Weisheiten 65


Das Kind hat des Hundes Wärme in sich.
Estland

Das Kind hat des Kaisers Recht.
Estland

Das Kind hat des Kindes Verstand.
Estland

Das Kind hat ein Kind, das Hühnchen zwei.
Estland

Das Kind hat einen Bock.

Das Kind hat Wasser auf die Straße geschüttet, seine Eltern sind ausgerutscht und hingefallen.
tü] Çocuk sokağa su dökmüş, anası, babası kaymış düşmüş.

Das Kind hilft auch mit, es säubert einen Fisch und isst zwei.
Finnland

Das Kind im Leib ist eine Last, in der Geburt ein schwerer Prast, im Auferziehn erfordert's Müh, es sei so spät wie früh.

Das Kind im Mutterleibe nicht verschonen.
fr] Epargner ni âge ni sexe.

Das Kind in seinen ersten Jahren lebt im ruhigen Austausch mit der Umwelt. Erst wenn es die Unterdrückung durch den Hochmut der Erwachsenen, die Erniedrigung durch den egoistischen Eigenwillen der Eltern erfährt, erleidet seine Seele den unverbesserlichen Schaden, der jenes krankhafte Fieber erzeugt, das Machtwille, Ehrgeiz, Siegsucht und Menschenhaß heisst.
Werfel, Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig

Das Kind is gestorben (o. tot), die Gevatterschaft hat ein End'.
i] Wenn die bindende Ursache aufhört, lässt auch gewöhnlich die dadurch veranlasste freundliche Rücksicht nach.
la] Contemnunt spinas cum cecidere rosae.

Das Kind ist artig, solange es klein ist.

Das Kind ist beider Eltern Kind.
[RSpW]
i] Ist also auch berechtigt beide Eltern zu beerben.
z] Dat kynt beyde oldaren is.

Das Kind ist das angenehmste Spielzeug der Mutter.
Dänemark

Das Kind ist das Band der Ehe.
Estland

Das Kind ist das Nächste.
[RSpW]
i] Nämlich zum Erbe.
mhd] Daz chint is daz neste.

Das Kind ist das Teuerste, was die Nation hat.
Brecht, Flüchtlingsgespräche

Das Kind ist dem primitiven Menschen verwandt - unschuldig und gierig, ohne Arglist und ohne Gnade, unwissend und schöpferisch.
Klaus Mann, Der Wendepunkt

Das Kind ist der Eltern Span.
Estland

Das Kind ist der Familie Spiegel.
Estland

Das Kind ist der Schutz des faulen Weibes und der Zügel des raschen.
Finnland

Das Kind ist des Hauses Schmuck, das Ferkel ist des Hofes Schmuck.
Estland

Das Kind ist des Mannes Vater, des Mannessohnes Großvater.
en] The child is the father of the man. (Dies Wort hat Lewes zum Motto von Goethes Leben (Bd. 1) gewählt, das aus Wordsworth: My heart leaps up, entlehnt ist.

Das Kind ist doch schöner, wenn es eine Tasche am Gürtel hat.
Estland

Das Kind ist dumm, die Welt schlau.
Estland

Das Kind ist eines alten Menschen Affe.
Estland

Das Kind ist gut bei der Heuernte, teuer bei der Haferernte, ein Teufel bei der Hochzeit.
Estland

Das Kind ist hübscher, wenn die Nase rotzig ist.
Estland

Das Kind ist ihm wie aus den Augen geschnitten.

Das Kind ist ja länger als die Hand.
Estland
i] Es kann besser helfen

Das Kind ist mehr als ein Span.
Estland

Das Kind ist mein unermesslicher Reichtum.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Das Kind ist noch nicht geboren und die Mütze ist schon gekauft.
Albanien

Das Kind ist noch nicht geboren und wird schon der Siegreiche genannt.
Persien

Das Kind ist oft der Mutter Tod.
la] Malum cousilium consultori pessimum.

Das Kind ist schwach seiner Jugend wegen, der Alte kraftlos seines Alters wegen.
Estland

Das Kind ist schwer zu taufen, sagte der betrunkene Pfarrer, da konnte er das Formular nicht finden.

Das Kind ist Vater des Mannes.
en] The child is father of the man.

Das Kind jünger, der Fuß leichter.
Estland

Das Kind kann dem Kinde Gut leihen.
[RSpW]
i] Jeder Lehnsmann kann sein Gut bis in die siebente Hand weiter verleihen. Dabei hindert Unmündigkeit weder am Leihen noch am Empfangen.
z] Wie jung auch der Sohn nach seines Vaters Tode ist, wird er vor seinen Herrn gebracht, dass er ihm sein Gut leihe, so soll es ihm der Herr leihen, wenn sein Vormund für ihn nach Lehnrecht das Lehen nachsucht und Bürgen setzt. (Der Eid wird später geleistet)

Das Kind kann nicht alt werden.
i] Sagt man ironisch zu einem, der sich durch albernes Wesen lächerlich macht.

Das Kind kennt nicht die Obrigkeit, das Weib nicht die Gesetze.
Finnland

Das Kind läuft unter dem Regen.
Estland

Das Kind lernt viel, was nur der Mann anwenden kann; deswegen aber hat es solches nicht umsonst erlernt.
Johann Gottfried Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Das Kind lumpig, der Hund zottig.
Estland

Das Kind macht den Schaden und der Vater muss ihn bezahlen.

Das Kind mag seinen Vater nicht erben, weil er lebe.

Das Kind mit dem Bade ausschütten.
i] Das Gute mit dem Schlechten wegwerfen. Von denen, die keinen Unterschied zu machen wissen. Oft verfällt man auch ins Gegenteil und macht des Kindes Badewasser zu Weihwasser. Eine Angelegenheit überspitzen, übertreiben. Gedanken- oder rücksichtslos mit dem Unrichtigen, Mangelhaften auch das Richtige und Gute verwerfen
bereits bei Sebastian Frank
en] to throw the baby out with the bath-water
fr] Jeter la pomme (ou la cerise) avec la queue.
fr] Jeter l'or avec les crasses.
fr] jeter le bon avec le mauvais
fr] Jeter le manche après la cognée.
it] gettar via il buono insieme col cattivo
la] Cum cane simul et lorum.
la] Usum propter abusum tollere.

Das Kind muss doch einen Namen haben.

Das Kind muss einen andern Namen haben.
z] Buntschuh stiffel hört nit zusamen, das kint muss hon ein andern namen.

Das Kind muss einen Namen haben und wenn's Hans heißen soll.
ho] Het kind moet een' naam hebben, al heette het dan ook Roeltje.

Das Kind muss einen Namen haben, soll man's taufen.

Das Kind muss einen Namen haben.

Das Kind muss einen Vater haben.
i] Alles hat eine Ursache

Das Kind muss sehr früh im Leben eine Lehre erhalten,... dass Wissen unmöglich ohne Anstrengung erworben werden kann...
Pestalozzi, an Greaves, 10. 4. 1819

Das Kind neigt sich zum alten Geschlecht (= ist wie die ältere Generation).
Estland

Das Kind nimmt auch die wunde Mutterbrust.

Das Kind ohne Geschwister ist übler daran als das mit einem ganzen Haufen von Geschwistern.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Das Kind redet nicht flugs in der Wiege.

Das Kind sagt nichts, als was es beim Feuer gehört hat.
England

Das Kind sagt nur, was es gehört.
en] The child saith nothing, but what he heard at the fire.

Das Kind sagt wohl, dass man's schlägt, aber nicht warum.
dä] Barn kærer at det fanger hug, og ikke hvad det bryder.
ho] Tkint seit, dat ment slaet, men niet waer om.
la] Quod puer est cesus fert, sed non cur ita cesus.

Das Kind sagt, dass man es schlägt, aber nicht, warum.

Das Kind sammelt und scheidet der Eltern Gut.
[RSpW]
i] Welche besondere vermögensrechtliche Bestimmungen auch in den Ehestiftungen gemacht worden sein mochten, so galten sie im wesentlichen nur so lange, all die Ehe kinderlos war. Sobald der Ehe ein Kind entspross, war in der Regel Gabe und Gedinge entzwei; denn das Kind sammet (einet) und scheidet seiner Eltern Gut, sobald es das Licht der Welt erblickt. Es eint so, dass dann Kind und Eltern gleich reich werden, und es scheidet so, dass dem Vater ein Teil gehört, der Mutter der zweite und dem Kinde der dritte, sofern es nicht Zwillinge sind, in welchem Falle vier Teile entständen.
z] Dat kindt sammet und scheidet dat gudt siner Olderen.

Das Kind säugt ihr ein ander Weib,
Damit die Brüst an ihrem Leib
Stets bleiben mögen zart und rein;
Drum ihr Kind ein Narr muss sein.
Murner, Narrenbeschwörung

Das Kind schlägt dem Vater nach.

Das Kind sieht nah, erinnert sich weit (= lange).
Estland

Das Kind soll kriechen, bis es gehen lernt.
dä] Barn skal krybe til det lærer at gaae.

Das Kind soll spielen, es soll Erholungsstunden haben, aber es muss auch arbeiten lernen.
Immanuel Kant, Über Pädagogik

Das Kind soll vor alten Zeiten gesagt haben: 'Wenn ich Zähne mache (= bekomme), dann muss ich mich quästen können, und wenn ihr sonst nichts habt, so verbrennt den Stiel der Axt im Ofen'. Estlandan class="i">Estland

Das Kind sollte sich ganzheitlich im Tun ausdrücken - durch Singen, Tanzen, Malen - und in aller Ruhe, ehe es sich spezialisieren muss. Das Phantasievolle muss dem Faktischen vorangehen und von der Wirklichkeit des Faktischen diszipliniert werden.
Yehudi Menuhin, Variationen

Das Kind spricht dann, wenn das Huhn harnt.
Estland

Das Kind steckt das schöne Kleid in den Mund, die Junge zieht es an, die Alte steckt es in ihren Kasten.
Finnland

Das Kind stehet in der Geburt und ist kein Kraft da zum Gebären.

Das Kind steht allezeit zu seines Vaters Statt.
[RSpW]
i] Was es, so lange es dem älterlichen Hause unselbständig angehört, bei seinem Tode hinterlässt, gehört den Eltern.
z] Vnd stehet allzeit dass kindt zu seines vaters statt.

Das Kind steht in der Geburt und ist keine Kraft zum Gebären.

Das Kind stirbt auf die Mutter.
i] Die Mutter beerbt ihr Kind.
mhd] Dat kind stirbt auf dy mutter.

Das Kind stirbt in der Zeit, wenn ein Erwachsener trinkt.
Estland

Das Kind taufen lassen, wenn's gestorben ist.

Das Kind taufen, ehe es geboren ist.

Das Kind tuts der Stiefmutter klagen.

Das Kind und der Dumme wollen gelobt und die Katze gestreichelt werden.
Estland

Das Kind und der Hund sind gleichartig.
Estland

Das Kind und der Hund werden nie müde.
Estland

Das Kind vergisst nicht So rasch, was es selbst gemacht.
Estland

Das Kind wächst eher am Knie der Mutter als am Kornkasten des Vaters.

Das Kind wächst wie ein reife Gersten.
la] Hic juvenis crescit, velut hoc, quod crescere nescit.

Das Kind weint des Messers wegen, die Mutter weint des Kindes wegen.
Estland

Das Kind weint, wenn es gewaschen wird, nachher schläft es süßer.
Estland

Das Kind weiß nichts von den Schmerzen in der Brust der Mutter.
Tamil, Indien

Das Kind wie das Tier kennt nur reinsten Schmerz, obwohl kürzesten, nämlich einen ohne Vergangenheit und Zukunft.
Jean Paul, Levana

Das Kind will etwas Willen haben.
ho] Kinderen moeten wat wils hebben.

Das Kind will seinen Vater lehren Kind machen.
i] Redensart für: Sus Minervam, mit folgenden verwandt: Das ey will alzeit klüger sein, dann die henn. Der finger lernt den hindern scheissen. Er dunckt sich weiß und ist noch kaum dreimal um seine mutter gelaufen. Er ist noch hinder den ohren nass. Das Milchmaul tregt die windel noch um dem Bauch. Er helt sich selbst feucht. Er meynt er höre das grass wachsen, die flöhe husten. Er könde einer lauss ein steltzen machen. (Wider die, die jung und ungeniet viel von sich selbst halten)

Das Kind wird nicht lange leben, es ist zu klug.
i] Das Kind wird nicht lange leben, es ist in zu vielen (Versicherungs-) Gesellschaften eingekauft. England

Das Kind wird von der Rute belehrt, der Mann von der Not bekehrt.
Rumänisch

Das Kind, an und für sich betrachtet, mit seinesgleichen und in Beziehungen, die seinen Kräften angemessen sind, scheint so verständig, so vernünftig, dass nichts drüber geht, und zugleich so bequem, heiter und gewandt, dass man keine weitre Bildung für dasselbe wünschen möchte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,2

Das Kind, das am Tage geboren wird, gleicht dem Vater, und das in der Nacht geboren wird, der Mutter.
Japan

Das Kind, das da ist geschlagen,
Das muoß wohl weinen unde klagen.
Hartmann von Aue

Das Kind, das du liebst, schicke auf Reisen!

Das Kind, das eine Mutter hat, isst zweimal.
Kenia

Das Kind, das früh starb, war sehr klug.
Japan

Das Kind, das nicht geliebt wird, isst immer zuviel. Korea

Das Kind, das nicht schreit, stirbt auf dem Rücken seiner Mutter.
Zulu

Das Kind, das nicht spielt, ist kein Kind, aber der. Mann, der nicht spielt, hat für immer das Kind verloren, das in ihm lebte und das ihm arg fehlen wird.
P. Neruda, Ich bekenne, ich habe gelebt

Das Kind, das nicht weint, wird auf seiner Mutter Rücken sterben.
Sotho

Das Kind, das schweigt, bekommt am Tisch nicht viel.

Das Kind, das sehr früh starb, war sehr klug.

Das Kind, das seine Mutter verachtet, hat einen stinkenden Atem.

Das Kind, das sich bloß die Liebe zum Gesetze macht, wählt schlecht, der Vater, der sich die herrschende Meinung zum Gesetze macht, wählt noch schlechter.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Eduard)

Das Kind, welches der Vater schlägt, hat er lieb.
mdt] Dat kint, dat de vader sleit, dat heft hei leif.
la] Quem caedit genitum natum bene diligit usque.

Das Kind, welches nicht schreit, nährt sich nicht gut.

Das Kind, welches noch keine Zähne hat, friert (ist) immer (kalt).
Bergamasken

Das Kind, welches von der Amme genährt wird, nährt auch die Amme.

Das Kindelbier ist verpladdert.
i] Bei einer Fehlgeburt. Kindelbier = Kindtaufschmaus, verpladdern = verschütten.

Das Kinderbuch ist ein hervorragendes Erziehungsmittel. Im Kindesalter werden alle Eindrücke besonders intensiv aufgenommen und hinterlassen für das ganze Leben tiefe Spuren.
Krupskaja, Das Kinderbuch

Das Kinderbuch muss einfach und verständlich geschrieben sein, ohne schwierige Wörter und literarische Verschnörkelungen, darf nicht mit unnötigen Einzelheiten überladen sein, und das Wesentliche muss scharf in den Vordergrund treten.
Krupskaja, Das Kinderbuch

Das Kindermachen ist ja keine Kunst, aber ein Kind zu erziehen ist eine Kunst.
Estland

Das Kinderzeugen ist ein lustiges Geschäft.
Plautus, Miles gloriosus, 3, 1, 681 (Palästrio)

Das Kindlichste, was in mir ist, das heisst das Tiefste...
Alain-Fourneer, Aus einem Briefe an Jacques Rivière

Das Kino kommt wieder! Die Leute wollen miterleben, ohne dass die Familie dazwischenquatscht.
Oliver Rassencamp

Das Kirchspiel soll loben, die Gemeindeältesten sollen verehren.
Estland

Das Kissen ist wohl weich unterdern Kopf, aber die Hand ist weicher.
Estland

Das Kissen um Rat fragen.
Sich die Sache beschlafen.
la] Pulvillum consulere.

Das kitzelt als wenn der Junker 'n Bauer frisst, sagte der Laubfrosch, da er eine (Brumm-) Fliege verschluckte.

Das kitzelt den (o. schmeichelt dem) Gaumen
en] that tickles my palate
fr] ça fatte le palais
it] ciò stuzzica il palato (o. l'appetito)

Das kitzelt in der Nase und macht niesen; und dann heisst's: Gott segn' es.

Das kitzelt mich.
ndt] Dat kettelt em.
i] Es schmeichelt ihm.

Das Kitzlein will höher steigen als die Geiss.
i] Kitzlein verhält sich zu Geiss, wie Zicklein zu Ziege.
la] Matris ut capra dicitur.

Das Klagen hilft den Toten nicht. (Verlorenem soll man nicht nachtrauern)

Das Klapperbänklein und den Gänsemarkt aufrichten.
i] Von Gesellschaften und Vereinen für leichte Plaudereien oder leeres Geschwätz und Geschnatter. Gelegenheit zum Klatschen und Schwatzen geben.
z] Das maul sollt jr mit betten wischen, und richt das klapperbäncklin zu, drussen oder anderstwu.
z] Es war besser und erger eim, er blieb ganz vberal daheim und richt das klapperbencklin zu und seinen Genssmark andersswo.

Das Klappern der Mühle hör' ich wohl, aber ich seh' kein Mehl.

Das klappt wie ein hölzerner Pantoffel.
ho] Hij kalt als eene trip, daar geen leêr op is.
ho] Hij klapt als eene slof, daar geen leêr op is.

Das klarste Wasser lässt Schmutz zurück.
fr] L'eau la plus claire peut faire de la boue.

Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke. Und da sind die Nibelungen klassisch wie der Homer, denn beide sind gesund und tüchtig. Das meiste Neuere ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht klassisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist. Wenn wir nach solchen Qualitäten Klassisches und Romantisches unterscheiden, so werden wir bald im reinen sein.
Goethe, Eckermann, 2.4.1829

Das Klassische, was sie jetzt verspotten, das ist das, was die Seele frei macht, das Kleinliche nicht kennt und das Christliche vorahnt.
Th. Fontane, Frau Jenny Treibel

Das Klavier ist ein Schlaginstrument, das man zum Singen bringen muss.
Wladimir Horowitz

Das Kleid bleibt neu bis zum ersten Waschen, die Ehefrau jung bis zum ersten Kind.
Tamil, Indien

Das Kleid bringt hoch den Schalk hinan, wenn der Gelehrte muss beim Handfass stahn.

Das Kleid einer Witwe zeigt die Vergangenheit, ihre Tränen beweinen die Gegenwart, ihr Herz geht auf die Suche nach der Zukunft.

Das Kleid ist der Mann.

Das Kleid macht (nicht) den Mann.

Das Kleid macht einen Mann aus einem Tropf, der nicht drei zählen kann.

Das Kleid macht keinen Mönch.
en] The cowl does not make the monk.
fr] L'habit ne fait pas le moine.

Das Kleid macht nicht den Mann, der Sattel macht kein Pferd.
Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann

Das Kleid macht nicht den Mann.

Das Kleid macht nicht heilig, sonst müsste man die Klosterkatzen kanonisieren.

Das Kleid nur zur Decke, das Geld nur zum Gebrauch.
la] Divitiae et vestimenta in usum tantum.

Das Kleid sitzt wie angegossen.
fr] Cet habit est ciré sur le corps de cette personne.
fr] Cet habit vous est fait comme de cire.

Das Kleid und der Gang urteilen vom Mann.

Das Kleid wärmt nur den, der's trägt.
en] The gown is her's tat wears it, and the world is his who enjoys it.

Das Kleid will getragen sein, die Schaben kommen sonst hinein.

Das Kleid wird nicht eher angelegt, es sei denn fertig.
i] Man soll nichts tun, ehe man es bedacht.

Das Kleid zeigt den Mann.

Das Kleid ziert den Mann, aber nicht stets der Mann das Kleid.

Das Kleid ziert den Mann, wer es hat, der ziehe es an.

Das kleidet dich wie eine Sau die Brille.
ndt] Dat klêd't di, ass 'ner Su' die Brille.

Das Kleine achte nicht gering, eh' du bekömmest große Ding.

Das kleine Boot segelt schnell dahin, und das große Schiff liegt im Hafen (am Lande).
la] Grossa moram prendit scapha dum leuis ad mare tendit.
sd] The lithla scuto ganga tha the stora liggia aa lande.

Das kleine Ding Zunge richtet große Stücke aus, wie ein klein Ruder das gewaltig Schiff regiert.
bm] Jazyk tĕu koev.
bm] Malý jazýček, ale v?im telem vládne.

Das kleine Huhn bleibt (scheint) lange ein Hühnchen.

Das Kleine ist die Wiege des Großen.
en] Great events often come from little causes.
fr] Les grands évènements procèdent de petites causes.
fr] Les petites causes produisent souvent de grand effets.

Das Kleine ist es, was gut schmeckt.
Irland

Das kleine Kind und das junge Kalb frieren auch am Mittag.
Spanien

Das kleine Pfefferkorn sieh für gering nicht an,
Versuch es nur, und sieh, wie scharf es beißen kann.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das kleine Pferd muss am tiefsten ins Wasser.
dä] Lav hest er meest i vandet.

Das kleine Rad ist immer voran.
Estland

Das kleine Rad rollt immer zuerst hinein.
Estland

Das kleine soll man achten, das groß acht sein selbst wohl.

Das kleine verjagt den größten.

Das kleine viel zusam geschürt zuletzt ein großer haufe wird.
la] Multa simul modica magnum faciata cumulun.

Das Kleine wird gemach groß, das groß aber wird gar leicht und plötzlich klein.

Das Kleine wird gestohlen, das Große (in Besitz) genommen (o. erobert).

Das kleine Wörtchen Muss
Ist doch von allen Nüssen,
Die Menschen knacken müssen,
Die allerhärtste Nuss.
L. Bechstein, Gedichte und Sprüche

Das Kleinliche und Schattenhafte überwinden, das uns hindert, frei und glücklich zu sein, hierin besteht das Ziel und der Sinn unseres Daseins.
Tschechow, Der Kirschgarten

Das kleinste Blatt bewegt sich nicht, wenn es nicht geblasen wird.

Das kleinste Ding ist auch zu ehren: eine Nadel mag einen Schneider ernähren.

Das kleinste Haar wird auf der Zunge offenbar.
ho] Haar komt te baar, al is 't over zevenjaar.

Das kleinste Haar wirft seinen Schatten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 82

Das kleinste Insekt kann mit seinem Biß töten.
China

Das Kleinste ist, was nicht mehr kleiner sein kann.
Nikolaus von Kues, Von der gelehrten Unwissenheit

Das kleinste Missgeschick, und die euch erst schmeichelten, würdigen euch nun keines Blickes mehr.
Molière, Die Lächerlichen Preziösen

Das Klima, aber nicht die Seele verändern diejenigen, die übers Meer gehen.
la] Caelum, non animum mutant, qui trans mare currunt.
Horaz, Episteln I. 11. 27

Das klingt anders.

Das klingt gut! Arbeit und Brot für die Millionen!
F. Wolf, Kolonne Hund

Das klingt wie ein katholischer Klöppel in einer lutherschen Glocke.
ndt] Dat klingt as'n kathôlske Knäpel in'n lütterske Klocke.
i] Das passt nicht zusammen.

Das klingt wie ein Pferdeapfel in der Kapuzenmütze.
ndt] Dat klingt as 'n Pêr-Kötel in de Kapuzmütze. Ostfriesland

Das klingt wie eine Zotte Werch.
ndt] Dat klingt as 'n Dott Hede. Ostfriesland
ho] Dat klinkt als een scheet in een' witten hoed, zei de boer, en hij speelde op eene gebarsten fluit.

Das Kloster ist fromm, die Brüder sind Schälke.

Das Kloster ist von außen schön, aber wie mag's drin aussehn?
en] The exterior of the galley pleases me, but on entering it I am annoyed.

Das Kloster macht niemanden fromm.

Das Kloster Maulbrunn lehret ein alles tun, reden und können; denn um des Mauls willen geschieht alles.

Das Kloster ohne Kapital ist ein Schalk.

Das Kloster überlebt den Abt.

Das Kloster währet allzeit den Abt aus.

Das Kloster währt länger als der Abt.

Das Kloster währt länger denn der Abt, sagten die Mönche und warfen ihn in den Weiher.

Das Klosterleben macht die Frau vom Mann unabhängig, manche Äbtissinnen besitzen große Macht: Héloise ist als Äbtissin ebenso berühmt geworden wie als Liebende.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Das Klötzerrollen beginnt.
i] So sagt man in den Vereinisten Staaten Nordamerikas, wenn die erkauften Agenten ihre geheime Tätigkeit beginnen, um durch Bearbeitung von Mitgliedern der Gesetzgebung oder der entscheidenden Behörde eine gewisse Maßregel zu hintertreiben oder durchzusetzen.

Das kluge Benehmen ruht auf zwei Angelpunkten, auf der Vergangenheit und auf der Zukunft. Wer ein treues Gedächtnis und eine scharfe Voraussicht hat, steht außer Gefahr, an anderen etwas zu tadeln, was er vielleicht selbst begangen hat, oder eine Handlung zu verdammen, in einem Fall und unter Umständen, unter denen er sie eines Tages unvermeidlich selbst begehen wird.
La Bruyère, Charaktere, Kap. 12, Vom Urteil

Das kluge Küken gackert schon in der Schale. (Von einem frühreifen Kind) Ägypten

Das kluge Küken gackert schon in der Schale.
i] Von einem frühreifen Kind
Ägypten

Das klügste Mädchen macht den dümmsten Streich.
Goethe, Claudine von Villa Bella A 1, Gartensaal (Lucinde)

Das Klügste, was man tun kann, um sich Ruhe zu verschaffen, dass man gegen die anderen ein wenig unverträglich ist.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 2. Br.

Das knackt wohl, aber das bricht nicht.
i Man stirbt nicht gleich, wenn man auch einmal krank ist.

Das Knallen gilt erst, wenn angespannt ist.
Russland

Das Knie ist mir näher als die Wade und Brot viel nöt'ger (gesünder) als Schokolade.
i] Der eigene Vorteil geht vor.

Das Knie ist näher als die Wade.
sp] Más cerca está la rodilla que la pantorrilla.

Das Knödelweib darf bei der Hochzeit nicht fehlen.
i] Bei den Hochzeiten in Oberösterreich eine Frau aus der Freundschaft eines der Brautleute, welche nach dem Gottesdienst auf dem Platze vor der Kirche 'Knödl', Krapfen, auswarf.

Das Kobenschwein weiß ja nicht, was das Hofschwein braucht.

Das kocht wie ein Garntopf.

Das Kollektiv wird von jenen fanatisch gefordert, die ihm nicht angehören, sondern an seiner Spitze stehen wollen.
Fliegende Blätter

Das Komische ist die beständige Negation der Natur.
Hebbel, Tagebücher

Das Komitee ist eine Gruppe von Menschen, die - einzeln - nichts tun können, aber zusammenkommen und entscheiden, dass nichts getan werden kann.
Unbekannt

Das Komitee ist eine Sackgasse, in die Ideen hineingelockt und dann in Ruhe erdrosselt werden.
John A. Lincoln

Das kommende Jahr ist ein guter Kerl.
Frankreich
fr] L'an qui vient est un brave homme.

Das Kommende kann man nicht abweisen.
Estland

Das kommt alle Jubeljahr einmal an uns.

Das kommt alles übereins, sagte Mutter Fentsch und kochte Kaffe im Pisspott.

Das kommt auf eine neue Rechnung, sagte der Mann, als er seine Frau am Neujahrsmorgen schlug.

Das kommt auf einen Versuch an, sagte der Schweinigel zum Hasen.

Das kommt aus der Spinnstube.
i] Das Gerücht, die Nachricht, die Geschichte, weil man in Spinnstuben viel Geschichten und Märchen anhört und erzählt.
ho] Dat is het evangelie van het spinrokken.
ho] Het is een spinroks praatje.

Das kommt aus seinem Garten.

Das kommt daher, die französischen Dichter haben Kenntnisse, dagegen denken die deutschen Narren, sie verlören ihr Talent, wenn sie sich um Kenntnisse bemühten, obgleich jedes Talent sich durch Kenntnisse nähren muss und nur dadurch erst zum Gebrauch seiner Kräfte gelangt.
Goethe, Eckermann, 4.1.1827

Das kommt daher, weil das Gewissen demütig ist und sich sogar in der Beschämung gefällt, der Verstand aber ist hochmütig, und ein abgenötigter Widerruf bringt ihn in Verzweiflung.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1265

Das kommt davon, brummte der alte Krieger, als man ihn vom Schlachtfelde wegtrug, Seele und Leib hab' ich alle Tage dem Herrn empfohlen, die Beine hab' ich vergessen, dafür hat sie jetzt der Teufel geholt.

Das kommt davon, wenn man mit Holzschuhen aufs Eis geht, sagte jener zum Bauer Jürgen, dem man in der Stadt die Taschen geleert.

Das kommt ganz auf den Buchbinder an, sagte der Schulmeister, als man ihn fragte, wie viel Bände Schiller geschrieben habe.

Das kommt gleich nach dem Hundeflöhen.
i] Ist ein langweiliges, widerwärtiges, niedriges, unlohnendes Geschäft

Das kommt gleich nach dem Schweinehüten.

Das kommt ihm nicht zu Gedeihn.
Niederlande
i] Das wird ihm keinen Segen bringen

Das kommt ihm spanisch vor.
i] Wenn man die Schilderungen der spanischen Sitten und Einrichtungen in ältern Reisebeschreibungen liest, so wird man sich nicht wundern, dass man von Sachen, die einem seltsam, ungewöhnlich oder widersinnig erscheinen, sagt, dass sie einem spanisch vorkommen. So heisst es in der Berlinischen Reisensammlung (XV42): 'Vor dem Jahre 1760 gab es in Madrid keine Abtritte. Die Ärzte widersetzten sich ihrer Anlegung in der Meinung, dass Seuchen entstehen könnten, wenn der Koth auf den Straßen nicht die Dünste an sich zöge.' Wollten unsere Großstädte diese Ansicht sich aneignen, so könnten sie sich durch Beseitigung der Auswurfstoffe viel Sorgen und Geld ersparen. 'Die Butter wird in Därme gefüllt und der Elle nach verkauft.' Marquis de Langles (Reisen in Spanien) berichtet: 'Edicte werden in Spanien unter Trommelschlag vom Henker publicirt.' Die Spanier wieder sagen bei unverständlichen Sachen: Das ist griechisch.

Das kommt in mein Netz.
ho] Dat valt in mijn net.

Das kommt ja wie vom Himmel gefallen, rief die Nonne, als der Pater durch den Boden herab zu ihr ins Bett fiel.

Das kommt mir etwas beschworken vor.
i] Unklar, nicht ganz richtig

Das kommt mir nicht an meine kalten Kleider.
ndt] Dat kummt mi nich an mîn kolle Klêr.
i] Das berührt mich nicht im entferntesten, nicht einmal mein (kaltes) Ober-, viel weniger das (warme) Unterkleid.

Das kommt mir nicht in den Sinn.
ho] Het komt mij niet eens in den zin.

Das kommt mir selten vor 's Maul.
fr] C'est pour moi des fruits nouveaux.

Das kommt mir spanisch (o. lateinisch) vor

Das kommt nach dem Tee.
i] Später.

Das kommt nach wie das bartsche Bier.

Das kommt nicht aus seinem Kram.
i] Das hat er nicht erdacht, erfunden, gemacht.
fr] Cela n'est pas de sa boutique.

Das kommt nicht in die Tüte
en] nothing doing!- not an your life!
fr] tu peux toujours te fouiller (o. te gratter)
it] neanche per sogno

Das kommt nicht recht geheuer vor

Das kommt nicht von nichts.
la] Non hoc de nihilo est.

Das kommt nicht von Ungefähr, das kommt von ganz was anderem her, sagte das Mädchen, da hatte sie einen dicken Bauch bekommen.

Das kommt nur auf Gewohnheit an.
So nimmt ein Kind der Mutter Brust
Nicht gleich im Anfang willig an,
Doch bald ernährt es sich mit Lust.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 1888f.

Das kommt ohne unser Gebet (von ihm selber).

Das kommt vom Hetzen, sagte die Schnecke, sie war sieben Jahre am Kirchtor gekrochen, und als sie fast am Kreuze war und sich beeilte da ist sie heruntergefallen.
ndt] Dat küemt vam Bullern, sagte de Snael, hei hadde siewen Jâ amme Kearktoren kroepen, un as 'e boalle am Krütse was, un sik reppen woll, doa was 'e herunner fallen.
Büren

Das kommt vom langen Predigen.
ndt] Dat kümt van't lange Predigen.
i] Ist ein Sprichwort, wenn jemand sich beklagt und man ihm nicht geradezu sagen will, wodurch er die Ursache seines Übels geworden sei.

Das kommt vom Reislaufen.
i] Unter dem Reislaufen ist die Sitte gemeint, fremde Kriegsdienste zu suchen, um Geld zu gewinnen.

Das kommt vom Studieren, antwortete der Abt, als ihn der Hofnarr nach der Ursache seiner roten Nase fragte.

Das kommt vom Teufel.
fr] Cela vient de la boutique de Satan.

Das kommt von deinen Sticheleien, sagte das Mädchen zu ihrem Schatz, als ihr das Kleid zu eng wurde.

Das kommt von der Bierbank.
fr] Cette nouvelle a été ramassée dans le ruisseau.

Das kommt von keinen guten Eiern.

Das kommt von meiner Hand.
i] Ist meine Arbeit, mein Werk

Das kommt weder hinten (Hintertür) noch vorn (Vordertür) herein.
dä] Det tager hverken i bakken eller huul-veyen.

Das kommt wie der Regen vom Busche.
Nordböhmen

Das kommt wie die Fasten im März.
i] Von etwas, welches sich allemal zu einer gewissen Zeit zu ereignen pflegt; oder auch von Personen, die man zu gewissen Zeiten allemal an gewissen Orten antrifft.
fr] Cela n'y manque non plus que Mars en carême.

Das kommt wie gerufen.

Das kommt wie Seefische zur Fastenzeit.

Das kommt wie Senf zum Nachtisch.

Das kommt wieder! sagte der Bauer und gab seinem Schwein Schweinefleisch.

Das kommt, wie der Stockfisch am Ostertag.
Steiermark
i] Zu spät, post festum.

Das 'Kommunistische Manifest' ist vor mehr als hundert Jahren erschienen, aber es ist auch heute noch das Leben selbst.
Triolet, Das rote Pferd

Das Kompliment gilt oft nur der Kleidung; um so schlichter diese ist, um so schwächer rückt man die Kappe...
Weitling, Das Evangelium des armen Sünders

Das kompt auss einer Esse.
i] Aus einer und derselben Werkstatt, von einem Meister

Das könde die geduld (selber) nit leiden.

Das können sie in Kardörp auch.
Ostfriesland

Das können sie in Kirchdorf auch.
ndt] Dat könt se in 't Karkdörp ôk.

Das können Vater und Sohn zusammen trinken, ohne sich dabei zu erzürnen.

Das könnte ein einäugig Kalb merken.
z] Das es ein falscher Brief und so tölpisch und plump nach gemacht sey, das es ein einäugig Kalb merken sollt.

Das könnte einen Stein erbarmen
v] das ist zum Steinerweichen
en] it's to melt a heart of stone
fr] cela pourrait faire pleurer les pierres
it] è da far pietà ai sassi - farebbe piangere i sassi

Das könnten hundert Ägypter nicht erheben (ertragen).
i] Von etwas sehr Schwerem, Unerträglichem, weil die meisten Ägypter Bedeutendes im Lasttragen leisteten.
la] Quod non tollerent centum Aegyptii.

Das kontemplative Leben ist oft elend. Man muss mehr handeln, weniger denken und sich nicht leben sehen.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Das Konzept hat sich umgekehrt.
i] Von denen, die in ein dem frühern entgegengesetztes Lebensverhältniss gekommen sind

Das Konzept taugt nicht, sagte der Pfaffe, da fand er geschrieben: denket doch, ihr Menschenkinder.
i] Denkende Menschenkinder und herrschendes Pfaffentum können nebeneinander nicht bestehen.
ho] Wat koddige concepten, zei de drommel, en hij las in een misboek.

Das Köpfchen wie ein Mohnkopf und an Verstande leer.
Polen

Das Kopfkissen ist der beste Ratgeber.
i] Probleme soll man eine Nacht überschlafen
dä] Paa hoved-puden finder man beste raad.
fr] La nuit donne conseil.
it] La notte è madre di consiglio (pensieri).

Das Köpflein schwer, der Beutel leer.
i] Nach Schwelgnächten.

Das Kopftuch bringt zu viel Mühe, die Schürze bringt Sorge(n) bis an die Knie.
Estland
i] In der Ehe

Das Körblein heben.
z] Der hat das Körblein gehoben und das geschenck allein bekommen.

Das Korn aus dem Sacke verlieren.

Das Korn bleibt auch nicht immer grün.

Das Korn dreschen, um die Spreu zu gewinnen.

Das Korn eingeernten (eingesiebt), den Hafer eingekneten.

Das Korn essen, eh' es gesäet ist.
i] Den Lohn verzehren, ehe man die Arbeit macht.

Das Korn fährt herum und kehrt zurück zum Mühltrichter.

Das Korn fällt noch nicht aus.
i] Die Sache eilt nicht. Der Ton auf 'das'.

Das Korn geht von Hand zu Hand, kommt aber zuletzt in die Mühle.
i] Er mag es noch so schlau anfangen, noch so oft durchschlüpfen, er wird endlich doch erwischt werden und in die Hände seines Feindes, Richters, Verfolgers u.s.w. fallen.

Das Korn gesäet und Gott vertraut.

Das Korn hat gesagt: 'Wer mich mit dem Fuß stößt, der wird großen Hunger sehen'.
Estland

Das Korn ist wie der Same.

Das Korn kommt von Gott, aber der Vogel selbst muss diese Stelle auffinden, hinfliegen und es auch aufpicken.
Estland

Das Korn mag wie es will geraten, die frühe Saat geht vor der spaten.
i] Auch: In den frühesten Jahren schon soll man anfangen zu sparen, soll man den Keim zur Tugend legen; mit der Morgenröte soll man sein Tagewerk beginnen, zeitig soll man Hülfe bei Krankheit suchen.

Das Korn mähen, ehe es blüht, Früchte fordern, ehe die Zeit dazu da ist.
la] Muscum demetere.

Das Korn muss auf die Tenne.
fr] A la granche vet li biez (à la grange va le blé).

Das Korn ruht unter dem Schnee wie der Greis unter dem Pelze.
Spanien

Das Korn säen um der Mäuse willen.

Das Korn scheidet sich von der Spreu.

Das Korn verjagt der Wind nicht, aber die Spreu.
bm] Zrno tone, pléva pluje; proto předce plévou sluje.

Das Korn walket.
i] In der Schweiz, wenn der Wind es in wogende Bewegung setzt.

Das Korn wird alle Jahr einmahl reiff.

Das Korn, das Gott gibt, ist schon verlesen.
Russland

Das körperliche Herz sei das Muster des geistigen: verletzbar, empfindlich, rege und warm, aber ein derber, frei fortschlagender Muskel hinter dem Knochengitter, und seine zarten Nerven sind schwer zu finden.
Jean Paul, Levana

Das kostet (nicht) viel Hirnschmalz.

Das kostet der Katze den Schwanz (o. das Fell).
pl] Wara kocie, idzie o cię.

Das kostet ein Heidengeld o. eine schöne Stange Geld
en] that costs a pretty Penny (o. a tidy sum o. a packet)
fr] cela coûte les yeux de la tête (o. un argent fou)
it] costa un sacco di soldi (o. un orrore o. un occhio)

Das kostet ein Viehgeld.
i] Um die ungewöhnliche Höhe des Preises zu bezeichnen.

Das kostet mich im Laden mehr, sagte der Mönch, als ihm die Frau einen Blapart (Blaffert) für die Messe gab.

Das kostet Nasenschweiß.

Das kostet nicht die Welt
en] it won't cost the earth
fr] ce n'est pas le bout du monde (veraltet)
it] non costa mica un patrimonio

Das Köstliche iss noch am selben Abend, den Ärger sprich erst am nächsten Morgen aus.
Japan

Das kostspieligste Bermudadreieck ist das Dreiecksverhältnis Patient - Arzt - Versicherung.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!

Das Kotstückchen eines mutigen Hundes bleibt immer auf dem Schneehaufen.

Das Krähen der Hähne ist ein Wegweiser der Füchse.

Das kranke Bein gehört ins Bett, der kranke Arm in die Binde.
sp] La pierna en el lecho, yel brazo en el pecho.

Das kranke Pferd bekommt mehr Salz als Schmalz.
i] Man heilt nicht bloß mit dem, was gut schmeckt.

Das Krankenhaus und das Gefängnis liegen nahe beim Wirtshaus.
it] L'ospedale e la prigione sono vicino all'osteria.

Das kränkste und schwächste Kind das liebste.

Das Kränzlein wird oft auch von Frauenbäuchen getragen.
z] Wie wohl das kientzleyn alle zceyt eyn keusche iunckfrawen bedeut, so pflegens doch oft zcu tragen, die do frawen beuch haben.

Das Kräuslein unter den Mantel verstecken, dass es niemand sehen soll.

Das Kraut aus eigenem Garten ist am besten.

Das Kraut erkennt man am Geruche, den Schalk am Spruche.

Das Kraut hat Gott den Bauern gegeben, aber mit dem Fleischtöpflein ist er in die Stadt gerannt.
Wendische Lausitz

Das Kraut ist angebrannt.
i] Die Sache ist verdorben; es hat einen Haken dabei, es ist nicht so, wie es sein soll.

Das Kraut ist leicht verschüttet.
i] Bald ein Versehen gemacht, bald bei jemand angestossen.

Das Kraut Jelängerjelieber bringt doch ein heimlich Fieber.
i] Der Mensch will einmal Abwechselung.

Das Kraut kenne ich, sagte der Teufel, da setzte er sich in Brennesseln.
ndt] Dat Krût kenn' ik, säd' de Düwel, un sett' sich mang de Brennnetteln.

Das Kräutlein Geduld wächst nicht in allen Gärten.
mhd] Es heist geduld das kreutlein gut, wechst nicht in allen gerten.
la] Patientia rara virtus.

Das Kreut gefasst, ist halb getragen.

Das Kreuz auf der Brust, den Teufel im Herzen.
i] Von frömmelnden Fanatikern
bm] Modlí se před kaplí, a čert mu sedí v kápi.
la] Crux in pectore, corde Satan.
pl] Modli się pod figurą, a ma diabla za skórą.
sp] La cruz en los pechos y el diablo en los hechos.

Das Kreuz bringt nicht in den Graben, ruft nicht aus verwelktem Gras zurück.
Estland

Das Kreuz gefasst, ist halber last.
fr] Qui porte patiemment son mal, en est soulagé de la moitié.
ho] Het kruis gevat, is half gedragen.
ho] Het kruis vast gezet, is maar de halve last.
la] Bene incepisse, est fere absolvisse.

Das Kreuz hat einen langen Fuß, es schreitet über hohe Türme und Basteien.

Das Kreuz hat uns wieder versünet.

Das Kreuz in Gold und Silber fassen und an den Hals hängen.

Das Kreuz in Passion tragen.

Das Kreuz ist den Menschen der letzten Jahrtausende als Marterpfahl der Hinrichtung bekannt und als Wahrzeichen der Opferbereitschaft. Nur wenige haben darin das uralte Zeichen des Treffpunkts erkannt, an welchem die von oben einbrechende Liebesordnung den Weg der Weltgesetze überschneidet.
Waldemar Bonsels

Das Kreuz ist der Christen Hoffart.

Das Kreuz ist der Christen steter wandergesell.

Das Kreuz ist des Glaubens prob.

Das Kreuz ist die Leiter zum Himmel.
en] Crosses are ladders tat lead to heaven.
fr] La croix est l'escalier des cieux.

Das Kreuz ist nit bös, wers fassen (oder tragen) kan.

Das Kreuz ist schwer, das end ist gut, Trübsal die Krone bringen tut.

Das Kreuz lehrt die Schrift verstehen.

Das Kreuz mein Sieg.
i] Christliche Vereine haben das Kreuz zu ihrem Bundeszeichen gemacht und ihm diese Umschrift gegeben.

Das Kreuz nach den Schultern und die Schultern nach dem Kreuz.
ho] Kruis naar kracht, en kracht naar kruis.

Das Kreuz schützt vor dem Teufel, sagte die Jungfer, und da schlug sie ein großes vor dem Bauch.

Das Kreuz soll man halsen und erheben, sols nutzen.

Das Kreuz steht, solange die Erde sich dreht.
i] Wahlspruch des Karthäuserordens
la] Stat crux, dum volvitur orbis.

Das Kreuz trägt den, der es trägt.

Das Kreuz vor eine mache(n). Ulm

Das Kreuz wohl gefasst ist halb getragen.

Das Kreuz zu schlagen, hebt sich auch dem Faulen die Hand; von Gott Heil zu bitten, lösen sich auch dem Stolzen die Knie.

Das Kriechen ist eine langsame und beschmutzte Methode, gehen zu lernen.

Das kriegen usser der canzlei und künder zeugen usser der opotek ist selten fruchtbar.

Das Kriegsglück ist generis communis.
i] Der Ausgang der Schlachten ist ungewiss und nicht zuverlässig voraus zu bestimmen.

Das Kriegshandwerk ist leichter zu lernen als die Rechenkunst.
i] Vor einem halben Jahrhundert hielt man die Exerzierkunst noch für eine große Wissenschaft, und mancher Vater beschränkte darauf allein den Unterricht seiner Söhne. Jetzt fällt es keinem tüchtigen Handwerksburschen oder Bauernsohn schwer, diese hohe Weisheit in sechs Wochen zu erlernen.

Das kriegt er auch noch einmal auf die Butterschnitte.
i] Das werde ich ihm schon gelegentlich einmal vorwerfen, unter die Nase reiben

Das Kriterium der Philistrosität ist nämlich nicht die größtmögliche Anpassung an die Gepflogenheiten der Mehrzahl, sondern die eifersüchtige Bewachung des Nebenmenschen...
Mühsam, Boheme

Das Krokodil bezeichnet die Hölle und den Tod.
Jüngerer deutscher Physiologus (um 1140)

Das Krokodil bringt seine Jungen im Schilf zur Welt.

Das Krokodil frisst dasselbe, was es vorher gefressen hat.
Zulu

Das Krokodil hat an den Zähnen genug, es braucht keine Hörner.

Das Krokodil ist nur stark, wenn es im Wasser ist.

Das Krokodil jagt im reißenden Strom.
i] Wo für die anderen das Schwimmen schwierig ist
Zulu

Das Krokodil öffnet seinen Rachen, die Rattenfalle schließt ihren, du halte deinen geschlossen.
China

Das Krokodil sagt: Wenn meine Kinnbacken zuschnappen, dann haben sie zugeschnappt - das ist alles.
Jabo, Afrika

Das Krokodil verlässt den Fluss, um den Tau aufzulecken.
Bantu

Das Krummholz wird schon halten, wenn das Pferd nur zieht.

Das krümmt mir kein Haar.
ho] Het krenkt mij geen haar op mijn hoofd.

Das Küchenmesser macht nicht den Koch.

Das Küchlein fällt sich im Hühnernest nicht zu Tode.
Duala (Bantu)

Das Küchlein lehrt die Glucke scharren.

Das Küchlein mustert die Henne.

Das Küchlein über dem Tisch holen, da man die Schuhe unter das Bett stellt.
i] Sich als Gäste einschleichen und die Hausfrau verführen. 'Das Küchlein holen', eine frühere Volkssitte.

Das Küchlein zeigt sich im Ei, das Kind in der Wiege.

Das Kuckucksei wohin legen.
i] Fremde Kräfte zu seinem Vorteil ausbeuten.
z] Die Abendzeitung versuchte auf Schleichwegen ihr Kuckucksei in die mit Mühe geordnete Arbeiterbewegung zu legen.

Das Kuhmaul anhängen.
i] Ein finsteres, verdrießliches Gesicht machen.
z] Nemen an, was er jn tut schenken, dafür sie jms Kümaul anhenken.

Das Kühnste am Leben ist, dass es den Tod hasst, und verächtlich und verzweifelt sind die Religionen, die diesen Hass verwischen.
Elias Canetti, Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972

Das Küken ist nicht weiser als die Henne.
Ägypten

Das Küken kräht, wie der Hahn es ihm beibringt.
fr] Poussin chante comme le coq lui apprend.

Das Küken lehrt die Glucke scharren.

Das kulturelle Niveau erhöhen, das heisst... in erster Linie die schöne Literatur kennen. Sie macht den Menschen reicher, vervollkommnet ihn... und läßt ihn die anderen Menschen besser verstehen.
Kalinin, Auf einer Beratung der «Lehrerzeitung» mit ausgezeichneten Lehrern, 28. 12. 1938

Das kulturelle Niveau ist ein genauer Gradmesser für die Entwicklungsstufe eines Menschen.
Kalinin, auf einer Tagung des Moskauer Parteiaktivs, 2. 10. 1940

Das Kulturleben schafft aus sich heraus stets neue Schätze, welche von der nationalökonomischen Philosophie (Wissenschaft kann man es doch kaum nennen) der vergangenen Zeit gar nicht geahnt werden.
Spitteler, Politische Tagesberichte: Das Sparen im Staatshaushalt

Das kümmert mich wenig.
la] Non nimium curo.

Das Kummet ersetzt den Hafer nicht.
i] Es ist ebenso irrig, wenn man meint, den Hafer durch die Peitsche ersetzen zu können.
bm] V chomoutĕ kobyla táhne co síla.

Das kummt (kommt) wie vum Himmel gefallen.
i] So überraschend.

Das Kundenkreditsyndrom: Gibt man einem Kunden nur begrenzt Kredit, geht er zur Konkurrenz. Gibt man ihm unbegrenzt Kredit, geht er in Konkurs.
Fliegende Blätter

Das künftige Leben interessiert uns mehr als das gegenwärtige.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1852)

Das Kunstwerk ist sich allein genug. Es kann für sich bestehen, es ist vollendet in sich selbst.
Schiller, an Körner, 30. 3. 1789

Das Kunstwerk ist souverän. Nichts kann es belasten und nichts entschuldigen, das nicht in ihm ist.
Fliegende Blätter

Das Kunstwerk muss grade nur das ausdrücken, was die Seele erhebt und edel ergötzt, und nicht mehr. Die Empfindung des Künstlers muss allein darauf gerichtet sein, das Übrige ist falsch.
Bettina von Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde

Das Kunstwerk reflektiert uns die Identität der bewussten und der bewusstlosen Tätigkeit.
Friedrich von Schelling, System des transzendentalen Idealismus

Das Kunstwerk soll den Betrachter meistern, nicht der Betrachter das Kunstwerk.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Das Kunstwerk, welches allen Zeiten als das vollendetste gelten muss, ist das Drama, weil hierin die höchste und tiefste künstlerische Absicht sich am deutlichsten und allgemeinverständlichsten kundgeben kann.
Richard Wagner, Brief an Hector Berlioz

Das kuriert den Magen und schwächt den Beutel.

Das kurische Wetter.
i] Im eigentlichen Sinne bezeichnet der Ausdruck rauhes und unbeständiges Wetter. Nach Pisanski wird er aber auch als Fluch gebraucht, in welchem Fall der Donner darunter verstanden wird. Die unbeständige Witterung, die auf dem kurischen Haff herrscht, mag dazu Veranlassung gegeben haben.

Das kurze Gebet steigt zum Himmel.
sp] La orcación breve sube al cielo.

Das kürzeste Wehe ist das beste.
ho] Liever de korte pijn dan de lange.

Das Küssen ist nur ein Abwischen.
i] Öfters hat man nichts davon, als dass man sich hernach abwischen muss.
z] Die Weiber sagen: ein freundliches küssen sey nur ein abwischen; aber die einem den Mund erlaubt, die darf einem wohl mit dem Leib dienen.
dä] Et kys kand afviskes.
ho] Een kusje is geene zonde, maar een afvegen.
la] Quae sponte osculam dat, plus dare amanti parata est.

Das Laboratorium der Meteore.
i] Name für das Schwarze Meer.

Das Lächeln auf dem Gesicht eines Hungernden (o. Hungrigen) ist eine Lüge.

Das Lächeln einer hübschen Frau sind die Tränen der Geldtasche.
Italien

Das Lächeln einer schönen Frau kann ein ganzes Schloss ruinieren.
Japan

Das Lächeln ist nur ein gut getrocknetes Weinen.
Albert Paris Gütersloh

Das Lächeln wird nicht gelehrt, es trägt in sich einen gemeinverständlichen Sinn.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Das Lächeln wohnt nur auf den Lippen, aber das Lachen hat seinen Sitz und seine Anmut auf den Zähnen.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Lachen der Frau ist eine Angel, an der sich schon viele gefangen haben.

Das Lachen der Rose macht, dass die Nachtigall ihren Kopf verliert.
Georgien

Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.
Lessing, Minna von Barnhelm, IV, 8 (Minna)

Das Lachen geht ja am Tor nicht vorbei.
Estland

Das Lachen geht ja an den Lachenden nicht vorbei.
Estland

Das Lachen hat in der Welt noch kein Ende genommen.
Estland

Das Lachen ist der Empfindung feindseliger als die Kälte dem Mai.
Goethe, Fragment eines Romans in Briefen

Das Lachen ist die Endlösung des Rassenhasses.
Ephraim Kishon

Das Lachen ist die sicherste Probe auf einen Menschen.
Fjodor M. Dostojewski, Der Jüngling

Das Lachen ist eine große Sache - es trachtet nicht nach Leben und Besitz, aber vor ihm ist der Schuldige wie ein gefangener blinder Passagier.
Gogol, Petersburger Skizzen

Das Lachen ist teuer geworden in der Welt, Stirnrunzeln und Seufzen gar wohlfeil.
Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse

Das Lachen kommt (= gerät) in des Spötters Türmündung.
Estland

Das Lachen kommt doch immer weinend nach Hause.
Estland

Das Lachen nimmt ja keine Haut und ein leeres Gespräch kein Stück ab.
Estland

Das Lachen verlangt Arglosigkeit, die meisten Menschen lachen aber am häufigsten boshaft.
Fjodor M. Dostojewski, Der Jüngling

Das Lachen wird ihm sauer.
fr] Il se chatouille pour se faire rire.

Das Lachen, wie auch der Scherz, ist reine Freude, und ist daher, wofern Übermaß vermieden wird, an sich gut. Fürwahr, nur ein finsterer und trauriger Aberglaube verbietet, sich zu erheitern.
Spinoza, Ethik

Das Lächerliche entspringt aus einem sittlichen Kontrast, der auf eine unschädliche Weise für die Sinne in Verbindung gebracht wird.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,4

Das Lächerliche ist die hinterlistige Waffe der Gewohnheit gegen das Neue.
Sully Prudhomme, Gedanken

Das Lächerliche ist die Lieblingswaffe des Lasters. Mit ihr greift es die Achtung,
welche man der Tugend schuldet, im Grunde des Herzens an und löscht schließlich die Liebe zu ihr aus.
Jean-Jacques Rousseau, Brief an d'Alembert

Das Lächerliche ist stets der mächtigste Gegner des Schwarmgeistertums gewesen und im eigentlichen Sinn der einzige Feind, der ihm mit Erfolg gegenüber gestellt werden kann.
Goldsmith, Der Weltbürger

Das Lächerliche wollte von jeher nicht in die Definitionen der Philosophen gehen - außer unwillkürlich -, bloß weil die Empfindung desselben so viele Gestalten annimmt, als es Ungestalten gibt; unter allen Empfindungen hat sie allein einen unerschöpflichen Stoff, die Anzahl der krummen Linien.
Jean Paul, Vorschule der Asthetik

Das lahme Schwein frisst die weiche Birne.
i] In Albanien von unpassenden ehelichen Verbindungen, wenn z.B. Ein junges Mädchen aus irgendeiner Rücksicht einem alten Manne geopfert wird.

Das Lamm beim Wolf verpfänden.

Das Lamm darf sich nicht schämen, wenn es vor dem Wolfe (Löwen) flieht.

Das Lamm den Wölfen befehlen.
la] Ovem lupo committere. Terenz

Das Lamm hat dem Wolf das Wasser getrübt.
Wenn der Schwache beschuldigt wird, einen Starken beleidigt zu haben.
bm] Zkalil beránek vlka vodu-pod ním stoje.
pl] Baranie, niemąć wodę. Łacno wilk na barana najdzie przyczynę.

Das Lamm hat nicht mehr Gewissheit (zu leben) als das Schaf.
Italien

Das Lamm hat nicht mehr Karten als das Schaf.
i] Der Junge kann so gut sterben wie der Alte.

Das Lamm ist vor dem Tode nicht sicherer als der Hammel.
Spanien

Das Lamm kam, um seinen Vater weiden zu lehren.
Ägypten

Das Lamm lässt sich bloß die Wolle abscheren, aber der Esel auch die Haut umkehren.

Das Lamm muss dem Wolff allzeit das Wasser betrübt haben.

Das Lamm muss nicht zur Wohnung des Wolfs, der Hahn nicht in das Haus des Falken gehen.

Das Lamm muss so früh dran wie der Hammel.

Das Lamm will mit dem Wolfe streiten.
i] Von dem ungleichen Kampfe eines Schwachen mit einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner.
la] Ne capra contra leonem.

Das Lamm will seinen Vater weiden lehren.

Das Lamm, das den Zähnen des gierigen Wolfs entrissen wurde, wagt es nicht, sich weit vom Stall zu entfernen.

Das Lamm, das sich von der Herde entfernt, reisst der Wolf.
tü] Sürüden ayrılan kuzuyu kurt kapar.

Das Lämmlein ist kein Rabenkind.

Das Land besitzt die Menschen, nicht die Menschen das Land.
Simbabwe

Das Land bleibt, auch wenn die Menschen verschwunden sind.
Maori, Neuseeland

Das Land der Schande geht mit dem Land der Furcht.

Das Land des Gehorsams
la] terra oboedientiae

Das Land des Vergessens
la] terra oblivionis

Das Land durchziehen wie eine Laus den Pelz.
z] Es seindt etliche, die durchziehen das Landt gleich wie eine Lauss ein alten Beltz.

Das Land gehört ihm, aber ein anderer isst die Kapaunen davon.
i] Wenn jemand zwar ein Grundstück gehört, aber ein anderer die Einkünfte davon zieht.

Das Land haldet sich nicht gegen uns.

Das Land Hessen hat große Berge und nichts zu fressen, große Krüge und sauren Wein, welcher Teufel will im Lande zu Hessen sein.

Das Land in der Stadt
la] rus in urbe

Das Land ist lyrisch - die Stadt dramatisch.
England

Das Land ist verloren, wo der Deich aufhört.
i] Wer seine Deiche nicht in erforderlichem Zustande erhält, geht seines Landes verlustig.
z] Über wessen Deich zwischen Sommerstag und gleicher Nacht (Aequinoctium) das salzige Wasser eindringt, den theilt und treibt man vom Lande, wenn er binnen Jahr und Tag den Schaden nicht geheilt und die Bußen bezahlt hat. Friesisches Recht
altfries] Endo do ist land vorberd deer dy dyck op herth.

Das Land ist voll Mörder und Buben und niemand sicher.
i] Das Sprichwort rührt aus der Zeit, als sich, kurz nach den Kämpfen der Schweizer mit Karl dem Kühnen, die Burgunder und Franzosen einander befehdeten (1480), woran schweizerische und deutsche Söldner Antheil nahmen. Ein herbeigeführter Waffenstillstand machte eine Menge Krieger brotlos, von denen sehr viele lieber raubten als arbeiteten, sodass eine Unsicherheit entstand, die sprichwörtlich wurde und der nur durch die höchste Strenge ein Ziel gesetzt werden konnte.

Das Land macht nicht die reich, die es roden, sondern (danach) kommen.
Kikuju (Kenia)

Das Land soll schwächer sein als der Bauer.
i] Es soll niemand so viel Land besitzen, dass er es nicht in erforderlicher Weise bearbeiten kann.
ho] De landbouwer zij sterker dan het land.
ho] Het land behoort zwakker te zijn dan de landbouwer.

Das Land steht auf zwei Augen.
i] Es regiert das einzige noch lebende Glied seines Fürstenhauses.

Das Land wird von der Lippe, das Meer von der Hand regiert.
Dänemark

Das Land wird wohl gebaut durch das Pferd, das langsam kaut.
ho] 'T land werd wel gebouwd door 't paard, dat langzaam knouwt.

Das Land zu Preußen ward für etzliche Peltz verkauft.
i] Im Jahre 1454 hatten die Gesandten des Städtebundes einen ungünstigen Vertrag mit dem polnischen König geschloßen und waren danach von ihm mit 'Marderen Schauben begabt' worden, daraus ein Sprichwort kam: 'Das Land zu Preußen ward für etzliche Peltz verkauft.
z] Woher stammt der Name Preußen? Das älteste historische Document, in welchem derselbe vorkommt, ist das aus dem 9. Jahrhundert stammende Fragment aus einem geographischen Glossar in der münchener Bibliothek, welcher die Überschrift führt: Nomina diversorum provinciarum et urbium. Hier lautet der Name für das Preussenvolk: Pruzzen, in spätern Documenten: Pruzi, Pruzzi, Pruci; für das Land Preußen dagegen: Prutia, Prucia, Próca (gesprochen Prutze) heisst im heutigen Polnischen eine Schleuder, ein Wurfinstrument; prócic (gesprochen prutschitsch) werfen, schleudern. Die Preußen, Prutzi, Pruci, werden daher von ihren Nachbarn die Werfen, Schleudern genannt worden sein; und so ist allmählich Volks- und Landesname daraus geworden. Dass das slawische Próca mit dem deutschen Protze (in Protzkasten, auch abprotzen) verwandt sei, lässt sich um so eher annehmen, als für das letztere Wort bisjetzt eine deutsche Herleitung nicht hat gefunden werden können.

Das Land, auf das Regen gefallen ist, verkündet es den Nachbarn.

Das Land, das ein Mann wirklich kennt, ist seine Mutter.
Spanien

Das Land, das keine Krähen hat, hat keine Muselmänner. Indien

Das Land, wo die Kirchen schön und die Häuser verfallen sind, ist so gut verloren als das, wo die Kirchen verfallen und die Häuser Schlösser werden.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Das Land, wo die Zitronen blühen.
i] Wie volkstümlich Italien bezeichnet wird. Aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre

Das Landleben lockt sogar diejenigen, die sich nichts aus ihm machen.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das lange Stroh ist wohlfeil geworden.
i] Sagt man in Holland von grünen Burschen, die sich eine Tabakspfeife oder Zin den Mund stecken und dampfen.
ho] Het lange stroo is goed koop geworden.

Das Lange wird hinterher geschleppt, das Breite wird um den Hals getragen, das Kurze, Schmächtige ist nirgendhin zu legen.
Estland

Das Lange wird leicht kurz, aber das Kurze wird nicht mehr lang.
Estland

Das langersehnte Osterfest ist schnell an einem Tag vorbei.
fr] Pâques longtemps désirées sont en un jour tôt passées.

Das Langsam hat guten Nachdruck.
dä] Langsomhed har eftertryk.

Das Langsamgehen kommt von selbst.
i] Alt wird man von allein

Das längst Gefundene wird wieder verscharrt, wie bemühte sich Tycho, die Kometen zu regelmäßigen Körpern zu machen, wofür sie Seneca längst erkannt hat!
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das Langweiligste von der Welt ist die lymphatisch-phlegmatische Beaute par excellence. Sie kränkelt hier, sie kränkelt da, während meine Beaute du diable die Trägerin einer allervollkommensten Gesundheit ist, jener Gesundheit, die zuletzt alles bedeutet und gleichwertig ist mit höchstem Reiz.
Fontane, Schach von Wuthenow

Das lärmt wie die schweidnitzer Büchse.
Schlesien
i] Bezieht sich wahrscheinlich auf das uralte Geschütz der Stadt Schweidnitz, welches, wie die Chroniken berichten, 1488 mit 43 Pferden nach Glogau gebracht, auch zuweilen nach Fürstenstein geholt wurde und dessen Knall ganz Schweidnitz erschütterte; denn es fasste gewöhnlich eine über drei Zentner schwere Kugel.

Das lass dich Gott reden!

Das lass ein Päpstlein sein, den lass mausen.
i] In Bezug auf Paulus II., gestorben 1471.

Das lass ich ein gutes Jahr bleiben (haben).

Das lass' ich, sagt jener, da man jn wolt ewig gefangen setzen oder verweisen.

Das lässt die Herzen höher schlagen
en] that thrills the hearts
fr] cela met les cours en fete
it] questo fa battere il cuore di tutti

Das lasst er nicht auf dem Markt aussruffen.

Das lässt er sich nicht zweimal sagen.

Das lässt mich kalt
en] that leaves me cold - I couldn't care less
fr] cela ne me fait ni chaud ni froid
it] non mi fa né caldo né freddo

Das lässt sich hören, sagte der taube Lieb, als eine Kanone neben ihm abgeschossen wurde.

Das lässt sich hören, sagte der Taube, da kriegte er eine Ohrfeige.
ho] Dat staat mij heel schoon, zei de filozoof, en hij zou een' klap voor zijne koon krijgen.

Das lässt sich mit Kuchen nicht zustopfen.

Das lässt sich mit Pelzhandschuhen greifen.

Das lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln, aus dem Boden stampfen, aus den Rippen schneiden

Das lässt sich nicht lernen, man muss es tun, und so lautet wohl der erste und letzte Grundsatz jeder Erziehung.
Goethe, J. St. Zauper, um 1823

Das lässt sich nicht mit einer Hand erwischen (o. greifen, fangen).

Das lässt sich nicht übers Knie brechen.

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ENGLISCH
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FRANZÖSISCH
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ITALIENISCH
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LATEINISCH
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PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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