Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
A
'Abbezahlt' ist der Sohn von 'Frei'. Indien, Sindhi
'Aber es ist nun einmal so: ob man in einen kleinen Teich fällt oder mitten ins große Meer - man schwimmt hier wie dort.'
'Jawohl.'
'Also schwimmen auch wir! Suchen wir uns aus der Frage herauszuretten! Vielleicht nimmt uns ein Delphin auf den Rücken, oder ein anderes Wunder errettet uns.' Platon, Staat, Sokrates zu Glaukon
'Absolute Wahrheit' ist die gefährlichste aller Lügen.
Peter de Rosa
'Ach ich wünschte' hat nie ein Haus gebaut. Libanon
'Ach, es ist zu spät' sagte die Frau, da ging sie der Knecht beim Leichenzug ihres Mannes um die Heirat an.
'Ah, ihr wollt, wir sollen nur ein Gegenstand der Sinnenlust sein? Gut, so wollen wir, als Gegenstand der Sinnenlust, euch zu unseren Sklaven machen', sagen die Frauen.
Leo N. Tolstoi, Die Kreutzersonate
'Ähnliche Qualitäten', sollten wir sagen, statt 'gleich’.
Friedrich Nietzsche
'Aller guten Dinge sind drei', sagte das vierte Rad am Wagen und ließ die Luft ab. [ASpW]
'Alles für nichts!' ist der irdische Imperativ. Hebbel, Tagebücher
'Alles ist erlaubt' - aber nicht alles nützt. 'Alles ist erlaubt' - aber nicht alles baut auf.
Neues Testament, Paulus (1 Korinther 10, 23)
'Alles ist gut', will weiter nichts sagen, als dass alles durch unwandelbare Gesetze regiert wird. Voltaire, Dictionnaire philosophique
'Alles wird gut' will nur besagen, dass alles von unveränderlichen Gesetzen regiert wird.
Voltaire
'Alter Mond, in deinen Phasen
Bist du sehr zurückgesetzt.'
Freunde, Liebchen auch zuletzt
Haben nichts als Phrasen.
Goethe, Zahme Xenien III
'Alter, hörst du noch nicht auf!
Immer Mädchen!
In dem jungen Lebenslauf
Wars ein Käthchen.
Welche jetzt den Tag versüßt?
Sags mit Klarheit!'
Seht nur hin, wie sie mich grüßt,
Es ist die Wahrheit!
Goethe, Parabolisch 3 . Wenn ich auf...
'At Bier un a Man an 'at Wat un a Kân. Nordfriesland
hdt] Das Bier im Manne und der Verstand in der Kanne.
'Auch so ist es gut!' sagte der junge Mann, der nach seinem Hunde warf und seine Stiefmutter traf. Plutarch, Gastmahl der 7 Weisen
'Auf einem Bein kann man nicht stehen', sagte der Tausendfüßler zum Wirt, 'schenken Sie mir also noch 999 Klare ein!' [ASpW]
'Ausnahmen bestätigen die Regel' – nicht die alte, aber die neue.
Alexander Eilers
'Ausnahmen bestätigen die Regel', sagte der Strauß und steckte den Sand in den Kopf. [ASpW]
A Bass passira.
i] Einen Missgriff machen, ein kleines Unglück haben, auch um ein Misslingen, einen Vorwurf der Ungeschicklichkeit, der Unachtsamkeit, der Nachlässigkeit auszudrücken.
A beser Mut äs nit gud.
A bravs Madl und a guats Knedl steht ungweckt auf. Wien
A Brei waart so hiat egh idjen üs'r ap den waart. Nordfriesland
i] Es wird nicht jedem Befehl, besonders dem zu strengen, sogleich Folge geleistet, wenn er gegeben ist, er wird selten in dem Umfange ausgeführt, in welchem er erlassen ward.
ndt] De Briei wärt altît haiter opgaft ärr 'e giäten wärt. Arnsberg
ndt] Me ittet den Brî nit sau wârme, osse ennem für'n satt wêrd.
en] Things are never as bad as they look.
fr] Tout s'arrange avec le temps.
it] Non si deve tutto prendere per oro colato.
A breite Tür herein ün a schmale heraus. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von anscheinend lockenden Geschäften, die uns später viel Sorge machen.
A Bröckl streckt an Aaderl. Bayern
hdt] Ein Bröckchen streckt ein Äderchen.
i] Auch eine kleine Gabe tut Wirkung.
Ä Bröde loan. Siebenbürgisch-sächsisch
i] Im Broden liegen, wird zunächst von Scheintoten gebraucht, dann von Zerstreuten. Broden = Dampf, Dunst, Betäubung.
A Broder feine Berge. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] In der Meinung der polnischen Juden stehen die galizischen hoch, unter diesen nehmen wieder die Brodyer die erste Stelle ein. Brody erfreut sich des Rufes einer gebildeten Stadt und erhielt in neuester Zeit den scherzhaften Beinamen »Jung-Athen.« Was Wunder also, wenn man in jedem »Broder« einen »feinen Berge«, d.h. einen wohlerzogenen Menschen erblickt.
A Bruche (Segen) auf dein Kopp. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Als Belobung, Aufmunterung.
A Bucher (Jüngling, junger Mann) wû a Baum, a Mojd (Maid, Mädchen) wie a S'osnes (Frühling). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von einem hübschen, stattlichen Brautpaar.
A Bud is wie Taschlech. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Taschlech heißt die Zeremonie am ersten Neujahrstage, wenn man zum Flusse geht, um dort nach einem kurzen Gebete die Sünden abzuschütteln. Sinn: Ein Bad ist für den Körper, was das Taschlech für den Geist, nämlich reinigend.
A Chein (Anmut) wie frischer Chrein (Meerrettig). Jüdisch-deutsch, Warschau
A chumeziger Borchü. Warschau
i] Uneigentlich von Menschen und Dingen, die ihren frühern Glanz eingebüßt haben. Borchu ist der Anfang des täglichen Abendgebets und heißt wörtlich: Preiset! Am Ausgange des Passah-Festes werden mit diesem Gebete die Feiertage geschlossen und der Genuss von Gesäuertem wieder hergestellt. Dieses Gebet, welches sich während der acht Ostertage einer besondern Weihe erfreute, wird nunmehr zu einem »chumezigen«, das ist zu einem gewöhnlichen, wo es erlaubt ist, Gesäuertes zu genießen, herabgesetzt.
A Chussen (Bräutigam) nemmt män nit zü Gast auf Peissech (Osterfest). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Es ist sonst Sitte, einen Bräutigam zu größeren Feiertagen einzuladen. Zu Ostern aber tut man es nicht gern, weil an diesem Feste von den zehn ägyptischen Plagen erzählt wird, was für das Brautpaar ominös werden könnte.
A D und R, sagte der höfliche Bauer, als man ihn fragte, was er vom Schulzen bekommen habe. Oberlausitz
i] Wird sehr häufig zur Beantwortung der Fragen gebraucht, wo man die Antwort geben will: einen Dreck
A damlanger Hans'l. Oberösterreich
i] Sehr klein von Gestalt sein. Eigentlich der Titel eines Volksbuchs, das allerlei Abenteuer erzählt, die sich mit Hansel, der nur die Länge eines Daumens hatte, zugetragen haben.
A darbt's am Halse und frisst's selber.
A darf nich denken, dass armer Loite Kinder Katzen sein, wenn se gleich rauche Keppe hoan. Schlesien
A darf och nich dazu lachen.
A dem schmöckti kei Hund. Aargau
hdt] Den röche kein Hund an.
i] Der ist so verachtet, dass ihn kein Hund anriecht.
A denckt, a ies gor Hahn im Kurbe. Schlesien
A denkt wohl nicht, dass Dreck sein Vetter ist.
A denkt, a hôt de Klughett gar gefressen.
A denkt, a is Hoan im Kurbe.
hdt] Er denkt, er ist der Hahn im Korb.
A denkt, ich bîn em groade gut genug. Schlesien
A dieu sünd, A dieu schand.
A Dorfshünd. Jüdisch-deutsch
i] Damit wird ein Kleinstädter bezeichnet, der sich in Gesellschaft linkisch benimmt, etwa wie ein »Dorfhund« in Gesellschaft von »Stadthunden.«
A Dreckel, mei Hertzel.
i] Abschlägiger Bescheid.
A Dreckl mit nischte bestreut.
A ducht, a wäir ann Fausch g'fang huoan. Sprottau
hdt] Er dachte, er würde einen Fisch gefangen.
i] Ein Glück gemacht haben.
A Dünner (Donner) hot mich derschliegen. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ausruf bei plötzlichem Erschrecken.
A Dürr'n haben, dass eim de Rippen krachen. Oberösterreich
i] Sehr mager sein.
A earger Skelm, a beedar Lok. Nordfriesland
hdt] Je ärger Schelm, je besser Glück.
i] Das Wort Schelm kommt immer mit der Nebenbedeutung vor, dass jemand bei irgendeinem Streich, einer schlimmen Handlung mit besonderer Schlauheit zu Werke geht.
z] Wer weiß, welchem Christen der Schelm das gestohlen hat.
z] Ein pfiffiger Schelm.
A Ei es schnell gelegt, aber nit schnell ausgebrüt. Nassau
A enger Handschuh und a weiter Schuh. Neresheim.
A ês weg wi Wesewosser (Wiesenwasser).
i] Das eben nur vorübergehend behufs der Bewässerung auf die Wiesen geleitet wird.
A fährt auf wie der Furz im Bade.
i] Von auffahrenden, leicht zu reizenden Menschen.
z] Ich hätte mir's nicht eingebildet, dass ihr eines Wortes wegen so auffahren solltet, wie ein Forz im Bade.
fr] Elle est glorieuse comme un pet.
fr] Glorieux comme un pet, parcequ'il n'a respect d'aucun.
A fährt nei, wie der Bauer in die Stiefeln. Schlesien
ho] Hij valt erin, als een boer in de kousen.
A fährt rim, wie der Furz ei der Laterne. (Der Unstete, der nicht weiß wohin)
A fällt uf a Sattel und nimmt's Pferd.
A fauler Scheluech (Bote) gefind't alle Terügim (Ausflüchte). Jüdisch-deutsch in Warschau (Um einen Gang nicht machen zu müssen, ersinnt ein solcher Bote alle erdenklichen Vorwände, was ihm den Ruf eines halben Propheten eingetragen hat)
la] Nuncius piger.
A fauler Schelüech is a halber Nuwij.
i] Um einen Gang nicht gehen oder ein Geschäft nicht besorgen zu müssen, sagt der Träge, als ob er es schon im voraus wüsste, es sei doch umsonst, es nütze nichts; und so ist der faule Bote (hebräisch Scheliach) ein halber Prophet (hebräisch Nowi).
A Federn am Hut, im Herz frischen Mut. Tirol
A Ferthinst gongt me a Swin tu Bêd an stênt me a Hannen wedder ap. Amrum
hdt] Der Verdienst geht mit den Schweinen zu Bett und steht mit den Hühnern wieder auf.
A fetter Ruw (Rabbiner) ün a mugerer Gallech (Pfaffe) taugen nit. Jüdisch-deutsch, Warschau
A fiinst Famnen wurd a slordagst Wüffen. Nordfriesland
hdt] Die feinsten Mädchen werden die schmutzigsten Weiber.
A fischt gar gerne im Trüben.
A fittert zererst 's Grumd, dernô 's Hiä. Böhmisch-Friedland
i] Ein Bauer aus Lusdorf (Dorf in der Herrschaft Friedland in Böhmen), der drei Töchter hatte, wurde angegangen, die jüngste derselben einem jungen Mann zur Frau zu geben. Da ihm daran lag, vor der jüngsten Tochter die zwei ältesten zu verheiraten, antwortete er dem Bewerber: »Ich fitter' zererst 's Hiä, dernô 's Grumd.« Verfährt nun jemand in entgegengesetzter Weise, so wendet man die obige Redensart an.
A flennt wie a Kind.
A Floj (Floh) känn auch beißen. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Selbst der Kleinste kann schaden.
A Fôglar diar so êder sjong, gung a Kâter iar inj aauer a dik me (wegh me üüb a Dâi). Amrum
i] Die Vögel, die so früh singen, mit denen geht die Katze über den Deich (am Tage weg).
A fremder Pelz warmt nit. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Geborgte Sachen gewähren keinen dauerhaften Nutzen. Fremde Federn schmücken nicht lange; auch: Fremdes Gut tut selten gut.
A frisst ihm alls vorm Maule weg.
A frisst recht ungenoissig.
A furcht sich bîser Liebe.
i] Er fürchtet Vorwürfe, Strafe, Züchtigung.
A furzt wie a Waldesel.
A G'hag is a Grunddieb. Oberösterreich
hdt] Ein Gehege ist ein Grunddieb.
i] In älterer Zeit waren dieselben häufig die Marken und bestanden meistens aus (Hasel-)Pflanzungen.
A g'schlagena Stund'.
i] So viel als eine Glockenstunde.
A G'vada is a G'vada. Oberösterreich
hdt] Ein Gevatter ist ein Gevatter.
i] Eine uns nahestehende geachtete Person.
A galizianer Mejüches. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Adelicher. Die galizischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen im Rufe wohlgesitteter, gebildeter Menschen von guter Abkunft (Mejüches).
A Gaul, der das Schlagen gewohnt ist, tut nimmer anders.
A gebe a Uhr und a Ôge drümm.
hdt] Er gäbe ein Ohr und ein Auge darum.
A geht rum wie ein Lohgerber, dem de Felle fortgeschwommen sein. Schlesien
A geht schon auffa letzte Füßen.
A geht wohl unter der Erde, dass man ihn nicht sieht. Schlesien
A geht zan Lacha af'n Bod'n nauf. Oberösterreich
i] Von jemandem, der immer ernst ist, den man nie lachen sieht; er geht, wenn er lachen will, auf den Boden hinauf.
A gesagt haben.
i] Zu Beginn sein Einverständnis gegeben haben und deshalb nicht mehr zurückkönnen. 'Wer A sagt, muss auch B sagen'. A = erster Buchstabe des Alphabets = Beginn einer Angelegenheit, B = zweiter Buchstabe = Fortführung.
A Geschäft wo man nimmt mehr heraus, wie man legt herein. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Euphemistische Bezeichnung für Lavement.
A Geschrei wie beim Chorben (Zerstörung) Beiss-ha-mikdesch (heiliger Tempel). Warschau
hdt] Ein großes Jammergeschrei, wie bei der Zerstörung des Tempels zu Jerusalem.
A gestoppter Lamden (Gelehrter). Jüd.-deutsch, Warschau
i] Ein mit Gelehrsamkeit vollgestopfter Mensch, der sie nicht nützlich zu verwerten weiß.
A gewogen Rändel. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Dukaten. So bewährt und allgemein anerkannt wie ein vollwichtiger Dukaten.
A gibt mir weder das Kalte, noch's Warme. Schlesien
A gieth rum, wie de Kotze um a heese Brey. Schlesien (Sich nicht herangetrauen, die Sache nicht anzugreifen wissen oder wagen)
jüd.-deutsch] Geht immer um die Máaroche herum.
fr] Tourner autour du pot.
la] Canis circurn intestina.
la] Lupus circa puteum saltat.
la] Lupus circum puteum chorum agit.
A giht (er geht), oss wenn a Schtäcke g'frasse hätte.
i] Sehr steif, hochmütig.
A giht breet (breit) wie ane Bratsage.
A giht wî a Ferle. Österreich-Schlesien (Flink)
A giht wî a Fitsch'feil.
A giht wî a Lôtschtäubrig. (Von einem latschenden, schleppenden Gange. Latschtauben sind solche mit befiederten Füßen)
A ginnt kem (keinem) Mensche nischt. Schlesien
z] Mene Nuchbern, dos missginstige Web, gint kim Mensche nischte, auch nich de Lufft, mir weider 's koalde, noch 's woarme.
A git of Schtälza. (Schreitet stolz einher)
A gît rem (er geht herum) wi a Lehmtreter.
A gît rem wi Pott Lehmsâk. Österreich-Schlesien
i] Gedankenlos, betrübt.
A gît rem wi Tripstrill.
i] Blöde, betrübt, gedankenlos.
A gläserner Bär. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein plumper Mensch. Zur Schwerfälligkeit des Bären wird hier noch die Zerbrechlichkeit des Stoffes hinzugesellt.
A gönnt ehme weders kalte nochs warme.
A gönnt einem nicht die Luft.
ho] Hij gunt niemand iets goeds dan zich zelven.
A gönnt kenem Menschen nischte.
A Gost (Gast) mag a Gästel mîte brengen. Schlesien
A grän (greint) hêsse bittere Zähren.
A greift um sich wie a Flêscher.
z] A hat an gude Posaune, mit dar a schune a wing rackarn koan. Se seldan 'n amol bloß'n sahn un hiern; a stisst nei un grefft im sich wie a Flêscher.
A großer Bauch kommt net von kloine Lensa.
A großer Vogel braucht a groß Nest.
A guata Klinga schlaga. Würzburg
A guate Hund ve'laft se' nit (verläuft sich nicht) u (und) an schlecht'n is kua Schad. Unterinntal
A guats Pfoad findt ma auf da Stra und net auf'n Tumlplatz.
i] Pfoad vom mhd. pfeit, altsächs. peda, gothisch paida. Wörtlich: ein gutes Hemd findet man auf der Streu und nicht auf dem Tummelplatz; in dem Sinne: ein häusliches Mädchen findet man bei der Arbeit im Hause oder in der Scheune und nicht auf dem Tanzboden.
A guats Ross wird nie a Mähre.
A gud Redhaus habe. Oberösterreich
i] So sagt man von jemandem, der seinen Mund gut zu gebrauchen weiß, ein gut Mundwerk besitzt, wohl von dem mittelhochdeutschen redehûs. Ort in Klöstern zur Besprechung und Unterhaltung mit Laien.
A guet'n Heunt.
hdt] (Ich wünsche) einen guten Morgen.
A gülden Nägele (Nägelchen) zieht a eisern Wägele. Jüdisch-deutsch, Warschau
A Gurg'l hab'n wier' ä Stief'lrehrn. Oberösterreich
i] Von einem, der im Trinken Ungewöhnliches leistet, sagt man: Er hat eine Gurgel wie eine Stiefelröhre.
A güt Wort bringt a güte Äntver (Antwort). Jüdisch-deutsch
i] Freundliches Entgegenkommen gewinnt die Herzen.
A gute Red find a guate Statt.
A Guter brauch' kein Klopp (Schläge), a Schlachten helfen kein Klopp. Jüdisch-deutsch, Warschau
A güter Chasen, thur (darf) sich nit schmaden (taufen lassen). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Weil er vermöge seiner Borniertheit nicht fähig ist, selbst einen der vielen Erwerbszweige, die dem Christen offen stehen, zu ergreifen.
A gûter Esser is a schlechter Faster. Jüdisch-deutsch, Warschau
A Guter gehört auf dem guten Ort. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Unter dem guten Ort ist der Kirchhof verstanden.
A güter Schlittweg is a güter Wugenweg, a güte Tochter is a güte Schnür (Schwiegertochter), a schön Mädel is a schön Weibel. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Was von Natur gut ist, bleibt es auch unter allen Verhältnissen.
A guts Rühle got über a guts Brühle. Schwarzwald
i] Die Brühe oder Suppe ist das Leibessen in Schwaben; dennoch legt das Sprichwort der Ruhe, wenn auch nur einer kleinen, einen noch höhern Wert als der Suppe bei.
A habernes Ross und an g'schmalzenen Mann, die zwoa reißt koa Teufl zam. Oberbayern
i] Hafer macht das Pferd, Schmalzkost den Mann arbeitsfähig und stark.
A Häfelesgucker. Nürnberg
i] In Oberösterreich Hafarlgucka. Einer der gern in die Häfen oder Töpfe schaut. Von einem Manne, der sich um die kleinen häuslichen Geschäfte, die den Frauen zustehen, bekümmert und besonders viel in der Küche herumschnüffelt.
fr] C'est Jocrisse qui mène les poules pisser.
A Handschrift ist für Leben und Sterben guet. Ulm
A hat a sitzade Hose. Oberösterreich
i] Er bleibt gern lange hocken, wo er zum Sitzen kommt.
A hat alle Händ viel zu tun, wie a Kater im März. Schlesien
A hat an Arsch wie die Bärweiber.
i] Frauen, die in den Wald gehen, um Beeren zu sammeln, und die meist sehr dick gekleidet sind)
la] Callipygi.
A hat an Fratze wie's Berliner Steinpflaster. Schlesien
i] Von stark Pockennarbigen.
A hat an Gnadenspitzrig (weg-)gekriegt.
i] Eine Gunst, eine Gnadenbezeigung, oft aber ironisch. Wohl vom Einschenken hergenommen.
A hat an Tole (Dohle). Schlesien (Er ist betrunken)
z] Wenn a Abends aus 'm Kretschen kimmt un an Tole hot, limmelt er sich an e Gartentürle.
A hat Angst wi a ruthköppig Farkel.
A hat auch immer was zu broten (braten).
i] Von denen, die andere mit ihren Angelegenheiten oft behelligen.
A hat aus manchem Backufen Brod gefressen.
A hat Bên' wie a Sâjehbügl. Lusdorf bei Böhmisch-Friedland
hdt] Seine Beine sind so krumm wie ein Sägebügel ist.
A hat dass kriebelt und wiebelt und starrt.
i] Von dem mit Insekten bevölkerten Habenichts.
A hat de Bibel im Kuppe bis auf de Bratel, de Klausuren hängen 'm schon zur Nase râs (heraus).
i] Damit bezeichnet der Schlesier scherzweise die Bibelfesten.
ho] Die man is bijbelvast.
ho] Hij heeft den bijbel wel in den mond, maar niet in het hart.
A hat eine schlüpfrige Gusche (Mundwerk). Schlesien
A hat g'Heirat. Böhm.-Friedland
i] So sagt man beim Kegelspiel, wenn der König zuerst, und von ihm geschlagen, ein zweiter Kegel fällt.
A hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
i] Spott der Schlesier auf einen armen Prahlhans und Gernreich.
A hat gewiss Beschursch gemacht.
i] Beschurs so viel wie Betrug. In der Rothwälschen Grammatik: beschora machen - einen Vergleich stiften, jüdsch peschore: Vergleich, und peschore machen = Streitende vergleichen)
A hat hieren de Flühe (Flöhe) furzen.
A hat mich derschröckt, doss mer de Putter ies fum Brudte gefallen.
hdt] Er hat mich erschreckt, dass mir die Butter vom Brot gefallen ist.
A hat schrecklich vîl Feiertage nei gemacht. Schlesien
A hat schrecklich vîl Hôsen ze woschen. Schlesien
A hat schrecklich vîl Igel ze birschten. Schlesien
A hat sich a Ârsch orntlich b'rennt. Österreich-Schlesien
i] Sieht sich in seinen Hoffnungen getäuscht, ist zu Schaden gekommen.
A hat sich ai a Bart g'schnita. Österreich-Schlesien
i] Ist zu Schaden gekommen.
A hat sich ausgeheult wie a Hund.
Ä hat sich eingepudert wie a gebieren Kindl. Schlesien
A hat sie fingersdicke hinter a Ohren.
i] Nämlich die Mucken, die Schelmenstreiche.
A hat suffel (so viel) hoiser (Häuser) versuffen und ies em doch ken Sporn (Sparren) im Halse stecken blieben.
A hat wohl êgen a Brât (Brett) am Rücken, dass a sich nich biegen kann. Schlesien
A hat wohl êgen under a Hindern (Hühnern) geschlafen, dass er su klug is. Schlesien
i] Zur Verspottung der Naseweisheit und Superklugheit.
z] Nê, nê, der hôt wul egen hoite unter a hînern geschloffen, doss a su klug is. Oder hôt a vieleicht die Klugheit gor gefrassen?
A hätte missen frîer ûfschtîn, wenn a mich hätte betrîgen wull'n. Schlesien
hdt] Er hätte früher aufstehen müssen, wenn er mich hätte betrügen wollen.
A Haut habe wiera eichene Schinde. Oberösterreich
i] Eine sehr dicke Haut haben, wirklich und bildlich wie Eichenrinde.
A hebt nei wie Kröst'l a d' Nutten. Böhmisch-Friedland
hdt] Er haut ein wie Christoph in die Nattern.
i] Von kräftigen Dreschern, im allgemeinen von starken Essern gebraucht.
A Heeler as eg beeder üs a Steeler. Amrum
hdt] Der Hehler ist nicht besser als der Stehler.
ndt] Di Hiäl'ler es ek beedter üs die Stiäl'ler. Sylt
Ä Hemm offen Balling un äns offen Zaun.
hdt] Ein Hemd auf dem Leibe und eins auf dem Zaune.
i] Um große Dürftigkeit zu schildern.
A Hemmel hing hat un an sith nen Thriad. Nordfriesland
hdt] Der Himmel hängt an einem seidenen Faden.
i] So sagten die alten Friesen bei Sonnenfinsternissen, die Schnitterinnen nahmen ihre Sichel und eilten heim.
A Hetzebär. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Zu den polnischen Volksbelustigungen gehört auch der Hetzebär, der durch seine plumpen Sprünge das Volk ergötzt, weshalb der obige Ausdruck von komischen Menschen und Dingen gebraucht wird.
A hiert (hört) hoite mit Hee-Littern.
i] Mit Heuleitern, die sehr weite Sprossen haben, also viel hindurchlassen.
A hiert (hört) nicht, a hôt die Schnuppe.
A hoat an onschlägigen Kôp (Kopf), wenn a de Treppe nunderfällt.
A hoat sich die Nase begossen.
A hoat's letzte Töpflein ausgekratzt. Schlesien
i] Ist mit allen seinen zu erwartenden Erbschaften und Ausständen fertig. Von jemandem, der zwar seine Haupterbschaften schon gemacht, aber noch eine geringere als Nachtrag in Aussicht hat; scherzhaft auch wohl von einer bedeutenden Erbschaft.
A hôd 'm goar vîl of a Loada (Laden) g'macht. Österreich-Schlesien
i] Er hat sich viel zu Schulden kommen lassen.
A hôd 'n Golle (Galle) wî 'n Pûd'lmetze. Österr. Schlesien
A hôd a Hêkle of mich. Österreichisch-Schlesien
z] Darbee woar auch der Baaltzer, der hotte schun lange a heckel uf a Malcher.
fr] Avoir une dent de lait contre quelqu'un.
A hôd a Rûtkâtla g' fanga. Österreich-Schlesien
i] Seine Nase ist infolge von Kälte gerötet.
A hod'n lîeb wî ane Pauke.
A hod'n lîeb, wî der Krämer a Dîb. Schlesien
A hoht an scharfe Rieche. Schlesien
i] Eigentlich einen scharfen Geruch, uneigentlich von solchen, die fein angelegte Pläne merken und ihr Verhalten danach einrichten.
A Hööbh as an lungh Sial. Amrum
hdt] Die Hoffnung ist ein langes Seil.
A Höön as Bäs üübh san ânj Njoksstâl. Amrum
hdt] Ein Hahn ist Meister auf seinem eigenen Misthaufen.
A horcht wie die Sau, wenn sei in's Wasser pullt (pinkelt). Grunau bei Hirschberg
A hôt 'n schlemma Wert'l oag'schraubt. (Troppau.)
i] Er trägt mir etwas nach, hat einen stillen Groll auf mich.
A hot (wieder) Christkindel gespielt. (In Trunkenheit oder Zorn seine Umgebung oder die Seinen gemisshandelt)
A hot a Gewissen wie a Pimp-Steen.
i] Bimsstein, sehr porös, lässt viel durch.
A hôt a Maul wie a Advokate.
A hôt a Maul wie a Schlachtschwart.
A hot a Maul wiera Fratschlweib. Oberösterreich
i] Die wiener Fratschlweiber haben ihrer derben volksmäßigen Beredsamkeit halber einen weiten Ruf.
A hot a Maul wiera Schleifara. Oberösterreich
i] Ein Maul wie ein Schleifer, d.h. Ein böses Maul haben, zanksüchtig sein wie ein Schleifer.
A hot a Maul wiera Stâdlthor. Oberösterreich
i] Wie ein Scheuntor; von jemandem, der einen unförmlich großen Mund hat.
A hôt a Rûtkâtl g'fang'n.
A hôt an eisgraua Kôp. Schlesien
A hôt an êsgroen Kup (Kopf).
A hot an Flonscha Maul, 's kennda a Poar Schneider an Schuttscha (schottischen Tanz) druffe tanza.
A hôt an Korb krikt. Schlesien
A hot an Nase wie a vergulter (vergoldeter) Blitzobleiter. Schlesien
A hot de Schnuppe, a hîrt nicht.
i] Besonders wenn jemand etwas nicht hören will.
A hot êgen Pappe am Maul.
hdt] Er hat Pappe im Maul.
i] Der undeutlich, unverständlich Redende.
z] Er hätte sollen reden lernen; so steht er, als hätte er Pappe im Maule.
A hot êgen wîder woas uwa Kupp (Kopf) geschloan. Schlesien
A hot em anne Rutte uff a Hingern gebunden. Schlesien
A hôt em rechten Wein eigeschankt. Schlesien
A hot em traflich 's Maul verbrannt.
A hot ems (hat sich) Maul recht eyde (in die) falten geruckt.
A hot en Leib wie ane Pauke.
A hot en recht hinders Licht geführt.
A hot fürwahr die Schnuppe nich.
la] A te sudor abest, saliva mucusque.
A hot gor anne dinschâlige Nase.
A hot hieren die Mücken niesen.
A hôt immer sei Maul vurnefîr. Schlesien
A hôt immer viel Mauls, und wann's zum Treffen kimmt, so sitzta, als wär'n ins Maul gethoan.
A hôt käne rächte Schnaide. Österreich-Schlesien
i] Er will sich der Sache nicht unterziehen.
A hot Loise (Läuse), dass krübelt.
A hot Loise su gruss wie a Wirtel.
A hot Loise, dass starrt.
A hôt nich mê enn Rôk und enn Gôt. Schlesien
A hot Protzen wie a Bâr.
z] Ihr wisst, Bâlzer hot Protzen, wie a Bâr, und iss a rechter ganzer Karle.
A hot se finger(oder kribel-)dicke hinger a Ohren sitzen.
A hot sei Maul en allem Dr-–.
A hot seine Schöffe schun ieß troige brucht.
z] Ich muss bei zeiten nur die Schaff ins Trockne bringen.
A hot sich aus Mutterleibe herausgelogen.
A hot's am Lebe (Leibe), a kons gân.
A hôt's of d'r Schippe.
i] Es geht zu Ende mit ihm oder seinem Geschäft.
A hôtt d' Kûe (Kühe) oach nôch baim Schwanze.
A Huhn, wus kräht; a Goj (Nichtjude) wus jüdisch redt; a Jüden (Jüdin), wus lernt Thojre (Bibel studiert), is nit kein güte Sechojre (Ware). Jüdisch-deutsch, Warschau
A Hund schickt a Hund; a Ruw (Rabbiner) schickt a Ruw. Jüdisch-deutsch, Warschau
A Hund, das ne bellt, on a alt Weib, wos ne schimpft, die senn olle beide nischt nütze.
A ieds Mandl hat sein Brandl.
A ies a aalde Hühner-Fresser.
A ies a alter deutscher Degen-Knopf.
i] Ohne Falsch, treu, ehrlich und aufrichtig.
A ies a Kind-frummer Mensch.
z] Sagte ich, er habe sie (die Lüge) fingersdick hinter den Ohren, so hieß es: o, er ist ein kindfrommer Mensch.
A ies a rechter Lindetritt.
A ieß a rechter Rutzlöffel.
z] Ich pflege des Rotzlöffels Bücher keines zu lesen. Luther
z] Wer hat dir Rotzlöffel dieses auf die Nase gehenkt?
z] Wilt du, ungewaschener Rotzlöffel, deine Nase auch in den Dreck stecken?
z] Hürst du's, junger Rotzlöffel? Wer hiss dich deine Nase in unsern Dräk stecken? Gryphius
z] Einen Liebhaber und Jungfernknecht hieß man ehemals nur Löffel, wenn er aber zu jung war, einen Rotzlöffel.
fr] C'est un jeune levron.
fr] Si on lui tordoit le nés, il en sortiroit du lait.
A ies a rechter Schussborttel.
i] Ein närrischer Mensch.
z] War er auch fleißig, so hatte er doch dabei das flüchtige und wühlige Wesen der Leute, für die man in Schlesien das Wort Schussbartel gebildet hat.
z] Ich wuste schun, daass a a rechter Schaussbartl iss, und dachte glech: nu wird der Botteltanz ongihn.
A ies a wunderlicher Heiliger.
pl] Jest to swiety, ale nie pojety.
A ies furchtsam wie a Haase.
A ies gor a wormer Gost.
i] So sagt man in Schlesien von jemand, den man für wohlhabend hält, man hört auch wohl statt dessen: warmer Jünger.
A ies gor der Mann dernoch.
A ies immer Mester Fix.
A ies lange über olle Barge.
A ies noch mit annem blauem Auge dervon kummen.
A îes schlimm, wenn a sich buckt.
z] Eine breslauer Kräuterin über ihre Nachbarin: O seit se, de Ursche iss gaar zu a hisch Web, se dorbt's am Holse und frisst's solber, ferwuhr se is schlimm, wenn sie sich bickt, oaber gleibt's og, se is eifeltig, wie Worschtsuppe.
A ies so faul, dass er stinkt.
ho] Hij stinkt van vuiligheid.
A ies su Korpulent, wie a Blose-Ruhr.
A ies su mager, a möchte brennen.
A ies üm anne (um eine) frische Lüge unbekümmert.
A ies vuller Kinste (Künste), wie de Sau vuller Muskaten-Nisse.
sd] Han är full med Lärdom som en koo af muskat.
A ies wie doss Ding, woss wieder kümmt.
A iess a rechter Grün-Schnabel.
A iess a rechter Pflostertrater.
A is a blutormer Mensch. Schlesien
z] Su a blutormer Mensch darf a sau reden!
A is a Madelhengst. Lusdorf bei Friedland
i] Ein Mann, der den Mädchen nachläuft.
A is a rechta G'moanstier (Gemeindestier). Oberösterreich
i] Von einem Manne, der mit viel weiblichen Personen Umgang hat.
A is a rechta Kindskîdl. Oberösterreich
i] Gewand, wie ein kleines Kind es trägt. Von einem Menschen, der sich kindisch beträgt.
A îs a rechta Rîpel. Oberösterreich
A is a rechta Spörmoasn. Oberösterreich
i] Durch Sparmeise verhochdeutscht, weil die Redensart in Oberösterreich in demselben Sinne gebraucht wird, wie: Er schaut aus, als wenn er alle Tage eine Grille ässe, d.i. mager, abgezehrt, vertrocknet.
A is a rechta Thaded'l.
i] Anton Hasenhut, der im September 1787 an dem Theater in der Leopoldstadt zu Wien Stellung erhielt, schuf einen in Österreich sehr beliebt gewordenen, dumm-komischen Charakter, Thadedel.
A is a rechte Bedazapfl. Oberösterr.
i] Ein abergläubischer, dummer, einfältiger Mensch. Aus Peter Zapfel zusammengezogen, welchen Namen in dem Lügenschmied von Rupert Gansler ein einfältiger Bauer führt.
A is a rechter Blôstrump.
i] Mit dem Ausdruck Blaustrumpf bezeichnet man in Nürnberg einen Verräter. Es ist auch ein englischer Spottname auf gelehrte Frauenzimmer, deren federgeübte Finger nicht dazu kommen können, Strümpfe zu waschen, weshalb jene Damen angeblich blaue Strümpfe tragen sollen, um den Schmutz zu verbergen. Darauf anspielend, schrieb einmal Byron in sein Tagebuch: »Morgen Einladung bei der blauen Miss**.« (Börne's Briefe aus Paris) Nach einer englischen Erzählung soll übrigens ein Herr die erste Veranlassung zu dem unter dem Namen Bas-bleu-Coterie bekannten Damencirkel der Mistress Vesey im 18. Jahrhundert sein, die in Bath Hof hielt und in deren Gesellschaft man in blauen Strümpfen erschien.
z] Mrs. Montagu war die erste, die in ihren Gesellschaften an Stelle des Kartenspiels Unterhaltung an die erste Stelle setzte, ein Vorgang, in dem ihr die Damen Vesey und Ort nachfolgten. In diesen Gesellschaften zeigte sich zuweilen Mr. Benj. Stillingfleet, der etwas wunderlich in seiner Kleidung war. Seine blauen oder richtiger grauen Strümpfe gaben dem Admiral Boscaven zu dem Witz Anlass, diese Gesellschaften Blue-Stocking Societies zu nennen, was ein Fremder mit Bas-blue wörtlich übersetzte. Der Name der Blaustrumpf bezog sich nicht auf die Gesellschaft der Montagu allein, er ward allen Gesellschaften gegeben, wo Damen präsidierten und Gelehrte willkommen waren. Einen Blaustrumpfklub hat es nie gegeben. Man sprach von Gesellschaften der Montagu, Vesey und Ort ohne allen Unterschied als von Blaustrumpf-Gesellschaften.
A is a rechter Maulmacher.
A is a rechter Schmierflegel.
A is a rechter trübe Timpel.
i] Von stillen, kopfhängerischen Menschen.
A is a Schnidl ön iede Suppe. Oberösterreich
i] Man kann ihn in jede Suppe brocken, er passt überall hin, ist ein Allerweltsmensch.
A is a schtênfremder Mensch. Schlesien
A îs a stênrêcher Mann.
A is anne recht fege Memme.
fr] Cet homme n'a point de sang dans les veines.
A is ausgefoaren wî anne berkene Rinde (a sem ganzen Leibe). Schlesien
A is belangig wiera schwangeres Weib. Oberösterreich
i] belangig = von: mich belangt nach etwas, ich möchte darnach langen. So nennt man auch manche eine blängige Gras (Griss).
A is beschissen wie a Ruthwasser(er). Schlesien
i] Die Vieh-, besonders Pferdehändler aus Rothwasser, Dorf zwischen Bunzlau und Görlitz, haben in Betreff des Verfahrens bei ihrem Geschäft keinen guten Ruf. In einem noch übleren Rufe stellt in England Yorkshire: Shake a bridle over a Yorkshire man's grave, and he will arise and steal a horse.
A is beschissen wie der Toifel.
A îs besuffa (besoffen) wî an Timfelkräte. Schlesien, Riesengebirge
A is der rechte Kundmann.
i] Traue ihm nicht; es ist ein schlauer Fuchs.
A is drehnig (schwindlig) wie a Fairkoalb.
A is drehnig wie a polsch'r Hech'lmach'r. Österr.-Schles.
A is drênig wu a dr' schticktes Loamp.
A is giftig wie anne Kröte. Hirschberg
A îs goar êfeldig (einfältig) wî Wurschtsuppe. Schlesien
A is gor a hischer Mensch.
z] Je nu, a is doch gor zu a hischer Mensch, doss a su fleißig is.
A is heute ärschlich aufgestanden. Schlesien
i] Sehr verdrießlich. - Der Franzose, der den Grund der Verstimmung eines anderen nicht kennt, fragt, über welches Kraut er gegangen sei (Sur quelle herbe avez-vous donc marché aujourdhui?), eine Redensart, die ihren Grund in dem frühern Glauben an gewisse Kräuter, besonders Johanniskräuter hat)
A is kê unabner Narr. Schlesien
z] Der Karle (ein Landstreicher) ist ke unabener Narr, a vergisst sich eigen nich lechte.
A îs m'r amôl ais Mass'r (Messer) kumma. Österreich.-Schlesien
i] Es hat sich eine Gelegenheit geboten, ihn zu fassen, ihm meine Meinung derb zu sagen, ihm eine verdiente Lektion zu geben.
A is mächtig geschäftig.
z] Dô iss mê Zimmermann leuft a doch as wenne a Morckt versoimt hatte; a iss gewiss mächtig geschäfftig.
A îs mer su uff'n Halse, doss a mier möchte mit Kröhögeln vergan. Oberlausitz
i] Kröhögeln = Krähenaugen, Samen von Strychnos nux vomica)
A îs mit sâenden Ôgen blint. Schlesien
hdt] Er ist mit sehenden Augen blind.
A is och a Maulfreint. Schlesien
i] Maulfreund = eine Person, welche dem Maule nach, d.h. indem sie es versichert, aber nicht in der Tat, ein Freund einer andern Person ist.
A îs of d'r Näge (Neige). Österreich-Schlesien
hdt] Es geht zu Ende.
z] Ich seh, 's is bei euch alles goar uf der Nege.
A îs ofs Schnoat'rbrâtla kumma. Österreich-Schlesien
i] Er hat zu Ende gewirtschaftet, es ist bald aus mit ihm. Damit ist das Brett gemeint, das bei einem Leiterwagen rückwärts vorspringt, eine Latte, auf welcher das Wagengerüst befestigt ist und die wegen des schnatternden Geräusches, das sie bei schnellem Fahren veranlasst, die Schnättrer genannt wird. Wer nun vom Wagen so weit zurückgekommen ist, dass er bloß noch auf der letzten Spitze dieses Schnatterbrets steht, hat nicht mehr weit zum Untensein.
A is recht mistfaul.
A is schon an alte Krempe. Oberösterreich
i] Ein dürrer Stamm, Ast, Strunk.
A is so curplent (korpulent), wie a Bloaseruhr.
A is so fett, er möcht aufplatzen. Schlesien
A is so frumm, der Toifel (Teivel, Teufel) wird rêchern (räuchern) müssa, wenn a kimmt. Schlesien
A îs sunste gor hartleibig.
z] 'S giebt viel loite, die suste goar hortlebig seen und sîch nich gaarne übergaben; ober wenns uf de Schaandfleck ônkimmt, su seense fregebig gnug.
A is suste goar fix mit der Noase uf a Ärmel. Schlesien
A is vu durte, wu de grusse Reisige wachsa. Schlesien
z] Ich bin vu durte, drube wu de grusse Reissga wachse mit de hohla langa Stiela.
A is wie anne Jungfer su erber (ehrbar).
A îs wie de Stênseiffner, a stiehlt grade nicht, aber a nimmt garn woas mit.
i] Steinseiffen ist ein Dorf im schlesischen Riesengebirge und liegt unmittelbar am Fuße der Schneekoppe.
A is wie uff'n Orsch gepfruppt. Hirschberg
i] Unbrauchbarer Mensch, mit dem nichts anzufangen ist.
A îs wul uf der Nase gegangen. Schlesien
A iss a rechte Hünneprüter.
i] Ein Mensch, der untätig in der Stube sitzt. Müsste nach schlesischer Aussprache geschrieben sein: Hinnebrêter.
A iss a rechter Davidl.
i] Von einem Menschen kleinen Wuchses)
A iss a rechter Hauss-Narr.
A iss am Gesichte ausgefahren, wie eine birkne Rinde.
i] Ist voll Blattern, Ausschlag usw.
A iss mächtig furzprällig. Schlesien
i] Kurzab im Antworten, unangenehm abweisend, übellaunig, abstoßend.
A iss wie Hans in allen Gassen.
A Jahr mit a Midtwoch. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Zur Bezeichnung eines langen Wartens. Im Talmud heißt es, dass ein Mädchen von ihrer Verlobung bis zur Hochzeit ein ganzes Jahr warten müsse und die Hochzeit einer Jungfrau nur am Mittwoch stattfinden solle. Hat nun das Mädchen ein volles Jahr gewartet, so muss es noch obendrein bis zur nächsten Mittwoch warten.
A jeder Fuchs lobt sein Schwanz, war kann hot, spricht: s is besser ohne Schwanz.
A Jüd geboren, a Jüd verloren. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] In Russland wollte man früher die Soldaten jüdischen Glaubens durch Versprechungen auf Avancement zum Bruche verleiten, was die meisten derselben mit obigen Worten zurückwiesen. Verloren hat hier den Sinn von zu Grunde gehen.
A Jud git sich tummid (immer) an Eize (Rat). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Drückt den Gedanken aus, dass der Jude reich an Scharfsinn oder vielleicht Spitzfindigkeit sei.
A Jud hot in Sinn Weib ün Kind; a pojlischer Puritz (polnischer Edelmann) hot in Sinn Ferd ün Hünd.
i] Der (polnische) Edelmann liebt Jagd und Sport; der Jude sorgt für Frau und Kind.
A Jud mit a großen Spodek (Pelzmütze), aber mit a treiphe Lew (unreinem Herzen). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Redensart wird von Scheinheiligen gebraucht, die auf Äußerlichkeiten viel Gewicht legen.
A Juden thur (darf) män nit geben dus gebotene Geld. Warschau
i] Angeblich weil er sich kränken würde, keinen höhern Preis für die Ware verlangt zu haben.
A jüdisch Aschiren (Reichtum) is wie a Mazowe (Märzschnee). Jüdisch-deutsch, Warschau.
i] So vergänglich wie Märzschnee ist jüdischer Reichtum. Da die Juden in den meisten Staaten keine Grundstücke erwerben durften, so schmolz ihr schwer erworbenes Vermögen bei der ersten ungünstigen Glückswendung unwiederbringlich dahin.
A jüdische Jerüsche (Erbschaft) is a güldene Ader. Warschau
i] Das einzige Erbteil, das ein Jude überkomme, soll die goldene Ader sein.
A jüdische Kapote (Rock) is a Rock mit zwei kleinen Säckloch. Jüdisch-deutsch, Warschau
A jüdische Majd (Maid) känn mä nit nöthen. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Man kann sie nicht zum Heiraten zwingen.
A jüdische Malke (Königin). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Zur Bezeichnung einer schönen, stattlichen Frau.
A jüdische Mojd (Maid) versitzt nit.
hdt] Ein jüdisches Mädchen bleibt nicht als alte Jungfer sitzen.
i] Da die Juden keine Klöster haben, so suchen die Eltern ihre Töchter so früh als möglich zu verheiraten.
A jüdisches Neschume (Seele). Jüdisch-deutsch. Warschau
i] Unterzieht sich jemand einer religiösen Handlung, die man von ihm nicht erwartet hätte, so sagt man, dass eine jüdische Seele nicht genug zu schätzen sei.
A Jung mit Sporen (auch: mit Beinen). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein tüchtiger geriebener Junge.
A jüng Weib is wie a schön Vögele, was män muss halten in Steigele (Vogelbauer). Jüdisch-deutsch, Warschau
A junge Haut schreit überlaut. Schwaben
A junger Fechter, a alder Batler.
A Jüngl (Jüngling) thur (darf man) nit lassen lang zusehen.
i] Zur Erklärung des frühen Heiratens bei den Juden.
A kan em de Backen balde aufblasen.
la] Buccas inflare. (Die Römer gebrauchten diese Redensart für Zorn wie für Hochmut)
A kann durch a Brât (Brett) sehn, wenn's a Loch hat.
i] Spott auf einen Schwachkopf, auch Überklugen.
ho] Hij kan wel zien door eene eeken plank, daar eenen gat in es.
A kann knop uf dreie zählen.
A kann nimmermehr fertig werden.
A kann schräcklich hindrem Berge halten.
A kann sich die Backen bald bis zun Ohren aufblosen.
A kanns nicht übers Herze bringen.
A kanss Tumpitern nich lassen.
i] Er kann's nicht lassen, den dummen Peter zu spielen, Knaben-, Jugend-, dumme Jungenstreiche zu machen.
A Katz oder a Jendyk, abi an Of auf Schabbes. Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Eine Katze oder ein Truthahn, wenn es nur Geflügel zum Sabbat ist. (Von Leuten, die in ihren Mitteln nicht wählerisch sind)
A kennt kêne Note, an wenn se so gruss wär' wie an Schnupptebaktuse.
z] De Note koan ich au nimme, wenn se au a su gruss wäre wie an Schnupptebaktuse.
A kimmt vum Stuhl uf a Schemel.
i] Es geht mit seiner Wirtschaft rückwärts.
A klan's Kind bringt an Wåg'n voll Arbeit. Niederösterreich
A klani Hanor und a große Masor. Jüdisch-deutsch
hdt] Ein kleines Vergnügen und eine große Last.
i] Beischlaf - Schwangerschaft
A Klapp (Schlag) auf 'n Rambam.
i] Zur Bezeichnung endgültiger Entscheidung. Das Gesetzbuch, welches nach dem Verfasser ebenfalls Rambam genannt wird, gilt als letzte Entscheidungsstelle in Prozesssachen.
A klein Kind is a Spilechin (Spielzeug), a groß Kind is a Mühlechin. Jüdisch- deutsch, Warschau
i] Kleine Kinder machen Vergnügen, große Sorgen.
A kleines Donnerwetter is gud, sagte der trunkene Bauer, da warf er Gläser und Töpfe an die Wand.
A klenst'n Hund'na hengt mer di größten Prügel ou (an). Franken
hdt] Dem kleinsten Hund gibt man die meiste Prügel.
A Kloak as föör a Dommen. Amrum
hdt] Die Glocke (Uhr) ist für die Dummen.
A koan a Mantel schröcklig noch'm Winde drehn.
A koan a Püttch (Ranzen, Bauch) neh vul kriga.
A koan de Predigt aus'm Ärmel schütteln.
A koan rächt schmeicheln.
en] To piss down one's back.
A koan's au ne dorch de Rîben schwätzen.
i] Zur Entschuldigung für einen, der geschlechtlichen Umgang gepflogen. Er soll's durch die Rippen schwitzen.
ndt] Ik kann't nit döor de Ribben schwëiten. Westfalen
A Kojne (Käufer) vön Mittwoch. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Mittwochskäufer galten bei den Juden für sehr genau.
A kommt vom Hunde uff a Schwanz.
i] In der Gegend von Militsch von jemandem, der so schlecht wirtschaftet, dass er an den Bettelstab kommt. In Österreichisch-Schlesien: Er ist vom Faden aufs Stroh gekommen. Er ist auf den Hund, 'of's Schnoaterbrâtla' kommen. Er hat gewirtschaftet, bis ihm die Krücke im Ofen geblieben.
A kon een a su anne Lüge en de Hand drehen.
A kon ên a Pelz schun worm machen.
A kon geigen ock nich fingern.
hdt] Er kann geigen, aber nicht greifen.
i] Spott zunächst auf solche, welche sich rühmen, etwas zu können, aber nur Stümperhaftes leisten.
A kon Pferde Eere assen, wenn ich mit annem Hüneree muss verlieb nahmen.
ndt] He kann wel Per(de)eier êten, wenn ander Lü(de) Hönereier et't.
A Kopp (Kopf) auf Räder. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Kopf, der beständig rollt.
A Kopp (Kopf) wie a Rathaus. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] So groß wie ein Rathhaus, das viel fassen kann.
A kriegt noch a Tippel zum Auskratzen. Schlesien
A krîjt 's Noab'llaien (Nabelleiden). Österreich-Schlesien
i] Er ist in Verlegenheit.
A krümme (lahme) Mühme (Muhme), fort (doch) a Mühme.
hdt] Wenn auch die Muhme lahm ist, so ist sie doch eine Muhme.
i] Die Verwandten soll man schätzen, wenn sie auch Fehler haben.
A Kuh is über'n Dach geflogen än hot an Ei verloren. Jüd.-deutsch. Warschau
i] Eine starke und doppelte Übertreibung à la Münchhausen, um Aufschneider u. dgl. zu züchtigen.
A kühle Ausred. Pfalz
i] Eine leere Entschuldigung.
A Kuküütj sprêgt san ânj Nöom üütj. Amrum
A kümmbt (kommt) groade, ass wenn a geruffen wär.
A kuphel-sche mojne Narr. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein achtmal gedrehter, d.i. ein sehr großer Narr.
A kuscher Lämmele. Jüd.-deutsch, Warschau
i] Hier so viel wie fromm. Die Redensart wird ironisch von einem Wolf im Schafspelz gebraucht.
A kuscherer Topf ün a kuscherer Löffel is kuscher, Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Kuscher heißt, was nach den jüdischen Speisegesetzen erlaubt ist. Wenn man regelmäßig verfährt, so ist alles in Ordnung.
A Kuss ist a Schtuss.
jüd.-deutsch] ein Kuss ist eine Torheit.
A lachete Braut, a woanete Frau. Oberpfalz
hdt] Eine lachende Braut, eine weinende Frau.
i] Man hält's für ein glückliches Zeichen, wenn die Braut am Altare weint, vermutlich darum, weil sie den Ernst des Schrittes erkennt.
A lacht als säg a an polsche Laus.
z] Die andern machta a Gelächter ols säga se an pulsche Laus.
A lachte, doss em der Bauch wackelte. Schlesien
fr] Rire à ventre déboutonné.
A lafedi Hon kriagt mêr, wi a hockedi. Franken
hdt] Eine laufende Henne kriegt (findet) mehr als eine hockende oder sitzende.
A laight (lügt), doass a schworz wird.
A laight, doass sich olle Bäme bîgha. Österreich-Schlesien
A lamentiert, ols sell' a olle Viere strecka.
z] Wu mag doas orme Harz ock stecka, dass 's goar su ängstlich lamentiert, ols sell' es olle Viere strecka?
A langsamer Hund kommt auch eis Durf (o. ins Dorf).
A lasso rixa quaeritur. Seneca, De ira
dt] Wer müde ist, sucht Streit.
A lässt sich nich balde über a Tölpel warffen.
A lausiger Schulze, a nisige Gemeind.
i] Wie die Läuse Nise zeugen, so pflegen sich die Mitglieder der Gemeinde nach dem Vorsteher derselben zu bilden und zu richten.
A lediger Leib ist Goldes wert; wer's nett glaubt, ist Henkers wert. Deisslingen
A leefft herum wie e strumzoiliger Hund.
i] strumzoilig, strumzalig = stummelschwänzig; ein Hund mit gestutztem Schwanze, zoilig = zagelig.
A lêft (läuft), was huste, was kanste. Schlesien
A lêft wi a Herschel. Schlesien
A lehmener Gojlem. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Sage erzählt von dem Prager Rabbiner, genannt der »hohe Rabbi Löb«, er habe sich einst eine Menschenfigur aus Lehm gebildet, die er dadurch zu beleben und sich dienstbar zu machen suchte, dass er den auf Pergament geschriebenen Namen Gottes auf ihre Stirn band. Kaum aber wurde das Pergament entfernt, was jeden Freitag Abend geschah, als auch der Erdenkloß leblos wurde.
A leit a brinkel huch ei dr Gewerbstoier. Oberlausitz
hdt] Er liegt ein wenig hoch in der Gewerbesteuer.
i] Wird von jemandem gesagt, der dem Branntweingenuss sehr ergeben ist.
A Letjen san eg kimmen am a gratten uun a Eers to kreppen. Amrum
hdt] Die Kleinen sind nicht gekommen, um den Großen in den Arsch zu kriechen.
A lett kän Taubendreck unb'rest'elt. Österreich-Schlesien
i] Er hat an allem etwas auszusetzen, er bekrittelt alles.
A Littwak hot a Zeilem (Kreuz) in Kopp. Jüd.-deutsch, Warschau
i] Die litauischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen in keinem guten Rufe. Letztere behaupten nämlich, dass die Littwaki vom Judentum abfallen, sodass jeder von ihnen von vornherein ein Kreuz im Kopfe trägt.
A Littwak starbt nit. Jüd.-deutsch, Warschau
i] Es wurde bei dem vorangehenden Sprichwort bereits bemerkt, dass die litauischen Juden bei ihren polnischen Brüdern, welche von dem Treiben der Litauer manches zu erzählen wissen, nicht gut angeschrieben stehen. So sagen die Polen: ein Litauer sterbe nie als solcher. Entweder er wandere nach Sibirien und ende als Sträfling, oder er falle vom Judentum ab und heiße dann Getaufter; oder er ziehe nach dem Heiligen Lande, als wenn er als Erez-Isruel-Jüd figuiert. In keinem Fall stirbt er als Littwak.
A Loch in de Tag nei schlaufe. Ulm
A Loch macht a Gannev (Dieb). Jüd.-deutsch, Warschau
i] Gelegenheit macht Diebe.
A lóft (läuft) so weit als 'n de Bêne troagen.
A loigt (lügt) ärger aß a leefft.
A loigt sirrer (sehrer, mehr) as a lêft. Schlesien
A loigt, wenn as Maul uftut.
i] Ein breslauer Kräuterweib sagt zu einem Zimmermann: »Do hat ers troffen, woos haut ihr ich im unser âns zu bekimmern, macht og dass me Haus fertig wird und der nauch schoart ich hei, wu ihr harkummen sed, denn ich seh wul, ihr liegt, wenn er's moal ufthut.«
fr] Avaleur de charrettes ferrées.
fr] C'est un grand abatteur de bois, de quilles.
fr] Il en abat beaucoup.
fr] Il courbe les poutres en mentant.
fr] Il n'en rage pas pour mentir.
fr] Il ne prend point d'argent pour mentir.
fr] Menteur comme une oraison funèbre.
fr] Menteur comme un arracheur de dents.
ho] Hij liegt, zoodra hij de mond open doet.
pl] Lże, aż ściany schna. Lże, jak kalendarz.
A Lügen mit a Wortzeichen. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Wenn man eine Lüge durch Scheinbeweise glauben machen will.
A lukade Strumpf, des mirk de Hâns, der is a alsa awicha nimma gånz. Wien
hdt] Ein löcherner Strumpf ist auch auf der Kehrseite nicht heil.
A macht a G'sechte (Gesicht) wi a Hündlein, wänn's g'schissa hat, und a Arsch zusoamma zieht. Österreich-Schlesien
A macht a G'sicht, als wollt' a einen fress'n.
i] Sieht sehr finster aus, blickt einen drohend, feindselig an.
A macht a paar verliebte Augen wie anne tote Ratte.
A macht a spitzig Guschel, ass wenn a eem welde an Wurm ausem Orss ziehen.
hdt] Er macht ein spitzes Gesicht, als wenn man ihm einen Wurm aus dem Arsch zieht.
A macht alles ärslich. Schlesien
i] Falsch, verkehrt. Im Altenburgischen sagt man dafür: Etwas ärscheln machen, oder angreifen, z.B. das Buch ärschlen halten.
A macht olles mit.
i] Der Lebemann.
A macht sich schrecklich betäsche. Schlesien
A macht's mit senn (seinen) Handixeln. Schlesien
z] Gewiss, das Hertze lachte mir im Leibe recht, dos wenn der ander geduchte Pfarde Korte (Pferdekarte) zu hon und nu mente, es hette ihn a Hasle gelackt, ich mit men guten Handixeln sie ihm verterben konte, doss a wie Pliskebaltzer muste do sitzen, druf schmeckte mir a trunck ins Hartze gutt.
A macht's, wî ma's (man es) hoan wîl.
A Mädel is wie a Handtech. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Das leicht Flecke bekommt. Um zu sagen, es soll sehr sorgfältig auf seinen guten Ruf achten.
A Mädel von der Kunst. Bayern
i] Ein sehr schönes Mädchen.
A mag a Kroize (Kreuz) drîber machen, a krîgt's nicht.
A mag immer sehn, wo der Zimmermann 's loch gelussen hôt.
i] Er mag sich schleunig davonmachen.
A mag ims Messer immer wetzen.
i] Ihm = sich das.
z] Ihr meigt wohl re kummen, de Staube ward ich nich uf a hols follen; ber warn ich auch nich mite assen, Ihr meigt ich's masser immer salber wetzen.
A mag wull reikummen, wer warnen wull nich mite assen.
hdt] Er mag wohl hereinkommen, wir werden ihn wohl nicht mitessen.
A mag's a nischt. (Landeshut in Schlesien
i] Es trifft ihn keine Schuld dabei.
A magems (mag ihm das) Maul wider de Tischecke schloin.
i] Er wird nichts bekommen.
A magerer Wirt und a kloiner Bürgermoischter verschandlet de Ort. Allgäu
A Mann a Wort oder a Hundsfott. Ulm
A Mann auf a Spann', a Burd (Bart) auf an Eil (Elle).
i] Stehende Figur in Volksmärchen als Zwerg, Zauberer.
A Mann wie a Maus ün a Weib wie a Haus is noch nit gleich. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Will sagen, dass der Mann der Frau an körperlicher Kraft weit überlegen sei.
A Mann, a Vogel!
A Mann, ä Vugel. Harz
i] Die Redensart wird gebraucht, wenn für jeden in der Gesellschaft ein Stück, beim Trinken ein Glas, eine Kufe, eine Flasche verlangt wird.
A Maschken (Pfand) soll män versetzn ön reich soll män sein. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Scherzhafte Hervorhebung des Reichtums.
A Mäusedreck ist koin Kümmich, und a Kuhdreck ist koin Backschmalz. Bietigheim
A meint, als wenn a »gleise Gott« es ne besser verstanden hätte. Hirschberg
A Mensch îss ju kê Hund.
A merkt a Broaten. Schlesien
A mießen Mojd (Maid) soll män kein Küsch (Kuss) nit geben. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Weil sie sich leicht überheben und viel darauf einbilden könnte. Müß, mieß = hässlich.
A mischt sich in ollen Qwork.
A moak wul reî kummen (er mag wohl hereinkommen), 's Haus werd em wul nich uf 'n Hals follen. Schlesien
A Mojcher-Sfurim (Buchhändler) is kein Lamden (Gelehrter), a Chalphen (Wechsler) is kein Ojscher (reicher Mann), ün a Kwures-Jüd (Totengräber) is kein Zaddik (frommer Mann, Gerechter). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Nicht immer lässt sich eine Person nach dem Berufe beurteilen. Der Buchhändler, obwohl er viel mit Büchern zu tun hat, ist nicht immer gelehrt; der Wechsler, so viel er von Geldsorten und Werthpapieren redet, nicht stets reich; und der Totengräber, der das »Memento mori« allzeit vor Augen hat, selten genug fromm.
A Mua un a Wei is a Lei un zwee Ranzen. Eger
hdt] Ein Mann und ein Weib ist ein Leib und zwei Ranzen.
i] Wenn auch nach der Schrift Mann und Weib ein Leib (zwei in einem Fleische) sind, so bedarf doch dieser Leib die doppelte Nahrung des einfachen, was das obige Sprichwort denen zu bedenken gibt, die eine Ehe schließen, ohne zu wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt zusammen finden werden.
A muar Hüünjen a thanner Slâb. Amrum
hdt] Je mehr Hunde, desto dünneres Gesöff.
A muar Jongen, a muar Lok. Amrum
hdt] Je mehr Jungen (hier in dem Sinne von Kindern), je mehr Glück.
A muar Masgonnars, a bendar Lok. Nordfriesland
hdt] Je mehr Missgönner, Neider, je besser Glück.
A muar Masgonners, a muar Lok. Amrum
A muar Swin, a thanner Speelang. Amrum
hdt] Je mehr Schweine, desto dünnerer Spülicht.
A muar'm ûn an Skêt rêrt, e dollar 'r stjonkt. Nordfriesland
hdt] Je mehr man in einen Schiss (Dreck) rührt, desto ärger stinkt er.
A Müs as iar sat üsh a Uugan. Nordfriesland
hdt] Der Mund ist früher satt als die Augen.
A muss a Ding nich balde zu Pulsten (Bolzen) drehn.
A muss Händel hon, seld a se fum Zaune brechen.
A muss mir knall und fall furt (fort).
A muss nich denken, dass andere Leute Narren sein. Schlesien
A muss olles beschnoppern.
A muss sêne Nase a allen Quark stecken.
A muss sich doch alêne auszîn, und wenn a nuch so bêse wär.
hdt] Er muss sich doch alleine ausziehen und wenn er noch so böse wäre.
A muss wos hoan (haben) und wenn a 's ôg selde vum Zaune breche.
hdt] Er muss Streit haben und sollte er ihn selbst vom Zaune brechen.
A Mutter müß huben a breit Vartüch (Schürze), die Chesrojnes vün die Kinder züzüdecken.
i] Chesrojnes, Plural von Chassuren = Fehler.
A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe. Amrum
hdt] Der Mode folgen, soll ich auch nachschleppen.
A Nadel känn män in a Sack nit behalten. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Angeborene, auch wohl anerzogene Fehler lassen sich auf die Dauer nicht verbergen; sie kommen immer zum Vorschein, wie die Nadel in einem Sack.
 nâe Schage schpîrd em de Êlsternûgen. Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Wer enge Schuhe trägt, fühlt die Hühneraugen.
A Narr hört sich gern lobe.
la] Gaudet stultus, dum laudatur.
A Narr hot a schön Weib. Warschau
i] Man will bemerkt haben, dass Narren in der Regel schöne Frauen haben.
A Narr hot a schöne Welt. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Dem Dummen erscheint die Welt um so schöner, als er von manchen ihrer Übel und Leiden nicht berührt wird.
A Narr hot lieb Süß. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Diese auch in Deutschland verbreitete Meinung rührt, wie Hr. Bernstein mir schreibt, vielleicht davon her, dass kleine Kinder gewöhnlich Süßigkeiten gern haben.
A Narr is a Gsar. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein (schlimmes) Verhängnis.
A Narr is a Kaleke auf alle vier. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Polnisch = Krüppel. Um zu sagen: Dummheit ist eine Krankheit, der so schwer zu helfen ist, wie einem an Händen und Füßen Gelähmten.
A Narr is sein eigener Musser (Verräter). Jüdisch-deutsch, Warschau
A Narr känn män nit ausgenarren. Warschau
i] Durch List ausforschen. Seine Dummheit entzieht sich jeder Berechnung.
A Narr lacht drei mûl (mal). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Der Narr lacht beim Anhören einer Geschichte, ohne ihren Sinn zu verstehen, bloß weil alle lachen. Befragt, worüber er eigentlich lache, lacht er wiederum, und nachdem man ihm den Witz erklärt hat, lacht er erst recht.
A Narr narrt män vün 'm Bud heraus. Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Einen Narren narrt, d.i. lockt man selbst aus dem Bade heraus.
i] Der Einfältige lässt sich selbst von öffentlichen Orten verdrängen.
A Narr schickt män voraus. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Um den Weg zu bahnen.
A Narr thur (darf) män keine halbe Arbeit nit weisen (zeigen). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Weil des Fragens kein Ende sein, er sie auch vielleicht verderben würde.
A Narreschkeit gedenkt sich. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine Dummheit. Als Einschaltung bei sehr ausführlicher Erzählung eines frühern Erlebnises.
A närrischer Schenker: er hot Bronfen (Branntwein) ün verkauft ihm. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Trunkenbold wundert sich, dass der Schenkwirt den Schnaps verkauft, anstatt ihn selber auszutrinken.
A Nasen habe wiera Rumpf. Oberösterreich
i] Kurz und dick
A Nêgel (Neige, Bischen) Suppe schadt am (einem alten Hunde) nischt.
A Nehmer is nit kein Geber. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Wer gern Geschenke, Bestechung annimmt, der ist gegen andere nicht freigebig.
A Nekume (Rache) in de Wanzen. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Wird auf jemand angewandt, der sich selbst erheblichen Schaden zufügt, bloß um an einem Feinde Rache zu üben. Nach der bekannten Anekdote, wonach jemand sein Haus anzündet, um die Wanzen daraus zu vertreiben und dazu das Lied anstimmt: »Wenn das nicht gut für die Wanzen ist, so weiß ich nicht, was besser ist.«
A nemmst sich kö bloat fürsch Maul. Österreich-Schlesien
hdt] Er nimmt kein Blatt vor den Mund.
A neue Speis lass weida gehn. Oberösterreich
i] So sagt man, den Nebenmann sanft am Ohre zupfend, wenn eine neue Speise, besonders im Frühjahr die erste Grünspeise, auf den Tisch kommt. Nach bayerischem Recht wurden nicht bloß Kinder, sondern die erwachsenen Zeugen selbst, z.B. bei Legung eines Grundsteins, gezupft. Bei Grenzberichtigungen bekamen die anwesenden Kinder auch wohl an einzelnen Orten als Denkzettel eine Ohrfeige.
A neuer Besen kehrt gut.
i] Vom Eifer neuer Beamten und Diener.
A niade hat an Broand ein Oa'sch, brinnt e' nit, so schmöcht e'. Innsbruck
hdt] Ein jeder hat einen Brand in der Asche, brennt er nicht, so glimmt er.
A nimmbt a Kup (Kopf) zwischen de Bene und gieht gor dorvon.
A nimmt aus'm letzten Säckel a letzten Dreier.
A nimt a Kupp zwischen die Uhren.
A Nobesch Kenger un Renger vergibt mer sich net. Bedburg
i] Nachbarskinder kennt man und dessen Rinder auch.
A Norr, a Norr, in schokelt sich. Jüdisch-deutsch, Brody
hdt] Er ist ein Narr und schaukelt sich.
i] Er schlägt sich doch in der Welt durch.
A Nus wie a Sarke. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine sehr krumme, gebogene Nase, welche die Form des hebräischen Accentes Sarka (~) hat
A oculos. Cicero, Partitiones oratoriae
dt] Etwas so deutlich erklären, dass man es gleichsam lebendig vor Augen hat (ad oclus demonstrieren).
A öss a heller Jong'.
hdt] Es ist ein heller Junge.
i] Er fängt zeitig an. Die Redensart wird aber auch angewandt, wenn man in die Kräfte jemandes Misstrauen setzt.
A öss a Mordsmann. Gegend von Böhmisch-Friedland
A öss a Schosenmacher. Bärnsdorf bei Böhmisch-Friedland
i] Ein unterhaltender, gemütlicher Gesellschafter, der alle Taschen voll launiger Einfälle und Späße hat, lustiger Anekdoten voll ist.
A öss a Schuslich. Böhmisch-Friedland
i] Von schuseln, etwas oberflächlich, leicht hinmachen, also ein unüberlegter, leichtsinniger Mensch, Faselhans.
A öss a Vîechskerl.
i] In dem Sinne wie Mordskerl, Mordsmann.
A öss a Weinbeisser. Böhmisch-Friedland
i] Er versteht sich aufs regelrechte Weintrinken.
A öss ondern Schlitten g'kumm. Gegend von Böhmisch-Friedland
i] Er ist in seinem Geschäft u.s.w. herabgekommen.
A Paffesack iem e Drêchder däi weane sei Leawe näit voll. Oberhessen
i] Ein Pfaffensack und ein Trichter werden lebenslang nicht voll, wenn man auch noch soviel hineinschüttet. Zur Erklärung sagt man, der Pfaffensack, den die Pfaffen früher zur Aufnahme des Zehnten auf ihrem Speicher aufhielten, habe unten ein Loch oder gar keinen Boden gehabt, sodass der abliefernde Bauer nie genug Frucht von zu Hause mitnehmen konnte.
A Parch mit gekräuselte Huur (Haar). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein grindiger Mensch. Von Leuten gebraucht, die sich auf ein eingebildetes Verdienst viel zugute tun; gleichsam ein mit Grind Behafteter, der sich etwa einbildet, schönes Haar zu besitzen.
A peere Adem. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein jähzorniger, aufbrausender Mensch. Von Ismael, dem Stammvater der Araber, heißt es 1 Mos. 16, 12: »Und er wird sein ein wilder Mensch«
A person soaked to the skin is not afraid of rain.
i] Someone who has suffered something once isn't afraid of suffering it again.
en] He that leith upon the ground can fall no lower.
enz] He that is down need fear no fall. Bunyan, Pilgrim's Progress
tü] Islanmısın yagmurdan pervaı/korkusu olmaz.
A Peter Chettefyr (1.8.) göh d' Storche furt. Solothurn
A pfeifft (auch: pfefft) uff'm letzten Luche. Schlesien
A pfeift auf (aus) dem letzten Loche. Grimmelshausen
A pfeift aus'm rechten Luchche.
A Phoebo Phoebe lumen capit, a sapiente
insipiens sensum, quo quasi luce micet. Alanus Ab Insulis
dt] Von Phoebus empfängt Phoebe das Licht, vom Weisen
der noch Ungelehrte den Sinn, durch den er wie vom Licht erstrahlt.
A Piss uhn (ohne) a Forz is wie a Regen uhn a Dünner. Jüdisch-deutsch, Warschau
A poar Fimfbihmer (Fünfböhmer) sein weg, eh die Katze a Ei legt. Hirschberg
A Podeschwe in Honig gepregelt (gekocht, geschmort) is auch süß. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Polnisch Podeszwa = Ledersohle. Das Unangenehmste kann durch Zubereitung genießbar gemacht werden.
A Post'n is dös, was draußen steht, wenn die andern drin sind, sagte der Rekrut, als er es dem Lieutenant erklären sollte.
A Praester skal a Klaker nicks ufstridj. Nordfriesland
i] Der Priester, Geistliche wird dem Küster nichts abstreiten.
A Prahla (Prahler), a schlechta Zahla.
A preld (brüllt), oss wi a Schtrangoxe (Strangochse). Österreich-Schlesien
A Prêster pretjet man ians. Amrum
hdt] Der Priester predigt nur einmal.
i] Wenn man etwas zweimal sagen soll.
A Prêster sprêgt a Klâker nicks uf. Amrum
i] Der Priester spricht dem Küster nichts ab.
A propos Descartes: Wie ich denke, so bin ich.
Stanislaw Jerzy Lec
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