Weisheiten 74


Das Wasser schreibt niemand an.

Das Wasser steht (o. reicht) ihm bis zum Hals.
ndt] Er pfeift us em letzta Loch. Schwaben
en] he is in deep water
en] he is lying at death's door
en] he is standing on his last legs
fr] Il est à l'extrémité, à l'agonie, aux abois.
fr] il est aux abois
fr] il est au bout du (o. de son) rouleau
fr] il ne bat plus que d'une aile
fr] il ne la fera plus longue
it] ce n'ha per poco
it] è (ridotto) all'osso
it] ha l'acqua alla gola
it] naviga in cattive acque
pl] Smiérć mu z oczów patrzy.

Das Wasser steigt ihm über die Kerbe.
Luther
i] Kerbe = das Maul, vor alters schrieb man Körbe.
z] Wann ein rad über ein Bein gat oder das Wasser über die Körb, so wird man witzig.
z] Das Wasser gehet über die Körbe.
z] Sie wissen auch nit, wenn in das Wasser über die Kürb steigt.
ho] Het water loopt mij om de tanden.

Das Wasser steigt nie so hoch, als es gefallen, aber der Mensch oder das Volk fällt nie so sehr, als es gestiegen, und wollte uns nur ein höherer Genius den Umweg des Steigens und die Schneckentreppe sagen, damit wir frischer aufstiegen!
Jean Paul, Friedens-Predigt an Deutschland

Das Wasser sucht sich einen Weg.

Das Wasser sucht sich seinen Weg.

Das Wasser trägt flussabwärts, die Notwendigkeit flussaufwärts.
Russland

Das Wasser trübe machen.
la] Coeno puram aquam turbans nunquam invenies potum.
la] Est captu facilis turbata piscis in unda.
la] Ubi quieta stat palus nil piscium reportant.

Das Wasser und das Volk kann man nicht zurückhalten.
Italien

Das Wasser und die Bosheit sind unerschöpflich.
Serbien

Das Wasser verbürgt sich für das Eis.
i] Wenn ein Unsicherer für einen gutsagt, der nichts besitzt oder keinen Glauben verdient.
bm] Voda za led slibuje.

Das Wasser verdirbt den Wein, der Wagen den Weg und die Frau den Mann.
Frankreich
fr] L'eau gâte le vin, la charette le chemin, et la femme l'homme.

Das Wasser verliert niemals seinen Weg.
Bantu

Das Wasser verschafft uns Christenbrüder, der Wein Herzensbrüder.

Das Wasser verschloß der Seekuh das Maul.
i] Wenn einer vor Verlegenheit kein Wort hervorbringt

Das Wasser von gestern treibt heute die Mühle nicht.

Das Wasser von sich laufen lassen.
Luther

Das Wasser wäre gut, hätte es der Hahn nicht verschüttet.

Das Wasser wäscht alles weg, nur schlechte Rede nicht.
bm] Voda vsecko opere, krom černé tváři a zlého jazyka.

Das wasser wer gut, het es der han nit umgeschüt.

Das Wasser will über die Körbe gehen.
la] Res ad triarios rediit.
la] Res ad vestim rediit.

Das Wasser wird nicht schlechter, wenn auch ein Hund aus dem Bach trinkt.
bm] Tim řeka není horsí, ze z ní psi pijí.

Das Wasser wird schon seinen Weg finden.
Armenien

Das Wasser wird so lange durch die Asche gegossen, bis es zu Lauge wird.
i] Wider die Verteidiger verbotener Contracte.

Das Wasser zeigt es selber, wie tief es ist.

Das Wasser zerstört Brücken und reisst Dämme ein.
i] Um scherzhaft zu sagen, man soll den Wein nicht mit Wasser vermischen.
it] L'acqua fa marcire i poli. L'acqua rompe (rovina) i ponti e gli argini.

Das Wasser zihet zu berge.
i] Wenn jemand weint.

Das Wasser, das andere wäscht, wird selbst trübe.

Das Wasser, das das Schiff trägt, ist dasselbe, das es verschlingt.
China

Das Wasser, das du nicht trinken kannst, lass fließen.
Lateinamerika

Das Wasser, das ein ganzes Haus forttragen kann, trägt den Stein in seinem eigenen Bett nicht fort.
Togo

Das Wasser, in dem ich ertrinke, nenne ich den Ozean.
Armenien

Das Wasser, was die Ladoga der Newa gibt, gibt die Newa dem Finnischen Meerbusen.
Russland
la] Undique per montes, currunt in flumina fontes.

Das Wasser, was man in den Brunnen trägt, hält sich nicht lange.
i] So bleibt auch fremde Klugheit nicht im Kopfe. Finnland

Das Wasser, was man in einen goldenen Becher füllt, springt immer aus einer klaren Quelle.
Lettland

Das Wasser, welches die Mühle treibt, kommt weit her.
ho] 'T water komt al verdan daan, dat den molen om doet gaan.

Das Wasser, welches im Bette rauscht, ist nicht besser, als was ruhig fließt.

Das Wasser, welches tropfenweise fällt, höhlt den Stein aus.

Das Wässerchen wäscht sich zwölfmal während der Nacht.
Estland

Das Wasserschlürfen der Kuh wird Milch. Das Milchsaugen der Schlange wird Gift.

Das Webe ist erst angefangen.
la] Exordiri telam. Plautus

Das Webe taugt nichts.
i] Von einem schlechten Geschäft. Solche Dinge treibt man?
la] Ea telu texitur.

Das Wechselhafte der Pflanzengestalten, dem ich längst auf seinem eigentümlichen Gange gefolgt, erweckte nun bei mir immer mehr die Vorstellung: die uns umgebenden Pflanzenformen seien nicht ursprünglich determiniert und festgestellt, ihnen sei vielmehr, bei einer eigensinnigen, generischen und spezifischen Hartnäckigkeit, eine glückliche Mobilität und Biegsamkeit verliehen, um in so viele Bedingungen, die über dem Erdkreis auf sie einwirken, sich zu fügen und darnach bilden und umbilden zu können.
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Das Wegekraut sollt stehen la'n; (Hüt dich) Jung', rühr's nit an, 's sind Nesseln dran.
i] Der Wahlspruch der von Bismarckschen Familie.

Das weggeflossene Wasser geht nicht zurück in die Flasche.

Das Weglein geht ins Dorf, die Blutaderchen ins Glied.
Estland

Das wehe Auge ist sichtbar, das wehe Herz nicht.

Das Wehr rechnet sich auch zu den Schleusen.

Das wehret einen Tantz zur Hochmesse.
Luther

Das Weib allein kennt wahre Liebestreue.
Schiller, Turandot, III, 2 (Turandot)

Das Weib als Mutter ist, der Mann als Krier und Politiker macht Geschichte.
Spengler, Der Untergang des Abendlandes

Das Weib also war für mich ein lockendes Mysterium, das mein armes Bubenhirn in Taumel versetzte...
Flaubert, November

Das Weib ändert sich wie der Mond, heute klar und morgen dunkel.
fr] Femme varie comme la lune: aujourd'hui claire, demain brune.

Das Weib auf dem Ofen, der Harn in Moskau.
Estland

Das Weib beherrscht den Mann durch Liebe (o. Milde, Sanftmut).
bm] Zena muze nebije, a přede ho sobĕ podbije.

Das Weib betrügt den Mann, und wenn er Augen hätte wie ein Wagenrad.
wend] Zona, muza zjeba, by woči mjeł kajz křida.

Das Weib bildet sich was ein auf ihr Kleid und die Kuh auf ihre Milch.
bm] Chlub se bába strůjem, a kráva důjem.

Das Weib des Spielmanns kann leicht (oft) tanzen.
bm] Sumařova (saskova) zena vzdy vesela.

Das Weib erzieht ein Bäumchen um der Blüten willen, der Mann hofft auf Früchte.
August von Kotzebue, Leontine

Das Weib fragt, der Mann sagt.

Das Weib gehört ins Haus, der Mann muss hinaus.

Das Weib gelüstet's selbst nach Hühnerquark und Kuckucksmilch.

Das Weib gibt sich weg, der Mann nimmt hinzu - ich denke, über diesen Natur-Gegensatz wird man durch keine sozialen Verträge, auch nicht durch den allerbesten Willen zur Gerechtigkeit hinwegkommen: so wünschenswert es sein mag, dass man das Harte, Schreckliche, Rätselhafte, Unmoralische dieses Antagonismus sich nicht beständig vor Augen stellt. Denn die Liebe, ganz, groß, voll gedacht, ist Natur und als Natur in alle Ewigkeit etwas 'Unmoralisches'.
Friedr. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Das Weib gilt nach dem Manne.
i] Die gesellschaftliche Stellung, sein Rang, seine Würde wird durch die Stellung des Mannes bemessen.
bm] Krásna pávice peřím, a zena muzem.

Das Weib hat alles, wenn sie Mann und Kind hat; darüber hinaus hat nie ein Weib etwas verlangt, und wenn sie den Mann nachher zu pflegen und zu erfreuen sucht, so ist das vor dem sittlichen Gesetz durchaus nicht mehr, als wenn sie als Mädchen den Blumenstrauß, der ihr gefiel, mit Wasser begoss. Es geschieht, damit die Blumen ihr um so länger duften.
Hebbel, Brief an Elise Lensing, 6. 2. 1845

Das Weib hat d' Hosen an.
ndt] Dat Wîf hett de Büxe an.
ho] Het wijf heeft de broek aan.

Das Weib hat die Gestalt eines Engels, das Herz einer Schlange und den Verstand eines Esels.

Das Weib hat in der Kirche keine Stimme.
la] Mulier taceat in ecclesia.

Das Weib hat lange Haar', aber nur kurze Gedankenwaar'.

Das Weib hat mehr Angst als der Mann ... Angst ist hier ständig in Richtung Freiheit zu nehmen.
Sören Kierkegaard

Das Weib hat, wie der Vielfraß, einen Katzenkopf, einen Wolfsmagen und einen Fuchsschwanz.

Das Weib hatte keine Sorgen, drum hat sie sich ein Ferkel angeschafft.
Masuren

Das Weib ins Haus, der Mann hinaus.

Das Weib ist am schwächsten, wenn es liebt, und am stärksten, wenn es geliebt wird.
Erich Oesterheld

Das Weib ist das Paradies der Augen, die Hölle der Seele und der Tod des Leibes.

Das Weib ist der Schlüssel des Hauses.
en] The wife is the key of the house.

Das Weib ist des Mannes Ehre.
sd] Qvinnan är mansens ära.

Das Weib ist des Mannes größtes Glück oder Unglück.
en] A man's best fortune or his worst is a wife.

Das Weib ist des Mannes Haus, denn er ist nirgend daheim ohne bei seinem Weib.
i] Die Tataren dulden in ihrer Sprache das Wort Weib nicht, und bedienen sich dafür des Ausdrucks 'Mutter der Familie'.

Das Weib ist des Mannes Satan.

Das Weib ist des Schlechten (= des Teufels) Partnerin.

Das Weib ist ein Geschwinddoktor; so oft es auf die Erde sieht, hat's eine List erfunden.

Das Weib ist ein halbgebackener Mann.

Das Weib ist ein häusliches Wesen.
Friedrich Schlegel, Über die Philosophie

Das Weib ist ein redendes Wesen.

Das Weib ist ein Unglück, aber kein Haus sollte ohne dies Übel sein.

Das Weib ist ein Wildpret, je mehr Schläge, je besser wird es.
Rumänien

Das Weib ist ein wohlgeschmacktes Rippenstücke, das mit einem lieben Munde muss genossen werden.
Schlesisch, 17. Jh.

Das Weib ist eine Seule des Hauses, der Mann ist eine Seule des gemeinen Besten.

Das Weib ist eine Zwiebel, von außen schön und weiß; aber schneidet man sie auf, da ist kein Kern, kein Herz und man muss weinen.

Das Weib ist fraglos eine Leuchte, ein Blick, eine Einladung zum Glück, ein Wort bisweilen; aber es ist vor allem eine allgemeine Harmonie, nicht allein in ihrer Art, sich zu geben, und in der Bewegung ihrer Glieder, sondern auch in ihrem Musselin, ihrer Gaze, ihren mächtigen schimmernden Wolken von Stoffen, in die sie sich hüllt und die gleichsam die Attribute und das Piedestal ihrer Göttlichkeit sind; in dem Metall und dem Gestein, das schlängelnd sich um Arm und Hals ihr windet und zu dem Feuer ihrer Blicke noch sein Geschiller und Gefunkel fügt oder auch mit sanftem Laut in ihren Ohren plappert. Welcher Dichter würde in dem Gemälde des Entzückens, das die Erscheinung einer schönen Frau hervorruft, das Weib von seinem Kostüm zu trennen wagen.
Charles Baudelaire (1821-1867)

Das Weib ist für einen Mann ganz das, was Suppe für den Leib ist.
Jean B. Molière, Die Schule der Frauen

Das Weib ist gemacht aus einer krummen Rippe, darum haben die Nonnen alle so krummen Sinn.

Das Weib ist Genossin des Mannes zu Hand, als sie in sein Bett tritt.
mhd] Das wib ist des mannes genozinne zu hant als si in sin bette trit.

Das Weib ist glücklich nur an Gattenhand.
Franz Grillparzer, Des Meeres und der Liebe Wellen (Mutter)

Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann.

Das Weib ist in den engsten Kreis gebannt: wenn die Blumenzwiebel ihr Glas zersprengt, geht sie aus.
Hebbel, Tagebücher, 1836

Das Weib ist keusch in seinem tiefsten Wesen.
Robert Hamerling, Ahasverus in Rom

Das Weib ist mit seinem Mann, der Mann aber mit seinem Geschäft verheiratet.
Pundschab

Das Weib ist Sonntag, der Mann Alltag.
Peter Hille

Das Weib ist veränderlich.
Donna è mobile.
Verdi, Rigoletto

Das Weib ist wie ein Schatten. Versucht man's, nach ihm zu greifen, so entweicht er, sucht man, sich von ihm zu lösen, so folgt er.

Das Weib ist zahm, wenn man es beizeiten zähmt.
García Lorca, In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa

Das Weib kan den Mann wohl reich machen, nicht der Mann das Weib.

Das weib kan nit bös sein.
i] Ironische Verneinung für Bejahung.

Das Weib kann aus dem Haus mehr in der Schürze tragen,
Als je einfahren kann der Mann im Erntewagen.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Das Weib kann den Mann wohl reich machen, nicht der Mann das Weib.

Das Weib lebt nur, wenn es liebt; es findet sich erst, wenn es sich in einen Mann verliert.
Börne, Fastenpredigt

Das Weib lernt hassen in dem Maße, in dem es zu bezaubern - verlernt.
Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse#

Das Weib liebt mehr ein Mass bei Tand, als zehn im angemessnen Stand.

Das Weib liebt Tand bis an des Grabes Rand.

Das Weib macht das Haus erstehen, das Weib macht's untergehen.
Osmanien

Das Weib macht oder verderbt eine Haushaltung.
fr] La femme fait ou defait un menoge.

Das Weib mit der Rute, das Pferd mit dem Zügel.
la] Infernalis poenis sponsam sed equum rege frenis.
sd] Styr haest mz belz (bezl, betsel) ok kono mz kaep.

Das Weib muss den Schulsack bezahlen.

Das Weib muss nicht die Hosen tragen.

Das Weib nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.
1. Mose 3,6
i] Der 'Baum der Erkenntnis' wurde schon früh mit dem Apfelbaum gleichgesetzt.

Das Weib nimm aus der Nähe, die Gevattern aus der Ferne.
bm] Znen ber z blízka, kmotry z daleka.

Das Weib sagt nicht: noli me tangere, sondern: kauf' ohne Klangere.
i] Man probiert vor, ehe man kauft, nur das Weib soll man vom Ansehen nehmen.

Das Weib schweige in der Kirche.
Mutier taceat in ecclesia.
Nach 1. Korinth. 14, 34

Das Weib schweige in Dienstsachen, bis es gefragt wird.

Das Weib sei blind, und taub der Mann, soll die Ehe gut bestahn.

Das Weib sieht auch dort, wo der Mann kaum etwas merkt.

Das Weib sieht tief, der Mann sieht weit. Dem Manne ist
Die Welt das Herz, dem Weibe ist das Herz die Welt.
Grabbe, Don Juan, I, 2

Das Weib so dir beschehret ist, nimmt dir St. Peter nicht.

Das Weib soll gegen jedermann freundlich, aber gegen einen nur Herzlich sein.

Das Weib soll nicht Herr sein.

Das Weib soll schweigen in der Kirche.
i] Aus einem lateinischen Ausspruch Bernhard von Clairvaux entstanden. Im Dom zu Speier befand sich ein redendes Muttergottesbild. Als Bernhard von Clairvaux 1146 den Kaiser Konrad III. vor diesem Bilde zum zweiten Kreuzzuge auforderte, soll ihm das Bild zugerufen haben: 'Unde tam tarde, sancte Bernharde?' worauf Bernhard demselben die Antwort gab: 'Mulier taceat in ecclesia', und seitdem schweigt das Bild. D'Valois versichert, dass sich seit dem Apostel Paulus die Frauen das Recht nicht angemaßt hätten, in der Messe der lateinischen Kirche singend zu antworten, wie ihnen Paulus in Kirchensachen überhaupt Schweigen aufgelegt habe. D'Valois fügt hinzu: 'Lose Spötter erklärten, Frauen dürften darum nicht mitsingen, weil, da jede gern das letzte Wort haben wollte, das Kyrie Eleison gar kein Ende gewinnen werde.'
bm] Znej zeno své křivé vreteno.

Das Weib soll sich nicht im Reden üben. Denn das wäre arg.
Demokrit, Fragment 110

Das Weib soll sich nicht selber angehören,
An fremdes Schicksal ist sie fest gebunden.
Die aber ist die beste, die sich Fremdes
Aneignen kann mit Wahl, an ihrem Herzen
Es trägt und pflegt mit Innigkeit und Liebe.
Schiller, Piccolomini, III, 8 (Gräfin)

Das Weib soll stehn an ihres Mannes Seite.
Körner, Zriny, 11, 7 (Eva)

Das Weib spinnt, nachdem es Flachs hat.
i] Je mehr Flachs, je mehr Garn. Je besser Flachs, je besser Garn. Schlechter Flachs, schlecht Garn. Kein Flachs, kein Garn.
la] Implet anus fusum colus vt lane gerit vsum.
sd] Kaerlingh tuttar aepter sinne thoskaeppo.

Das Weib trauert um den Mann so lange bis das Kraut abgekocht ist.
bm] S jedním muzem do dolu, a s druhým do domu.
bm] Zena muze zelí, dokud nezevře zelí.
pl] S jednym w doł, s drugim w dom.

Das Weib tritt in des Mannes Recht, wenn sie in sein Bett geht.
mhd] It wif trit in des mannes recht, svenne si in sin bede gat.

Das Weib übertrifft auch den Teufel.

Das Weib überwindet immerdar mit Ruhe den Mann, mit Ruhe ist es untertan.
Lao-tse, Tao-te-king

Das Weib und der Ofen sind eine Hauszierde.

Das Weib und der Wein bringen den Mann um den Verstand.
sp] La mujer y el vino sacan al hombre de tino.

Das Weib und ein ofen sollen im hauss bleiben.
fr] Femme sage reste à son ménage.
fr] Femme trottière rarement bonne ménagère.

Das Weib verbirgt ihre Liebe vierzig Jahre, aber Hass und Widerwillen verbirgt es nicht einen Tag.

Das Weib verlässt sich auf Weinen und der Dieb aufs Lügen.

Das Weib vermag allein nicht viel.
Goethe, Elpenor, I, 4 (Antiope)

Das Weib versteht nicht, Seele und Körper auseinanderzuhalten. Es vereinfacht alles, wie die Tiere. - Ein Satiriker würde sagen, das sei so, weil es selbst nur Körper habe.
Charles Baudelaire (1821-1867)

Das Weib vom Wagen, so haben die Räder leichter zu tragen.
Polen

Das Weib wird durch die Ehe frei, der Mann verliert dadurch seine Freiheit.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Das Weib wird nie so individuell als der Mann, es behält in seinen Unterschieden wenigstens im Schein mehr die großen allgemeinen Formen der Menschheit und Dichtung bei, nämlich von Gut, Böse, Jungfrau, Gattin usw.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik

Das Weib wollte die Natur zu ihrem Meisterstücke machen. Aber sie vergriff sich im Tone, sie nahm ihn zu fein. Sonst ist alles besser an euch als an uns.
Lessing, Emilia Galotti, V, 7 (Odoardo)

Das Weib zieht mit dem Kleid alle Scham aus.
la] Mulier cum veste omnem deponit verecundiam.

Das Weib, als geborene Götzendienerin, verdirbt den Götzen - den Gatten.
Nietzsche, Unschuld des Werdens

Das Weib, auch wenn ein schlechter Gatt' ihr ward, es muss
Sich schmiegen seinem Willen ohn' Kampf und Streit.
Euripides, Andromache, 213/14

Das Weib, das dahin erhoben ist, ihrem Kind im vollen Sinn des Wortes ganz zu leben, d. h. ihr Leben für dasselbe hinzugeben, dieses Weib opfert sich nicht bloß für ihr Kind, es opfert sich für das Menschengeschlecht auf.
Pestalozzi, An die Unschuld,den Ernst und den Edelmut meines Zeltalters

Das Weib, das Feuer und das Meer, das sind der Welt drei Übel.

Das Weib, das Gott der Herr erschuf,
Schuf er zu mancherlei Beruf,
Allein der süßeste von allen
Ist der, den Männern zu gefallen.
Wir danken Gott zu dieser Frist,
Dass du ein Weib geworden bist.
Goethe, An Personen - An Frau von Felgenhauer

Das Weib, es kennt nur ein Glück auf Erden!
Das Glück heisst: lieben und geliebt zu werden.
Michel Beer, Der Paria

Das Weib
Bedarf in Kriegsnöten des Beschützers.
Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans (Thibault)

Das Weibchen der Gattung ist tödlicher als das Männchen.
USA

Das Weibchen ist bei allen Tieren besser, außer beim Menschen.

Das weibliche Geschlecht hat allzeit geherrschet und herrschet noch, entweder durch List oder mit Gewalt oder doch heimlich.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der Weibernarr

Das weibliche Geschlecht hegt ein eignes, inneres, unwandelbares Interesse, von dem sie nichts in der Welt abtrünnig macht, im äußern geselligen Verhältnis hingegen lassen sie sich gern und leicht durch den Mann bestimmen, der sie eben beschäftigt, und so durch Abweisen wie durch Empfänglichkeit, durch Beharren und Nachgiebigkeit führen sie eigentlich das Regiment, dem sich in der gesitteten Welt kein Mann zu entziehen wagt.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,7

Das Weibliche ist das Dauernde, das Männliche das Schöpferische
Oswald Spengler, Urfragen

Das Weibliche steht dem Kosmischen näher. Es ist der Erde tiefer verbunden und unmittelbarer einbezogen in die großen Kreisläufe der Natur. Das Männliche ist freier, tierhafter, beweglicher, auch im Empfinden und Verstehen wacher und gespannter.
O. Spengler, Untergang des Abendlandes

Das Weichen hat ein Kluger erdacht, es hat viel aus Schand' und Not gebracht.

Das Weichste überwindet das Härteste.
Taoistisch

Das Weidwerk ist ein dickes Buch
Mit allerkleinsten Lettern;
Zum Segen der Schöpfung oder Fluch
Kann jeder darin blättern.
Riegler, Spruchreime

Das weies ihm der Hund Dank.
ho] Dat wete hem de hond dank.

Das Weihnachtsfest (25. XII) ein Wurstfest, das Osterfest ein Eierfest, Pfingsten - ein Butterfest.

Das Weihwasser weiter aussprengen.
z] Jedoch genug hiervon, denn ich muss das Weihwasser weiter aussprengen.

Das Weinen ist dem Menschen angeboren, aber das Lachen will gelernt sein.
Max Pallenberg

Das Weinen ist ihm näher als das Lachen.

Das weiß der Fuchs.

Das weiß der Himmel.
ho] Dat weet de hemel.

Das weiß der Kuckuck.
i] Einer der mehr weiß und wissen kann als ein gewöhnlicher Mensch.

Das weiß der Teufel (und seine Großmutter).
i] Nicht immer wird der Teufel so offen und ehrlich wie hier angerufen; man wendet sich vielmehr an ihn unter den verschiedensten Namen, in den mannichfachsten Verkleidungen und Verhüllungen.
sinnverwandt] Elsass: Der Dausi! (Dau, du ist die erste Silbe von Teufel). (Schmid, Schwäb. Wb., 79.) Der Düsigh! Potz Dausi! Potz Düsigh! Der Doisger Schieß! Doisig an de Wände! Der Deixel (Dei auch Deier = Teufel). Bîm Deixel! Zuem Deixel! Der Deixel soll dich holen! D'r Deichert! Bîm (zum) Deichert! D'r Deichert au! D'r Deichert hol dich! Potz Düxel (Dixel)! Potz Dixels (Düxels)! Zum Henker au! D'r Deihenker! 'S Deihenkers Dank! Potz Güxel (Kuckuck, welcher im Volksglauben der Teufel selbst ist). I wolt de wärsch bîm Güxel! Zuem Gügger! Bîm Güggük! Dass dich der un jine (dieser und jener) hole! Dass dich das Mäusle beiss! Man lässt einen kochersperger Bauern (im Unterelsass) sagen: Vn wéyss key Déyirr (Deier) war Féing (Feind) or Früng (oder Freund) ischt?
sinnverwandt] Schweiz: Bi Drûtschel! Als verkappte Teufelsnamen: Tilder, Tüener, Tutschel, Tusig, Tüppeler, Drack. Dass dich der Valant reiten soll! Valendes Barn (Kind des Teufels).
sinnverwandt] Niederdeutsch: Hâl em de Bûr! Dat du den Bûren krigst! Hâl die de D-odel! Dat dich de Drôst! Ha die de Drôst! Dat di de Drummel! Dat di de Drês hale! Hal di de Düker (eigentlich Taücher, als Fluch für Teufel)! Hal di de Dütscher! Ik wull, det em de un de hol! Hal me de de Dêren! Hal mi de Donnerstag! I de Hamer! Dat di de Hammer! Der Hammer oder der Henker mag sie alle kennen! Dat di de Doister! Auch Stöpke für Teufel. Das dig ditz und jens angang!

Das weiß der Teutschel.
i] So viel wie der Teufel. Die Scheu des Volks, gewisse Wörter, wie Gott, Christus u.a. auszusprechen, erstreckt sich besonders auch auf den Teufel; es finden sich daher in allen Gegenden Ausdrücke, die entweder aus dem Namen Teufel entstellt sind, weil man auf diese Weise doch das unmittelbare nennen vermied, oder sie beziehen sich auf seine Gestalt, Farbe u.s.w. Zu den in Schlesien üblichen Verhüllungsformen gehört das obige Teutschel, auch Teuxel, Teucker. Je, der Toiker! Ferner: Tausend, Fuchs, Geier (in Geiers Küche kommen), Hund, Gottseibeiuns u.s.w.

Das weiß ein jeder deutsche Christ, dass Montag Sonntags Bruder ist.

Das weiß er so wohl, wie seinen eigenen Namen.

Das weiß Gott allein.
ho] Dat weet God alleen en de torenwachter.

Das weiß Gott und die (bunte) Kuh.
Lobenstein
i] Die Redensart soll auf folgende Weise entstanden sein. Ein Pfarrer musste eines Tags, da seine Wirtin krank war, seine Kuh melken. Da ihn der Schwanz der Kuh hinderte, band er sich denselben am Halse fest. Die Kuh riss sich los, lief fort und der Pfarrer musste notgedrungen hinterdrein. Als der Marsch bei der Schule vorbeiging, fragte der Lehrer: 'Herr Pfarrer, wozu?' worauf er vom Pfarrer die obige Antwort erhielt.

Das weiß jeder Primaner.
i] In Deutschland müsste es heißen: Quintaner; aber in Österreich ist die Prima sachgemäss die unterste Gymnasialklasse. Man hört dafür auch in Deutschland sagen: Das weiß jeder A- b-c-Schütz.

Das weiß niemand außer jedermann.
sd] Det weet ingen utan gud ock hvar man.

Das weiß niemand, wo der Tod ist: Ob auf dem Weg oder auf dem Schlitten oder auf dem Sack in der Mühle.
Estland

Das weiße erkennt man besser, wenn man schwarzes dagegen hält.

Das Weiße in den Augen ist nicht sicher vor ihm.
jüdisch-deutsch] Er känn Einen heraus gauwenen dus Weißel vün'm Aug.
i] Von gefährlichen Menschen, vor welchen man sich in Acht nehmen muss, die das Weiße aus den Augen herausstehlen.

Das Weiße ist das Papier und das Schwarze sind die Buchstaben.
i] Scherz- oder spottweis zu einem unbeholfenen Leser.

Das weiße Kleid allein macht keinen Müller.

Das weiße Licht in seinem Haupte, das der Mensch Verstand nennt, wächst ebenfalls mit ihm von Jahr zu Jahr, bis er es schließlich für Vernunft oder Einsicht in die Notwendigkeit hält.
Welk, Mein Land, das ferne leuchtet

Das weiße Papier braucht Pinsel und Tinte, der Gauner braucht Handfesseln und Ketten.

Das Weiße vom Dotter sondern.

Das weitaus ungerechteste und entwürdigendste Vorrecht, das die Reichen für sich beanspruchen, ist das Vorrecht, völlig straflos müßiggehen zu können...
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Das Weite suchen.
i] Nämlich das weite Feld.

Das Weitere wird sich finden.
la] Cetera res expediet.

Das Weizenkorn wird nur aus sich selbst milbig.

Das welsche Vaterunser beten.

Das Weltall gehorcht Gott so, wie der Leib der Seele gehorcht, die ihn ausfüllt.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Weltall in seiner für alle Lebewesen gültigen Weltordnung war, ist und wird ewig sein ein sich lebendes Feuer, das sich in ständigem Rhythmus entzündet und verlöscht.
Heraklit

Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall und dessen Umfang nirgendwo ist.
Blaise Pascal

Das Weltall zerfällt in zwei Teile - ich und der Rest.
Giovanni Papini, Ein fertiger Mensch

Das Weltgefühl des Künstlers geht auch in Aphorismen ein, in seine Briefe und besonders in Fragmente.
Arnold Zweig, Versuch über Carl Sternheim

Das Weltgetriebe muss jede tiefer angelegte Natur von dem Augenblick an, da sie die Rätsel sieht, bis zum Ende in beständiger Ergriffenheit erhalten.
Jakob Boßhart, Bausteine

Das weltliche Gesetz muss dem geistlichen dienen.
[RSpW]
i] Es soll auch die geistigen Interessen schützen und fördern. Wenn aber das Sprichwort den Satz ausdrücken soll, dass das Kirchenrecht, falls es mit dem weltlichen Recht in Widerspruch trete, allzeit vorgehe, dass das Staatsrecht gewissermassen die Dienstmagd des Kirchenrechts sein solle, so würde dies bloß bekunden, was die Kirche angestrebt hat. J. Hug, Der heiligen Kirchen und des Römischen Reichs Wagenfuhr, Strasburg 1504

Das Weltmeer besteht aus Tropfen.

Das Weltregiment - über Nacht
Seine Formen hab ich durchgedacht:
Den hehren Desporen lieb ich im Krieg,
Verständigen Monarchen gleich hinter dem Sieg;
Dann wünscht ich jedoch, dass alle die Trauten
Sich nicht gleich neben und mit ihm erbauten.
Und wie ich das hoffe, so kommt mir die Menge,
Nimmt hüben und drüben mich derb ins Gedränge;
Von da verlier ich alle Spur. -
Was will mir Gott für Lehre daraus gönnen?
Dass wir uns eben alle nur
Auf kurze Zeit regieren können.
Goethe, Zahme Xenien IV

Das wenig ersprießt, das viel zerrinnet.

Das wenig gedeiet, das viel zerstreiet.

Das Wenige verschwindet leicht dem Blick,
Der vorwärts sieht, wieviel noch übrigbleibt.
Goethe, Iphigenie A I Sz 2 (Iphigenie) Vs 144

Das Wenn und das Aber regieren die Weit seit Adams Tagen.
Italien

Das Werben ist etwas wert, das nicht lange währt.

Das werd' ich mir unter das Knie binden.
ho] Dat will ik beneden mijne knie binden.

Das werd' ich nicht glauben, sagt Doktor Luther.
i] Scheint sich auf den Brief zu beziehen, den Dr. M. Luther im Jahre 1529 an den Herzog Johann Georg von Sachsen geschrieben hat. 'Ich weiß wohl, dass Er Herzog in Sachsen, Landgraf in Thüringen und Markgraf zu Meissen ist, und fürwahr: Gott hat ihm ein fein Land und eine schöne Herrschaft gegeben, dass er aber Herzog über fremde Briefe, Landgraf über heimliche Reden und Markgraf über Gedanken soll sein, ob Gott will, dies werd' ich nicht glauben noch leiden.' Allgemeiner Anzeiger der Deutschen, Gotha, Januar 1833

Das werde ich ausbaden müssen.
i] Eine unangenehme Angelegenheit zu Ende bringen
la] In me cudetur haec faba. (Terenz.)

Das werde ich ausessen müssen.
i] Ich werde vorzüglich dabei zu leiden haben

Das werde ich dir aufs Butterbrot geben (streichen).
i] Das werde ich dir nicht vergessen. In demselben Sinne sagt man auch: Das werde ich dir eintränken, eintunken, das soll dir teuer zu stehen kommen

Das werde ich ihm heimzahlen
v] das wird er mir büßen müssen
en] he'll pay (o. suffer) for that - I'll make him pay for that
fr] il me le paiera - il ne l'emportera pas au paradis
it] me la pagherà - glielo farò pagare (caro)

Das werde ich mir hinter die Ohren schreiben (o. hinter den Spiegel stecken)
en] I'll take it to heart
fr] je vais l'écrire sur mes tablettes - ce n'est pas tombé dans l'oreille d'un sourd
it] me lo legherò al dito

Das werden wir wohl kriegen, sagte der Advokat, da meinte er das Geld.

Das Werdende entzieht sich der unbefangenen Wahrnehmung, nur das Gewordene fällt in die verlässlichere Anschauung: die Gruppe der ausgesöhnten Konfessionen gleicht mehr einem frommen Wunsche als einer Tatsache.
E. Förster, 6.11.1825

Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,
Umfaß' euch mit der Liebe holden Schranken,
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,
Befestiget mit dauernden Gedanken!
Goethe, Faust, Prolog im Himmel (Der Herr) Vs 346

Das Werg ist wie der Flachs.
ho] Daar is werk als vlas.

Das Werg vom Feuer, junge Leute vom Spiel.

Das Werk beschämt den Meister nicht.

Das Werk beurteilt die Gemein, das Herz kennt Gott allein.

Das Werk bewehrt den meister.

Das Werk der Sichel ist besser als das des Bogens.
Walisisch

Das Werk des Meisters riecht nicht nach Schweiß, verrät keine Anstrengung und ist von Anfang an fertig.
James Abbott MacNeill Whistler, The gentle art of making enemies

Das Werk des Schriftstellers aber ist in sich selber ein Werk für die Ewigkeit.
Fichte

Das Werk einer Frau und das Futter eines alten Pferdes kann man nicht sehen.
Estland

Das Werk empfiehlt (o. fürchtet) den Meister.

Das Werk empfiehlt den Künstler, nicht die eigene Zunge; dazu spricht allein, ohne dass der Mund redet, die Hand.
la] Artificem commendat opus, non propria lingua;
sola loquatur in hoc, ore tacente, manus.

Das Werk fürchtet den Meister.

Das Werk gehorcht dem Meister.

Das Werk geht vorwärts wie eine Laus auf einer Teertonne.
ho] Het werk gaat voort als eene luis over eene beteerde huik.

Das Werk gibt dem Wort innere Stärke, doch das Gebet erwirbt für Taten und Worte innere Kraft.
Bernhard von Clairvaux, an Abt Balduin

Das Werk ist wie der Meister.

Das Werk lehrt, quält und ernährt.
Russland

Das Werk lobet seinen (zeugt vom) Meister.
Sirach, 9, 24
i] Lass dich durch Aussehen und Worte nicht täuschen

Das Werk lobt angeblich den Schöpfer.

Das Werk lobt den Meister und nicht der Ruhm.

Das Werk lobt oder schilt den Meister.

Das Werk lobt seinen (o. den) Meister. Jesus Sirach 9, 24
en] The master is known by his work.
en] A carpenter is known by his chips.
fr] A l'?uvre on connaît l'artisan (o. l'ouvrier).
it] L'opera loda il maestro.
la] Opus commendat artificem.

Das Werk lobt sich selber.

Das Werk lobt sich selbst.

Das Werk lohnt seinen Meister.

Das Werk muss den Meister loben.

Das Werk schlägt dem (o. seinem) Meister nach.

Das Werk sollte immer ein wenig schlauer sein als der Autor.
Václav Havel

Das Werk überlebt den Meister.

Das Werk vollenden.
la] Colophonem addere.

Das Werk will begossen sein.
i] Nachdem die Arbeit beendet ist, wollen die Arbeiter durch einen Trunk einen Genuss haben.
ho] Het werk moet begoten werden.

Das Werk will seinen Meister lehren.

Das Werk wird seinen Meister loben.
Rollenhagen, Froschmeuseler

Das Werk zeiget den Meister an.

Das Werk zeigt an, was der Mann kann.

Das werk zeugt vom meister.
altfries] Dat Werk laawet sin Meister.
mhd] Ains meisters werk in loben sol, lobt er sich selb daz stat nit wohl.
mhd] Des mannes werc erzeigent wohl, wes man ime getrûwen sol.
bm] Dilo se misstra bojí.
bm] Řemeslníka dilo ukáze.
bm] Učinek chválí misstra.
dä] Gjerningen priser mesteren.
en] A carpenter is known by his chips.
en] The master (o. workman) is known by his work.
en] The workman is known by his work.
fr] A l'aigneler voit l'en qui luyt.
fr] A l'ouvre on (re)connaît l'artisan (o. l'ouvrier).
ho] Het werk beschaamt zijn meester niet.
ho] Het werk leert zijnen meester.
ho] Het werk loont zijnen meester.
ho] Het werk prijst zijnen meester.
ho] Het werk zal getuigenis geven.
it] Loda il maestro l' opera ben fatta.
it] L'opera loda il maestro.
la] Artificem (opificem) commendat opus.
la] Auctor abit operis, sed tamen exstat opus.
la] Auctorem opus commendat.
la] Opus commendat artificem.
la] Opus laudat artificem.
la] Opus opificem laudare dicitur.
la] Opus opificem probat.
la] Res indicabit.
sd] Mannen rosas af gjärningen.
sd] Wärket prijsar mästaren.
sp] El trabajo dice quién lo ha hecho.
un] Munkája dicséri meg a' mestert.

Das Werk, das du kennst, tötet dich.
Kosi, Afrika
i] Weil es dich leichtsinnig macht

Das Werkzeug tut die Arbeit, aber die Hand wird gepriesen.
Türkei

Das Wertvollste am Menschen ist seine Fähigkeit, sich nicht zu bescheiden. Wenn er etwas Göttliches besitzt, so ist es diese seine göttliche Ungenügsamkeit, eine Art Liebe ohne Geliebtes, und gleichsam ein Schmerz, den wir in Gliedern spüren, die wir nicht besitzen.
José Ortega y Gasset

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nützen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht.
Ostrowski, Wie der Stahl gehärtet wurde

Das Wesen der Dinge ist schwerlich so flach wie die Mehrzahl der Köpfe, die ihm auf den Grund gekommen zu sein glauben.
Otto Liebman

Das Wesen der Flegelei lässt sich ohne Schwierigkeit umreißen: Sie ist ein auffälliges, tadelnswertes, nur scheinbar scherzhaftes Benehmen.
Theophrast, Charaktere

Das Wesen der Geschichte ist die Wandlung.
Jacob Burckhardt

Das Wesen der jüdischen Lebensauffassung scheint mir zu sein: Bejahung des Lebens aller Geschöpfe. Leben des Individuums hat nur Sinn im Dienst der Verschönerung und Veredelung des Lebens alles Lebendigen. Leben ist heilig, d.h. der höchste Wert, von dem alle Wertungen abhängen. Die Heiligung des überindividuellen Lebens bringt die Verehrung alles Geistigen mit sich - ein besonders charakteristischer Zug der jüdischen Tradition.
Albert Einstein, Mein Weltbild

Das Wesen der kapitalistischen Gesellschaft ist Kauf und Verkauf.
Kalinin, Rede beim Treffen von Soldaten der Moskauer Garnison, 29. 9. 1933

Das Wesen der Krankheit ist so dunkel als das Wesen des Lebens.
Novalis, Fragmente

Das Wesen der Kunst besteht in der harmonischen Ausgeglichenheit von Allgemeinem und Besonderem, von Idee und Form.
Belinski, Die allgemeine Bedeutung der Volkspoesie

Das Wesen der Ochsen zeigt sich, wenn sie unter dem Joche sind.
Jemen
i] Bei der Arbeit

Das Wesen der Poesie ist erhabene Klarheit. Die Verse sollen kristallen oder durchsichtig oder farbig sein. Durchsichtig, wenn sie uns nur den Blick auf die Seele oder ihre Substanz gewähren, farbig, wenn sie die Leidenschaften, die die Seele bewegen, malen sollen oder die Nuancen, die den menschlichen Geist färben.
Joubert, Gedanken und Maximen

Das Wesen der so genannten okkulten Erscheinungen liegt nicht darin, dass sie geheimnisvoller sind als tausend andere, die wir nur darum nicht als okkult bezeichnen, weil wir sie gewohnt sind, sondern dass sie sich den uns bekannten Naturgesetzen nicht einfügen und ihnen geradezu zu widersprechen scheinen.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das Wesen der Wortklauberei besteht darin, dass von offensichtlich Wahrem durch sehr kleine Abwandlungen die Rede zu dem gebracht wird, was offensichtlich falsch ist.
la] Ea est natura cavillationis [...], ut ab evidenter veris per brevissimas mutationes disputatio ad ea, quae evidenter falsa sunt, perducantur.

Das Wesen der Zeit besteht in der Veränderung der Dinge.
i] Oder mathematisch ausgedrückt: Die Zeit ist der Differentialquotient der Veränderung
Helmar Nahr

Das Wesen des Christentums ist das Wesen des Gemüts. Es ist gemütlicher, zu leiden, als zu handeln, gemütlicher, durch einen anderen erlöst und befreit zu werden, als sich selbst zu befreien.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Das Wesen des Feuilletonismus: die augenblickliche Wirkung in jedem Falle höher werten als Sachlichkeit, Wahrheit und Folge.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das Wesen des Friedens ist, ewig zu sein, und doch sehen wir kein Menschenalter und kaum eine Regierung vergehen, ohne dass er nicht mehrmals hätte erneuert werden müssen. Aber darf man sich wundern, dass Geschöpfe, die der Gesetze bedürfen, um gerecht zu sein, auch fähig sind, sie zu verletzen?
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Das Wesen des Frühlings erkennt man erst im Winter, und hinter dem Ofen dichtet man die besten Mailieder.
Heinrich Heine, Vorrede zu Salon 1

Das Wesen des Guten ist: Leben erhalten, Leben fördern, Leben auf seinen höchsten Wert bringen. Das Wesen des Bösen ist: Leben vernichten, Leben schädigen, Leben in seiner Entwicklung hemmen.
Albert Schweitzer, Das Problem der Ethik ...

Das Wesen des Idealismus besteht darin, dass das Psychische zum Ausgangspunkt genommen wird; aus ihm wird die Natur abgeleitet, und dann erst aus der Natur das gewöhnliche menschliche Bewußtsein.
Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus

Das Wesen des Lebem ist, der Wille zur Macht.
Nietzsche

Das Wesen des Opportunismus besteht darin, die beständigen und dauernden Interessen des Proletariats seinen Pseudo- und Augenblicksinteressen zum Opfer zu bringen.
Lenin, Wer ist für ein Bündnis mit den Kadetten?

Das Wesen einer Aristokratie besteht darin, den Quell der Ehre von den Lebenden auf die Toten zurückzuverlegen.
en] The essence of an aristocracy is to transfer the source of honour from the living to the dead.
William Edward Hartpole Lekky, Rationalismus in Europa (1865)

Das Wesen einer freien Regierung besteht in einer wirksamen Kontrolle der Rivalitäten.
John Adams

Das Wesen eines Menschen hängt vom Einfluss guter oder schlechter Freunde ab.

Das Wesen eines Menschen lässt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem Verhältnis dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das Wesen proletarischer, also revolutionärer Kunst macht nicht die realistische Darstellung der Wirklichkeit aus, sondern die Überwindung der Wirklichkeit durch die Wahrheit.
Fürnberg, Echo von links - Bilanz 1935

Das Wesen, das alles schuf, hat wirklich einen Strahl seines Lichts, einen Abdruck der ihm eigensten Kräfte in unsre schwache Organisation gelegt, und so niedrig der Mensch ist, kann er zu sich sagen: 'Ich habe etwas mit Gott gemein; ich besitze Fähigkeiten, die der Erhabenste, den ich in seinen Werken kenne, auch haben muss; denn er hat sie rings um mich offenbart.'
Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Das Wesentliche an jeder Erfindung tut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht.
Friedr. Nietzsche, Morgenrôte

Das Wesentliche des Romantischen ist Ungewißheit.
Oscar Wilde, Bunbury

Das Wesentliche ist nicht, dass man ein umfangreiches Wissen anhäuft, sondern dass es, ob klein oder umfangreich, dein Wissen sei, mit deinem Blut genährt und Kind deiner freien Anstrengung.
Rolland, Tolstoi, der freie Geist

Das Wesentlichste an einer guten Ehe ist die Achtung vor der Persönlichkeit des andern im Verein mit der tiefen körperlichen, geistigen und seelischen Vertrautheit, die die wahre Liebe zwischen Mann und Frau zum fruchtbarsten aller menschlichen Erlebnisse macht. Eine solche Liebe will wie alles, was groß und kostbar ist, ihre eigene Moral und verlangt häufig ein Opfer des Geringeren vor dem Höheren. Dieses Opfer aber muss freiwillig sein, sonst untergräbt es die Grundlage der Liebe, um derentwillen es gebracht wird.
Bertrand Russell, Marriage and Morals

Das Wesentlichste an jeder Erfindung tut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht.
Nietzsche, Morgenröte

Das wesentlichste Kennzeichen einer jeden Regierung, gleichgültig welcher Form, ist die Autorität. in jedem Fall muss es auf der einen Seite Regierende und auf der anderen Regierte geben. Direkt oder indirekt beruht die Autorität der Regierenden schließlich auf Gewalt. in ihrem letzten Kern ist eine jede Regierung organisierte Gewalt.
Wilson, Der Staat

Das Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni) sieben Wochen bleiben mag.

Das Wetter ändert sich mit der Kost (Freitags).

Das Wetter ändert sich stündlich, die Menschen - in jeder Generation.

Das Wetter bleibt nicht eher beständig, bevor der Nordwestwind nicht Regen bringt.

Das Wetter erkennt man am Wind, den Herrn am Knecht, den Brei am Kind.

Das Wetter folgt der Zeit.
ho] Het weder volgt den tijd.

Das Wetter fürüber gehen lassen.

Das Wetter geht durcheinander.
z] Also sehen wir, dass das Wetter auch an diesem Ort sehr untereinander geht.

Das Wetter hat sein Spiel, man kiese, was man will.

Das Wetter hat sich verändert.

Das Wetter im April und die Worte eines jungen Mannes sind veränderlich.

Das Wetter in sich haben.
i] Verdrießlich, übler Laune sein.

Das Wetter ist am schönsten, wenn es beim Luft heitert.
i] Der Luft steht hier für Wind (in der französischen Schweiz le vent) und zwar für den meist warmen, aber fruchtbaren Südwestwind, welchem die Bise (Byswind), ein kalter und trockener Nordost, entgegengesetzt ist. Dieser hebt die Ausdünstungen in die Höhe, jener wälzt sie den Erdboden entlang.

Das Wetter ist gut genug zum Kuchenbacken.
ho] Het is beter weêr om koeken te bakken, dan om meel te halen.

Das Wetter ist ihm in die Perücke gefahren.
ho] Het weêr is hem in de pruik geslagen.

Das Wetter ist veränderlich.
ho] Het weêr is veranderlijk.

Das Wetter ist wie die Leute sind, sagte der Fischer zu Hall.
i] Der alte Fischer zu Hall in Tirol behauptete: Sind die Leute gut, ist das Wetter gut; sind die Leute schlecht, so ist das Wetter auch schlecht.

Das Wetter kennst du am Wind,
den Vater am Kind,
den Bauern am Rind,
den Herrn am G'sind.

Das Wetter kennt man am Winde - wie die Herren am Gesinde.

Das wetter kennt man bei dem wind und den herrn bei seim gesind.
mhd] Man brüevet küuftic weter an dem winde.
la] Gaudet Deus eminentissima quaeque deprimere.
la] Non decet integram noctem dormire regentem, imperio populos et agentem pectore curas.
la] Qualis Hera, talis pedis sequa.

Das Wetter lässt sich nicht drechseln.

Das Wetter lob am Abend, die Braut im andern Jahr, den Schwiegersohn zu Haus im dritten.
Finnland

Das Wetter mag sein, wie es will, man nimmt's nicht übel dem April.

Das Wetter schlägt gern in die hohen Türme.
fr] Le tonnerre tombe d'ordinaire sur les lieux les plus élevés.
la] Invidia est antaganista fortunatorum.

Das Wetter schlecht, es brodelt im Kessel.
Estland

Das Wetter trifft selten ein, wie es im Kalender eingeschrieben ist.

Das Wetter um den Sankt Urban (25.5.) zeigt auch des Herbstes Wetter an.

Das Wetter verkauft das Gras, und die Hungersnot kauft's.

Das Wetter wäre ganz gut, sagte jener Mann zu seiner Frau, aber die leidigen Nachtfröste!
ho] Het is allerliefst mooi weêr, zei de vrouw; ja, wel allerliefst mooije nachtvorstjes, antwoordde de man.

Das Wetter will sein willen und gang haben.

Das Wetter will seinen Willen han, drum duck dich und lass es vorübergahn.
dä] Dukke dig, lad gaae over; veyret vil have sin villie.

Das Wetter wird sich ändern, die Arschkröten schreien.
i] Bei lauten Blähungen.

Das Wetter wird sich einmal ändern.
ho] Het weder zal wel eens omslaan.

Das Wetter zu verfluchen, ist sehr schlechte Landwirtschaft.
Australien

Das Wetter, das Markarius (2.1.) war, zeigt den Herbst dir klar.

Das Wetter, mit dem die Heuernte beginnt, sich in der Kornernte find't.

Das Wichtige bedenkt man nie genug.
Goethe, Die natürliche Tochter, III, 1 (Sekretär)

Das Wichtigste aber bei jeder Verfassung, dass man durch die Gesetze und sonstige Einrichtungen eine solche Ordnung einführt, dass die Bekleidung der Ämter keinen Gewinn abwirft.
Aristoteles, Politik

Das Wichtigste am Redner ist die Redlichkeit; ohne sie ist er ein hohler Wortemacher...
La Bruyère, Von mancherlei Gebräuchen

Das wichtigste an einer Arbeit ist der letzte Schliff.

Das Wichtigste auf der Welt ist nach meiner Meinung die Erziehung. Denn wenn jemand den Anfang einer Sache, welche es auch sei, richtig macht, dann darf man hoffen, dass auch das Ende gut werden wird.
Antiphon

Das Wichtigste bedenkt man nie genug.
Goethe, Natürliche Tochter A III Sz 1 (Sekretär) Vs 1197

Das Wichtigste bleibt jedoch das Gleichzeitige, weil es sich in uns am reinsten abspiegelt, wir uns in ihm.
Goethe, Maximen und Reflexionen 398

Das Wichtigste für einen Reisenden ist der Weggenosse: In Gesellschaft eines guten und verständigen Gefährten lassen sich selbst Kälte und Hunger leichter ertragen.
Leskow, Der versiegelte Engel

Das Wichtigste im Leben ist die Wahl eines Berufes. Der Zufall entscheidet darüber.
Pascal, Pensées

Das wichtigste im Leben ist, gut begraben zu werden.
China

Das Wichtigste im Leben ist, zu wissen, was das Wichtigste ist.
Milo

Das Wichtigste im menschlichen Verkehr bleibt immer: die Leute bei schlechtem Gewissen zu erhalten.
Arthur Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlass

Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen: ihnen ihre Ausreden wegräumen.
Arthur Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlass

Das Wichtigste ist das Eigentum an Land. Wäre festgelegt, dass es kein Eigentum an Land gibt und das Land dem gehört, der es bearbeitet, so wäre dies die dauerhafteste Garantie der Freiheit.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1901)

Das Wichtigste ist in erster Linie, dass man zu Selbertun und nicht zur Passivität erzogen wird.
Richard von Weizsäcker, Interview 1985

Das Wichtigste ist, Lust und Liebe zur Sache zu wecken, sonst erzieht man nur gelehrte Esel.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das wichtigste Rezept für den Krimi: Der Detektiv darf niemals mehr wissen als der Leser.
Agatha Christie

Das Wichtigste und Beglückendste, was Sie mitbringen, ist die Überzeugung,... dass es überhaupt unmöglich sei, die Kraft des russischen Volkes, wo auch immer, zu erschüttern.
L. Tolstoi, Sewastopol im Dezember

Das Wichtigste zum Leben sind Brot und Wasser, Kleidung und Wohnung, um die Blöße zu bedecken.
Jesus Sirach 29, 21

Das Wichtigste, das vor uns steht, ist die Schaffung von Traditionen des kommunistischen Verhaltens.
Makarenko, Über kommunistische Ethik

Das Wichtigste, scheint mir, ist Erlebenkönnen oder Nichterlebenkönnen, Denkenkönnen oder Nichtdenkenkönnen. Wer keine Vorstellungskraft hat, wer keine Phantasie hat, kann nicht schreiben, sei es Gefundenes oder Erfundenes.
M. Scheer, Finden-Erfinden

Das Widdergestöß, die Kinder sind bös.
Schweiz

Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehen zu bleiben und nur durch diese sich mitteilen zu können.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Die Phänomenologie des Geistes

Das widerspenstige Kamel wird doch beladen
Und hat mit seinem Trotz verscherzt des Treibers Gnaden.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Das Widerstrebende fügt sich zusammen wie ein gespannter Bogen.
Heraklit, Fragmente

Das Wie beim Vergeben von Gefälligkeiten und Wohltaten ist für die gefällige Wirkung beinahe so wichtig wie das Was.
Philipp Stanhope Farl of Chesterfield, Briefe über die anstrengende Kunst, ein Gentleman zu werden

Das Wiedersehn ist froh, das Scheiden schwer,
Das Wieder-Wiedersehn beglückt noch mehr,
Und Jahre sind im Augenblick ersetzt,
Doch tückisch harrt das Lebewohl zuletzt.
Goethe, Trilogie der Leidenschaft

Das Wiesel fühlt sich wohl, die Mamba-Schlange (eine gefürchtete Giftnatter) ist fortgegangen.
Zulu

Das Wiesel saugt keine faulen Eier aus.

Das wild frist armer Leut Brot und der Teufel den Jäger.

Das Wild fürchtet den Spürhund mehr als den Jäger.

Das Wild in seinem Lager treffen.
ho] Het wild in zijn leger betrappen.

Das Wild ist oft schneller, als der Jäger.

Das Wild läuft für den Hunden.

Das Wild schirmen und leuten schaden, ist des Teufels Werk.

Das Wild schreiet nicht, wenn's Gras hat.

Das Wild verkaufen, eh' es gefangen (geschossen, erlegt) ist.
z] Verkauft das Wildpret, eh' er's fing, sein Anschlag doch so gröblich fehlt.

Das Wild wächst nicht über den Wald hinaus.

Das wilde Pferd hat eine lange Mähne.
China

Das wildeste Tier scheut sich vor seinesgleichen.

Das Wildschwein horcht, während es gräbt.
i] Halte die Ohren offen
Bantu

Das Wildschwein, das die Hunde fingen, ist dasjenige, das das Lager zuletzt verlassen hat.
Bantu

Das will ich den Frauenzimmern nur zum Ruhme nachsagen, sie können ein Menschenkind erfreuen und erheitern.
Georg Weerth, An die Mutter, 12.1.1845

Das will ich ihm aus den Zähnen reißen.

Das will ich im Aug' leiden.
i] So sagt man in der Eifel, um anzudeuten, dass man von einer Sache nichts bekommen hat.

Das will ich mir unter die Kniekehle binden.
i] Diese Sorge, jenen Kummer.

Das will ich tun, es ist des Vaters Wille.
i] Mit den Worten: 'Es ist des Vaters Wille', entschuldigten die Wiedertäufer in Sankt-Gallen alle ihre seltsamen Lehren und Taten. Die Rede ging nach und nach in ein Sprichwort über.

Das will mehr sagen als aus dem Stegreif in den Sattel springen.

Das will mir in mein Credo nicht.

Das will mir nit in den Kopf.

Das will nicht klicken.
i] Das ist zu wenig.

Das Willkommen des Wirts muss man (bei der Rechnung) mit bezahlen.

Das Windspiel, das zwei Hasen jagt, fängt keinen.
z] O Delila, wenn dir ein guter Rat behagt, suche nicht die Männer auf, such' dir nur einen. Das Windspiel, das zwei Hasen jagt, fängt keinen.

Das Winkelmaß suchen.

Das wir i dir schon aus den Zehnt'n rama.
Wien
hdt] Ich werde dir das schon aus den Zähnen räumen.
i] Ich will schon dafür sorgen, dass du das nicht erhältst.

Das wird (du wirst) meinen Weiher nicht versengen.
la] Hippoclidi non est curae.

Das wird (soll) ihm keine Windeier legen.
i] Windeier sind unfruchtbare Eier, welche die Hühner u.s.w. bisweilen ohne vorhergegangene Befruchtung legen, und die, da sie die Erwartung, die man von ihnen hegt, täuschen, gleichsam Wind enthalten. Sprenger van Eijk (II18) erklärt die obige Redensart dahin: 'Es wird ihm kein kleines Glück, keinen unbedeutenden Vorteil bringen.'
ho] Dat zal hem geene windeijeren leggen.

Das wird an seinen Wetzstein streichen.
mhd] Daz strîche an sînen wetzstein swaz im dâ füegt daz ohsenbein.
i] Der Verlust im Spiel (Ochsenbein = Würfel) würde ihn empfindlich berühren.

Das wird auch nichts Ganzes.

Das wird auf seine Rechnung kommen.

Das wird bei ihm vorbeigehen, wie der Rhein bei Köln.
ho] Het zal a voorbij gaan als de Rhijn voor keulen.

Das wird den Bullen nicht binden.
Schwaben

Das wird dich nicht drücken.

Das wird dich nicht in dem Hals kratzen.
i] Du wirst davon nichts kriegen

Das wird dich zum ganzen Kerl machen.

Das wird dir den Hals kosten (o. brechen).
i] Das und das ist gegen dich, dies Wort, dieser Umstand, diese Handlung macht, dass deine Sache verloren ist.
fr] C'est mon pis aller.
fr] Vous ne serez pas battu et éconduit tout à la fois.
ho] Het moest zijnen besten hals kosten, zoude dat geschieden.
ho] Het tij breekt den hals.
ho] Het zal den hals niet kosten.

Das wird dir nicht an die Zähne brennen.

Das wird eher geschehen, als die Katze ein Ei legt.

Das wird ein heißer Tag, sagte Maartje van Assen, als sie verbrannt werden sollte.

Das wird ein Loch geben.
ho] Dat zal een gat maken.

Das wird eine freie Literatur sein, die das letzte Wort des revolutionären Denkens der Menschheit durch die Erfahrung und die lebendige Arbeit des sozialistischen Proletariats befruchten und zwischen der Erfahrung der Vergangenheit... und der Erfahrung der Gegenwart... eine ständige Wechselwirkung schaffen wird.
Lenin, Parteiorganisation und Parteiliteratur

Das wird eine freie Literatur sein, weil sie nicht einer übersättigten Heldin, nicht den sich langweilenden und an Verfettung leidenden 'oberen Zehntausend' dienen wird, sondern den Millionen und aber Millionen Werktätigen, die die Blüte des Landes, seine Kraft, seine Zukunft verkörpern.
Lenin, Parteiorganisation und Parteiliteratur

Das wird eine knechtische Seele werden, bei der man mit Strenge etwas erreicht.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Das wird eine schône Kirbe (Kirchweih) geben.
z] Also erwarteten wir der kaiserlichen Völker Einbruch in die Stadt mit großer Begierde, zu sehen, was es doch vor eine neue ungewöhnliche Kürbe setzen würde.

Das wird einem alten Menschen sauer.
Niederlausitz
i] Spottweis von einem Jungen, der bei kleiner Anstrengung stöhnt.

Das wird einen sanften Tod haben.
i] Die Sache wird wieder still einschlafen.
ho] Dat zal een' zachten dood hebben.

Das wird einmal eine fette Kuh.
ho] Het zal met der tijd eene vette koe worden.

Das wird geschehen, wenn der Teufel von Ach kommt.
i] Es wird nie geschehen, weil nach einer alten Sage der Teufel in den Aachener Ponellenturm so fest gebannt sein soll, dass er darin bis zum Jüngsten Tage bleiben müsse.
fr] Cela se fera si le diable s'en mêle.

Das wird halten, sagte der Schneider, da machte er seinen Schweinstall mit Zwirnsfäden fest.
ho] Dat is een onwankelbare zeil, zei Flip, en hij zag een' zwavelstok overeind staan.

Das wird Herz und Leber (Nieren) stärken.
ho] Behalven dat hert ende de lever sterct den ingheweide dat ander.
la] Preter cor et epar confortat quodque suum par.

Das wird ihm den Kopf kosten.
ho] Hij heeft er den kop bij ingeschoten.
ho] Het kost hem zijn kop.

Das wird ihm der Hund Dank wissen.

Das wird ihm die Beine nicht besser machen.
i] Wird ihm nicht viel nützen

Das wird ihm im Kropf sitzen bleiben.
ho] Het blijft hem in de keel zitten.

Das wird ihm in den Ohren kitzeln.
ho] Hoe zal hem dat in de ooren klinken.

Das wird ihm in die Schuhe geschoben.
i] Er soll Schuld daran sein.

Das wird ihm ins Auge triefen.

Das wird ihm keine Rosen tragen (keinen Segen bringen).

Das wird ihm keine Zahnschmerzen machen.
ho] Daar behoeft men geene kiespijn voor te lijden.

Das wird ihm Meister Hans verbieten.
i] Der Henker wird ihn an den Galgen bringen.
z] Wer sich sein selber nicht kann massen, von böser gwonheit abelassen, den muss man in ein Kloster globen zun dörren Brüdern hoch dort oben, da man mit Leitern steigt ins Chor, darumb sehe sich ein jeder vor und sich für böser gwonheit hüten, sonst wirdts jm Meister Hans verbieten.

Das wird ihm nicht zu Schmer gedeihen.
i] Von jemandem, der andere übervorteilt oder betrogen, der unrecht Gut erworben hat; es wird ihm keinen Segen bringen.
la] Aurum habet Tholosanum.

Das wird ihm noch das Genick brechen
en] that's going to be his undoing (o. to break his neck)
fr] il va se casser les reins
it] va a rompersi l'osso del collo

Das wird ihm noch den Hals brechen (o. kosten)
en] that may cost him his head
fr] cela va lui casser les rein
it] ciò lo manderà in rovina

Das wird ihn teuer zu stehen kommen
en] he'll pay for that
fr] il lui en coûtera cher - il saura ce qu'en vaut l'aune
it] questo gli costerà caro

Das wird in den Kratten gehen.

Das wird in die Krätze (in den Korb) gehen.
i] Verloren sein.

Das wird kein ganzer Kerl, der nie ein Rüpel war.
O. J. Bierbaum, Irrgarten der Liebe

Das wird kein kalt Kraut kosten.

Das wird keine (nicht viel) Prozente abwerfen.
fr] Il s'en trouvera mauvais marchand.

Das wird keinen Gaul kosten.

Das wird Lärm (in der Welt) machen.
fr] Cela fait un grant éclat dans le monde.

Das wird man auch mit dem Evangelienschlüssel nicht herausbringen.
Schlesien
i] Bezieht sich auf einen schlesischen Aberglauben. Wenn in einem Hause etwas entwendet worden ist, schließt sich der Hausvater in seine Kammer ein, schlägt das Evangelium Johannis auf, legt einen geerbten Schlüssel hinein und macht die Bibel zu. Jetzt nennt er alle diejenigen laut her, auf die er Verdacht hat, und der, bei dessen Namen sich der Schlüssel bewegt, ist der Dieb.

Das wird man Kindern und Enkeln noch erzählen.

Das wird mich kneipen, sagte Lips, als ihm der Henker einen Strick um den Hals legte.
ho] Ik vrees, dat mij dat zoo knijpen zal, zei Leendert, en de beul deed hem een hennepen dasje om den hals.

Das wird mir gelten.
i] Ich werde dafür büßen müssen
i] Sinnverwandte Redensarten: Das muss ich aussessen. Das har muss ich zu dem reuffen darleihen. Das bad ist mir vbergehenckt. Das spil ist mir zugericht. Das spil ist auff meinn seckel angesehen. Das wirt mein ruck wohl entpfinden. Die rut ist vber meinn ars gemacht. Die kugel wirt vber mich waltzen. Es wirt mir zu den negeln aussschweren. Es wirt vber mir aussgehn. Ich muss die zech bezahlen.

Das wird mir kein Huhn herauskratzen.

Das wird mir keine Katze fressen.
i] Das ist ein guter Bissen, den ich für mich oder einen guten Freund aufgehoben habe.
fr] Voilà ce que les rats n'ont pas, mangé.

Das wird mir zur sauern Suppe gereichen.
i] Ich werde es zu entgelten haben.

Das wird mit der Zeit eine fette Kuh werden.
ho] Het zal met der tijd een leghen netje worden.
ho] Het zal met der tijd eene vette koe worden.

Das wird Mucken haben.

Das wird nicht in einem jeglichen Bawern gefunden.

Das wird nicht, und wenn du dich auf den Kopf stellst.

Das wird nichts als Hagebutten geben.
Luther

Das wird ohne Fetzen nicht abgehen.
ho] Hij komt er zonder kleerscheuren niet af.

Das wird selt'n oder nimmer gut,
Was man ohn Rat und Maße tut.
Rollenhagen, Froschmeuseler

Das wird sich im letzten Sacke finden.

Das wird sich rächen
en] that will take its toll one day
fr] on aura à s en mordre les doigts
it] ciò costerà caro

Das wird sich zeigen im zweiten Teil, sagte der Pater, als ihm der Guardian gewisse Hoffnungen der Schwester Benedicte verweisen wollte.

Das wird über mein Fell hinauslaufen.
i] Ich werde dafür büßen müssen

Das wird wenig Brühe geben.
i] Wird wenig helfen, die Sache nicht wesentlich bessern
fr] Cela ne lui rend pas la jambe mieux faite.

Das wirft einen Schatten auf seinen guten Ruf
en] that casts a shadow upon his reputation
fr] cela ternit sa réputation
it] getta una luce fosca sulla sua reputazione

Das wirft kein gutes Licht auf ihn
en] that throws (o. casts) a bad light (up) on him
fr] cela le fait paraître sous un mauvais jour
it] non apparisce in buona luce - non fa bella figura

Däs wirft se über e Haus naus.
i] Dem widerspricht sie unbedingt, entschieden, in allem Ernst

Das Wirken der Tugenden ist deshalb zu loben, weil es auf Glückseligkeit zielt.
Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden

Das wirkliche Elend beginnt erst, wenn uns die Arbeit nicht mehr schmeckt.
Maurus Jokai, Zonen des Geistes (1884)

Das Wirkliche ist das sich herausstellende Anwesende.
Martin Heidegger

Das wirkliche Leben gehört den Arbeitern jedes Standes und Berufes. Nur durch sie geht überhaupt das Leben weiter. Sie allein sind fruchtbar, und haben von der Zukunft ein begründetes Bild. Unzweifelhaft wird die gesamte, Macht auf die Arbeiter - alle Arbeiter übergehen.
Heinrich Mann, Die Demokratie der Wolgadeutschen

Das wirkliche Leben verliert oft dergestalt seinen Glanz, dass man es manchmal mit dem Firnis der Fiktion wieder auffrischen muss.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,9

Das Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir gemein.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das wirkliche Talent besitzt einen angeborenen Sinn für die Gestalt, die Verhältnisse und die Farbe, so dass es alles dieses unter weniger Anleitung sehr bald und richtig macht. Besonders hat es den Sinn für das Körperliche und den Trieb, es durch die Beleuchtung handgreiflich zu machen.
Goethe, Eckermann, 10.4.1829

Das wirksamste Gegengift gegen die Weiber sind die Weiber; freilich hieße das, den Satan durch Belzebub bannen, und dann ist in solchem Falle die Medizin oft noch verderblicher als die Krankheit.
Heine, Memoiren

Das wirksamste Handeln, zu dem wir alle, Männer und Frauen, imstande sind, ist das persönliche Handeln von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele, das Handeln durch das Wort, durch das Beispiel, durch das ganze Wesen.
Rolland, Die Vorboten

Das wirkt wie ein rotes Tuch auf ihn
enb] that is a red rag to him
fr] cela lui fait voir rouge
it] ciò lo fa andare in bestia

Das wirst du sie nicht überreden,
Sie rechnen dich ja zu den Blöden,
Von blöden Augen, blöden Sinnen,
Die Finsternis im Lichte drinnen,
Die kannst du ewig nicht erfassen,
musst das den Herren überlassen,
Die's zu beweisen sind erbötig.
Gott sei den guten Schülern gnädig.
Goethe, Zahme Xenien VI

Das Wirtshaus gleichet der Nacht von Trunkenheit.
i] Wie man einem Trunkenen ausweicht, der einem auf der Straße begegnet, so soll man nachts dem Wirtshause ausweichen, weil dasselbe den schützenden Hausfrieden nicht besitzt.
mhd] Daz winhuz gelichet sich der nacht von trunkenheit.

Das Wirtshaus ist des Teufels Kapelle (o. Kopfkissen).
Estland

Das Wirtshaus ist ein Ort, wo man die Narrheit in Flaschen (Gläsern) verkauft.

Das Wirtshaus ist eine Falle.
Estland

Das Wirtshaus ist ja kein Höllengraben, die Kirche ist ja kein Himmelreich.
Estland

Das Wirtshausschild ruft: Komm herein! aber es bleibt selber draußen.

Das Wissen all weiß nichts, und nur der Glaube weiß.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das wissen alle Menschen, und du vor allem solltest es wissen, den es eine lange Erfahrung gelehrt hat, dass das höchste Glück ein Zustand voller Mühen und Sorgen, ja das Elend selber ist.
Francesco Petrarca, Gespräche über die Weltverachtung (Augustinus)

Das Wissen beruht auf der Kenntnis des zu Unterscheidenden, die Wissenschaft auf der Anerkennung des nicht zu Unterscheidenden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1151

Das Wissen blähet auf (aber die Liebe bessert).
1 Kor. 8, 1
la] Scientia inflat.

Das Wissen des Arztes erhöht sein Haupt, bei Fürsten hat er Zutritt.
Altes Testament, Jesus Sirach 38,3

Das Wissen hilft nichts, wenn man nicht danach tut.
sp] Quien poco sabe, presto lo roza.

Das Wissen ist ein Affenbrotbaum: du kannst ihn nicht umspannen.
Sudan

Das Wissen ist für den Menschen wenig; das Gewöhnen ist für ihn alles.
Pestalozzi, Mündliche Aussprüche

Das Wissen ist nur die Erinnerung an fremde Tatsachen oder Ideen.
Helvetius, Vom Geist

Das Wissen ist revolutionär.
Heinrich Mann, Geheime Schulen

Das Wissen ist teuer.
Surinam

Das Wissen jenseits von Interesse und Furcht, das überlegene Wissen ist das seltenste.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Das Wissen lässt sich überliefern, diese Schätze können vererbt werden; und das von einem Erworbene werden manche sich zueignen. Es ist daher niemand, der nicht seinen Beitrag den Wissenschaften anbieten dürfte. Wie vieles sind wir nicht dem Zufall, dem Handwerk, einer augenblicklichen Aufmerksamkeit schuldig.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6.Abt. - Schlußwort

Das Wissen macht den Schüler, die freie Entwicklung den Meister.
Werner Kollath

Das Wissen macht uns weder besser noch glücklicher.
Kleist, an Adolfine von Werdeck, 29. 7. 1801

Das Wissen muss ein Können werden.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Das Wissen nimmt nicht nur durch äußere Aufsammlung zu, sondern es vereinfacht auch. Dieses Vereinfachen hat nie ein Ende.
Karl Jaspers

Das Wissen setzt Glauben an das Wissen voraus.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Wissen stützt sich auf Tatsachen und Beweise, der Glaube aber nur auf Ahnungen und Mutmaßungen...
Weitling, Das Evangelium des armen Sünders

Das Wissen um die soziale Ungleichheit ist ein hohes, kaltes und zorniges Wissen.
Block, Was ist heute zu tun?

Das Wissen um unsere Fehler muss uns zu noch inständigerem Streben dienen und vor allem dazu, nie zu verzweifeln.
Papst Johannes XXIII., an die Familie (Nichte Giuseppina R.), 13. Februar 1949

Das Wissen und der Tag öffnen das Auge und lassen uns fröhlich vorwärtsschreiten; das halbe Wissen aber und das Zwielicht nehmen uns nur halb die Binde vom Auge und lassen uns ins Ungewisse schreiten und - straucheln!
Franzos, Der Shylock von Barnow

Das Wissen verhindert, dass man sich selbst täuscht, und schließt den Irrtum aus, der aus. der Unkenntnis entstehen könnte.
Diderot, Autorität in der Rede und in der Schrift

Das Wissen wächst, die Unruh wächst mit ihm.
Goethe, Faust II, Paralipomena - Bruchstücke 148

Das Wissen wird durch das Gewahrwerden seiner Lücken, durch das Gefühl seiner Mängel zur Wissenschaft geführt, welche vor, mit und nach allem Wissen besteht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1152

Das Wissen wird ihn nicht aufblähen.

Das Wissen, die Erkenntnis der Dinge durch die Vernunft, die Wissenschaft, gibt uns endlich die Genüsse, um die uns der Glaube, das katholische Christentum, so lange geprellt hat...
Heine, Die Romantische Schule

Das Wissen, wie man sich verstellt, ist das Wissen der Könige.
Armand-Jean du Plessis Herzog von Richelieu, Miranne

Das wissenschaftliche Gildewesen, welches wie ein Handwerk, das sich von der Kunst entfernt, immer schlechter wird, je mehr man das eigentümliche Schauen und das unmittelbare Denken vernachlässigt.
Goethe, Schriften zur Natur und Wissenschaftslehre - Meteore des literarischen Himmels - Posseß

Das Wissenschaftliche wird von vielen Seiten zusammengetragen und kann vieler Hände, vieler Köpfe nicht entbehren.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6.Abt. - Schlußwort

Das Wissenwollen ist Angst, Angst vor dem Geheimnis, 'dahinter kommen' wollen.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Witwenkleid ist lang, und jeder tritt darauf.

Das woar a Satz, sagte das Weib, da war sie über einen Strohhalm gesprungen.
ho] Dat is een schoone sprong, zei Barend, en hij stapte over een slootje.

Das Wohl des Volkes soll oberstes Gesetz sein.
la] Salus populi suprema lex esto.
Cicero, De legibus

Das Wohl und Wehe der Arbeiterklasse und damit auch jedes einzelnen Arbeiters hängt dermaßen von ihrer Solidarität ab, dass sie jeden Verstoß dagegen überaus schwer empfinden muss.
F. Mehring, Das Dresdner Urteil

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