Weisheiten 53


Das Anfangen ist leicht. Die ganze Kunst liegt im Beharren.

Das Angenehme ist nur, weil es empfunden wird; das Gute hingegen wird empfunden, weil es ist.
Schiller, Zerstreute Betrachtungen

Das Angenehme mit dem Nutzlichen verbinden
en] to combine business with pleasure

Das angenehmste Leben führen die, die nichts denken.
Sophokles

Das Angesicht abwenden.
1. Mose, 9, 23 'Sie hatten ihr Gesicht abgewandt und konnten die Blöße des Vaters nicht sehen'

Das Angesicht entdeckt das innere Licht.
dä] Tankerne kunne ej sees, men dømmes af ansigtet.
fr] On ne peut pas voir les pensées, mais on en juge par le visage.
la] Frons animi janua.

Das Angesicht ist der größte Verräter.
fr] De la face le teint, descouvre la crainte.
la] Animi imago vultus est, indices oculi.

Das Angesicht macht die Rechnung(, die Gestalt zeuget).

Das Angesicht verrät den Mann (o. die Tat).
fr] Face d'homme porte vertu.
fr] Le visage est le tableau de l'áme.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.
la] Frons domini plus prodest, quam occipitium.
la] Te prodet facies, turpia cum facies.
la] Ratio in facie.

Das Angesicht verrät die Stimmung des Herzens.
Dante

Das Angesicht weiset's aus.
la] Ex fronte perspicere.
la] Vultus hominum fingit scelus. Terenz

Das Angewöhnte ist ärger als das Angeborene.
masur] Gorszy nalog niz przyrodzenie.

Das angriffsweise Vorgehen elektrisiert die Gemüter, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass diese gehobene Stimmung bei überaus großen Verlusten in das volle Gegenteil umschlagen kann.
Helmuth Graf von Moltke, Verordnungen für die höheren Truppenführer, 24. Juni 1869

Das Anhören der Musik ist ein stechender Schmerz.
i] Spott auf Geizhälse, denen man Verachtung der Musik und des Gesanges damit vorrückt.

Das Ankertau durchhauen.
i] Eine Verbindung abbrechen.

Das Ansehen der Gewohnheit und des langjährigen Gebrauchs gilt sehr viel.
la] Consuetudinis ususque longaevi non vilis auctoritas est.

Das Ansehen der Person im Gerichte ist nicht gut.

Das Ansehen eines Menschen wird gewöhnlich nach Hektarn bemessen.
England

Das Ansehen hat man umsonst.
dä] Man maa see paa krammen for ingen penge.

Das Ansehen ist alles.

Das Ansehen ist der größte Vorteil bei Geschäften.
ndt] Das ansehen ist der gröst Vortel bey G'schäfften.

Das Ansehen ist ein Heiligtum, das man fasten und feiern muss.

Das Ansehen ist in den Federn (o. Kleidern).

Das Ansehen richtet sich nach dem Glück und der Verstand nach der Börse.
Polen

Das Ansehen schlägt die Leute.

Das Ansehen tut nicht Unrecht.

Das ansehen und authoritet thut mehr dann die macht.

Das Anstreichen der Pumpe wird nicht den Brunnen säubern.
England

Das Antike ist plastisch, wahr und reell, das Romantische täuschend wie die Bilder einer Zauberlaterne, wie ein prismatisches Farbenbild, wie die atmosphärischen Farben. Nämlich eine ganz gemeine Unterlage erhält durch die romantische Behandlung einen seltsamen wunderbaren Anstrich, wo der Anstrich eben alles ist und die Unterlage nichts.
Goethe, zu Riemer, 28. Aug. 1808

Das Antike muss jedem Künstler das Vorbild bleiben.
Goethe, zu W. Zahn, 7. Sept. 1827

Das antike Tragische ist das menschlich Tragierte.
Goethe, Riemer, 28.8.1808

Das Antlitz bringt das Mädchen an den Mann.
Serbien

Das Antlitz der Magd glättet der Güter Menge.
Arabien

Das Antlitz der Seele ist das Gewissen.
Vinzenz Ferner, Predigten

Das Antlitz des Schuldigen erbleicht.
Osmanien
ho] Die schurftig is, scheukt.

Das Antlitz einer Geliebten bedarf keiner Kammerfrau.
Persien

Das Antlitz siehst du bei den Menschen, aber nicht, was sie im Magen haben.
Apulien

Das Arbeiten ist dem Menschen so gut ein Bedürfnis als Essen und Schlafen. Selbst diejenigen, die gar nichts tun, was ein vernünftiger Mensch Arbeit nennen würde, bilden sich doch ein, etwas zu tun.
Wilhelm v. Humboldt

Das Arbeiten ist, meinem Gefühl nach, dem Menschen so gut ein Bedürfnis als Essen und Schlafen. Selbst diejenigen, die gar nichts tun, was ein Vernünftiger Arbeit nennen würde, bilden sich doch ein, etwas zu tun.
Wilhelm von Humboldt, an eine Freundin, 19. Juli 1827

Das arbeitende Volk hat auf niemanden zu hoffen, auf niemanden zu rechnen als nur auf sich selbst. Den Arbeitsmann wird niemand aus seinem Elend befreien, wenn er sich nicht selbst befreit.
Wladimir I. Lenin, An die Dorfarmut

Das arbeitselig Niederland und Weinloss Gräcia, das hungerig Schwabenland und nüchtern Italia gibt mehr Künstler, denn alle volle Land und Leut.

Das Ärgern hab ich eigentlich aus meinem Programm gestrichen, ebenso das Verwundern über meine Mitmenschen.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Das argeste ist gemeiniglich war.

Das Ärgste ist gelitten, sagte der Dieb, da sollte er noch hangen.
i] In Bezug auf das barbarische Untersuchungsverfahren der früheren Zeit.
ndt] At Eargst as lethan, sad thi Thief, so skul hi noch hingi.
Nordfriesland

Das Ärgste ist gewöhnlich wahr.

Das ärgste Übel ist ein lügnerisch (ränkesüchtig) Weib.

Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust - es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.
Francis Bacon

Das arme Herz hienieden
Von manchem Sturm bewegt,
Find't nirgends wahren Frieden,
Als wo es nicht mehr schlägt.
Von Salis-Seewis, Das Grab

Das arme Menschenherz muss stückweise brechen.
G. Herwegh, Gedichte eines Lebendigen: Strophen aus der Fremde

Das arme Steuern zahlende Volk.
la] Misera contribuens plebs.
Corpus Juris Hungarici Decretum; Horaz, Satiren

Das arme Tier hat geheckt und vierzehn Junge geworfen.
Altenburg
i] Eine starke Familie und wenig Einkommen; viel Esser und kein Brot.

Das arme Volk ist nicht schön; im Gegenteil, es ist sehr hässlich. Aber diese Hässlichkeit entstand durch den Schmutz und wird mit demselben verschwinden...
Heine, Geständnisse

Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen.
Büchner, an August Stöber, 9. 12. 1833

Das arme Würmchen.
z] Kleine Kinder nennt man mit liebreichem Hinblick auf ihre Schwäche und Hülflosigkeit: du Würmchen
i] Von lieben Bekannten lassen sich auch wohl erwachsene Mädchen, wie sie sich selbst arme Würmer nennen, den Ausdruck gefallen.

Das Ärmste
Führt zu dem reichsten Ziel.
en] Most poor matters
Point to rich end.
Shakespeare, Der Sturm III,1

Das Armut begleitet Verachtung, das Reichtum begründet das Glück.

Das Armut hat keine Freundschaft.

Das Armut mus allenthalben vnten liggen.

Das Arnstadt ist im Schwang, das ist ein Forellenfang und schöner Vogelsang, dabei auch der Weintrank und steter Flegelklang.

Das artige Wesen, das, entzückt,
Sich selbst und andre gern beglückt,
Das möcht ich Seele nennen.
Goethe, Gott und Welt - Die Weisen und die Leute (Mimnermus)

Das Äscherchen, ein Mittel der Siebenbürger Sachsen gegen das Berufensein der Kinder, wird durch Abschabsel von Ecken der Zimmer und der Hausgeräte hergestellt. Je weniger Leute von der Stunde der Geburt Kenntnis haben, desto leichter verläuft dieselbe; von den Ecken jener Häuser, deren Bewohner darum wissen, muss man etwas Mörtel abkratzen, denselben in Wasser auflösen und der Gebärenden zu trinken geben.
Aberglaube

Das Aufeinanderprallen von Meinungen erzeugt Funken von Licht.
Frankreich

Das Auffahren ist die Tür zur Reue.

Das Aufgeben der Idee des persönlichen Eigentums und die Überführung des Eigentums in den Besitz einer anonymen Gesellschaft und damit das Aufgeben jeder persönlichen Bindung und jeder persönlichen Freiheit sind der Beginn für die Wiederabwärtsbewegung des menschlichen Geschlechts und zugleich ein Beweis, dass auch der Mensch im großen Auf und Ab des Lebens steht, von Wellental zu Wellenberg getragen wird und wieder zu Wellental, so auch er dem mächtigen Kreislauf der Natur immer und überall unterworfen ist.
Hermann P. A. Pohl, Das Buch

Das Aufkommen der christlichen Religion ist, ich sage, nicht: die Ursache, aber doch der Zeitpunkt des Verfalls der gesunden Philosophie, die Vernichtung der letzteren und die Fortschritte der ersteren gingen immer nebeneinander her.
M. Grimm, D'Alemberts Aufnahme in die Academie

Das Aufschieben hat der Teufel erfunden.

Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Das Aufsehen erregende kann nur passieren, wenn der Alltag funktioniert.
Hansgünther Heyme

Das Aufsetzen gewinnen.
i] Beim Kegeln.

Das Aufsetzen ist im Spiel die beste Schanz'.

Das Aug des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel.

Das aug ist des herzens zeng, das angesicht weist es auss.
ho] De ooghe klaet betugght waer naer het herte buijgt.

Das aug will auch.

Das Auge beneidet, nicht das Ohr.
Aschanti

Das Auge bevorteilt gar leicht das Ohr und lockt den Geist von innen nach außen.
Goethe, Wanderjahre 11,8

Das Auge der Frau hält das Haus (o. die Stube) rein.

Das Auge der Frau hält das Haus rein.

Das Auge der Frau hält die Kammer nett.
ho] Het oog van het vrouwtje maakt de kamers net.

Das Auge der Frau macht das Zimmer (o. die Wäsche) rein.
ho] Het oog van het vrouwtje maakt de kamers net.

Das Auge der Frau macht die Wäsche rein.

Das Auge der Gerechtigkeit

Das Auge der Herrn macht die Kühe (o. Pferde) fett.

Das Auge der Sonne lässt sich nicht verhüllen.
i] Große Vorzüge und Verdienste machen sich bemerklich, trotz aller Anstrengungen, sie zu verdunkeln.

Das Auge des Fremden ist die Hexe im Haus.
Estland

Das Auge des Freundes ist so empfindlich, dass der geringste Anlass es verletzt.
Äthiopien

Das Auge des Gesetzes wacht.
i] Man hat diesen Satz aus Schiller's Glocke häufig auf die Behörden, namentlich auf Polizeibeamte, Gensdarmen etc. angewandt, welche die Beobachtung der Gesetze überwachen.

Das Auge des Gesetzes
la] iustitiae oculus

Das Auge des Herrn düngt den Acker (wohl).
fr] L'oeil du fermier vaut fumier.
fr] L'oeil du maître engraisse la campagne (les champs)
fr] L'oeil du maître porte l'abondance partout.
la] Oculus domini in agro fertilissimus est.

Das Auge des Herrn fördert mehr als seine beiden Hânde.
fr] L'oeil du maître fait plus que ses deux mains.
ho] Het oog van den meester wint meer dan zijne beiden handen.

Das Auge des Herrn ist der beste Mist auf dem Acker.

Das Auge des Herrn leistet mehr Arbeit als seine beiden Hände.

Das Auge des Herrn macht das Pferd (o. die Kühe) fett.
i] Wessen Hauswesen, Geschäft, Wirtschaft gedeihen soll, der muss selbst Aufsicht führen.
bm] Oko páně nejlépe vyobračí koně.
dä] Hosbondens øie føder hesten.
en] The master's eye is worth both his hands.
en] The master's eye makes the cattle thrive.
en] The master's eye makes the horse fat.
en] The master's foot makes the ground fat.
fr] Il n'est pour voir que l'oeil du maître.
fr] L'oil du fermier vaut fumier.
fr] L'oil du maître engraisse le cheval.
ho] Heeren-oogen maken schoone paarden.
ho] Het oog an van den meester is de beste haver voor de paarden.
ho] Het oog von den meester maakt het paard vet.
il] L'occhio del padrone ingrassa il cavallo(, e il piè il campo).
la] Oculi et vestigia domini res agro saluberrimae.
la] Oculus Domini saginat equum.
sp] El ojo amo engorda al caballo, hace más que un criado.
sp] El ojo delame engorda el caballo.
un] Az urnak szemei hizlaliják a lovat.

Das Auge des Herrn macht die Kuh fett.
Afrika
fr] L'oeil du maître engraisse le cheval.
ho] De beste mesting is des heerens oog.
la] Oculus domini saginat equum.
la] Lux domini pulchrum facit ornatumque caballum.
la] Visus domini pulchrum facit exornatque caballum.
pl] Oko Pańskie konia tuczy.
prt] O melhor penso do cavallo, he o olho de seu amo.
prt] O olho do amo engorda o cavallo.
sp] El ojo del amo engorda el caballo.

Das Auge des Herrn macht Ochsen und Pferde fett.
Kroatien

Das Auge des Herrn putzt das Pferd.
i] Ist die beste Striegel, sagen die Osmanen.
it] L'occhio del padrone ingrassa il cavallo.

Das Auge des Herrn schafft mehr als seine beiden Hände.

Das Auge des Herrn
la] oculus domini

Das Auge des Herzens betrügt nicht.
Latifi, Türkische Dichter

Das Auge des Leidenden ist für die Wahrheit immer am meisten offen.
Pestalozzi, MündIiche Aussprüche

Das Auge des Liebenden schläft nicht, wenn er auch innerhalb des Mückenzeltes liegt.

Das Auge des Meisters schafft mehr als seine beiden Hände.

Das Auge des Verliebten ist blind.
tü] Aşığın gözü kördür.

Das Auge des Weibes ist ein Feuerspiegel.

Das Auge des Weisen erleuchtet die Erde.
fr] L'oeil du sage est du soleil l'image.
la] Oculus sapientis spera solis.

Das Auge eines Feindes sieht besonders scharf.
China

Das Auge eines richtigen Meisters ist der Zirkel und die Nase das Winkelmaß.
Estland

Das Auge erkennt die Schönheit, aber nicht die Güte (eines anderen).
Kikuju (Kenia)

Das Auge erkennt die Wahrheit, das Ohr erkennt die Lüge.

Das Auge fordert seinen Zoll,
Was hat man an den nackten Heiden?
Ich liebe mir was auszukleiden,
Wenn man doch einmal lieben soll.
Goethe, Faust Il, Paralipornena, Bruchstücke 150

Das Auge für die Brille geben.
i] Die Augen auf oder den Beutel. Beim Handel, besonders beim Pferdekauf.

Das Auge ganz zu sättigen, vermag nur Erde.
Osmanisch

Das Auge geht voran, der Hals hinterher.
Estland
i] Bei Kindern: Was das Auge sieht, will es haben.

Das Auge geschlossen, der Arsch offen.
Estland

Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!
NeuesTestament, Matthäus 6,22-23 (Jesus: Bergpredigt)

Das Auge gibt, das Auge nimmt.
Estland

Das Auge großer Herren ist verschleiert.

Das Auge hat einen anmaßlichen Verstand hinter sich, der Wunder meint, wie hoch er stehe, wenn er beweist, ein Sichtbares sei zu lang oder zu kurz.
Goethe, An Louise Seidler? (Entwurf), Februar 1818

Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hilfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde, und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äußeren entgegentrete.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre , Einleitung

Das Auge hätte die Sonne nie gesehen, wenn es nicht selber von sonnenhafter Natur wäre.
Plotin, Enneaden

Das Auge ist am reichsten. Estland

Das Auge ist am reichsten.
Estland

Das Auge ist das letzte, höchste Resultat des Lichtes auf den organischen Körper. Das Auge als ein Geschöpf des Lichtes leistet alles, was das Licht selbst leisten kann. Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge, das Auge überlieferts dem ganzen Menschen. Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub, aber das Auge vernimmt und spricht. In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch. Die Totalität des Innern und Äußern wird durchs Auge vollendet.
Goethe, Vorstudien zur Farbenlehre, Das Auge

Das Auge ist der Liebe Führer.
ho] Het oog is leidsman van de min, en brengt vooreerst de lusten in.

Das Auge ist der Reichste von allen.
Estland

Das Auge ist der Urheber und der Erhalter oder Vernichter der Liebe, ich kann mir vornehmen treu zu sein, das Auge nimmt nichts vor, das gehorcht der Kette der ewigen Naturgesetze.
Keller, Der grüne Heinrich

Das Auge ist des Herzens Fenster. Estland

Das Auge ist des Herzens Spiegel (o. Fenster, Zeiger, Zeuge).
dä] Øiet er trygt vidne.
fr] L'âme grave les traits.
fr] L'oeil est le témoin du cour.
fr] L'oeil sait toujours du cour les premières nouvelles.
ho] Het oog is 's harten tuig.
ho] Het oog wijst, wat 't hart prijSt.
it] Chi con l'occhio vede, con cuor crede.
it] L'occhio è testimonio del cuore.
la] Oculun animi index.
un] Kinek mi vagyon szivében, könnyen kitetszik szemében.

Das Auge ist des Körpers Kerze.
Estland

Das Auge ist des Leibes Licht!
Matth., 6, 22

Das Auge ist des Schneiders Maß.
Estland

Das Auge ist ein Gewehr.
i] Man fürchtet sich vor seinem Blick wie vor einem Gewehr. Die auch hinter dem Rücken raisonnieren, wagen ins Gesicht nichts zu sagen.

Das Auge ist ein treuer Zeuge.
i] Seinen Augen kann man vertrauen, sie brauchen keine Beweise.
dä] Öjet er trogt Vidne.

Das Auge ist größer als der Magen.
en] The eye is bigger than the belly.

Das Auge ist himmlischer Natur. Darum erhebt sich der Mensch über die Erde nur mit dem Auge, darum beginnt die Theorie mit dem Blicke nach dem Himmel. Die ersten Philosophen waren Astronomen.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Das Auge ist klein, aber sieht die ganze Welt.
Estland

Das Auge ist König(, die Hand der Vollstrecker).
Estland

Das Auge ist nicht arm.
Kosi, Afrika
i] Es gibt immer etwas Interessantes zu sehen.

Das Auge ist undankbar, was es auch sieht, es sagt doch, es sei noch nicht genug.
Surinam
i] Um zu sagen, dass jemand undankbar, ungenügsam, unersättlich sei, und wieviel er auch bekomme, nie genug habe.

Das Auge kann das Ohr nicht sehen.
Nigeria

Das Auge kann den Zustand unserer Seele malen, aber die Hand teilt gleichzeitig die Geheimnisse des Körpers und die des Gedankens mit.
Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe

Das Auge kann viel sehen, das Ohr kann viel hören, aber der Mund soll nicht viel sprechen.
Estland

Das Auge kennt kein Verbot.

Das Auge kennt keinen Kummer.
i] Mit diesem Sprichwort will der Odschin (Westküste Afrikas) sagen, dass sich das Auge, wenn der Kummer, der etwas Innerliches ist, es drücken will, im Schlafe schließe, und dass man sich oft den Kummer vom Herzen schlafe.

Das Auge mag wohl der klarste Sinn genannt werden, durch den die leichteste Überlieferung möglich ist. Aber der innere Sinn ist noch klarer, und zu ihm gelangt die höchste und schnellste Überlieferung durchs Wort, denn dieses ist eigentlich fruchtbringend, wenn das, was wir durchs Auge auffassen, an und für sich fremd und keineswegs so tief wirkend vor uns steht.
Goethe, Schriften zurLiteratur, Shakespeare und kein Ende 14,756f.

Das Auge muss nicht größer sein als der Magen.
la] Appetitus ne procurrat rationem.

Das Auge nimmt nichts weg.
fin] Ei silmä osaa ota.

Das Auge offen und den Mund geschlossen, hat noch keinen verdrossen.

Das Auge sieht alle Dinge, außer sich selbst.
England

Das Auge sieht auch für den Arsch.
ho] De oogen moeten vol zijn voor den aars (buik).

Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
Friedr. von Schiller, Gedichte, D. Lied v. d. Glocke (gedr. Sept. 1799)

Das Auge sieht des anderen Auge, nicht sich selbst.
Estland

Das Auge sieht nicht, das Herz leidet nicht.
Maurisch

Das Auge sieht sich nicht
Als nur im Widerschein durch andre Dinge.
en] The eye sees not itself
But by reflection, by some other things.
Shakespeare, Julius Cäsar I,2

Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.
Pred. Sal. 1, 8
bm] Nepřesytí se oko patřením, a mysl bohatstvím.

Das Auge sieht sich nimmer satt.

Das Auge sieht über den überfluteten Fluss hinüber.
i] Man wünscht sich das Unmögliche.
Zulu

Das Auge sieht weit, aber der Verstand noch weiter.
Estland

Das Auge sieht, das Herz begehrt.

Das Auge sieht, der Mund schmeckt (es) nicht.
Estland

Das Auge sieht, was das Herz begehrt.
Estland

Das Auge sieht's, im Herzen glüht's.
la] Amor ex aspectu nascitur.

Das Auge spiegelt nicht die Welt, sondern es erschafft sie.

Das Auge spricht mehr als der Mund.

Das Auge spricht, was das Herz fühlt.

Das Auge verlangt dabei ganz eigentlich Totalität und schließt in sich selbst den Farbenkreis ab.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 1. Abt 60

Das Auge war vor allen anderen das Organ, womit ich die Welt faßte. Ich hatte von Kindheit auf zwischen Malern gelebt, und mich gewöhnt, die Gegenstände wie sie in bezug auf die Kunst anzusehen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Das Auge weint nur Wasser, das Herz weint Tränen.

Das Auge weint Tränen, das Herz Blut.

Das Auge will auch etwas (o. sein Teil) haben.
ndt] Dit Oog well uk wat haa. Altfriesisch
fr] L'oeil veut de tout sa part.
it] (Anche) l'occhio vuole la sua parte.

Das Auge will auch etwas haben.
fr] L'oeil veut de tout sa part.
it] Anche l'occhio vuole la sua parte.

Das Auge will auch sein Teil haben.
it] L'occhio vuol la parte sua.

Das Auge wird durch langes Anstarren eines Gegenstandes stumpf und sieht nichts mehr: Ebenso wird der Intellekt durch fortgesetztes Denken über dieselbe Sache unfähig, mehr davon zu ergrübeln und zu fassen.
Arthur Schopenhauer, Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Das Auge wird kurz vor dem Tode noch einmal scharfsichtiger.
Mongolei

Das Auge wird nicht satt vom Sehen, das Ohr wird nicht satt vom Hören.
Estland

Das Auge wird nie satt.
tü] Göz doymaz.

Das Auge, das den König gesehen hat, wird nicht viel von seinen Beamten halten.
Haussa, Afrika

Das Auge, die Ehre und ein redlich Herz leiden keinen Scherz.

Das Auge, sagt der Jäger, schießt seinem Herrn kein Wild.
i] Es genügt nicht, Verstand zu haben, man muss ihn auch brauchen, das Wissen allein tut's nicht.

Das Augenblickliche, was wir von öffentlichen Dingen, doch nur im allgemeinen und oft aufs unsicherste, durch die Zeitungen vemehmen, wird nun erst wahrhaft historisch und anschaulich zugleich, wenn der einzelne, unbefangene, unbedeutende Mensch von wichtigen Vorfällen Zeugnis gibt, denen er nicht etwa aus Neugierde oder Absicht, sondern gedrungen durch unwiderstehliche Notwendigkeit beigewohnt.
Goethe, Schriften zur Literatur, Der junge Feldjäger

Das augenfälligste Zeichen von Weisheit ist eine andauernde Fröhlichkeit.
England

Das Augenübel heilt man mit dem Ellenbogen.
i] Indem man nicht daran rührt, denn es ist unmöglich, die Ellenbogen an die Augen zu bringen.
fr] Le mal d'yeux se guérit avec le coude.

Das Ausfüllen der Zeit durch planmäßig fortschreitende Beschäftigungen, die einen großen beabsichtigten Zweck zur Folge haben, ist das einzige sichere Mittel, seines Lebens froh und dabei doch auch lebenssatt zu werden.
Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft

Das Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben.
i] Von einem Verschwender, und entlehnt von Ausgebern, Speisemeistern und Kellnern.

Das ausgesprochene Wort ist sogleich tot, wenn es nicht durch ein folgendes, den Hörer gemäßes, am Leben erhalten wird.
Goethe, Maximen und Reflexionen 891

Das Aushängeschild ist geduldig
ho] Het uithangbord belooft meer, dan de winkel bevat.

Das Auskehren am Abend soll man unterlassen, weil dann der Teufel auf dem Besen reitet, oder weil man damit das Glück, oder den Schlaf hinauskehrt.
Aberglaube

Das Auskehren wird es bringen.
mhd] To dem jungesten dage sal men wohl sein, we gût is.
en] On the day of judgement you will know the good pilgrim.
fr] Quand le jeu est fait, on voit qui a gagné.
ho] Men sal ten jonxten daghe wael sien, wie goet pelgherien is.
it] Al scuotere dei sacchi ce ne accorgeremo.
la] Quis bonus? aetherei sententia iudicis effert?
la] Tempus iudicii vitam pandet peregrini.
sp] Al fin se ven las zurrapas.

Das Ausländische hat immer einen gewissen vornehmen Anstrich für uns.
Otto von Bismarck, Reden (in der preußischen Zweiten Kammer, 15. November 1849)

Das Auslaufen vergeht (schadet nicht), wenn man daheim bleibt.

Das Auslegen (der Ware) wird nicht bezahlt.

Das Ausleihen geht mit Eile, das Wiederbringen hat Weile.
Wendische Lausitz

Das Ausmaß einer Vergeltung will gut erwogen sein, wenn sie nicht wiedervergolten werden soll.
K. Peltzer, An den Rand geschrieben

Das Ausschlagen der Stute tut dem Füllen keinen Schaden.
Spanien

Das Ausschlagen, aber nicht das Wiederschlagen ist verboten.

Das Ausschließen der Welt, von Zeit zu Zeit so wichtig, ist nur erlaubt, wenn sie mit umso größerer Gewalt wieder zurückflutet.
Elias Canetti, Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972

Das Äußere ist trügerisch.
Estland

Das Äußere lässt aufs Innere schließen.
Walther von der Vogelweide: Der Bogner

Das außergewöhnliche Gedächtnis bringt die Gelehrten, das tiefe Nachdenken die Genies hervor.
Helvetius, Vom Menschen

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem gewöhnlichem Wege.
Goethe, Wahlverwandtschaften (1808-1809), I, 15

Das Außerordentliche, was solche Menschen [hochbegabte, vor allem Dichter] leisten, setzt eine sehr zarte Organisation voraus, damit sie seltener Empfindungen fähig sein und die Stimme der Himmlischen vernehmen mögen. Nun ist eine solche Organisation im Konflikt mit der Welt und den Elementen leicht gestört und verletzt, und wer nicht, wie Voltaire, mit großer Sensibilität eine außerordentliche Zäheit verbindet, ist leicht einer fortgesetzten Kränklichkeit unterworfen.
Goethe, Eckermann, 20.12.1829

Das Äußerste liegt der Leidenschaft zuallernächst...
Goethe, Wahlverwandtschaften I,16

Das äußerste Recht ist selten recht.

Das äußerste Thule
i] das Ende der Welt
la] ultima Thule

Das Äußerste versuchen (wagen).
ho] Op bei uiterste von de wereld.
la] Commovere sacra.
la] Sacram anchoram solvere.
la] Venimus ad summam lineam.

Das äußerste, was ich jemals an Perversität gehört habe, hat mir meine Freundin Grete Walfisch erzählt. Die hat in ihrer Jugend einen alten Hofhund abgerichtet: wenn der einem Menschen schmeicheln sollte, dann musste er knurren.
Tucholsky, Schnipsel

Das äußre muss ein Weg zum innren Leben sein,
Doch fängt das innre an, so geht das äußre ein.

Das Auto hat das Pferd noch lange nicht verdrängt - oder kennen Sie ein Denkmal, auf dem ein Mann am Steuer sitzt?
Hans Günter Winkler

Das Bad (allein) austragen (o. austrinken, aussaufen, bezahlen) müssen.
i] Für einen anderen büßen müssen

Das Bad austappe(n) müesse.
Ulm

Das Bad für alle bezahlen müssen.
fr] Payer la folle enchère.
fr] Payer les pots cassés.

Das Bad hat er ihm selbst gemacht (übergehängt, zubereitet).
dä]Han her selv ildet den badstue til sig.
fr] Il a chauffé l'étuve pour lui-même.

Das Bad hat geschworen, keinen Mohren weißzuwaschen.
sp] Jurado ha el baño de lo negro no hacer blanco.

Das Bad kan Gott leicht heiss genug hitzen, wenn es dem gilt, der muss schwitzen.

Das Bad muss jeder austrinken.
i] Der Ton auf das, jeder muss sterben.

Das Bad sei verflucht, das mir den Hintern eines Menschen zeigt, dessen Gesicht ich nicht einmal gern sehen mag.
i] Die Ägypter sagen damit, dass ihnen der Zufall die Gesellschaft eines Menschen aufgezwungen hat, dessen Anblick ihnen schon zuwider ist.

Das bad soll man aussgiessen, und das Kind behalten.

Das Bad wäscht von außen rein, die Reue von innen.

Das Balkenloch ist wieder melk.
Westfalen
i] Nach der Ernte, wenn der Bauer wieder dreschen und Früchte verkaufen kann.

Das Bälmlein schießen.
i] Seinen Witz an ihm auslassen.

Das Band (Bändchen) ist los.
i] jemand ist ausgelassen, zügellos

Das Band an den Sack setzen.
i] Die Sache zu Ende bringen

Das Band der Ehe
la] vinculum matrimonii

Das Band der Freundschaft
la] nodus amicitiae

Das Band der Gesellschaft sind Vernunft und Sprache.
Marcus Tullius Cicero, Vom rechten Handeln

Das Band der Liebe hält noch besser als das Band, das die Natur so stark um Eltern und Kinder geschlungen hat.
Bernhard von Clairvaux, 83. Ansprache über das Hohelied Salomos

Das Band ist mehr wert als die Garbe.
i] Meist im üblen Sinne, inbetreff solcher Leute, deren innerer Wert dem vorteilhaften Äußeren nicht entspricht.
fr] Mieux vant le lien que la gerbe.

Das Band, die Gedanken zu binden, soll man noch finden.

Das Barbarische ist für mich ein Verjüngungsmittel.
Paul Gauguin

Das Bare ist das Wahre.
i] Empfiehlt die Barzahlung bei Käufen ihrer allseitigen Vorzüge wegen und es ist namentlich ein Grundsatz der Bauern, die vom Kreditgeben keine Freunde sind.
ndt] Det bâre is't wâre.

Das Bauchknurren der Kamele ist besser als das Gebet der Fische.
i] Die beschwerlichste Landreise ist der angenehmsten Seereise vorzuziehen. Von der großen Abneigung hergenommen, welche die Ägypter gegen Seereisen haben, die es auch macht, dass sie lieber den beschwerlichen und langweiligen Landweg nach Mekka wählen, als den viel kürzeren zur See.

Das Bäuchlein pflegen.
i] Sich wohl sein lassen, sich gütlich tun. Die Römer sagten: Das Häutchen pflegen. Curare cuticulum.

Das Bauen und das Verheiraten von Kindern sind zwei große Verschwender.
England

Das Bauen wäre eine freie Kunst, wenn einer hätt das Geld umsunst.
sz] Das bauwen wer ein feine Kunst, wan einer het dass gelt vumsonst. - Hausschrift im Turbental

Das Bauen wer ein feine Kunst, wan einer het dass gelt vumsonst. - Hausschrift im Turbental

Das Bauer verschließen, wenn der Vogel fortgeflogen ist.

Das Bautzen hilft nicht, es muss gepfiffen sein.
Deutz
i] Mit Weinen allein kann man eine Sache nicht gut machen

Das Bedenkliche des allgemeinen Wohlstandes liegt darin, dass die Leute nicht nur das auch haben wollen, was der andere hat, sondern alles, was es gibt.

Das Bedeutende will jedermann, nur soll es nicht unbequem sein.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,5

Das Bedeutende, das den ganzen Menschen ergreift, zeugt eine feste, standhafte Form, die die Zeit überdauert.
Johannes R. Becher, Wachstum und Reife

Das bedeutendste Ereignis, was die wichtigsten Folgen für mich haben sollte, war die Bekanntschaft und die daran sich knüpfende nähere Verbindung mit Herder.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Das bedeutet Verdruß, so sagen bedenkliche Leute,
Wenn beim Eintritt ins Haus nicht fern von der Schwelle der Fuß knackt.
Goethe, Hermann und Dorothea 8. Gesang Vs 100f.

Das Bedingte im Dasein überhaupt heisst zufällig, das Unbedingte notwendig.
Kant, Kritik der Urteilskraft

Das Bedürfnis des Machtgefühls treibt die große Politik vorwärts.
Nietzsche

Das Bedürfnis ist immer beschwerlich.
Dennis Diderot, Rameaus Neffe

Das Bedürfnis nach Schönheit und nach der sie gestaltenden schöpferischen Betätigung gehört untrennbar zum Menschen, und ohne Schönheit wollte der Mensch vielleicht gar nicht leben.
Dostojewski, Über russische Literatur

Das Bedürfnis nach Technik treibt die Wissenschaft voran.
Krupskaja, Über die polytechnische Bildung

Das Bedürfnis schuf sich sein Organ.
Friedrich Engels, Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

Das Bedürfnis und die Not sind unter allen Erziehern die einzigen, deren Lehren immer gehört werden und deren Ratschläge stets wirksam sind.
Claude-Arien Helvétius, Vom Menschen

Das Bedürfnis, geliebt zu werden, entspringt oft der Einsicht, nicht der Achtung wert zu sein.
Kurt Guggenheim

Das befindet sich in einer Nussschale.
i] In der Beantwortung der Frage, warum zur Zeit die Kohlenpreise in Nordamerika so bedeutend in die Höhe gehen, heisst es: ' Die wahre Schwierigkeit befindet sich in diesem Falle in einer Nussschale, es wird nach mehr Kohle gefragt, als am Markt ist.'

Das befreite Wissen... erkämpft sich den Weg von erlernter Wissenschaft zu lebendiger Weisheit. Mühsam, Brevier für Menschen

Das Begehren ist eine Frage, auf die keiner eine Antwort weiß.
Luis Cernuda, Er sprach kein Wort

Das Begehren wird immer durch ein Übel erregt, dem wir entfliehen möchten, weil vollständige Schmerzlosigkeit jederzeit einen notwendigen Bestandteil unseres Glücks ausmacht.
John Locke, Über den menschlichen Verstand

Das begehrliche Element hat das auf die Dauer durchschlagende Übergewicht der größeren Masse. Es ist im Interesse dieser Masse selbst zu wünschen, dass dieser Durchschlag ohne gefährliche Beschleunigung und ohne Zertrümmerung des Staatswagens erfolge. Geschieht die letztere dennoch, so wird der geschichtliche Kreislauf immer in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Diktatur, zur Gewaltherrschaft, zum Absolutismus zurückführen, weil auch die Massen schließlich dem Ordnungsbedürfnis unterliegen.
Bismarck, Gedanken und Erinnerungen

Das Begräbnis ist groß, und der Tote ist eine Maus.
Maurisch

Das begreift (o. versteht) ein Kind.

Das behaltene Gut trägt den Schaden mit dem verlorenen.
[RSpW]
i] Von anvertrautem Gute
i] Der Treuhänder, d.i. der, dem etwas zur Aufbewahrung übergeben worden ist, leistet keinen Ersatz, wenn er zugleich mit dem fremden Gute eigenes verlor, muss aber bezahlen, wenn die anvertraute Sache allein abhanden gekommen ist. Sein Gut teilt das Schicksal des ihm anvertrauten, und das behaltene trägt den Schaden für das verlorene. 'Den schaden sall dragen dat beholdene goth mit dem verlornen.'

Das Beichtweh haben.

Das Beil glättet immer des Hobels Spuren.
Estland

Das Beil ist unterwegs ein Kamerad.
Estland

Das Bein an die Wand, die Zähne an den Nagel.

Das Bein hat wohl von weh zu klagen, daran zugleich viel hunde nagen.
la] Dum canis os rodit, socium quem diligit odit.
la] Vae sibi, quando canes veneunt os rodere plures.

Das Bein ist weiter als das Knie.
Altgriechisch

Das Bein muss (o. tut) gehen, wie das Knie will.
ho] Het been moet doen, wat de knie wil, en de knie, wat de nood gebiedt.
it] La gamba fa quel che vuol il ginocchio.

Das Bei-sich-tragen von bestimmten Kräutern

Das Bei-sich-tragen von Friedhofserde in der Tasche dient zur Abwehr jeder Krankheit.
Aberglaube

Das Beispiel des Fürsten wirkt mächtig um sich her und fordert mir heimlicher Gewalt jeden Staatsbürger zu ähnlichen Handlungen auf, die in dem Kreise des Privatmanns irgend zu leisten sind, vorzüglich also zu sittlichen.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winckelmann und sein Jahrhundert - Katholizismus

Das Beispiel des neuen Russland wird für die anderen Völker nicht verloren sein, was auch immer das unmittelbare Ergebnis sein mag. Eine tiefe Einheit entsteht in der Seele der Völker: gigantische Wurzeln erstrecken sich unter der Erde, ohne sich um die Grenzen zu scheren.
Rolland, Die Vorboten

Das Beispiel ist der größte aller Verführer.
Frankreich

Das Beispiel ist einer der erfolgreichsten Lehrer, obgleich es wortlos lehrt.
Smiles, Selbsthilfe

Das Beißen der Eidechse soll dasselbe sein wie das Beißen der Schlange.
Estland

Das Beiwerk folgt sinnvollerweise der Natur der Hauptsache.
la] Accessorium naturam sequi congruit principalis.

Das Beiwerk soll hinter der Hauptsache zurückstehen. [RSpW]
la] Accessio cedat principali.

Das bejammern oder fürchten,
Was unvermeidlich ist, wär' kind'sche Schwäche.
Shakespeare, König Heinrich VI., 3. Teil, V, 4 (Margarete)

Das Bekenntnis der Sünden professionsmäßig zu betreiben... verwandelt jene natürliche und unbefangene Selbsterkenntnis mit einem Schlage in ein manieriertes Zopftum, aus welchem mich eine unsäglich frostige Nüchternheit und Schlaffheit anweht.
Gottfried Keller, Der grüne Heinrich

Das Beklagenswerteste am Alter scheint mir, dass man spürt, wie sehr man in diesem Lebensabschnitt den jungen Leuten verhasst ist.
Marcus Tullius Cicero

Das bekomm' ich mit Kusshand.
i] Der Preis für den betreffenden Gegenstand ist so mäßig, dass ihn jeder Kauflustige nicht nur gern gewährt, sondern noch zum Zeichen des Dankes eine Kusshand zugibt.
z] Fünf Taler gibt man mir jetzt für einen Sack Korn mit Kusshand. (sehr gern)

Das bekommt er nicht auf seine Gabel.

Das bekommt man für keine Nussschale.
ho] Het kost meer dan noten doppen.

Das Bellen der Hunde tut den Wolken keinen Schaden.
Ägypten

Das Bellen des Hundes dringt nicht in den Himmel.
Luther
i] Um die Verachtung von Schmähungen und Verwünschungen zu bezeichnen. Auch um zu sagen: Unverdienter Fluch trifft nicht. Des Gottlosen Gebet wird nicht erhört.

Das Bellen des Hundes verrät den Dieb.
it] L'abbaia del cane fa scoprir il ladro.

Das Bellen eines zahnlosen Hundes ist so gut wie ein Biss.
Schottland

Das Bellen in der Ferne ist leichter als das Knurren in der Nähe.

Das Benehmen eines Menschen sollte wie seine Kleidung sein, nicht steif und peinlich akkurat, sondern frei genug, um sich zu bewegen und sich zu betätigen.
Francis Bacon (1561-1626), Über Höflichkeit und Anstand

Das benimmt ihm niemand als der Schobant (vespillo).

Das Bergwerk ist eine harte Schule! Aber wenn man dann aufs Erz stößt, ist es, als hätte man einen Stern entdeckt.
P. Neruda, Glanz und Tod des Joaquin Murieta

Das Berufstheater wird immer wieder Jugendkraft aus dem lebendigen Quell des selbsttätigen Agitpropspiels schöpfen...
F. Wolf, Schöpferische Probleme des Agitproptheaters

Das beschauliche Leben ist oft elend. Man muss mehr handeln, weniger denken und sich nicht fortwährend studieren.
Chamfort, Maximes et pensées

Das bescheidene Gemüt erkennt es, dass es auch seine wie aller Dinge natürliche Bestimmung sei, zu blühen, zu reifen und zu welken. Aber es weiß, dass eins doch in ihm unvergänglich sei. Dieses ist die ewige Sehnsucht nach der ewigen Jugend, die immer da ist und immer entflieht.
Friedrich Schlegel, Lucinde

Das Bescherete ist besser als das gedachte.

Das Beschlagen mit Hufeisen ist des Pferdes Belohnung.

Das beschließt so wenig als so man einer Stumme ein Märli sagt.

Das Besehen hat man umsonst.
ndt] Dat beseien hat men ümmesüst. (Ein unter den Kaufleuten sehr gewöhnliches Sprichwort. Man will damit sagen, dass das bloße Besehen der Ware nicht so zu verstehen sei, als ob der, welcher sie besieht, auch schweigend in den Wert einwillige, wofür sie angesetzt wird, und also verpflichtet sei, sie dafür zu behalten)

Das besehen hat man vmbsonst.
i] Ein unter den Kaufleuten sehr gewöhnliches Sprichwort. Man will damit sagen, dass das bloße Besehen der Ware nicht so zu verstehen sei, als ob der, welcher sie besieht, auch schweigend in den Wert einwillige, wofür sie angesetzt wird, und also verpflichtet sei, sie dafür zu behalten.
ndt] Dat beseien hat men ümmesüst.

Das besondere Pech der Vereinigten Staaten liegt darin, dass die Kapitalisten den Kapitalismus und die Gewerkschaften den Sozialismus ins absurde geführt haben.
Friedrich Dürrenmatt, Sätze aus Amerika

Das Besondere sei die Lüge, das Wahre das Allgemeine!
Goethe, Riemer, 1803-1814

Das Besondere unterliegt ewig dem Allgemeinen, das Allgemeine hat ewig sich dem Besondern zu fügen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 492

Das Bessere drängt sich nicht auf.
la] Meliora latent.

Das Bessere ist der (o. ein) Feind des Guten.
i] Entweder man verderbt oft eine gute Sache, indem man sie besser machen will, oder auf der Bahn zur Vollkommenheit wird das Gute stets vom Bessern verdrängt. Nach Voltaire ist das Wort italienischen Ursprungs.

Das Bessere ist der Feind des Guten, sagte der Dieb, stahl einen neuen Hut und ließ seinen alten liegen.

Das Bessere ist der Feind des Guten, sagte der Pfaff, ließ die Brattaube liegen und griff nach dem Fasan.

Das Bessere ist der Feind des Guten.

Das Bessere ist des Guten Feind.

Das Bessere seh ich und lob ich,
Schlechterem folget das Herz. Ovid, Metamorphosen

Das bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht.
Shakespeare, König Heinrich IV., 1. Teil, V, 4 (Falstaff)

Das Bessere tötet das Gute.
fr] Le meilleur est l'ennemi du bon. (Recueil.)
fr] Le mieux est l'ennemi du bien.
fr] Penser faire mieux que bien, c'est se tuer et faire rien.

Das Besserhaben wollen dort oben hat der Egoismus erfunden, der sich hier unten nicht genug sättigen konnte.
Weitling, Das Evangelium des armen Sünders

Das Bessre auf den Trümmern aufzuführen,
Muß sich nun Geisterkampf lebendig rühren.
Eichendorff, An die Freunde

Das besste Deutsch ist, das von Herzen kommt.

Das besste vom Menschen ist der Hund.

Das best bei das Hertz.

Das Best erst.

Das best gehört inn pfaffen.

Das best Gewehr in Krieg und Streit ist Gottes Hilff und Dapfferkeit.

Das best Reformieren ist, dass ein jeder an sich selbst anfange.

Das best wird geredt, das bösest wird gedacht.
dä] Man taler det beste og giör det vaerste.

Das beste (schönste, feinste) Oberkleid schützt nicht vor Herzeleid.

Das Beste aber, dem du begegnen wirst, das werden die Menschen sein, vorausgesetzt, dass du dich darauf verstehst, das rechte Wort für den 'gemeinen Mann' zu finden.
Fontane, Vorwort zur 2. Aufl. der 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg'

Das beste aller Güter, wenn es überhaupt Güter gibt, ist die Ruhe, die Zurückgezogenheit und ein Plätzchen, das man sein eigen nennen kann.
La Bruyère, Charaktere, Vom Hofe

Das beste Altersheim ist die Familie.
Heinrich Lübke, in einer Ansprache

Das Beste am Journalismus ist, dass er die Neugier tötet.
Walter Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes.

Das Beste am Karpfen ist der Kopf.

Das Beste am Leben ist, sich daran zu freuen.
en] The principal business of life is to enjoy it.

Das Beste am Ruhm ist das Streben danach. Diese Erkenntnis kann auf manche andere Gebiete ausgedehnt werden.
Charles Ferdinand Ramuz (1878 - 1947)

Das Beste am Schweinskopf ist die Sau.

Das beste an der Arbeit sind die Pausen.
Scherzhaft

Das beste Auge kann das Lineal nicht ersetzen.

Das beste Aussehen ist, in sich selbst lugen.
i] In sich selbst hineinsehen

Das Beste beim Tanzen ist umkehren.
z] Das best am tantzen ist, das man nicht immerdar für sich gan, und auch bei zeit umkeren kan.

Das beste Bier gibt es dort, wohin Kutscher und Priester zum Trinken gehen.
Polen

Das Beste bringt Verdruss, wenn man's zu lange treiben muss.

Das beste Deutsch ist, das von Herzen kommt (o. geht).

Das Beste dient einem.
i] Aber nicht immer ist das Seltenste, Teuerste und Wohlschmeckendste auch das Beste, d.h. hier das Gesündeste, oder, wie das Sprichwort sagt, das Dienlichste. Hausmannskost ist besser als Leckerbissen.

Das beste Ding von der Welt ist, über ihr zu leben.
England

Das Beste einer Rede sei die Überredung, und wer nicht zu überreden gedenke, müsse gar nicht reden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Das beste Einkommen ist Redlichkeit.

Das beste Fleisch hat auch einen Vertrag mit den Würmern.

Das Beste für alle, Mann und Weib, ist, nicht geboren zu werden, und das Nächste und Erste von dem, was für den Menschen erreichbar ist, ist, so bald wie möglich nach der Geburt zu sterben.
König Midas von Phrygien, überliefert bei Aristoteles (Eudemos)

Das beste Gebetbuch ist ein kurzer Spruch.
i] Der aus Gemütsstimmung und Umständen hervorgeht. Man vergleiche damit ein Gebetbuch, wie es um das Jahr 1843 in Bayern unter dem Titel erschien: Anmutungen einer bussfertigen Seele bei verschiedenen Anlässen während des Tages, z.B. Gebete beim Waschen, Kämmen, Abtrocknen. Betten, Haarabschneiden, Barbieren, Uhraufziehen, Zähneputzen, Nägelabschneiden, bei Befriedigung natürlicher Bedürfnisse u.s.w.

Das beste Gedächtnis hat bekanntlich die Nase; es ist gradezu ungeheuerlich, was einem alles einfällt, wenn man einen alten, vertrauten Geruch wieder wahrnimmt.
Kurt Tucholsky, Akustischer Kostümball

Das Beste gehört dem (o. in den) Pfaffen.

Das Beste gehört ins Kloster.

Das beste Genie ist das, welches alles in sich aufnimmt, sich alles zuzueignen weiß, ohne dass es der eigentlichen Grundbestimmung, demjenigen was man Charakter nennt, im mindesten Eintrag tue, vielmehr solches noch erst recht erhebe und durchaus nach Möglichkeit befähige.
Goethe, An W. v. Humboldt, 17.3.1832

Das beste Gericht (Mahl) kommt zuletzt.

Das beste Gericht zuletzt bringen.
ho] Hij zet hem het beste gericht laatst voor.

Das beste Getränk ist Wasser, von der Sonne durch Rebholz destilliert.
la] Optimum quidem aqua.

Das beste Getreide wächst auf den Feldern der anderen, die besten Söhne sind zu Haus.
Assam, Indien

Das beste Gewürz ist der Hunger.
la] Condimentum optimum fames.

Das beste Gewürz kommt aus Sorgenland.

Das beste Glück, des Lebens schönste Kraft
Ermattet endlich...
Goethe, lphigenie A IV Sz 5
Iphigenie Vs 1697

Das beste Gut ist der beste Kauf.
i] Vom Verhältnis zu Preis und Ware. Nicht der kauft am besten, der am wohlfeilsten kauft, sondern der die beste Ware wählt.
ho] Het beste goed is de beste koop.

Das beste Gut zu jeder Zeit ist, was ein gutes Handwerk beut.
it] Il miglior podere è un buon mestiere.

Das beste Haupt hinter den Herd, das zweite hinter den Hofsherrn.
[RSpW]
i] Beim Tode eines schutzverwandten Familienhauptes wurde eine Abgabe an den Schutzherrn gegeben, die unter dem Namen Besthaupt, Cornut, Todfall bekannt ist und die in der besten Habe bestand. War Vieh vorhanden, so war es das beste Stück der Einhufer; fehlten diese, so der Spalthufer, in Ermangelung dieser das beste Kleid u.s.w.
mhd] Das beste haupt hinter den herdt und das zweite hinder den hoffsherren.

Das beste Heilmittel gegen Sorgen ist Unterhaltung.
Indien

Das Beste holt der Teufel zuerst.
i] Was man liebt verliert man zu früh.
en] Naught is never in danger.
la] Si qua placent, abeunt, inimica tenacius haerent.

Das Beste holt der Teufel zuerst.
en] Naught is never in danger.
la] Si qua placent, abeunt; inimica tenacius haerent.

Das Beste im Leben ist, Verständnis für alles Schöne zu haben.
Menander, Sentenzen in Monostichen

Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Beste in der Mühle ist, dass die Säcke nicht reden können.

Das Beste in der Welt ist das, was der Gedanke hervorgebracht hat.
Georg W. Fr. Hegel, Begriff der Geschichte der Philosophie

Das Beste in dieser Art Schauspiel ist ein Schattenspiel und das Schlechtere ist nichts Schlechteres, wenn die Einbildungskraft nachhilft.
Shakespeare, Sommernachtstraum V, 1

Das Beste ist bei allen Sachen, viel tun und wenig Worte machen.
it] Il bel del giuoco è far fatti e parlar poco.

Das Beste ist billig am besten.
en] Best is best cheap.

Das Beste ist das Wasser.
Pindar, Olympia

Das beste ist die tiefe Stille, in der ich gegen die Welt lebe und wachse und gewinne, was sie mir mit Feuer und Schwert nicht nehmen können.
Goethe, Tagebuch, 13.5.1780

Das beste ist ein Schlaf am Strand in tiefer Trunkenheit.
Rimbaud, Schlechtes Blut

Das Beste ist grade gut für ihn.
i] Er verdient alle Ehre.
la] Ambrosia alendus.

Das Beste ist gut genug!
Goethe, Italien, Neapel, Brief vom 3. März 1787

Das Beste ist, dass niemand weiß, wer sein Schwager ist.

Das Beste ist, was man in der Hand hat.
ho] 'T beste is, dat men in de hand heeft.

Das Beste ist: Ich weiß nichts, ich sah nichts.
i] Empfiehlt, sich vor Händeln, Streitsachen, Geklätsch fern zu halten.

Das Beste kauft man am teuersten.

Das Beste kauft man am wohlfeilsten (o. teuersten).

Das beste Kleinod, so mich ziert; der beste Geleitsmann, der mich führt; der beste Platz, den ich erhalten; der beste Segen, der mir gedeiht, ist der gute Nam' (o. die Ehr'), der mich erfreut.

Das Beste kommt nach.
ndt] Dat bescht kemt hannenno. Luxemburg
en] Seldem comes a better.
la] Absumpta suilla, bubulam ne expecta.
la] Posteriora solent esse deteriora.

Das Beste kommt selten nach.
en] Seldem comes a better.
la] Absumpta suilla, bubulam ne expecta.
la] Posteriora solent esse deteriora.

Das Beste kommt zuletzt.
ho] Het beste komt op het laatst.

Das beste Korn entgeht dem Flegel nicht.

Das beste Korn ist unfruchtbar, wenn es auf schlechten Boden fällt.

Das beste Lied macht durch die Länge müd'.
sd] Wackra wisor äro aldrig för långa.
sd] Wackra wisor äro altid korta.

Das Beste liegt in der Mitte.
Osmanien

Das beste Messer bekommt Scharten, wenn man Steine schneidet.

Das beste Mittel bei verfehltem Vorsatz
Ist: ihn verfehlen.
Shakespeare, König Johann, III, 1 (Pandulpho)

Das beste Mittel gegen Alltagstrott: Traben.

Das beste Mittel gegen den Tod ist das Gebären.

Das beste Mittel gegen eine Krankheit ist, aus der Krankheit eine Arznei zu machen.

Das beste Mittel gegen einen Anschlag des Feindes ist, das freiwillig zu tun, wozu er dich zu zwingen vorhat. Denn tust du es freiwillig, so kannst du es mit Ordnung zu deinem Vorteil und seinem Nachteil ausführen, tätest du es gezwungenermaßen, so würde es deinen Untergang herbeiführen.
Niccolò Machiavelli, Kriegskunst

Das beste Mittel gegen Kummer ist Beschäftigung.
England

Das beste Mittel gegen schlechte Zeiten ist Geduld mit denselben.
i] Für ihre Beseitigung zu sorgen ist wohl ein besseres, passt aberweniger zur morgenländischen Bequemlichkeit.

Das beste Mittel gegen Sterben ist Gebären.
Kamerun, Hamitisch

Das beste Mittel gegen Trunkenheit ist, in nüchternem Zustand einen Betrunkenen zu sehen.

Das beste Mittel gegen Verdrossenheit ist es, sich selbst zu aktivieren.
Richard von Weizsäcker

Das beste Mittel, das Glück zu verpassen, besteht darin, es zu suchen.
Paul Claudel

Das beste Mittel, Gesundheit zu erhalten, ist: im Schweiß deines Angesichts soltu dein Brot Essen.

Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tage eine Freude machen könne.
Nietzsche

Das beste Mittel, um getäuscht zu werden, ist, sich für schlauer zu halten als andere.
La Rochefourauld

Das beste Möbel ist eine Frau.

Das Beste möcht ich euch vertrauen:
Sollt erst in eignen Spiegel schauen. -
Seid ihr, wie schön geputzte Braut,
Bei diesem Anblick froh geblieben,
Fragt: ob ihr alles, was ihr schaut,
Mit redlichem Gesicht mögt lieben.
Goethe, Zahme Xenien II

Das beste Monument des Menschen aber ist der Mensch.
Goethe, Schriften zur Kunst. Denkmale

Das beste Obst fällt mit der Zeit ab.

Das beste Pferd aus dem Stalle führen.
i] Den besten Trumpf ausspielen.

Das beste Pferd geht (läuft, zieht) nicht über seine Kraft.

Das beste Pferd kann straucheln.
sd] Den bästa häst kan snafva ibland.

Das beste Pferd stolpert und hat vier Beine.
ndt] An Hingst kan snöwli üb fjaur Bian, do kan lacht un Minsk üb tau. Friesisch (Ein Pferd kann straucheln auf vier Beinen, so kann leicht ein Mensch auf zwei.)
bm] Nĕkdy i kůň dobrý na čtyřech nohách se potkne (podklesne).
bm] Vsak má kůň čtyři klesy, a předce nohá.
bm] Vsak má kůň čtyři nohy a předce klesá.
dä] En hest snubler, og har dog fire been.
en] It is a good horse, tat never stumbles, and a good wife, tat never grumbles.
en] The best horse stumbles.
fr] Il n'est si bon cheval qui ne bronche.
fr] Il n'y a cheval si bien ferré qui ne glisse.
ho] Het beste paard kan zich vertreden (struikelt wel eens).
ho] Het is geen goed paard dat nooit struikelt.
it] E' cade un cavallo da quattro gambe.
pl] Koń ma cztery nogi a potknie się.
pl] Koń na czterech nogach, a usterka się.
un] Lónak négy a' lába, még-is megbotlik.
un] Néha a' jó ló is megbotlik.

Das beste Pferd wird einmal zur Mähre.
i] Das Alter schwächt den stärksten Körper, den lebhaftesten Geist.
ho] Ook het beste paard wordt een knol.

Das beste Regierungssystem besteht darin, dass eine Partei regiert und die andere aufpaßt.
Reed

Das beste Ruhekissen: Ein autoritäres Gewissen.

Das beste Schiff kann auf einer kleinen Klippe Schiffbruch leiden.
ho] Onze best gebouwde schepen lijden soms schipbreuk op eene kleine klip.

Das Beste schwebt allzeit oben.

Das beste Schwedisch spricht man in Nyköping.
i] Hauptstadt in Südermanland.

Das Beste soll man auswärts wenden.

Das Beste soll man billig wählen, das Böse kommt von selber wohl.
z] Was du itzt hast, hald stets für gut, und streb nach dem, das besser thut. Das best man billig wehlen soll, das bös kömpt von ihm selber wol, sagten die Weisen in Gemein. Froschmäuseler

Das Beste spart man auf die Letzte.
la] Arcesse ad extremum scientiam.

Das beste Spiel heisst: Siehe zu.
ho] Het spel heet: zie toe.
la] Amat victoria curam. - Certamen non admittit excusationes.

Das beste Spiel ist nicht des Lichts wert.
i] Es wird damit nicht so viel Nützliches geschaffen, als die dazu nötige Beleuchtung kostet, passt also auf alle Fälle, in denen die Kosten über den Wert des dafür Gewonnenen hinausgehen, wo also, wie die Letten sagen, die Schleuder besser ist als das Ziel, oder, wie die Perser, das Halsband besser als der Hund, oder wie die Türken meinen, das Futter teurer als das Oberzeug.

Das beste Spiel ist, aufhören zu spielen.

Das beste Spiel wird auch zuviel.
fr] Il n'est si bonne compagnie qui ne se quitte (o. sépare).

Das beste Stück am Ochsen ist zwischen Hörnern und Schwanz.
z] Welches ist das best Stück am Ochsen? Ich denk, das zwischen Hörnern und Schwantz; welchs ist das best am Pfaffen? das Horn reiss ihm der Teufel aus und mach Clistierpfeiffen den Nonnen drauss.

Das beste Stück Haushalt ist eine gute und gefügige Frau.

Das beste Tier im Stall kommt meist zuerst zu Fall.
ho] Het beste beest van stal sterft meest tijds 't eerst.

Das beste Tischgebet macht nicht satt.
dä] Ave er god naar mad er med.

Das beste Tuch hat ungleiche Fäden.
sp] En el mejor paño lae la razu.

Das beste Vieh im Pfarrhaus ist die Katze.

Das beste Wappen in der Welt,
Das ist der Pflug im Ackerfeld.

Das beste Wasser ist, das die Sonne durch Rebenholz destilliert.

Das beste Webe wird zu Haus gesponnen.
ho] Het beste web wordt t' huis gesponnen.

Das beste Weib ist doch ein Weib.

Das beste Weib schilt des Mannes Hut.

Das beste Weinfass ist nicht ohne trübes Lager.

Das beste Windspiel hat den größten Schwanz.
sp] De casta viene al galgo tener el rabo largo.

Das Beste wird gedacht, das Böseste (Schlechteste) geredt.

Das Beste wird gedacht, das Böseste geredet.

Das beste Wort ist das, welches noch nicht gesprochen wurde.
Spanien

Das Beste zuerst.

Das Beste, was der Mensch genießt, ist wohl das liebe Brot, und wo man einmal das vermisst, herrscht allerhöchste Not.

Das Beste, was diese Welt bietet, ist die Sehnsucht nach einer anderen.

Das Beste, was du hast, gehört deinem Gast;
bleibt er über Nacht bei dir, so schenke ihm für diese Nacht auch deine Frau!

Das Beste, was du wissen kannst,
Darfst du den Buben doch nicht sagen.
Goethe, Faust, I, 4 (Mephisto)

Das Beste, was einem armen Mann geschehen kann, ist dass ein Kind stirbt und die anderen folgen.
Schottland

Das Beste, was England geschehen könnte, wäre, dass Irland für vierundzwanzig Stunden in den Atlantischen Ozean getaucht würde.
Irland

Das Beste, was jeder von uns auf dieser Welt tun kann, ist vielleicht, frei heraus zu reden und uns zu Wort zu melden, wenn unsre Zeit gekommen ist; dankbar für alle Liebe und Güte zu sein, aber rücksichtslos über Heuchelei und Geschwätz und Unsinn hinwegzugehen.
Th. Wolfe, an die Mutter, 18. 7. 1926

Das Beste, was man auf der Welt haben kann, ist daheim sein.
Auerbach, Auf der Höhe

Das Beste, was man vom Reisen nach Hause bringt, ist die heile Haut.
Iran

Das Beste, was von Würfeln gesagt werden kann, ist, dass sie zum Stillstehen kommen können.
Mexiko

Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 495

Das Bestehen der Welt beruht darauf, dass alles sich gegenseitig frisst, oder vielmehr das Mächtigere immer das Schwächere; den Menschen als den Mächtigsten vermag keines zu fressen; also frisst er sich selbst, und zwar im Urzustand buchstäblich. Dies ist die eigentliche Ursache der Kriege...
Storm, an Ernst Storm, 3. 8. 1870

Das besteht wie Feuer im Brunnen und Tau an der Sunnen.

Das Bestreben, die Augen zu verschließen... zeugt von Disziplinlosigkeit im eigenen Verhalten, von mangelnder Festigkeit des eigenen Beschlusses.
Makarenko, Kommunistische Erziehung und kommunistisches Verhalten

Das Beten, als ein innerer förmlicher Gottesdienst und darum als Gnadenmittel gedacht, ist ein abergläubischer Wahn (ein Fetischmachen); denn es ist ein bloß erklärtes Wünschen gegen ein Wesen, das keiner Erklärung der inneren Gesinnung des Wünschenden bedarf...
Kant, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Das Betragen der Jünglinge ist ein Spiegelbild des Charakters ihrer Ammen und Erzieher.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Betragen der Vornehmen gegen Geringere und auch unter einander ist nach äußern Vorzügen abgemessen; sie erlauben jedem seinen Titel, seinen Rang, seine Kleider und Equipage, nur nicht seine Verdienste geltend zu machen.
Goethe, Lehrjahre IV,2

Das Betragen ist ein Spiegel, in welchem jeder sein Bild zeigt.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,5

Das Bett bey allen vier Zipfeln haben.

Das Bett ehr wie den Speisetisch - im Bett verbringst du das halbe Leben.
Estland

Das Bett gemacht und das Haus gekehrt - ein elend Weib, von dem niemand erfährt.
i] So schildert die Venetianerin die Ehe.

Das Bett hüten.
i] Krank sein

Das Bett ist das Barometer der Ehe.
Honoré de Balzae, Physiologie der Ehe

Das Bett ist das beste Pflaster für einen wunden Fuss.
fr] Le lit est l'écharpe de la jambe.

Das Bett ist dein Bruder.
Suaheli

Das Bett ist des Faulen Kerker.

Das Bett ist die Kanzel der Frau.

Das Bett ist ein vortreffliches Ding, wenn man nicht darin schläft, ruht man doch darin aus.
fr] Le lit est une bonne chose,
Si l'on n'y dort, on y repose.

Das Bett ist eine gute Sach, wer nicht drin schläft, der ruht gemach.
fr] Le lit est une bonne chose, si l'on n'y dort on y repose.
it] Il letto è una buona cosa, chi non vi può dormire, vi riposa.

Das Bett ist Medizin.
Italien

Das Bett ist seine Seligkeit.

Das Bett mit den Federn zum Fenster hinauswerfen, und darnach die Federn einzeln aufflesen.

Das Bett schon bey den dreyen zipffeln erlanget haben.

Das Bett verlieren und die Federn suchen.

Das Betteln verdrießt ihn nicht, aber das Nichtskriegen.
Leipzig

Das Bettstroh für die Hausmiete, sagte der bankrotte Kaufmann zum Wirt.
ho] Hij speelt bankeroet, en laat het bedstroo voor de huishuur.

Das beweisende Wort hat, wer sich wehrt.
[RSpW]
i] Der Beklagte.

Das Bewußtsein der Arbeitermassen kann kein wahrhaftes Klassenbewußtsein sein, wenn die Arbeiter es nicht an konkreten und dazu unbedingt an brennenden (aktuellen) politischen Tatsachen und Ereignissen lernen, jede andere Klasse der Gesellschaft in allen Erscheinungsformen des geistigen, moralischen und politischen Lebens dieser Klassen zu beobachten; wenn sie es nicht lernen, die materialistische Analyse und materialistische Beurteilung aller Seiten der Tätigkeit und des Lebens aller Klassen, Schichten und Gruppen der Bevölkerung in der Praxis anzuwenden.
Lenin, Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung

Das Bewusstsein der notwendigen Grenzen ist das Unentbehrlichste und das Seltenste in der Freundschaft.
Friedrich Schlegel, Fragmente

Das Bewußtsein hoffnungsloser Unwissenheit kommt ja einer gewissen Frömmigkeit ohne Weiteres gleich.

Das Bewusstsein hoher Geburt ist eine moralische Kraft, deren Wert die Demokraten und wären sie voll gestopft mit Mathematik nimmermehr zu ermessen vermögen.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Das Bewusstsein seiner Einheit war in dem deutschen Volke, wenn auch verhüllt, doch stets lebendig.
Bismarck

Das Bewusstsein unserer Sterblichkeit ist ein köstliches Geschenk, nicht die Sterblichkeit allein, die wir mit den Molchen teilen, sondern unser Bewusstsein davon; das macht unser Dasein erst menschlich, macht es zum Abenteuer und bewahrt uns vor der vollkommenen Langweile der Götter.
Max Frisch, Tagebuch

Das Bewusstsein von der Allgegenwart Gottes weckt Achtung vor dem Leben der Gegner und Verständigen.
Gandhi, Harijan (engl. Wochenzeitung 1933-1956), 18. Juni 1938

Das Bewußtsein von der Allgegenwart Gottes weckt Achtung vor dem Leben der Gegner und Verständigen.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Bewußtsein zu erforschen ist nicht allein die Angelegenheit des Wissenschaftlers. Ich vermute, dass es vorläufig in noch höherem Maß die Angelegenheit des Schriftstellers ist.
Sostschenko, Schlüssel des Glücks, Prolog

Das Bewußtsein, andern nichts Böses antun zu können, ist für den Menschen kränkender als das Bewußtsein, ihm nicht wohltun zu können...
Maxim Gorki, Verlorene Menschen

Das Bewußtsein, Unerlaubtes zu tun, genügte, um unsere Herzen höher schlagen zu lassen.
Klaus Mann, Der Wendepunkt

Das Bewußtwerden des Dunkels ist der erste Schritt zu seiner Überwindung.
Maximilian Scheer, Mark Twains Humor

Das Bezahlen beschränkt natürlich irgendwie die menschliche Phantasie. Es bekämpft die Unmäßigkeit und das Zutagetreten finsterer Charakterzüge. In diesem Sinne hat es seine lichten Seiten. Es lackiert das Leben.
Sostschenko, Das Himmelblaubuch

Das Bezüge werden aufgrund des Amtes gegeben.
[RSpW]
la] Datur beneficium propter officium.

Das Bied soll ihm ausgehen.
i] Bied = pituita, Wasser im Geblüt
z] Ich will dich treten, dass dir das Bied ausgehen soll.

Das Bier hat den Sommer.
i] Es ist matt und säuerlich

Das Bier hat den weißen Hut auf.
dä] Naar öllet har den hvide hat paa.

Das Bier hat einen Feldwebel.
i] Damit wird im vollen Bierglas oben der Schaumreif bezeichnet, der dem Silberstreif auf der Uniform des Feldwebels ähnlich sieht

Das Bier hat fatale Visitatoraugen.
Köthen
i] Großblasigen Schaum

Das Bier hat Polizeiaugen.
i] Große Schaumblasen statt des dichten sahneartigen Schaumes

Das Bier im Manne und der Verstand in der Kanne.
ndt] 'At Bier un a Man an 'at Wat un a Kân. Nordfriesland

Das Bier ist am besten, worin das wenigste Wasser ist.

Das Bier ist aus dem langen Holze.
i] Mit Bezug auf das Brunnenrohr wird in Breslau das Wasser so genannt

Das Bier ist gut gewesen, es hat blutige Köpfe gegeben.
dä] De sloges til gilde, derfor var öllet godt.

Das Bier ist gut, ich kauf mir noch kein neuen Hut.

Das Bier ist gut, ob's auch den Reiter vom Pferde wirft.
dä] Öllet er godt, kand dog kaste Rytteren af hesten.

Das Bier ist nicht für die Gänse gebraut.
ho] Het bier is voor de ganzen niet gebrouwd.

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