbrauchten Lebens.
Martí, Liebe in der Großstadt

Das Alter ist die Zeit, wo man das nicht mehr tun soll, wofür man früher zu jung war.
William Somerset Maugham

Das Alter ist die zweite Kindheit.

Das Alter ist ehrenwert.
la] Semper veneranda vetustas.

Das Alter ist ein Aussichtsturm.

Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, lässt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
it] La vecchiezza è male sommo: perchè priva l' uomo di tutti i piaceri, lasciandogliene gli appetiti; e porta seco tutti i dolori.
Giacomo Leopardi, Werke (1845). Gedanken

Das Alter ist ein höflich Mann,
Einmal übers andre klopft er an;
Aber nun sagt niemand: Herein!
Und vor der Türe will er nicht sein.
Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,
Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.
Goethe, Epigrammatisch: Das Alter

Das Alter ist ein Hospital oder Herberg allerley Krankheiten.

Das Alter ist ein natürlicher, menschlicher Zustand, dem Gott seine eigenen Gefühle geschenkt hat, die ihre eigenen Freuden in sich tragen.
Wilhelm von Humboldt

Das Alter ist ein Schiffbruch.
Charles de Gaulle

Das Alter ist ein schlechter Reisegefährte.
dä] Alder er ond keisebroder.
dä] Alderdom er ond keisebroder.

Das Alter ist ein Spital, das alle Krankheiten aufnimmt.
fr] La vieillesse est un hôpit où toutes les maladies sont reçues.
fr] Les infirmités sont l'apanage de la vieillesse.
fr] Pauvreté et maladie en vieillesse c'est un magasin de tristesse.
sp] Hombre viejo cada dia un malo nuevo.

Das Alter ist ein Tyrann, der alle Freuden der Jugend bei Todesstrafe verbietet.
fr] La vieillesse est un tyran qui défend, sur peine de la vie, tous les plaisirs de la jeunesse.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen (1665)

Das Alter ist ein Tyrann.
la] Senectus insanabilis mortuus est. Seneca

Das Alter ist eine große Plag.

Das Alter ist eine Krankheit, daran man (an der jeder) sterben muss.
fr] La vieillesse est une maladie dont on meurt.
it] La vecchiaia è in se stessa una malattia.

Das Alter ist eine schöne Krone.

Das Alter ist eine schwere Last.
fr] La vieillesse est un plaisant fardeau.
it] La vecchiaia è una pesante soma.
it] La vecciezza è una grave soma.
it] La vecchiezza ne viene con ogni lam mendo.
la] Ipsa senectus morbus est. Terenz
la] Multa senem circumveniunt incommoda.
la] Senectus onus Aetna gravius. Marcus Tullius Cicero

Das Alter ist eine tötliche Krankheit.
la] Senectus ipsa morbus.

Das Alter ist eine Winde, die auch der Zarin Brüste herabzieht.
Russland
z] Mancherley und viel kranckheyt dem alter ist bereyt, es gwint es nicht an sach selber für eyn kranckheyt gmacht.
dä] Alder er syge stor nog.
fr] La vieillesse est une maladie dont on meurt.
it] La vecchiaia è in se stessa una malattia.

Das Alter ist eine Wunde, in die die Jugend ihr Salz streut.

Das Alter ist für mich kein Gefängnis, in das man eingesperrt ist, sondern ein Balkon, von dem man weiter sieht.

Das Alter ist geschwätzig.

Das Alter ist gut zu behalten.

Das Alter ist kein Feind, den man bekämpfen oder gar beschämen könnt. Es ist ein rutschender Berg, der uns zudeckt, ein langsam kriechendes Gas, das uns erstickt.

Das Alter ist kein werter (ein unwerter) Gast.
la] Metue senectam, non enim sola venit.
la] Senectutem ut adipiscantur, omnes optant, eam accusant adeptam. Marcus Tullius Cicero
un] Kelletlen vendég a vénség.
un] Sok kelletlen társokkal szokott a vénség járni.

Das Alter ist nämlich eine unheilbare Krankheit
Lucius Annaeus Seneca

Das Alter ist nicht kindisch, wie man spricht,
Es findet uns nur noch als wahre Kinder.
Goethe, Faust I, Vorspiel auf dem Theater

Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören.
Jean Paul, Titan

Das Alter ist nur eine zweite Kindheit.
Aristophanes, Die Wolken

Das Alter ist nur für die Pferde gemacht.

Das Alter ist schwach und krank und müßig sitzend auf der Bank.
la] Senectus ipsa morbus est. Terenz

Das Alter ist seltsam und wunderlich.

Das Alter ist ungelehrig.

Das Alter ist unheilbar.

Das Alter ist unwert.
la] Vetustas invidiosa. Ovid

Das Alter ist unwichtig - es sei denn, du bist ein Käse.

Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.

Das Alter ist wie die Woge im Meer. Wer sich von ihr tragen lässt, treibt obenauf. Wer sich dagegen aufbäumt, geht unter.

Das Alter ist zwar keine Freude, aber sterben will man trotzdem nicht.
Russland

Das Alter ist, als ob man mit dem Flugzeug in einen Sturm gerät. Einmal an Bord, kann man nichts mehr daran ändern.
Golda Meir

Das Alter jagt ihn in ein anderes Land, wie der Winter die Vögel.

Das Alter kann ein unglückliches und ein freudenloses geben wie eine solche Jugend. Aber die Schicksale gleichgestellt, finde ich das Alter, selbst mit allen Schwächen, die es mir bringt, nicht arm an Freuden; die Farben und die Quellen dieser Freuden sind nur anders.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin

Das Alter kann kein größeres Glück empfinden, als dass es sich in die Jugend hineingewachsen fühlt und mit ihr nun fortwächst.
Goethe, an C. G. Carus, 23. März 1818

Das Alter kehrt sich nicht an Potentaten,
Und Runzeln sind verdammte Demokraten.
en] Sovereigns may sway materials, but not matter,
And wrinkles, the d-d democrates, won't flatter.
Lord Byron, Don Juan (1819-1824), Ges. 10, Str. 24, V. 7

Das Alter kehrt zur Kindheit, und es braucht
Der strengenZucht...
Shakespeare, König Lear

Das Alter kommt in verschiedenen Gestalten.

Das Alter kommt mit viel Unlust.

Das Alter kommt nicht allein.
i] Es bringt eine Menge unangenehme Gefährten mit.
dä] Alderdom kommer sjelden eene.
it] La vecchiaia non vien mai sola.
la] Senectus non sola venit.

Das Alter kommt nicht an einem Tag.

Das Alter kommt nicht ohne Gefährten.

Das Alter kommt nie allein, es bringt einen Haufen Gebrechen mit.

Das Alter kommt ungerufen.

Das Alter kommt unter allerlei Gestalten.
ndt] 's Alter chund unter allerlei G'stalte. Luzern

Das Alter kommt unvermerkt.
dä] Alder kommer a for merkt.
la] Obrepit non intellecta senectus. Juvenal
la] Tempora labuntur tacitisque senescimus annis, et fugiunt freno non remorante dies. Ovid

Das Alter kommt von selbst.
Estland

Das alter kompt mit mancherley.

Das Alter lässt sich leichter ertragen, wenn man den Faltenwurf im Gesicht als künstlerische Drapierung betrachtet.

Das Alter lässt sich nicht verbergen.

Das Alter lehrt die Kostbarkeit des Lebens.

Das Alter lehrt Erfahrung durch die Jahre.
(lat) Senis venit usus ab annis.
Ovid, Metamorphosen

Das Alter mach Wachs aus Blumen.

Das Alter macht aus Blumen Wachs.

Das Alter macht mürrisch, tadelsüchtig und oft hartherzig und ungerecht gegen andere.
Wilhelm Ludwig Wekhrlin

Das Alter macht nicht freundlicher, nur geneigter.

Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht,
Es findet uns nur noch als wahre Kinder.
Goethe, Faust I, Vorspiel auf dem Theater (Lustige Person) Vs 212

Das Alter macht nötlich und beißig.
la] Amariores omnes Senectas facit.

Das Alter macht uns leichtsinniger und vernünftiger.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das Alter macht uns sogar arm an Feinden.

Das Alter muss doch einen Vorzug haben,
Dass, wenn es auch dem Irrtum nicht entgeht,
Es doch sich auf der Stelle fassen kann.
Goethe, Tasso A III Sz 4 (Antonio) Vs 2171

Das Alter muss man ehren, sagte der Mönch, und griff nach dem ältesten Weine.

Das Alter muss man ehren.
la] Antiquis debetur veneratio.

Das Alter muss man hören.

Das Alter naht verstohlen.
en] Old age comes stealing along.

Das Alter naht, doch immerwährend lern' ich viel.
Aschylus, Fragment 331

Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
Rückert, Weish. des Brahmanen 9. Buch Nr. 83 (1837-1839)

Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
Friedrich Rückert, Gedichte

Das Alter raubt dem geistreichen Menschen nur die für die Weisheit zwecklosen Eigenschaften.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Alter schändet niemand, wenn der Mensch das Alter nicht schändet.
Estland

Das Alter schleicht herein, eh' man's gewahr wird.

Das Alter schleicht uns auf dem Fuße nach.
la] Obrepit non intellecta senectus. Juvenal

Das Alter schmeckt nach der Jugend.
dä] Alderdommen smager af ungdommen som äblet af träet.

Das Alter schreibt in Sand, die Jugend gräbt in Stein.
i] Was man in der Jugend lernt, vergisst man nicht bald, während das Alter sehr vergesslich ist

Das Alter schwächt auch den Stärksten.
fr] Il n'est si bon cheval qui ne devienne rosse.

Das Alter selbst ist eine Krankheit, ist die gefährlichste, eine unheilbare, eine von Tag zu Tag sich verschlimmernde Krankheit.

Das Alter selbst ist eine Krankheit.
la] Senectus ipsast morbus. Publ. Terentius (um 185-155 v. Chr.), Phormio IV, 1, 9 (Chremes)

Das Alter soll der Jugend Vorbild, die Jugend des Alters Stütze sein.

Das Alter soll man ehren, der Jugend soll man wehren.
dä] Den gamle skal man aere, den unge skal man lære.

Das Alter soll man ehren, sagte ein alter Bettler zu dem Hunde, der ihn anbettelte.

Das Alter soll man ehren, sagte ein Kapuziner, als man ihm alten und neuen Wein anbot.
Luzern

Das Alter soll man ehren.
3. Mose 19, 32

Das alter soll man in ehren haben.
ndt] Dat Aller sall me ehren. Waldeck
ndt] Det Alder sâl em êren. Siebenbürgen

Das Alter stiehlt sich heran.
England

Das Alter stiehlt wie ein Rabe; es nimmt dem Vogel den Flug, dem Ochsen seine Kraft, den Frauen ihre Schönheit, den Männern ihre Stärke, den Füßen ihre Sprünge, dem Läufer seinen Gang, das ist des Alters Nachgesang.

Das Alter trägt den Kalender am eigenen Leib.
Estland

Das Alter treibt den Ochsen ins Joch.

Das Alter trennt uns nach und nach von empfänglichen Menschen, selten kehrt ein Klang und Ton, den man aussendet, lebhaft und ergötzlich zurück.
Goethe, an C. F. v. Cotta, 11. Sept. 1820

Das Alter umgibt einen wie ein Panzerschrank.

Das Alter verklärt oder versteinert.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das Alter verschleicht einem, ehe mans gewahr wird.

Das Alter von Nestor
la] Nestoris aetas

Das Alter wägt und misst es,
Die Jugend spricht: So ist es.
August Graf von Platen, Spruch

Das Alter weiß, die Jugend nimmt an.
Walisisch

Das Älter werden hält hochinteressante Dinge wie das Knacken von Gelenken bereit.

Das Alter will die Menschen vom Leben entwöhnen wie die Amme das Kind von der Brust: Durch allmähliches Entziehen.
C. F. Wilhelm Jakobs, Ährenlese

Das Alter wird durch Erfahrung weitsichtig.

Das Alter wird von allen verlangt, und, wenn es da ist, verachtet.
bm] Bídná starosti, vsickni te zádáme, a kdyz k nám přijdes předce naříkáme.
pl] Biednastarości, wszyscy cię ządamy, a kiedy przyjdziesz, to zuś narzekamy.

Das Alter wirft auch Nichtbetrunkene um.
Litauen

Das Alter wünscht jedermann, und so es kommt, so hasset man's.
mhd] Das alter wünscht ein jedermann;
Wenn's kommpt, so wil es niemand han.
mhd] Wir wünschen alters alle tage, swanne ez kumt, so ists ein klage.

Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unserem Verstande als in unserem Antlitz.
fr] La vieillesse nous attache plus de rides en l'esprit qu'au visage. Michel Eyquem de Montaigne

Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unseren Verstand als in unser Antlitz.
Michel Eyquem de Montaigne

Das Alter, das den Menschen der Lächerlichkeit aussetzt, nimmt ihm zugleich auch das Gefühl für diese Lächerlichkeit.
Sully Prudhomme, Gedanken

Das Alter, das für den Krieg tauglich ist, ist auch das richtige für den Venusdienst;
hässlich ist ein greiser Soldat, hässlich greisenhafte Liebe.
Ovid, Die Liebeselegien

Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.
Herbert Heyse

Das Alter, dem Achtung gezollt wird, ist das erste Vorrecht, das sich unter den Menschen geltend macht. Es ist das einzige Vorrecht, dem man bei wilden Stämmen begegnet.
Lafargue, Der Ursprung der Idee des Gerechten und Ungerechten

Das Alter, der Mondschein des Lebens, hat keine Gewitter der Leidenschaften; aber unter dem frühern Sonnenschein blitzt sie.
Jean Paul, Selina

Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.
Goldsmith, Der Weltbürger

Das altern hat auch seine Vorteile. Für die Kerzen auf der Geburtstagstorte bekommt man Mengenrabatt.
Maurice Chevalier

Das altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbemerkt einschleicht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Altern ist etwas Herrliches, ... ich bin neugierig auf jedes kommende Jahr.
Döblin, Male, Mühle, male

Das Altertum hoch zu achten und die Gegenwart zu verachten, das ist die Art der Gelehrten. Aber selbst die, die den Standpunkt höchsten Altertums in unserer Zeit zu vertreten meinen: wer von ihnen vermag sich den Einflüssen dieser Zelt zu entziehen?
Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland

Das Altertum setzen wir gern über uns, aber die Nachwelt nicht. Nur ein Vater neidet seinem Sohn nicht das Talent.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das älteste Kind berät das jüngste.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die den Geschwistern gebührende Abfindung. Da, wo die Bauernhöfe, um der Zerstückelung der Grundstücke entgegenzuwirken, einem Sohne übergeben wurden, konnten die andern Geschwister eine Abfindung (Aussteuer) beanspruchen, um sich eigenen Herd zu gründen, wenn sie es nicht vorzogen, in einem abhängigen Verhältnisse am heimatlichen Herde zu bleiben. Unter dem 'Ältesten' ist hier der Sohn zu verstehen, welcher das Gut erhielt, auch wenn er den Jahren nach nicht der Älteste war. Das 'beraten' weist darauf hin, dass der Sohn, dem der väterliche Hof geblieben, seinen Geschwistern in Notfällen Hilfe bieten sollte.
z] Das älteste Kint das Jüngste beräth.

Das am meisten eilet, soll man zuerst tun.

Das am meisten gelobte Weib ist das, von dem man nicht spricht.
China

Das am Ostertag in den Acker gesteckte Palmkreuz wird mit Johanniswein begossen wird.

Das Amen war zu früh gesprochen.

Das amerikanische Grundgefühl ist eine seiner Zukunft sichere Gegenwärtigkeit.
Theodor Heuss

Das amerikanische Ideal hätte funktioniert, wenn wir nicht das Individuum geopfert hätten.
Anaïs Nin, Absage an die Verzweiflung

Das ampt bleibt gut, obschon die Person bös ist.
adt] adil komit von naturen, unde nicht von ammecht.
mhd] Darumme ne edelt nemere en ambacht.

Das Amt der Schlüssel ist eine sonderbare Kirchengewalt.
i] Wenn ein evangelischer Geistlicher Kirchenzucht übt, Kirchenstrafen vollstreckt.

Das Amt der Vorläufer ist es, voraus anzuzeigen, was kommen wird, und nicht ihm die Straße frei zu machen, da dies nicht nötig ist und sie es auch nicht könnten.
Francesco Chiesa, in 'Ossigeno nascente', 1934

Das Amt ehrt den Mann, der Mann soll das Amt ehren.

Das Amt erlaubt manches, was sonst im Recht verboten ist.
i] Bezug auf den Verteidiger in Prozessen, welchem in dem, was Recht ist, ein großer Spielraum gestattet wird.
mhd] Das ammecht is loubis maniches, das zust in dem rechten verboten ist.

Das Amt ernährt immer den Mann.

Das Amt fragt ja nicht nach Geld.

Das Amt fragt nicht nach Brot.

Das Amt gibt Brot und hilft dem Unbemittelten auf den Hügel.

Das Amt gibt, die Faulheit nimmt.

Das Amt hat goldenen Boden.

Das Amt ist des Mannes Ehre.

Das Amt ist des Mannes Lehrmeister.
la] Res publica virum docet.

Das Amt ist des Menschen Ernährer.

Das Amt ist Gottes, der Amtmann des Teufels.

Das Amt ist nicht auf dem Rücken zu tragen.

Das Amt lehrt (o. weiset) den Mann.
i] Durch die Art und Weise, wie er sein Amt verwaltet, zeigt der Mann seine Fähigkeit oder Unfähigkeit.

Das Amt lehrt (weiset) den Mann.

Das Amt lehrt regieren.

Das Amt macht den Mann, und nicht der Mann das Amt.
z] Der Edelmann sagte: bekomm ich ein Ampt, so muss ich wol weis sind, ich sey es, oder sey es nicht. Der Fürst sagte: Du sagest recht, Honores mutant mores, der die Ehre hat, muss weiss und klug sind, er sey es oder nit, das Ampt macht heutiges Tages den Mann, und nicht der Mann das Ampt.

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
i] Macht ihn klüger, verständiger, einsichtsvoller.
ndt] De stât wyset den man.
la] Ipse magistratus animum demonstrat et iram.

Das Amt schändet nicht den Mann, wenn der Mann das Amt nicht schändet.

Das Amt zeigt an, was der Mann kann.
ho] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt den Mann.
i] Aristoteles, Nikomachische Ethik
z] Man erfährt nicht eher was in einem Manne steckt, er komme denn ins Regiment. Luther
ndt] Dat Ampt töget den Man an.
dä] Embedet viser hvad een kood.
ho] Het ambt toont den man.
ho] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt nicht immer an, was der Mann kann.

Das Amt zeugt vom Mann.

Das Amtskleid ist der Deckschalk.

Das Analphabetentum muss man bekämpfen, aber die Kenntnis des Lesens und Schreibens allein genügt auch nicht, sondern man braucht die Kultur, die zum Kampf gegen Schlendrian und Bestechlichkeit befähigt. Das ist ein Geschwür, das sich durch keine militärischen Siege und durch keine politische Umgestaltung ausheilen läßt.
Lenin, Die NÖP und die Aufgaben der Ausschüsse

Das Anbeginn und das Ende hant dik Missewende.

Das Anbringen eines Ziegenbockkopfes oder seinen Hörnern an Stalltüren dient dem Fernhalten der Rindviehseuche.
i] Der Ursinn ergibt sich daraus, dass der vollständige Akt in der Einstellung eines Ziegenbockes in den Stall besteht, d.h. des von Fruchtbarkeit überquellenden männlichen Tieres als Reservoirs unversieglicher Jungkraft.

Das Andenken an ein vergangenes Menschenleben zieht sich so sehr ins Enge zusammen, dass die Neigung erst wieder die Asche palingenisieren und den verklärten Phönix unserm Auge darstellen muss.
Goethe, an Zelter, 29. Mai 1801

Das Andenken eines gütigen Menschen währet lange; der Mann schlechten Rufes ist bald vergessen.

<<< operone >>>


DEUTSCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79


ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20


FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49


ITALIENISCH
1 2 3 4


LATEINISCH
1 2 3 4


PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20


SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10