Weisheiten 71


Das Schwein stehlen und die Füße um Gottes willen geben.
Spanien

Das Schwein stiehlt, was es sieht.

Das Schwein tanzt.
i] Von denen, die etwas ohne allen Anstand tun. Wenn der Ungebildete ballmäßig erscheinen will.

Das Schwein träumt von Eicheln.

Das Schwein träumt von seinem Trog.
Finnland

Das Schwein und der Schmied sind dasselbe: Das Schwein macht Dreck, der Schmied macht das Eisen neu.
Estland

Das Schwein und der Schwiegersohn finden den Weg schon allein.
Spanien

Das Schwein und sein Treiber suppen nicht aus einem Trog.
pl] Nie składnie to: świnia zarówna z pastuehem.

Das Schwein wächst am Messer, das Mädchen am Jungen.
Estland

Das Schwein weidet mit zehn Jungen und das Lamm kaum mit einem.
i] Ein rabbinisches Sprichwort, das etwa den Sinn hat: Je ärger Schalk, je besser Glück.

Das Schwein will die Minerva lehren.
fr] Pourceau Minerve enseignant.

Das Schwein wird dann sterben, wenn es am fettesten ist.
Estland

Das Schwein wird hinten rot, wenn es zu suchen beginnt, die Frau wird vorne rot.
Estland

Das Schwein wühlt nicht in des anderen Arbeit.
Estland

Das Schwein, das man kratzt, wird fett, das weiß auch der Zigeuner.

Das Schwein, sagte der Neger, ist der einzige Edelmann in England.
z] Ein Negersklave, den Franklin mit nach England gebracht hatte, wurde von ihm gefragt, was er von England halte. ?Ei?, sagte er, ?alles arbeitet in diesem Lande. Wasser arbeitet, Wind arbeitet, Feuer arbeitet, Rauch arbeitet, Ochse arbeitet, Pferd arbeitet, aber Schwein nicht arbeitet, tut gar nichts, ist der einzige Edelmann in England.?

Das Schwein, welches zu spät kommt, findet den Trog leer.
it] Porco pigro non mangia pere mature.

Das Schweinchen schlachtet sich.
Köthen
i] Nämlich gut, um zu sagen: Die Sache geht erwünscht, das kleine Unternehmen wirft Gewinn ab.

Das Schwere an der Theaterleitung ist, dass man das Zufällige zu übertragen wisse und sich dadurch von seinen höheren Maximen nicht ableiten lasse. Diese höhern Maximen sind: ein gutes Repertoire trefflicher Tragödien, Opern und Lustspiele, worauf man halten und die man als das Feststehende ansehen muss. Zu dem Zufälligen aber rechne ich: ein neues Stück, das man sehen will, eine Gastrolle und dergleichen mehr. Von diesen Dingen muss man sich nicht irre leiten lassen, sondern immer wieder zu seinem Repertoire zurückkehren.
Goethe, Eckermann, 26.7.1826

Das Schwere fällt, das Leichte steigt.

Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.
Doch können Worte uns zu Taten führen.
Schiller, Wilhelm Tell, I, 3 (Tell und Stauffacher)

Das schwere Schicksal trifft dich, ohne dass du es kauftest.
Finnland
en] Set hard heart against hard hap.
la] Fatali lege tenemur. Ovid
la] Quemcunque dederit exitum casus, feras.

Das Schwerste finde ich die Art von Absonderung, die der Mensch in sich selbst bewirken muss, wenn er sich überhaupt bilden will; deswegen finden wir soviel einseitige Kulturen, wovon doch jede sich anmaßt, über das Ganze abzusprechen.
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Das Schwerste für den Menschen ist Selbsterkenntnis.
Arabien

Das Schwerste klar und allen fasslich sagen,
Heisst aus gediegnem Golde Münzen schlagen.
Emanuel Geibel, Sprüche

Das Schwerste muss am meisten wiegen.
ho] 'T swaerste moet meest weghen.
la] Sicut quod gravius preponderat undique pondus.

Das Schwerste: immer wieder entdecken, was man ohnehin weiß.
Fliegende Blätter

Das schwert bei dem hefte haben.

Das Schwert der Gerechtigkeit hat keine Scheide.
Frankreich

Das Schwert flößt Furcht ein, selbst in der Scheide.

Das Schwert geht vor.
[RSpW]
i] Nach dem deutschen Erbrecht blieb das Erbe in der Familie. Die Erbfolge, ein liegendes Gut, war aber innerhalb der Familie wieder von der Fähigkeit zum Kriegsdienste abhängig, nur wer diese besaß, konnte liegendes Gut erben, das Schwert geht vor.

Das Schwert gern in die Scheide stecken.

Das Schwert im Munde führen.
Luther
i] Von scharfer Rede.

Das Schwert ist das recht und Wahrheit.

Das Schwert ist der schärfste Disputator.

Das Schwert ist des Räubers Recht.
i] Schwert, Galgen und Rad waren die regelmäßigen Todesstrafen des mittelalterlichen Rechts, die am wenigsten schimpfliche war die Enthauptung durch Beil oder Schwert. Mit dem Schwert büßte, wer mit offener Gewalt im Zorn, überhaupt ohne Heimlichkeit ein Verbrechen begangen hatte.

Das Schwert ist ein Rezept zum Frieden.
sd] Swärdet skillier trätor åt.

Das Schwert ist für den, der es trägt, die Brücke für den, der sie überschreitet, das Pferd für den, der es besteigt.
Türkei

Das Schwert ist gefährlich, aber der Zorn noch gefährlicher.
Tamil, Indien

Das Schwert ist leichter von der Wand herabgenommen, als hingehängt.

Das Schwert kennt keinen Freund.
i] Mit Gefahr lässt sich nicht scherzen

Das Schwert macht dem Streit ein Ende.
dä] Sverdet giør ende paa tretten.

Das Schwert mit beiden Händen fassen.
Luther
i] Tüchtig angreifen.

Das Schwert mit Honig bestrichen
la] melle litus gladius

Das Schwert muss sich nach der Hand richten.
sp] La espada y la sortija, en cuya mano esten.

Das Schwert ohn Gesetz ist ein Tyrann; und das Gesetz ohn Schwert ist wie eine Glocke, da kein Klöppel innen ist.

Das Schwert schützt (trägt) den Frieden.
bm] Kdo meč dr?í, pokoj udr?í.
fr] Qui porte espee porte paix.
la] Ferens ensem fert pacem.
pl] Kto miecz trzyma, pokój miewa.

Das Schwert tötet viel Leute, der Wein noch mehr.

Das Schwert viel um das leben bringt; das saufen noch viel mehr verschlingt.

Das Schwert von deiner Seit', es ist nicht Fechtens-Zeit.

Das Schwert will nicht aus der Scheide.

Das Schwert zum Kampf, das Schild zum Schutz.
dä] Brug sverdet til de skyldige og skioldet til de uskyldige.

Das Schwierige am Erfolghaben ist eben, dass man es jeden Tag wieder haben muss.
Fliegende Blätter

Das Schwierige bei der Natur ist: das Gesetz auch da zu sehen, wo es sich uns verbirgt, und sich nicht durch Erscheinungen irre machen zu lassen, die unsern Sinnen widersprechen. Denn es widerspricht in der Natur manches den Sinnen und ist doch wahr. Dass die Sonne stillstehe, dass sie nicht auf- und untergehe, sondern dass die Erde sich täglich in undenkbarer Geschwindigkeit herumwälze, widerspricht den Sinnen so stark wie etwas, aber doch zweifelt kein Unterrichteter, dass es so sei.
Goethe, Eckermann, 24.2.1831

Das Schwierige ist, den Fuß in den Steigbügel zu bekommen.
England

Das Schwierige leicht behandelt zu sehen, gibt uns das Anschauen des Unmöglichen.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,5

Das Schwierigste, was ich weiß, ist der Übergang von der anerzogenen Hörigkeit zu dem Genuss der Selbständigkeit und Freiheit.
Chamisso, Reise um die Welt

Das sechste Gebot, welches, schon in der Wüste, dem Elohim-Jehova so nötig schien, dass er es mit eigenen Fingern in Granittafeln einschnitt, wird in unsern löschpapiernen Katechismen immerfort aufrecht zu erhalten nötig sein.
Goethe, An Zelter, 29.1.1830

Das Seefahren hat für diese Menschen einen großen Reiz; und dennoch glaube ich, daheim ist ihnen allen am wohlsten zumute.
Heine, Reisebilder, Norderney

Das Seewasser muss freilich scharf (gesalzen) sein, wenn so viel Heringe darin schwimmen.
ho] Dat het zeewater zoo zout is, komt van al de pekelharings, die er in zwemmen, zei de oude vrouw.

Das Segel ist im Wasser.

Das sehe ich am Ochsen, dass Kopfarbeit am schwersten ist, sagte der Bauer zum Priester.

Das Sehen Gottes ist Vorsehung, Gnade und ewiges Leben.
Nikolaus von Kues, Über die Schauung Gottes

Das Sehnen des Fleisches und der Seele des Menschen nach Glück ist der einzige Weg, die Geheimnisse des Lebens zu begreifen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1853)

Das Sehnen ist göttlicher als das Finden.

Das Sehnen nach Liebe ist selber Liebe.
Jean Paul, Der Jubelsenior

Das Sehnen und das Meiden bringt inniglich Herzleiden.

Das sehr eilen ist ein Mutter der rewe.

Das sei die wahre Mauer
Von Erz, - nichts Böses sich bewußt sein und
Von keiner Schuld erblassen.
Wieland, Horazens Briefe

Das sei ein Majestätsrecht, von natürlichen Dingen natürlich zu sprechen.
Goethe, F. v. Müller, 30.8.1827

Das sei fern von mir!
la] Absit hoc a me. Vulgata

Das sei ferne, Gott behüte!
la] Absit! Cicero

Das sei gesagt unter uns Mädlein.
i] Soviel wie sub rosa
i] Verschwiegenheit

Das sei Gott befohlen.
la] Jovi fuerint haec omnia curae.

Das sei unter uns Mägdlein gesagt.
la] Sub rosa.

Das 'Seid fruchtbar und mehret euch' hat mit der Liebe nichts zu tun.
Honoré de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Das Seiende geht von Natur der Einheit vorher, die Einheit dem Guten.
Dante Alighieri, Über die Monarchie

Das Seil bricht nicht immer, wo es am dünnsten ist.

Das seil damit man Frau Warheit aus dem Brunnen zeucht, ist schon lange zerbrochen.

Das Seil ist noch im Brunnen.
i] Die Gelegenheit ist noch vorhanden, es ist noch nichts versäumt oder versehen.
fr] La corde est encore au puits.

Das Seil, damit man einen fangt, das muss gedrehet sein.

Das Seil, das Gedanken festbindet, ist noch nie geflochten worden.
Schweden

Das Seil, mit dem man fangen will, muss gedreht sein.

Das Sein aus sich
la] ens a se

Das sein die rechten bösen knaben, wenn sie ihr haut gefüllet haben, dass sie auch stehlen geld und pfand; schlägt man sie hart, das ist kein schand.
la] Histrio post nictum nummos quaerens et amictum non est delictum si quis sibi porrigat ictum.

Das Sein ist definitorisch aus höheren Begriffen nicht abzuleiten und durch niedere nicht darzustellen. Aber folgt hieraus, dass 'Sein' kein Problem mehr bieten kann? Mitnichten; gefolgert kann nur werden: 'Sein' ist nicht etwas wie Seiendes. Daher ist die in gewissen Grenzen berechtigte Bestimmungsart von Seiendem - die 'Defnition' der traditionellen Logik, die selbst ihre Fundamente in der antiken Ontologie hat - auf das Sein nicht anwendbar. Die Undefinierbarkeit des Seins dispensiert nicht von der Frage nach einem Sinn, sondern fordert dazu gerade auf.
Martin Heidegger, Sein und Zeit, Einleitung

Das sein ist nit sein, er sparts eim andern.

Das Sein ist ungeworden, und unzerstörbar, - es war nicht und wird nicht sein, denn im Jetzt ist es als Ganzes, Zusammenhängendes.
Parmenides

Das sein narhaftige Leute, wie Pfaff Magnus, der die Eier aß und gab die Brühe um Gottes willen.

Das sein necksche Braunfische, sagte der Junge, als er Flöhe in der Milch schwimmen sah.
ho] Dat is een schoone bruinvisch, zei de mof, en hij zag eene vloo in een' wateremmer zwemmen.

Das sein unser Sitten, wo zweien seindt, da zausen sie den dritten.

Das Sein wird in seinem Umfang und inneren Sein vollständig erst als ein Gewordenes erkannt.
Alexander von Humboldt, Kosmos

Das seind die rechten Katzen, die vornen lecken und hinten kratzen.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der Komplementiernarr

Das seind vnwitzig Vögel, die einem Falcken all ihre federn aufstecken und sie dauon weder aufm boden noch in der lufft vor jhm sicher sein können.

Das Seine (o. Seinige) durch die Gurgel jagen.

Das Seine durch Kragen und Magen lassen jagen.
i] Durch Wohlleben vergeuden oder durch Gastmähler u. dgl. vertun.
z] Hastu großer Narr das deine sie (nämlich die Freude) durch den Kragen und Magen lasgen jagen.

Das Seinige mit dem Rücken ansehen.

Das selbständige Gewissen
Ist Sonne deinem Sittentag.
Goethe, Vermächtnis

Das Selbsterscheinen des Absoluten ist Selbstbewusstsein. Das selbstbewusste Absolute ist Gott.
Lorenz Oken, Lehrbuch der Naturphilosophie

Das Selbstgefühl des Mannes und die Achtung anderer vor ihm wächst mit der Größe des Ganzen, dem er angehört; er nimmt an dem Ruhme teil, den Jahrhunderte auf dasselbe gehäuft haben.
Hegel, Die Kriegsmacht

Das Seltenste, was ich gesehen: ein alter Tyrann.
Thales, bei Plutarch, Gastmahl der sieben Weisen

Das seltsam, das angenem.
ho] Zeldzaam is aangenaam.

Das Semmelmehl des Evangelii soll man ohne Salt des Gesetzes nicht opfern.

Das sen Bilbulim (Händel) vom Dach herunter (vom Zaun gebrochen).

Das sên die besten Loite (Leute).
i] Gute Freunde. Um stattgefundene Versöhnung auszudrücken, heisst es: Se sein wieder de besten Loite.

Das sen neumodische Schmues.
i] Wenn jemand einer biblischen Vorschrift, statt der rabbinischen, eine rationelle Deutung geben will, so wird dies von den Altgläubigen 'neumodisches Geschwätz' genannt.

Das sen polnische Dörfer für mich.
Jüdisch-deutsch
fr] C'est du grec, de l'hébreu, de l'algèbre pour lui.

Das sen Schneckentänz!

Das sen Sorgen (jüdisch: Dahnjes) um ungelegte Eier.
i] Von eiteln, unnötigen Sorgen. Anlass zu der Redensart könnte der talmudische Disput im Tractat Beza, über die Frage, ob Eier, die an einem Feiertage gelegt werden, als Neugewordenes an demselben Tage gegessen werden dürfen oder nicht, gegeben haben.
jüdisch-deutsch] A razcmrene Daage.
i] Razemore ist ein feiner seidener Stoff, woraus gewöhnlich Sabbatkleider gemacht werden. Also eine seidene Sorge.

Das Senkblei findet überall Grund, wenn es tief genug geht.

Das Sensenschärfen gehört auch zum Mähen.
Russland
en] A whet is no let.

Das Sentimentale ist ganz gewiß ein Ausfluss - oft ein hässlicher Auswuchs! - von Sentiment.
Multatuli, Woutertje Pieterse

Das setzt neue Liebe, sagte Brand und schlug seine Frau mit dem Besenstiel.

Das setzt sich vor die Wurmlöcher.
i] Zu jemandem, der in einem Trunk etwas (sonst nicht Schädliches) bemerkt und deshalb nicht trinken will.

Das setzt was an die Rippen.
ho] Dat zet wat aan de ribben.

Das sicherste Anzeichen dafür, dass man sich auf dem falschen Weg befindet, ist der Beifall der Gegner.
Fliegende Blätter

Das Sicherste bleibt immer, dass wir alles, was in und an uns ist, in Tat zu verwandeln suchen, darüber mögen denn die anderen, wie sie wollen und können, reden und verhandeln.
Goethe, An Zelter, 30.10.1828

Das Sicherste bleibt immer, nur das Nächste zu tun, was vor uns liegt...
Goethe, Lehrjahre VII, 1

Das Sicherste fürs Beste nehmen.

Das sicherste Kennzeichen eines gesunden, starken Charakters ist, in jeder Sache die festgesetzten Grenzen ausfindig zu machen, über die diesseits und jenseits nichts weiter recht ist.
Chesterfield, Briefe an seinen Sohn, London, 10. 1. 1749

Das sicherste Kennzeichen, mit großen Eigenschaften geboren zu sein, ist, Neid nicht zu kennen.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Das sicherste Mittel ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten, finde ich darin, dass man sich wechselsweise mitteile, was man tut.
Goethe, An A. v. Herder, Dezember 1798

Das sicherste Mittel, arm zu bleiben, ist, ein ehrlicher Mensch zu sein.
fr] Le moyen le plus sûr de rester pauvre est d'être honnête homme.
Napoleon I., Maximen und Gedanken (1817)

Das sicherste Mittel, sich aufdringlicher Gedanken zu, erwehren, ist die Arbeit.
Tschernyschewski, Was tun?

Das sicherste Zeichen der Barbarei und Primitivität ist der Kult der Zahl und der Quantität
Coudenhove-Kalergi

Das sicherste Zeichen der Wahrheiten ist ihre Einfachheit.
Heinrich Mann, Die Demokratie der Wolgadeutschen

Das sicherste Zeichen des allgemeinen Verfalls einer Kunst ist das häufige Vorkommen nicht etwa des Hässlichen, sondern der verkehrt angebrachten Schönheit.
Macaulay

Das sicherste Zeichen des Wassermanns ist, wenn man kein Geld mehr hat, Wein zu trinken.
la] Nausea non poterit haec quem vexare marina, undam, cum vino mixtam, qui sumpfserit ante.

Das sicherste Zeichen für beginnendes Alter ist, dass man schnell noch ein paar Jugendsünden begeht.
Maurice Chevalier

Das Sich-Herumdrücken machte, dass die Krabbe keinen Kopf hat.
Kosi, Afrika

Das Sieb ist zum Wasserhalten viel geeigneter als der Mund einer Frau fürs Bewahren von Geheimnissen.
Estland

Das Sieb laufen lassen.
i] Durch abergläubisch zauberische Mittel einen Diebstahl erforschen.
fr] Faire tourner le sas.

Das Sieb sagte zur Nadel: 'Du hast ein Loch in deinem Schwanz'.
Bengali, Indien

Das Siebengestirn bei Morgenrot, die Ochsen in die Furche.
Estland

Das Siechbett lehrt beten.

Das Siegel auf der Flasche macht den Wein nicht besser.

Das Siegel auf etwas drücken.
ho] Hij drukt er zijn zegel op.

Das Siegel der erreichten Freiheit: sich nicht mehr vor sich selber schämen.
Nietzsche

Das siegreiche Volk hat niemals einen Vorteil von den Trümmern des besiegten Volkes. Es bezahlt alles. Es leidet, auch wenn seine Waffen siegreich sind, wie im umgekehrten Fall.
Voltaire, Zeitalter Ludwigs XIV.

Das siehet ihm eben so gleich, als ein schneck einem Jagdhund.

Das siehet ihm so gleich, als der Teufel Gott.

Das sieht aus wie kleiner heiliger Abend.
i] Es ist der dem Festabend vorher gehende Tag gemeint, an dem alle die Vorbereitungen zum Feste getroffen werden.
dä] Det seer ud som lille Juul-Aften.

Das sieht bös aus , sagte Steffen, da hatte ihn eine Mücke auf die Nase gestochen.
ho] Dat is een erg gat, zei meester Jan, en het was een kakhiel.

Das sieht ein Blinder mit dem Krückstock.
ndt] Dat kann 'ne blinne Fru mit 'n Krückstock föhlen.
ndt] Dat süht een Blinden mit een Ooch'.

Das sieht ein Kind ein.
la] Vel puero perspicuum.

Das sieht man an der Hosen bald, wo das Bein ist entzwei gespalt'.
la] Cernitur in caliga, cruris quo fractio facta.

Das sieht man auch ohne Laterne (o. ohne Augengläser).
fr] Cela paraît comme le nez au visage.

Das sieht nicht mal 'ne katze.
ndt] Dat ward nich emal de Katt gewahr.

Das sieht selbst ein Blinder.
la] Apparet id etiam caeco. Livius XXXII.
la] Caecis hoc satis clarum est.
la] Vel caeco apparet.

Das Silber in der Tasche
Wird Gold in der Flasche,
Das Gold in dem Glase
Wird Kupfer in der Nase.
Fr. Fischbach, Rathaus zu Wiesbaden

Das Simpelste scheint das Wahreste.
Johann Gottfried Herder, Auch eine Philosophie

Das Sincerieren hat schon viele betrogen, man weiß nicht, was das Neutralisieren tun wird.

Das sind (zerronnene, bunte) Seifenblasen.

Das sind abgeschmackte alte Reime, um die Narren im Bierhause zum Lachen zu bringen.
en] These are old fond paradoxes to make fools laugh i' the alehouse.
Shakespeare, Othello II,1

Das sind alte (vorjährige) Nüsse.
ho] Het is eens oude neut.

Das sind alte Mucken.

Das sind alte Violen, die riechen nicht mehr.

Das sind alter Weiber Träume.

Das sind andere Krebse.

Das sind auch die letzten Schinken.
i] Die Franzosen reden von Schinken von Noyon (jambons de Noyon), worunter Bohnen gemeint sind, die dort besonders viel gezogen werden.

Das sind auch nicht immer die schlechtesten Menschen, die störrisch sind.
Immanuel Kant, Über Pädagogik

Das sind ausgemachte Spitzbuben.
la] Argivi fures.

Das sind Bilbulim.
i] Neckereien des Alters, absichtlich gegebene Anlässe zu Streitigkeiten.

Das sind böse (o. die rechten) Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
z] Das sein die schädelichsten katzen, die forn lecken und hinden kratzen.
mhd] Sy tuet gleich als die chatz, die voren leckt und hinden chratzt.
ndt] Dâd sei' gefährlich Kâzen, die fier läcken on hönne krâzen. Trier
fr] Ne caressez pas les gens en leur présence, pour les déchirer.
it] Dio mi guardi da quella gatta, che dinnanzi mi lecca, e di dietro mi graffia.
la] Blandula te coram ne credas verba loquenti.
la] Dextra tenet calamum, strictum tenet altera ferrum. Ovid
la] Lapidem fert altera manu, panem ostendit altera.
la] Mel in ore, fel in corde.

Das sind böse Hirten, die sich nur selbst weiden.

Das sind böse Praktiken.
ho] Dat zijn kwade praktijken.

Das sind böse Sitten, wo zwei sind, tragen sie den dritten; aber es ist nicht wohlgetan, dass man den trägt, der selbst gehen kann.

Das sind böse Zeiten, wo das Unkraut teurer ist, als der Weizen.

Das sind Degenstiche in's Wasser.
i] Erfolglose Bestrebungen und Handlungen

Das sind die besonderen Gaben der Könige: Zuerst, dass sie klug sind und nicht durch einen Irrtum sündigen, dann, dass sie nur das wollen, was richtig ist; dass sie nicht gegen das Urteil des Gesetzes etwas schlecht machen. Wem eines davon fehlt, den sollst du nicht für einen König, sondern für einen Räuber halten.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Das sind die besten Freunde, die man bei sich im Säckel trägt.

Das sind die besten Intressen ('für Zinsen'),
Die Schuldner und Gläubiger vergessen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Das sind die besten Katzen, die mausen und nicht mautzen.

Das sind die besten Leute, durch die man gewinnt.

Das sind die besten Pferde, die den Hafer von ihren eigenen Bauern fressen.

Das sind die besten Reichtümer, die gut angewandt werden.

Das sind die besten Schützen, die fehlen, denn sie schießen niemand tot, sagte der Hofnarr, als der Pater schlecht gepredigt hatte.

Das sind die Edelsten auf Erden,
Die nie durch Schaden klüger werden.
Paul Heyse, Die Edelsten

Das sind die Grillen deiner Eifersucht!
en] These are the forgeries of jealousy.
Shakespeare, Ein Sommernachtstraum II,1

Das sind die großen Künstler. Wenn's ans Leben geht, sind sie samt und sonders Dilettanten. Alles fließt in das Werk.
Alma Mahler-Werfel, Mein Leben

Das sind die Krebse in Wien gewohnt, sagte die Köchin, als man ihr sagte, sie nicht so langsam zu sieden.

Das sind die leichten niedern Tugenden,
Die du am argen Menschen üben kannst:
Geduld, Vertrauen, Milde, Opfer -
Dein Leben selbst, das sie zurzeit bedürfen.
L. Schefer, Laienbrevier, August

Das sind die rechten Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.

Das sind die rechten Leser, die mit über dem Buche dichten. Denn kein Dichter gibt einen fertigen Himmel; er stellt nur die Himmelsleiter auf von der schönen Erde.
Eichendorff

Das sind die rechten Weisen, die wenig sprechen, viel wissen und mehr noch tun.
la] Plus scire quam loqui enitere, quisquis sapit.

Das sind die schlimmsten Blinden, die ein Ding nicht wollen finden.

Das sind die schlimmsten Kranken, die sich für gesund halten.
dä] Den sygdom er farligst, naar den syge ei veed at hand er syge.
dä] Ondt tegn naar den sig tykkes hand er sund.
it] La peggior infermità è quando l'infermo si crede sano.

Das sind die schlimmsten Kriegsleute nicht, die auf der Walstatt liegen bleiben.
z] Sagt man, wenn einer nichts mehr kan eynbringen und er dennoch nicht vil ablassen mit Saufen, biss er gar dabey liegen bleibt.

Das sind die schlimmsten Narren, die freiwillig sich närrisch gebaren.
la] Stultior est stultus fictus fatuus, quam non ita dictas.

Das sind die verdammten Rednerkünste, die alles bemänteln, über alles hingleiten wollen, ohne das Rechte und Wahre herauszusprechen.
Goethe, F. v. Müller, 8.6.1821

Das sind die wahren Bilder deiner Furcht.
en] This is the very painting of your fear.
Shakespeare, Macbeth III,4

Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen;
Die beim Irrtum verharren, das sind die Narren.
Friedrich Rückert, Gedichte
tü] İnsan yanıla yanıla alim olur.

Das sind die zwei Blumen des Lebens: das Schaffen und die Liebe.

Das sind eitel Stichlinge.
z] Ganz böse Stichwort.
Luther, in der Bedeutung von Sticheleien

Das sind elendige leut, die oft müßen schamrot werden und oft verbleichen.
z] Mit welchem Spruche angedeutet werden diejenigen, so viel schuldig. Mahnt man sie, so werden sie schamroth; sehen sie den, dem sie schuldig, so verbleichen sie.

Das sind Erbsen an die Wand geworfen.
i] Von vergeblicher Bemühung

Das sind falsche Köche, die zweierlei Brühe in einem Topfe kochen.

Das sind Feigen nach Ostern.
ho] Dat sijn al vighen nae paschen.
la] Ut ficus pascha transacto sunt tua facta.

Das sind Fisch vor uns, danach man nit darf ins Wasser springen.

Das sind Fische für ihn, danach er nicht darf ins Wasser springen.

Das sind Franzosen, die verstehen nicht deutsch, sagte die Magd, als die Frau sie ausschalt, dass sie vor den fremden Gästen einen starken Wind streichen ließ.

Das sind Freundschaften, die das Volk als auf Zeit geschlossen betrachtet: Wer um des Nutzens willen angenommen worden ist, wird so lange gefallen, wie er nützlich ist.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Das sind fromme Einsiedeleien, wo hübsche Mädchen aus dem Altare kommen, um die Pilger zu erhören.

Das sind ganz hübsche Karnickel, sagte der Ochs, als er einige Ziegen sah.

Das sind geschälte Krebse, sagte der Bauer, als er Frösche auf den Markt brachte.
ho] Dat is eene andere sort van kreeften, zei de boer, en hij brogt kikvorschen ter markt.

Das sind gute Ochsen, denen Ähren aus dem Arsche wachsen.
dä] Det er en god bul som axet voxer af enden.

Das sind Hahneier.
ho] Het zijn eijeren, die de boeren van roggebrood leggen.

Das sind Heldentaten.
i] Meist ironisch

Das sind hochbeinige Zeiten, sagt der Bauer, die Lenden sind am Arsch fest.

Das sind hölzerne Muskatennüsse.
i] So sagt man in Nordamerika, um auszudrücken, das ist Betrug, Täuschung, Schwindel. Daher entstanden, dass ein spekulativer Geschäftsmann aus einem der Neuenglandstaaten, wenn ich nicht irre, Connecticut oder Massachusetts, eine Ladung künstlich nachgemachter, aus gewöhnlichem Holze gedrechselter Muskatennüsse in einen südlichen Staat der Union verkauft hat. Nach der Einnahme vom Fort Pulaski durch die Unionstruppen im Jahre 1863 sagte ein gefangener Krieger des konföderierten Heeres zu einem nordstaatlichen Soldaten aus Connecticut: 'Bei allen unsern Fehlern haben wir doch noch keine hölzernen Muskatennüsse fabriziert', worauf der Yankee kaltblütig erwiderte, indem er auf eins der riesigen Wurfgeschosse (Projektile) deutete, welche die Mauern der Rebellenfeste zertrümmert hatten: 'Wir machen sie auch jetzt nicht mehr aus Holz, sondern aus Eisen.'

Das sind ihm böhmische Wälder.

Das sind Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen.

Das sind keine Freunde, die in der Ferne leben.
la] Non sunt amici, qui degunt procul.

Das sind keine guten Bissen, daran die Gäste würgen müssen.
i] Von peinlichen Bemerkungen

Das sind keine Kirchleute, sagte der Küster, als der Schäfer vorbeitrieb und einige Schafe zum Kirchtor hereinkamen.
ho] Wat komt er al te kerk, zei de paap, en hij zag van verre eene knorrende gemeente aankomen.

Das sind keine Leute, auf die man wartet.
ho] Het zijn geene lieden, daar men naar wacht.

Das sind keine Reformen, die auf die Gegner keine Rücksicht nehmen, sondern die Gefühle der konservativen Menschen verletzten - statt mit dem Besten, was jene haben, zu wetteifern.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das sind keine Schindeln auf mein Dach.
i] Das passt nicht für mich.

Das sind knappe Zeiten, sagte der Pfaffe, die Bauern machen ihre Kinder selber.

Das sind Kniffe, sagte die Hattersche, da lag ihr Mann im Sterben.
ndt] Dat sünd sin Knäp, säd de Hattersche, dar leg êr Mann up't Starwen.
i] Knäp = Einfälle, Kniffe, listige Streiche, Schikanen.

Das sind Knochen von dem verbotenen Fleisch, das die Klosterfrauen heimlich aßen, sagte der Gärtner zum Knaben, als sie beim aufgehobenen Kloster auf ein Häuflein Kinderknochen gruben.

Das sind Kühe, die wir melken.
ho] Dat zijn koetjes, die wie melken.

Das sind Leut als wenn me sie auf der Stadeltrage zusammengeschoben, hätt'.
Rotttal

Das sind Leute wie die Griesknödl, nötter net so rund.
Rotttal
i] Ironisches Lob.

Das sind Lügen mit Schwänzen.

Das sind man Knuste, sagte der Junge, und schnitt das Brot in der Mitte durch.
ndt] Dat sünd man Knüst, sä de Jung, un snêd dat Brot midden dör.

Das sind Märchen.
fr] Ce sont des contes de nourrices, de vieilles, ou d'enfans.
fr] Ce sont des contes de peau d'asnon, des contes aux vieux loup ou de ma commère l'oye.
fr] Vous me faites des contes à dormir debout.

Das sind mir allzu böse Bissen,
An denen die Gäste erwürgen müssen.
Goethe, Sprichwörtlich

Das sind mir schmucke Kundleute.

Das sind miserable Dolmetscher, Portier und Lakaien; ich möchte derlei Leute nicht immer zwischen mir und der übrigen Welt haben.
Rousseau, Emile, 4. Buch

Das sind Nadelstiche.

Das sind Nägel zum Sarge.
i] In Bezug auf das Husten einer altersschwachen oder lungenkranken Person.

Das sind Narren, die anfangen und nicht beharren.

Das sind Narren, die Geld vergraben, und haben keins.

Das sind nicht alle gelegten Eier.

Das sind nicht die größten Helden, die ein Hufeisen über der Nase zerbrechen können.

Das sind nicht meine Worte.
la] Nec meus hic sermo est.

Das sind nur Affen
i] Dumme Spielereien, Fratzen usw.

Das sind nur Spielereien mit Begriffen, rein gedankliche Phantasiegebilde. Die echte Geometrie ist die Kunst, die tatsächlich bestehenden Dinge zu messen.
Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern

Das sind Possen.
la] Orestis somnium.

Das sind Ränke.
ho] Wat zijn dat voor ranken.

Das sind rühmliche Krankheiten, die eine immerwährende Gesundheit zuwege bringen.

Das sind Sagen, die schneiden kein Holz.
i] Wortspiel mit Sage und Säge.

Das sind Schickungen, die kommen vom Packhof.
Stettin
i] Der Witz liegt im Doppelsinn des Worts 'Schickungen', das man bei kleinen Widerwärtigkeiten gebraucht, über die sich jemand beklagt, um ihm zu sagen: Das ist doch einmal nicht zu ändern, aber auch nicht so schlimm, und auch von Zusendungen, die man von der Post oder dem Packhof erhält.

Das sind schlechte Briefe.

Das sind schlechte Brillen, sagte der Bauer, der nicht lesen konnte, zum Brillenmacher, man kann dadurch nicht lesen.
ho] Ik kan door dien bril niet lezen, zei besje, en de spotters hadden er de glazen uitgenomen.

Das sind schlechte Freunde, bei denen Rock und Hut nicht gerade sitzen.
China

Das sind schlechte Handwerksbursche, die einen Monat auf der Kapuzinersuppe herumreisen.

Das sind schlimme Zeiten, wo das Unkraut teurer ist als der Weizen.

Das sind seine eigenen Worte.
la] Ipse dixit. (über Pythagoras)

Das sind seine ureigensten Worte.
la] ipsissima verba

Das sind seltsame Tauben.

Das sind sie nicht, die Wilhelm blasen.
Holland

Das sind so Mannes Leiden: jäher Tod des Wallachs während des Marsches, zerbrechen des Bogens auf der Jagd, Tod der Frau im Alter und Bersten des Kessels im Winter.

Das sind Späße, sagte der Prior, als er mit den Buben sündigen wollte.

Das sind taube Nüsse.

Das sind Tauben.
i] Abgeschmackte Fabeln Possen.
la] Dulcia non neminit qui non gustavit amara.

Das sind Touren, sagte der Bauer, vor acht Tagen ein Kalb und heute ein Kind.

Das sind trockene Späße.

Das sind unangenehme Leute, die, statt dem Führer dankbar zu sein, der sie an einen schönen Aussichtspunkt geleitete, sich gebärden, als hätten sie diesen Punkt soeben erst entdeckt, und am Ende gar ihrem Führer, wenn er nicht laut genug in ihre Begeisterung einstimmt, seinen Mangel an Naturempfindung vorwerfen.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das sind ungefangene Fische.

Das sind unsere Hackenschützen.
z] Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus. Luthers Tischreden

Das sind vergebene Räte, wie der Fuchs zum Hunde gesagt.

Das sind verlorene Tränen, wenn ein Herr will, und ein Knecht weint.

Das sind Weinketzer, die den guten Wein mit Schwefel und Schmier verderben, er fehrt doch wohl sein Straßen.

Das sind wohl arm Waisen zu achten, welch ihre Eltern nichts haben lernen lassen.

Das sind Worte, sagte der Teufel, da sah er in ein Messbuch.
ndt] Dat sind Wört, säd der Düvel, du soach hä en e Messeboch. Bedburg

Das sind zwei Fliegen mit einem Schlage.
ndt] Diär waad' tau flüggen me jen Klaps sleinen. Sylt
la] Ne move festucam.

Das sind zwei Köpfe unter einer Decke.
ho] Twee hoofden in eene kaproen.

Das sind zwei Krähen auf einen Schuss.

Das sind zweierlei Krebse.
i] Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Das Singen des Huhns, das Pfeifen der Frau und das Brüllen der Kuh schallen bis in die Hölle.

Das Singen ist leichter, aber das Lesen für die Seele besser.
Finnland

Das singt und pfeift nit.
i] Damit ist nichts ausgerichtet.

Das Sinngedicht ist ein Gedicht, in welchem, nach Art der eigentlichen Aufschrift, unsere Aufmerksamkeit und Neugierde auf irgend einen einzeln Gegenstand erregt, und mehr oder weniger hingehalten werden, um sie mit eins zu befriedigen.
Lessing, Über das Epigramm

Das sinwell glück stehet auf einer Kugel.

Das Sittliche aber sowie das Pathetische macht immer ernsthaft, und jene geistreiche Heiterkeit und Freiheit des Gemüts, welche in uns hervorzubringen das schöne Ziel der Komödie ist, lässt sich nur durch eine absolute moralische Gleichgültigkeit erreichen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Dramatische Preisaufgabe

Das Sittliche ist durch Gott selber, wie alles andere Gute in die Welt gekommen. Es ist kein Produkt menschlicher Reflexion, sondern es ist angeschaffene und angeborene schöne Natur. Es ist mehr oder weniger den Menschen im allgemeinen angeschaffen, im hohen Grade aber einzelnen ganz vorzüglich begabten Gemütern. Diese haben durch große Taten oder Lehren ihr göttliches Innere offenbart, welches sodann durch die Schönheit seiner Erscheinung die Liebe der Menschen ergriff und zur Verehrung und Nacheiferung gewaltig fortzog.
Goethe, Eckermann, 1.4.1827

Das sittsame Mädchen macht die beste Partie.

Das Sitzen lieben mehrere als das Schwitzen.

Das Sitzfleisch - ich sagte es schon einmal - ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist.
Nietzsche, Ecce homo, Warum ich so klug bin

Das sitzt ihm im Fleisch.
dä] Det er ham i kiødet baaret, og eii klæder skaaret.

Das sitzt wie ein Hopfensack.
i] Von unpassenden, plumpen u.s.w. Kleidungsstücken.

Das sogenannte Aus-sich-Schöpfen macht gewöhnlich falsche Originale und Manieristen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1119

Das sogenannte beredte Schweigen habe ich schon lange der lieben und verliebten Jugend anheim gestellt.
Goethe, An Barbara Schultheß, September 1797

Das sogenannte Romantische einer Gegend ist ein stilles Gefühl des Erhabenen unter der Form der Vergangenheit oder, was gleich lautet, der Einsamkeit, Abwesenheit, Abgeschiedenheit.
Goethe, Maximen und Reflexionen 181

Das sogenannte Trauerspiel ist eigentlich das wahre Lustspiel und das sogenannte Lustspiel das eigentliche Trauerspiel, wenn man über etwas weinen oder lachen dürfte.
Goethe, Riemer, 1803/14

Das Sohnche kriegt die Frau.
i] Sohnche = das Köpfchen, Käppchen am Brot.

Das soll auf mein Kerbholz nicht kommen.
ho] Ik wil dat alles niet op mijn' kerfstok hebben.

Das soll den Frauen eigentümlich sein, dass sie etwas anderes sprechen, als sie meinen.
Goetz, Ingeborg

Das soll der Türke nicht bekommen.
la] Medus non observabit.

Das soll die Katze kratzen.
ndt] De Katt sall di kleijen.
i] Sagt man zu Kindern, wenn sie über Jucken auf dem Leibe klagen.

Das soll dir teuer zu stehen kommen, sagte der Arzt, als ihn der Kranke in der Nacht wecken ließ, und verschrieb ihm drei Arzneien.

Das soll doch dem Guggich (Kuckuck) en Ohr abschlô.
i] Redensart für Zornausbrüche.

Das soll ein wildes Tier sein? - Es ist wohl zahm, weil wir gut zu ihm waren.
Rudyard Kipling, Das Dschungel-Buch, Rikki-Tikki-Tavi

Das soll eine so närrische Eigenheit der Männer sein, dass sie dann kalt sind, wenn man sie zu sehr liebt.
Bettina von Arnim (1785-1859), an Goethe, 8. 8. 1808

Das soll euch der Kuckuck lehren.
ho] De koekoek mag het u dan leeren.

Das soll ewig nicht geschehen.

Das soll ihm in die Bude lecken.
i] Soll üble Folgen für ihn haben

Das soll ihm nicht für voll hinausgehen.
la] Hipparchorum tabula.

Das soll ihm nicht so hingehen.

Das soll mer kaan Goj lernen.
i] Scherzhafter Ausruf der Juden bei wohlschmeckender Speise, besonders wenn sie der jüdischen Küche angehört. Man soll die Zubereitung derselben keinem Nichtjuden lehren, damit der Hochgenuss nur den Juden bleibe.

Das soll mer kaan Goj wünschen.
i] Es ist ein so großes Übel, dass man es nicht einmal einem Fremden, einem feindlich gesinnten Menschen wünschen soll.

Das soll mich wundern, sagte das Mädchen, aus welchen Loch das wohl herausläuft, da pisste es in ein Sieb.

Das soll mir kein graue Haar machen.
i] Um zu sagen: Das berührt mich gar nicht, geht mich nichts an. Franck drückt dadurch die lateinische Redensart aus: Non est curae Hippoclidi, indem er sie mit folgenden sinnverwandten zusammenstellt: Da wechsst mir kein bart von. Was geht das graf Ego an. Da fragt Contz onsorg vil darnach. Es fragen die von Cöln vil darnach, das die vonn Teutsch kein brot haben. Er fragt vil darnach, was das korn gelt. 'Das Grauen geschieht aus dreierlei Ursach: Die aus Weisheit sorgen, grauen am Haupt, die um Nahrung sorgen, am Bart, die für andere Leute sorgen, am Arsch.'

Das soll mir user sein.
Jüdisch-deutsch
i] Ein Schwur, etwas nicht zu tun.

Das soll nun auch in meinen Sinn:
Zur Majestät ein Luder!
Mir wird für Schrecken siedend heiß,
Wie meine Haare weiß, so weiß
Ist auch gewiss mein Puder,
Und eine Luder-Königin
Ist auch so weiß wie Puder.
Goethe, Zahme Xenien VIII

Das soll Otto Bellmann heißen.

Das soll unser Tartsche (Schild) sein.
z] Das soll unser schilt und dartzschen sein.

Das soll unter der Rosen bleiben.

Das sollen wir wissen, dass alle unser Schirm und Schutz allein in dem Gebete steht.
Luther

Das Sollen wird dem Menschen auferlegt, das muss ist eine harte Nuß, das Wollen legt der Mensch sich selbst auf, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ein beharrendes Sollen ist lästig, Unvermögen des Vollbringens fürchterlich, ein beharrliches Wollen erfreulich, und bei einem festen Willen kann man sich sogar über das Unvermögen des Vollbringens getröstet sehen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Shakespeare und kein Ende II

Das sollst du keinem Pfaffen dörffen beichten.
i] Als Drohung.

Das sollt ihr mir nicht zweimal sagen!
Goethe, Faust I, Studierzimmer l Schüler Vs 1964

Das sollte ein Schleicher werden und wurde ein Quarrer.

Das sollte einen Kieselstein im Erdreich jammern.

Das sollte man in Marmor schreiben.
ho] Schrijf het in marmer.

Das sollte man keinem Türken tun.
ho] Men zou dat geen' Turk doen.

Das sollten alte weiber wissen, das alte beutel nicht wohl schließen.

Das Sonett ist die Form, mit der man am wenigsten spielen und spaßen kann, für Formverspieltheiten wesenloser Wichtigtuer ist es ganz und gar ungeeignet.
Becher Der Glücksucher und die sieben Lasten

Das Sonett ist schwierig, weil man den Gedanken weder in die Länge ziehen noch abkürzen darf, um die einzelnen Verse auszufüllen.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Das Sonett verlangt Wissen, Bildung und einen Geschmack, der weder plump noch übermodern verderbt ist.
Becher, Der Glücksucher und die sieben Lasten

Das Sonnenlicht durch eine Öllampe (o. durch eine Fackel) verbessern wollen.
Russland

Das Sonnenlicht ist das allerhellste.

Das Sonnenlicht kann nicht klarer sein.

Das Sonnenlicht nach der Elle messen.
i] Von solchen Freunden der Volksaufklärung, die zwar Licht, aber nur ein von ihnen bestimmtes Maß davon zulassen wollen.

Das Sorgenhemd ausziehen.

Das sorglose von der Mutter verwöhnte Töchterchen wird eine schlechte. Frau.

Das soziale Bewußtsein kann erst dann zur Leidenschaft, zur Tat und zur Wahrheit werden, wenn es in der Seele wirklich religiöser und patriotischer Menschen zum Ausbruch kommt.
Mickiewicz, Tribüne der Völker v. 20. 4. 1849

Das soziale Dreieck wird gebildet durch Kunst, Wissenschaft und Geld.
Balzac

Das sozialistische Bewußtsein ist das Streben des Geistes nach einem besseren, nicht individuellen, sondern gemeinsamen und solidarischen Dasein.
Mickiewicz, Tribüne der Völker v. 17. 4. 1849

Das Sparen ist zu spät, wenn's auf die Neige geht.

Das Sparen kommt zu spät, wenn's auf die Neige geht.

Das Sparnössli singen.

Das Spaßige an der üblichen Erziehung ist, dass man den jungen Mädchen nichts anderes beibringt, als was sie schnellstens wieder vergessen müssen, sobald sie verheiratet sind.
Stendhal, Über die Liebe

Das spät kommt wohl und liegt lang.

Das späte Pflügen des Brachfeldes und eine zeitige Wiederholung stehen für eine leichte Mistschicht.

Das Spieglein in der Sakristei weiß auch, was ein schöner Magister sei.

Das Spiel braucht Aufseher.

Das Spiel bringt's so mit sich.
fr] C'est le droit du jeu.

Das Spiel der Starken ist der Kranken Tod.

Das Spiel des Kälbchens besteht im Herumspringen, das Spiel des Menschen in Sinfonien, Bildern, Poemen, Romanen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1896)

Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an,
Wenn man den sichern Schatz im Herzen trägt,
Und froher kehr ich, wenn ich es gemustert,
Zu meinem schönern Eigentum zurück.
Schiller, Die Piccolomini, III, 4 (Thekla)

Das Spiel gehet dich an.
i] Ich werde von der Sache nicht berührt, ich habe dabei weder etwas zu gewinnen, noch zu verlieren.

Das Spiel geht dich an, mir geht da weder ab noch zu.
la] Tibi luditur, mihi istie neque seritur, neque melitur.

Das Spiel geht 'rum wie eine Pudelmütze.
Köthen
i] Diese dreht sich gern auf dem Kopfe.

Das Spiel gewonnen geben.
z] So hon wir dan das spil gewunnen, wie suer milch die da ist zerrunnen.
ho] Het spel gewonnen geven.

Das Spiel gleicht einer Erholung, und da man nicht ununterbrochen arbeiten kann, bedarf man der Erholung.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Das Spiel hasst mich.
Köthen
i] Ich habe kein Glück im Spiel.

Das Spiel hast du dir selbst gemacht.

Das Spiel hat auch sein Recht.
la] Ludus animo debet aliquando dari.

Das Spiel hat ein schlimmes Ende genommen.
fr] Le jeu s'est tourné en merde.

Das Spiel heisst: Sieh dich vor.
i] Diese Angelegenheit, dies Geschäft, Unternehmen erfordert besondere Vorsicht.
ho] Het spel is: zich voor dich.

Das Spiel in Händen haben.
i] Seiner Sache gewiss sein.

Das Spiel ist angefangen, es muss fortgesetzt werden.

Das spiel ist auf meinen säckel angesehen.
i] Ich werde dabei zu leiden haben.

Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt.
Fliegende Blätter

Das Spiel ist der Wachenden, das Glück der Schlafenden.
la] Jura vigilantibus.

Das Spiel ist ein Faden, der hängt voller Schaden.

Das Spiel ist ein Kübel, in dem steckt alles Übel.

Das Spiel ist ein Pflaster, auf dem gehen alle Laster.

Das Spiel ist ein Verräter, aber der Knüppel ist ein Freund.
Russland
i] Rauben ist sicherer als spielen

Das Spiel ist eine Bank, auf der ruht aller Zank.

Das Spiel ist eine Linde, unter der ruht jede Sünde.

Das Spiel ist eine Wurst, nur gefüllt mit Durst.

Das spiel ist mir zugericht.

Das Spiel ist nicht die Kerzen wert.
Corneille, Le Menteur

Das Spiel ist noch nicht gewonnen, die Kart liegt noch auf dem Tisch.
la] Ne canas triumphum ante victoriam.

Das Spiel ist über uns angericht.

Das Spiel ist ungewiss.

Das Spiel ist zu Ende.
fr] Il faut tirer le rideau.
fr] La farce est jouée.
la] Lusus habet finem. Ovid

Das Spiel kann Hemm Mink ôk spielen.
Holstein
i] Ein Spiel, das sicher und leicht ist, zu dem nicht viel Geschick und Verstand gehört. Von einem schlechten Spieler dieses Namens.

Das Spiel macht einen reich, den andern arm.

Das Spiel reinigt den Säckel, wie die Pillen den Magen.
la] Sero doctus erit nimium qui ludere quaerit.

Das Spiel soll den Mangel der Unterredung ersetzen. Es kann daher nur denen erlaubt sein, die Karten beständig in Händen zu haben, die nichts als das Wetter in ihrem Munde haben.
Lessing, Selbstbetrachtungen und Einfälle

Das spiel treibt unnatürlich hitz, gibt angst und macht den beutel spitz.

Das Spiel und das Negotium bringen die beste (o. bringen alle) Freundschaft um.

Das Spiel verblättern.

Das Spiel verloren geben.
i] Um auszudrücken, dass das Spiel, dass alles verloren ist.
jüdisch-deutsch] Dus Spiél is var'n Tauvel (Teufel.)
ho] Het spel verloren geven.

Das spiel will sich machen.
Luther

Das Spiel will vorwärts.
i] Die Angelegenheit steht gut und will durchgeführt sein.
ho] Het spel will voorwaarts.

Das Spiel wird über mich auslaufen (hinausgehen).
la] In me cudentur haec fata. Terenz

Das Spiel zeigt den Charakter.

Das Spiel, die Frau, der Wein ruinieren den Mann lachend.

Das Spiel, die Frömmigkeit und die Schöngeisterei sind die drei großen Hilfsmittel für die Frauen, die nicht mehr jung sind.
Vauvenargues, Réflexions et maximes

Das Spielen ist ein Laster.

Das Spielhansel.
i] Im 82. Märchen der Brüder Grimm.

Das Spinnrad spinnt nicht ohne zu essen.
Estland

Das Spinnrad tragen.
Italien
i] Unter dem Pantoffel stehen.
it] Portare la conocchia.

Das Spinnwerk ernährt niemanden, wenn das Adereisen (= die Lanzette) nicht hilft.
Estland

Das Spionieren, scheints, ist deine Lust.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1581

Das sprengt den Rahmen (des Üblichen)
en] that goes beyond of the common practice
fr] cela fait sauter le cadre (des usages établis)
it] ciò esula dal campo dell'usanza comune

Das spricht Bände.
en] That speaks volumes
fr] ça en dit long.
fr] Questo dice tutto.

Das Sprichwort bringt die Würze in die Rede. Somali

Das Sprichwort ist abgeleitet aus Büchern und kann nicht unbeachtet bleiben.

Das Sprichwort ist älter als wir.
Estland

Das Sprichwort ist das Blatt, das man braucht, um ein Wort zu essen.
Afrika

Das Sprichwort ist das Gewissen der Menschen.

Das Sprichwort ist das Salz (o. der Schmuck, die Fleischbrühe) der Rede.

Das Sprichwort ist die Weisheit der Gasse.

Das Sprichwort ist eines Menschen Witz und aller Menschen Weisheit.
Russell

Das Sprichwort ist kürzer als ein Vogelschnabel.

Das Sprichwort ist wie ein Echo.

Das Sprichwort ist wie ein Pferd, wenn sich die Wahrheit versteckt, findet ein Sprichwort sie.

Das Sprichwort kommt vom Verstand und der Verstand vom Sprichwort.

Das Sprichwort kommt von den Verstandesmenschen, und der Verstand von den Sprichwörtern.
Rumänien

Das Sprichwort lügt, aber Milch kann sauer werden.

Das Sprichwort macht den Dieb weise.
Estland

Das Sprichwort sagt: Ein eigner Herd,
Ein braves Weib, sind Gold und Perlen wert.
Goethe, Faust I, Garten (Mephisto) Vs 3155

Das Sprichwort sagt: mit vielen Händen
Kann man ein Werk sehr schnell vollenden.
Doch mit viel Köpfen und viel Sinnen
Wird man was Gutes nie beginnen,
Wie Würmer mit zu vielen Füßen
Um desto sachter kriechen müssen.
Butler, Hudibras

Das Sprichwort selten tut betrügen, der viel schwätzet, tut viel lügen.
la] Respice multiloquax, quod sis saepissime mendax.

Das Sprichwort spiegelt den Menschen.

Das Sprichwort unterliegt nicht dem Urteil der Gerichtshöfe.
Russland

Das Sprichwort verbiegt die Bedeutung der Worte.

Das Sprichwort widersteht dem Wandel der Zeit.
Russland

Das Sprichwort wird alt, doch wer sich drin spiegelt, verjüngt die Gestalt.
it] Il proverbio s' invecchia, e chi vuol far bene vi si specchia.

Das Sprichwort zeigt des Menschen Geist.
en] Proverbs are the spirit of the people.

Das Sprichwort: Edelstein, Blume, Salz und Stern einer jeden Rede.

Das springt in die Augen.

Das Staatsschiff - wie bezeichnend trifft
Das Bild hier den Gedanken!
Dass wir seit langem eingeschifft,
Man fühlt's am steten Schwanken.
A. Grün, Sprüche

Das Staatswohl beruht auf den Gesetzen.
la] Salus civitatis in legibus sita est.

Das Stachelschwein geht an der verlassenen Hundehütte vorbei.
Kosi, Afrika
i] Man versäumt leicht eine gute Gelegenheit

Das Stadtkind ist wie ein Hühnerküken: Speise es ein Jahr von zwölf Monaten, es wird dir nicht zu einem Nachtessen genügen.

Das Stadtvolk ist lang von Zungen und meistens kurz von Händen.

Das standhafteste Mädchen ist leicht zu betrügen.
Estland

Das ständige häusliche Leben des Herrn watschelt (= geht) im Gleichschritt mit dem Gesinde.
Estland

Das stärkste Anzeichen der Entfremdung der Ansichten bei zwei Menschen ist dies, dass beide sich gegenseitig einiges Ironische sagen, aber keiner von beiden das Ironische daran fühlt.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das stärkste Hindernis für unseren Aufstieg aber bildet die Tatsache, dass wir zu schnell mit uns zufrieden sind.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das stärkste Kind ist das liebste.

Das Steckenpferd ist das einzige Pferd, das über jeden Abgrund trägt.
Hebbel, Tagebücher, 18. 8. 1836

Das steckt ihn an.
Nürtingen
i] Es ärgert ihn

Das stehet auff bösen Beinen.

Das stehet beym Glück.

Das stehet ihm an, wie dem Zaunstecken ein menschlich Kleid.

Das stehet nicht im Vatter unser.

Das Stehlen is keine Schande, aber 't Wêergêwen (o. Wiederbringen).
i] Spott auf die falsche Scham, welche Bedenken trägt, begangenes Unrecht einzugestehen und gut zu machen, das zu begehen man kein Bedenken trug.

Das Stehlen ist schon erlaubt, aber man muss sich nicht kriegen lassen.

Das Stehlen kostet oft mehr als es einbringt.
i] Beruht vielleicht auf dem Privileg, das der König Evenus III. von Schottland den Dieben gab, dass sie ungehindert ihr Handwerk treiben möchten.

Das steht as arm Lü Korn.
i] Der Bart, das Kopfhaar steht so einzeln wie armer Leute Korn.

Das steht auf der Landkarte.
Schlesien
i] Wird gesagt, um die Merkwürdigkeit eines Orts, Gegenstandes, Baumes, Steins, Gebäudes, Punktes u.s.w. zu bezeichnen.

Das steht auf einem anderen Blatte.

Das steht auf schwachen Füßen.
i] Eigentlich und uneigentlich: sein Ansehen, seine Gesundheit steht auf schwachen Füßen)
la] Ceratis ope Daedalea nititur pennis. Horaz

Das steht bombenfest.

Das steht dir an, wie dem Esel 's Tabakrauchen.

Das steht fest, wie beim Bäcker die Semmel.

Das steht fest: Der Witz, der sitzt nicht in der Mütz'.

Das steht ganz bei mir.
la] In tuo loco et fano est situm.

Das steht ihm so an, das kleidet ihn, als wenn sich die Wasserpolaken (Fliessen) ein Paar Beinkleider anziehen.
ndt] Dem lett't so, as wenn seck de Flies e Pôe Bôxe aftrekt. Jerentowitz im Kreise Graudenz

Das steht ihm wie der Sau ein Sattel.
Eifel

Das steht ihr, wie der Sau eine Bandhaub'.
Eifel

Das steht in den Bauernregeln.
i] Von Sachen, die sehr bekannt und im gemeinen Leben häufig angewandt werden.

Das steht in den Sternen geschrieben
en] that's written in the Stars
fr] ce n'est pas pour demain
it] sta scritto in cielo

Das steht nicht im Text.
fr] Ajoûter à la lettre.

Das steht nicht mehr auf!
i] So etwas kommt nicht wieder
jüd]Loo kom!

Das steht nirgends geschrieben noch gedruckt.
la] Neque fictum, neque pictum, neque scriptum.

Das steht schön und kostet nicht viel.

Das steht so auf der Kante.
ndt] Dat stêt so up de Kante.
i] Es kann leicht herunterfallen.

Das steht wie der Ziege das Kummet.
Franken

Das steht wie vor Rossbach.
Königsberg

Das Steinhaus ist gleich dem Holzhaus.
[RSpW]
i] Mit Bezug auf die Unverletzbarkeit des Hausfriedens, durch den jeder gegen rechtswidrige Angriffe auf Leib und Gut geschützt sein sollte, und der den Mann innerhalb seiner vier Wände gewissermaßen unantastbar macht; das Haus sollte ihn und seine Familie schützen wie der Leib die Seele. Es war daher eins der schwersten Verbrechen, den Mann in seinem Hause 'heimzusuchen' und dort Hand an ihn zu legen. Der Sinn des obigen Sprichworts geht nun dahin, dass es auf die Art und Beschaffenheit des Hauses selbst dabei gar nicht ankomme. Der mächtige Palast des Fürsten schützt ihn nicht mehr im Genusse des Hausfriedens als den armen Mann die arme Hütte.
z] Wo ein Mann seine Wohnung aufschlägt, sei es in einem bloßen Zelte oder in einer Reisenhütte, oder auch in einer Erdhöhle und sich selbst mit seinen Sachen dahin begeben hat, da kann auch sein Hausfriede gebrochen werden.
altfries] Alle lyck, dat steenhus ende dat holtene hus.

Das Sterbekleid macht man ohne Taschen.
it] L' ultimo vestito ce lo fanno senza tasche.

Das Sterben bringt mich noch unter die Erde, sagte die Frau, da ging ein Begräbnis vorbei.

Das Sterben ist das letzte, was man anfangen kann.
Wallonisch

Das Sterben ist die letzte Empfindung des Lebens.

Das Sterben macht einen Sprung wie das Erzeugen, denn es gibt keine Vermittlung zwischen Lebendigem und Totem; daher alle die Zwischenzustände unter Schlaf, Ohnmacht usw. gar nichts mit dem Tode zu tun haben, nicht einmal im Grabe. Der Sprung aber bezieht sich nicht auf die einzelnen Körperteile, ja nicht einmal auf die irdische Seele, sondern auf die einer andern Welt angehörige.
Jean Paul, Selina

Das Sterben spart man bis zuletzt.
la] Et pene post mille est annos vita mortuus ille.

Das sterbende Beamtentum verbreitet den Aasgeruch seiner 'Akten' und 'Zuständigkeiten' überall...
Welskopf-Henrich, Zwei Freunde

Das Sterbenmüssen geht nicht ein dem Toren,
Dem taumelnden, durch Reichtums Blendung Blinden;
'Dies ist die Welt, kein Jenseits gibt's!' So wähnend,
Verfällt er immer wieder meiner Herrschaft.
Yujurveda, Upanischaden des Veda

Das Steuer herumwerfen
en] to change course radically
fr] virer de bord - renverser la vapeur
it] cambiar rotta

Das Steuer soll führen, wer es gelernt hat.
la] Remum ducat, qui didicit.

Das Steuer soll nur einer führen, es ist nicht gut, wenn viel regieren.

Das Steuern nach der Tat kommt viel zu spät.

Das sticht den Schwär auf.

Das sticht ihn hart in Kropf.

Das sticht ihn in die Nase.
i] Reizt seine Begierde, seine Lüsternheit.

Das Stillsitzen und der Müßiggang pflegt adelige tapfere Leiber nicht anders als der Rost das Eisen zu verderben.
Kaiser Maximilian I.

Das stillste Wasser hat den tiefsten Grund.

Das Stimmen muss nicht länger dauern als das Konzert (o. die Musik).

Das stimmt wie eine böhmische Orgel.
i] Passt wie die Faust aufs Auge; wird aber auch angewandt, wenn es wirklich stimmt, z.B. bei Bezahlungen.

Das stimmt wie eine Kirchenrechnung.
i] In der Regel bekommt die Gemeinde sie nicht zu sehen; es ist also niemand, der widerspricht.

Das stimmt, sagte der Inspektor, als der Bauer ausrief: Was ich doch für ein Esel bin!

Das stinkt hier, als wenn sich der Teufel (die Hosen) zerrissen hätte.
Breslau

Das stinkt mir aus dem Magen.

Das stinkt mir herauf.
Wien
i] Ist mir sehr widerwärtig, ärgert mich gewaltig.

Das stinkt nach Gelde.
Luther
i] Wenn es bloß aufs Geld bei etwas abgesehen ist.
ho] Hij stinkt naar conserf van roggebrood zeven vademen in den wind.

Das stinkt wie böhmischer Käse.

Das stinkt wie der Teufel.

Das Stoffartige jeder Sprache sowie die Verstandsformen stehen so weit von der Produktion ab, dass man gleich, sobald man nur hineinblickt, einen so großen Umweg vor sich sieht, dass man gern zufrieden ist, wenn man sich wieder herausfinden kann.
Goethe, An Schiller, 28.9.1800

Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht
Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht.
Und doch gelingts ihm nicht, da es, so viel es strebt,
Verhaftet an den Körpern klebt.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 1351f.

Das Stolzeste, was Menschen sagen können:
'Ich habe gelebt' - das kann ich von mir sagen.
Lienburg, Die Hüter der Mitte

Das Stoppel abgrasen.
i] Von denen, die ihren Acker ausmergeln, dann allgemeiner von unmäßiger Anstrengung und Ausnutzung anderer Gegenstände.

Das stößt mir 's Herz ab.
fr] J'ai un mot, qui m'étrangle.

Das Strafrecht ist von Leuten verfaßt, die das Unglück nicht gekannt haben.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Das Streben meiner ganzen Kraft
ist grade das, was ich verspreche.
Goethe, Faust I

Das Streben nach moralischem Handeln ist das wichtigste Streben des Menschen. Sein inneres Gleichgewicht, ja seine Existenz hängen davon ab. Moralisches Handeln allein kann dem Leben Schönheit und Würde verleihen.
Albert Einstein, Briefe

Das Streben nach Vollkommenheit muss fromm machen.
Hofmannsthal, Andreas oder die Vereinigten

Das Streben, etwas zu besitzen, was wir nicht haben, und etwas zu sein, was wir nicht sind, ist die Wurzel aller Unsittlichkeit.
Shaftesbury

Das Streben, seine Wünsche nach Besitz zu befriedigen, heisst Feuer mit Stroh löschen.
China

Das Streiten lehrt uns die Natur;
Drum, Bruder, recht' und streite nur.
Gellert, Der Prozess

Das Stroh aus der Wiege hängt ihm noch am Arsche.
i] Er ist ein unreifer Bursche.
ho] Hij heeft het stroo van de wieg nog aan zien gat.

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ITALIENISCH
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LATEINISCH
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PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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