Weisheiten 61


Das Hinterste zu vorderst angreifen.
la] Clave findere ligna, securi fores aperire.

Das Hinterste zum Vordersten machen (o. Vordern drehen).
z] Die Unvernunfft, die einen Sparn zu viel in ihrem Kopffe hat, mischt sich zwar oft ins Spiel; jedoch kommt es zur Tat, sieht man bey ihr die Zunfft von denen, die sich leicht das Maul verbrennen, die ins Verderben rennen, die stets die Schnupfe plagt, die leicht die Überfahrt versehen, das hinterste zum vordern drehn, die man gar bald über einen Tölpel werffen, die fünffe lassen gerade sind.

Das Hirn des Fuchses nützt dir wenig, wenn du mit der Klaue des Löwen spielst.
England

Das Hirn ist ihm im Winter erfroren, dass er's in den Hundstagen nicht wieder zurechtbringen kann.

Das Hirn ist nicht wie die Stirn.

Das Hirn liegt ihm nicht recht.

Das Hirn schwindet (sinkt) ihm.

Das Hirn selbst nur ein großes Hauptganglion. Die Organisation des Gehirns wird in jedem Ganglion wiederholt, sodaß jedes Ganglion [als] ein kleines subordiniertes Gehirn anzusehen ist.
Goethe, Vergleichende Anatomie - Fragmente

Das Hirn siehet (o. erkennt) man nicht an der Stirn.
en] Every one's faults are not written in their foreheads.
la] Frons, oculi, vultus persaepe mentiuntur.

Das Hirn sieht man nicht an der Stirn.

Das Hochgericht ist für große Diebe nicht.

Das höchst vollendete Kunstwerk ist immer, es möge sonst sein, was es will, das Bild von der tiefsten Ahnung Gottes in dem Manne, der es hervorgebracht.
Philipp Otto Runge, Von einer neuen religiösen Kunst

Das höchste aber
Von allen Gütern ist der Frauen Schönheit -
Der Frauen Treue gilt noch höhern Preis.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III, 3 (Burgund und Sorel)

Das Höchste bleiben Land und Herd!
Doch sonst - kein Wort von blindem Hasse!
Auch uns ist dieses Banner wert,
Es brach der Freiheit eine Gasse.
Freiligrath, Freiheitslied

Das höchste Erdengut erscheint nur klein,
Das ganze Leben nichts als ein Traum,
Und Träume - sind Schäume.
Pedro Calderón de la Barca, Das Leben ein Traum

Das Höchste für den Menschen ist die Pflicht, und das Größte unter den Gütern der Welt ist der sittliche Wille.
Wilhelm Wundt

Das höchste Glück des Menschen ist die Befreiung von der Furcht.
Walther Rathenau

Das höchste Glück hat keine Lieder,
Der Liebe Lust ist still und mild,
Ein Kuß, ein Blicken hin und wider,
Und alle Sehnsucht ist gestillt.
Geibel, Lieder als Intermezzo XXII, 3

Das höchste Glück ist das, welches unsere Mängel verbessert und unsere Fehler ausgleicht.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das höchste Gut (in der christlichen Theologie 'Gott')
la] summum bonum

Das höchste Gut aber ist offenbar Selbstzweck (...), denn das vollkommen Gute muss offenbar sich selbst genügen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Das höchste Gut des Geistes ist die Erkenntnis Gottes, und die höchste Tugend des Geistes ist, Gott zu erkennen.
Baruch de Spinoza, Ethik

Das höchste Gut ist die Gleichgültigkeit.
Ariston, Fragmente

Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.
Seneca, Vom glücklichen Leben

Das höchste Gut sucht nicht draußen Hilfsmittel: Im Innern wird es gepflegt, es besteht ganz aus sich selbst. Es beginnt dem Schicksal unterworfen zu sein, wenn es einen Teil seiner selbst draußen sucht.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Das höchste Gut und das alleinnützliche ist die Bildung.
Friedrich Schlegel, Ideen, 37, Athenäum

Das höchste Heil, das letzte, liegt im Schwerte!
Th. Körner, Aufruf

Das höchste Interesse und der Grund alles übrigen Interesses ist das für uns selbst.
Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre

Das höchste irdische Gut ist die Kunst, die Darstellung des Göttlichen im Kleide des Reizes.
Adalbert Stifter, Stammbuchblatt

Das Höchste ist das Verständlichste, das Nächste das Unentbehrlichste.
Novalis, Blütenstaub

Das Höchste ist der sittlich schöne Charakter, der durch die Ehrfurcht vor dem Heiligen, den edlen Widerwillen gegen alles Unreine, Unzarte, Unfeine und durch die tiefempfundene Liebe zum rein Guten und Wahren gebildet wird.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, Februar 1835

Das Höchste ist, überall in allen Dingen Gott zu suchen und zu finden, und seine Spur webt eben in allem Natürlichen und Wirklichen.
Jacob Grimm, An Achim von Arnim (12. Oktober 1817)

Das Höchste ist: ein Mensch zu sein.
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus

Das höchste Liebeswerk, das Menschen ist verliehn
Zu tun, ist: Andere zur höchsten Liebe ziehn.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das höchste Lob, das wir einem Schriftsteller erteilen, ist die Originalität.
Merck, Eines Ungenannten Fragment

Das höchste organisierte Wesen ist der Mensch...
Goethe, Schriften zur Kunst. Diderots Versuch über die Malerei

Das höchste Recht ist das höchste Unrecht (o. höchste Ungerechtigkeit).
fr] Extrème justice, extrème injustice.
la] Summum ius, summa iniuria.

Das höchste Recht ist oft die höchste Bosheit.
la] Ius summum saepe summa est malitia. Terenz Heaut. 795

Das Höchste und Edelste aber dem Zufall zuzuschreiben, wäre doch gar zu verfehlt.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Das Höchste und Edelste im Menschen verbirgt sich und ist ohne Nutzen für die tätige Welt, (wie die höchsten Berge keine Gewächse tragen) und aus der Kette schöner Gedanken können sich nur einige Glieder als Taten ablösen.
Jean Paul, Hesperus, Hundsposttage

Das Höchste wäre: zu begreifen, dass alles Faktische schon Theorie ist. Die Bläue des Himmels offenbart uns das Grundgesetz der Chromatik. Man suche nur nichts hinter den Phänomenen, sie selbst sind die Lehre.
Goethe, Maximen und Reflexionen 575

Das höchste Ziel des Kapitals ist nicht, Geld zu verdienen, sondern der Einsatz von Geld zur Verbesserung des Lebens.
Henry Ford (1863 - 1947)

Das Höchste, das Vorzüglichste am Menschen ist gestaltlos, und man soll sich hüten, es anders als in edler Tat zu gestalten.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,7

Das Höchste, Schönste, wenn es nun erscheint,
Indem es anders kommt, als wir's gedacht,
Erschreckt beinah, wie alles Große schreckt.
Grillparzer, Des Meeres und der Liebe Wellen

Das Höchste, was der Mensch leisten kann, ist: das Feld der Tätigkeit,... mit konzentriertem Fleiß zu bearbeiten, das vorhandene Kapital von Erfahrungen und Wissen sich geistig anzueignen und dem durch seine Vorgänger und Mitarbeiter Erworbenen... den Ertrag seiner eigenen Arbeit hinzuzufügen.
W. Liebknecht, Eine Geschichte der Kommune

Das Höchste, was ein Pfaffe kennt, das ist ein Pfaffe.
Köthen

Das Höchste, was in des Menschen innere Welt treten kann, ist Gott; das Höchste, was der Mensch darstellen kann, ist Gott; zu der Kunst sind alle berufen, unseres Gottes Ebenbild aus uns treten zu lassen ins Leben hinein - das ist die höchste Kunst.
Gotthelf, Die Armennot

Das Höchste, was mir zu Teil geworden, sind einige Basreliefs von der Zelle des Parthenons, die Pallas Velletri, der unendlich schöne Rumpf einer Venus, sodann der Kopf eines Venezianischen Pferdes.
Goethe, An Knebel, 9.11.1814

Das Höchste, was wir von Gott und der Natur erhalten haben, ist das Leben, die rotierende Bewegung der Monas um sich selbst, welche weder Rast noch Ruhe kennt, der Trieb, das Leben zu hegen und zu pflegen, ist einem jeden unverwüstlich eingeboren, die Eigentümlichkeit desselben jedoch bleibt uns und anderen ein Geheimnis.
Goethe, Maximen und Reflexionen 391

Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kam, ist das Erstaunen; und wenn ihn das Urphänomnen in Erstaunen setzt, so sei er zufrieden; ein Höheres kann es ihm nicht gewähren, und ein Weiteres soll er nicht dahinter suchen; hier ist die Grenze.
Goethe, Eckermann, 18.2.1829

Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Bewußtsein eigener Gesinnungen und Gedanken, das Erkennen seiner selbst, welches ihm die Einleitung gibt, auch fremde Gemütsarten innig zu erkennen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Shakespeare und kein Ende

Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen, und wenn ihn das Urphänomen in Erstaunen setzt, so sei er zufrieden, ein Höheres kann es ihm nicht gewähren, und ein Weiteres soll er nicht dahinter suchen, hier ist die Grenze. Aber den Menschen ist der Anblick eines Urphänomens gewöhnlich noch nicht genug, sie denken, es müsse noch weiter gehen, und sie sind den Kindern ähnlich, die, wenn sie in einen Spiegel geguckt, ihn sogleich umwenden, um zu sehen, was auf der anderen Seite ist.
Goethe, Eckermann, 18.2.1829

Das Höchste, wozu sich ein schwacher Kopf von Erfahrung erheben kann, ist die Fertigkeit, die Schwächen besserer Menschen auszufinden.
Lichtenberg, Aphorismen

Das Hofeleben ist ein bloßes Hoffeleben; denn Gunst verspricht man da und Ungunst wird gegeben.

Das Hoffnungslose kündet schnell sich an!
Goethe, Natürliche Tochter A IV SZ 2 (Eugenie) Vs 2221

Das Hofleben gleicht einer Musik, wo jeder seine Takte und Pausen halten muss.
Goethe, Eckermann, 16.8.1824

Das Hofleben ist der Füchse Paradies, der Einfältigen Hölle und der Reichen Fegefeuer.

Das Hofleben ist der Hölle Vorstadt.
fr] La cour est le fauxbourg de l'enfer.

Das Hofleben ist der schönste Weg zur Hölle.
dä] Hof-levnet er ofte helvedes gienvey.
la] Exeat aula qui volet esse pius.

Das Hofleben ist ein gefährliches, freudloses und anstrengendes Spiel: man muss seine Geschütze und Batterien aufstellen, sich einen Plan zurechtlegen, ihn zielbewußt verfolgen... wer am geschicktesten spielt, wird Sieger, oder wer am meisten Glück hat.
La Bruyère, Vom Hofe

Das Hofleben ist ein Meer voll Klippen.
it] La corte è un mare d'inevitabili scogli.

Das Hofleben ist ein Spital der gekränkten Hoffnung, ein Element des Neides, eine Schule des Ehrgeizes, ein Markt der Falschheit.

Das Hofleben ist eine adeliche Sklaverei und ein glänzendes Elend.
dä] Hof-levnet er en herlig elendighed.
it] La corte è una nobile schiavitù, ed una splendida misera.

Das Hofleben ist eine Badstube; die darin sind, wollen heraus und die draußen sind, wollen hinein.

Das Hofleben ist eine glänzende Dienstbarkeit.
i] Die Kaiserin Anna liebte die Gräfin Tschernischew ihrer heitern Unterhaltungsgabe wegen. Als die letztere später an geschwollenen Füßen litt, die ihr das Stehen zur Pein machten, ward die Gunst der Kaiserin ein wahres Märtyrertum für sie, da dieselbe nicht begreifen konnte, dass Untertanen müde werden können. Anna nahm lange keine Notiz von den Qualen der Gräfin, bis diese einmal der Ohnmacht nahe war. Jetzt erlaubte sie derselben, sich auf den Tisch zu stützen und die witzige heitere Unterhaltung fortzusetzen. Damit aber die Kaiserin die ungehörige Haltung nicht sähe, musste eine Kammerfrau vortreten.
bm] Dvorský zivot, stkvĕlé otroctví.
bm] Zivot dvorský sladkohořký.
fr] La cour est un brillant esclavage.
la] Aulica vita splendida miseria.
pl] Dworski żywot, świetna niewola (nędza).
pl] Żywot dworski słodkogorzki.

Das Hofleben ist gleich den Tragödienbüchern, die sind schön eingebunden und inwendig voll Jammers.
Luthers Tischreden

Das Hofleben ist nichts als eine Schwitzbank.

Das Hofleben ist von fern am schönsten.
dä] Bedre om hof-levnet at høre, end selv at forsøge.

Das Hofleben kennt nur, wer am Hofe gewesen.
dä] Man kiender først hoffet, naar man gaaer derfra.

Das Hofleben vermeide, eh' es dich beneide!

Das hohe Tribunal steht jedem offen;
Doch nur, wer Geld hat, darf Erhörung hoffen.
China

Das höhere Gefühl in uns, das sich oft selbst nicht einmal recht zu Hause findet, wird noch überdies von so viel Äußerem bedrängt, dass unser eignes Vermögen wohl schwerlich alles darreiche, was zu Rat, Trost und Hülfe nötig wäre. Dazu aber verordnet, findet sich nun auch jenes Heilmittel für das ganze Leben, und stets harrt ein einsichtiger frommer Mann, um Irrende zurecht zu weisen und Gequälte zu erledigen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Das Hohngelächter der Hölle!
Lessing, Emilie Galotti V, 2

Das holde Tal hat schon die Sonne wieder
Mit Frühlingsblüt- und Blumen angefüllt,
Die Nachtigall singt immer neue Lieder
Dem Hochgefühl, das ihr entgegenquillt.
Erfreue dich der gottverliehnen Gaben!
Froh, wie er dich erschuf, will er dich haben.
Goethe, Inschriften, Denk- sind Sendeblätter 43

Das Höllengrab und das Gefängnis bleiben niemals leer.
Estland

Das Höllengrab und des Herrn Arsch, wer vermag sie zu füllen.

Das Höllengrab wird ja niemals voll.
Estland

Das Höllenloch und des Gutes Hof werden nie voll.
Estland

Das Holz des Stammes ist nicht besser als das der Wurzel.
Japan

Das Holz gar tapfer ist, wenn es sich mit Eisen misst.

Das Holz hat ausgedient.
i] In Oberösterreich, wenn ein Gebäude abbrennt, ohne dass die Entstehungsursache des Feuers zu ermitteln ist. Es geschieht dies namentlich, wenn zum Bau des Hauses ein Feuerbaum verwandt worden ist. Für einen solchen hält man einen Baum, in den der Blitz gefahren ist, ohne ihn zu zersplittern. Wird er gefällt und zum Bau eines Hauses verwandt, so fängt er nach dem Volksglauben nach einer Reihe von Jahren, welche jedoch niemand vorherbestimmen kann, von selbst an zu brennen. Die Zimmerleute erkennen die Feuerbäume beim Behauen, es springen nämlich Funken hervor. Sie können solche Stämme ausscheiden, aber nicht mehr als drei; ist unter dem Bauholz ein vierter, so lockt auch das Beil keine Funken mehr heraus und es ist dem Hause einmal ein Feuerbaum bestimmt. Nicht jedes Haus hat einen Feuerbaum; das aber, welches einen hat, muss einmal abbrennen. Überhaupt verschenkt man denjenigen Baum, in den der Blitz geschlagen hat. Bringt der Eigentümer das Geringste davon in sein Haus, so schlägt der Blitz eben in dieses Stück Holz ein, und das Haus brennt ab, während einem anderen der Baum, wie er ihn auch verwenden mag, keinen Schaden bringt.

Das Holz ist gut, wenn's nur zum rechten Zimmermann kommt.
fr] Il est du bois, dont on le fait.
la] Proba est materia si probum adhibeas fabrum.

Das Holz muss pfleglich gehalten werden.
i] Es liegt im allgemeinen Interesse, dass die Waldungen (Holzungen) nach den Regeln der Haushaltungskunst und den Forstordnungen gemäß gepflegt und genutzt werden, nicht bloß um künftigem Holzmangel vorzubeugen, sondern auch um das Land vor Überschwemmungen zu bewahren und die erforderliche Regenmenge zu erzeugen, wie deren richtige Verteilung zu befördern.

Das Holz nach den Kohlen beurteilen.

Das Holz zeugt selbst den Wurm, der es hernach benagt.

Das Holz, welches das Feuer nährt, wird von ihm verzehrt.
i] Dasselbe erfahren häufig Eltern von ihren undankbaren Kindern

Das hölzerne Daber.

Das Holzschuhmachen versteht der hundertste nicht.
ndt] De Téinte (Zehnte) verstéit sick nit op't Holskemachen. Sauerland

Das honig umb das maul streichen.

Das Horn von Uri blasen.

Das Hörnche' lässt sich höre'.
i] Die Herbstzeit beginnt, weil nach rabbinischem Brauche schon vier Wochen vor dem Gedächtnisstage, den Monat September (Flul) hindurch täglich morgens in der Synagoge geblasen wird

Das hört (weiss) Hans hinter der Mauer.

Das hört der Bauer gern, dass der Butter viel gilt (teuer ist).

Das hört die Sau lieber als Orgelspielen.
ho] Dat hoort de zeug liever dan op het orgel spelen.

Das hört er gern.
fr] On lui bout du lait, quand on lui dit cela.

Das hört er so gern, als ein Dieb sein Urtel.
ho] Dat hoor ik al zoo gaarne als een dief zijne sententie.

Das Huhn bekommt zwischen zwei Maßen.

Das Huhn brütet so lange, bis die Kücken aus dem Nest laufen.

Das Huhn des Nachbars ist eine Gans.
i] Was andere besitzen, erscheint meist größer und besser als das eigene

Das Huhn durchbricht den Tragekorb.
i] Der Lehrling will sich früh selbständig machen
Duala (Bantu)

Das Huhn fliegt nicht weit, es sei denn, dass der Hahn mitfliegt.

Das Huhn gackert des Eies wegen, weshalb soll die Mutter nicht des Sohnes wegen weinen.

Das Huhn hat Entchen ausgebrütet und beklagt sich gleich ihnen.

Das Huhn hat keine Brüste, es zeiht aber die Küchlein mit der Wärme das Leibes auf.

Das Huhn hat mehr Mühe mit einem Ei als das Schwein mit sieben Ferkeln.

Das Huhn hat versprochen, jeden Tag ein Ei zu legen, wenn man es im ersten Frühling brüten lässt und ihm jedes Mal, wenn es Eier gelegt hat, einige Getreidekörner gibt.

Das Huhn heilt Sünden, die Katze sündigt selbst.
i] Ein Huhn pickt die Brotkrumen auf, diese zu verstreuen, wäre eine Sünde

Das Huhn im Getreide scharrt mit dem Sporn und auf dem Miste sucht es das Korn.
pl] Kokosz wleciawszy na żyto rozgrzeba, a w mieciach jednego ziarna szuka.
ruth] Kurka zbizje rozhrjabuje aw smitju zerna szakuje.

Das Huhn ist auch zwei Silberlinge wert, aber sie streiten sich so, dass den anderen die Augen aus dem Kopf fallen.

Das Huhn ist es, das den Hahn krähen heisst.
Japan

Das Huhn ist kein Vogel, die Frau kein Mensch.

Das Huhn ist kein Vogel, und das Weib ist kein Mensch.
Russland

Das Huhn ist klüger als das Ei.

Das Huhn kommt vom Ei und das Ei vom Huhn her.
i] Der Mann stammt von der Frau, die Frau vom Manne ab
Bantu

Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.

Das Huhn legt ja das Ei nicht an jeder Stelle, wo es hinhockt.

Das Huhn legt ja sonst keine Eier, wenn man ihm keinen Korb unterstellt.

Das Huhn legt täglich ein Ei, es legt ja nicht zwei Eier.

Das Huhn pickt Korn um Korn und wird auch satt.

Das Huhn rupfen, ohne dass es schreit.
i] Mit Geschicklichkeit und ohne Klagen zu erregen erpressen

Das Huhn sagt: Wenn du zu heftig scharrst, stößt du auf die Knochen deiner Mutter.
Jabo, Afrika

Das Huhn scharret, obs gleich klawloss ist.
ho] T hoen schert, al ist clauwen loos.
la] Ex vi naturae bene verret qui caret vngue.

Das Huhn scharrt immer unter dem Riegensieb.

Das Huhn soll nicht krähen vor dem Hahn, das Weib nicht reden vor dem Mann.

Das Huhn soll nicht vor dem Hahne krähen.
Frankreich

Das Huhn sollte nicht gackern, wenn der Hahn dabeisteht.
Frankreich
fr] Ma poule ne doit pas chanter devant le coq.

Das Huhn töten, um ein Ei zu gewinnen.
i] Großes aufopfern, um einen kleinen Gewinn zu machen

Das Huhn und den Aaren muss man nicht paaren.

Das Huhn versteht nicht zu schwimmen.

Das Huhn vom Ei anfangen.

Das Huhn von heute ist besser als die Gans von morgen.

Das Huhn wird nicht von den Eiern belehrt.
Russland

Das Huhn, das die goldenen Eier legte, ist verstorben.
Russland

Das Huhn, das einen Kater heiraten will, ist verrückt.

Das Huhn, was sich selbst was aufscharrt, hat was.

Das Hühnchen gibt der Henne Rat.
Griechenland

Das Hühnchen pickt Körnlein auf Körnlein und wird ein Huhn.
bm] Slepička po zrnéčku klove, a tím syta zive.

Das Hühnerhaus taugt keine taube Nuss, wo die Henne kräht und der Hahn schweigen muss.
it] Tristo quel pollaro, dove la gallina canta et il gallo tace.

Das Hühnlein wird selten besser als die Henne.

Das Hüllengrab und des Herrn Arsch, wer vermag sie zu füllen.
Estland

Das Hündchen bellt so lange, bis der alte Hund fertig ist.
Estland

Das Hündchen kläfft, der alte Hund knurrt.
Estland

Das Hundegebell tut den Wolken nicht wehe.
Persien
bm] Psí stĕk (dech) moře nekormoutí.
ill] Pasji hak more ne muti.

Das hundert ins tausent werffen.
i] Vom Rechnen entlehnt, wenn jemand die Hunderter in die Stelle der Tausender u.s.w. bringt.
z] Es mag hier auf die Rechenpfennige gezielt sein, da man im Summieren diejenigen, welche hundert bedeuten, nicht unter solche werfen darf, welche tausend vorstellen.

Das hundertste Jahr
la] Centesimus annus
Johannes Paul II.

Das Hündlein bellt den Löwen an.
la] Catulus leonem allat ans.

Das Hündlein hat ihn auch gebissen.

Das Hündlein lernt vom Hunde bellen.
bm] Stĕnĕ stĕká, takt od psův slysí.

Das Hündlein Reuel und Stoltzigen beschedigt vil.

Das Hungertuch auf hängen.
z] Der wegen wil ich auch bald im Anfange der gewöhnlichen Fastenzeit das rechte Hungertuch auffhengen.
z] In etlichen Städten pflegt man in der Fasten nach Alter weise das Chor (der Kirche) mit einem großen Hungertuche zu schließen, daran ist das gantze Passion gemalet, damit haben vnsere Vorfahren gleich also wollen sagen: Schawe, lieber Christ, wiltu das glauben, was allhier von deinem Herrn Jesu abgemalet ist, so wirst du oft müssen ins Hungerland ziehen und am Hungertuche nagen, aber sey getrost, so geschwind kann der Herr das Hungertuch spannen, so bald kann ers auch wieder abnehmen.
z] Man soll in der Marterwochen nicht das Hungertuch, Palmschießen, Bilderdecken und was des Gaukelwerks mehr ist, halten. Luther

Das hungrige Huhn träumt von Getreide.
tü] Aç tavuk rüyasında darı görür.

Das hungrige Schwabenland.
i] So genannt, weil die Leute dort immer guten Appetit haben, und nicht, weil es etwa unfruchtbar wäre und Mangel an Nährung hätte.

Das hungrige Volk nimmt weder Vernunft an, noch lässt es sich durch Billigkeit besänftigen, noch durch Bitten bestimmen.
Seneca, Von der Kürze des Lebens

Das Hutbanehmen ist eine Abkürzung unsres Körpers, ein Kleinermachen.
Georg Chr. Lichtenberg, Sudelbücher

Das ich bissweilen red Latein, kün machet mich der küle wein.
la] Post sumptum uinum, loquitur mea lingua Latinum.

Das Ich denke, Ich bin, ist, seit Cartesius, der Grundirrtum in aller Erkenntnis, das Denken ist nicht mein Denken, und das Sein nicht mein Sein denn alles ist nur Gottes oder des Alls.
Friedrich von Schelling, Ideen zu einer Philosophie der Natur

Das Ich gehe geht ja nicht, wenn man selbst nicht geht.
Estland

Das Ich ist das Fenster, durch welches jeder Mensch, der geboren wurde, auf die Szene des Daseins blickt, an diesem Fenster, das bei der Geburt geöffnet und beim Tode geschlossen wird, durch das niemand anderer jemals blicken kann, sitzt jeder von uns sein Leben lang.
Dixon

Das Ich ist die Mutter der Götzen.
Dschelaieddin Rumi

Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist.
Christian Morgenstern, Weltbild: Anstieg

Das Ich ist ein Staat, der wie jeder andere seine inneren Schwierigkeiten in äußeren Konflikten abreagieren will.
Fliegende Blätter

Das Ich ist gleich einem Knoten im Flusse unseres Bewußtseins.
Indien

Das Ich ist hassenswert.
Pascal, Gedanken

Das Ich ist kein Selbst; es ist eine Vielfalt von Reflexen, ein Komplex aus Begierden, Trieben, einige hier unterdrückt, andere dort losgelassen.
August Strindberg, Der Sohn der Magd

Das Ich ist nichts anderes als Wollen und Vorstellen.
Novalis

Das Ich nimmt eine Richtung nach der Vergangenheit: Durch das Gedächtnis. Und eine Richtung nach der Zukunft: Durch das Gewissen. Beides muss man pflegen, um das Ich gesund zu erhalten.
Albert Steffen, Krisis-Katharsis, Therapie

Das Ich sucht ein Ur-Ich - nicht etwa bloß eine Ur-Welt neben der jetzigen -, jene Freiheit, von welcher die Endlichkeit die Gesetze bekam; aber es könnte nicht suchen, wenn es nicht kennte und wenn es nicht hätte.
Jean Paul, Levana

Das Ich und Mich, das Mir und Mein
Regiert die Welt allein.

Das Ich verursacht Jammer und Leiden.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Das Ideal der Gleichheit ist deshalb so schwer zu verwirklichen, weil die Menschen Gleichheit nur mit jenen wünschen, die über ihnen stehen.
John B. Priestley

Das Ideal des Materialisten heisst Zweck. Der Materialismus des Idealisten Mittel.
Fliegende Blätter

Das Ideal des westlichen Durchschnittsmannes ist eine Frau, die sich freiwillig seiner Herrschaft unterwirft, die seine Ideen nicht ohne Diskussion übernimmt, sich seinen Argumenten aber beugt, die ihm intelligent widerspricht, um sich dann aber doch überzeugen zu lassen.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Das Ideal in der Kunst, Größe in Ruhe darzustellen, sei das Ideal auf dem Throne!
Jean Paul, Levana

Das Ideal ist ... das Wirkliche in seiner höchsten Wahrheit.
Hegel

Das Ideal ist die Harmonie. Nur die Kunst fühlt dies.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1863)

Das Ideal ist die Stärke der Schwachen, Leidenschaft die Schwäche der Starken.
Fliegende Blätter

Das Ideal ist nichts als die Wahrheit von weitem.
Lamartine

Das Ideal ist nur die Wahrheit, aus der Ferne gesehen.
Frankreich

Das Ideal lässt sich am besten an den Opfern messen, die es verlangt.
Carl Friedrich von Weizsäcker

Das Ideal mancher Autoren ist offensichtlich eine Literatur ohne Leser.
Jules Romains

Das Ideal misst man vielleicht am besten an den Opfern, die es verlangt.
Carl Friedrich von Weizsäcker

Das Ideal von Stil: die Verbindung von Sachlichkeit und Inspiration.
Stefan Napierski

Das Ideal, nach dem fast alle Männer ständig suchen, ist vielleicht nichts als die Erinnerung an eine Liebe...
Flaubert, November

Das Ideal. Es gibt keins als die verschwundene Realität der Vergangenheit.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Das Ideale im Menschen, wenn diesem die Objekte genommen oder verkümmert werden, zieht sich in sich, feinert und steigert sich, dass es sich gleichsam übertrumpft. Die meisten Menschen im Norden haben viel mehr Ideales in sich, als sie brauchen können, als sie verarbeiten können, daher die sonderbaren Erscheinungen von Sentimentalität, Religiosität, Mystizismus und so weiter.
Goethe, Riemer, (August) 1808

Das Idealisieren ist ein ungeheures Heraustreiben der Hauptzüge.
Nietzsche

Das im Geviert erbaute Rom
la] Roma quadrata

Das im Schweiße des Angesichts verdiente Brot ist süß zu essen.
Estland

Das im Winter gewebte Tuch ist ein Lämmlein, das im Sommer gewebte ein Wolfsjunges.
Estland
i] Weil im Sommer keine Zeit für Weben bleibt

Das Image ist ein geborgtes Gesicht.
Wilder

Das Image ist ein geborgtes Gesicht.
Wilder

Das in der Gefolgschaft aller großer Denker Unvermeidliche: die Epigonen formten Schema und Norm.
Walther Victor, Ich kam aus lauter Liebe in die Welt

Das 'In-der-Welt-sein' hat die seinsmäßige Prägung der 'Sorge'. Den Namen (homo) erhält dieses Seiende nicht mit Rücksicht auf sein Sein, sondern in bezug darauf, woraus es besteht (humus). Worin das 'ursprüngliche' Sein dieses Gebildes zu sehen sei, darüber steht die Entscheidung bei Saturnus, der 'Zeit'.
Martin Heidegger, Sein und Zeit

Das Individuum geht verloren, das Andenken desselben verschwindet und doch ist ihm und anderen daran gelegen, dass es erhalten werde. Jeder ist selbst nur ein Individuum und kann sich auch eigentlich nur fürs Individuelle interessieren. Das Allgemeine findet sich von selbst, dringt sich auf, erhält sich, vermehrt sich. Wir benutzen's, aber wir lieben es nicht.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Bedeutung des Individuellen

Das Individuum ist ein armes Ding, es erkläre sich für welche Partei es wolle, das Ganze ist nie ein Ganzes, und so schwankt das Menschengeschlecht in einer Lumperei hin und wieder, das alles nichts zu sagen hätte, wenn es nur nicht auf Punkte, die dem Menschen so wesentlich sind, so großen Einfluss hätte.
Goethe, An Herder, 4.9.1788

Das Individuum wird von seinen Erziehern behandelt, als ob es zwar etwas Neues sei, aber eine Wiederholung werden solle.
Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches

Das Ineinanderfließen in der Gottheit ist ein Sprechen sonder Wort und sonder Laut, ein Hören sonder Ohren, ein Sehen sonder Augen.
Meister Eckhart, Traktate

Das Inkalkulable der Zustände lässt Furcht und Hoffnung in suspenso, und jedermann sucht nur über den Augenblick hinzukommen.
Goethe, An J. F. v. Cotta, 25.11.1805

Das Innere einer Kalebasse wäscht man nicht.

Das innere Feuer macht das äußere dienstbar.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das innere Glück und Elend der Menschen ist ihnen nämlich je nach ihrem Glauben an diese oder jene Motive zuteil geworden - nicht aber durch das, was wirklich Motiv war! Alles dies letztere hat ein Interesse zweiten Ranges.
Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft

Das Innere ist immer das Mächtigste. Auch wahres und selbst erschütterndes Unglück wird leichter und schwerer aufgenommen, je nachdem die Seele schon von leichtem und düstern Ideen erfüllt ist.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 16.11.1828

Das innere Wesen eines Menschen entzieht sich jeder Beobachtung, es ist nur aus seinen Äußerungen oder Wirkungen zu erschließen
Eduard Meyer

Das innere Zeugnis der Tugend und des Lasters ist von großem Gewicht. Ohne Gewissen ist alles verloren.
Cicero, De natura Deorum

Das Innere, Eigentliche einer Schrift, die uns besonders zusagt, zu erforschen, sei daher eines jeden Sache, und dabei vor allen Dingen zu erwägen, wie sie sich zu unserm eignen Innern verhalte, und inwiefern durch jene Lebenskraft die unsrige erregt und befruchtet werde: alles Äußere hingegen, was auf, uns unwirksam oder einem Zweifel unterworfen sei, habe man der Kritik zu überlassen, welche, wenn sie auch imstande sein sollte, das Ganze zu zerstückeln und zu zersplittern, dennoch niemals dahin gelangen würde, uns den eigentlichen Grund, an dem wir festhalten, zu rauben, ja uns nicht einen Augenblick an der einmal gefaßten Zuversicht irre zu machen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Das Instrument sollte nur die Stimme begleiten, denn Melodien, Gänge und Läufe ohne Worte und Sinn scheinen mir Schmetterlingen oder schönen bunten Vögeln ähnlich zu sein, die in der Luft vor unsern Augen herumschweben, die wir allenfalls haschen und uns zueignen möchten, da sich der Gesang dagegen wie ein Genius gen Himmel hebt und das bessere Ich in uns ihn zu begleiten anreizt.
Goethe, Lehrjahre II,1

Das intellektuelle Talent stört oft wie ein Schnupfen die natürlichen Sinne und hindert sie, den Feind zu riechen.
Fliegende Blätter

Das Interessante ist immer eine graziöse oder geistreiche Abweichung vom Typus des Schönen.
Heinrich Heine

Das Interesse an ihnen [den Wissenschaften] wird im Grunde nur in einer besondem Welt, in der wissenschaftlichen, erregt; denn dass man auch die übrige Welt dazu beruft und ihr davon Notiz gibt, wie es in der neuere Zeit geschieht, ist ein missbrauch und bringt mehr Schaden als Nutzen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 693

Das Interesse der Mächtigen hat über die allgemeinen Anschauungen mehr Gewalt als die Wahrheit.
Helvetius, Vom Menschen

Das Interesse der Wahrheit würde verlangen, dass die Denkenden sich endlich dazu herbeilassen, sich mit den Schaffenden zu verbinden...
Diderot, Gedanken zur Interpretation der Natur

Das Interesse des einzelnen ist identisch mit dem der Gemeinschaft, und wer gegen letztere zum Schlag ausholt dessen Hand saust auf ihn selbst nieder.
Déry, Die Geschichte vom Leben und Sterben des heiligen Ambrosius

Das Interesse hält den Ehestand nicht mehr zusammen, sondern nur Liebe und Freundschaft.
Fliegende Blätter

Das Interesse ist auf der Erde jener mächtige Zauberer, der in den Augen aller Geschöpfe die Gestalt aller Gegenständeverwandelt.
Helvetius, Vom Geist

Das Interesse war nichts anderes als ein Bedürfnis, das Bedürfnis nach Essen und Liebe; und um das zu erreichen, war ein gewisses Quantum Macht erforderlich.
Strindberg, Am offenen Meer

Das Interim
Hat den Schalk hinter ihm.
Wie viel Schälke muss es geben,
Da wir alle ad interim leben.
Goethe, Sprichwörtlich
z] Das Interim das hat ein Blutvergießen gewisslich hinder jm.
i] Die Stimme des Volks über die zur Zeit der Reformation gegebenen Verordnungen, wie es mit den streitigen Punkten in Glaubenssachen gehalten werden solle, bis ein künftiges Konzil die Streitigkeiten entscheide und Einigkeit in der Kirche herstelle. Wie sehr man indes allen unter diesem Vorwande gegebenen Verordnungen misstraute, zeigte der obige Spruch. Man traute der versöhnenden Sprache in den Interims protestantischerseits wenig und hatte guten Grund; denn die, welche von Glaubenseinheit reden, verstehen darunter Glaubenszwang, weil jene unmöglich ist.
z] Der Bischoff von Bamberg hatte an Markgraf Albrecht von Brandenburg geschrieben, dass er sein Land und Leute nach dem Buch Interim wolle reformieren. Der Markgraf antwortet ihm: Ihr habt mir das Buch Interim, zu Augspurg gemacht, zugesandt; ich send euch wiederumb ein Buch, auch zu Augspurg gemacht, von der Reformation der Geistlichkeit. Es ist billig, dass ihr Geistlichen uns Layen mit eim guten Exempel vorgeht. Sobald ihr Geistlichen eure Kirch werdet reformiert haben, will ich auch mein Land reformieren.
i] Von diesem Buch Interim sagt einer: 'Das Buch Interim hat ein Schelmen hinder ihm.' Andere nennen es Intertitum, und durch eine Versetzung der Buchstaben: mentiri, d.i. Lügen. Ein Spanischer legt es den Teutschen also auss: I = Ihr, N = närrisch, T = Teutschen, E = euer, R = Reich, I = ist, M = mein. Ein anderer sagt von diesem Buch: 'Närrisch Buch, närrischer Nam.'

Das internationale Proletariat hat sich in seiner Theorie eine gemeinsame Sprache geschaffen, die marxistisch-leninistische Terminologie. Diese Sprache ist nicht nur den Arbeitern eines einzigen Landes aus dem Herzen gesprochen.
Brecht, Zur Frage der Übersetzung von Kampfliedern

Das is a Balsam von an Flögel.
Österreich
i] Ein erzgrober Mensch

Das is a Bettler(Gascht-)bündel.
Jüdisch-deutsch
i] Von Armseligkeiten und Lumpereien

Das is a blosses Larifari.
i] Eine leere Sache, ein nichtiges Vorgeben. Etwas larifari tun = aufs geratewohl.
la] Pipini lilium.

Das is a fressen, wås da Hund seina Muada (Mutter) net gibt.
Niederösterreich

Das is a G'finkelte (Gefunkelte).
Wien
i] Die hat's faustdick hinter den Ohren

Das is a guder Bissen, sagte Jermies, da aß er Frösche für Großvögel (= Drosseln).
ho] Nu zal ik je opvreten, zei de mof, en hij at een' kikvorsch op voor een' Engelschen bokking.

Das îs ä Jung wie ä Duispfüffer.
i] Ein Duisspfüffer = ein Druss- oder - Drauckenpfeiffer ist in Ruhla ein so geschätztes Tier, dass man, um seinen Wohlgefallen an einem besonders hübschen und kräftigen Kinde auszudrücken, sagt: Dâs îs â Jong wie â Duisspfüffer, d.h. ein Fink, der auch im Käfig draußen im Freien pfeift.

Das is a rechter Lahmian.
i] Ein träger, sich überall anlehnender Mensch.

Das is a Saustall, hat der Bandwurm gsagt, wia s' ihn abtriebn ham.

Das is a Techt'lmecht'l.
i] Eine Verabredung von zwei oder mehreren Personen über die Durchführung irgendeiner Handlung, auch ein auf gegenseitigen Vorteil berechnetes, andern nachteiliges Übereinkommen.

Das is a verdraxelte Geschichte.
Oberösterreich
i] Verdrechselte, d.i. ein verwickelter Handel

Das is a Wast'l.
Böhmisch Friedland
i] Von einem ungewöhnlich beleibten Menschen. Man sagt auch: Er ist eine dicke Wast'l. In Strasburg, im Münsterthal und im Sundgau die Bezeichnung für Stolle; auch Waschle. Hohe, oben viereckige Milchwecke, wie Pfefferküppchen gestaltet.

Das is aane von unsern Müttern (jüdisch: Jonnohes).
i] Zur Bezeichnung einer würdigen und mildtätigen Frau.

Das îs anne (alte) Schlumpergritte.
i] Ein nachlässig (latschig) angekleidetes, unsauberes Frauenzimmer. (Beschlumpern = Beschmutzen.)

Das is as wånn ma mit d'r Hand in 's Wåsser schlåget.
Steiermark
i] Ist wirkungslos

Das is boduk (untersucht, neuhebräisch baduk) umenusse, d.i. untersucht und geprüft (menussah).
In der Regel von Sachen, besonders Arzneimitteln, aber auch von geprüften Personen.

Das is e Achel-Peter.
Jüdisch-deutsch
i] Ein Fresspeter, ein Fresser, ein Nimmersatt, vom hebräischen achal = essen. Daher auch: Er achelt gern ebbes (= etwas) Gutes

Das is e alter Schote (Narr).
i] Den Ton auf alt; ein alter Narr. Die Narrheit ist bei ihm schon lange eingebürgert.

Das is e Charif.
i] Ein Mann von grossem Scharfsinn

Das is e Chuschim.
Jüdisch-deutsch
i] Um einen harthörigen, tauben Menschen zu bezeichnen. Chuschim, der Sohn Dan's (1 Mos. 46, 23), soll nach der Sage sehr taub gewesen sein.
ho] Hij is een doove kwartel.
ho] Hij is zoo doof als een kwartel.

Das is e Dalfen (Armer), hot nix vorne un nix hinte.

Das is e Daschkasch.
Jüdisch-deutsch
i] Ein Gassenbube, Taugenichts, ein frecher, nichtsnutziger Mensch

Das is e Einfall vun'm alt Haus.
i] Ein törichter, unerwarteter Gedanke oder Vorschlag

Das is e ganz Megille.
i] Von umfangreichen, aber langweiligen Aktenstücken. Megille heisst der Brief Esthers, dessen Vorlesung in der Synagoge am Purimabende den Zuhörern gar zu lang wird, da sie den Tag zuvor gefastet haben, und erst nach Beendigung der Megille Speisen zu sich nehmen dürfen.

Das is e Geplapper! Wajjoomer, waj dabber.
Jüdisch-deutsch
i] Gegen Wortschwall, wie gegen Geschwätzigkeit überhaupt, gegen jemand gerichtet, der einen nicht zu Worte kommen lässt. Wajjomer, waje dabber (und er sprach und redete) ist der gewöhnliche Anfang der Verse im 3. und 4. Buch Mose.

Das is e Gesicht wie von Flohnem.
i] Flohnheim, ein Dorf in der Nähe von Mainz

Das is e Giks.
i] Eine Dummheit, ein Irrtum, eine Torheit

Das is e Goj gomur.
i] Ein vollkommener Nichtjude

Das is e Goj, kaan Jonter (Festtag) un kaan Schabbes (Sabbath).
i] Von einem, dem nichts heilig ist

Das is e grüner Meschiach.
i] Auf einer Anekdote beruhend, nach welcher Eltern das Kind ihrer Tochter, die heimlich mit einem Jäger verkehrt hatte, für den Messias ausgaben, oder auch Jes., 53, 3

Das is e gut Jüngelchen.
i] Ein 'Ehrenwerter', ironisch, besonders in Rücksicht auf Herzensgüte.
Jüdisch-deutsch] Das is e Kiwed (auch: Kiwedchen).

Das is e Hundertjahrblum'.
i] Etwas ungewöhnlich Seltenes; ein ausserordentlicher Charakter

Das is e Kippeler.
i] Kippeln, verwandt mit keifen.

Das is e Koorach; er lässt sich hängen um'n Kreuzer.
i] Um einen außerordentlichen Geizhals zu bezeichnen. Korah (4 Mos. 26) gilt infolge der Sage als Muster des überreichen Geizhalses. Auf die Frage, ob der oder jener reich sei, erhält man die jüdisch-deutsche Antwort: 'Da steckt Korach's Neschiras.' Das Wort 'Neschiras' ist verdorben aschiruth = Reichtum, mit Vorsetzung eines n, was auch in andern Fällen geschieht.

Das is e Landsjookel.
i] Grober Bauer. Im Jüdisch-Deutschen bezeichnet 'Lands' so viel als vom Lande.
en] Jack will never make a gentleman.

Das is e langer Gokel.
i] Ein langer, schmächtiger, sich lächerlich hin- und herbewegender Mensch

Das is e Lotterie ohne Treffer.
i] Ein Unternehmen, wobei nichts zu gewinnen ist.

Das is e Männel (Männlein), das in die Welt passt.

Das is e Mar bar Reev Asche.
i] Ein Mann von großem Scharfsinn, wie Mar, der Sohn des Rav Asche.

Das is e Michóel!
i] Jüdisch-deutsch, um einen Schmeichler, einen der kriecht, sich besonders vor Reichen und Vornehmen biegt und schmiegt, zu bezeichnen.

Das is e Min.
i] Nach einigen soll Min soviel sein wie Manäer, Anhänger des Manes oder Mani, Manichäer; nach andern ist es das biblische Min = Abart, Sektierer.

Das is e Mischpoche.
i] Eine Familie oder Sippschaft im übeln Sinne. Um zu sagen: Die passen zusammen.

Das is e Nixkenner(-könner).
i] In Bezug auf Wissen und Können überhaupt.

Das is e Og.
5 Mos. 3, 11
i] Um eine ungewöhnliche Größe zu bezeichnen. So groß wie Og, der König von Baschan, von dem es 5 Mos. 3, 11 heisst: Dieser Og war der Einzige, der noch von den Riesen übrig war. Seine eiserne Bettstätte zu Rabbath ist 9 Ellen lang und 4 Ellen breit. Nach der Sage hat aber schon seine Wiege so groß sein müssen. Als die Israeliten vor Edred rückten, soll Og auf der Stadtmauer gesessen und seine Füße sollen auf die Erde gereicht haben. Moses soll ihn selbst für ein Stück Mauer gehalten, ihn aber dennoch, der schon zur Zeit der Sintflut gelebt und sie überdauert, besiegt haben.

Das is e rechter Omensäger.
i] Jüdisch-deutsch von einem Menschen, der keine eigene Meinung hat, der zu allem Amen sagt, ein Jaherr, ein Ja-Affe
ho] Het is een amenzegger.

Das is e Ruach.
i] Ein Windbeutel. Das Volk gebraucht das Wort meist im Sinne von dämonischer Geist und Wind.

Das is e Schlemiel vun Suntik.
i] Ein Unglücksvogel von Sonntag. Von einem Menschen, dem alles misslingt, wohl im Gegensatz von Sonntagskind, beide mit Bezug auf den talmudischen Ausspruch: Wer am Sonntag geboren ward, dem eignet sich entweder alles zum Guten oder alles zum Schlimmen; denn am Sonntag ward Licht und Finsternis geschaffen. Schlemiel, von Chamisso in seiner bekannten Dichtung Schlemihl geschrieben, wird, wie schofel, als ein aus dem Hebräischen in die deutsche Sprache eingedrungenes Wort betrachtet.

Das is e Schmuck (jüdisch: Tachschit), man darf'n an den Hals häng'n.
i] Mit dem Doppelsinne, ihn sich als Schmuck an den Hals hängen oder ihn an dem Halse aufhängen.

Das is e Tites.
i] Von einem heftigen Judenfeinde.

Das is e zwaater Aristotles.
Jüdisch-deutsch
i] Durch die maurisch-spanische Kultur vermittelt, stand Aristoteles bei den alten Juden in solchem Rufe, dass man, wen man für besonders weise hielt, mit ihm verglich

Das is e zwater Jeróvem ben Newot.
i] Von einem Bösen, der auch andere zum Bösen verführt.

Das is ein schöner Pfennig.
fr] C'est un beau denier.

Das is en Stück Snack as en Stück Supp.
i] Von ungereimten Dingen.

Das is ene Klarke.
i] Eine schimpfliche Bezeichnung für ein junges Mädchen, das nichts Ordentliches zu machen weiß.

Das is g'haut wie gestochen.
Steiermark
i] Ist einerlei

Das is gråd wie wån ma an Derischen (Tauben) an guad'n Morg'n gibt.
Niederösterreich
i] Wenn uns jemand gar nicht versteht

Das is kaputt.
i] Das ist verloren.

Das is kråt, es wenn ma an Betle (Bettler) i d' Höl wurf.
Innsbruck
i] Um etwas als unzureichend zu bezeichnen

Das is mar a frumme Lichtputzen (Betschwester).

Das is mar a gmahdi Wiesen.
i] Eine leichte und gar keine Mühe kostende Sache, von jemandem, der Glück hat. Eine erwünschte Gelegenheit.

Das is mein' Frau G'vatterin.
Steiermark
i] Ist mir sehr zuwider, wird sogar von Sachen gebraucht

Das is mich ock a Bild, 's gar a Krippelbild.
Schlesien
i] Die Person ist nicht bloß hässlich, sie ist grundhässlich

Das is mir als Gift.

Das is Mul (Maul) as Salat, seggt de Esel, as hei Disteln fret.

Das is nit gestogen, nit geflogen.
i] Wenn eine Antwort, Rede, Entscheidung, Handlung u.s.w. nach keiner Seite befriedigt, etwa in dem Sinne: es ist weder gehauen, noch gestochen.

Das is nix deutsch.
i] Ist sinnlos, hat keine Bedeutung

Das is rechte lust, darauf keine reu folgt.

Das is 's ganze Bissel Dreck, sagte der Bub zum Pfaffen, als er mit der Beichte fertig war und noch mehr sagen sollte.

Das is wert a Rettich.
Jüdisch-deutsch, Brody
i] Das hat wenig oder keinen Wert.

Das isch eine, wo für sy Sack der Hogge (Haken) schlot.
Solothurn
i] Einer, der alles für sein Interesse benutzt.

Das isch e-n Eh'! 's wär besser, 's wär es Weh.
Solothurn

Das isch glych (es tut nichts), d' Frau isch rych.
Solothurn
i] Ausruf, wenn man bei einem Spiel wagen will

Das isch jetz glych, gäb (ob) d' Geiß gitzlet oder verreckt.
Solothurn
hdt] Das ist jetzt gleich, ob die Geiß junge wirft oder verreckt. (Von gewagten Unternehmungen)

Das isch 's Chrütli (Kraut). Solothurn
i] Verfehlter Mensch.

Das isch z' vergleiche, wie wenn der Düfel us 'me-n-Engel fäcke-n-use luegti.
Solothurn

Das ist (ganz) anderer Tabak als Knaster.
ho] Dat is andere tabak dan knaster.

Das ist (hat) die rechte Höhe.
Köthen
i] Wenn man von einer üblen oder verkehrten Maßregel spricht

Das ist (kaum) für einen hohlen Zahn.
i] Viel zu wenig zum Sattwerden.
fr] Il n'y en a pas pour ma dent creuse.

Das ist (macht) weder heiß noch kalt.

Das ist (mir) ein gefunden Fressen (für ihn).

Das ist (nicht) für die Katz', no hat der Hund erst nix.
i] Ist verloren.
fr] C'e n'est pas pour des prunes.
fr] Faire de la bouillie pour les chats.
ho] Het is voor de hanijen.
ho] Het is voor de kat.

Das ist (o. du bist) auch ein Galiläer.
z] Wie, von den Galiläern bist auch du?
Fr. v. Sallet, Laienevangelium, Leipzig 1842
dä] Du est en Galilæer, og dit maal røber dig.

Das ist (so arg), dass dem Teufel dran grauset.
Nürtingen

Das ist (war) ein Judaskuss.
la] Lethale mulsum.

Das ist (wär') ein Stück Butter im Brei.
i] Ein unvermutetes Glück

Das ist (war) gar ein Schlauer, wenn man den nicht zur Himmelstür 'nein lässt, kraucht er gewiss unterm Dache 'nein.

Das ist (war) kein Braten für ihn.

Das ist a Kindbetteressen.
Ulm

Das ist a rechtes Arschloch.
Ulm
i] Ein erbärmlicher, verächtlicher Mensch

Das ist a Schur ohne Woll'.
Schwaben

Das ist aber der Vorteil des Dichters, dass er das voraus ahnet und wert hält, was der die Wirklichkeit Suchende, wenn er es im Dasein findet und erkennt, doppelt lieben und höchlich daran sich erfreuen muss.
Goethe, An Zelter, 28.6.1831

Das ist aber eben das Wesen der Dilettanten, dass sie die Schwierigkeiten nicht kennen, die in einer Sache liegen, und dass sie immer etwas untemehmen wollen, wozu sie keine Kräfte haben.
Goethe, Eckermann, 21.1.1827

Das ist aber immer der Vorteil irgendeiner leidenschaftlichen Richtung, dass sie uns in das Innere der Dinge treibt.
Goethe, Eckermann, 1.5.1825

Das ist ain frag in hailigen Gaist.

Das ist ain hohe frage.

Das ist aine rechte, feinn frage.

Das ist allen Barbieren (und Triefäugigen) bekannt.
Altrömisch
i] Von einer allgemein bekannten Sache, weil ehemals in den Barbierstuben alle Schnaken und Gerüchte erzählt zu werden pflegten, die Triefäugigen u.a.w. aber bei den Barbieren waren, um geheilt zu werden
la] Notum lippis ac tonsoribus.

Das ist alles ein Abwasch.
ndt] Dat 's all ein Afwaschend un Sünnenvergäwend.

Das ist alles in den Wind geredet
en] that's a (complete) waste of breath
fr] c'est comme si on chantait - c'est comme si on crachait en l'air
it] è come parlare al vento (o. al muro) - è fiato sprecato

Das ist alles in einen kuchen geschlagen.
Luther

Das ist alles nur Mache (o. Augenwischerei)
en] that's eyewash
fr] tout ça n'est que façade (o. qu'un trompe-l'oeil)
it] è tutta una commedia

Das ist als wenn man einem Tauben etwas Heimliches (etwas in Ohr) sagte.

Das ist also keine wahre Freundschaft, dass, wenn der eine die Wahrheit nicht hören will, der andere zum Lügen bereit ist.
Cicero, Laellus

Das ist alt Kraut.
ndt] Doat äs oalt Kreokt. Siebenbürgen/Sachsen
i] Eine abgetane Sache (Schnee von gestern).

Das ist alter Kaffee (o. aufgewärmter Kohl)
v] das ist ein alter Hut
en] that's old hat (o. a raked-up story)
fr] c'est du réchauffé
it] è minestra riscaldata - questo è cavolo riscaldato - son cose fritte e rifritte

Das ist alter Schnee (o. Tabak).
i] Eine alte Geschichte, längst bekannte Sache.
fr] Neiges d'Antan.

Das ist an der Tagesordnung.
ho] Dat is aan de orde van den dag.

Das ist an die Tür eines Tauben geklopft.
ho] Dat is aan eens dooven mans deur geklopt.

Das ist ander Wetter.
i] Da ist's nun anders.

Das ist ärger als arg.

Das ist auch des Ruebzogls einer seiner Arbeither gewessen.
i] Dies Sprichwort ist in der Gegend von Goslar, wo Rübezahl der Sage nach Erz fördern ließ, ehe er ins Riesengebirge auswanderte, gebräuchlich oder im Brauch gewesen. Es wird erzählt, wie sich der bekannte Berggeist Rübezahl in der Gegend von Goslar befindet und dort Bergbau treibt. Wie in unsern Tagen die Bergwerksbesitzer viel Verdruss mit ihren Arbeitern haben, so scheint es auch dem Berggeist, der dort nach der Handschrift Ruebzogl heisst, ergangen zu sein. Als seine Geduld erschöpft war, und sie es ihm wieder einmal gar zu arg machten, ließ er das Bergwerk zusammenstürzen und verließ die Gegend. Nachdem alle diese Vorgänge erzählt sind, heisst es in der Handschrift wörtlich: 'obbemelten Knappen, so sich was wenigs verhindert (sich beim Heraussteigen aus dem von Ruebzogl verschütteten Schacht verspätet) hat der Perg den einen Fuess abgeschlagen, und die Pergleith dasselbsten noch heintiges Tag's das Sprichworth haben, wenn sie einen Knappen sehen, der da hinkht oder ein Fuß hat: siehe, das ist auch des Ruebzogls einer seiner Arbeither gewessen.' Darüber, warum der Berggeist im Harz Rübezagel und im Riesengebirge Rübezahl heisst und ob 'zahl' bloß verderbt aus 'zagel' ist, mögen die Gelehrten entscheiden.

Das ist auch die Rechte.
i] Ironisch von einer in übelm Ruf stehenden Person.
z] Du magst mir wohl die Rechte sein.

Das ist auch ein Blümlein aus'm Teufels seinem Lustgärtlein.
Troppau

Das ist auch ein Mann, sagte das Mädchen, da heiratete sie einen Schneider.

Das ist auch ein Meisterstück, das ich oft gelesen und bewundert habe, worin Verstand, Kunst und Geschmack auf ihrem höchsten Gipfel erscheinen...
Goethe, Eckermann, 9.3.1831

Das ist auch ein rarer Vogel.
ho] Dat is ook een rare vogel.

Das ist auch etwas, was die Katze nicht frisst.

Das ist auch kein heuriger Hase mehr.
Rottenburg (Nicht mehr jung)

Das ist auf den Pfiff.

Das ist auf der Zunge, was im Sinne ist; das ist im Munde, was im Herzen ist.
Finnland

Das ist auf Erden des Schönen Los!
Die Feinen gehn unter, ganz wie die Plumpen;
Ihr Lied wird Makulatur, sie selber,
Die Dichter, werden am Ende Lumpen.
Heine, Simplizissimus

Das ist auf keine Kuhhaut zu schreiben.

Das ist auf nicht seinem Miste gewachsen.
i] Das hat er nicht erdacht, erfunden.
ndt] Doas is nig uf sem Miste gewachsen. Schlesien
fr] Cela est de mon crû.
fr] Cela ne vient pas de son estoc.

Das ist aufgewärmter Kohl.
i] Ist etwas Altes, längst bis zum Überfluss Bekanntes. Von abgetanen Gedanken, Reden, Witzen, die einer wiederbringt.
z] Wärme mir den alten Kohl nicht wieder auf.
z] Er hatte eben versucht, über einen Kohl, den er zum siebzigsten male aufwärmte, eine deutsche Brühe zu giessen.
ho] Het is opgewarmter kool.

Das ist Aufruhr, sagte Schöps, da fiel ein Fliegendreck in eine Pfütze.
ho] Dat gelijkt wel een' tuimelgeest, zei Bastiaan, en hij zag een' stront van de kaai in het water rollen

Das ist aus deiner (eigenen) Fabrik.
i] Von dir selbst ersonnen, erfunden

Das ist aus dem Ententeich geschöpft.
i] Von erfundenen Gerüchten, Nachrichten

Das ist aus der Lavendelkiste.
ho] Dat is uit de lavendel-kist.

Das ist aus der Luft gegriffen (o. von A bis Z erfunden)
i] Vernünftiger Begründung ermangelnd.
ndt] Dat is ût de Luft grepen. Pommern
en] it's sheer invention
fr] cela est inventé (o. forgé) de toutes pièces - ce sont des contes en l'air
it] questo è inventato di sana pianta

Das ist aus der Weise.

Das ist aus keinem leeren Hafen gerochen.
i] Es ist etwas an der Sache

Das ist aus keinem toten Rosskopf gesponnen.
i] An der Sache ist etwas, sie ist nicht ersonnen.
z] Wil euch erzelen seltzam gschicht, die nit aus meinem ghirn erdicht, auch nit aus meinem gedenk besunnen oder aus einem todten rosskopfe gespunnen
z] Aus einem todten Pferdekopf spinnen ist vielleicht ein Euphemismus für den Pferdeapfel, dann ergäbe sich ein Sinn, wenn wir daran denken, dass der Volksgebrauch den in den Zwölften spinnenden Mägden dergleichen statt Flachses an den Rocken steckte.

Das ist aus meinem Stall.

Das ist aus Noah's Kasten.
i] Was schon lange besteht, alten Ursprungs ist.
ho] Het is van Maarten van Roßems tijd.

Das ist außer der Schnur.
la] Currunt extra viam.
la] Frustra currit.

Das ist außer Frage.

Das ist bald genug verricht, was wohl verricht ist.

Das ist Ballet.
i] Eine Berliner Redensart, um etwas Langweiliges zu bezeichnen

Das ist Balsam in die Wunde.
ho] Dat is balsam in de wond.

Das ist bei Menschen und Vieh unmöglich.

Das ist besser wie ein Paar Handmanschetten.
i] Mit Bezug auf einen warmen Rock, ein Paar gute Handschuh

Das ist Bier ohne Hopfen.

Das ist Bier ohne Malz und Hopfen.

Das ist Bier wie Leber (auch: wie Schmand).

Das ist Bier, was schnell sauer wird.
ho] Dat bier verzuurt haast.

Das ist Bisam.
Jüdisch-deutsch. Brody
i] Arznei, ein Mittel, die Kräfte zu heben, dann, um zu sagen, es ist ein verzweifelter Entschluss

Das ist bitterer Kaffee.
i] In dem Sinne: das ist starker Tabak.

Das ist Blutgeld.
ho] Het is bloedgeld eischen.

Das ist bös Eiffern und sich rechen, durch feindes Hertz sich selbst erstechen.

Das ist böse Reichtum, davon der Arme kein teil hat.
dä] Det er en ond rigdom hvoraf den fattige intet gives.

Das ist Braten für ihn.
i] Kommt ihm so erwünscht wie der Gottheit ein Opfer
Jüdisch-deutsch] Das is e Korwen (korban) für'n.
z] Dat was vör enen Münd eine angeneme brade.' (Ein gefundenes Fressen.)

Das ist Brei ohne Butter.
ho] Het is brij zonder boter.

Das ist Brot von Kornmehl, aus welcher Torfgrube ist es?
ho] De bakkers zouden hiertegen kunnen protesteren en zeggen dat zij het van de beste bloem gomaakt hebben.

Das ist Bruder Lustig.
i] Zur Bezeichnung eines 'fidelen Kerls' wird die polnische Redensart: Choć bieda tô hoc, auch von den dortigen Juden häufig gebraucht.

Das ist Bûhinmusik.
i] In Tirol für Katzenmusik, von Bûhin = Uhu, Nachteule

Das ist Butter an den Galgen.

Das ist Butter aus einem Fass.
ho] Het is al boter uit éene karn.

Das ist Cäsarenwahnsinn.
i] Stammt ohne Zweifel aus der geistvollen Entwickelung des Professors in Freytags Verlorener Handschrift 1864

Das ist Chauvinismus.
i] Von übertriebenen und lächerlichen Ansichten über Vaterlandsliebe und König)
i] Von Chauvin, einer angeblichen Persönlichkeit aus volkstümlichen Zeichnungen, welche Gefühle eines Verblendeten und beschönigten Patriotismus ausdrückt, namentlich mit Bezug auf Napoleon I.

Das ist Danziger Schokolade.
i] Nämlich Geld
i] Die Redensart hat ihren Ursprung von der Einnahme Danzigs durch die Franzosen am 24. Mai 1807. Napoleon ließ den Marschall Lefebvre, der die Einnahme erreicht hatte, zu sich kommen und gab ihm ein Päckchen Danziger SchoKolade zum Andenken an den Sieg mit den Worten: 'Kleine Geschenke unterhalten die Freundschaft.' Bei der Öffnung fand der Marschall 100.000 Krontaler in Banknoten darin.
ho] Hebt gij wel Dantziger chocolade?

Das ist das (sein) Schibbolet.
i] Das Losungswort für irgendeine Person oder Partei. Es bezieht sich auf Buch der Richter 12, 5 und 6. Die Gileaditer hatten sich bei einer Furt des Jordan aufgestellt und richteten an jeden Ephraiter, der hinüber wollte, die Frage: Bist du ein Ephraiter? Wenn er dann antwortete: Nein! so hießen sie ihn sprechen: Schibbolet; sprach er Schibbolet, so griffen sie ihn.

Das ist das alte Spiel.
i] Die alte Gewohnheit, ein aufgewärmter Spaß.

Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.
Goethe, Italienische Reise II, 9.3.1787

Das ist das Ärgste an der Grausamkeit, dass man darin fortfahren muss und die Umkehr zum Besseren nicht freisteht.
Seneca, Von der Gnade, An Nero, I, 13

Das ist das Ärgste, im Alter leiden um einer Jugendtorheit willen.
Ebner-Eschenbach, Das Gemeindekind

Das ist das Äußerste menschlichen Gotterkennens: zu wissen, dass wir Gott nicht wissen.
Thomas von Aquin, Über die Macht Gottes

Das ist das best, das man in der Hand hat.

Das ist das beste Gut, das niemand Schaden tut.
ho] Het is van al het beste goed, welk winste niemand schade doet.

Das ist das Beste in der Welt, dass der Tod nimmt an kein Geld, sonst würden die reichen Gesellen die Armen vor die Lucken stellen.

Das ist das beste in der Welt, dass Tod und Teufel nimmt kein Geld, sonst müsste mancher arme Gesell für den Reichen in die Höll'.

Das ist das beste Leben,
Das ist der höchste Stand:
Was dir der Herr geGeben,
Gib du dem Vaterland!
Adolf Bartels

Das ist das eigentümliche Laster des verschlagenen Menschen, und der verschlagene Mensch ist ein böser Mensch, der zwar das Aüßre des guten Menschen hat, das heisst schönen Schein, aber eine falsches Spiel treibt.
Diderot, Doppelzüngigkeit

Das ist das Ende der Philosophie
Zu wissen, dass wir glauben müssen.
Geibel, Sprüche

Das ist das Ende vom Lied(e).
en] that's the upshot (of the matter)
fr] les carottes sont cuites
it] doveva finire così
ho] Dat is het einde van het lied.
la] Hinc belli initium.

Das ist das Fluchgeschick der Könige,
Dass sie, entzweit, die Welt in Hass zerreißen
Und jeder Zwietracht Furien entfesseln.
Schiller, Maria Stuart, III, 4 (Maria)

Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes, dass es uns durch sein bloßes Dasein nötigt, es zu lieben, und dass es davon lebt, für nichts geliebt zu werden.
Eugen Drewermann, Tiefenpsychologie und Exegese

Das ist das Garn, das eben abgewickelt (oder gewebt) wird.

Das ist das Gelbe von der Sache.
i] Nämlich das Beste

Das ist das Gesetz und die Propheten.
Matth. 22, 40
fr] Ce que je vous dis c'est la loi et les prophètes.
la] In his duobus mandatis universa lex pendet et prophetae.

Das ist das Göttlich-Romantische an der Familie: Sie ist romantisch, weil sie ein großes Durcheinander und romantisch, weil sie alles das ist, was ihre Feinde sie heißen, romantisch, weil sie willkürlich und lebendig ist.
Gilbert Keith Chesterton, Heretiker

Das ist das höchste Verdienst, das sich die Natur um uns erworben hat, dass die Tugend in allen Herzen ihr Licht hineinsendet; auch wer ihr nicht nachgehen will, sieht sie doch.
Seneca, Abhandlungen

Das ist das höchste Wunder der Liebe und ihrer Entzückungen, dass sie selbst die Frauen stumm machen.
Oskar Blumenthal, Wellenringe

Das ist das Land, wo man für Hund 'Rüe' sagt.
ndt] Dat es et Lank, wo men vör der Honk 'Rüe' sät. Gladbach
i] Scherzhafte Umschreibung für Westfalen.

Das ist das Leiden in der Welt, der eine hat den Beutel, der andere das Geld.

Das ist das letzte auf der Mühle.
i] Der letzte Ruck, das letzte Mittel, die letzte Kraft.

Das ist das Lied Ricochets, an dem man kein Ende sieht.
fr] C'est la chanson de Ricochet dont on ne voit pas la fin.

Das ist das Lied vom Ende.

Das ist das Los des Schönen auf der Erde!
Schiller, Wallensteins Tod, IV, 12 (Thekla)

Das ist das Los des Schönen auf der Erde, sagte der Nachtwächter, als er eine frühere Primadonna betrunken im Gerinne fand.

Das ist das Los des Schönen auf der Erde, sagte Hans, als die dicke Trine im Gerinne lag.
i] Ironische Anwendung der Schlussworte von Theklas Monolog in Schillers Wallenstein.

Das ist das Los,
Das Menschenlos; was gut und groß
Und schön, das nimmt ein schlechtes Ende.
Heine, Zum Lazarus

Das ist das Nonplusultra.
i] Das Äußerste, darüber hinaus geht nichts.
ho] Dat is het regte non plus ultra, zei dronken Gijsje, en hij liep met zijn hoofd tegen den muur.

Das ist das rechte (wahre) Feferl.
Jüdisch-deutsch, Brody
i] Pfefferkörnlein. D.h. es ist mir der rechte Mann.

Das ist das Schlimmste an Gemütern, die hoher Stand übermütig macht: wen sie beleidigt haben, den hassen sie.
Seneca, Drei Bücher vom Zorne

Das ist das schlimmste von allen Übeln,
Im Vergangenen herumzugrübeln.
Cäsar Flaischlen, Gedenkbuch, 10. Dezember

Das ist das Seligste an der seligen Zelt der ersten Liebe, dass diese Liebe so ganz und gar nicht klügelt, dass ihr das Wunderbarste einfach erscheint und das Einfachste als ein Wunder.
Franzos, Die Juden von Barnow

Das ist das Teuflischste, was eine menschliche Hand tun kann. Darum zahlen wir mit den schrecklichen Dingen, die in der Welt geschehen.
Mutter Teresa

Das ist das Ungeheure in der Liebe, meine Teure, dass der Wille unendlich ist und die Ausführung beschränkt. Dass das Verlangen grenzenlos ist und die Tat ein Sklave der Beschränkung.
Shakespeare, Troilus und Cressida, 3, 2 (Troilus)

Das ist das Ungerechte am Los der Frau. Sie muss die Kinder aufziehen; und das bedeutet, sie in Schranken halten, ihnen oft das verweigern, was sie möchten, ihnen Aufgaben stellen, sie strafen, wenn sie unrecht tun, all die unangenehmen Dinge muss sie tun. Und wenn sie dann das Ihre geleistet hat, kommt der Vater und braucht nichts weiter zu tun, als sie zu liebkosen und zu verwöhnen, um ihr ihre Liebe zu stehlen.
Shaw, Major Barbara

Das ist das Unglück der Deutschen als Schriftsteller, dass keiner sich mit seiner eigenen Natur hervorwagt. Jeder glaubt, er müsse mehr sein als er selbst.
Grillparzer, Aphorismen

Das ist das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören wollen.
Johann Jacoby, am 2. 11. 1848 als Mitglied der von Friedrich Wilhelm IV. empfangenen Deputation der Berliner Nationalversammlung

Das ist das unsäglich Wohltätige von der Natur, dass Seelenwunden wie körperliche heilen, nur mit dem Unterschiede, dass die geheilte Seelenwunde, wenn sie eine unverdiente war, statt Nachwehen, wie die körperliche, vielmehr eine gestähltere, gesteigerte und reinere Seelengesundheit zurücklässt.
A. Stifter, An Gustav Heckenast, 6. 12. 1850

Das ist das Unterscheidende der jetzigen Zeit gegen die frühere, dass jetzt nur die Masse und ehemals nur der bedeutende Einzelne lebte.
Hebbel, Tagebücher

Das ist das Verdammte an den kleinen Verhältnissen, dass sie die Seele klein machen.
Ibsen, Brief an seine Schwiegermutter Magdalene Thoresen, Sorrent, 15. 10. 1867

Das ist das Verhängnis:
Zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
Kästner, Das Verhängnis

Das ist das Vorrecht des erfinderischen Genies: es bahnt sich einen Weg dort, wo noch niemand vor ihm gewandelt; es bewegt sich führerlos, kunstlos, regellos; es verirrt sich auf seiner Bahn, aber es lässt alles, was nur der Vernunft und Genauigkeit entstand, weit hinter sich.
Voltaire, Über die ethische Poesie

Das ist das Wesen der Masse: entweder sie dient kriecherisch oder sie herrscht überheblich; die Freiheit, die in der Mitte liegt, versteht man weder mit Maß zu erringen noch zu handhaben.
la] Ea natura multitudinis est: aut servit humiliter aut superbe dominatur; libertatem, quae media est, nec sibi parare modice nec habere sciunt.

Das ist das Wichtigste im Leben, nach der Wahrheit zu leben.
Oscar Wilde, Der ideale Gatte

Das ist das Wort noch einmal wert.
Köthen
i] Für: So ist es eher etwas; o. so ist es noch einmal so gut.

Das ist das Wunderlichste an dem Zusammenhang der Dinge, dass eben die wichtigsten Ereignisse, die dem Menschen begegnen können, keinen Zusammenhang haben.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 7.6.1785

Das ist das, was der Mensch nie genug an der Vorsehung bewundern und wofür er nie dankbar genug sein kann, dass sie die wahrhaft göttlichen Gedanken, die, auf denen unser innerstes Dasein ruht, bald im Geist ganzer Völker und Zelten, bald in einzelnen Menschen weckt und durchbrechen lässt.
W. von Humboldt, Briefe an eine Freundin, 12.1.1834

Das ist dein Werk.
la] E tua officina est.

Das ist deine Welt! das heisst eine Welt!
Goethe, Faust, I, 1 (Faust)

Das ist deine Welt, worin du dich selbst befindest.
i] Genieße den gegenwärtigen Augenblick.

Das ist dem Handwerk der Atem verhebt (verhalten).

Das ist dem Henker nichts wert.

Das ist dem Hunde zu schlecht.
Rottenburg

Das ist den Hunden geflöhet.
ho] Het is den hond gevlooid.

Das ist den Mäusen gepfiffen.
i] Vergebliche Mühe, ganz und gar wirkungslos, da sich Mäuse auf das Pfeifen nicht nähern, sondern entfernen. Von Reden, die der Sache nicht auf den Grund gehen; auch von leichten oberflächlichen Arbeiten, die nicht zum Ziel führen können.

Das ist denn eine böse Operation, wobei man, wie beim Umändern eines alten Hauses, mit kleinen Teilen anfängt und am Ende das Ganze mit schweren Kosten umgekehrt hat, ohne deshalb ein neues Gebäude zu haben.
Goethe, An Zelter, 27.2.1804

Das ist der Alp in der Sache.

Das ist der alte Mönch mit einer neuen Kappe.
i] Die alte Geschichte in einer andern Form.
ho] Het is de oude monnik onder eene nieuwe kap.

Das ist der ander Binder-Hansel.
i] Der Binder-Hansel war ein weit und breit berühmter Bauerndoktor in Tirol, der nicht nur alle Krankheiten zu heilen verstand, sondern auch gegen Hexerei und Verzauberung zu helfen wusste. Ein besonderes Mittel besass er gegen den Wurm im Finger.

Das ist der Anfang vom Ende!
i] Wird Talleyrand unberechtigterweise zugeschrieben
z] That is the true beginning of our end. (Das ist das wahre Beginnen unseres Endes) Shakespeare, Sommernachtstraum V, 1
fr] C'est le commencement de la fin.

Das ist der Anfang vom Liede.

Das ist der Arbeit heiliger Krieg!
Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg.
Max Kegel, Sozialisten-Marsch

Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt als was ihm gefällt (o. behagt).

Das ist der beste Acker, den man eigen hat.

Das ist der beste Koch, der siedet, wie's dem Herrn schmeckt.
la] Coquus domini debet habere gulam.

Das ist der beste lust auf der Welt, der kein unlust im Gewissen hat.

Das ist der beste Mann, der sich freut über anderer Wohlergehen.

Das ist der beste nutz, wenn einer jhme selbst nutz ist.

Das ist der beste Prophet, der sich auf Ursach' und Wirkung versteht.
la] Qui bene conjiciet, hunc vatem perhibeto optimum. Cicero

Das ist der beste Richter, welcher am wenigsten von den Gesetzen weiß.
i] So sagen die Engländer; es kann dies aber nur dann gelten, wenn die Gesetze abgestorben und nichts mehr als dem gesunden Menschenverstande widerstrebende, längst verjährte Ansichten sind. In solchem Falle ist es freilich besser, der Richter kennt sie nicht und folgt der gesunden Vernunft. Die englische Gesetzgebung ist aber ganz besonders dazu geeignet, ein solches Sprichwort, wie das obige, zu erzeugen.

Das ist der beste Vogel im Korbe.
z] Die Brotvergauckelung ist der geistlichkeit im Pabsttumb bester Vogel im Korb.

Das ist der Bohnenkönig.
i] Zu den verschiedenen Gebräuchen des Dreikönigstags gehört auch, dass die Bürger und Studenten einen aus ihrer Mitte zum Könige wählten und ihm bei dem angestellten Gastmahl königliche Ehren erwiesen. Wegen der verschiedenen Art dieser Wahl wurde ein solcher König teils der Apfel-, teils der Bohnenkönig genannt. Noch heute feiert man hier und da in kleinern Kreisen am Dreikönigstage das Bohnenfest durch den Bohnenkuchen.
fr] Roy de la fève.

Das ist der edle Mann, der es im Unglück tut, wie die Wäsche, die rein wird, wenn man sie schlägt.

Das ist der Egoismus; in jedem Amt verteidigt er nur die eigne Anmaßung, mag das übrige gehn, wie's will! Er verteidigt das geschenkte Vertrauen gegen das Vertrauen selbst, wie der Wolf das Lamm verteidigt gegen seinen rechtmäßigen Hirten.
Bettina von Arnim (1785-1859), Dies Buch gehört dem König

Das ist der ewige Jude.
fr] C'est le Juif errant. (412.)

Das ist der Finger Gottes.
la] Digitus Dei est hic.

Das ist der Fleck nicht, wo der Topf rinnt.
i] Das ist sein Fehler nicht, daran stößt sich die Sache nicht. Hier ist's nicht, wo es hapert

Das ist der Fluch der Armut, dass alle ihre Handlungen, mögen sie noch so uneigennützig sein, niedrigem Interesse zugeschrieben werden.
Friedr. Martin von Bodenstedt, Tausend und ein Tag im Orient (1849)

Das ist der Fluch der bösen Tat, nach dem Vater wird der Sohn Verwaltungsrat.

Das ist der Fluch des unglückselgen Landes,
Wo Freiheit und Gesetz darniederliegt,
Dass sich die Besten und die Edelsten
Verzehren müssen in fruchtlosem Harm,
Dass, die fürs Vaterland am reinsten glühn,
Gebrandmarkt werden als des Lands Verräter.
Uhland, Prolog zu dem Trauerspiel: Ernst Herzog von Schwaben

Das ist der gangbarste Groschen.
i] Von etwas, das sehr gebräuchlich ist, einer Redensart, einer Person im Hause usw.

Das ist der gefährlichste Feind, der sich ausgibt für einen Freund.

Das ist der gefährlichste Wolf, der als Schäferhund einhergeht.

Das ist der Geier im Taubenschlage.
i] Wenn durch irgendetwas große Bestürzung und Verwirrung erzeugt wird

Das ist der gesundeste Karnickel im Stalle.
Schlesien
i] Scherzhaft, um von einer Person zu sagen, dass sie die gesundeste, lebhafteste und munterste in der Familie, im Hause sei.

Das ist der große Baumann mit den kleinen Hosen.
i] Für groß und ungeschickt

Das ist der größte Narr von allen, der allen Narren will gefallen.
pl] Jeszcze tęn się nie urodził, co by wszystkim dogodził, Pan Bog ludziom niedogodzí a cóź człowiek.

Das ist der größte Vorwurf an die Deutschen: Dass sie trotz ihrer Intelligenz und trotz ihres Mutes immer die Macht anhimmeln.
Winston Churchill

Das ist der Grund für die Gefühllosigkeit und die Kälte der Salons. Die schönen Seelen bleiben in der Einsamkeit, die schwachen und zarten Naturen unterliegen, übrig bleiben nur Kieselsteine am Ufer des gesellschaftlichen Ozeans, die sich von den Fluten reiben und abschleifen lassen, ohne sich abzunutzen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Der Ehevertrag

Das ist der Haken.
la] Res in cardine.

Das ist der Handel.
i] Das ist der streitige, schwierige Punkt, da liegt der Hase im Pfeffer

Das ist der heil'ge Rhein,
Ein Herrscher, reich begabt,
Des Name schon, wie Wein,
Die treue Seele labt.
Schenkendorf, Das Lied vom Rhein

Das ist der helle Dreck.
Rottenburg
i] Taugt gar nichts

Das ist der helle Lohkäs.
Ulm

Das ist der höchst erfreuliche Vorteil von Reisen, dass einmal erkannte Persönlichkeiten und Lokalitäten unsern Anteil zeitlebens nicht loslassen.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Duisburg, Nov. 1792

Das ist der höchste Spinat!
Wien
i] Das ist das höchste, darüber hinaus geht nichts mehr.

Das ist der Hof des Königs Peto.
i] Man bezeichnet damit, vorherrschend wohl in Frankreich, einen Ort, wo alles unordentlich zugeht, jedermann den Herrn spielt, und man nicht weiß, wer Koch oder Kellner ist. Besonders wendet man die Redensart auf einen Haufen Bettelleute an, die einander alle gleich sind und peto bitten oder betteln bezeichnet.
fr] C'est la cour du roi Petaud, où tout le monde est maître.

Das ist der Humor davon.
Shakespeare, Heinrich V., II, 1 und Die lustigen Weiber von Windsor II, 1
en] That is the humour of it.

Das ist der Humor der Sache, ein tragischer Humor: Paulus hat gerade das im großen Stile wieder aufgerichtet, was Christus durch sein Leben annulliert hatte. Endlich, als die Kirche fertig ist, nimmt sie sogar das Staats-Dasein unter ihre Sanktion.
Nietzsche, Wille zur Macht

Das ist der im Leben schädlichste Stolz, der nicht aus eigener Wertschätzung, sondern aus fremder Geringschätzung hervorgeht.
Grillparzer

Das ist der Jugend edelster Beruf:
Die Welt, sie war nicht, eh ich sie erschuf!
Die Sonne führt ich aus dem Meer herauf;
Mit mir begann der Mond des Wechsels Lauf.
Johann Wolfgang von Goethe, Faust II (Baccalaureus)

Das ist der Katze den Hering (den Käse) anvertraut!
ho] Dat is der kat de kaas bevolen.

Das ist der Katzen Orden, dass sie die Mäuss ermorden.

Das ist der Kern und Stern davon.

Das ist der kluge Mann, wenn wo was fehlt, fragt man bei dem an.

Das ist der Kreislauf des Lebens! Man vergisst so oft..., dass die schönste Wirkung des Ideals nicht seine Verwirklichung und die Erschaffung des himmlischen Paradieses auf Erden ist, sondern der Kampf um das Ideal, um das irdische Paradies, ein Kampf, der gerade die Quelle des schönsten Aufschwunges der menschlichen Seele ist, die dabei ihr Edelstes lebendig macht und die Menschen dazu bringt, zu verstehen, was gut ist, das Gute zu wollen und dem Guten zu folgen.
Benes, Aufstand der Nationen

Das ist der letzte Apostel (auch: der letzte Heilige).
i] Ironisch: Es ist ein sauberer Gesell, ein schöner Heiliger, der letzte, ein prächtiger Mensch. Der Schlesier sagt: Der kann mir gestohlen werden
fr] C'est un bon apôtre, un bon garçon, un bon enfant, un bon vivant.
ho] Het is en rare (od. ruige) apostel.

Das ist der letzte Schrei (Mode)
en] that s the latest rage (o. craze o. fashion)
fr] c'est le dernier cri
it] questo è l'ultimo grido

Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
Der in die Seele schlägt und trifft und zündet,
Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet.
Da ist kein Widerstand und keine Wahl,
Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.
Schiller, Die Braut von Messina, 1543/47 (Don Manuel)

Das ist der Liebe Losungswort: weder nie noch immerfort.

Das ist der Lohn der Schlauheit, dass sie fein
Den Faden spinnt, bis er, am feinsten, bricht.
Grillparzer, Ein Bruderzwist in Habsburg, V (Ferdinand)

Das ist der Löwe des Tags.
i] Der Hauptgegenstand der Aufmerksamkeit und Beachtung. Von etwas, das allgemeines Aufsehen erregt. Die Erklärung der Redensart müssen wir aus England holen. Seit dem Jahre 1255 befand sich der königliche Löwengarten Englands im Tower und machte einen solchen Eindruck auf das Volk der City und Umgebung, dass man alles, was die Aufmerksamkeit in außerordentlicher Weise auf sich lenkte, 'Löwe' nannte. Von da bis jetzt spricht man daher von einem 'Löwen des Tags'.
z] Der Löwe des Tags in Neuyork ist Pater Hyacinth.
z] Die Löwen des Tags sind gegenwärtig in Washington die Indianerhäuptlinge.

Das ist der Mann bei der Spritze, sonst niemand was nütze.

Das ist der mann, ders kann.

Das ist der Menschen sitt, für guttat danckt man nit.

Das ist der Mühe nicht wert.
ho] Het is de moeite niet waard.

Das ist der Nagel, auf den man klopfen muss.
ho] Dat is de nagel, den men slaan moet.

Das ist der rechte griff auff der lauten.

Das ist der rechte Gruß.
i] Ironisch für: der rechte Ton, die rechte Art und Weise, Manier

<<< operone >>>


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