Weisheiten 76


Dass die Franzosen aus der Pedanterie zu einer freieren Art in der Poesie hervorgehen, ist nicht zu verwundern. Diderot und ihm ähnliche Geister haben schon vor der Revolution diese Bahn zu brechen gesucht.
Goethe, Eckermann, 4.1.1827

Dass die französische Poesie, so wie die französische Literatur sich nicht einen Augenblick von Leben und Leidenschaft der ganzen Nationalität abtrennt...
Goethe, An J. E. Hitzig, 11.11.1829

Dass die Französische Revolution auch für mich eine Revolution war, kannst du denken.
Goethe, An F. H. Jacobi, 3.3.1790

Dass die gegenseitige Neigung der Beteiligten der alles andre überwiegende Grund des Eheschlusses sein sollte, das war in der Praxis der herrschenden Klassen unerhört geblieben von Anfang an; so etwas kam vor höchstens in der Romantik oder - bei den unterdrückten Klassen, die nicht zählten.
Engels, Der Ursprung der Familie

Dass die Grenze meines Ichs die Haut sei gemeinster aller Gedanken.
Walter Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes. Aphorismen aus seinen Notizbüchern

Dass die großen Dramen und Tragödien in alter wie in neuerer und neuester Zeit nur durch die Vorstellungen auf der Bühne zu allgemeinem Verständnis und allgemeiner Anerkennung gelangt wären.
Goethe, F. Förster, 25.8.1831

Dass die Handschrift auf den Charakter des Schreibenden und seine jedesmaligen Zustände entschieden hinweise, wenn man auch mehr durch Ahnung als durch klaren Begriff sich und anderen davon Rechenschaft geben könne...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1809

Dass die Handschrift des Menschen Bezug auf dessen Sinnesweise und Charakter habe und dass man davon wenigstens eine Ahnung von seiner Art, zu sein und zu handeln, empfinden könne, ist wohl kein Zweifel...
Goethe, An K. B. Preusker, 3.4.1820

Dass die hochbegabten Naturen gehorchen lernen, ist schwer; denn nur höher begabten und vollkommeneren Naturen gehorchen sie; aber wie, wenn es diese nicht gibt?
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Dass die Kälber sterben, daran sind die Hunde nicht schuld.
ho] Het komt bij het huilen der honden niet toe, dat de kalveren afsterven.

Dass die Katzen mausen, das sagen sie selbst.
i] Die Rede verrät den Menschen.

Dass die Kinder nicht wissen, warum sie wollen, darin sind alle hochgelahrten Schul- und Hofmeister einig; dass aber auch Erwachsene, gleich Kindern, auf diesem Erdboden herumtaumeln und wie jene nicht wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen, ebenso wenig nach wahren Zwecken handeln, ebenso durch Biskuit und Kuchen und Birkenreiser regiert werden: das will niemand gern glauben, und mich dünkt, man kann es mit Händen greifen.
Goethe, Werther 1. Buch, 22. Mai

Dass die Kompositionen von Liedern und sonst, genau besehen, oft nur ein qui pro quo geben, selten ist der Dichter durchdrungen, und man lernt dabei nur etwa den Kunstcharakter und die Stimmung der Komponisten kennen.
Goethe, An Marianne v. Willemer, 12.7.1821

Dass die Kuh nicht spricht, ist nicht weil sie keine Zunge hat.
Jamaika

Dass die Kultur durch Kunst ihren eignen Gang gehen muss, dass sie keiner anderen subordiniert sein kann, dass sie sich an alle übrige so bequem anschließt und so weiter, was doch so leicht zu begreifen wäre, weil das Faktum so klar am Tage liegt.
Goethe, An Schiller, 12.8.1797

Dass die Kunst aus dem Inneren des Menschen hervorgehen muss, ja von seinem sittlich-religiösen Wert abhängt, ist manchen ein töricht Ding.
Caspar David Friedrich, Äußerung bei Betrachtung einer Sammlung von Gemälden

Dass die Kunst, wie sie sich im höchsten Künstler darstellt, eine so gewaltsam lebendige Form erschafft, dass sie jeden Stoff veredelt und verwandelt.
Goethe, An Zelter, 15.1.1813

Dass die Männer altern, und die Frauen sich verändern.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Dass die Männer zum Dienen, die Weiber zu Müttern gezogen werden müssten.
Goethe, Riemer, 13.8.1809

Dass die Menschen den beharrenden Willen über alles zu schätzen wissen und um so mehr schätzen, als sie sämtlich in Parteien geteilt ihre eigene Sicherheit und Dauer beständig im Auge haben.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winkelmann und sein Jahrhundert - Katholizismus

Dass die Menschen lieber durch eine allgemeine theoretische Ansicht, durch irgendeine Erklärungsart die Phänomene beiseite bringen, anstatt sich die Mühe zu geben, das Einzelne kennen zu lernen und ein Ganzes zu erbauen.
Goethe, Entwurfeiner Farbenlehre - Einleitung

Dass die Menschen so oft falsche Urteile fällen, rührt gewiß nicht allein aus einem Mangel an Einsicht und Ideen, sondern hauptsächlich davon her, dass sie nicht jeden Punkt im Satze unter das Mikroskop bringen und bedenken.
Lichtenberg, Aphorismen

Dass die Mode des Denkens sich wie die Mode der Kleidung ändert und dass es schwer, wenn nicht unmöglich für die meisten ist, anders zu denken als nach der Mode ihrer eigenen Epoche.
Shaw, Die heilige Johanna, Vorwort, Moderne Verdrehungen der Geschichte Johannes

Dass die Natur eines Menschen nicht schlimmer verschoben werden kann, als wenn er sich einer zufälligen Leidenschaft für niedrige Gegenstände überläßt, wenn er einer dunkeln Anhänglichkeit an eine Gesellschaft, deren Glieder nicht von der Art seines Wesens sind, nachgibt, und dadurch der Sklave eines Zustandes wird, in welchem die Treue, die schönste und menschlichste Eigenschaft, ihn nur zur Qual und zum Verderben feste hält.
Goethe, Theatralische Sendung V,1

Dass die Natur kein Geheimnis habe, was sie nicht irgendwo dem aufmerksamen Beobachter nackt vor die Augen stellt.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1790

Dass die Natur uns antwortet, wenn wir fragen, dass sie ein Echo unserer Sprache wird, das ist eben ein Beweis einerlei Ursprungs, einerlei Schicksals, einerlei Hoffnung.
Wilh. Steinhausen, Aus meinem Leben

Dass die Natur, die uns zu schaffen macht, gar keine Natur mehr ist, sondern ein ganz anderes Wesen als dasjenige, womit sich die Griechen beschäftigten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1364

Dass die Phantasie ihre eigenen Gesetze hat, denen der Verstand nicht beikommen kann und soll. Wenn durch die Phantasie nicht Dinge entständen, die für den Verstand ewig problematisch bleiben, so wäre überhaupt zu der Phantasie nicht viel. Dies ist es, wodurch sich die Poesie von der Prosa unterscheidet, bei welcher der Verstand immer zu Hause ist und sein mag und soll.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827

Dass die Reihe von Glück und Unglück im Leben ineinander gekettet ist wie Schlaf und Wachen, keins ohne das andre, und eins um des anderen willen, dass alle Freude in der Welt nur geborgt ist...
Goethe, An Anna Margaretha Textor, Februar 1771

Dass die Religion selbst Kriege veranlasst hat, ist abscheulich.
Lichtenberg

Dass die römische Sprache nach dem Begriff strebt und, was oft im Deutschen sich unschuldig verschleiert, zu einer Art von Sentenz wird, die, wenn sie sich auch vom Gefühl entfernt, dem Geiste doch wohltut.
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 8.7.1823

Dass die Rückkehr in einen friedlichen und häuslichen Zustand nicht mit neuem bürgerlichen Krieg, Haß und Rache müsse verunreinigt werden, weil sich das Unglück ja sonst verewige.
Goethe, Belagerung von Mainz, 23.7.1793

Dass die Säue werden geschlacht, das hat ihr Mutwille gemacht.

Dass die schönsten Entdeckungen nicht sowohl durch Menschen als durch die Zeit gemacht worden, wie denn eben sehr wichtige Dinge zu gleicher Zeit von zweien oder wohl gar mehreren geübten Denkern gemacht worden.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Dass die Schurken so mächtig heute,
Wollt ihr wissen, warum?
Es kommt daher, dass die ehrlichen Leute
Entsetzlich dumm.
Grillparzer, Einfälle und Inschriften

Dass die schwarzen Hühner auch weiße Eier legen, sagte die Nonne, da sie sich wunderte, dass ihr Knäblein kein schwarzes Benedictinerlein sei.

Dass die serbischen Lieder sich in deutscher Sprache besonders glücklich ausnehmen.
Goethe, Schriften zur Literatur -Serbische Lieder

Dass die Sprache schon an und für sich produktiv ist, und zwar insofern sie dem Gedanken entgegenkommt, rednerisch, insofern sie der Einbildungskraft zusagt, poetisch.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Orientalischer Poesie Urelemente

Dass die spracherfindenden Urvölker, bei Benamung der Naturerscheinungen und deren Verehrung als waltender Gottheiten, mehr durch das Furchtbare als durch das Erfreuliche derselben aufgeregt worden...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Dass die Trauervögel über deinen Kopf fliegen, kannst du nicht verhindern, wohl aber, dass sie in deinem Haare nisten.

Dass die Vernunft eine Feindin jeder Größe ist, ist eine Erkenntnis, die man nicht wichtig genug nehmen kann.
Giacomo Leopardi, Gedanken aus dem Zibaldone

Dass die Verse den poetischen Sinn steigerten oder wohl gar hervorlockten.
Goethe, Eckermann, 25.10.1823

Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen.

Dass die Vögel über den Kopf fliegen, kann man nicht hindern, aber man kann ihnen wehren, Nester in den Haaren zu bauen.
i] Vom Aufsteigen und Bekämpfen böser Begierden.

Dass die Vorahndung des Guten bei allen Menschen mit dem Wunsche es zu besitzen verbunden sei, ist natürlich...
Goethe, Theatralische Sendung II,5

Dass die Wahrheit wohl einem Diamant zu vergleichen wäre, dessen Strahlen nicht nach einer Seite gehen, sondern nach vielen.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828

Dass die Wahrheit wohl einem Diamant zu vergleichen, dessen Strahlen nicht nach einer Seite gehen, sondern nach vielen.
Goethe, Eckermann

Dass die Weiber schön bleiben, ist ein gut rezept, wenn sie alls Unglück und sorgen vnter den knien zusammen binden, das sie nicht zu Herzen steigen, und jhm ein runtzelt gesicht machen.

Dass die Weiber, die in der Jugend Charakter haben, wenn die Liebhaber sich verlieren, Schälke werden, an Beispielen nachgewiesen.
Goethe, Riemer, 27.4.1814

Dass die Weisheit nach der Anmut strebt
Hat man auf Erden oft erlebt,
Doch dass die Anmut gern ihr Ohr
Der Weisheit leiht, kommt seltener vor.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Dass die Welt genügend mit schwachen Köpfen und kleinen Geistern versehen ist, ich brauche sie nicht in den Hospitälern zu suchen.
Goethe, Soret, 17.3.1830

Dass die Welt im ganzen immer zum Besseren fortschreitet, dieses anzunehmen berechtigt den Menschen keine Theorie, wohl aber die reine praktische Vernunft, welche nach einer solchen Hypothese zu handeln dogmatisch gebietet.
Kant, Über die Fortschritte der Metaphysik

Dass die Welt jede Siegeszeichen verachtet, die ein kleiner Geist erschleichend sich aufrichtet.
Goethe, Egmont A V, Gefängnis (Egmont)

Dass die Welt uns nichts gebe, dass man sich in sich selbst zurückziehen, dass man in einem innern, beschränkten Kreise um Zeit und Ewigkeit besorgt sein müsse.
Goethe, Kampagne in Frankreich Münster, November 1792

Dass die Weltgeschichte von Zeit zu Zeit umgeschrieben werden müsse, darüber ist in unsern Tagen wohl kein Zweifel übrig geblieben. Eine solche Notwendigkeit entsteht aber nicht etwa daher, weil viel Geschehenes nachentdeckt worden, sondern weil neue Ansichten gegeben werden, weil der Genosse einer fortschreitenden Zeit auf Standpunkte geführt wird, von welchen sich das Vergangene auf eine neue Weise überschauen und beurteilen lässt. Ebenso ist es in den Wissenschaften.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Bacon

Dass die Wesen, insofern sie körperlich sind, nach dem Zentrum, insofern sie geistig sind, nach der Peripherie streben...
Goethe, Wanderjahre III,15

Dass die Wölfe nach Freiheit schreien, ist begreiflich, wenn aber die Schafe in ihr Geschrei einstimmen, so beweisen sie damit nur, dass sie Schafe sind.
Fliegende Blätter

Dass die Zeit alle Wunden heile, stimmt nicht. Wunden vernarben zwar, aber plötzlich beginnen sie wieder zu schmerzen. Sie sterben erst mit dem Menschen.
Ehrenburg, Memoiren

Dass die Zerstörung einer Illusion noch keine Wahrheit ergiebt, sondern nur ein Stück Unwissenheit mehr.
Friedr. Nietzsche, Nachgelassene Fragmente

Dass diejenige Kultur, welche die Mathematik dem Geiste gibt, äußerst einseitig und beschränkt ist.
Goethe, An Zelter, 28.2.1811

Dass diejenigen die Glücklichsten sind, die gleich den Kindern in den Tag hinein leben, ihre Puppen herumschleppen, aus- und anziehen und mit großem Respekt um die Schublade umherschleichen, wo Mama das Zuckerbrot hineingeschlossen hat, und wenn sie das Gewünschte endlich erhaschen, es mit vollen Backen verzehren und rufen: Mehr!
Goethe, Werther 1. Buch, 22. Mai

Dass dieser Augenblick in unserm Leben Epoche mache, können wir nicht verhindern, aber dass sie unser wert sei, hängt von uns ab.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,12

Dass dieses Haus aus Not und nicht aus Lust gebauet, weiss der, der voriges hat ehmals angeschauet.

Dass Dilettanten zum Vorteil der Wissenschaft vieles beitragen. Und zwar ist dieses ganz natürlich: Männer vom Fach müssen sich um Vollständigkeit bemühen und deshalb den weiten Kreis in seiner Breite durchforschen, dem Liebhaber dagegen ist darum zu tun, durch das Einzelne durchzukommen und einen Hochpunkt zu erreichen, von woher ihm eine Übersicht, wo nicht des Ganzen, doch des Meisten gelingen könnte.
Goethe, Schriften zur Naturwissenschaft - Geschichte meines botanischen Studiums

Dass dir d' Laus nöt 'n Katarrh kriege.
Oberösterreich
i] Spottend zu dem, der aus Weichlichkeit oder Unhöfkeit die Mütze nicht lüften will.

Dass dir der Hagel ins Loch schlag!
Grimmelshausen, Das wunderliche Vogelnest

Dass dir der Teufel die Zähn' ausschlag' und dir dafür in die Lücke mach', las der Bauer in dem Zettel, den er von dem Kapuziner gegen Zahnweh kaufte.

Dass dir der Wuchs nicht vergeht.

Dass dir drei (neue) Teufel in den hohlen Leib fahren.

Dass dir Gott einen goldenen Esel beschere, so hast du ein Jahr am Schwanz zu zehren.
z] Es wirdt aber der guldine Esel genannt das Gebürg an Böhaim, darauf herrlich Gold Bergwerck wirdt gebawt.

Dass dir Gott Licht und Kerze beschere!

Dass dir Gott selten hilft, da hast du zuzuschaun,
So stark du glaubst, so stark ist seiner Hand zu traun.

Dass dir ne's Sahnäderla zerspringt.
Hirschberg
i] Wenn die Kinder etwas Gutes essen sehen, so gibt man ihnen wohl etwas zu kosten mit der Bemerkung: Hier hast du etwas zu kosten, dass dir nicht die Sehnader, das Sehnäderchen zerspringt.
fr] Le désir de l'homme n'est jamais assouuy.
la] Hominis desiderium flagrat vaque in summum.

Dass dir nimmermehr kein gut geschehe.

Dass dir Sankt Asmus Haspel die Därme verwirr'.

Dass dir's der Geier gesegne!
i] In den Redensarten: Zum Geier! Dass dich der Geier! u.m.a. steht Geier verhüllend für Teufel.

Dass doch am Ende jedes Buch nur für Teilnehmer, für Freunde, für Liebhaber des Verfassers geschrieben sei.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan

Dass doch die Einfalt immer recht behält.
Lessing, Nathan der Weise, I, 5 (Der Tempelherr)

Dass doch die Jugend immer zwischen den Extremen schwankt!
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

Dass doch ein jeder, er sei auch wer er wolle, seine Befugnis prüfen und sich fragen möge: was leistest du denn eigentlich an deiner Stelle und wozu bist du berufen?
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Vorschlag zur Güte

Dass du auf dem Blocksberge wärest!
i] In Lichtenberg's Schriften findet sich über diese Redensart die Abhandlung: Ein Traum. Der Verfasser bemerkt in einer Note: 'Diese Verwünschung verträgt sich wirklich mehr als irgendeine mit christlicher Liebe, sie thut nämlich durch Affect Genüge und hebt die Wiederkehr des Verwünschten nicht auf, wodurch sie sich sehr von anderen unterscheidet, die man, im christlichen Deutschland wenigstens, blos mit Anfangsbuchstaben und Punkten druckt.
In der Altmark: Ick woll, du werst upp'n Blocksberg. Damit in der Walpurgisnacht die nach dem Blocksberge ziehenden Hexen der Stadt u.s.w. oder den einzelnen Häusern keinen Schaden zufügen, bezeichnen in der Altmark die Knaben die Hausthüren und die Mittelsteine des Pflasters mit Kreidekreuzen. Auch spotten die Kinder über einen Kutscher, der anspannt durch den Gesang: 'Johann, spann' an, drê Katten voran, drê Müs' vöörupp, nao'n Blocksberg 'rupp.' - Elze, Unbekannte Fremdlinge in Ueber Land und Meer, 28. Bd. Nr. 30, vermuthet, dass der Blocksberg den Sagen nach ursprünglich ein 'Boksberg' gewesen zu sein scheine, wie Sliwenza in Krain und der Block in Kroatien, von dem slavischen Bog (Czerny-Bog), Teufel, was ja auch den deutschen Blocksbergsagen entspricht.

Dass du beim Teufel (Kuckuck, Schinder, Dreihenker u.s.w.) wärst.

Dass du brennst in der Hölle!

Dass du d' Kränk kriegest.
i] Besonders die Fallsucht (Epilepsie) in Franken, auch ehemals die Pest. Elsässische Verwünschungsformel.

Dass du deine Schafe zählst, hält den Wolf nicht fern.
Lettland

Dass du den Mann zufrieden machest, sei nicht träg, den Tisch zu decken.

Dass du den Selbstmord, wovon jetzt die Rede ist, mit großen Handlungen vergleichst: da man es doch für nichts anders als eine Schwäche halten kann.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Dass du die drüss müssest haben.
i] Im 15. bis 17. Jahrhundert wurde das Wort Drüse in Ausrufungen und Verwünschungen häufig angewandt. In diesen Redensarten, zu denen auch die beiden hier aufgeführten gehören, wird gewöhnlich die Pestbeule verstanden. Wird das Wort persönlich genommen, in welchem Fall es männlich gebraucht wird, so denkt man dabei an einen bösen Geist, den Teufel, z.B.: Dass dich der Druss bestehe, verderbe.

Dass du die gute Sache liebst,
Das ist nicht zu vermeiden,
Doch von der schlimmsten ist sie nicht
Bis jetzt zu unterscheiden.
Goethe, Zahme Xenien IX

Dass du die Nase im Gesicht behältst.
i] Bei Überraschungen, wenn etwas Unerwartetes geschieht.

Dass du die Pest kriegst!

Dass du ein dutzend Cholera im Leibe hättest!
i] Im August 1854 sagte auf dem Mühlhauser Markte eine Frau zu einer Verkäuferin, von welcher sie sich überfordert glaubte: 'Wenn Ihr nur zwölf Cholera im Leibe hättet!'

Dass du erkennest im Herzen und anderen auch es verkündest,
Wie viel besser es sei, gerecht als böse zu handeln.
Homer, Odyssee

Dass du harig werdest!

Dass du ihn völlig durchschautest, das hat dir noch keiner verziehen, er mag noch so gut dabei weggekommen sein.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass du mich liebst, ganz leise sollst du's sagen;
Denn eilig ist das Wort und wundervoll.
In meines Herzens Tempel will ich's tragen,
Dass es als Licht am Altar leuchten soll.
Ernst Zahn, Dass du mich liebst

Dass du mir die Hühner nicht erschrickst und keinen Weiher anzündest.

Dass du mussest toll, rasend und unsinnig werden!
i] Alter und veralteter sprichwörtlicher Fluch.

Dass du nicht enden kannst, das macht dich groß,
Und dass du nie beginnst, das ist dein Los.
Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe,
Anfang und Ende immerfort dasselbe,
Und was die Mitte bringt ist offenbar
Das was zu Ende bleibt und anfangs war.
Goethe, Divan - Buch Hafis - Unbegrenzt

Dass du nicht Menschen liebst, das tust du recht und wohl,
Die Menschheit ist's, die man im Menschen lieben soll.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Dass du sie liebtest, das war natürlich, dass du ihr die Ehe versprachst, war eine Narrheit, und wenn du Wort gehalten hättest, wär's gar Raserei gewesen.
Goethe, Clavigo A I, Clavigos Wohnung (Carlos)

Dass eben ganz leichtsinnige und der Besserung unfähige Menschen sich oft am lebhaftesten anklagen, ihre Fehler mit großer Freimütigkeit bekennen und bereuen, ob sie gleich nicht die mindeste Kraft in sich haben, von dem Wege zurück zu treten, auf den eine übermächtige Natur sie hinreisst.
Goethe, Lehrjahre III,10

Dass eigentlich die innigsten Verbindungen nur aus dem Entgegengesetzten folgen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Dass eigentlich jeder Mensch sowohl sich selbst Enthaltsamkeit als anderen Gehorsam geloben sollte, nicht um sie immer, sondern um sie zur rechten Zeit auszuüben.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Dass ein Abgeschmacktes gewiss auf ein anderes hindeutet ...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1805

Dass ein Autor, der in der Lage ist, seine neusten Werke nicht vortragen oder darüber reden zu dürfen, sich so peinlich fühlen muss wie ein Komponist, der seine neusten Melodien zu wiederholen sich gehindert fühlte.
Goethe, Kampagne in Frankreich, Pempelfort, Nov. 1792

Dass ein Frauenzimmer sein Wissen heimlicher halten müsse als der Calvinist seinen Glauben im katholischen Lande...
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass ein Fürst vor seinem Kammerdiener viel verliert, kommt daher, weil kein Mensch groß ist.
Kant, Fragmente aus dem Nachlaß

Dass ein Fürst, der lange regiere, so vieles sich von selbst wiederherstellen sehe, dass notwendig dadurch eine mindere Regsamkeit bei Abwendung drohender Übel entstehe.
Goethe, F. v. Müller, 22.5.1822

Dass ein glückliches, die ersten Bedürfnisse reichlich anbietendes Land auch Menschen von glücklichem Naturell erzeugt.
Goethe, Italienische Reise II, 12.3.1787

Dass ein Großer wohl Freunde haben, aber nicht Freund sein könne.
Goethe, Lehrjahre IV, 2

Dass ein inneres Behagen sich bei dir hervortut, worauf denn alles ankommt, damit wir den Tag schätzen und genießen lernen.
Goethe, An August v. Goethe, 5. 7. 1830

Dass ein Leben voll Tätigkeit und Übung kaum hinreicht, unsre Kenntnis auf den höchsten Punkt der Reinheit zu bringen.
Goethe, An Herzogin Louise, 23.12.1786

Dass ein liebevoll beschäftigtes Gemüt das dringende Bedürfnis hat sich zu äußern, das was in ihm vergeht, vor einem Freunde auszuschütten...
Goethe, Wahlverwandtschaften I,18

Dass ein Mann seine Geliebte prügelt - das ist eine Selbstverstümmelung, aber dass er seine Frau schlägt - das ist Selbstmord.
Honoré de Balzae, Physiologie der Ehe

Dass ein Mensch einen Menschen, ohne ihm zu zürnen, ohne' ihn zu fürchten, nur aus Lust, an seiner Qual sich zu weiden, tötet!
Seneca, Briefe an Lucilius

Dass ein Mensch über die Menschheit emporrage, kommt den andern gar teuer zu stehen.
Montesquieu, Dialog zwischen Sulla und Eukrates

Dass ein Ordensmann muss lügen können, Herr Abt, das hab' ich nicht gewusst, sagte der Ritter.

Dass ein Schauspieler, der sich selbst kennt und seine Natur mit der geforderten Rolle nicht ganz in Einstimmung findet, sie auf eine kluge Weise beugt und zurechtrückt, damit sie ihm passe, dergestalt, dass das Surrogat gleichsam als ein neues und brillantes Bildwerk uns für die verständige Fiktion entschädigt und unerwartet Genussreiche Vergleichungen gewährt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Tiecks Dramaturgische Blätter

Dass ein solcher Mensch (Schopenhauer) geschrieben hat, dadurch ist wahrlich die Lust, auf dieser Erde zu leben, vermehrt worden.
Nietzsche, Schopenhauer als Erzieher

Dass ein Toter, wenn überhaupt, nur von hinten her zum Hause zurückkehren kann, und auch dadurch ihm das Finden des Einganges unmöglich wird, wird so erreicht, dass der Sarg, falls er nicht gar durch die Hintertür hinausgeführt wird, vor der Haustüre nach verschiedenen Seiten kreuzweise gewendet wird, so dass die Richtung verwirrt wird.

Dass ein verfehlter Text der Musik und Darstellung insgeheim den Untergang vorbereite.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1811

Dass ein Vermittler überall willkommen ist.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 13/17.9.1792

Dass ein Wort durch Gebrauchsfolge einen ganz entgegengesetzten Sinn annehmen kann...
Goethe, Schriften zur Literatur - Klassiker und Romantiker in Italien...

Dass Eindrücke bei mir sehr lange im stillen wirken müssen, bis sie zum poetischen Gebrauche sich willig finden lassen.
Goethe, An Schiller, 6. 1. 1798

Dass eine Armee nicht auffällt, ist das Beste, was man von ihr sagen kann.
Fliegende Blätter

Dass eine Dirne dich liebt oder ein Gastwirt frei dich hält, ist ganz unmöglich oder kostet viel Geld!
sp] Amor de puta y convite de mesonero no puede ser sino te cuesta dinero.

Dass eine Eigenheit an sich, wo nicht lobenswert, doch wenigstens duldbar sein könne, indem sie eine Art zu sein ausdrückt, welche man als Bezeichnung irgendeines Teils des Mannigfaltigen gar wohl müsste gelten lassen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Irrtümer und Wahrheiten 14,3

Dass eine einzige fehlgeschlagene Hoffnung uns gegen die Welt so unversöhnlich macht?
Lessing, Emilia Galotti (Prinz)

Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht, sie soll sich still verhalten.
Neues Testament, Paulus ( 1 Timotheus 2, 11)

Dass eine Frau, die das Hauswesen recht zusammen halte, ihrem Manne jede kleine Phantasie nachsehen und von seiner Rückkehr jederzeit gewiss sein könne.
Goethe, Lehrjahre VII,6

Dass eine gewisse humoristische Anmut aus der Verbindung des Unmöglichen mit dem Gemeinen, des Unerhörten mit dem Gewöhnlichen entspringen könne, davon hat der Verfasser [E. Th. A. Hoffmann der neuen Melusine ein Zeugnis zu geben getrachtet.
Goethe, Schriften zur Literatur - The foreign Quarterly Review 1

Dass eine Kirche ist, ist ein Artikel des Glaubens. Wir müssen sie also mit dem Glauben erfassen, nicht mit Augen sehen.
Martin Luther, Tischreden

Dass eine Kopeke sich in einen Rubel verwandelt, ist ein Werk der Zeit.
Russland

Dass eine Mücke sollte husten wie ein Pferd, das ist unmöglich.

Dass eine Pflanze, ja ein Baum, die uns doch als Individuum erscheinen, aus lauter Einzelheiten bestehn, die sich untereinander und dem Ganzen gleich und ähnlich sind, daran ist wohl kein Zweifel.
Goethe, Bildung und Umbildung organischer Naturen - Die Absicht eingeleitet

Dass einer ein ehrlicher und verständiger Mann sein kann, wenn er gleich den nächsten besten Weg zum Heile seiner Seele verfehlt hat.
Goethe, Egmont A I, Palast der Regentin (Regentin)

Dass einer ein großer Geist sein könne, ohne etwas davon zu merken, ist eine Absurdität, welche nur die trostlose Unfähigkeit sich einreden kann, damit sich das Gefühl der eigenen Nichtigkeit auch für Bescheidenheit halten könne.
Schopenhauer,Welt als Wille und Vorstellung, II, 3, Kap. 37, Zur Ästhetik der Dichtkunst

Dass einer freien Stadt ein freier Sinn gezieme und dass man bei einem erneuten Dasein, um die Spuren ungeheurer Übel auszulöschen, sich vor allen Dingen von veralteten Vorurteilen zu befreien habe.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Frankfurt

Dass einer geboren wird, ist der Gang der Natur, Sterben aber ist Übereinstimmung mit dem Grad seiner individuellen Bestimmung.

Dass einer sich aufs Reiten versteht, genügt nicht, er muss auch richtig abzustürzen wissen.
Mexiko

Dass er [der Mensch] sich selbst für das Beste halten darf, was Gott und Natur hervorgebracht haben...
Goethe, Wanderjahre II,1

Dass er des jähen Todes stürbe!

Dass er im Werther nie die Absicht gehabt, den Selbstmord als interessant hinzustellen, dass er ihn vielmehr als ein sittliches Vergehen beurteile.
Goethe, Smirnow, Mai 1821

Dass er mehr davon wisse als Gott selbst, der sich um solchen Dreck nicht bekümmere.
Goethe, Riemer, 13.11.1809

Dass er müsst Gebratenes fressen auf 'nem hölzern Teller.

Dass er nicht rauchte, musst er büßen,
Als er des Glückes Ende sah;
Der Boden raucht ihm untern Füßen,
Drum ging er nach Sankt Helena.
Spruch auf einer Tabakspfeife mit dem Bilde Napoleons I.

Dass erst eine große Fülle von Gegenständen vor uns liegen müsse, ehe man darüber denken könne, dass man erst selbst etwas leisten, ja dass man fehlen müsse, um seine eignen Fähigkeiten und die der anderen kennen zu lernen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Dass erst schulrecht soll man niemand verachten.

Dass es besser schien, stillschweigend das mannigfaltige Gute zu verehren, als die reinen heiligen Empfindungen des Dankes durch Wiederholung zu erschöpfen oder abzustumpfen.
Goethe, Rede bei der Feierlichkeit der Stiftung des weißen Falkenordens

Dass es dagegen dem freien Bürger, der sich nicht leicht von jemand will meistern lassen, gar wohl anstehe, an sich selbst gesellige Tugenden auszubilden...
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Frankfurt

Dass es dem Menschen selten gegeben ist, in dem einzelnen Falle das Gesetz zu erkennen. Und doch, wenn er es immer [?] in Tausenden erkennt, muss er es ja wieder in jedem einzelnen finden. Die großen Umwege [?] erspart sich der Geist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1374

Dass es der Weg nicht sei, sich mit den Menschen zu verbinden, wenn wir uns die Eigenschaften exagerieren, durch welche sie von uns allenfalls getrennt erscheinen.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen - 3. Brief

Dass es die Art aller der Menschen sei, denen an ihrer innern Bildung viel gelegen ist, dass sie die äußeren Verhältnisse ganz und gar vernachlässigen.
Goethe, Lehrjahre VII,8

Dass es die Eigenheit des Menschen sei, von vorn anfangen zu wollen.
Goethe, Wanderjahre I, 11

Dass es doch immer seinesgleichen für Spaß erklären, wenn man ihnen die Wahrheit sagt.
Lessing, Minna von Barnhelm, III, 4 (Werner)

Dass es eigentlich der römischen Kirche am besten gelungen sei, die Religion populär zu machen, indem sie solche nicht sowohl mit den Begriffen der Menge als mit den Gesinnungen der Menge zu vereinigen gewußt hat.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über Italien - Volksgesang

Dass es eigentlich geistlose Menschen sind, welche auf die Sprachreinigung mit so großem Eifer dringen: denn da sie den Wert eines Ausdrucks nicht zu schätzen wissen, so finden sie gar leicht ein Surrogat, welches ihnen ebenso bedeutend scheint, und in Absicht auf Urteil haben sie doch etwas zu erwähnen und an den vorzüglichsten Schriftstellern etwas auszusetzen, wie es Halbkenner vor gebildeten Kunstwerken zu tun pflegen, die irgendeine Verzeichnung, einen Fehler der Perspektive mit Recht oder Unrecht rügen, ob sie gleich von den Verdiensten des Werkes nicht das Geringste anzugeben wissen.
Goethe, An Riemer, 30.6.1813

Dass es eigentlich keine ununterbrochene Korrespondenz gibt, wenn man nicht klatscht...
Goethe, An Zelter, 11.3.1816

Dass es eine größere Tugend als die Frömmigkeit für das Menschengeschlecht gebe, wird uns keiner jemals überreden.
Platon, Epinomis

Dass es Männer aus uns ziehe,
Drängt uns das Schicksal.
Freiligrath, Victor Hugo: Aus den Oden und vermischten Gedichten

Dass es nicht darauf ankommt, ob etwas wahr ist, sondern wie es wirkt -: absoluter Mangel an intellektueller Rechtschaffenheit. Alles ist gut, die Lüge, die Verleumdung, die unverschämteste Zurechtmachung, wenn es dient, jenen Wärmegrad zu erhöhen, - bis man 'glaubt'.
Nietzsche, Wille zur Wahrheit

Dass es schwerer sei, gebildeten Menschen bei sittlichen Verworrenheiten zu Hülfe zu kommen, als ungebildeten.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,18

Dass es sehr viele Fälle gebe, in welchen die Gesetze schweigen und dem einzelnen nicht zu Hilfe kommen, der dann sehen mag, wie er sich aus der Sache zieht.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,4

Dass es vielen schlecht geht, ist nur für die Dummen ein Trost.
sp] Mal de muchos, consuelo de tontos.

Dass etwas so Sichtbares wie die Eitelkeit der Welt so wenig erkannt wird, dass es sonderbar und überraschend wirken kann, wenn man erkennt, wie töricht es ist, nach Größe zu trachten: das ist wunderbar.
Pascal, Gedanken

Dass euch Pock schent!
i] Poch, Pocken (postulae, variolae).
z] Mit Ehren ich wohl bei euch bleib, seidt selb ein dieb, das euch Pock schent!
i] Die obige Redensart gehört zu den vornehmlich im 16. Jahrhundert üblichen Verwünschungsformeln, die sich auf Krankheiten beziehen. Einen ähnlichen Wunsch sprach im August 1854 auf dem Mühlhauser Markte eine Frau zu einer Verkäuferin, von welcher sie sich überfordert glaubt, aus, indem sie sagte: 'Wenn Ihr nur zwölf Cholera im Lîb hätte!'

Dass Europa kommt, kann als Gewissheit gelten. Unsere Sache ist es, dafür zu sorgen, dass es nicht in totalitärer Form, sondern in humanistischer, demokratischer Gestalt ersteht, und auch dafür zu sorgen, dass es nicht in atheistischerGottferne, sondern würdig der christlichen Kultur des Abendlandes erwächst.
Dr. H. v. Brentano, Vorsitzender der E. P. U.

Dass ewig Freud uns auferwachs
Nach dem Elend, das wünscht Hans Sachs.
H. Sachs

Dass Freiheit und Gleichheit nur in dem Taumel des Wahnsinns genossen werden können...
Goethe, Italienische Reise III, 1788 - Das römische Karneval

Dass Friedrich der Große aber gar nichts von ihnen wissen wollte, das verdroß die Deutschen doch, und sie taten das Möglichste, als Etwas vor ihm zu erscheinen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 766

Dass für einen Mann in gewissen Jahren das sicherste kosmetische Mittel sei, sich des schönen Geschlechts zu enthalten und einer löblichen bequemen Freiheit zu genießen.
Goethe, Wanderjahre II,5

Dass Gegenwart eines Baumeisters Baulust errege.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1798

Dass Genie diejenige Kraft des Menschen sei, welche, durch Handeln und Tun, Gesetz und Regel gibt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,19

Dass gerade das kühne persönliche Hingeben von jeher den Sieg errang und die Herrschaft behauptete.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 28.8.1792

Dass geschrei ist ein falscher Spiegel, der oft ein ding recht, oft gantz falsch zeigt.

Dass Gesind (und Diener) soll man nehren, nicht mesten, sonst verschleicht sich die Narung.

Dass Gewerbstätigkeit mit Liebe zu Wissenschaft und Kunst, wie vor alters so auch in unsern Tagen, recht wohl vereinbar sei...
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar - Kunst und Altertum - Frankfurt

Dass gewiss kan man mit ungewissen nit vernichten.

Dass gewisse Leute im Guten nicht so weit gehen, wie sie könnten, liegt an ihrer schlechten Erziehung.
Jean de La Bruyère. Die Charaktere

Dass Glück ihm günstig sei,
Was hilfts dem Stöffel?
Denn regnets Brei,
Fehlt ihm der Löffel.
Goethe, Sprichwörtlich

Dass Gott dem kargen schelmen den ritten gebe.

Dass Gott den Teufel heimsuche, sagte der kranke Bauer, als der Pfaff mit den Worten zu ihm eintrat: Gott sucht den Kranken heim.

Dass Gott erbarm, sieben Suppen - und keine warm.

Dass Gott erbarm.
i] Gotteserbärmlioh, gottesjämmerlich

Dass Gott so selig ist und lebet ohn' Verlangen,
Hat er sowohl von mir, als ich von ihm empfangen.
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann

Dass große Leute nur in der Ferne schimmern und dass ein Fürst vor seinem Kammerdiener viel verliert, kommt daher, weil kein Mensch groß ist.
Kant, Bruchstücke aus dem Nachlaß

Dass Güte nicht Schwäche sein könne, behauptet niemand; dass sie es sei, nur ein Tor.
Christian Morgenstern, Stufen: Lebensweisheit-Ethisches

Dass Güte, ja Vermögen selbst, nur Reizungen sind, denen sich ein Frauenzimmer mit Vorbedacht hingibt, die jedoch unwirksam bleiben, sobald Liebe sich mit den Reizen und in Begleitung der Jugend zeigt.
Goethe, Wanderjahre I,5

Dass guter Wille klar und scharf sieht, indem er das, was geleistet worden, willig anerkennt, und es nicht allein für das, was es gelten kann, gelten lässt, sondern ihm noch aus eigener holder Fruchtbarkeit höhere Bedeutung und kräftigere Wirkung verleiht.
Goethe, Schriften zur Literatur - Geneigte Teilnahme an den Wanderjahren

Dass ich auf diesen Vogel so dürste, sagte der Schwab, als er einen Kapaun für einen Spatz gegessen hatte.

Dass ich behauptete, eine abgesonderte Philosophie sei nicht nötig, indem sie schon in der Religion und Poesie vollkommen enthalten sei.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Dass ich bezahle,
Um zu verführen,
Das gilt in Westen,
Das gilt in Osten.
Dass ich bezahle,
Um zu verlieren,
Das sind, ich dächte,
Sehr falsche Kosten.
Goethe, Zahme Xenien VIII

Dass ich bissweilen red Latein, kün machet mich der küle wein; ich hab auch on end Disputier, nachdem ich ausstrinck zweymal vier.
la] Post sumptum vinum loquitur mea lingua latinum, et bibo cum bis ter, sum quaelibet arte magister.

Dass ich den Schlaf nicht forttrage.
Nürtingen
i] Wenn man beim ersten Besuche in einem Hause sich setzt.

Dass ich diesen Winter durch entschiedenste Einsamkeit und durch diäteste Schonung mich besser befunden als seit vielen Jahren...
Goethe, An A. v. Humboldt, 16.5.1821

Dass ich dir's mit einem Worte sage, mich selbst, ganz wie ich da bin, auszubilden, das war dunkel von Jugend auf mein Wunsch und meine Absicht.
Goethe, Lehrjahre V,3

Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Goethe, Faust, I (Faust)

Dass ich etwas Gutes nicht habe, was ich habe besitzen können, schmerzt lange nicht so sehr, als dass ich etwas nicht mehr besitze, was ich gehabt habe.
Kant, Reflexionen zur kritischen Philosophie

Dass ich kein Narr bin!
i] So etwas Nachteiliges einzugehen.

Dass ich Komplimente mache, ist nicht meine Sache.

Dass ich lebe, ist nicht notwendig, wohl aber, dass ich tätig bin.
Friedrich der Große, Briefe

Dass ich mich noch täglich nach den besten Überlieferungen und nach der immer lebendigen Naturwahrheit zu bilden strebe und dass ich mich von Versuch zu Versuch leiten lasse, demjenigen, was vor allen unsern Seelen als das Höchste schwebt, ob wir es gleich nie gesehen haben und nicht nennen können, handelnd und schreibend und lesend immer näher zu kommen.
Goethe, An Jenny v. Voigts, 21. 6. 1781

Dass ich mich verheirate, soll kein Grund sein, dass ich nichts werde.
Paula Modersohn-Becker, Briefe

Dass ich nur die Hälfte Wein trinke, ist mir sehr nützlich, seit ich den Kaffee gelassen, die heilsamste Diät.
Goethe, Tagebuch, 13.1.1779

Dass ich nur schreibe mit Verstand, betete jener, führ' du mir, Christe, selbst die Hand.
i] Ein frommer Mann, dem das Beten leichter als das Denken war, pflegte, wenn er sich zum Schreiben niedersetzte, zu flehen: 'Herr führe du mir die Hand, dass ich nichts niederschreibe, was deiner unwürdig wäre. Ne scribam vanum, duc mihi, Christe manum.'

Dass ich selbst pflege, das zeihe ich einem andern allwege.

Dass ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben.
Goethe, An Herzog Karl August, 27./29.5.1787

Dass ich vor keiner Demütigung zurückschrecke, kann ebenso gut Hoffnungslosigkeit bedeuten als Hoffnung geben.
Franz Kafka, Tagebücher (1914)

Dass ich zeichne und die Kunst studiere, hilft dem Dichtungsvermögen auf, statt es zu hindern, denn schreiben muss man nur wenig, zeichnen viel.
Goethe, Italienische Reise III, 21.12.1787

Dass ihm der Teufel den Balg walke.
i] Für durchprügeln.

Dass ihm der Teufel mit einem Messer in den Leib krieche, das Fett von den Gedärmen schäle.

Dass ihm Gott seinen Leib schände.

Dass ihn das viertägige Fieber ankomme!
fr] La fièvre quartaine le puisse serrer.

Dass ihn der Bock (d.i. der Teufel) schände (stoße)!
i] Hat mythische Bedeutung, da der Teufel in Bocksgestalt und gehörnt gedacht wurde

Dass ihn der Geier hole!

Dass ihn der Valant reiten soll!
i] Verhüllungsform für Teufel. Das Wort kommt von valen, välen = irren, irreführen, seducere, wonach Valant so viel bedeutet als seductor diabolus.

Dass ihn die Läus' erwürgen!

Dass ihr etwas habt sagen hören (die Autorität), soll keineswegs die Richtschnur eures Glaubens sein; im Gegenteil: ihr dürft nichts glauben, ohne euch in die Lage zu versetzen, als hättet ihr es nie gehört.
Pascal, Gedanken

Dass ihr Menschen, um von einer Sache zu reden, gleich sprechen müßt: das ist töricht, das ist klug, das ist gut, das ist bös! Und was will das alles heißen? Habt ihr deswegen die innern Verhältnisse einer Handlung erforscht? Wisst ihr mit Bestimmtheit die Ursachen zu entwickeln, warum sie geschah, warum sie geschehen musste? Hättet ihr das, ihr würdet nicht so eilfertig mit euren Urteilen sein.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Dass im allgemeinen ein rein poetischer Stoff einem politischen so sehr voranstehe als die reine, ewige Naturwahrheit der Parteiansicht.
Goethe, Eckermann, 4.5.1827

Dass im Leben das Zufällige jeder Art, und so auch in Verbindungen, das Allerbeste bewirken könne...
Goethe, Wanderjahre I,8

Dass im Wissenschaftlichen überhaupt eine entschiedene lakonische Terminologie, wodurch die Gegenstände gestempelt werden, zum größten Vorteil gereiche.
Goethe, Wolkengestalt nach Howard

Dass in allen wichtigen politischen Fällen immer diejenigen Zuschauer am besten dran sind, welche Partei nehmen, was ihnen wahrhaft günstig ist, ergreifen sie mit Freuden, das Ungünstige ignorieren sie, lehnen's ab oder legen's wohl gar zu ihren, Vorteil aus.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Minister, November 1792

Dass in den Menschen so viele geistige Anlagen sind, die sie im Leben nicht entwickeln können, die auf eine bessere Zukunft, auf ein harmonisches Dasein deuten, darin sind wir einig, mein Freund ...
Goethe, Briefe aus der Schweiz, erste Abteilung

Dass in der Bibel sich Widersprüche finden, wird jetzt niemand in Abrede sein.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Dass in der Kunst, wie im Leben, kein Abgeschlossenes beharre, sondern ein Unendliches in Bewegung sei.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winkelmann und sein Jahrhundert - Glücksfälle

Dass in diesem Falle wie in so manchem anderen der Leser sich vom Zuschauer und Zuhörer trennen müsse, jeder hat seine Rechte, und keiner darf sie dem anderen verkümmern.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über das deutsche Theater

Dass in hohen Jahren, wo man mit der Zeit so haushältig umgehen muss, man über sich und andere wegen vergeudeter Tage höchst ärgerlich wird.
Goethe, An Caroline v. Wolzogen, 29.9.1829

Dass in jeder Lage des Lebens eine bestimmte Tätigkeit von uns gefordert wird und dass wir nur insofern für etwas gelten, als wir den Bedürfnissen anderer auf eine regelmäßige und zuverlässige Weise entgegenkommen.
Goethe, An Riemer, 19.5.1809

Dass in unserem Hirn die Meinungen anderer auf und ab wogen, macht uns keinen Deut klüger, mögen sie auch zufällig wahr sein.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Dass Instinkt unter allen Arten von Intelligenz, welche bisher entdeckt wurden, die interlligenteste ist.
Friedr. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Dass ist ein böser Falck (falke), der etwas zu fahen ausgeflohen und nicht widerkompt.

Dass ist ein böss bröcklein mit sorgen, daran ein mensch muss erworgen.
la] Qua suffocatur quisquam, mala mica putatur.

Dass ist ein fauler hausshalter, der gekaufft Fleisch in Schornstein hengt.

Dass ist ein guter Betrug, dar durch men dem schendlichen betrug den Hals kan abstechen.
la] Bonus dolus est quo malus pellitur.

Dass ist ein guter will, der ein Ding tut, so gut er kan, wenn er nicht tun kan, wie er will.

Dass ist ein kühne Maus, die der Katz darff ein nest ins Ohr machen.

Dass ist ein nichtswertiges Weib, die in ihres Mannes Weyer fremde Fisch lest setzen.

Dass ist gut, dessen einer sich erfrewt, wenn ers hat.

Dass jeder nur darum bekümmert sein solle, in seiner speziellen Sphäre, groß oder klein, recht treu und mit Liebe fortzuwirken, so werde der allgemeine Segen auch unter keiner Regierungsform ausbleiben.
Goethe, Fürst Pückler, 15.9.1826

Dass jeder so lange die Welt stehen wird, um gesellig zu sein, wenigstens äußerlich sich wird beherrschen müssen.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (Baronesse)

Dass jeder vielmehr über das, was er tut, auch fähig sein solle zu denken, Grundsätze aufzustellen, und die Ursachen, warum dieses oder jenes zu tun sei, sich selbst und anderen deutlich zu machen.
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Dass jeder, der auf einigen Nachruhm Anspruch macht, seine Zeitgenossen zwingen soll, alles, was sie gegen ihn in petto haben, von sich zu geben...
Goethe, An Schiller, 7.12.1796

Dass jeder, der von Jugend an seine Bildung den Griechen und Römern verdankt, nie ein gewisses antikes Herkommen verleugnen, vielmehr jederzeit dankbar anerkennen wird, was er abgeschiedenen Lehrern schuldig ist...
Goethe, Schriften zur Literatur - Klassiker und Romantiker in Italien

Dass jedermann leidet, das macht der Neid.

Dass jedermann nach Wohlbefinden im Leben und nach Glück strebt, ist klar, ebenso aber, dass nur ein Teil der Menschen die Möglichkeit dazu hat, ein anderer nicht, teils infolge zufälliger Umstände, teils infolge ihrer Naturanlage.
Aristoteles, Älteste Politik

Dass jedes Individuum, jeder engere Kreis das Maß der Freiheit besitzt, welches überhaupt mit der Ordnung des Gesamtstaatswesens verträglich ist: das zu erreichen, diesem Zweck möglichst nahe zu kommen, halte ich für die Aufgabe jeder vernünftigen Staatskunst.
Bismarck

Dass junge Leute nichts mehr aufmuntern und anregen könne, als wenn man selbst schon in gewissen Jahren sich wieder zum Schüler erklärte, und in einem Alter, worin man sehr schwer neue Fertigkeiten erlangt, dennoch durch Eifer und Anhaltsamkeit, Jüngern von der Natur mehr Begünstigten den Rang abzulaufen suche.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,4

Dass keine Lehre uns von Vorurteilen reinigt, als die vorher unsern Stolz zu erniedrigen weiß...
Goethe, Brief des Pastors

Dass Kinder wohl geraten, ist nicht in unserer, sondern Gottes Gewalt und Macht; wo er nicht mit im Schiff ist, da fährt man nimmer wohl.
Luther, Deutsche Schriften

Dass Lessing, Winckelmann und Kant älter waren als ich, und die beiden erstern auf meine Jugend, der letztere auf mein Alter wirkte, war für mich von großer Bedeutung.
Goethe, Eckermann, 12.5.1825

Dass Leute von Genie auch essen, trinken, wohnen müssen und sogar dafür bezahlen müssen, ist ein zu prosaischer Gedanke für diese biedern Deutschen, als dass sie ihn nur haben könnten, es käme fast einer Beleidigung gleich.
Engels, an Marx, 8. 4. 1863

Dass man an Rosen glaubt, das bringt sie zum Blühen.
Frankreich

Dass man auch dem Wolkenzuge durch häufige und genaue Beobachtung in verschiedenen Ländern etwas abgewinnen könne...
Goethe, J. S. Grüner, 20.8.1823

Dass man bei allen einigermaßen gewagten Unternehmungen auf die Negativen nicht achten soll...
Goethe, An J. H. Meyer, 28.4.1797

Dass man das Vortreffliche nur in dem Maße kennen lernt, insofern man das Mangelhafte einzusehen imstande ist.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Dass man dem Boten der Hiobspost immer etwas von der Schuld des Unglücks, das er erzählt, anzurechnen pflegt.
Belagerung von Mainz, 29.6.1793

Dass man dem Zufall im Roman gar wohl sein Spiel erlauben könne, dass er aber immer durch die Gesinnungen der Personen gelenkt und geleitet werden müsse, dass hingegen das Schicksal, das die Menschen, ohne ihr Zutun, durch unzusammenhängende äußere Umstände zu einer unvorhergesehenen Katastrophe hindrängt, nur im Drama statt habe...
Goethe, Lehrjahre V,7

Dass man den alten Käse achtet ungesund, hat bei Gesunden keinen Grund.

Dass man den farbigen Edelsteinen Heilkräfte zuschrieb, mag aus dem tiefen Gefühl dieses unaussprechlichen Behagens [an den Farben] entstanden sein.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6. Abt. 759

Dass man der Dornen acht', haben die Rosen gemacht.

Dass man die Speisen nicht trinken kann, sagte Durst, ist ein Fehler im Schöpfungsplan.

Dass man eben alsdann sich am ersten entschließt abzuwarten, was uns die Zukunft lehren wird, wenn man gerade nicht sagen kann, was aus einer Sache werden soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,16

Dass man eigentlich alles wagen kann, sobald man mit Genie, Geist und Überlegung wirkt.
Goethe, An W. v. Humboldt, 26.5.1799

Dass man eigentlich nur von fremden Ländern, wo man mit niemand in Verhältnis steht, eine leidliche Reisebeschreibung schreiben könnte.
Goethe, An Schiller, 9.8.1797

Dass man eigentlich um der Zukunft willen das Gegenwärtige hintansetze und verliere.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 17

Dass man ein Fasten durchführt, muss aus dem Innern kommen, das Abbrechen kommt von außen.
China

Dass man eine jede Nation, sodann aber auch die bedeutenden Arbeiten eines jeden Individuums derselben aus und an ihnen selbst zu erkennen, auch, was noch mehr ist, nach ihnen selbst zu beurteilen habe.
Goethe, Schriften zur Lietratur - Ouvres dramatiques de Goethe

Dass man einen Dieb beschenkt,
Dass man einen anderen henkt,
Ist gelegen an der Art,
Drinnen einer Meister ward.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Dass man einen guten Haushälter hauptsächlich daran erkenne, wenn er sich auch des Widerwärtigen vorteilhaft zu bedienen wisse.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Kotzebue

Dass man einen Vorsatz nicht sicherer abstumpfen kann, als wenn man ihn öfters durchspricht.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2

Dass man falsch gewicht brauchen thar, das machet scheel augen fürwar.
la] Lances dissimiles, faciunt oculos mihi tristes.

Dass man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! dass man sie nicht hinterdrein im Stiche lässt! - Der Gewissensbiss ist unanständig.
Nietzsche, Götzendämmerung, Sprüche und Pfeile

Dass man gerade nur denkt, wenn man das, worüber man denkt, nicht ausdenken kann!
Goethe, Maximen und Reflexionen 939

Dass man immer auf innern und äußern Krieg gerüstet sein muss.
Goethe, An Zelter, 29.10.1815

Dass man in eine andere Haut schlüpft, hilft nicht in Himmel.

Dass man junge Männer praktisch bilde, fordert die neuste Zeit.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar. Kunst und Altertum Frankfurt

Dass man keinen Zustand, der länger dauern, ja der eigentlich ein Beruf, eine Lebensweise werden soll, mit einer Feierlichkeit anfangen dürfe.
Goethe, Lehrjahre V,13

Dass man Menschen, die sich durch Ehrlichkeit, Uneigennützigkeit und Redlichkeit auszeichnen, so überschwänglich preist, gereicht weniger ihnen zum Lob als dem Menschengeschlecht zur Schande.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Dass man mit allem Äußeren mäßig verfahren, hingegen das Innere, Geistige so hoch als möglich steigern müsse.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1804

Dass man mit Nachbarn und Nachbarinnen im besten Vernehmen und immer in einem ewigen Gefälligkeitswechsel stehen müsse.
Goethe, Lehrjahre VIII,10

Dass man mit Worten nicht viel gegen eine entschiedene Leidenschaft zu wirken vermag.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,17

Dass man mitunter Gesichter verwechselt, hat seinen Grund darin, dass das wirkliche Bild verdunkelt wird von dem geistigen Bild, das ihm entspringt.
Charles Baudelaire (1821-1867), Tagebücher

Dass man nämlich teils erhalten, teils wieder hervorheben solle, was uns das Theater der Vorzeit anbietet. Dieses kann nur geschehen, wenn man die Gegenwart wohl bedenkt und sich nach ihrem Sinn und ihren Forderungen richtet.
Goethe, Schriften zur Literatur - Proserpina

Dass man nicht deutlicher sehen könne, wie ungebildet in jedem Sinne die Menschen seien, als in solchen Augenblicken allgemeiner Verwirrung und Not.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Dass man nicht wohl tut, der sittlichen Bildung, einsam, in sich selbst verschlossen nachzuhängen, vielmehr wird man finden, dass derjenige, dessen Geist nach einer moralischen Kultur strebt, alle Ursache hat, seine feinere Sinnlichkeit zugleich mit auszubilden, damit er nicht in Gefahr komme, von seiner moralischen Höhe herab zu gleiten, indem er sich den Lockungen einer regellosen Phantasie übergibt, und in den Fall kommt, seine edlere Natur durch Vergnügen an geschmacklosen Tändeleien, wo nicht an etwas Schlimmerem herab zu würdigen.
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass man nun die jungen Leute nicht bloß zur Unterhaltung erziehen darf, ist ja klar: denn das Lernen ist kein Spiel, sondern eine ernste Mühe.
Aristoteles, Politik

Dass man nur wohl lebe, indem man verborgen lebt.
Goethe, An J. F. v. Cotta, 1.10.1809

Dass man oft von eben den Personen über das getadelt wird, wozu man sich durch sie hat bereden lassen...
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass man ohne Sorgen lebe, sorgt man stets um Gut und Geld,
Das doch den, der es ersorgte, stets in Angst und Sorgen hält.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Dass man schweigen sollte, wenn man nichts zu sagen hat, und dagegen das Wohlgedachte auch gut und ohne Stottern hervorgehen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Nichts anders als

Dass man selbst zum Seher, das heisst: Gott ähnlich wird. Und das ist doch am Ende der Triumph aller Poesie im Größten und im Kleinsten.
Goethe, An W. v. Humboldt, 1.9.1816

Dass man sich zwingen kann, beweist nicht, dass man liebt.
Goethe, Laune des Verliebten Sz 3 (Eridon)

Dass man sich, durch äußere Gegenstände, von der Betrachtung seines inneren Zustandes zerstreuen müsse.
Goethe, An Christiane v. Goethe, 12.9.1815

Dass man stirbt, weiß jedermann, doch nicht wie, nicht wo und wann.
fr] On ne sait qui meurt, ni qui vit.
it] Ognun sa dove è, ma nessun sa dove ha a morire.
la] Mors incertarum cunctis certissima rerum, incertum quando; certum aliquando mori.

Dass man über das Gute, was man durch Verneinung und Abwendung hervorzubringen sucht, dasjenige vergisst, was man bejahend fördern könnte und sollte.
Goethe, An Riemer, 30.6.1813

Dass man über niemand reden soll, den man nicht persönlich gesehen hat.
Goethe, An G. F. Schönborn, 4.7.1774

Dass man uns in unsern Arbeiten verwechselt, ist mir sehr angenehm, es zeigt, dass wir immer mehr die Manier los werden und ins allgemeine Gute übergehen. Und dann ist zu bedenken, dass wir eine schöne Breite einnehmen können, wenn wir mit einer Hand zusammenhalten und mit der anderen so weit ausreichen, als die Natur uns erlaubt hat.
Goethe, An Schiller, 26.12.1795

Dass man von einem guten Gedicht den Ausgang wissen könne, ja wissen müsse, und dass eigentlich das Wie bloß das Interesse machen dürfe.
Goethe, An Schiller, 22.4.1797

Dass man vorher lacht, muss man oft hernach beklagen.

Dass man zwar bei entstandenem Streit und Gärung seine Feinde nicht bekehren kann, aber seine Freunde zu stärken Ursache hat.
Goethe, An Schiller, 10.12.1796

Dass man, um der Unbequemlichkeit auszuweichen, die Gefahr nicht scheue.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 19.9.1792

Dass man, wenn man heiratet, so furchtbar festsitzt, ist etwas schwer.
Paula Modersohn-Becker, Briefe (an die Mutter)

Dass Männer immer im Widerspruch mit sich selbst sind.
Goethe, Lehrjahre V,10

Dass man's erleiden mag, nit zu warm und nit zu kalt.

Dass man's nicht kann, ist keine Schande, aber dass man's nicht lernen will.

Dass Mäuse durch die Furche laufen, ärgere dich nicht, aber dass sie Pfade machen, dulde nicht.

Dass mein Aufenthalt im Orient mir den trefflichen Calderon, der seine arabische Bildung nicht verleugnet, nur noch werter macht, wie man edle Stammväter in würdigen Enkeln gern wieder findet und bewundert.
Goethe, An J. D. Gries, 29.3.1816

Dass mein Sohn verliert, verdrießt mich nicht, aber dass er weiter spielen will.
en] I am not angry my son loses, but tat he will play on.

Dass Menschen dasjenige noch zu können glauben, was sie gekonnt haben, ist natürlich genug, dass andere zu vermögen glauben, was sie nie vermochten, ist wohl seltsam, aber nicht selten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 312

Dass mich das Geschwär und Blatter rühre!
z] Also bau nicht auf Sand, auf Papier, sondern arbeite, gehe aber auch in die Kirche, reib die Ohren, stich in deine Nase, beiß in deine Hand und sage: 'Dass mich das geschwär und Blatter rühre, ich will kein Lakei, kein Furier der Gassen- und Strassentreter sein. Prag im Munde der Prediger, in: Bohemia 1875

Dass mir dabei die Unmäßigkeit der Männer, besonders was den Wein betrifft, einfällt. Wie oft hat es mich betrübt und geängstigt, wenn ich bemerken musste, dass reiner Verstand, Klugheit, Schonung anderer, Anmut und Liebenswürdigkeit, selbst für mehrere Stunden, verloren gingen, und oft statt alles des Guten, was ein trefflicher Mann hervorzubringen und zu gewähren vermag, Unheil und Verwirrung hereinzubrechen drohte. Wie oft mögen dadurch gewaltsame Entschließungen veranlaßt werden.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,17

Dass mir niemand mehr sage, man könne dem Volk nicht helfen. Man will ihm nicht helfen. Die Mittel, es zu tun, liegen im Innersten seines Elends. Es ist die leichteste Art auf Erden; aber man lernt sie, indem man sie tut.
Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

Dass mir von jeher die große und so bedeutend klingende Aufgabe: erkenne dich selbst, immer verdächtig vorkam, als eine List geheim verbündeter Priester, die den Menschen durch unerreichbare Forderungen verwirren und von der Tätigkeit gegen die Außenwelt zu einer innern falschen Beschaulichkeit verleiten wollten.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Dass mit dem Scherz es wie mit Wunden ist,
Die niemals nach so ganz gemeßnem Maß
Und reinlich abgezogenem Gewicht geschlagen werden.
Goethe, Die Vögel, Epilog

Dass mittels der wählenden Demokratie der Wille eines Volkes ermittelt werden könne, ist natürlich eine Täuschung. Aber sieht man den Versuch vor sich, die Fragen divergierender Interessen nicht mit Messer und Pistole, sondern mittels einer Abstimmung zu entscheiden, so ist das natürlich doch ein humaneres und gesitteteres Verfahren.
Musil

Dass muss ein klug Kind sein, das seinen Vater kennt.

Dass nämlich man aus Überzeugung müssen müsse...
Goethe, An Zelter, 21.1.1826

Dass nämlich Menschen, denen die Natur außerordentliche Vorzüge gegeben, sie aber in einen engen oder wenigstens nicht verhältnismäßigen Wirkungskreis gesetzt, gewöhnlich auf Sonderbarkeiten verfallen, und weil sie von ihren Gaben keinen direkten Gebrauch zu machen wissen, sie auf außerordentlichen und wunderlichen Wegen geltend zu machen versuchen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Dass Neigungen, denen man eine Zeitlang unvorsichtig nachgegeben, endlich aus dem Traume geweckt, in die schmerzlichsten Zustände sich umwandeln, ist herkömmlich und bekannt...
Goethe, Italienische Reise III, Oktober 1787

Dass neun Wölfe dich!
lit] Kad taw dewyni Wilkai.
i] Die Zahl neun scheint in alten Zeiten hier die heilige Zahl gewesen zu sein. Sie hat sich nicht nur in alten Volksliedern, sondern auch in alten Sprichwörtern aufbewahrt.

Dass nicht die Worte, sondern Taten zählen, muss alle freuen, die nichts zu sagen haben.
Fliegende Blätter

Dass nicht immer damit, dass etwas populär sei, auch ausgesprochen sei, dass es gerecht und vernünftig sei.
Bismarck, Preußischer Landtag, am 24. Oktober 1894

Dass nicht um ein haar und tüttel fehlet.

Dass nichts entspringt, als was schon angekündigt ist und dass die Ankündigung erst durch das Angekündigte klar wird, wie die Weissagung durch die Erfüllung.
Goethe, an C. G. Carus und d'Alton, 7. Jan. 1826

Dass niemand eine Frage an die Natur tue, die er nicht beantworten könne, denn in der Frage liegt die Antwort, das Gefühl, dass sich über einen solchen Punkt etwas denken, etwas ahnen lasse.
Goethe, Betrachtung über Morphologie überhaupt - Anmerkungen

Dass niemand ja sich thu' vermessen, er hab' den Weizen allein gefressen.

Dass niemand zu denken scheint, die Chaussee sei dazu da, um vom Fleck zu kommen. jeder sucht sich ein Abweglein, als wenn das Leben ein Spazierengehen wäre. Eigentlichst aber ist dies der Fehler der Deutschen.
Goethe, An Nees v. Esenbeck, 2.4.1828

Dass nur das geborene Talent eigentlich weiß, worauf es ankommt, und dass alle übrigen mehr oder weniger in der Irre gehen.
Goethe, Eckermann, 10.4.1829

Dass nur das Interesse mehrerer, auf einen Punkt gerichtet, etwas Vorzügliches hervorzubringen imstande sei.
Goethe, Schriften zur Natur und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Dass nur durch das äußere Leben das innere Leben erregt wird, nicht durch gefühlloses Spekulieren, was des Lebens Mark nur austrocknet.
Goethe, H.Schmidt, März 1801

Dass nur kein schwarzer Hund dazwischenkommt.
ho] Zie, dat daar geen zwarte hond tusschen komt.

Dass oft der Großvater im Enkel wieder hervortrete...
Goethe, Wanderjahre II,3

Dass oft im Rechten unrecht geschieht, ist nicht zu verwundern, dieweil man der Justitia die Augen verbindt.

Dass Reichtum in Geld, d. h. in Gold und Silber, bestehe, ist eine allgemeinverbreitete Ansicht, die sich ganz von selbst aus der doppelten Funktion des Geldes, nämlich aus seiner Funktion als Tauschmittel und als Wertmesser, gebildet hat. Insofern es Tauschmittel ist, können wir, wenn wir Geld haben, uns alles, was wir brauchen, leichter beschaffen als mit Hilfe irgendeiner anderen Ware... Von einem sparsamen oder auf Reichtum erpichten Manne sagen wir, er liebe das Geld; und von einem sorglosen, freigebigen oder verschwenderischen Manne heisst es, er sei gleichgültig gegen Geld. Reich werden heisst Geld erwerben, kurzum: Reichtum und Geld werden in der Sprache des täglichen Lebens als in jeder Hinsicht gleichbedeutend betrachtet.
Smith, Natur und Ursachen des Volkswohlstandes

Dass schriftstellen eine unheilbare Krankheit ist, deswegen man wohltut, sich auch darein zu ergeben.
Goethe, An J. J. v. Willemer, 22.12.1820

Dass Seewasser so salzig ist, kommt von den Salzheringen, die darin schwimmen, sagte die alte Frau.

Dass sich das größte Werk vollende,
Genügt ein Geist für tausend Hände.
Goethe, Faust II A V, Mitternacht (Faust) Vs 11509

Dass sich der Leser produktiv verhalten muss, wenn er an irgend einer Produktion teilnehmen will.
Goethe, An Schiller, 19.11.1796

Dass sich der Mensch, im Gange der alles verändernden Zeit, so schwer los macht von dem, was eine Sache zuerst gewesen, wenn ihre Bestimmung in der Folge sich auch verändert.
Goethe, Italienische Reise I, 19.10.1786

Dass sich einer mit Ruß und Kot besudelt, das kann mann an einem andern nicht abwaschen.
i] Wer gefehlt hat, der leide.

Dass sich jeder seine eigne Art von Gott macht und dass man niemand den seinigen weder nehmen kann und soll.
Goethe, An Schiller, 31.7.1799

Dass sich nicht leicht jemand gegen sein Zeitalter retten kann!
Goethe, An Zelter, 6.6.1825?

Dass sie bei dem Geier wären, die verdammten Ausleger! Bald wird man vor diesem Geschmeiße keinen Einfall mehr haben dürfen.
Lessing

Dass sie die Kinder erziehen könnten,
müssten die Mütter sein wie Enten:
Sie schwämmen mit ihrer Brut in Ruh,
Da gehört aber freilich Wasser dazu.
Goethe, Sprichwörtlich

Dass sie die Perle trägt, das macht die Muschel krank;
Dem Himmel sag für Schmerz, der dich veredelt, Dank.
Rückert, Angereihte Perlen

Dass sie können,
Was sie zu müssen eingesehn, hat mich
Mit schauernder Bewunderung durchdrungen.
Schiller, Don Carlos, III, 10 (Prosa)

Dass Sie mich bei so einer herrlich ausgezeichneten Pflanze [die in Brasilien heimische Goethea] zum Gevattersmann berufen und meinem Namen dadurch eine so schöne Stelle unter den wissenschaftlichen Gegenständen anweisen, ist, wie Sie selbst fühlen und bemerken, im gegenwärtigen Augenblick doppelt rührend und eingänglich.
Goethe, An Nees v. Esenbeck 24.4.1823

Dass sie mich schelten, mag schon gahn, aber sie sollen mich ungelobet lan.
z] Als die Athener den Worten des Phokion Beifall geklatscht hatten, fragte er erschrocken seine Freunde, ob er eine Dummheit gesagt habe.

Dass Sie sich immerfort mit dieser Aufgabe beschäftigen, ist mir von großem Wert, denn ob wir gleich gern der Natur ihre geheime Encheiresis [Verfahren], wodurch sie Leben schafft und fördert, zugeben und, weint auch keine Mystiker, doch zuletzt ein Unerforschliches eingestehen müssen, so kann der Mensch, wenn es ihm Ernst ist, doch nicht von dem Versuche abstehen, das Unerforschliche so in die Enge zu treiben, bis er sich dabei begnügen und sich willig überwunden geben mag.
Goethe, An W. H. Wochenoder, 21.1.1832

Dass Sie zur Heiterkeit des Lebens gelangen, und dazu eben ist die Bearbeitung kleiner Gegenstände das beste Mittel.
Goethe, Eckermann, 18.9.1823

Dass so leicht man der Menschen Imagination in Bewegung setzen kann, so gern sie sich Märchen erzählen lassen, eben so selten ist es, eine Art von produktiver Imagination bei ihnen zu finden.
Goethe, Lehrjahre V,7

Dass so manches, was auf Zutrauen und Hoffnung gesät wird, die besten Früchte bringt.
Goethe, An Johanna Maria Melber, 19.9.1819

Dass so viel Selbstisches in der Liebe ist und doch, was wäre sie ohne das.
Goethe, an Charlotte von Stein, 20. April 1779

Dass so viel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran ist die Wohlerzogenheit schuld.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dass sozialer Fortschritt mit steigendem Lebensstandard identisch sei, wird zu einem Glaubensbekenntnis.
Galbraith

Dass Sparsamkeit recht wird geacht, ein großer Zoll, der bald reich macht.

Dass Tragödien und tragische Romane den Geist keineswegs beschwichtigen, sondern das Gemüt und das, was wir das Herz nennen, in Unruhe versetzen und einem vagen unbestimmten Zustande entgegenführen, diesen liebt die Jugend und ist daher für solche Produktionen leidenschaftlich eingenommen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Nachlese zu Aristoteles' Poetik

Dass uneigennütziges Wohltun die höchsten und schönsten Zinsen bringt.
Goethe, Lehrjahre VIII,10

Dass uns die Betrachtung der Natur zum Denken auffordert, dass uns ihre Fülle mancherlei Methoden abnötigt, um sie nur einigermaßen handhaben zu können, darüber ist man [sich] überhaupt wohl einig, dass aber beim Anschauen der Natur Ideen geweckt werden, denen wir eine gleiche Gewissheit als ihr selbst, ja eine größere zuschreiben, von denen wir uns dürfen leiten lassen, sowohl wenn wir suchen als wenn wir das Gefundene ordnen, darüber scheint man nur in einem kleinern Zirkel sich zu verstehen.
Goethe, An H. Steffens, 29.5.1801

Dass uns die Menschen für das Vergnügen, das wir ihnen gewährt haben, sehr oft empfindlich büßen lassen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,1

Dass uns die Umgebungen, wir mögen uns stellen, wie wir wollen, immer beschränken, und ich fiel daher auf den Gedanken, es sei das beste, uns wenigstens innerlich unabhängig zu machen.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Aus meinem Leben - Fragmentarisches - Jugendepoche

Dass unser Herz lebe, wirke, bleibe, daran liegt alles, nicht dass es glänze.
Pestalozzi, Briefe

Dass unser neunzehntes Jahrhundert nicht einfach die Fortsetzung der früheren sei, sondern zum Anfang einer neuen Ara bestimmt scheine.
Goethe, A. E. Odyniec, 25.8.1829

Dass unser Zögern sich nicht schwer vergeht,
Winkt uns Gewinn, und kämen wir zu spät.
Shakespeare, Timon v. Athen, V/1 (Dichter)

Dass unsere Gesetze immer schlechter stilisiert und immer lüderlicher redigiert werden, liegt wesentlich an der Menge von Abgeordneten, die an ihnen herumpfuscht...
Hartmann, Tagesfragen

Dass unter den Griechen Sokrates liebenswürdig und geistreich gewesen ist, dass er eine heitere Unterhaltung führte, und dass seiner ganzen Ausdrucksart die schalkhafte Verstellung, welche wir Ironie nennen, eigentümlich war, wissen wir aus der Geschichte.
Cicero, Drei Bücher von den Pflichten

Dass unter guten Menschen die republikanische Form die beste sei...
Goethe, Lehrjahre IV,2

Dass vergelt jm ein spitzhölzlin.

Dass viele irregehen, macht den Weg nicht richtig.

Dass von dem Schriftsteller höchste moralische Bildung gefordert wird, indem man ja nach herkömmlicher und geprüfter Sittenlehre das Gute nur um des Guten willen tun soll, ohne an eine Rückkehr auf sich selbst zu denken.
Goethe, An J. D. Gries, 20.5.1821

Dass von der Wiege bis zur Bahre
Kein Mensch den alten Sauerteig verdaut!
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 1778

Dass von diesem wilden Sehnen,
Dieser reichen Saat von Tränen
Götterlust zu hoffen sei,
Mache deine Seele frei!
Goethe, Sprichwörtlich

Dass wahre Schätzung nicht ohne Schonung sein kann.
Goethe, An F. H. Jacobi, 2.1.1800

Dass Weisheit nach der Anmut strebt,
Hat man auf Erden oft erlebt,
Doch dass die Anmut gern ihr Ohr
Der Weisheit leiht, kommt seltner vor.
Friedr. Martin von Bodenstedt, Die Lieder d. Mirza-Schaffy (1851)

Dass weiss man bauern wenig dank.

Dass Weite an Hosen trägt man imer oben.

Dass wenn man den Menschen ganz genau in zwei Hälften spaltete, die rechte Seite sogleich mit der linken in einen unversöhnlichen Streit geraten würde.
Goethe, An K. E. Schubarth, 10.5.1829

Dass wer seine Leidenschaften, Neigungen, Wünsche, Vorsätze, Pläne nicht zu verbergen wisse, in der Welt zu nichts komme, sondern aller Orten und Enden gestört und zum besten gehabt werde...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Dass wer sich nur selbst spielen kann, kein Schauspieler ist.
Goethe, Lehrjahre VIII,5

Dass wie der Mensch, so auch das Tier ein Rätsel und ein vielleicht noch schwerer zu lösendes sei, denn nicht nur, dass durch die Sprache der Menschenbruder uns sein geheimes Wesen offenbare, der Mensch sei trotz aller Rassenunterschiede immer einer von derselben Gattung, wogegen die Tierwelt in unendlich viel spezifisch voneinander verschiedene Gattungen und Arten getrennt sei.
Goethe, F. Förster, Mai 1829

Dass wir anderen nichts tun sollten, als in uns selbst zu verweilen, um irgendein leidliches Werk nach dem anderen hervorzubringen. Das übrige ist alles vom Übel.
Goethe, An Schiller, 20.7.1799

Dass wir beginnen, ist unser Ziel.

Dass wir den Begriff der Existenz und der Vollkommenheit des eingeschränktesten lebendigen Wesens nicht ganz fassen können und es also ebenso wie das ungeheure Ganze, in dem alle Existenzen begriffen sind, für unendlich erklären müssen.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Studie nach Spinoza

Dass wir durch nichts so sehr veranlaßt werden, über uns selbst zu denken, als wenn wir höchst bedeutende Gegenstände, besonders entschiedene, charakteristische Naturszenen, nach langen Zwischenräumen endlich wiedersehen und den zurückgebliebenen Eindruck mit der gegenwärtigen Einwirkung vergleichen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1805

Daß wir ein Gedicht wie Dantes Hölle weder denken noch begreifen können, wenn wir nicht stets im Auge behalten, daß ein großer Geist, ein entschiedenes Talent, ein würdiger Bürger, aus einer der bedeutendsten Städte jener Zeit, zusamt mit seinen Gleichgesinnten von der Gegenpartei in den verworrensten Tagen aller Vorzüge und Rechte beraubt, ins Elend getrieben worden.
Goethe, Schriften zur Literatur - Die elegischen Dichter der Hellenen

Dass wir einen Gott ahnen, ist nur ein unzulänglicher Beweis für sein Dasein. Ein stärkerer ist, dass wir fähig sind, an ihm zu zweifeln.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir einen jungen zahmen Steinbock gesehen haben, der sich unter den Ziegen ausnimmt, wie der natürliche Sohn eines großen Herrn, dessen Erziehung in der Stille einer bürgerlichen Familie aufgetragen ist.
Goethe, Briefe aus der Schweiz 1779, Chamonix, 5.11.

Dass wir geschaffen sind, das Unfassbare zu fassen und das Unerträgliche zu ertragen - das ist es, was unser Leben so schmerzensvoll und was es zugleich so unerschöpflich reich macht.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir gewöhnlich in misslichen Zuständen uns gern mit hohen Personen vergleichen, besonders mit solchen, denen es noch schlimmer gegangen...
Goethe, Kampagne in Frankreich, 27.9.1792

Dass wir Gott ahnen, ist nur ein unzulänglicher Beweis für sein Dasein. Ein stärkerer ist, dass wir fähig sind, an ihm zu zweifeln.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir in dem Herbst und Winter des Lebens starrer und schroffer werden als billig ist, die Wirkung dieser Eigenschaften wird durch guten Willen, am besten aber durch Entfernung gemildert.
Goethe, An Ch. H. Schlosser, 20.9.1813

Dass wir in den schönsten und reichsten Ländern und besonders in den durch Naturschönheiten sich auszeichnenden Gebirgsgegenden die muntersten, tätigsten und geistreichsten Menschen finden.
Fliegende Blätter

Dass wir sinnliche Gegenstände, wovon wir hören, auch mit Augen sehen wollen, ist natürlich, weil sich alles, was wir vernehmen, dem innern Sinn des Auges mitteilt und die Einbildungskraft erregt.
Goethe, Schriften zur Kunst - Skizzen zu Castis Fabelgedicht: Die redenden Tiere

Dass wir uns bilden ist die Hauptforderung; woher wir uns bilden, wäre gleichgültig, wenn wir uns nicht an falschen Mustern zu verbilden fürchten müssten.
Goethe, An K. J. Iken, 27.9.1827

Dass wir uns in einem Zustande befinden, der, wenn er uns auch niederzuziehen und zu drücken scheint, dennoch Gelegenheit gibt, ja zur Pflicht macht, uns zu erheben und die Absichten der Gottheit dadurch zu erfüllen, dass wir, indem wir von einer Seite uns zu verselbsten genötigt sind, von der anderen in regelmäßigen Pulsen uns zu entselbstigen nicht versäumen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Dass wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.
Goethe, Wanderjahre III,1

Dass wir uns nicht ändern können, hat zweierlei Gründe: Zum einen können wir uns unserer eigenen Natur nicht widersetzen, zum anderen ist es unmöglich, einen Menschen, der bei einer bestimmten Art zu handeln Glück gehabt hat, zu überzeugen, dass es gut sein kann, auch einmal anders zu handeln.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Dass wir viel Übles haben vernommen, ist alles von der Zung herkommen.

Dass wir zwar nicht übereilt, doch bald möglichst aus Verhältnissen treten sollen, die einen missklang in unser Leben bringen, oder dass wir uns ein für allemal entschließen müssen, denselben zu dulden und aus anderen Betracht mit Weisheit zu übertragen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Dass wohl nur der Tondichter selbst und allenfalls einige von seinem Sinne völlig durchdrungene Schüler uns wahrhaft und eindringlich mitteilen, was er in einem Gedicht gefunden, wie er es aufgenommen und was er hineingelegt.
Goethe, An W. J. Tomaschek, 18.7.1820

Dass zehntausend Knochen vertrocknen, ist das Verdienst eines einzigen Feldherrn.

Dass Zeit nicht reicht, den Durst nach Freiheit zu löschen, ist gewiss. Denn häufig hört man, dass in einer Stadt die Freiheit von Männern wiedererkämpft wurde, die sie niemals selbst genossen hatten, sondern sie allein aufgrund der Erinnerung liebten, die sie aus der Zeit ihrer Väter haben, und darum die wiedergewonnene Freiheit standhaft unter jeder Gefahr schützen.
Niccolò Machiavelli, Geschichte von Florenz

Dass Zinsskauf kein Wucher ist, das liegt am Rechten und nicht am willen.

Dass zuletzt auch die Farbe eine mystische Deutung erlaube, lässt sich wohl ahnden. Denn da jenes Schema, worin sich die Farbenmannigfaltigkeit darstellen lässt, solche Urverhältnisse andeutet, die sowohl der menschlichen Anschauung als der Natur angehören, so ist wohl kein Zweifel, dass man sich ihrer Bezüge, gleichsam als einer Sprache, auch da bedienen könne, wenn man Urverhältnisse ausdrücken will, die nicht ebenso mächtig und mannigfaltig in die Sinne fallen.
Goethe, Entwurf einer Farbentehre 6. Abt. 918

Dass zuweilen eine falsche Hypothese der richtigen vorzuziehen sei, sieht man aus der Lehre von der Freiheit des Menschen.
Georg Chr. Lichtenberg, Sudelbücher

Dass zwar der Verstand der Männer sich nach Haushälterinnen umsehe, dass aber ihr Herz und ihre Einbildungskraft sich nach anderen Eigenschaften sehne...
Goethe, Lehrjahre VII,6

Dass zwei Pfründen haben, recht sei, verstehen bloß die nicht, welche nur eine haben.

Dass zwischen dem Glauben oder der Theologie und der Philosophie keine Gemeinschaft oder Verwandtschaft obwaltet. Dies wird übrigens jeder wissen, der das Ziel und die Grundlage dieser beiden Wissenschaften kennt, die ja himmelweit voneinander verschieden sind. Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit.
Spinoza, Theologisch-politischer Traktat

Dass, eben wie der Adel, so auch die Frommen eine gewisse Aristokratie bilden.
Goethe, Eckermann, 25. 2. 1824

Dass, wenn man große Lasten heben will, man ihre Mitte auffinden muss.
Goethe, A. E. Kozmian, 8.5.1830

Dassagâl (das ist egal), segt Denker.
Mecklenburg

Dasselbe Blut, dasselbe Gut, dasselbe Alter machen die glücklichste Ehe.
England
en] Like blood, like goods, and like age make the happiest marriage.

Dasselbe Feuer reinigt das Gold und verschlingt das Stroh.
Italien

Dasselbe Jahr wird dem einen eine Mutter, dem anderen eine Stiefmutter sein.
Walisisch

Dasselbe Tor, durch welches der Despotismus und die Willkür einziehen, steht auch dem auswärtigen Feind offen.
Fliegende Blätter

Dasselbe Wasser macht Hühner weich und Eier hart.

Dasselbe zu wollen und dasselbe nicht zu wollen, gern darin liegt beständige Freundschaft.
Sallust, Der Catilinarische Krieg

Daste mer nich gestohlen werst.
i] Mundartlich wird aber in Schlesien nicht werst, sondern 'werscht' gesprochen, wie bekanntlich das scharfe s nach r, wie am Anfange vor p und t immer in sch übergeht, also wirscht, Wurscht, Schpiel, schpät, Schtuhl u.s.w. für wirst, Wurst, Spiel, spät, Stuhl.

Dastehen als die Pfeiffer, so den Tantz verderbet haben.

Dastehen für Petersdreck.
Franken
i] Nichts gelten

Dastehen wie das Hündlein von Breda.

Dastehen wie der Bube, der die Milch verschüttet hat.

Dastehen wie der dumme Junge von Mutschen.

Dastehen wie der Gottverlassmichnicht.

Dastehen wie der Kuhhirte von Ringelheim, dem das Mundstück gefror.

Dastehen wie der Lalenkönig auf der Rheinbrücke zu Basel.
i] Mit offenem Maul und großen Augen

Dastehen wie der Ochs am Berge (o. vorm neuen Tor).
ndt] He süht et an, as de Koh dat niege Dor.

Dastehen wie der Prinz in der Komödie.

Dastehen wie die geölten Mönche.

Dastehen wie ein betrönnter Hund.

Dastehen wie ein Bettpisser.
Königsberg

Dastehen wie ein Narr.

Dastehen wie ein Pflock.
z] Stieh og nie dou wie ej Pflouck, rühr dich e Bissel.

Dastehen wie eine Bildsäule.
i] Vor Erstaunen, Schreck wie versteinert

Dastehen wie Lots Weib.
i] Verblüfft

Dastehen, als ob ihm in die Hand geschissen sei.
z] Wenn ich nun in das Reich der Himmel kommen werde, so wird der Heiland fragen: wo sind eure Untertanen? so werde ich dastehen, als ob mir in die Hand u.s.w.'

Dat (de) lett sik wohl ut Solt un Water eten.
Holstein
i] Von guten Speisen, frischem Fleisch und Fisch, Gemüse; auch von Frauen, die, wie jene ungewürzt und ungepfeffert, auch ungeputzt gefallen.

Dat (hei) schlacht nau'm Klaffke (Klaffs), on de Klaffke nau'm Krus, on de Krus nau Hundschied.

Dat (o. dar) sünd mehr Äbars als Poggen.
i] Mehr Brotesser als Brotverdiener. Abar = Storch

Dat Aas hett was lehrt, seggt Coord van Hallen, de kann dör de Welt kamen.
i] Der Witz liegt darin, dass das Wort 'Aas' hier nicht verächtlich sein soll, wie es sonst ist. Ähnlich sagt man in Ostfriesland: 'T is 'n gelehrter Hund, 't is 'n Fûlpûp, 'n kloken Bengel, 'n gelehrten Racker u.s.w., ohne damit etwas Schlimmes ausdrücken zu wollen

Dat Achterdêl (Podex) weisen.
z] Dorchlichting der Kleder îet achtrdeel wisen. Hamburger Chronik

Dat Aller wahrt für Dörheit nit.

Dat Appelke kûlt nich wit vom Stamm, wî dat Schâpke ös ôk dat Lamm.

Dat Argste is överstaan, sä de Deef, do keem he ut't Lock un sull hangt warrn.

Dat äs ärer Mutter är Duechter.
Siebenbürgen/Sachsen

Dat äs en Arschkepitscher.
i] Für Schulmeister

Dat äs senges Vôter se Sâhn.
Siebenbürgen/Sachsen

Dat Auge will auk wat, sagte de blinne Beend (Berend, Bernhard), doa friggede (freite, heiratete) en wacker (hübsches) Wicht (Mädchen).

Dat aule Huhn es daute, dat de grauten Egger leggete.
Lippe
i] Die alte Meierfrau u.s.w., die ihren Dienstboten oder den Armen so reichlich gab, ist gestorben

Dat bene, dat multum, qui dat cum munere vultum.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Gut und viel gibt, wer mit seiner Gabe sein Gesicht gibt.

Dat Besst' kümmt nâ (kommt nach), säd' Schönfeld, dôn wüsst he äwers nix mier.

Dat Best kümmt na, säd Schönfeld, dôn wüsst' he äwers nix mîer.

Dat Beste erst, dat Slimmste kummt alltît noch fro (früh) genug.
Rastede
it] Si deve sempre desiderare l'ottimo, ed aspettar il pessimo.

Dat beste schaf schit jo in den stal.

Dat beste Spêl wird likers to vêl.
Lübeck

Dat beste Spiel werdt ôk wohl to vêl.
i] Wer sich zu beschränken, zu beherrschen weiß, ist Meister.

Dat bindt den Band.
i] Das macht es bündig: gibt der Sache das Gewicht

Dat bindt, se(de) Runde, dô sedde (setzte) he vör'n fivtehalv (21/2 Sgr.) Latin in de Supplik.
Ostfriesland

Dat Bîschloapen (Beischlafen) deit' ne, sünnern dat Bîwoaken, söä' de Dêr'n.

Dat blänkert as Beaten er Sülwertüg.

Dat blänkert wie Judeneier bei Mondschein.

Dat Bleaeken noa dem Winne dreggen.
Westfalen
i] Für Bleadeken von Blatt
hdt] Den Mantel nach dem Winde tragen.

Dat blenked (blinkt) as de Panne op giensêid (jenseits).
Grafschaft Mark

Dat blifft inne Fomili sä de Zeegenbuck, dar har he denn Snieder sein Kohl upfreten.

Dat blinkert (glänzt) as 'n Stern.

Dat blöft bîm Blîwe. Tolkemit
hdt] Es bleibt beim Bleiben.
i] Beim Alten, wie es gewesen

Dat Blôt kruppt (kriecht), war 't (wohin es) nich gân kan.
Ostfriesland

Dat Bocke geit leicht, dat Lamme schwer.

Dat bön ek (ich), sed de Geck.
Meurs

Dat bört (bohrt) sick nich.

Dat Böske Lewe (Liebe) öss dem Arme sin Brade.
Ostpreußen

Dat bott (dumme) Mensch liht sich Scheuss un Gübb en de Häng däu (drücken). Köln
i] Scheuss un Gübb = allerlei schlechtes Zeug.

Dat brät (brennt) mich net.
Siebenbürg.-sächsisch
i] Das geht mich nichts an

Dat breckt wî Dreck (auch: Grott).

Dat Breedste (breiteste) is noch achter, harr de Düfel seggt, do harr he Schüppen scheten.
i] Der Stiel war nämlich zuerst gekommen

Dat brengt kên Soden an de Dîk (Deich).
Ostfriesland
ho] Dat brengt geene zoden aan den dijk.

Dat bringt nich, man dat sammelt doch, sä(de) de Junge, dâ harr he in de Kök (Küche) ên Ôrfîge krêgn, un up de Dêl (Diele) wedder êne.

Dat brod (Brot) in ein koulden ofen stecken.

Dat Brüen (Quälen) geit umm.
Oldenburg

Dat Brüen geit umm.
Oldenburg
i] brüden = narren, necken, quälen u. dgl.

Dat census honores,
census amicitias: pauper ubique iacet.
Ovidius
dt] Vermögen bringt Ehren und Freundschaften: Der Arme ist überall machtlos.

Dat dank em de Hund.
i] Wenn etwas nicht dankenswert ist, und wohl nur eine verhüllende Form, wenn man nicht Teufel sagen will.

Dat darf wê net sage, dat muss mer flöten.
Bedburg

Dat de Pankauken (Pfannkuchen) rund ist, süt me am Rande.
Sauerland

Dat de Pannkauken rund is, süht me am Rande.

Dat deit so wee, as wenn en Mann sin Fro afstarwt.
Hamburg
i] Es ist zu überstehen.

Dat di de Ape luse!

Dat di de Butke nich bitt.
i] Butz, auch Butzemann, oberdeutsch Bussemann, niederdeutsch Butze = Kobold, Poltergeist.
i] Butke = Butzemann, auch: Trommler oder Werber.
z] Es geht ein Butzenmann im Reich herum (Lied von der Reformationszeit)

Dat di de Drummel (Drommel).
i] Das holl. Drommel = Teufel. Wenn man dem Teufelsfluch ausweichen will

Dat di de Hamer sla!
i] Nämlich Tors Hammer. Noch aus der heidnischen Zeit, und steht in Beziehung zu Donar nebst den Begriffen von Tod und Teufel. Statt Hammer wird auch wohl Teufel gesetzt. Andere Verwünschungsformeln sind: Dass dir Sanct-Velten! Dass dich der Hitzel, der Donner, der Bärenhäuter, der Geier, der Blitz und das Wetter, Rübezahl, Sanct-Florian!

Dat di de Krambeker!

Dat di de Kuckuck!
i] Verwünschungsformel.

Dat di de Lichting!

Dat di de Mord sla.
hdt] Dass dich der Mord schlage.

Dat di de Racker hale.
i] Racker = Mensch, Bursche, aber auch Abdecker, Henker, wie Name für Mandelkrähe (Coracias garrula). Nach Briefen von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense bediente sich der preussische König Friedrich Wilhelm IV. öfter gesprächsweise dieses Ausdrucks.

Dat di de Saalhund, twê Kinner up ênmal.

Dat di Sant Velten hâl!
Holstein

Dat dick En' (Ende) kümmt noah, söä' de Düwel, doa schêt 'ne hölterne Schipp.

<<< operone >>>


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