Weisheiten 59


Das Glück und die Natur halten unsere Rechnung immer im Gleichgewicht, nie erzeigt sie uns eine Wohltat, dass nicht gleich ein Übel käme.
Niccolò Machiavelli, Mandragola

Das Glück und die Schuhe sollen nicht zu groß und nicht zu klein sein.

Das glück und die weiber haben die narren hold.

Das Glück und Wehe eines Nachbarvolkes mitzuempfinden, als wäre es dem eigenen begegnet, das heisst durchaus nicht Flucht ins Weltbürgertum, sondern ist ein humaner nationaler Standpunkt, wie wir ihn uns und allen anderen Völkern wünschten.
Bredel, Goethes Erbe in unserer Zeit

Das Glück unterstützt den Kühnen.

Das Glück vergeht und lässt in der Seele kaum eine flache Spur zurück und ist oft gar kein Glück zu nennen, da man dauernd dadurch nicht gewinnt. Das Unglück vergeht auch (und das ist ein Trost), lässt aber tiefe Spuren zurück und, wenn man es wohl zu brauchen weiß, hellsame und ist oft ein sehr hohes Glück, da es läutert und stärkt.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 10. 7. 1822

Das Glück vergisst man schon am Tage, das Unglück nicht einmal über Nacht.
Russland
la] Cui placet, obliviositur, cui dolet, meminit.

Das Glück verkauft uns, wo wir glauben, es schenkt uns.
Frankreich

Das glück verkehrt sich leicht, ist jetzt schon, baldt bös.

Das Glück verlässt mich nicht, sagte Dummert, als er einen bösen Groschen fand.
ho] Het geluk wil mij niet verlaten, zei Lourens, en hij vond een' kleefschen stuiver.

Das Glück verlässt uns bald, die Hoffnung niemals.

Das glück versagt den Küenen nichts.

Das glück verwandelt nit das geschlecht.

Das Glück von heute lässt das Unglück vergessen, das Unglück von heute lässt Das Glück vergessen.
Altes Testament, Jesus Sirach 11, 25

Das Glück wandelt auf so vielen seltsamen Wegen, aber man musste ihm selber die Hand bieten.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Ditte Menschenkind

Das Glück war niemals mit den Hohenstaufen.
Raupach, Die Hohenstaufen, König Enzio, II, 2 (Enzio) und IV, 2

Das Glück wäre nur gut, wenn es seine Leser glücklich machte, denn wenn sie unglücklich bleiben, ist das Rezept offensichtlich wertlos.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Das Glück wartet nicht auf den Menschen, es sitzt auf einer Wolke und schwebt mit dem Winde.
Gladkow, Der Schnee schmilzt

Das Glück wechselt gern das Nachtlager.
Russland

Das Glück widersetzt sich feigen Gebeten.
la] Ignavis precibus fortuna repugnat.
Ovid, Metamorphosen

Das glück will den kecken wohl, es förcht die starcken.

Das glück will erschlichen sein.

Das glück will frei sein, weder eingesperret, noch aussgeschlagen.

Das Glück will gepflegt sein.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Das glück will geritten und nicht gefürcht sein.
en] Faint heart never won fair lady.
la] Timidi nunquam statuere tropaeum.
sp] A los osados ayuda la fortuna.

Das glück will hertzhafft angesprengt und nicht gefürcht sein.

Das Glück will ihm.
i] Nämlich wohl, ist ihm günstig
la] Tibi fautor est mercurius.

Das Glück will seinen Anfang haben.

Das Glück will, dass man sich selbst hilft und es rechtzeitig zu ergreifen weiß; denn es ist wie... eine Frau.
Musset, Der Sohn des Tizian

Das Glück wird die nicht bedecken, die wie die Schnecken immer in ihren Häusern stecken.

Das Glück zieht man mit der Zange nicht herbei und das Unglück kommt selbst.

Das Glück zu fangen und festzuhalten, ist die größte Kunst...
F. Wolf, Beaumarchais

Das glück zu hof ändert (o. verkehrt) sichs oft.

Das Glück, das ist ein Vögelchen, das springt von Ast zu Ast.

Das Glück, das sich durch gemeine Machenschaften erwerben ließ, das Glück selbst war verächtlich geworden.
Heinrich Mann, Der Unbekannte

Das Glück, ein Geheimnis zu haben, verlangt nach dem Akt der Enthüllung.
Mary McCarthy

Das Glück, gesteh' ich, wär mir lieb gewesen;
Doch fällt es mir aus Wolken nicht herab,
Den Himmel drum erstürmen will ich nicht.
Kleist, Penthesilea, 9 (Penthesilea)

Das Glück, geteilt von Freunden, ist uns doppelt süß,
Wie auch im Unglück (bleib es fern!) ein Trost es ist,
Wenn unser Blick ein wohlgesinntes Auge trifft.
Euripides, Jon 74/44 (Kreusa)

Das Glück, Katholik zu sein, bestand zunächst für mich darin, eins zu sein mit dem All, in festem Verhältnis zu den ersten und grundlegenden Dingen zu sein, wie dem Meer, der Erde, dem Himmel und dem Wort Gottes!
Paul Claudel

Das Glück, kein Reiter wird's erjagen,
Es ist nicht dort und ist nicht hier;
Lern überwinden, lern entsagen,
Und ungeahnt erblüht es dir.
Fontane, Lieder und Sprüche

Das Glück, nicht allemal der Mann, wie er abzielt, treffen kann.
la] Non semper feriet quocunque minabitur arcus.

Das glück, so es uns zärtelt, will es uns ein strick an hals werfen.

Das Glück, so uns der Morgen bracht, dauert selten bis zur Nacht.
la] Quos felices Cynthia vidit, vidit misero abitura dies. Seneca

Das Glück, wenn es mir recht ist, liegt in zweierlei: Darin, dass man ganz da steht, wo man hingehört, und zum Zweiten und Besten in einem behaglichen Abwickeln des ganz Alltäglichen, also darin, dass man ausgeschlafen hat, und dass einen die neuen Stiefel nicht drücken.
Theodor Fontane, Effi Briest

Das Glück, wenn's wirklich kommt, ertragen,
Ist keines Menschen, wäre Gottes Sache.
Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und wagen.
August Graf von Platen, Sonette

Das Glück, wie ich es kenne, gebiert und trägt sich selbst. Die Glücksfälle sind Höhepunkte einer inneren Heiterkeit...
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Das Glück... kommt uns nicht von einem mehr oder weniger eleganten Möbel; es hängt von der Zärtlichkeit, Freundlichkeit und Liebe einer Frau ab.
Honoré de Balzac (1799-1850), Eine doppelte Familie

Das Glück: eine wunschlose Erwartung.
Lohberger

Das Glück
Tappt unter die Menge,
Fasst bald des Knaben
Lockige Unschuld
Und bald den kahlen
Schuldigen Scheitel.
Goethe, Das Glück

Das Glück
Und nicht die Sorge bändigt die Gefahr.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 6 (Eugenie) Vs 606

Das Glücke gleicht dem Balle,
Es steigt zum Falle.

Das Glücklein schläft nie neben einem Stein.
Estland

Das Glücklichste ist, dass ich nun sagen kann, ich bin auf dem rechten Wege, und es geht mir von nun an nichts verloren.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 2.10.1783

Das glücklichste Los, was dem Genie werden kann, ist Entbindung von Tun und Lassen, als welches nicht sein Element ist, und freie Muße zu seinem Schaffen.
Schopenhauer

Das glücklichste Wort, es wird verhöhnt,
Wenn der Hörer ein Schiefohr ist.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Höre den Rat...

Das Glücksbrot reichen.
Oberösterreich
i] Wird ein verkauftes Stück Vieh aus dem Hause gebracht, so nimmt die Person, welche es forttreibt, aus der Tischlade ein Stück Brot, besprengt es mit Weihwasser und streut auch etwas Salz darauf. Dies Brot muss die Person, dem das Tier künftig zur Pflege übergeben ist, diesem alsogleich, nachdem sie es übernommen hat, als Futter reichen.

Das Glücksei hat eine zarte Schale.
Estland

Das Glückskind hat immer guten Wind.
i] Glückspilz, Glücksritter und Glücksjäger

Das Glücksrad dreht sich nie allein.
sp] A roda da fortuna nunca é unha.

Das Glücksrad festhalten.
mhd] Swer hiute sitzet ûf dem rade, der sîget morne drunder.
mhd] Hie sigen diu mit dem rade nîder, sô stîgen diu anderen ûf wider: sus gie ez umbe an der stat. Daz was des gelückes rat.
mhd] Fortûna die ist sô getân: ir schîbe lâzet si umbegân, si hilft den armen, sô si wile, den rîchen hât ze spile, umbeloufet ir rat, dicke vellet, der dâ vaste saz. Alexanderlied
fr] Il a attaché un clou à la roue de la fortune.

Das Glücksrad geht um.
z] Das Glück ist ein freund der vnbleiblichen ding und kann nit still stehn, sonder das glücks rad fürt ein auff den anderen ab.
z] Ein Tag ist nicht dem anderen gleich. Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 126
fr] La roue de la fortune n'est pas tousjours une.
fr] Les jours se suivent et ne se ressemblent pas. (Die Tage folgen aufeinander und gleichen sich nicht)

Das Glücksrad ist simpel und rund, stürzt den bald, der oben stund.

Das Glücksrad kehret sich bald um.

Das Gnadenbrot essen.
ho] Hij eet genadebrood.

Das Gold an den Pillen heilet nicht, sondern das Innere, was bitter schmeckt.
Russland

Das Gold aus der Taschen, den Wein in die Flaschen, die Genss vom Spiess, da friss und jss.

Das Gold bedarf der Kleien.
i] Das Gold wird mit Kleien poliert. Es ist nichts so groß und vornehm, es kann der Dienste des Niederen nicht entbehren.

Das Gold der neuen Welt hat die alte Welt zum Narren gemacht.
i] Ein Wort, das kurz nach der Entdeckung Amerikas aufkam und eine scharfe Wahrheit enthält

Das Gold der Pinheiros suchen.
Brasilien
i] Von einem, der etwas Schwieriges unternimmt, gebräuchlich in Sanct-Paul und der Provinz Rio-Janeiro.

Das Gold der Wahrheit ist ein seltenes Metall im Palast des Sultans.
Ägypten

Das Gold dient zu Kronen und zu Pillen.

Das Gold führt den Menschen zur Hölle und bleibt selber hier.

Das Gold hat bei Kupfer gelegen.
ho] Het is goud uit de koperen kast.

Das Gold hat erst Wert, wenn es aus der Erde gehoben ist.
Russland

Das Gold hat keine Flecken.

Das Gold ist der Souverän aller Souveräns.
C. J. Weber, Demokritos

Das Gold ist der Wollust Spielgeselle.

Das Gold ist die Sonne der Metalle.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Gold ist nur Chimäre.
i] Aus Meyerbeers Robert der Teufel I, 3, wozu Scribe den Text geliefert hat.
fr] Oui, l'or est une chimère.

Das Gold ist schön, aber der Erbe selten.
Afrika
la] Omnis in Ascanio cari stat cura parentis. Virgil

Das Gold ist zur Kohle geworden.
i] Man sieht sich unangenehm enttäuscht. Von der Goldmacherei entlehnt.

Das gold macht taub.

Das Gold muss geschlagen werden, um seinen Wert zu bekommen, das Kind auch.
Hebräisch

Das Gold probiert man an dem Stein, dess Menschen Hertz am golde rein.
dä] Guld forsøges ved prøve steenen, men menneskene ved guldet.

Das Gold rostet nicht.
bm] Zlata se rez nechytá.

Das gold scheint clärer dann die Sonn, dann jm zu lieb laufft man in die hell und finsternus.

Das Gold schmilzt den Menschen, der Mensch dann das Gold.

Das gold überwindet alle ding.

Das Gold vergolden wollen.
Russland

Das Gold verliert nichts an seinem Wert in der Welt, wenn's ein Tor für Messing hält.
bm] Sobe a ne zlatu hanbu ciní, kdo je k olovu rovná.

Das Gold versilbern.
Russland

Das Gold wird im Feuer geprüft, der Gerechte in der Versuchung.
la] Aurum flamma probat, homines temptatio iustos.

Das Gold wird probiert durch Feuer, die Frau durchs Gold, der Mann durch die Frau.

Das Gold wird verunehrt, auch wenn man es mit Purpurfarbe malt.
Russland

Das Gold, sobald es hat erkannt den Edelstein,
Ehrt dessen höhern Glanz und fasst ihn dankbar ein.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Das goldene Kalb anbeten.
fr] Plier (fléchir) les genoux devant le veau d'or.

Das goldene Kalb
II. Moses 32, 4-8
la] vitulus aureus

Das Goldene Vlies
la] vellus aureum

Das goldene Zeitalter war damals, als das Gold noch nicht herrschte.

Das goldene Zeitalter war nie das gegenwärtige.
England
en] The golden age was never the present age.

Das goldne Glück, das süße Wohlgefallen,
Sie eilen - treu ist nur der Schmerz - von hinnen.
August Graf von Platen, Sonette

Das goldne Kalb blökt am schönsten.

Das Goldstück sei dein, das Stück Erde des anderen.
Estland

Das Gotteshaus verliert sein Recht in hundert Jahren nicht.
mhd] So verliert daz gotzhus nit sin recht in hundert iaren.

Das Göttliche ist nicht eine dunkle Fatalität, sondern es erscheint in den Gegensätzen und Mächten der moralischen Welt. Die Geschichte würde nach jener Auffassung unter eine flache Notwendigkeit gestellt und gleichsam mediatisiert; wir nehmen ihre Unmittelbarkeit unter göttlicher Leitung in Anspruch.
L. von Ranke, Rede am 27.9.1871

Das Göttliche ist nur darum ein Geheimnis, weil es der Haufe nicht versteht und nicht verstehen kann. Wunder ist alles oder nichts.
Tieck, Der Hexensabbat

Das Göttliche Recht bricht alle andere Rechte.
i] Es sollen nur leider die Merkmale noch entdeckt werden, an denen man das 'göttliche Recht' erkennt; und daher kommt es, dass menschlicher Blödsinn gar nicht selten die Anmaßung hat, sich für 'göttliches Recht' auszugeben und als solches Anerkennung zu fordern.

Das göttliche Recht nämlich schreibt an vielen Punkten vor, dass man die Hexen nicht nur fliehe, sondern auch töte. Solche Strafen würde es aber nicht eingesetzt haben, wenn jene nicht in Wahrheit und zu wirklichen Taten und Schädigungen mit den Dämonen sich verbündeten.
Heinrich Institoris/Jakob Sprenger, Malleus maleficarum ('Hexenhammer')

Das Göttliche verschwindet von der Erde nicht. Vertrieben aus dem äußern Leben, flieht es in seine unverletzliche Heimat, die stille Brust des Menschen. Hier glüht und wärmt es und bereitet still arbeitend, aber rastlos, gläubig, unerschütterlich die Zukunft der Dinge, die den Menschen werden sollen.
Lorenz von Stein, Die socialen Bewegungen der Gegenwart

Das Göttliche, das wir freilich nicht kennen würden, wenn es der Mensch nicht fühlte und selbst hervorbrächte.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 6. Brief

Das Grab eines Mannes ist im Busch.

Das Grab gibt die Leiche nicht wieder her.

Das Grab ist eine Brück' ins bessre Leben!
Den Brückenzoll müsst ihr dem Arzte geben.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Das Grab ist nachgefallen.
i] Wenn nach dem Einsenken des Sarges in die Gruft ein Teil des Grabrandes am Wege nachfällt, so soll jemand nachsterben.

Das Grab macht den Buckeligen gerade und der Stock den Steifen biegsam.

Das Grab öffnet sich jeden Augenblick, aber es schließt sich nur einmal für immer.

Das Grab verschlingt alles.
fr] Six pieds de terre suffissent au plus grand homme.

Das Gras der sechsten Woche ist so stark wie Hafer.
Estland

Das Gras einer Eln ist stets faul.

Das Gras hat's gern nass.

Das Gras ist besser dran im Sturm als die Bäume.

Das Gras ist stets grüner auf der anderen Seite des Zaunes.
England

Das Gras kann heute noch Heu werden.

Das Gras muss man nicht bei Morgentauen, ein Mädchen nicht beim Kerzenlicht beschauen.
ndt] Me muess nie's Gras biem Tau betrachte unn e Jumpfere biem Tanz. Mülhausen
frz. Schweiz] Il ne fau pas vueîti l'herba à la rojà, et la fille a la tsandèla.

Das Gras müsste sehr kurz sein, wenn er keine Weide finden sollte.
i] Es müsste schlimm sein, wenn er sein Brot nicht fände.

Das Gras trägt keine Kornähren.

Das Gras wächst ihm auf dem Herde.
i] Es steht schlimm mit seiner Küche, um das Daniederliegen alles Verkehrs zu schildern.
dä] Der groer græs paa alfare veye. (Es wächst Gras auf der Landstraße)

Das Gras wächst schnell über dem Blut, das in redlichem Kampf vergossen wurde.
Kurdistan

Das Gras, das du verachtest, sticht dich ins Auge.
Haussa, Afrika (Unterschätze deinen Gegner nicht)

Das Gräslein ist ein Buch, suchst du es aufzuschließen,
Du kannst die Schöpfung draus und alle Weisheit wissen.
Daniel Czepko von Reigersfeld, Monodisticha Sapientium

Das graue Alter kommt schnell.
la] Canities festina venit.

Das graue Haar des Armen ist ein Schauspiel zum Erbarmen.
la] Senex inops spectaculum est tristissimum.

Das Graue schlägt der Grische nach.
Schweiz
i] Das Kalb der Kuh

Das Grauen vor dem Leeren
la] horror vacui

Das Grausige und das Mozartische zusammen ergeben die Spannweite unserer Welt.
Arnold Zweig, Die Zeit ist reif

Das Greisenalter ist eine zweite Kindheit minus Lebertran.
Mark Twain

Das Greisenalter ist keine Freude.
mas] Starość nie radość. Masuren
fr] La vieillesse est un plaisant fardeau.
it] La vecchiaia è una pesante soma.
it] La vecciezza è una grave soma.
it] La vecchiezza ne viene con ogni lam mendo.
la] Ipsa senectus morbus est. Terenz
la] Multa senem circumveniunt incommoda.
la] Senectus onus Aetna gravius. Marcus Tullius Cicero
pl] Starość nie radość.

Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.
Marcus Tullius Cicero

Das Griechenvolk, es taugte nie recht viel!
Doch blendets euch mit freiem Sinnenspiel...
Goethe, Faust II A II, Laboratorium (Mephisto) Vs 6972

Das griechische Volk besteht nicht aus acht Millionen einfältiger Menschen, die sich unbegrenzt über diese Zusammenhänge durch die Propaganda einer gelenkten Presse und der Massenmedien täuschen lassen werden.
Walter Hallstein: Der unvollendete Bundesstaat

Das grob, das stark.

Das Grollen des Liebenden ist von kurzer Dauer.
Basken

Das Grommet muss me' of d'n Reche dörr mach'.
Meiningen
i] Eine gute Grummeternte hilft einer schlechten Heuernte aus.

Das Großartige auf dieser Erde ist, dass man gezwungen wird, mehr zu fühlen als zu denken.
Andre Gide, Tagebuch

Das Große bedarf viel.

Das Große birgt das Kleine.

Das Große bleibt frisch, erwärmend, belebend,
Im Kleinlichen fröstelt der Kleinliche bebend.
Goethe, Panazee

Das große Buch bringt den Pfarrer um.
Surinam
i] Groß Amt - große Sorge

Das große Carthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
Brecht, Offener Brief an die deutschen Künstler und Schriftsteller, 1951

Das Große erscheint nur dadurch groß, wenn es mit etwas kleinerem gemessen wird.
Lukian, Prometheus

Das große Eulengeschlecht drängt sich in die Kirche ohne Recht.

Das große Geheimnis besteht nicht darin, Eliza, ob man schlechte oder gute Manieren hat oder ganz besondere Manieren hat, sondern nur darin, dass man für alle menschlichen Wesen die gleichen Manieren an den Tag legt.
Shaw, Pygmalion, V (Professor Higgins)

Das große Geheimnis der Erziehung besteht darin, dass die Übungen des Geistes und des Körpers einander wechselseitig entspannen.
Rousseau, Aphorismen

Das Große geschieht so schlicht wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides - darum ist irgendeine Heldentat unendlich leichter und auch öfter da als ein ganzes Leben voll Selbstbezwingung und unscheinbaren Reichtums oder als ein freudiges Sterben.
Adalbert Stifter, 8.3.1847

Das große gigantische Schicksal,
Welches den Menschen erhebt, wenn es den Menschen zermalmt.
Schiller, Shakespeares Schatten

Das große Individuum übersieht und durchdringt jedes Verhältnis im Detail wie im Ganzen, nach Ursachen und Wirkungen.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Das große ist allweg ein ellen faul.
it] Le case grande dal mezzo in sú non s'habitano.
la] Caliga Maximini.

Das Große ist dem Kleinen beigemengt und umgekehrt, nichts vermag abgeschlossen für sich zu bestehen.
Becher, Das poetische Prinzip

Das Große ist ihnen [diesen Sansculottenl unbequem, sie haben keine Ader, es zu verehren, sie können es nicht dulden.
Goethe, Eckermann, 3.1.1827

Das Große klein zu achten, das ist klein;
Das Kleine groß zu fühlen, das ist groß.
L. Schefer, Laienbrevier

Das Große lässt er schleifen, doch im Kleinen ist er eine Krämerseele.
China

Das große Lob, das ihr uns zuschreibt, ist uns darum lieb, weil es uns erinnert, wie wir sollen beschaffen sein.
Kaiser Karl V.

Das große Los bezahlt bei dem alles.
i] Von einem, der gar nicht bezahlt.

Das Große Los verdient es nicht, dass man bis zu seinem Tode darauf hofft.
Petersburg

Das große Los ziehen
i] Ein außerordentliches Glück haben.
en] to hit the jackpot
fr] gagner le gros lot
it] vincere un terno al lotto

Das große Messer gebrauchen.
i] Aufschneiden, unverschämt lügen.

Das Große posaunet sich nie aus, es ist bloß und wirkt so. Meist weiß das Große nicht, dass es groß ist, daher die höchsten Künstler der Welt die lieblichste, kindlichste Naivität haben und dem Ideale gegenüber, das sie immer leuchten sehen, stets demütig sind.
Adalbert Stifter, an Aurelius Buddeus, 21. August 1847

Das 'große proletarische Kunstwerk' ist nicht eine Sache des Umfangs, sondern Qualität.
Becher, Kühnheit und Begeisterung

Das große Schiff bleibt zu Haus, das Boot geht hinaus.

Das Große spricht für sich selbst.
Theodor Fontane, Briefe

Das große Übel, welches alle freien Staaten vermeiden müssen, ist die Tyrannei...
Swift, Über die Kämpfe und Zwistigkeiten zwischen den Edlen und den Gemeinen

Das Große und Furchtbare läßt sich in der Kunst weit leichter darstellen als das Kleine und Putzige.
Heine, Romantische Schule

Das große Unglück, unter dem Millionen leiden, besteht nicht so sehr darin, dass die Menschen ein verwerfliches Leben führen, sondern darin, dass sie nicht nach dem Gewissen, nicht nach ihrem eigenen Gewissen leben.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1888)

Das große Unrecht der Journalisten, dass sie nur von neuen Büchern sprechen, als wenn die Wahrheit jemals neu wäre. Mir scheint, dass ein Mensch, ehe er nicht alle alten Bücher gelesen hat, keinen Grund hat, ihnen die neuen vorzuziehen.
Montesquieu, Lettres persanes

Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik

Das große vaterländische Empfinden muss Gemeingut des ganzen Volkes werden.
Stresemann, Reden und Schriften

Das Große wie das Niedre nötigt uns,
Geheimnisvoll zu handeln und zu wirken.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 1 (Herzog) Vs 82

Das große Wort führen.
i] Großsprechen. Horaz (in der Schrift: De arte poetica) sagt von einem Solchen: Brocken wirft er von sich und gewiss sechs Schuh lange Worte. Aus dem betreffenden Verse stammt die lateinische Redensart: Ampullas projicere (loqui).
en] to talk big
fr] avoir le verbe haut
it] portare la bandiera

Das große, gigantische Schicksal,
Welches den Menschen erhebt, wenn es den Menschen zermalmt.
Schiller, Shakespeares Schatten, Vers 35 u. 36

Das große, mit Pflicht-, Ehr- und Rechtsbegriffen ausstaffierte Tugendexemplar ist unbedingt respektabel und kann einem sogar imponieren; trotzdem ist es nicht das Höchste. Liebe, Güte, die sich bis zur Schwachheit steigern dürfen, müssen hinzukommen und unausgesetzt darauf aus sein, die kalte Vortrefflichkeit zu verklären, sonst wird man all dieses Vortrefflichen nicht recht froh.
Fontane, Meine Kinderjahre

Das Große, Überkolossale der Natur eignet man so leicht sich nicht an, denn wir haben nicht reine Verkleinerungsgläser, wie wir Linsen haben, um das unendlich Kleine zu gewahren. Und da muss man doch noch Augen haben wie Carus und Nees, wenn dem Geiste Vorteil entstehen soll. Da jedoch die Natur im größten wie im kleinsten sich immer gleich ist und jede trübe Scheibe so gut die schöne Bläue darstellt wie die ganze weltüberwölkende Atmosphäre, so find ich es geraten, auf Musterstücke aufmerksam zu sein und sie vor mir zusammenzulegen. Hier nun ist das Ungeheure nicht verkleinert, sondern im kleinen, und ebenso unbegreiflich als im Unendlichen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1275

Das größere Licht verdunkelt das kleine.

Das größere Recht hebt das mindere auf.
[RSpW]
i] Vom Widerstreite der Rechte. Wenn innerhalb desselben Rechtskreises verschiedene Gesetze auftreten, so geht, weil nur, was gilt, Recht ist, das jüngste allen vor; unter gleich alten kommt das enger begrenzte und darum für den einzelnen Gegenstand mit reicherem Inhalte vor dem allgemeineren, das stärkere vor dem schwächern zur Anwendung.
mhd] Dat gröter Recht heuet dat minste op.
mhd] The merae logh takaer e the minnae.

Das größest Recht ist, von seinem Recht weichen.

Das größte aller Laster ist die Wollust, die höchste aller Tugenden die Kindesliebe.

Das größte Bedürfnis eines Staats ist das einer mutigen Obrigkeit...
Goethe, Wanderjahre III,11

Das größte Bedürfnis eines Volkes ist, beherrscht zu werden, sein größtes Glück, gut beherrscht zu werden.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das größte Elend hienieden ist nicht das soziale, sondern die Verkümmerung so mancher Menschenseele.
Jakob Boßhart, Bausteine zu Leben und Zeit

Das größte Elend ist, kein Elend tragen können.

Das größte Gegenmittel gegen den Zorn ist der Aufschub.
la] Maximum remedium irae dilatio est.
Seneca, De ira

Das größte Geheimnis zur Erhaltung der Hoheit (Ansehen, Würde) ist, dieselbe vor den Untertanen geheim zu halten.

Das größte Glück außer Lieben: seine Liebe gestehen.
Andre Gide, Tagebuch

Das größte Glück der Ehe hängt von so vielen Übereinstimmungen ab, dass es eine Torheit wäre, wenn man sie alle zusammenbringen wollte. Man muss sich zunächst der wichtigsten versichern.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Das größte Glück für jeden Mann,
Ist eine Frau, die sparen kann.

Das größte Glück ist ein guter Ehemann und das nächste ein guter Diener.
Kroatisch

Das größte Glück, das die Liebe zu geben vermag, liegt im ersten Händedruck der geliebten Frau.
Stendhal, Über die Liebe

Das größte Glück
Der Sterblichen bleibt immer Hoffnung, Hoffnung?
L. Schefer, Laienbrevier, Januar

Das größte Gut ist Gesundheit, der größte Schatz Zufriedenheit, die größte Last ist Liebe, der größte Trost der Schlaf, die beste Arznei ein wahrer Freund.

Das größte Hindernis eines Unternehmens ist die Uneinigkeit seiner Mitglieder, und diese wird immer durch Neid und Ehrgeiz einflussreicher Männer herbeigeführt.
Wilhelm Weitling, Das Evangelium des armen Sünders

Das größte ist das Alphabet,
denn alle Weisheit steckt darin,
Aber nur der erkennt den Sinn,
der's recht zusammenzusetzen versteht.
Emanuel Geibel, Juniuslieder (1848)

Das Größte ist Eines.
Nikolaus von Kues, Von der gelehrten Unwissenheit

Das größte Pferd ist oft zur Arbeit wenig wert.
ho] Het grootste paard van stal werkt veeltijds mindst van al.

Das größte Problem für die Menschengattung, zu dessen Auflösung die Natur ihn zwingt, ist die Erreichung einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gesellschaft.
Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weitbürgerlicher Absicht

Das größte Recht ist das größte Unrecht.
i] Eine witzige Anwendung des lateinischen Sprichworts machte Montmaur, als er einst beim Kanzler Seguier zum Mittagsessen war und mit Brühe begossen wurde. 'Summum jus (Brühe), summa injuria', sagte er, auf den Kanzler hinblickend, dem er die Absichtlichkeit dieses Scherzes zumutete.
bm] Holé přísné právo holé bezpraví.
bm] Vrch práva, vrch křivdy.
ho] Het hoogste regt is het hoogste onregt.
ho] Het uiterste regt gaat slim genoeg toe.
la] Jus summum saepe summa malitia est.
la] Summum jus, summa injuria. Cicero
la] Summum jus, summa saepe malitia est.
sd] Högsta rätt är ofta högsta orätt.

Das größte Schiff ist ein kleiner Bissen fürs Meer.

Das größte stück gilt.
z] Ynn etlichen spielen als mit den steynen zum pflocke schießen, wenn schon ein steyn zurschoßen odder zurworffen ist, so gillt doch das große stueck vom steyn, es sey nahend oder weyt vom pflocke gelegen, zu gewin und verlust.

Das größte Übel, von dem die Menschheit erlöst werden muss, ist die Willfährigkeit, Formeln zu glauben, denn sie ist das misstrauen gegen das eigene Gewissen.
Mühsam, Brevier für Menschen

Das Größte und Schönste, das Menschen zu erkennen imstande sind, bleiben doch die reinen, nur mit dem inneren Blick erkennbaren Ideen.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 2.12.1822

Das größte Unglück begegnet einem oft am größten Festtage.

Das größte Unglück der Kinder ist, ungeratene Eltern zu haben.

Das größte Unglück ist, glücklich gewesen zu sein.

Das größte Unglück oder Glück für einen Mann ist eine Frau.

Das größte Verbrechen in der Welt ist - keinen Erfolg zu haben.
Friedrich Wolf, Beaumarchais

Das größte Vergnügen beim Rauchen besteht im Anblick des Rauches... Daß dieses Vergnügen das größte ist, geht daraus hervor, dass du nie einen Blinden wirst rauchen sehen...
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Das größte Vorrecht ist das Recht, Unrecht haben zu dürfen.
England

Das Größte will man nicht erreichen,
Man beneidet nur seinesgleichen,
Der schlimmste Neidhart ist in der Welt,
Der jeden für seinesgleichen hält.
Goethe, Sprüche (Egalite)

Das größte Wort spricht, wer abtut das Wort! Die größte Tat vollbringt, wer abtut die Tat!

Das größte Wunder der Liebe ist, dass sie von der Koketterie heilt.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein,
Er kann, nachdem er's macht, Gott oder Teufel sein.
Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann

Das größte, häusliche Unglück, das einem Manne begegnen kann, ist, wenn seine Frau einmal gegen ihn Recht hat, nachdem er es ihr abgestritten. Dieses einzige kleine Recht dient ihr wie ein Fläschchen Rosenöl; damit macht sie zwanzig Jahre all ihr Geräte und Gerede wohlriechend.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Das Größte, was dem Menschen begegnen kann, ist es wohl, in der eignen Sache die allgemeine (das Allgemeinwohl) zu verteidigen.
Ranke, Englische Geschichte

Das gröst reich, sein selbs künig sein.

Das Grübeln ist der Tod der frischen Tat.
Emerich Madách, Die Tragödie des Menschen

Das Grundmotiv aber aller tragischen Situationen ist das Abscheiden...
Goethe, Schriften zur Kunst - Wilhelm Tischbeins Idyllen IX

Das Grundprinzip unserer Freiheit ist die Freiheit des Willens, die viele im Munde führen, wenige aber verstehen.
Dante Alighieri, Über die Monarchie

Das Grundproblem der Kindererziehung besteht darin, zu verhindern, dass die Kleinen werden, wie wir sind.
Fliegende Blätter

Das Grüne brennt für das Trockene, und die Gerechten zahlen für die Sünder.
Spanien

Das grüne Büschel bestimmt nicht den Preis der Kohlrübe.
Schwarze in den USA

Das günckelein (Künklin), so du angelegt, mustu selbs abspinnen.
i] Denke vor der Tat daran, dass du ihre Folgen tragen musst.

Das günkelin, so du angelegt, mustu selbs abspinnen.

Das Günstlein spielen.
i] Seinen eigenen Nutzen suchen

Das Gut an die Kerze bringen.
i] Unter den Hammer, es versteigern. In England wird bei Versteigerungen eine Kerze angezündet. Wer zuletzt geboten hat, wenn die Kerze verlischt, dessen Gebot gilt.

Das Gut bleibt bei dem Blute, woher es gekommen.
Livland [RSpW]
i] Bezeichnet das Rückfallsrecht und findet bei Erbgütern seine Anwendung.

Das Gut bleibt bei denen, die in der Were sitzen.
[RSpW]
i] Wenn zwei, die zwei Erbschaften haben, sich verheiraten und ohne Kinder sterben, so fallen die Erbschaften wieder an den nächsten Stamm, aus dem sie gekommen, die des Mannes an den seinen, die der Frau an den ihren. Wenn ferner Kinder noch auf dem Gute der Familie leben, ohne eigene Haushaltung, so fällt ihr Nachlass an die Hausgenossenschaft. In Lübeck: Dat gudt blifft by den, de yn der were sitten.

Das Gut einer Ehefrau, soll hinter ihrem Manne weder wachsen noch schwinden.
[RSpW]
i] War die Verbindung des ehelichen Vermögens bloß für die Dauer der Ehe eingegangen worden, so musste bei des Mannes Tode das ehefrauliche Vermögen wieder ausgeschieden und der Frau und ihren Angehörigen zugestellt werden.
mhd] Eener Ehefrowen guot sol hinder jrem man weder swinen noch wachsen.

Das Gut erbt Kind nach.
[RSpW]
i] Es folgt dem Kinde

Das Gut fährt ihm alles durch den Bauch.
ho] Hij heeft zijn goed door de bi|len gelapt.

Das Gut fällt auf das nächste Blut.
[RSpW]
i] Die Gradesnähe entschied für das Recht zum Erbe

Das Gut folgt seinem Herrn.
[RSpW]
i] Jeder hat das Recht, sein Eigentum in Besitz zu nehmen, wo er es findet. Das Sprichwort ist aus dem lübischen Rechte entlehnt.
fr] Le bien sieut (suit) la gent.

Das Gut geht in den Hof, daraus es gekommen.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf den seltenen Fall, dass ein Gut wieder an den Gutsherrn zurückfällt, von dem die Verleihung ausgegangen ist.
mhd] Dat gued geit weder in den hof dar is us gekommen is.

Das gut glück muss man regieren, das böss überwinden.
z] Man muss das glück im zaum halten, dat es vns nit zu frech stürtz, das böss aber mit sig erhalten, dz es vns nit in verzweifflung werff.

Das gut hat ein kurtze blut.
i] Das Gute ist nicht von Dauer, was einem lieb ist, verliert man bald

Das gut hat Glück und böss dück.

Das gut Herz sieht in allem vbel.

Das Gut ist voller Lohn, das Böse voller Pein.
O Mensch, wie soll in dir nicht Höll und Himmel sein?

Das Gut lehnet so viel als es zinset.
[RSpW]
i] Sagt, dass die Größe der Angabe eines Guts, die durch Laudemium, Handgeld, Handlohn u.s.w. bezeichnet wird, nicht überall dieselbe ist. Der Ertrag desselben konnte ohne Verschulden des Besitzers geringer werden, danach wurde auch der Erbpacht ermäßigt.

Das Gut löset seinen Herrn.
[RSpW]
i] Wer mit einer Schuldenlast beschwert ist, kann zur Tilgung derselben seine unbeweglichen Güter, über die er, wie sich von selbst versteht, nach Willkür schalten können muss, veräussern und mit dem daraus gelösten Gelde seine Schuld bezahlen. Auf diese Weise macht das Gut seinen Herrn von der Schuldenlast los. Das Sprichwort sagt aber auch, dass in vielen Fällen der, welcher mit Gelde büßen kann, nicht mit Verlust seiner Freiheit haften darf, nicht mit der Haut bezahlen muss.

Das Gut muss nicht größer sein als sein Herr.
fr] Le bien est très mal employé qui de son maistre n'est subjugué.

Das Gut muss zwei Narren haben, einen, der 's sammelt (gewinnt), und einen, der's wieder zerstreut (vertut).

Das Gut muss zwei Schelme haben, der eine muss es hinein- und der andere muss es hinausschelmen.

Das Gut stirbt vom jüngsten zum jüngern.
[RSpW]
i] Da die Teilung eines Guts in so viel Teile, als Kinder vorhanden waren, eine nachteilige Zersplitterung des Besitzes zur Folge hatte, so ward allmählich die Sitte Regel, nur einem Kinde, in der Regel dem jüngsten Sohn, Haus und Hof zu überlassen, der seine Geschwister abfinden musste. Starb er ohne Kinder, so fiel der Besitz an den nächst jüngsten.

Das Gut sucht Gut.
dä] Et godt kaster ikke et ander bort.

Das gut umsorgte Schaf macht aus seinem Schwanz keinen Mantel.

Das Gut will keinen ruiwen Herrn hewwen.
Sauerland
i] Riv = freigebig, milde, aber auch auswürfisch, verschwenderisch. He is allto ryve = er wendet zu viel auf. He gift ryve = ist freigebig, ryve hûsholen = in der Haushaltung viel aufgehen lassen, riw bezeichnet einen geringern Grad von Verschwendung in der Hauswirtschaft. Von einer Hausfrau, Köchin u.s.w., die in der Küche mehr, als nötig ist, verbraucht, sagt man: Se is to rîw. Rîw' upp geb'n = bei einem Gastmahl zu reichlich auftragen.

Das Gute - dieser Satz steht fest -
Ist stets das Böse, was man lässt.
Wilhelm Busch, Die fromme Helene

Das Gute also des Vernunftwesens ist die Gemeinschaft. Denn dass wir zur Gemeinschaft geboren sind, ist längst bewiesen.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Das Gute an der Senilität ist, dass sie einen selbst hindert, sie zu bemerken.
Fliegende Blätter

Das Gute auch im Schlafe schön.
Russland

Das Gute auf Befehl ist nicht das Gute.
Turgenjew, Der Egoist

Das Gute belehrt das Bessere.

Das Gute bewegt sich wie eine Schnecke, aber das Übel hat Flügel.
Indien

Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.
Johann Heinrich Pestalozzi, Kinderlehre der Wohnstube

Das Gute bleibt nicht unbelohnt.
ho] Geen goed onbeloond, noch kwaad ongestraft.

Das Gute bleibt unvergessen.
bm] Dobru dobrá i pamet'.

Das Gute braucht keinen Gegensatz, um zu wirken oder zu sein - aber das Vollkommene ist ohne das ihm eingehörige Böse nicht vollkommen und nicht denkbar.
Leonhard, Aeonen des Fegefeuers

Das Gute braucht zum Entstehen Zeit - das Böse braucht sie zum Vergehen.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Das Gute bringt sein Lob mit.

Das gute Buch ist fast überall das verbotene Buch.
Helvetius, Vom Menschen

Das gute Buch macht stärker und dauernder als viele Armeen Geschichte, das Buch hat geholfen, das Bild der Erde zu verändern. Herrscher, Feldherren, Richtungen und Regierungen stürzten; die gute Dichtung bleibt.
Walter v. Molo

Das Gute dankt sich selbst.
Polen

Das Gute des Deutschen (d. i. des Herrn) muss man vernichten.
Estland

Das Gute dieser Welt ist einer anderen Welt, die etwa existieren könnte, ebenso wenig mitteilbar, wie mein Sinn mitteilbar ist an diesen oder jenen.
Giordano Bruno, Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten

Das Gute dringt nicht über das Tor hinaus, das Böse pflanzt sich tausend Meilen weit fort.

Das Gute erkennt man, wenn es fortgeht, das Schlechte, wenn es kommt.
Italien

Das Gute findet (schon) selbst die Mütze.

Das Gute findet man auf der anderen Seite des Busches.
i] Nach Überwindung von Hindernissen
Kikuju (Kenia)

Das Gute fliegt jetzt davon, dorthin, wo alles nicht immer in die Vergangenheit fällt, sondern täglich auf- und untergeht wie die Sonne.
Fliegende Blätter

Das gute Gedächtnis ist wie ein Sack, es behält alles, das bessere wie ein Sieb, es behält nur, worauf es ankommt.
Fliegende Blätter

Das Gute geht dem Besseren zum Paten.

Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fange aber mit Kleinigkeiten an.
Sokrates

Das gute Gewissen ist ein Garten, worin nichts wächst als Augentrost.

Das gute Gewissen ist ein Kalender, worin nichts steht als gutes Wetter.

Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels.
Albert Schweitzer, Kultur und Ethik

Das gute Gewissen ist eine Hochzeit, worauf das Herz vor Freude tanzt.

Das gute hat ein kurtz blut.

Das Gute hat immer einen Fehler.

Das Gute hat kein Alter, das Böse hat keinen Tod.

Das Gute hört man weit, das Böse noch viel weiter.
Polen

Das Gute in der Ferne sticht das Böse in der Nähe aus.
Russland
en] Good at a distance is better than evil at hand.
it] Val più un ben lontano che un mal vicino.
pt] Mais val bem de longe que mal de perto.

Das Gute in der Welt ist viel schmäler gesät, als man denkt, was man hat, muss man halten.
Goethe, an Christiane Vulpius, 22. Juni 1793

Das Gute ist auch im Schlaf gut.

Das Gute ist da zum Wohltun und die Gabe zum Geben.
la] Bona ad bene faciendum.

Das Gute ist dem Bösen nicht gleich, auch wenn zahlenmäßig gleich.
la] Bona malis paria non sunt, etiam pari numero.

Das Gute ist dem Göttlichen ebenso fremd wie das Böse. Gott hat mit moralischen Werten nichts zu schaffen.
Fliegende Blätter

Das Gute ist der Feind des Besseren.
en] Good is good, but better carries it.
en] Striving to better, often we mar what is well.
en] The best is the enemy of the good.
fr] Le meilleur est l'ennemi du bon. (Recueil)
fr] Le mieux est l'ennemi du bien. Voltaire, Dictionnaire Philosophique
fr] Penser faire mieux que bien, c'est se tuer et faire rien.
it] Il meglio è nemico del buono (o. bene).
la] Bono melius invenire potest.
sp] Lo mejor es el enemigo de lo bueno.

Das Gute ist des Besseren Knappe.

Das Gute ist ein Kennzeichen wahrer Kunst.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1889)

Das Gute ist für alle Dinge das genaueste Maß.
Aristoteles, Der Staatsmann

Das Gute ist gegeben, das Bessere ist nicht gegeben.

Das Gute ist gut, aber das Bessere hat die Oberhand.

Das Gute ist nicht gut, so es nicht gut verstanden und gefasset wird.

Das Gute ist relativ. Nur an den Absichten darf niemals etwas zu verbessern sein.
Fliegende Blätter

Das Gute ist richtig und vollkommen, unbalbiert und unhalbiert.

Das Gute ist schwach, das Böse ist stark.

Das Gute ist voller Lohn, das Böse voller Pein.
O Mensch, wie soll in dir nicht Höll und Himmel sein?
Fliegende Blätter

Das gute Jahr bringt mehr hervor, als das gut bestellte Feld.
Andalusien

Das Gute kann man wohl unterdrücken, aber nicht erdrücken.

Das Gute klatscht über das Bessere.

Das Gute kommt für alle, das Böse für den, der's sucht.

Das Gute kommt langsam, Böses lässt nie auf sich warten.

Das Gute kompt sawr gnug an, das böss ist (wächst) von ihm selbst auff den Plan.

Das Gute kompt schwer an.

Das gute kompt von Gott, das böss vom Teuffel.

Das gute Kopfkissen sichert den Schlaf.

Das gute Korn kann Unkraut vertragen.

Das gute Korn verträgt das Unkraut.
fr] Le bon blé porte bien l'ivraie.

Das Gute lacht über das Bessere.

Das Gute lässt sich tausendmal leichter reden als tun.

Das gute Leben lässt Vater und Mutter vergessen.
Spanien
sp] Buena vida, padre y madre olvida.

Das Gute lebt allein, das Böse scheint zu leben.
la] Quod vivitur, vita est, probe si vivitur.

Das Gute leidet Not.

Das Gute leidt wohl je not, aber nimmer den tot.

Das Gute lobt mancher und tut's nicht, das Böse tut mancher und sagt's nicht.
dä] Det gode siger man, og giør ei, det onde giør man, og siger ei.

Das Gute lobt sich selbst.
kroat] Dobro se samo hvali.

Das Gute mehrt, das Böse zehrt.
la] Bonum auget, malum minuit. / Wahlspruch von Papst Clemens X.

Das gute Meinen macht manchen weinen.

Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das gute Pferd will den Sporen und das schlechte doppelt, so will gut Weib und böses den Stock.

Das Gute regnet nicht in den Mund, weil das Arbeiten ist gesund.
dä] Fordi er arbeid godt, godset ei regner i munden.

Das Gute reist mit der Geschwindigkeit einer Schlange. Das Böse hat Flügel.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Gute sagt man, aber man tut's nicht; das Böse tut man und sagt's nicht.

Das Gute schelten? - Magst probieren!
Es geht, wenn du dich frech erkühnst,
Doch treten, wenns die Menschen spüren,
Sie dich in Quark, wie dus verdienst.
Goethe, Zahme Xenien V

Das Gute siegt am Ende, doch darf es rühriger Hände.
bm] Dobré nad zlým vítezí.

Das Gute siegt immer über das Böse.

Das Gute soll kommen, woher es will.
sp] Venga el bien, y venga por donde quiere.

Das Gute soll man lassen bleiben und nicht übergüten, sonst verdirbt man's.

Das Gute sprießt aus Leid und Leiden,
Das Leiden fließt aus gütlich tuenden Gütern.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande

Das Gute tu gut, das recht recht.

Das Gute tu und wirf's ins Meer, weiß es der Fisch nicht, weiß es der Herr.

Das Gute tue gut, das Rechte recht.

Das Gute tun ist leicht, selbst Schwachen eine Lust,
Das Böse meiden schwer, Kampf einer Heldenbrust.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das Gute und die Hinneigung zum Guten folgt aus der Natur selbst, solange darum die Natur verbleibt, kann die Hinneigung zum Guten nicht weggenommen werden, nicht einmal von den Verdammten.
Thomas von Aquin, Über die Wahrheit

Das Gute und Große wird überall nur durch sein Gegenteil offenbar.
Forster, Cook der Entdecker

Das Gute und Wahre, wenn es einmal Wurzel gefaßt hat, kann wohl verfolgt, aber nicht dauernd unterdrückt werden.
Thälmann, an Rosa, 24. 4. 1933

Das Gute vergisset man baldt, das böss gedenckt man.

Das Gute verkauft sich per Unze, das Schlechte per Kilogramm.
Mexiko

Das Gute von gott, das böss vom Teuffel.

Das Gute voran, das böss hinden nach.

Das Gute wächst im Leben nicht wie der Baum allein für sich aus der Wurzel, sondern neben dem Guten wächst auch das Böse empor, und aus dem Bösen lässt die Natur Gutes entstehen.
Menandros, Fragmente

Das Gute wechselseitig teilen, das Böse gegenseitig tragen.

Das gute Weib hat weder Augen noch Ohren.
Apulien

Das gute Wetter reisst bald aus:
Wenn früh rumort und pfeift die Maus,
wenn's Vöglein ängstlich heimwärts zieht
und flink ins Nestchen schlüpft,
wenn Kräh' und Rabe krächzend fliegt,
die Henne im Sande wühlt,
die Taube sich badet
und die Schwalbe über dem Wasser sich wiegt,
wenn der Esel im Grase sich dreht,
und man an den Stichen der Mücke vergeht,
wenn Spinne ihr Netz nicht weiterbaut,
sich verkriecht und es mit dem Rücken anschaut.

Das Gute wird geredt, das böss wird gedacht.

Das Gute wird immer den Sieg über das Schöne behaupten.
Heine, Reisebilder, I: Briefe aus Berlin

Das Gute wird verschwiegen, das Böse sieht man von Mund zu Munde fliegen.

Das Gute wirkt im Stillen.
bm] Tezko jest dobro vídati, ale snadno poznati.

Das Gute wollen ist ein Fortschritt, das Böse wollen ein Rückschritt.
Bernhard von Clairvaux, Gnade und Willensfreiheit

Das gute Wort kommt von Christus, das schlechte vom Popen.
Russland

Das Gute, das aber nicht vollkommen ist, übergeht man mit Stillschweigen, denn das Echte, was man am Guten bemerkt, nötigt Achtung ab, das Unvollkommene, das man daran fühlt, erregt Zweifel, und wer den Zweifel nicht selbst heben kann, mag sich in diesem Falle nicht kompromittieren und tut auch ganz wohl daran.
Goethe, An Schiller, 4.9.1799

Das Gute, das du tust, so dass es gesehen wird, ist nicht wahre Tugend, das Schlechte, von dem du fürchtest, dass man davon weiß, ist das wahre Übel.
China

Das Gute, das Schaden auf dem Rücken trägt, ist nicht gut.

Das Gute, das wir heute tun, macht uns morgen glücklich.
Hindi, Indien

Das Gute, das zur Schau gestellt wird, ist halb entwertet.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Gute, dass man tut, muss man zwischen Haut und Hemd verstecken.
fr] Entre la chair et la chemis il faut cacher le bien qu'on fait.

Das Gute, was man empfängt, schreibt man in Sand, das Böse aber gräbt man in Marmor.
i] Nicht so der edelmütige Mann, er legt die Gnaden, die er austeilt, unter seine Füße, und heftet Gnaden, die er empfängt, auf sein Herz
dä] Man glemmer snart det gode, det onde hænger hart ved.
en] Men's evil manners live in brass, their virtutes we write in water. Shakspeare, König Heinrich VIII., IV,2

Das Gute, was man in der Welt tun kam, ist ein

Das Gütlin macht Mütlin.

Das Gutmeinen macht viel Leut weinen.

Das gwisser ist das besser spiel; drumb welcher gern gifft meiden will, sol sich zu keiner schlangen setzen, die ihn bald möcht mit gifft verletzen.
la] Tutius est uere, morsum fugiendo cauere, quam prope serpentem procumbere uirus habentem.

Das gwunnen (Gewonnene) verlieren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.
z] Als ein armer so ernsthafft und fleissig ware, vmb seine Tochter warb, gab er sie dem Armen, fürgebend, das der, so Reich könt werden, besser were, den der schon allbereyt im Reichtumb säse. Denn es gehet nach dem Sprichwort: Das gewunnen verliren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.

Das Haar der Toten muss den Lebendigen oft neues Leben geben.

Das Haar ist lang, die Zunge (noch) länger.
Russland

Das Haar muss ich zu dem rauffen darleihen.
z] Das har müssen herleihen.

Das Haar wächst auf deinem Kopf, auf deiner flachen Hand aber nicht.

Das Haar zum Raufen geben, gelüstet niemand.

Das haasst dem Chasser e Hoor ausgerisse'.
i] Wenn es gelungen ist, einem Geizhalse eine Gabe zu entwinden, da die Borsten den Schweinen sehr fest sitzen.

Das haasst mer: e sauere Sauce um e Backstein mache.
i] In Bezug auf die vergeblichen Versuche, veraltete und abgestorbene Gebräuche durch Modernisierung wieder aufrischen zu wollen.

Das haasst mer: Mechallel Schabbes umsunst.
i] Den Sabbat umsonst entweiht, wird gesagt, wenn ein Unternehmen keinen oder nur geringen Gewinn trägt.

Das hab' ich an den Schuhen verschlissen.

Das hab' ich gewusst, eh' an dich gedacht worden ist.
la] Hoc noveram, priusquam Theognis natus est.

Das hab' ich längst an den Schuhen abgelaufen.
i] Das ist für mich eine alte Sache, das hab' ich längst gewusst.
fr] J'ai su cela il y a longtems.
ho] Dat lap ik onder mijne schoenen. - Zijne oude schoenen weten het wel.
la] Hoc noveram, prius quam Theognis natus est.

Das hab' ich längst wieder ausgeschissen.
Nürtingen
i] Lange wieder vergessen

Das hab ich schon gewusst, als meine Schuhe noch drei Sechslinge kosteten.
i] Das wusste ich schon als kleines Kind in wohlfeilen Schuhen.

Das hab' ich seit Menschengedenken gewusst.
z] Sei Ausdruck îs: woas du merr predige tust, doas hab ich seit Menschegedenke gewusst.

Das habe ich auch vor, sagte das Stubenmädchen, als das Fräulein sich verlobt hatte.
ho] Dat hebje niet kwalijk voor, zei de meid, toen ze hoorde, dat hare jufvrouw om een vrijer bad.

Das habe ich getan - sagt mein Gedächtnis. 'Das kann ich nicht getan haben' - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - gibt das Gedächtnis nach.
Friedr. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Das habe ich ihm gut abgeschossen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.

Das habe ich schon gewusst, als du noch die ersten Hosen trugst.
la] Hoc noveram, antequam Theognis natus est.

Das haben die Alten auf uns gebracht, wir weisen es weiter für Recht.

Das haben die Apostel nicht gepredigt.
ho] Dat was de meening van den apostel niet.

Das haben die Schweden liegen gelassen.
i] Diese Redensart vernimmt man im Bergischen und auch anderswo am Rhein, um etwas zu bezeichnen, was liegen geblieben ist, entweder weil es nichts taugt oder weil man es nicht hat fortbringen können. Ihren Ursprung hat sie im Dreißigjährigen Kriege und erinnert an die Verwüstungen, welche die Schweden nach dem Tode ihres Königs Gustav Adolf in Deutschland angerichtet haben. Wenn sie mit ihren Verbündeten, den Franzosen, eine Gegend heimgesucht hatten, war gewöhnlich nur das liegen geblieben, was nicht wert war mitgenommen zu werden. An vielen Orten, wo die Hütten beraubt und niedergebrannt, wo die Bewohner umgebracht worden waren, mag wohl nichts zurückgeblieben sein als die Steinblöcke umher, daher jetzt noch, wenn man nach einem auffälligen Felsblocke oder Steine fragt, was er zu bedeuten habe, die Antwort erfolgt: Den haben die Schweden liegen gelassen.

Das haben ihm die Juden angetan.
i] Wenn jemand von irgendetwas nicht lassen kann.

Das haben wir mit der Ammenmilch (o. Muttermilch) eingesogen.
la] Cum lacte nutricis suximus.

Das haben wir schon zum Schweinefüttern.
Wien
i] Wenn man etwas übergenug hat.

Das häfelin zum feuer setzen.
i] Leidenschaften anfachen
z] Wann das häfelin ist zugesetzt und sie mir das hackmesser wetzt. Da setzt sie mir das häfelin zu, da ich solt zu Paris studieren.

Das häflin vom feuer (ab)rucken.
i] Eifer, Begierde u.s.w. mäßigen, bändigen

Das halb Brûd (Brot) hängt an den Bäme (Bäumen).
Meiningen
i] Zur Bezeichnung der Wichtigkeit des Obstes als Nahrungsmittel

Das Halb ist mehr denn gar (o. ganz).
i] Die Hälfte eines Gutes zu behalten ist gewiss besser, als das Ganze zu verlieren
ho] Half is meer dan beel.

Das halb Leben ist kein Unterscheid unter den Leuten.

Das Halbe ist oft besser als das Ganze.
ho] Half en half is sterk genoeg.
i] Was man auf ein Mittelbier bezieht, das aus der Verbindung eines starken und eines schwachen bereitet wird.
la] Dimidium plus toto.

Das halbe Leben ist bereits draufgegangen, bevor wir wissen, was Leben ist.

Das halbe Vergnügen des Mundes befindet sich zuvor in der Nase.
England

Das Halbgewußte hindert das Wissen. Weil alles unser Wissen nur halb ist, so hindert unser Wissen immer das Wissen.
Goethe, Entstehung der Erde - Entstehung unorganischer Formen

Das Halbteil ist mehr dann gar.

Das Halbwahre ist verderblicher als das Falsche.
Feuchtersleben, Aphorismen

Das Hälmchen ziehen.
i] Etwas durchs Los entscheiden, wer den kürzern Halm zieht, hat verloren
fr] Tire (jouer) la courte -buche.
fr] Tirons à la courte-paille.

Das hält den Stich nicht.
fr] Cela ne vaut via.

Das hält ewig, und wenn morgen ewig wäre.
Samland

Das hält kein Jude aus (und wenn er steinalt ist).
Königsberg
i] Obgleich die Juden, wie ihre Geschichte beweist, sehr viel ausgehalten haben.

Das hält kein Türke aus.
ho] Het is voor geen' Turk om uit te staaen.

Das hält keine deutsche Pfarrerstochter aus.

Das hält so lange, bis es entzwei ist.
i] Spott auf eine Sache, die wenig Dauer verspricht

Das hält Stich wie der calvinische Glaube.

Das hält von elf bis Mittag, dann muss es aber gleich schlagen.
Nürtingen

Das hält wie der katholische Glaube.
Braunschweig

Das hält wie ein loss Armbrust.

Das hält wie Pobitz.
i] Sehr fest. - Pobitz ist ein Dorf des Tepler Bezirks in Böhmen

Das hält wie Stahl und Eisen.
i] Ist sehr fest

Das hält zusammen wie der lutherische Glauben.
Steiermark
i] Die Protestanten halten, wo sie in einem katholischen Lande leben, ebenso zusammen, wie jede andere politische oder religiöse Genossenschaft, die sich in der Minderheit einer starken Majorität gegenüber befindet. Katholiken, Juden u.s.w. tun in einem ähnlichen Falle, besonders wenn von der herrschenden Mehrheit noch ein Druck auf sie ausgeübt wird, ganz dasselbe.

Das Halten ist schwer, drum eil' zum Versprechen nicht sehr.

Das Handeln ist bei den organischen Wesen die vorzüglichste Bestimmung des Lebens, der Gesundheit und der Kraft. Durch das Handeln entwickelt es seine Fähigkeiten, vermehrt es deren Stärke und erreicht den Gipfel seiner Bestimmung.
Proudhon, Der Krieg und der Friede

Das Handwasser ist das süßeste.

Das Handwerk belohnt seinen Meister.

Das Handwerk der Schmarotzer kostet nichts.

Das Handwerk grüßen. (Bei Berufsgenossen auf einer Reise einsprechen)

Das handwerk hast und feindet ainandern.

Das Handwerk mag noch so bescheiden sein, es ernährt seinen Mann.
fr] Il n'est si petit métier qui ne nourrisse son homme.

Das Handwerk neidet.

Das Handwerk verlangt nicht nach Brot, es ist selber nahrhaft.

Das Handwerk, mit seinen familienartigen, sittlichen Beziehungen zwischen Meister, Geselle und Lehrling, wird mehr und mehr zurückgedrängt.
Fliegende Blätter

Das hängt (o. schwebt) (völlig) in der Luft
en] it hangs in the air
fr] cela n'a aucun fondement solide
it] questo è campato in aria

Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.

Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier.

Das hängt doch da, wie der Dieb am Galgen.

Das hängt in der Knate wie Helgoland.
ndt] 'T hang't in d' Kant' as't Hilgenland.
i] Mit Bezug auf die schräge Oberfläche des Felseneilands Helgoland.

Das hängt mir zum Hals heraus
v] ich habe bis oben genug
en] I am fed up (to the teeth) with it
fr] j'en ai par-dessus la tête - cela me sort par les yeux - j'en ai plein le dos
it] ne ho fin sopra i capelli (o. gli occhi) - ne ho piene le tasche

Das hängt zusammen wie Wolken, Zwirn und Arschloch; aus Wolken tut es spritzen, den Zwirn tut man spitzen und auf dem Arschloch tut man sitzen.

Das harte Wort schmerzt immer, sei's auch ganz gerecht.
Sophokles, Aias, 1074 (Chor)

Das Harte zerstört das Harte.
la] Durum durum destruit.

Das härteste Herz und die grobschlächtigste Unwissenheit müssen zurückweichen vor der aufgehenden Sonne eines Leidens, das ohne Zorn und ohne Arg ist.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das härteste Herz und die grobschlächtigste Unwissenheit müssen zurückweichen vor der aufgehenden Sonne eines Leidens, das ohne Zorn und ohne Arg ist.
Mohandas K. 'Mahatma' Gandhi, Young India, 1925

Das harzgeroder Feld trägt Korn oder Geld.
i] Das erzreiche Harzgeroder Plateau

Das Haschen nach Wohlwollen
la] captatio benevolentiae

Das Hasenfell muss der Löwenhaut ausweichen.

Das Hasenpanier annehmen.
i] Fersengeld

Das Hasenpanier aufwerffen (o. aufstecken).

Das Hasenpanier aufziehen (o. nehmen).
z] Vnd steckt das hasenbannir auff.
z] Denn in anfechtung rewt (reut), der kauff, der steckt das hasenpannir auff.
z] Er steckte das Hasenpannir auff.

Das Hasenpanier ergreifen und mit den Mäusen Wagenburg halten.
Luther

Das Hasenpanier ergreiffen und mit den fersen hinder sich hawen.
Luthers Werke, Jena 1581
fr] Prendre la poudre d'escampette.
fr] Tirer ses chausses.

Das Hässliche gleicht dem Hässlichen, so wie das Schöne dem Schönen, von jenem wendet sich unser Geist ab, zu diesem wird er hingezogen.
Goethe, Die guten Weiber (Henriette)

Das hässliche Weib meidet den Spiegel.

Das Hässliche wird zum Schönen, man darf es nur ersehnen.

Das Hässlichste, was es auf Erden gibt, ist ein altes Weib.
Voltaire, Philosophisches Wörterbuch

Das Hastenden Arbeit ist untauglich, des Bedächtigen Arbeit schön.
Estland

Das hat a Hitz, hat's Mensch g'sagt, hat an halbaten Tanz kriegt.
Oberösterreich
i] Sie hat einen halben Tanz gekriegt

Das hat Adlerfedern.

Das hat auf dem Heuboden nicht Platz.
Breslau
i] Wenn jemand recht viel redet und dabei aufschneidet

Das hat auf keinem Apfelbaume Platz.
i] In Bezug auf die Auslassungen von Schwätzern und Aufschneidern

Das hat auf keiner Kuhhaut (o. Ochsenhaut) Platz.

Das hat Bindfaden.
i] Ist eine verwickelte Geschichte

Das hat den Ausschlag gegeben.

Das hat den Stein ins Rollen gebracht
en] that set (o. started) the ball rolling
fr] de là tout a découlé
it] ciò ha dato l'avvio alla cosa

Das hat den Winter im Arsche.
i] Das Wasser u.s.w., das nicht sieden will.

Das hat der Alte voraus dem Jungen,
Dass er im Heut zugleich das Gestern lebt.
Und dass ein Festkranz von Erinnerungen
Sich ihm um jede gute Stunde webt.
Geibel, Gedichte und Gedenkblätter

Das hat der Kuckuck geholt.

Das hat der Litzel erfunden.
i] Der böse Feind, vermutlich aus Lucifer zusammengezogen.

Das hat der Teufel getan.
ho] Daar zou de droes meê spelen. Dat zou de droes doen.

Das hat der Zufall gut getroffen!
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1403

Das hat die Freude mit dem Schmerz gemein,
Dass sie die Menschen der Vernunft beraubt.
A. v. Platen, Der gläserne Pantoffel, I

Das hat die Katze mit dem Schwanze bedeckt.
i] Von einer Sache, die man nicht so leicht finden kann.

Das hat dir der Teufel weiß gemacht.

Das hat Doktor Siemann geraten.

Das hat ein Mensch gemalt, sprach der Löwe, und gelogen.
i] Von einem Gemälde, wie der Mensch den Löwen ermordet, also von parteiischer Darstellung.

Das hat ein Nachbar verraten.
la] Hoc municeps aut vicinus nunciavit.

Das hat ein Nisi.
i] Anstand, Bedenken, Schwierigkeit.

Das hat eine Schart'n.
i] Soviel wie einen Haken, es ist ein Aber dabei.

Das hat einen Bart!
i] Ist uralt, längst bekannt, überholt

Das hat einen Dreck zu bedeuten.
ho] Het heeft een' drek te beduiden.
ho] Het zal op een' drek uitkomen.

Das hat einen Faden.
Meiningen
i] Die Sache hat einen Haken. - Empfiehlt Vorsicht

Das hat einen harten Knopf.
z] Wiewol es auch ein harten Knopff hat, ob Serubabel und Josua um diese Zeit noch haben leben können, d.h. fast unglaublich ist.

Das hat einen Kopf.
z] Was recht gethan ist, dag hat ein Kopf, es gewinnt ein gestalt.

Das hat einer selber gemacht.
Meiningen
i] Einer, der nichts davon versteht.

Das hat einmal bei Gold gelegen.

Das hat er aus seiner Mutter Brust eingesogen.
Holland

Das hat er bei einer schlecht brennenden Lampe geschrieben (abgeschrieben).

Das hat er im faulen Pelze zu Freiburg erschnappt.
i] So sagte man seinerzeit von den groben Ausdrücken.

Das hat er mir aus der Seele gesprochen.

Das hat er mit dem Papplöffel bekommen.
ho] Dat is hem met den paplepel ingegeven.

Das hat er nicht aus den Fingern gesogen.
ho] Dat zuigt gij niet uit uw eigene vingers.
la] Necesse est municipem aut vicinum dixisse.

Das hat er nicht in seinem Gebetbuch gefunden.
ho] Het stond zeker niet in zijn gebedenboekje.

Das hat er nur im Nebel gesehen.
la] Per nebulam videre.
i] Obgleich der Nebel nur den Gesichtssinn stört, so hat man doch diese Wirkung auch auf undeutlich Gehörtes und Verstandenes übertragen und sagt: Per nebulam audire.

Das hat er sich selber auf den Hals gezogen.
ho] Hij heeft het zich zelven op den hals gehaald.

Das hat er zu Freiburg im Faulen Pelz erlernt.
i] Von Th. Murner, dem bekannten Satiriker des 16. Jahrhunderts, sagte man, dass er, als er sich in der Schweiz aufhielt, seine Kunst in Freiburg im Faulen Pelz, einer Kneipe, erschnappt habe.

Das hat geholfen, als wenn man Wasser auf eine Gans gießt.
altfries] Dit heed holpen, üs wan em Weeter üp en Guus stört.

Das hat Gott gut gemacht, dass er der Blindschleiche keine Augen in den Kopf gegeben hat.
Estland

Das hat gute Weile.

Das hat Hand und Fuß
en] that holds water - that's (very much) to the point
fr] cela tient debout
it] è ben fondato

Das hat Hände und Füsse.
ho] Dat heeft handen en voeten.

Das hat Hitze, sagte Elias, als er auf dem feurigen Wagen saß, aber es geht zum Himmel.

Das hat ihm das Rückgrat gebrochen
en] that broke his back
fr] cela lui a cassé les rein
it] ciò lo ha rovinato

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