Weisheiten 7


Alle sieben Röhren afreiße.
Oberösterreich
i] Alle Körperöffnungen aufreißen. Von solchen, welche beim Gähnen den Mund sehr weit öffnen.

Alle sind einer Mutter Kinder, aber nicht alle eines Verstandes.
Litauen

Alle sind einer Mutter, aber nicht alle eines Verstandes.
Litauen

Alle sind Götzendiener, einige der Ehre, andere des Interesses, die meisten des Vergnügens. Der Kunstgriff besteht darin, dass man diesen Götzen eines jeden kenne, um mittels desselben ihn zu bestimmen.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Alle sind Herren in ihrem Hause.
Venetien

Alle sind Herren, wer ist Sklave?
i] Spöttisch, wenn mehrere sich in den Vordergrund spielen wollen.

Alle sind honigsüß, wenn sie gehen, butterig, wenn sie genommen werden.
Estland

Alle sind in der Kirche schön, feiertags hübsch.
Estland

Alle sind Irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt.
Bierce

Alle sind ja nicht Birkhühner, die voller Tüpfel sind.
Estland

Alle sind Judas meinung, was wolt ihr mir geben, so will ich.

Alle sind Leute, doch jeder ist ein Mensch für sich.

Alle sind mit ihrem Verstand zufrieden, aber nicht mit ihrem Gelde. Arabien

Alle sind nicht gleich klug und gleich fleißig.
Estland

Alle sind nicht Kuckucke, die 'kuckuck' rufen.
Estland

Alle sind nicht Schmiede, deren Augen schmutzig sind.
Estland

Alle sind nicht so reich, wie man prahlt, alle sind nicht so arm, wie man schilt.
Estland

Alle sind sie entwichen des Lebens Schatten, verschwunden
Sind mir die Menschen und klar stehet der Mensch nur vor mir.
Goethe, Xenien aus dem Nachlaß 139. Idealwelt

Alle sind um der Geräte Zankende, ein Bestatter der Leiche ist nicht da.
Estland

Alle sind wir gelehrig für das, was
Schlechtes wir sehn und Schändliches.
Juvenal, Satiren

Alle sind wir mit etwas Pech befleckt.
it] Tutti siam macchiati d'una pece.
Petrarca, Trionfo d'Amore

Alle sind wir nur bis zum Gürtel Menschen.
Russland

Alle sind wir unüberlegt und unvorsichtig, alle unzuverlässig, unzufrieden, ehrsüchtig, - doch was verdecke ich den faulen Fleck aller mit zu milden Worten: böse sind wir alle. Was man daher an einem andern tadelt, das wird jeder in seinem eigenen Busen finden.
Seneca, Drei Bücher über den Zorn

Alle sind wir wacker im Schelten. Unsere eigenen Fehler sehen wir nicht.
Menander, Sentenzen in Monostichen

Alle singen besser, wenn es heisst: Bete für mich! Italien

Alle Sklaven, die Königen und Königinnen dienen, sind zugleich auch die Spione ihrer Herzen.
Voltaire, Zadig

Alle so genannten praktischen Menschen haben ein Geschick zum Dienen: Das eben macht sie so praktisch, sei es für andere oder für sich selber.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Alle söben Jâr (Jahre) en Flöjâr, alle söben Jâr en Rûpenjar, alle söben Jâr en Käverjâr, alle söben Jar en Kranken- oder Unglücksjâr.
Holstein
i] In Holstein herrscht die Meinung, dass in jedem Jahrsiebent ein Jahr treffe, in dem sich Flöhe, eins, in dem sich Raupen u.s.w. überviel einfinden.

Alle Sohnesweiber hassen ihres Mannes Mutter.

Alle solche Fratzenbilder drücken sich unauslöschlich ein, und ich leugne nicht, dass ich mir manchmal in Gedanken damit einen Spaß mache, diese Gespenster aufrufe, und sie noch schlimmer verzerre.
Goethe, Die guten Weiber (Henriette)

Alle sollen leben, die uns Stoff zum Lachen geben.

Alle Sorgen
Nur auf morgen!
Sorgen sind für morgen gut.
Goethe, Jery und Bätely (Bätely)

Alle Sozialisten, unter ihnen und an der Spitze Marx, haben sich die Vernichtung der Staatsmacht zum Ziele gesetzt.
Lenin, Der Sowjetstaat

Alle Speise schmeckt einem Hungrigen wohl.
mhd] Alle spysen smaken dem hungergen.
la] Omnia ieiunae sunt quam dulcissima fauci.

Alle Speisen schmecken ihm.
i] Er ist kein Kostverächter.
fr] C'est un cadet de bon, de haut appétit.

Alle Spekulation, vielleicht alles Philosophieren ist nur ein Denken in Spiralen...
Arthur Schnitzler

Alle Spieler gehen weg am Ende und haben leere Hände.

Alle Spieler gehen zugrunde.

Alle Spieler haben am Ende wenig mehr als leere Hände.
bm] Hráč nejčastĕji bez penĕz.
la] Sic, ne perdiderit, non cessat perdere lusor.

Alle Sprache ist Bezeichnung der Gedanken.
Kant

Alle Sprachen setzen Gold in Umlauf.
Joubert, Gedanken und Maximen

Alle Sprachen sind aus nahe liegenden menschlichen Bedürfnissen, menschlichen Beschäftigungen und allgemein menschlichen Empfindungen und Anschauungen entstanden.
Goethe, Eckermann, 20.6.1831

Alle Sprachen, solange sie gesund sind, haben einen Naturtrieb, das Fremde von sich abzuhalten, und wo sein Eindrang erfolgte, es wieder auszustoßen, wenigstens mit den heimischen Elementen auszugleichen.
Jakob Grimm, Kleinere Schriften

Alle Sprachverschiedenheit ruht auf der Mannigfaltigkeit der Organe, und diese hängen wieder von mannigfaltiger Totalität menschlicher Organisation ab, die sich weder im Einzelnen noch im Ganzen verleugnen kann, sodann entscheidenJugendeindrücke, Zusammenbildung der Gehör-, Sprach- und Denkwerkzeuge.
Goethe, Schriften zur Literatur - Der Pfingstmontag

Alle sprechen schlecht von den Frauen und doch zieht das Herz alle zu ihnen.
Bergamasken

Alle Sprichwörter gehen auf Stelzen.

Alle Sprichwörter müssten mit goldenen Lettern geschrieben werden.
sp] Todos los refranes habian de estar escritos con letras de oro.

Alle Sprichwörter sind wahr.
sp] Todos los refranes son verdaderos.

Alle Sprichwörter warnen und mahnen.

Alle Stände haben ihr eigen Laster.

Alle starken Leidenschaften sind von dieser Art; je länger sie dauern, desto stärker entwickeln sie sich.
Tschernyschewski, Was tun?

Alle Stauden haben Ohren und alle Bichl (= Hügel) Augen.

Alle Steine aus dem Wege räumen.
i] Alle Hindernise beseitigen.
bm] Dva tvrda kameni zřídka dobré mouky namelí.
la] Lapis lapidem terit.
sd] Twå hårda stenar mala sälln gott mjöl.

Alle Sterne am Himmel grüßen den Polarstern, alle Flüsse der Erde fließen anch Osten.
i] In China fließen die Flüsse tatsächlich nach Osten. Gemeint ist hier, dass es wie im Staat Herrscher im Universum Fixpunkte und Gesetze gibt, denen sich alles unterordnet.

Alle Stich zieh' ich, sagt der Schuster, und das muss halten.

Alle Stiche verlieren.

Alle Straßen führen nach Rom.
it] Tutte le strade portano a Roma.

Alle streben nach Gewinn, doch wenige erzielen ihn.

Alle streben nach Wohlstand, aber nur wenige bringen es zu Wagen und Dienerschaft; manche Menschen entbehren des Weibes, wo doch alle möglichen Weiber hundertfach vorhanden sind.
Mahâbhârata

Alle Streitigkeiten entstehen, weil einer dem anderen seine Ansichten aufzwingen will.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Alle streng eingekerkerten Kräfte zerreißen und zerstören.
Dickens, Harte Zeiten

Alle Stümme wöllen a S'ach (viel) reden.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Man will gern seine Fehler verbergen und das scheinen, was man nicht ist. Stumme wollen am meisten reden.

Alle Stund ein Schritt und alle Wirtshäuser Einkehr ist übel gehauset.

Alle Stunden ein ander Gesicht machen.
i] Wer sich gar nicht gleich bleibt.

Alle Stunden einen Esslöffel, sagt der Doktor.
i] Vom allmählichen Gebrauch einer Sache, wenn etwas in kleinen Portionen gebraucht werden soll.
Jüdisch-deutsch] Alle Schû (Stunde) an Esslöffel.

Alle Stunden umfasse mit beiden Armen. So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe an Lucilius

Alle Stunden verwunden, die letzte aber tötet.
la] Vulnerant omnes, ultimat necat. Inschrift auf Sonnenuhren

Alle Stunden
Schlagen dir Wunden.
In der letzten
Wirst du gesunden!
Deutscher Hausspruch

Alle südlichen Nationen würden eine unendliche Langeweile finden, wenn sie gegen die Ihrigen sich in der fortdauernden, wechselseitigen Spannung erhalten sollten, wie es die Nordländer gewohnt sind.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winckelmann und sein Jahrhundert - Gesellschaft

Alle Sünde büßt sich selbst.

Alle sünden geschehen freiwillig.
la] Omne peccatum voluntarium.

Alle Sünden widerstreiten der Klugheit, wie auch alle Tugenden von der Klugheit ihre Richtschnur empfangen.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Alle Tag gleich satt, macht zuletzt eine wüste Hofstatt.
Hessen

Alle Tag weh, stirbt nimmermeh.
i] Wer dauernd klagt, ist meist gar nicht so krank. Scherzhafter Spott bei immer Klagenden, oder Ausdruck liebloser Ungeduld in Betreff Kranker, deren Pflege sehr lästig wird.

Alle Taga voll und übersatt, all Wochen zwey mal im Bad machen endlich eine böse Hofstatt.

Alle Tage anders.
i] Scherzhafte Antwort auf die Frage, wie jemand heiße, wenn er den Namen 'Anders' führt.

Alle Tage Bier satt, alle Wochen zwier Bad macht eine wüste Hofstadt.

Alle Tage dient mir das dumme Benehmen eines anderen zur Warnung und zur Belehrung, was sticht, trifft und weckt uns sicherer, als was uns angenehm ist.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alle Tage ein ander Werk.
la] Fininut pariter, renovant que labores gantur.

Alle Tage ein Fädlein ist ein Hemdsärmel im Jahr.
ho] Alle dagen een draadje is een hemdsmouw in het jaar.

Alle Tage einen Faden, macht des Jahres ein Hemde.

Alle Tage einen Stich macht das (o. im) Jahr noch keinen Schuh.
la] Otia dant vitia.

Alle Tage einmal, ist keine Qual.

Alle Tage findet sich bei einem alten Mann etwas Neues.
i] Nämlich ein neues Gebrechen.

Alle Tage gleich satt, macht zuletzt eine wüste Hofstatt.

Alle Tage Huhn im Topf
und Gans im Bett - man kriegt es satt.
Tucholsky, Wie man's macht

Alle Tage ist kein Sonntag.
en] Sunday does not come every day.
fr] Ce n'est pas tous les jours fête.

Alle Tage ist's nicht Feiertag, als für die Narren.

Alle Tage Kapaun und nie was Frisches, klagte die Kammerjungfer.
ho] Altijd kapoenen, nimmermeer wat versch.

Alle Tage König Artus vnd Crösus Hof halten.

Alle Tage Kraut, dass dich die Bockshaut, wer hätt's dem Pitter zugetraut.

Alle Tage sind immer Esstage, nicht alle sind Erwerbstage.
Estland

Alle Tage sing' und sage: Lob der Himmelskönigin.
la] Omnia die, die Mariae.

Alle Tage um den Herd, ist des Sündags unwêrt (schämenswert).
i] Wenn ein Frauenzimmer ihren besten Kleiderstaat in der Woche am Herde aufschleppt, so hat sie Sonntags nichts Angemessenes anzuziehen.

Alle Tage voll macht das Haus leer.

Alle Tage vollauf und vollen Kropf haben.

Alle Tage was macht am Ende des Jahres einen Haufen.
ho] Alle dagen wat maakt aan het einde des jaars een grooten hoop.

Alle Tage was Neues! sagte die Katz, als sie sich das Maul verbrannte.

Alle tage weh, stirbt nimmermeh.
la] Multum decubare, et nunquam espirare. = Qui semper aegrotant, duitissime vivant.

Alle Tage, die Gott verleiht.
ho] Alle dagen, die God verleent.

Alle tagen Martinstag (10.11.), zechevoll frühe und spatt, in die wochn zwier ins badt machen eine lere hofstadt.

Alle Tannen haben Ohren.

Alle Tätigkeit, die nicht von den Göttern ausgeht, ist des Menschen unwürdig. Es ist also gut, sich in Vorrat zu setzen.
Friedrich Schlegel, Über die Philosophie

Alle Tatmenschen sind Träumer.
England

Alle Teile des Kults sowie alle Prinzipien des katholischen Dogmas zielen darauf ab, die Laien in absolute Abhängigkeit vom Klerus zu bringen.
Saint-Simon, Neues Christentum

Alle Tiefen des Daseins liegen in einer großen, reichen Seele, und sie werden immer klarer dem, der das Glück hat, in einer solchen eigentlich heimisch zu werden.
W. v. Humboldt, an Karoline, 29. 6. 1809

Alle Tier' ein Paar sind miteinander, drum auch der Mensch will sein selbander.

Alle Tier und vöglein seind so weiß, sie ruhen ein stündlein auf die speis'.
fr] Souvent les bêtes montrent à vivre aux hommes.

Alle Tiere folgen der Natur.
mhd] Alle deirte volgen der natûr.
la] Omnia naturae parent animantia passim.
mhd] ein adelig tier, en edeler boum die habent von art ouch edelen zoum.

Alle Tiere fressen die Cassaba, aber das Kaninchen allein bekommt die Schuld.
i] Wer einmal einen schlimmen Ruf hat, dem wird alles Böse nachgesagt, er muss stets der Sündenbock sein.

Alle Tierlein leben gern.

Alle Tierlein ohne Augen zum Graben gut im finstern taugen.

Alle Tierlein sind so weis', sie ru'hn ein' Weil' auf ihre Speis'.

Alle tragen wir einen Narren unter der Kappe, aber der eine kann ihn besser verbergen als der andere.

Alle Trauer der Erde ist Einsamsein.
Hanns Johst, O Du

Alle Träume der Katzen spielen nur unter Mäusen.

Alle Trübseligkeit und Krankheit ist vom Teufel, nicht von Gott. Gott erlaubt aber dem Teufel, uns zu schaden, wenn er verachtet wird.
Martin Luther, Tischreden

Alle trügerischen Lehren, welche das Herz Lügen straft, überzeugen nicht.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

alle Trümpfe in der Hand haben
en] to have all the trumps in o's hand - to hold all the trumps (o. cards)
fr] avoir tous les atouts en main (o. dann son jeu)
it] avere l'asso nella manica (o. il coltello per il manico)

Alle Tugend hat aufgehört, Gerechtigkeit ist auch zerstört; der Geistlich irrt, das Geld regiert, die Simonie hat die Welt verführt.

Alle Tugend muss sich an den stab der bestendigkeit halten, sonst stehn sie wie ein schatten.

Alle Tugenden aus Nachahmung sind Affentugenden, eine gute Handlung ist sittlich gut, nur wenn man sie als solche tut, nicht weil andere sie tun.
Rousseau, Emile

Alle Tugenden haben einen löblichen Ursprung, allein die Vorsichtigkeit wurde von einem schändlichen Vater, dem Misstrauen, und von einer abschewlichen Mutter, der Widerwertigkeit, geboren.
Grimmelshausen, Ewiger Kalender.
la] Virtus, justicia, clerus, mammon, Simonia cessat, calcatur, errat, regnat dominatur.

Alle Tugenden sind in Gefahr, wenn die Kindesliebe angegriffen wird.
China

Alle Tugenden sind nämlich gefährlich auf dieser Welt...
Brecht, Mutter Courage und ihre Kinder

Alle tun Gottes Werk, ob sie wollen oder nicht.
Und wie schön ist es, zu wollen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1889)

Alle Türen führen ins Haus, aber auch hinaus.

alle Türen stehen ihm offen
en] all doors are (o. every door is) open to him
fr] toutes les portes lui sont ouvertes
it] ha tutte le porte aperte

Alle Türen verschlossen finden.

Alle Übel sind unversuchtes Gutes.
Schottland

Alle Übergänge sind Krisen, und ist eine Krise nicht Krankheit?
Goethe, Lehrjahre VIII,1

Alle üble Nachrede hat ihren Grund vorzüglich im Neide, weshalb denn Leute mit fehlgeschlagenen Hoffnungen mehr zum Räsonieren und Skandalisieren aufgelegt sind als Leute, denen es wohl geht.
Goethe, Eckermann, 4.9.1829

Alle ungebildeten Menschen werden durch den Stoff, nicht durch die Behandlung interessiert.
Goethe, Schriften zur Literatur - Entwurf zu einem Volksbuch historischen Inhalts

Alle Unkinder oder Hurenkinder haben gunst und ehre, loser und unverständiger Leute.

Alle Unklarheit hat eine Ursache - die Menschen erkennen nicht, dass Leben Teilnehmen an der Vervollkommnung der eigenen Person und des Lebens heisst.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1895)

Alle unmittelbare Aufforderung zum Ideellen ist bedenklich, besonders an die Weiblein. Wie es auch sei, umgibt sich der einzelne bedeutende Mann mit einem mehr oder weniger religios-moralisch-ästhetischen Serail.
Goethe, Maximen und Reflexionen 802

Alle Unruhe kömmet von bösen Leuten.

Alle unselige (unwirtschaftliche) Weiber werden im Wochenbett selig (wirtschaftlich).

Alle unser sinn und mut steht nu na geld und gut, und wen wi dat erwerben, so legge wi uns nedder und sterben.

Alle unsere Eigenschaften sind ungewiss und zweifelhaft, sowohl die guten wie auch die bösen, und sie sind fast alle den Gelegenheiten zu verdanken.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Alle unsere Irrtümer übertragen wir auf unsere Kinder, in denen sie untilgbare Spuren hinterlassen.
Maria Montessori, Kinder sind anders

Alle unsere Leiden kommen daher, dass wir nicht allein sein können.
fr] Tout notre mal vient de ne pouvoir être seul.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Alle unsere Streitigkeiten entstehen daraus, daß einer dem anderen seine Ansichten aufzwingen will.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Alle unsere Weisheit besteht in knechtischen Vorurteilen, alle unsere Bräuche sind nur Unterwerfung, Marter und Zwang.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alle Untugend ist Sünde.
1. Joh. 5, 17

Alle Urteil kommen von klage und antwort.
i] Können erst gefällt werden, wenn beide Teile gehört worden sind.

Alle Vaterunser lang.
i] Um die Wiederholung eines Vorgangs in so kurzen Pausen auszudrücken, als man Zeit zum Beten des Vaterunsers bedarf.

Alle Vergangenheit existiert nur als lebendige Erinnerung eines gegenwärtigen Kopfes.
Alle Vergangenheit ist eine Selbsterinnerung Gottes.
Christian Morgenstern, Weltbild: Am Tor

Alle vergebenen (vergessenen) Sünden sind quitt.
fr] À tout péché misericorde.

Alle Vergnügungen auf alle Weise genießen zu wollen, ist unvernünftig; alle ganz vermeiden, gefühllos.
Plutarch, Gastmahl der 7 Weisen

Alle Verhältnisse der Dinge wahr. Irrtum allein in dem Menschen. An ihm nichts wahr, als dass er irrt, sein Verhältnis zu sich, zu anderen, zu den Dingen nicht finden kann.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1379

Alle verlangen nach eines Fremden Liebe, doch da sind zwei Nachteile: Er wird weder bleiben, noch dich mitnehmen.
Hindi, Indien

Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe, ja ist durchaus nur ein näher bestimmter, spezialisierter, wohl gar im strengsten Sinne individualisierter Geschlechtstrieb.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Alle Versuchsarbeit ist schwer.

Alle Verträglichkeit ist aus der Welt verschwunden, sagte die Frau, als die Katze einen Hund zerzauste.
ho] De vredelievendheid is uit de wereld, zei Filippijn, en hij zag eene kat met eene rat vechten.

Alle verwunden, die letzte tötet.
i] Inschrift auf Sonnenuhren
la] Omnes vulnerant, ultima necat.

Alle verzeihen, niemand kommt zur Hilfe.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe an Lucilius

Alle viere in einen Leffel setzen.
Schlesien
i] Läufel, d.i. die vier Füße auf einen Punkt zusammenthun.

Alle Viere von sich strecken.
fr] Il et tombé les quatre fers en l'air.

Alle vierkantig, segg jene Fru, aber dat Geld mutt rund gan.

Alle vierkantig, seggt Lohmann, bet op den Grüttputt, de mutt rund lopen.

Alle Vögel fliegen nicht in einer Richtung.
Estland

Alle Vögel fliegen nicht in gleicher Höhe.
Estland

Alle Vögel haben Flügel, und doch kann nicht jeder so hoch fliegen wie der Adler.
dk] Alle fugl har feyr og vinger, men kunne dog ei flyve sau høyt som ørnen.

Alle Vögel können nicht auf einmal fliegen.
Estland

Alle Vögel schreien; wenn aber die Eule schreit, so ist's ein Unglücksvogel.
Surinam
i] Um jemand zu sagen: Du bist und bleibst ein böser Mensch, auch wenn du dich unter die guten mischest. Auch: Wer einmal in einem bösen Rufe steht, dem wird alles zum Bösen ausgelegt; o. ich mag reden und tun, was ich will, es wird mir alles übel genommen.

Alle vom Mann erfundenen Idole sind, wie Furcht erregend er sie auch gebildet hat, tatsächlich von ihm abhängig, und deshalb wird er imstande sein, sie zu zerstören.
Simone de Beauvoir, Das andere Gesicht

Alle Vorgefühle, wenn sie durch das Ereignis bestätigt werden, geben dem Menschen einen höheren Begriff von sich selbst, es sei nun, dass er sich so zart fühlend glauben kann, um einen Bezug in der Ferne zu tasten, oder so scharfsinnig, um notwendige, aber doch ungewisse Verknüpfungen gewahr zu werden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Alle Vorstrande sind des Königs.
[RSpW]
i] Meeresufer und das mit ihnen in Berührung Kommende; sie gehörten, wie alles, woran sonst niemand ein begründetes Eigentum nachweisen konnte, dem Volke, vertreten durch den König.
jütisch] Alle vorstrande syn des Köninges.

Alle Vorteile gelten, säd' de Düwel, do trock he sik 'n Worm ût'n Môrs un bunn sik 'n Schô domit tû.

Alle Vorteile gelten, sagte der Bauer, da legte er seinem Weibe ein Dutzend Eier zum Brüten unter, da sie schlief.
ho] Voorzigtigheid is de moeder der wijsheid, zei Joris, en hi leide, terwijl zijne vrouw sliep, een half dozijn eijeren onder haren aars, om uit te broeijen.

Alle Vorteile helfen, sind sie noch so klein.

Alle Vorteile helfen, sprach die Sau, und schnappte nach einer Mücke.
mhd] Alle bate helpet, de söge snappet na der muggen.
la] Parva iuvant: culicem deprehendere sucula tentat.

Alle Vorteile helfen, und sind sie noch so klein.

Alle Waffen müssen Gold oder Silber haben.

Alle wahre Kultur kommt vom Christentum.
Juan Donoso Cortés, Discurso sobre la situación general de Europa, 30.1.1850

Alle wahre Politik ist auf die Bedingung eingeschränkt, mit der Idee des öffentlichen Rechts zusammenzustimmen.
Kant

Alle wahre Religion scheitert an dem Konfessionswesen.
Seume, Vorrede zu 'Bemerkungen über einige schwierige Stellen des Plutarch'

Alle wahren Germanen gingen ins Ausland; das jetzige Deutschland ist eine vorslawische Station und bereitet dem panslawistischen Europa den Weg.
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Alle wahren Muster des Geschmacks sind in der Natur.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alle wahren Nationalgedichte durchlaufen einen kleinen Kreis, in welchem sie immer abgeschlossen wiederkehren, deshalb werden sie in Massen monoton, indem sie immer nur einen und denselben beschränkten Zustand ausdrücken.
Goethe, Schriften zur Literatur - Volksgesänge abermals empfohlen

Alle wahrhaft großen Dichtungen sind Variationen zum Schicksalsliede, seien es Maestosi, Allegri oder Scherzi.
Christian Morgenstern, Stufen

Alle Wahrheit ist Schönheit, und alles Unschöne ist Unwahrheit.
Bettina von Arnim (1785-1859), Ilius Pamphilius und die Ambrosia

Alle Wahrheiten sind Halbwahrheiten. Sie als volle Wahrheiten zu behandeln heißt den Teufel spielen.
Alfred North Whitehead (1861 - 1947)

Alle Wappen müssen Gold oder Silber haben.

Alle warten wir auf die große Liebe. Aber können wir sie aus kleinen Liebeleien zusammentragen?
Lec, Unfrisierte Gedanken

Alle Wasser eilen der Küste, und Geld dem reichen Manne zu.
Dänemark

Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller.
Pred. Salomo, I, 7

Alle Wasser machen nass.

Alle Wasser seind jhm süß.
i] Er liebt alles, was ihm vorkommt.
dk] Alt vand er dem sødt.

Alle Wege der Liebe, die wir kennen,... sind ebenso seltsam wie das Verlangen, alle Bücher der Welt zu lesen und alle Erkenntnisse zu sammeln.
Soeroto, Flüstern des Abendwinds

Alle Wege führen nach der Mühle.

Alle Wege führen nach Rom, aber mancher eher als der andere.
it] Ogni strada và a Roma, mal' una è più corta dell' altra.

Alle Wege führen nach Rom, sagte jener, ich gehe über Herrnhut.
z] Alle Wege führen nach Rom, sagt Koszmian, da reiste er mit dem Peterspfennig nach Homburg.

Alle Wege führen nach Rom.
i] Also in die katholische Kirche. Derselbe Zweck kann auf verschiedene Weise erreicht werden.
en] All roads lead to Rome.
en] More ways to the wood than one.
fr] Tous les chemins mènent à Rome.
fr] Tous chemins vont à Rome.
it] Tutte le strade conducono a Roma.
sd] Alla wägar föra till Rom.
sp] Todos los caminos van á mi casa.

Alle Weiber haben einerlei Sinn.
z] Weib ist im Süden die norddeutsche Frau, und Frau nur die Herrin oder Gebieterin, noch ganz wie im Altdeutschen, wie überhaupt die Wörter Dirn (norddeutsche Magd oder Mädchen), Madl, Weib u.s.w. bei den deutschen Alpenbewohnern nur die alte, reine und schöne Bedeutung haben. Der süddeutsche Bauer, Handwerker und Kleinstädter sagt nicht: Meine Frau, sondern mein Weib. Als Hausfrau heisst die Süddeutsche einfach: die Bäuerin, die Wirtin, die Tischlerin, die Kramerin, oder sie wird in ihrer Abwesenheit und als dritte Person auch nur Sie genannt, wie in solchem Falle ihr Mann Er heisst.'
mhd] An dem griff sind älleu weib des einen leders, wie mans treib.

Alle Weiber sind Ware, mehr oder weniger kostet
Sie den begierigen Mann, der sich zum Handel entschließt.
Glücklich ist die Beständige, die den Beständigen findet,
Einmal nur sich verkauft und auch nur einmal gekauft wird.
Goethe, Epigrammatisch

Alle weinen nicht zur gleichen Zeit.

Alle Weisheit bringt
Bedingte Wahrheit nur, nicht Wahrheit unbedingt.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Alle Welt erhebt sich wider einen Menschen, dessen Stern im Aufgehen begriffen ist; kaum dass ihm die, welche er für seine Freunde hält, sein wachsendes Verdienst und die ersten Anzeichen der Teilhabe am Ruhm verzeihen, den sie selbst schon besitzen.
La Bruyère, Vom Urteil

Alle Welt hat nur einen Willen: Dass es ihr wohl (er)gehe.

Alle Welt ist voller Narren.
la] Stultorum plena sunt omnia.

Alle Welt lebt eines Gottes, aber nicht eines Menschen.

Alle Welt maßt sich Recht über einen Kranken an. Priester, Ärzte, Diener, Fremde und Freunde - ja, bis herunter zu den Wärtern glaubt jeder, ihn beherrschen zu können.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Alle Welt schreit über Undankbarkeit. Die Klage ist aber sicher unrichtig angebracht: man sollte sich über Eitelkeit beklagen. Nur ausgesprochene Schurken sind wissentlicher Undankbarkeit fähig; aber fast jedermann ist fähig, zu denken, er habe mehr getan, als der andre verdient, während der andre denkt, er habe weniger empfangen, als er verdiene.
Pope, Aphorismen

Alle Welt sorgt sich: Die einen, dass die Perlen ihnen zu dünn, die anderen, dass die Perl-Grütze ihnen zu dünn ist.
Jiddisch
i] Gemeint sind die Sorgen der Reichen und der Armen.

Alle Welt verurteilt den Egoismus. Egoismus aber ist das Grundgesetz des Lebens. Es kommt nur darauf an, was man als sein Ego anerkennt.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Alle weltlichen Wesen führen sich auf drei Dinge zurück: Ehre, Reichtum, Vergnügen.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Alle Wenden wetten windisch.
i] Die Strafgelder, welche bei Vergehen an den Richter zu zahlen waren, scheinen nicht in allen Stadt- und Landrechten gleich gewesen zu sein; sogar die persönlichen Rechte mögen, nach dem obigen Sprichwort, darauf Einfluss gehabt haben, sodass die Wenden nach windischem Rechte zahlten.
mhd] Alle wende wetten windischiu.

Alle werden einmal zwei Hände gekreuzt (auf der Brust) haben.
Estland

Alle Werktag um den Herd ist des Sonntags schämenswert.

Alle Wesen erstreben das Gute, doch nicht alle erkennen das Wahre.
Thomas von Aquin, Über die Wahrheit

Alle wichtigen Fragen entscheiden sich besser über Nacht.
Epicharmos, Fragmente

Alle wie aus einem Munde.

Alle wie aus einem Ofen.

Alle willen up em riden (reiten).
i] Jeder will sich an ihm reiben.

Alle Winkel, Kisten und Kasten voll haben.

Alle wirken wir zu einem Endergebnis zusammen, die einen wissend und aufmerkend, die anderen, ohne es zu achten.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Alle Wirkungen, von welcher Art sie seien, die wir in der Erfahrung bemerken, hängen auf die stetigste Weise zusammen, gehen ineinander über; sie undulieren von der ersten bis zur letzten. dass man sie voneinander trennt, sie einander entgegensetzt, sie untereinander vermengt, ist unvermeidlich; doch musste daher in den Wissenschaften ein grenzenloser Widerstreit entstehen.
Goethe, Aphorismen und Fragmente - Natur

Alle wissen guten Rat, nur (der) nicht, der ihn nötig hat.
sd] Alla weta god råd förutan den i wåndan står.

Alle wissen und sehen nicht alles, was soll einer alle wissen und sehen.
la] Qui statuit aliquid parte inaudita altera aequum licet statuerit, haud aequum est tamen.

Alle wissen wir, dass die Echo uns nur den Schall unsrer Worte zurückgibt, dass, wie wir fragen, sie uns antworte.
Johann Gottfried Herder, Das eigene Schicksal

Alle Wissenschaft kommt durch die Sinne.
z] Alle der Menschen wissenschafft kommt durch die fünff Sinn; dieselbe seint in einem mehr frisch und hurtig, im andern lam, stumpff und mangelhafft. Wie nun die sinne, also auch die wissenschafft.
la] Sensus sunt scala scientiae.

Alle Wissenschaften müssen sich auf die Natur gründen.
Feuerbach, Vorläufige Thesen zur Reformation der Philosophie

Alle Witwen sind reich.
en] Widows are always rich.

Alle Wochen einen andern Knecht und das Jahr zwölf Mägde.

Alle Wohltat findt ihre stete.

Alle Wolken regnen nicht.
mhd] Alle wolken regen nicht.
la] Depluit haud omnis quam cernis in aëre nubes.
ho] Alle wolken regenen niet.
sd] Alt moln geer intet regn.

Alle wollen geliebt werden. Auch und gerade die Schwierigen und Problematischen.
Unbekannte Quelle

Alle wollen zurück zur Natur, nur nicht zu Fuß.

Alle Wort auf das Goldwägelein legen.

Alle Worte sind Aussagen, aber nicht alle sind Zurücknahmen.
Estland

Alle Worte sind ja nicht Aussagen.
Estland

Alle Würden dieser Welt wiegen einen guten Freund nicht auf.
Voltaire, Jeannot und Colin

Alle würden eher ihr väterliches Erbteil abtreten als eingestehen, dass ihnen Geist und Witz fehlen... Glaubet jedoch nicht, dass es diesen Hohlköpfen an Kohlköpfen mangele, die ihre Ansichten billigen; die plumpste Dummheit, die absurdeste Verkehrtheit findet auf Erden bekanntlich die meisten Bewunderer und Liebhaber, weil eben, wie ich euch schon gesagt habe, fast alle Menschen der Torheit huldigen.
Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit

Alle Zauber der Vergangenheit können nicht eine einzige Berührung mit der Gegenwart ersetzen.
Rolland, Jugenderinnerungen

Alle Zehn danach lecken (strecken).

Alle zehn Finger braucht man zum essen, aber der Daumen ist es, der die Speisen in den Mund schiebt.
Assam, Indien

Alle zehn Finger danach lecken.
ho] Hij zal daar nog met vinger en duim van likken.

Alle Zeiche fluchen.
i] Alle Verwünschungsformeln aussprechen.

Alle Zeichen lügen nicht.

Alle Zeit, treu bereit, für des Reiches Herrlichkeit.
Graf Moltke
fr] Il faut du temps pour tout.

Alle Zerstreuung schwächt.
Novalis Teplitzer Fragmente

Alle Zinsen fahren.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die mittelalterliche Einrichtung, den Brauch der Grundherren, die Lehnsleute zu pünktlicher Zinsenzahlung zu veranlassen, indem die Verabsäumung der Zinsentrichtung durch die Rutscherzinsen geahndet wurde. Der Rutscherzins aber besteht darin, dass mit jedem Tage der Zahlungsverzögerung der Betrag des rückständigen Zinses sich verdoppelt. So oft die Sonne auf- und niedergeht, der Schilling doppelt.
mhd] Alle zinss fharen.

Alle Zivilisation fängt mit der Theokratie an und hört mit der Demokratie auf.
fr] Toute civilisation commence par la théocratle et finit par la démocratie.
Victor Hugo, Notre Dame

Alle zu gleich! rief der Bauer, da hatte er nur ein Pferd vor dem Wagen.

Alle Zucht ist der Jugend zuwider.
la] Nulla dulcis est infantiae disciplina prudens.

Alle zwanzig Jahre eine neue Welt.

Alle Zweifel und Klagen der Menschen über die Verwirrung und den wenig merklichen Fortgang des Guten in der Geschichte rühret daher, dass der traurige Wanderer auf eine zu kleine Strecke seines Weges siehet.
Johann Gottfried Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Alle Zweige eines Baumes gleichen einander wie Mutter und Tochter.

Alle, die äußerlich eine ernste und strenge Miene zur Schau tragen, während sie innen hohl und beschränkt sind, sind die niedrigsten Menschen.
Kung-fu-tse, im Lun-yü

Alle, die der Tag beschienen, haben ihren Feind in ihnen.

Alle, die die Sonne bescheint, haben ihren Feind in sich selbst.

Alle, die keine Religion haben, ermangeln einer Tugend, und hätten sie auch alle andern, so könnten sie dennoch nie vollkommen werden.
Joubert, Gedanken und Maximen

Alle, die wider den Christenglauben leben, sind ungläubig.
mhd] Alle dy weder den cristen gelauben leben syne vngelowbig.

Alle, sage ich, streben dorthin, zur Freude, aber wo sie dauerhafte und große Freude finden, wissen sie nicht.
Lucius Annaeus Senec, Moralische Briefe

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, die dich finden, binden dich
An Bild und Gebärde.
Ich aber will dich begreifen
Wie dich die Erde begreift,
Mit meinem Reife
Reift dein Reich.
Rainer Maria Rilke, Das Stundenbuch

Alle, welche die Erde trägt, die Sonne bescheint.
i] Gute und Schlechte.
la] Omnium quos sol videt.

Alle, wie wir jebacken sind (= alle zusammen).
Berlin

Allegorie entsteht, wenn der Verstand sich vorlügt, er habe Fantasie.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Allehöflich, sprechen die Bergleute.

Allein auch dieses liegt in der Natur eines außerordentlichen Geistes, der, wenn er eine materielle Schale durchbricht, nie bedenkt, dass über derselben noch eine ideelle, geistige Grenze gezogen sei, gegen die er umsonst ankämpft, in die er sich ergeben oder sie nach seinem Sinne erschaffen muss.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertumnt - Heidelberg

Allein auf weiter Flur ist man kein Kämpfer.

Allein aus Politik spielt man die Prüde schon, ist mit den Jahren erst der Jugend Glanz entflohn.
Molière, Der Menschenfeind

Allein bei Freunden lässt man frei sich gehn,
Man ruht in ihrer Liebe, man erlaubt
Sich eine Laune, ungezähmter wirkt
Die Leidenschaft, und so verletzen wir
Am ersten die, die wir am zärtsten lieben.
Goethe, Tasso A III Sz 4 (Antonio) Vs 1989f.

Allein beim Um-Rat-Fragen, allein im Kummer.
Dänemark

Allein bis einer sagen kann, er begreife das Grün des Regenbogens, oder das Grün des Laubes, oder das Grün des Meerwassers, dieses erfordert ein so allseitiges Durchschreiten des Farbenreiches und eine daraus entspringende solche Höhe von Einsicht, zu welcher bis jetzt kaum jemand gelangt ist.
Goethe, Eckermann, 21.12.1831

Allein bist du nirgends allein.
i] Wer sich hat, der hat alles.
z] Schafe und Rindvieh leben in Gesellschaft, Adler horsten allein.
Julius Weber, Der lachende Philosoph

Allein daraus, dass aus Bösem Gutes, aus Unglück Glück geworden ist, folgt noch nicht, dass Böses und Unglück nicht anfänglich waren, was sie waren.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Allein das beständige Gebet erhellt und erleuchtet die Seele, festigt und verwandelt sie und erhebt sie zu Gott.
Angela von Foligno, Das Buch der glückseligen Angela von Foligno

Allein das europäische Gemeinwesen bewährt sich auch darin als ein lebendiges Ganzes, dass es in seinem inneren Leben Kräfte birgt, welche das gestörte Gleichgewicht noch immer wieder hergestellt haben.
L. von Ranke, Englische Geschichte

Allein das ist der Irrtum der Menschen, bei großen Erschütterungen und Agitationen zuviel von persönlichen Absichten zu erwarten oder zu befürchten. Die Bewegung folgt ihrer eigenen großen Strömung, welche selbst die mit sich fortreisst, die sie zu leiten scheinen.
Ranke, Engl. Geschichte

Allein das ist tatsächlich schön, was nach vielen Jahren noch so erscheint wie am ersten Tag.
Kraszewski, Gräfin Cosel

Allein der Arme tut unrecht und hat das Kalb ins Auge geschlagen.

Allein der Freundschaft Segen nähret
Das Herz durch alle Lebenszeit.
Bürger, Die Königin von Golkonde

Allein der gesunde Menschenverstand, ein so respektabler Geselle er auch in dem hausbackenen Gebiet seiner vier Wände ist, erlebt ganz wunderbare Abenteuer, sobald er sich in die weite Welt der Forschung wagt
Friedrich Engels, Anti-Dühring, Einleitung

Allein der Mensch besitzt noch manches, womit er seinen Freunden beistehen kann, das eben nicht klingende Münze zu sein braucht.
Goethe, Lehrjahre IV, 8

Allein der Mensch ist nun einmal nicht geboren, hinieden ein vollkommenes Glück zu genießen.
Erasmus von Rotterdam, Lob der Torheit

Allein der Menschheit höchste Taten,
Wuchsen wie Lilien aus dem Herzen.
Geibel, An die Verzagten

Allein der Sprung von Hass zu sanftern Trieben
Wird leichter, als man glaubt, getan.
Wieland, Juno und Ganymed

Allein der Todt zeigt an, woran man genug muss han.

Allein der Umgang mit Unwissenden ist kein Umgang und verschafft auch ihnen kein Vergnügen. Sie werden ihrer eigenen Unfruchtbarkeit müde und haben nicht Stoff genug, der ihnen Worte verschaffen könnte, das Gespräch zu unterhalten.
Chesterfield, Briefe an seinen Sohn, Bath, 4. 10. 1746

Allein der Verständige strebt, alles Denkbare seiner Klarheit anzueignen und selbst die geheimnisvollsten Erscheinungen faßlich aufzulösen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Geistes-Epochen

Allein der Vortrag macht des Redners Glück...
Goethe, Faust I, Nacht
Wagner Vs 546

Allein der Wahn ist reich oder arm.
z] Wie einer ein Wag, Aug, Urtl und Achtung vor ihm hat, also seind ihm all Ding.

Allein die eigentliche Leckerei ist nicht die Erfindung eines Hungrigen, sondern eine Folge des Nachdenkens über einen gehabten Genuss, ein Bestreben der Vernunft, die Begierde darnach durch andre Sinne wieder zu reizen...
Forster, Über Leckereien

Allein die Jugend nimmt das aus der Kindheit mit herüber, dass sie guten Gesellen nichts nachträgt, dass eine unbefangene Wohlgewogenheit zwar unangenehm berührt werden kann, aber nicht zu verletzen ist.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 18

Allein die Kunst ist unerschöpflich.
Johann Joachim Winckelmann, Kleine Schriften

Allein die Liebe findet überall einen Weg, durch Feuer, durch Wasser und Nordlandschnee.
Longos, Daphnis und Chloe

Allein die Mäßigkeit gibt die Kraft... sich mit wahrer, bleibender Freude hinzugeben.
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates

Allein die Menschen sind nichts, besser dran: Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
Goethe, Faust I, Hexenküche
Mephisto Vs 2508

Allein die Philosophie kann uns aufrütteln, sie allein kann die schwere Schläfrigkeit verscheuchen. Widme dich ihr mit aller Kraft.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Allein die Realität führt zu dem bedeutenden Kunstwerk.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Allein die Tränen, die unendlichen,
Der überbliebnen, der verlaßnen Frau
Zählt keine Nachwelt, und der Dichter schweigt
Von tausend durchgeweinten Tag- und Nächten...
Goethe, Iphigenie A V sz 6
Iphigenie Vs 2069f.

Allein die Tugend Adel bringt; der edel ist, so danach ringt.
la] Non census, ares, nec clarum nomen avorum, sed probitas magnos, ingenium que facit.

Allein die Welt! des Menschen Herz und Geist!
Möcht jeglicher doch was davon erkennen.
Goethe, Faust I, Nacht
Wagner Vs 586

Allein die zuverlässigen Entdeckungen anderer zu benutzen und den ganzen gegenwärtigen Zustand der Wissenschaft innezuhaben, Wahrheit und Tatsache von Irrtum und Betrug zu unterscheiden, die wesentlichen Grundlehren ganz zu verdauen und dann den einzelnen Teil, den Punkt der Wissenschaft, dessen Aufklärung uns näher liegt, mit steter Rücksicht auf jene Grundlage genauer zu sichten und zu kultivieren: dazu ist das Leben nicht nur, sondern selbst die Zeit der Bildung, unsere Jugend, lang genug.
Georg Forster, Ein Blick in das Ganze der Natur

Allein durch Rat und Geld nährt sich Rebellion:
Vereint bestürmen sie, es wankt zuletzt der Thron.
Goethe, Jahrmarktsfest zu Plundersweilem
Haman

Allein ehrbar ist annehmlich, selbander schlafen ist freundlich, zu dritt gehen ist lieblich.

Allein ein edler Mensch, in dessen Seele Gott die Fähigkeit künftiger Charaktergröße und Geisteshoheit gelegt, wird durch die Bekanntschaft und den vertraulichen Umgang mit den erhabenen Naturen griechischer und römischer Vorzeit sich auf das herrlichste entwickeln...
Goethe, Eckermann, 1.4.1827

Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt,
Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1726

Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
Goethe, Aus Wilhelm Meister - Mignon

Allein ein Weib bleibt stet auf einem Sinn,
Den sie gefaßt.
Goethe, Iphigenie A II Sz 1 (Pylades) Vs 791

Allein Erschlaffung ist das Los einer zu üppigen Verschwendung der Zeugungskräfte.
Forster, Leitfaden zu einer künftigen Geschichte der Menschheit

Allein es ist eine Eigenschaft der Vernunft, dass sie Begierden mit Beihilfe der Einbildungskraft, nicht allein ohne einen darauf gerichteten Naturtrieb, sondern sogar wider denselben erkünsteln kann, welche im Anfange den Namen der Lüsternheit bekommen, wodurch aber nach und nach ein ganzer Schwarm entbehrlicher, ja sogar naturwidriger Neigungen unter der Benennung der Üppigkeit ausgeheckt wird.
Kant, Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte

Allein freilich verbirgt der Despotismus gern die Schlachtopfer seiner Tyrannei.
W. v. Humboldt, Tagebuch, 9.8.1789

Allein fromm leut hoffen im Übel.
la] In malis sperare bonum, nisi innocens nemo potest.

Allein geht's nicht, sagte die Essig-Tine, als sie gefragt wurde, weshalb sie noch keinen Mann habe.
Werra

Allein getan, allein gebüßt.

Allein gewiss, ich war recht bös auf mich,
dass ich auf Euch nicht böser werden konnte.
Goethe, Faust I, Garten (Margarete) Vs 3177

Allein gib Gott dem Herrn die Ehr', mit deinem Kind sein Reich vermehr.

Allein Gott die ehr, sonst niemand mehr.

Allein Gott führt,
Wenn er nur will, zu seiner Ehre alles
Herrlich hinaus, und sei es noch so sehr
In Schwachheit gezeugt und in Sünden empfangen.
Gerhart Hauptmann, Der arme Heinrich, II, 1 (Benedikt)

Allein gott kann über Land heilen.

Allein Haushalten ist wie der Tod, aber Haushalten zu zweien ist Leben.

Allein ihr [Männer] strebt nach fernen Gütern,
Und euer Streben muss gewaltsam sein.
Ihr wagt es, für die Ewigkeit zu handeln
Wenn wir ein einzig nah beschränktes Gut
Auf dieser Erde nur besitzen möchten
Und wünschen, dass es uns beständig bliebe.
Goethe, Tasso A II Sz 1 (Prinzessin) Vs 1024f.

Allein im Bereich des Bewusstseins ist der Mensch frei, Bewusstsein wiederum ist nur im jeweils gegenwärtigen Augenblick möglich.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Allein im Grunde ist alles polemische Wirken gegen meine eigentliche Natur, und ich habe daran wenig Freude.
Goethe, Eckermann, 15.5.1831

Allein in der Phantasie des Menschen findet jede Wahrheit ihre wirkende und unbestreitbare Existenz.
Conrad, Bericht über mich selbst

Allein in Kriegszeiten bedarf ein grober Feind auch eines gewaltsamen Gegenstoßes.
Eichendorff, Halle und Heidelberg

Allein ist allein, am besten ist's daheim.
Böhmen

Allein ist besser als mit Schlechten im Verein.
Mit Guten im Verein ist besser als allein.
Friedrich Rückert, Gedichte

Allein ist das beste Fuhrwerk, da ist immer angespannt

Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding, er muss einen zweiten finden, um glücklich zu sein.
Blaise Pascal

Allein ist der Wolf glücklicher.
Estland

Allein ist der Zustand, in dem sich jeder Nachdenkliche befindet.

Allein ist einem am besten.

Allein ist es besser zu leben als zu neunt.
Estland

Allein ist es gut zu essen, zu zweit gut zu schlafen, in Mengen gut zu arbeiten.
Estland

Allein ist unsicher.
i] Gegen Ehelosigkeit.

Allein kann der Mensch nicht wohl bestehen, daher schlägt er sich gern zu einer Partei, weil er da, wenn auch nicht Ruhe, doch Beruhigung und Sicherheit findet.
Goethe, Maximen und Reflexionen 421

Allein känn män essen, ober nit arbeiten.
Warschau

Allein kann man nicht der Menge widerstehen.
Estland

Allein kann man nichts Großes verrichten.
Estland

Allein kann niemand freveln. [RSpW]
i] Es ist hier von verbrecherischen Angriffen auf den Rechtsfrieden eines anderen die Rede, die, wie Überfälle, nur von einer Anzahl von Leuten ausgeführt werden konnten. Die Zahl derselben ist in den einzelnen Rechten verschieden festgesetzt. In den nordischen Rechten werden fünf Teilnehmer, vier Männer mit ihrem Anführer, angenommen, in anderen germanischen Rechten sieben.

Allein könnte ich vielleicht einmal meinen Posten wirklich aufgeben. Verheiratet wird es nie möglich sein.
Franz Kafka, Tagebücher (1913)

Allein leid ist on neid.

Allein liegen ist am besten.

Allein lügen am besten.

Allein mein oder lass es gar sein.
mhd] Zer werlde mac niht süezers sin dan ein wort daz heizet mîn.
pt] Melhor he o men, que o nesso.

Allein niemand bedachte, dass wir nicht sehen können wie die Griechen und dass wir niemals wie sie dichten, bilden und heilen werden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Allein schlafen fördert die Wohnungsnot. [ASpW]

Allein sein bringt nur Strafen.
Franz Kafka, Tagebücher 1914

Allein sein ist besser als in schlechter Gesellschaft.

Allein sein müssen ist das Schwerste, allein sein können das Schönste.

Allein sein schickt sich nur für Gott.
Arabien

Allein sein taugt dem Menschen nicht.
Tschechien

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.
ndt] Alloa dreschn und alloa singa - bringt koa Korn und koane Kinda!

Allein Tun, allein büßen.

Allein Tyche [das Zufällige] lässt nicht nach und wirkt besonders auf die Jugend immerfort, die sich mit ihren Neigungen, Spielen, Geselligkeiten und flüchtigem Wesen bald da-, bald dorthin wirft und nirgends Halt, noch Befriedigung findet.
Goethe über seine Gedichte - Urworte - Orphisch - Das Zufällige

Allein Unglück und armut ist vor den Neidhard gut.

Allein verredt sich keins.
la] Tecum habita, et noris, quam sit tibi cutta supellex.
la] Ubi desunt audientes, non inveniuntur detrahentes.

Allein von Brot und kess wird kein gross gesess.

Allein was ist Ehre? Ein Wort. Was ist dieses Wort Ehre? Luft. Eine feine Rechnung!
Shakespeare, König Heinrich IV., 1, 5, 1 (Falstaff)

Allein weise sein.
la] Solus sapit.

Allein wer andre wohl zu leiten strebt,
Muß fähig sein, viel zu entbehren.
Goethe, Ilmenau, am 3. September 1783

Allein wie das rechte Auge.
Russland
i] Einzig und teuer.

Allein wie dem Laufe aller menschlichen Glückseligkeit sich je einmal ein Damm entgegenstellt, der ihn irgendwo zurückdrängt...
Goethe, Wanderjahre III,10

Allein wie der Auerhahn auf der Falz.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff der Wichtigtuerei und Albernheit.

Allein wie der Fuchs in der Angel.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff des Sichverlassenfühlens in der Not.

Allein wie der Teufel vor der Frühmesse.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff unnützer Geschäftigkeit.

Allein wie ein Finger.
Russland und Litauen

Allein wie ein Meilenweiser.
i] Einzeln dastehend.

Allein wie ein Sandkorn im Auge.
Russland
i] Nebenbegriff des Hinderlichseins, Inwegeseins.

Allein wie ein Tropfen in der Rinne.

Allein wie eine verspätete Mohnblume.
Russland

Allein wir selbst betrügen uns so gern
Und ehren die Verworfnen, die uns ehren.
Goethe, Tasso A V Sz 5
Tasso Vs 3336

Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Allein zu sein geziemt nur Gott.
Osmanen

Allein zu sein!
Drei Worte, leicht zu sagen
Und doch so schwer,
so endlos schwer zu tragen.
Adelbert von Chamisso, Gedichte

Allein zu tragen dieses Glück und Elend,
Vermag ich nicht.
Goethe, Iphigenie auf Tauris III,1

Allein, das rechte Burschenherz
Kann nimmermehr erkalten
Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
Der rechte Sinn stets walten.
Dr. Eugen Höfling (?), Studentenlied (1825)

Allein: in schlechter Gesellschaft.
Ambrose Bierce

Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.
Börne, Gesammelte Schriften

Alleinsein ist besser als schlechte Gesellschaft.
Irland

Alleinsein schickt sich nur für Gott.
Arabien

Allem Anschein nach haben diese Leute, wenn auch höchst irrigerweise, den Namen Kritiker im wörtlichen Sinne aufgefaßt nämlich so, dass ein wichtiger Teil seines Amtes darin bestünde Lob und Empfehlung auszusprechen und dass ein Kritiker, der nur deshalb liest, um eine Gelegenheit zu Tadel und Vorwurf zu finden, ein so barbarisches Wesen sei wie ein Richter, der sich vornimmt, alle Menschen, die ihm vorgeführt werden, an den Galgen zu bringen.
Swift, Ein Tonnenmärchen

Allem Glauben zugrunde liegt die Empfindung des Angenehmen oder Schmerzhaften in Bezug auf das empfindende Subjekt.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Allem Großen, allem Schönen
Ist des Sängers Herz geweiht.
Schenkendorf, Frauenlob

Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen, welches nur in der Beschränkung erworben wird.
Goethe, Wanderjahre I, 12

Allem stimme ich zu, was mit dir, o Kosmos, übereinstimmt. Nichts kommt mir zu früh oder zu spät, was dir zur rechten Zeit kommt. Alles, was deine Jahreszeiten bringen, ist mir reife Frucht.
Mark Aurel

Allemal derjenige, welcher!
Louis Angely, Das Fest der Handwerker

Allemal heft de Katt e Puckel.

Allemal ihrer drei.
Hannover
i] In dem Sinne: Aller guten Dinge sind drei.

Allemannen hießen wir, jetzt heißen wir füglich Alleweiber.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Allen denen, die nur beschauen, ist eine theoretische Leerheit gewissermaßen recht willkommen.
Goethe, An Knebel, 15.3.1799

Allen Dichtern fehlt ein Vers.
Italien
it] A tutti i poeti manca un verso.

Allen dingen ein maße geben, ist fürwar das beste leben.
la] Praevalet in cunctis, discreta modestia punctis.

Allen Dingen lässt sich abhelfen, nicht dem Tod.

Allen Frauen, denen die Sitte und die Scham die Befriedigung des Geschlechtstriebes untersagt, ist die Religion als eine geistigere Auslösung erotischer Bedürfnisse etwas Unersetzbares.
Friedr. Nietzsche, Unschuld des Werdens

Allen gefallen bedarf Kunst.

Allen gefallen ist nicht möglich, keinem gefallen ist Tyrannisch und Teuffelisch.

Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest.
Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
Schiller, Gedichte: Votivtafeln: Das eigene Ideal

Allen Geschlechtern gehört die Erde, jeder hat Anspruch auf alles.
Novalis, Blüthenstaub

Allen Gewalten
zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
kräftig sich zeigen
Rufet die Arme
der Götter herbei.
Goethe, Lila A II (Magus)

Allen glauben ist zuviel, keinem glauben zuwenig.
z] Nichts sei schwerer für einen Mann von Verstande, als der Glaube. Barreaux
bm] Zároven zle jest i vsechnem veriti, i nikomu.
la] Utrumque vitium est, et omnibus credere, et nulli. Seneca
pl] Zarównie zle i wszystkim wierzyé, i nikomu.
sp] Quien á todos cree, yerra, quien á ninguno, no acierta.

Allen Gutes tun, aber einem jeden die eigene Verantwortung lassen.
Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Bruder Severo), 6. Januar 1948

Allen haftet die Schlechtigkeit der menschlichen Gesinnung an, und die Erfahrung hat nur zu sehr gelehrt, wie wenig ohne Furcht vor Strafe die Menschen durch die getanen Versprechen in ihren Pflichten gehalten werden. Für die Sicherheit muss deshalb nicht durch Verträge, sondern durch Strafen gesorgt werden...
Hobbes, Vom Bürger

Allen ist das Denken erlaubt. Vielen bleibt es erspart.

Allen kann auch kein König gefallen.
la] Ardua res regi carum simul esse gregi.

Allen kann Jupiter selbst nicht gefallen.
Altgriechisch
la] Multum deliro, si cuique placere requiro.
la] Ne Jupiter quidem omnibus placet.
la] Nemo invenitur, qui satisfaciat omnibus.
la] Nemo placet omnibus unquam.
la] Nemo unus ex sententia omnium fecerit.

Allen kann man es nicht recht machen.

Allen kann man's nicht recht machen, der Herr meint, ich gefiele ihm alle Tage besser, sagte Rieke, als die Frau sie schalt, es würde alle Tage schlechter, sie habe wieder den Braten verbrennen lassen.

Allen Konfessionen den Becher der christlichen Liebe reichen.

Allen leidenden Menschen ist die Weile lang und wiederum kurz den Fröhlichen, sonderlich aber und unermeßlich lang ist sie denen, die diesen inwendigen Schmerz der Seele haben, da von Gott verlassen gefühlt wird.
Luther, Deutsche Schriften

Allen Leuten recht getan, ist die Kunst, die niemand kann.

Allen Menschen (o. Leuten) recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.
en] He that all men will please, shall never find ease.
fr] C'est chose ardue et trop profonde que d'agréer à tout le monde.
it] Nessuno può piacere a tutti.
sp] No se puede gradar á todos.

Allen Menschen gefallen, ist nicht möglich.

Allen Menschen ist es gegeben, sich selbst zu erkennen und klug zu sein.
Heraklid

Allen Menschen recht getan
Ist eine Kunst, die niemand kann.

Allen Menschen, die mich kennen, gebe Gott, was sie mir gönnen.

Allen missfällt ihr gegenwärtiger Zustand.
la] Cunctis sua displicet aetas.

Allen mit gleichen Löffeln anrichten.
i] Die Bedürfnisse sind nicht gleich; einer braucht viel, der andere wenig.

Allen Musen zum Trotz.
it] Allo dispetto delle Muse.
la] Crassa Minerva. Crassiore Musa. Invita Minerva. Pingui Minerva.

Allen muss man nicht gefallen.

Allen neuen Erscheinungen ist Geist eigen.
Robert Schumann, Gesammelte Schriften

Allen Plunder wissen wollen.

Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
sp] Nunca llueve a gusto de todos.

Allen schlafenden ist nicht zu trauen; etliche beißen auch.

Allen Schlingen zu entgehen ist nicht leicht.
la] Haud facile est omnes laqueos effugere.

Allen Sündern wird vergeben,
Nur dem Vatermörder nicht.
Grillparzer, Die Ahnenfrau, V (Jaromir)

Allen Teufeln trotz bieten.

Allen Tieren ist Frieden gesetzt, außer Bären und Wölfen.
i] Bären und Wölfe, zu welchem alle andern Arten von Raubtieren zu rechnen sind, können als allgemein schädlich von jedermann frei getötet werden. Auf diese Tiere, wenn man nicht etwa Fliegen, Maikäfer u. dgl. hinzurechnen wollte, beschränkt sich jetzt die ursprünglich allgemeine Jagdfreiheit der Deutschen.
mhd] Allen tieren ist friede gasezet, âne wolven und beren.
fr] Tout le monde est armé contre les méchans.

Allen wohl und keinem übel! wer dat nig will, den hole der Dübel.

Allen wohl und niemand wehe.

Allen wohltun und keinem wehe.
en] Charity to all with malice to none.
i] Sinnspruch am Denkmal des Präsidenten Lincoln, das sich auf dem Unions-Square in Neuyork befindet.

Allen Worten ist nicht zu glauben.

Allen zu verzeihen ist ebensowohl Grausamkeit als keinem.
Seneca, Abhandlungen

Allen zugänglich und frei machen wollen wir die Wissenschaft, sie soll nicht länger in Fesseln geschlagen werden.
Wilhelm Liebknecht, Zu Trutz und Schutz

Allen, die mich kennen und meinem Namen gönnen, denen gebe Gott, was sie mir gönnen.

Allene is allene. Böhmen

Allene singa, allene drascha (= dreschen), macht ne lustig.

Allens in Ordnung, Swiensteert achtern.

Allens inner Welt! nur keen holten Pißpot und ne Morsprück.

Allens kümmt an'n Mann, seggt dei Diern, blôt ick nich.
Mecklenburg
hdt] Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, klagte die Nonne.

Allens, wat liewet (lebt), dat liewet gêrn.
Waldeck
ho] Al, wat leven heeft ontvangen, gaat op losse en looze gangen.

Allenthalben biss vorsichtig und nimmer sicher.

Allenthalben obenauf sein, wie ein Pantoffelzapfen.

Allenthalben, wo Nationen allgemein ihren Zustand unleidlich finden, da sind ihre Minister gewiß regierungsunfähig.
Pestalozzi, Ein Schweizer Blatt

Aller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.

Aller Anfang is licht, seggt de Plümaensammler.

Aller Anfang is schwar, nur 'n Lumpenmann seiner net.
i] Die Liederlichkeit hat einen leichten Anfang.

Aller Anfang ist heiter, die Schwelle ist der Platz der Erwartung.
Goethe, Lehrjahre VII, 9

Aller Anfang ist hingeordnet auf Vollendung.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Aller Anfang ist leicht, segt de Lumpensammler.
Lüneburg

Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen.
Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre (1807-1821), I,4

Aller Anfang ist leicht, wenn man ihn mit dem Ende vergleicht.

Aller Anfang ist nur dann schwer, wenn man ihn sich zu leicht macht.

Aller Anfang ist schwer sprichwörtlich der Vater des Sattels.
Afrika

Aller Anfang ist schwer! Das mag in einem gewissen Sinne wahr sein, allgemeiner aber kann man sagen: aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen.
Goethe, Wanderjahre I, 4

Aller Anfang ist schwer! sagte der Dieb und stahl zuerst einen Amboss (o. Mühlstein).
ndt] Aller Anfang ist schwer, seggt de Deiw, un stehlt tauirst 'nen Amboss.
Mecklenburg
ndt] Aller Anfang öst schwer, segt Jenner, on stellt n'n Ambos.
Königsberg
ndt] Aller Anfang is swor, sä de Deef, do stahl he to'n ersten Mal 'n Amboß.
ho] Alle beginselen zihn zwaar, zei de dief, en voor de eerste maal stal hij een

Aller Anfang ist schwer, am schwersten der Anfang der Wirtschaft.
Goethe, Hermann und Dorothea 2. Gesang Vs 166

Aller Anfang ist schwer, blot nich bi't Steensammeln, segt de Buur.

Aller Anfang ist schwer, dachte die Reichsarmee, und verschied.

Aller Anfang ist schwer, doch ohne ihn kein Ende wär'.

Aller Anfang ist schwer, jawohl, aber das rechtzeitige Aufhören ist eine noch schwierigere Kunst.

Aller Anfang ist schwer, no's Mistladen net, do kriegt me 's leicht zuerst.
Schwaben

Aller Anfang ist schwer, nur Müßiggang, aller Laster Anfang, nicht.

Aller Anfang ist schwer, säd de Bur, do wull he de Koh bi'n Schwans in'n Stall trecken.

Aller Anfang ist schwer, säd' de Dêf, dör stöl he 'n Mählstên.

Aller Anfang ist schwer, sagte der Jung, aber zum Betteln ist der Sack leicht.

Aller Anfang ist schwer, sagte der Tanzmeister und lehrte die Gans auswärts gehen.

Aller Anfang ist schwer, wie der Teufel sagte, als er sich mit Mühlsteinen trug.

Aller Anfang ist schwer.
z] Aller Anfang ist dermaßen schwer, dass die ganze Philosophie bisher weiter nichts suchte, als eben einen. Jean Paul
z] Aller Anfang ist leicht und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen. Goethe
z] Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose.
bm] Co k hůře, vse hůře.
bm] Kazdý začátek tězký (tvrdý).
dk] Begyndelsen er altid svarest.
en] A job begun is a job half done.
en] Every beginning is hard.
en] If at first you don't succeed, try, try again. (Hickson)
en] It is the first step that is difficult.
en] The beginnings are always hard.
en] The difficulty is in the outset.
en] The first step is all the difficulty.
en] The first step is the hardest.
fin] Alku aina hankala.
fr] Il n'y a que le premier pas qui coûte.
fr] Il n'y a si difficile que le commencement.
fr] Il n'y a que le premier pas qui coûte.
fr] Le commencements sont toujours difficiles.
fr] Le premier écu est plus difficile à gagner que le second million. = Der erste Taler ist schwieriger zu gewinnen als die zweite Million.
ho] Alle begin is moeijelijk.
ho] Het begin is altijd 't zwaarste.
it] Ogni principio è difficile.
it] Il passo più duro è quello dell' uscio (o. della soglia)
it] Il più duro passo è quel della soglia.
it] Il più triste passo è quello della soglia.
it] La prima acqua è quella che bagna.
kroat] Vsaki početek je tezek.
la] Ardua prima via est.
la] Difficile est primum quidque. Auctor ad Herennium
la] Initii difficultas toleranda.
la] Omne initium difficile.
la] Omne principium grave.
la] Omnibus in rebus gravis est inceptio prima.
la] Omnium rerum primordia sunt dura.
la] Portum itineri longissimum esse.
pl] Pierwszy krok najcięższy.
pl] Początek każdéj rzeczy jest trudny.
russ] Пиха беyпа - начало.
sd] All begynnelse är swår.
sp] Al primer tapón zurrapas.
sp] El salir de la posada es la mayor jornada.
sp] La cuestión es empezar.
sp] Todo el difícil está en el comenzar.
tschech] Kazdý začátek je tĕzký.
tschud] Keik hakkatus raske.

Aller Anfang ist ungeschickt.
Novalis, Poeticismen

Aller Anfang ist zwar schwer,
Doch ohne ihn kein Ende wär'.

Aller Anfang mit Gott, bringt alles zu Ende ohne Spott.
la] A Jove principium.

Aller Anfang öss leicht, säd de Pracher, als hei dörcht erschte Dorp gegange wer on hadd nuscht ön Sack.
Heiligenbeil

Aller Anfang öss schwer, man det Prachregehen nich.
Königsberg

Aller Anfang zielet aufs Ende.

Aller Ärger kommt durch Kinder und Sklaven zustande.
Suaheli

Aller Aufschub ist gefährlich.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Claire)

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine (milde) Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit wohlgefallen.
Psalm 145, 15-16. Allgem. Tischgebet vor d. Essen

Aller Beweis geht ab nach einem Toten.
[RSpW]
i] Der Zeugenbeweis für Forderungen an einen Toten war erschwert, man verlangte vorherrschend schriftliche Urkunde.
mhd] Alle weisung get ap nach eynem todten.

Aller Christen jammer stirbt hie.

Aller Dinge Anfang ist klein.
Cicero, Über das höchste Gut und das höchste Übel

Aller dinge gedenken, ist nicht menschlich, sunder gotlich.

Aller Dinge Gehalt, er wird durch dich nur entschieden,
Leise Gottheit, auch mich richtest du, richte gelind.
Goethe, Xenien aus dem Nachlaß 52 - Zeit

Aller Dinge Hort ist das Gedächtnis.
Marcus Tullius Cicero, Partitiones oratoriae

Aller Dinge Maß ist der Mensch, der seienden, dass sie sind, der nicht seienden, dass sie nicht sind.
Protagoras, Hauptlehrsatz aus 'Wahrheit oder die Niederwerfenden', nach H. Diele, Fragmente der Vorsokratiker

Aller Dinge schlimmstes ist Genossenschaft mit Schlimmen.
Aeschylos, Sieben vor Theben, 574/75

Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.

Aller Eifer regt das Blut auf.

Aller Eigennutz ist schändliche Dieberei...
Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode

Aller Eigensinn beruht darauf, dass der Wille sich an die Stelle der Erkenntnis gedrängt hat.
Schopenhauer

Aller Fortschritt beruht auf dem allgemeinen inneren Wunsch eines jeden Organismus, über sein Einkommen hinaus zu leben.
Samuel Butler, Notizbücher

Aller Fortschritt ist bisher durch solche Einzelmenschen bewirkt worden, denn die Menge ohne den ausgezeichneten Führer ist immer konservativ; sie leistet das Äußerste, was sie kann, wenn sie die einmal erreichte Kulturhöhe einhält.
Wilh. Ostwald, Die Pyramide der Wissenschaften

Aller Geist der Welt zusammengenommen ist fruchtlos für den, der keinen besitzt: Er hat keinen eigenen Gedanken und ist nicht imstande, aus fremder Einsicht Nutzen zu ziehen.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Aller Gewinn ist im ersten Ankauf.
Schottland

Aller gewinn schmeckt wohl.
fr] De tout gain est bon le pain.

Aller Glauben ist wunderbar und wundertätig.
Novalis, Fragmente

Aller Größe Keim,
Er heisst Entsagung.
Th. Fontane, Gedichte

Aller guten Ding sind drei.
[RSpW]
i] Nimmt man 'Ding' für Gericht, dann bedeutet das Sprichwort zunächst, dass jedem drei Dinge oder Gerichtstage zugute kommen. Diese drei Dinge stehen schon mit der vorchristlichen Eintheilung des Jahres im Zusammenhange, mit der auch die alte Dreifelderwirtschaft in Verbindung stand. Sodann weist das Sprichwort auf die dreimalige Klageanstellung auf dem echten Dinge hin, bevor es zur Verurteilung des Beklagten wegen Ungehorsams kommen konnte. Drei echte Dinge erfüllten aber gerade den Zeitraum eines Jahres und die dreimal vierzehn Tage der Frist im Contumacialverfahren hinzugerechnet, ergibt das Jahr und Tag als Gesamtfrist. Das Sprichwort drückt dann die gesetzliche dreimonatliche Nachsicht aus, oder noch drei Afterdinge nach drei Echtdingen, die dreimonatliche Frist nach dem Ablauf des Jahres, von welchem erst die dritte eine peremtorische war.
en] All good things go by (o. come, run in) threes.
en] The third time es lucky.
en] Three is a lucky number.
fr] Jamais deux sans trois.
fr] Le nombre de trois est parfait.
fr] Le troisième coup fait mouche.
fr] Toutes les bonnes choses sont au nombre de trois.
ho] Alle goede dingen bestaan in drieën.
it] Non c'è due senza tre.
it] Ogni trino è perfetto.
it] Tutte le cose favorevoli sono in numero di trè.
la] Numero Deus impare gaudet. Virgil
la] Omne trinum perfectum.
sp] A las tres va le vencida.
sp] La tercera es buena y verdadera.

Aller guten Dinge sind drei und die bösen vier.

Aller guten Dinge sind drei, sagte das vierte Rad am Wagen und ließ die Luft ab.
[ASpW]

Aller guten Dinge sind drei, sagte Peter Möffert, als er dem Jungen die dritte Wahtsche gab.
Schlesien

Aller guten Dinge sind sieben.
[ASpW]

Aller Güter höchstes sei Besonnenheit.
Sophokles, Antigone

Aller Hilgen (Heiligen) stigt de Winter up de Willgen.

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