Zitate - Sprichwörter - Redensarten
Da
- 'Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?'
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
Laß sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe, Zahme Xenien I - D alt'n Glâb'n (Glauben) und d' alt'n Zäu(ne) fallen ei'.
Innsbruck - D Arbat is koa Frosch, die hupft oam net davo.
- D Arbeit ist kein Has', die lauft nicht davon.
[ASpW] - D Auge uf oder der Geldseckel.
Luzern
ndt] D'Aen oder der Beidel op. Luxemburg - D Batenberger hei' d's Mul über der Nase.
Schweiz
i] Die Batenberger wohnen nämlich am Thunersee in der Höhe auf einem Vorsprunge, welcher die 'Nase' heißt. - D Bedenke' kann e kengem ferdenken.
- D Biérge' begene' sech net, ower d' Leit.
- D Blaumüüler (= Silberstücke) sind die beste Reiskamerade.
Schweiz. - D Box (Hose) unhun.
- D Brunnenliese hätt' g'sat: Lug' d' Bire a.
i] So antwortet man in St.-Gallen dem, welcher gute Ware zu teuer findet. Die Brunnenliese gab ihre Birnen zwar teuer, hatte aber immer vortreffliches Obst, daher sie zu den über den Preis sich beschwerenden Käufern wohl sagen konnte: Lug d' Bire a, d.h. sieh was für gute Früchte du für dein Geld bekommst. - D Bure lure so lang si dure.
Solothurn - D Bure si Lure und Schelme vo Nature.
Emmental, Schweiz
mhd] So wist dat nijt so sugr, inis as van arde em gebugr, wan e dat hie up stigende is, hie is gijr ind valsch, des sijt gecoijs. - D Chind si eim nid am Schiibei gwachse.
Schwiizertütsch - D Chriesi hend Stei für keinen allein, d' Chriesi hend Stiel, 's 'kas essen, wer will.
- D Chue (Kuh) machen.
Luzern
i] Der Narr im Spiel sein. - D Ehrlichkeit isch us der Welt g'reist und der Kredit is närrisch worden.
Solothurn - D Eltere erzühed d Chind und d Nochbere verhürootet s.
Schwiizertütsch - D Engele mach'ns Bett.
Elsass
i] Wird gesagt, wenn's schneit. - D Feindschaft hat an kloan Kopf, findt überall eini.
- D Flejel (Flügel) lapple lon.
i] Entmutigt sein, keine Anstrengung mehr machen, den Fittich hängen lassen. - D Frau ha Hosen a und ist Meister un nit de Ma.
i] Wahrscheinlich schrieb auch deshalb Luther an seine Frau: 'Lieber Herr Käthe.' - D Freud' leit (liegt) im Bach.
Würtemberg - D frühen Vögl falln gern aus 'm Nest.
- D Fuchswildhaub'n afhab'n.
Oberösterreich
i] In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein. - D G'vaternhund beißen a.
Oberösterreich
i] Die Hunde der Gevattersleute beißen auch. - D Gofa ond d' Narra (oder die: rüschiga Lüt) sägid d' Wohreht.
i] Gof = ein niedriger, doch in der Schweiz nicht auffallender Ausdruck für das in der edlern Sprache gebräuchliche Chend (Kind). - D Gurgel is iem z' weit.
Ob der Enns
i] Von einem starken Trinker. - D Güte isch mengsmol es Stuck vo d'r Liederlichkeit.
Aargau - D Haar einzeln ausgrissn ist no lang net geschorn.
- D Hammel muss mer scheren, so lang er Wolle hat.
Teplitz - D Händ an' Emm b'schissa.
i] Durch den Umgang mit jemand in Schande kommen. - D Hand drüber schloh.
Luzern
i] Beschwichtigen. - D Händ öber enand tue.
i] Müßig sein, die Hände in den Schoß legen. - D Händ unter d' Füß lege.
Luzern - D Hand von der Buttn, - san Weinbeerln drein!
- D Händle versteckt, dass kei Mäusle dra schmeckt.
Ulm
i] Zu kleinen Kindern. - D Henna (Henne) badid si, es ged ruh (regnerisches) Wetter.
- D Herre (Geistlichen) zeige eim allemal d'r Weg in Himmel und – göhnd en selber nit.
Aargau - D Herre esse Schnepfedreck, d' Bure esse Krut und Speck, und äser eins soll geng nüt ha.
Bern - D Hoa (Haare) senn ma dapai ge Pea gstign.
Steiermark - D Hoasa (Hase) drascha bain'm.
Troppau
i] Ist in Furcht, besonders in Fällen, wenn jemand seiner Handlungen wegen entdeckt zu werden fürchtet. - D Hörner ausstrecke.
Schwaben - D Hühner göh gern y (ins Hühnerhaus), 's git schön Wätter.
Solothurn - D Hühner göh nit gern y, 's git wüescht Wätter.
Solothurn
i] wüescht = von wüst = unansehnlich, schlecht, hässlich, z.B. wüst tun = lärmen, zanken; ein wüstes (d.h. abgenutztes hässliches) Kleid; wüste, d.i. schmuztige Hände; wenn der Himmel sich überzieht, sagt man: es wüstet. - D Hühner si uff de Bäume, 's git wüescht Wätter.
Solothurn - D Hühner und d' Rebe gänd nüd vergebe.
Luzern - D Hund bissid en and nid.
Luzern - D Hund und d' Herrn lassen die Türen offen.
Oberösterreich - D Hündle versteckt, dass koi Mäusle dran schmeckt.
Ulm - D Ima (Imme) thüend nüd ala Lüta guet.
i] Entschieden denen nicht, die sie nicht angemessen und gut behandeln. - D Jugend muss tobet ha, hätt de Bettelma g'seit, do ischt em s Chind zum Bündel usgheit.
Schwiizertütsch
i] Keiten = fallen. - D Jungfraun und d' Oar derf ma net z' lang aufhebn.
- D Karte müsse's gebe, hat der Beckabu g'sait, hat's Zaindle sammt de Wecke verspielt.
- D Kend'r (Kinder) macht ma mid'm Pôp'l forchtich, d' Grûssa mid'm Taif'l.
Österreich-Schlesien - D Kirch' ist sein G'vatterin.
Schwaben - D Knödel sein gessen - jetz waar was zum Essen recht!
- D Koh (Kuh) melkt dörch'n Hals.
Seehausen
i] Je besser sie gefüttert wird, desto mehr Milch gibt sie. - D Kotz kreit mer de Buckel nauf.
Ulm
hdt] Die Katze kriecht mir den Buckel hinauf. - D Kriesi (Kirschen) händ Stiel, s' cha näh, wer will; d' Kriesi händ Stei, si g'höre nid eim allei.
Luzern - D Kroide (Kreide) schrîb and'rsch.
i] Es kam nicht so, wie erwartet war. - D Kue (Kuh) schlot em de Kübel um.
i] Seine Bestrebungen misslingen ihm. - D Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist.
Württhemberg
dä] Koen har glemt at hun var kalv.
fr] Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau.
ho] De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is.
sd] Koon will intet meer witta aff at hon haar warit kalff. - D Kundschaft verschla.
dt] Die Kundschaft verlieren
i] Den Kredit, den guten Namen einbüßen. - D Kuttelfleck kommen aus dem Dreck, kommen wieder drein, müssen immer Kuttelfleck sein.
Augsburg
i] Die zur Speise zubereiteten Kaldaunen. - D Längi macht d' Strängi.
- D Laubagüss kimt ganz gwis.
Oberösterreich
i] Vom Laubfall im Oktober. - D Leut lässt ma redn - d' Küah schelln - und d' Hund belln.
- D Leut lernst aufm Markt kennen, net in der Kirchen.
- D Leut lernt man auf'm Markt kennen, net in der Kirchen.
- D leut nemen sich zu tod.
- D Leut reden viel, wenn der Tag lang is.
- D Leut redn immer vom Saufen, aber nia vom Durscht.
- D leut sindt nit guldin.
- D Leut' müss'n was z' rede haba, d' Hund was z' belle.
Oberösterreich - D Liab (Liebe) is a narrisch Ding, den måchts schwer und den måchts g'ring, den machts kålt und den machts warm, den machts reich und den machts arm.
Wien - D Liab druckt 's Herz und da Knödl 'n Magen.
- D Liab macht blind - beim Arsch und beim Grind (= Kopf).
- D Lieb neigt sich auf dö Seit'n, wo d' Taschen hängt.
Österreich
la] Amor vergit ad crumenam.
sd] Kiärleken hånger wed taskan. - D Liebe mues zangget ha, und wenn si enangere mit Schitere würf.
Schwiizertütsch - D Liebi dringt dur d' Händsche dure.
Schwiizertütsch
ho] De liefde klapt uit hare oogen, en dringt door den handschoen heen. - D Liebi ist blind, fallt ebe so liecht uf e Küedr as uf e liebs Kind.
- D Liebi ist blind; es küsst e Mueter ihres rotzig Kind.
- D Liebi muess zangget ha, und wan si enangere mit Schitere würf.
Oberaargau - D Lippe hänge, wie e Ross vor der Schmidd.
Münstertal - D Lippe îs g'schwolla wî a Bänd'r pôtscha.
Österreich-Schlesien - D Lob hoam gea.
i] Erlittenes Unrecht rächen, wieder vergelten. - D Lumpe si Lüt, und us Narre gits nüt.
Solothurn - D Lüt (Leute) lan rede, d' Hünd lan waulen, d' Vögel lan gappen und geng grad usi de rächt Weggen.
- D Lüt thüend doch nie schüliger, as um die hälig Zit umme.
i] Die meisten Ausschweifungen fallen in die Zeit der kirchlichen Feste. - D machst j'a a G'sichte, wie de Kotze, wenn's dunnert (waterlecht).
Freistadt - D Manne hei alli es Schît im Rügge, wenn 's nit brönnt, so mottet's.
Schwiizertütsch - D Manne hei Chnöpfli u d' Wiber Häftli.
Bern - D Maus gat no oimaul in d' Fall'.
Ulm - D Max'n sein ihm ausgegangen.
i] Die Maxdore; das Geld ist zu Ende. - D Midicha- und d' Montabräut' habet nie koan rechte Freud'.
Oberösterreich
i] Es herrscht der Glaube, dass Ehen, die Montags und Mittwochs geschlossen werden, nicht glücklich seien. An vielen Orten halten Brautleute, von denen ein Teil verwitwet ist, an diesen Tagen Hochzeit. Mädchen, wurden und werden in der Regel nur noch au Dienstagen 'z'samgöben' oder getraut. Ein Rest von Tagewählerei, wovon sich im Volksglauben noch reiche Spuren finden. Die Heiden wählten für ihre Unternehmungen die Tage aus; und da die Taufe nicht kräftig genug ist, allen Aberglauben, alle verkehrten Ansichten abzuwaschen, so ist auch sie ins Christentum wie vieles andere übergegangen. Wenn ein Fremder am Montage zur Stubentür hineinsieht, ohne ganz hineinzugehen, so folgt daraus, dass der Mann seine Frau schlägt. Wer am Grünen Donnerstag oder drei Freitage hintereinander fastet, der ist dasselbe Jahr vom Fieber frei, wer es hat, verliert es. Freitags soll man Kinder nicht baden, weil sie aus ihrer Ruhe kommen. Wenn Sonnabends der Wocken nicht abgesponnen wird, so wird aus dem Flachs und Werch kein gut Garn und bleicht sich nicht weiß. Am Mittwoch geborene Kälber sollen von der besten Art sein, dagegen soll man am Mittwoch kein Kalb anbinden, man soll an diesem Tage nicht ein- oder ausziehen u.s.w. Einige halten den Mittwoch, andere den Donnerstag, andere den Freitag zu Unternehmungen für unglücklich u.s.w. - D Miller unn d' Becke händle mit nander.
Elsass - D Moasenfâa soll ma' alsand hâa.
Oberösterreich
hdt] Die Meisenfänger soll man allesammt hängen.
i] Weil die Meisen zu den vorzüglichsten Insektenvertilgern gehören. Die Weisthümer setzen auf ihren Fang die höchste Buße; aber erst in neuerer Zeit haben die Tierschutzvereine wieder für ihre Schonung gewirkt. - D Morgastund hat Gold im Mund, sie hat aber ganz natürlig pfundweis Blei im Fürlig (= Hintern).
- D Müller und d' Becke stäled nid, me bringt ne's.
- D Müller, Schnîder und Wäber wöred nid g'hänkt, 's Handwerk ging sust ûs.
- D Nachbarschaft dakena.
Oberösterreich
i] Die Nachbarschaft er- oder anerkennen, auch nachbarlich sein, sagt man in Oberösterreich von Nachbarn, die in gutem Einvernehmen, das sich besonders dadurch ausspricht, dass die Männer an Feiertagen gern zusammenkommen, sich mit Gespräch und Spiel unterhalten. - D Nacht, d' Liebi und de Wî gänd verkehrti Gedanken ii.
Schwiizertütsch - D Narre (Narren) si au Lüt.
Schweiz - D Narre si au Lüt, aber nid wie ander.
- D Narre si au Lüt, aber nit all' Lüt Narre.
Solothurn - D Narre tüend e Zeiche.
Schweiz - D Narre wachse, me brûcht si nid z' b'schütte.
i] B'schütte = mit Dünger begießen. - D Nase z'vorderst ha.
Luzern
i] Der erste sein wollen. - D Nochrichd hod an Pauannknechd daholdd'n.
Steiermark
hdt] Das Nachgericht, der Nachtisch, hat den Bauerknecht erhalten, nämlich im Dienst. - D Norre und Narre sind z' tür, wie me's kauft.
- D Not greint.
Oberösterreich
i] Sie macht die Menschen mürrisch, zänkisch. - D Oerta 'n us macha.
i] In Appenzell; in anderen Kantonen auch Uerte, in Glarus nebenbei auch Uerteli = Zeche; in Bündten auch Gastmahl. Bei Hebel: Uerte = Wirtshausrechnung, wie Abrechnung überhaupt. Davon das Zeitwort urten, ürten, ürtnen.
z] Beim Wein ürten oder zechen.
z] Mit dem mag er wohl ürtnen und Trinkhen. Zellwegers Urkunden zu seiner Geschichte des Appenzeller Volks, Trogen 1830-36
z] Um örthen spihlen. Landbuch des Cantons Appenzell, 1585
i] Um die Zeche spielen. - D Pfeifa b'schneide.
i] Den Übermut dämpfen, die Mittel schmälern. - D Pfeife ausklopfa.
- D Pfuscher esse 's Brod und d' Mödeler lyde Not.
Solothurn
i] Um zu sagen, dass Pfuscher mehr als sorgfältige, aber langsame Arbeiter verdienen. - D Ross frässet e Ma, wo nid mit umgoh ka.
- D Ross schlönd enand nu bim leere Bahre.
- D Ross stalled gern, wo's vorher nass ist.
- D Rumplebe, d' Scheißete.
Schwaben - D Sach isch g'schättert.
i] G'schättert von schatt = geflickt. - D Sach zum Wort und 's Geld an en Ort.
- D Sâl ût is, d' Sgô sgännt is.
Oldenburg
hdt] Die Sohle heraus, der Schuh geschändet. - D Säu gelte nie, was sie wert sind.
Luzern
i] Entweder zu viel oder zu wenig. - D Sau gibt, Vater, gib du.
i] In Schwaben, wenn man bestimmt, wer zuerst die Kosten auszulegen hat. - D Säu hei eidwederes strauig oder guldig Stile.
Solothurn
i] Je nach der Kartoffelernte werden die Schweine sehr billig oder sehr teuer. - D Scham hät d' Röth verlore.
Aargau - D Schelm sy au Lüt, aber nit all' Lüt Schelme.
Solothurn - D Schelme sind nid alli Müller, aber d' Müller alli Schölme.
- D Schloflüs bysse-n-e.
Solothurn - D Schneck' auf d' Schwanz schlage, dass se net büllet (bellen).
Ulm
i] Die gewöhnliche Antwort auf die Frage, was jemand treibe. - D Schnorra all z' vorderest hâ.
i] Das Maul eines Tieres, verächtlich des Menschen. Im Reden vorlaut, schnippisch, naseweis sein. - D Schuasterweiber und die Schmiedsroß gehen barfuß.
- D Schuhmacher träge de böseste Schuh.
Luzern - D Schulden essen mit aus der Schüssel.
- D Schulden und 's Wort Gottes bleibn ewig!
- D Simpeler hei Buoben wie Chinija, Maddjini wie Prinzel sine, Gold wie Laub, Fleisch wie Holzbîge, Wî wie Bäch.
- D Soppa heds das wie 's katholische Vateronser, se hed au ke Chraft ond ke Herrligkeit.
hdt] Die Suppe hat, wie das katholische Vaterunser keine Kraft und keine Herrlichkeit. - D Stadtleut ihr Dreck stinkt aa net besser als der Bauerndreck.
- D Straße war iem bald z' eng.
Oberösterreich
i] Von Betrunkenen, die im Zickzack gehen. - D Stross isch em z' schmal.
Solothurn - D Stuet'n hat an Eisen zött.
Oberösterreich
i] Von einem Mädchen, die ledig schwanger geworden. Man pflegt Stuten, die besprungen werden sollen, unmittelbar vorher, damit der Beschäler nicht Schaden leide, die hinteren Eisen abzunehmen. - D Supp ist's best, sagt der Schwab', wenn sie aber zuletzt käme, ässe niemand mehr davon.
- D Supp' im Glas (Bier, Wein) versparet Salz und Schmalz.
- D Tuub is kein Mensch, d' Tuub ist en Chernedieb.
hdt] Die Taube ist kein Mensch, die Taube ist ein Körnerdieb.
i] Wortspiel; der Angeredete soll verstehen: du bist. - D Vaseljahr abdienen.
Oberösterreich
i] Elternlose Kinder waren, bis Kaiser Joseph II. dies Gesetz aufhob oder die Observanz abschaffte, verpflichtet, bis in das vierzehnte Jahr bei ihrer Herrschaft um Kost und Lohn zu dienen. Auch die jungen Leute über vierzehn Jahre bis zu ihrer Volljährigkeit konnten, so weit sie im älterlichen Hause entbehrt werden konnten, rechtlich gezwungen werden, bei der Herrschaft drei Jahre hindurch um geringes Lohn zu dienen. Man nannte dies 'die Voaseljahrn abdienen'. - D Viele gid der G'wün (Gewinn), sagte der Zugerbot, als er in Zug Weggli zu ein Zürcherschilling kaufte und in Luzern zu ein Luzerner Schilling verkaufte, aber aufs Dutzend das dreizehnte umsonst erhielt.
Luzern - D Walliser si hundert Jahr später ufg'stann als di ussere Kantone.
- D Wänd händ Ohre und d' Stude-n Auge.
- D Weiber hand meh Gwalt wie's Schießpulver.
Allgäu - D Weiber kochen 's Lachen, 's Belln und 's Weinen in oam Hafn.
- D Weiber und d' Füchs ham neunerneunzgerlei List und no an Binkel (= Bündel) voll dazu.
- D Weiber und d' Katze g'höre a is Haus.
- D Weibleut san wetterwendisch. Vor der Hochzeit munden 's oam und nach der Hochzeit maulen 's oam.
- D Weibsleut muss man reden lassen, und's Wasser rinnen.
Aus Bayern - D Weisheit aus de Nägel sauge.
Ulm - D Weißwurscht muaß vor'm Zwölfeläuten sterben.
- D Welt blîbt Welt und riisst si um's Geld.
- D Welt ist kei Strumpf.
- D Welt ist koa Hennagsteign, - Buama gibt's gnua!
- D Wienerfrucht is in Mutterleib nichts nütz.
Wien - D Zeit lehrt d' Leut.
ho] De tijd leert staög wijzen en onwijzen. - D Ziegel uf em Dach wissets.
i] Es ist kein Geheimnis mehr, alle Welt weiß es. - D Zit bringt Rose, aber z'erst Knöpf.
- D Züricher liidet eh en Schaden als e Schand.
- Da 's 'n Muskant, säd' de Jung, bloß up'n Sägenstütz (Sausteiss).
Hamburg - Da 's blot so'n Mûl brüen.
i] Von ungenügender Kost. Der Mund wird angeführt, er meint, er bekäme was und es ist doch nichts Ordentliches. Brüen, auch brüden = aufziehen, necken, vexieren. - Da 's lange wachten, man quad fasten.
- Dä 't dhon kann, söä' Jan, dä göäw mi 'n sülwernen Pennik.
- Da aber alles, was sich unter Menschen im höheren Sinne ereignet, aus dem ethischen Standpunkte betrachtet, beschaut und beurteilt werden muss...
Goethe, Principes de Philosophie Zoologique - Da aber die Ewigkeit die Zeit nicht verlässt, so scheint sie sich mit der Zeit zu bewegen, obschon die Bewegung in der Ewigkeit Ruhe ist.
Nikolaus von Kues. Über die Schauung Gottes - Da aber in jeder Art der Ehe die Menschen bleiben, was sie vor der Ehe waren, und die Bürger protestantischer Länder meist Philister sind, so bringt es diese protestantische Monogamie im Durchschnitt der besten Fälle nur zur ehelichen Gemeinschaft einer bleiernen Langeweile, die man mit dem Namen Familienglück bezeichnet.
Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie... - Da aber zu einer glückseligen Lebensführung die drei früher genannten höchsten Güter der Menschen gehören, Rechtschaffenheit, Vernunft und Lust, so sehen wir demgemäß auch drei Lebensformen, deren eine alle, die im Leben ihr eigener Herr sind, bevorzugen: das politische, das philosophische und das Genussleben.
Aristoteles, Endemische Ethik - Da aber zum Glück die bürgerliche Welt unfähig ist, die Forderungen der Arbeiter auch nur einigermaßen zu befriedigenPestalozzi, die ökonomischen Verhältnisse immer trauriger werden, so gehen die Massen nicht auf den Parlamentsleim, mag ihnen der Sirenengesang noch so verführerisch seitens ihrer bisherigen Vertrauensmänner in die Ohren hallen.
August Bebel (1840-1913), an Friedrich Engels, 19. 6. 1885 - Da aber, wo der Hunger unser Handeln lenkt, erwächst Zivilisation mit allem dazugehörigen Bösen, mit allen Lasten und Beschränkungen...
Maxim Gorki (1868-1936), Sofia Andrejewna Tolstaja - Da Adam hackt (reut) und Eua span, wer war da ein Edelmann?
mhd] Da Adam den Acker bawet, und Eua spann, wer was do ein Edelmann?
mhd] Do Adam reutte, und Euv span, wer was do ein eddelman.
mhd] Aller adel am ersten cham, von Eva und von Adam.
i] Wer mehr sein will, als ein gewöhnlicher Adamssohn, muss sich durch edle Handlungen auszeichnen. Nicht Geburts-, sondern Verdienstadel flößt Achtung ein. Aus der Zeit der Bauernkriege, 15. Jh. ff. Unter Kaiser Maximilian I. (1459-1519) hatte jemand obigen Spruch an eine Wand der kaiserlichen Burg geschrieben. Der Kaiser schrieb darunter: Ich bin ein Mann wie ein anderer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gan. Der englische Prediger John Ball predigte, nachdem man ihn aus dem Gefängnis befreit hatte, vor etwa 20.000 Menschen über das Sprichwort: When Adam delv'd and Eve span, who was then a gentleman? John Ball wurde am 15. Juli 1382 als Unruhstifter geschleift, gehängt und geköpft.
z] Als Adma grub und Eva spann,
Wer war da wohl ein Edelmann? John, Ball, engl. Prediger
z] Die frömmsten Edelleute fühlen zu einem Zweifel doch Beruf: Warum wol Gott am fünften Tage nicht einen Herrn von Adam schuf.
z] Als Wilhelm wirkt und Bismark spann, Gott hatte seine Freude dran.
G. Hesekiel, Das Buch vom Graf Bismark, Bielefeld 1870
dä] Adam fik en hak, og Eva fik en rok, deraf er al vor adels ferk.
dä] Adam groo og Eva spandt, hvor fandtes da en adelsmand.
en] When Adam delved and Eve span, who was then the gentleman? Prediger John Ball, Bauernaufstand 1381
fr] Ce n'est plus le temps où Berthe filait. (Die Zeit ist vorbei, in der Bertha* spann.) *Königin, Stifterin einer Benediktinerabtei am Genfer See, 10. Jh.
ho] Tom Adam spitte en Eva span, waar vond men toen den edelman?
ho] Wie was die edelman doe Adam graf ende Eva pan?
la] Adam fodiente, quis nobilior, Eva nente? Walther
la] Cum oret coniunx, et humum curaret Adamus vomere, ubi nomen nobilitatis erat?
la] Dum sarriret Adam, sua pensaque duceret Eva, fastus ubi tumida nobilitatis erat? la] Qui genus jactat suum, aliena laudat. Seneca
pl] Gdy Ewa przędła, Adam ziemię kopał, kto wtedy był szlachcicem, a kto komu chłopał?
sd] När Adam plöjde och Eva spann, en hwar war då en adelsman. - Da Allah den Wipfel der Dattelpalme nicht gebeugt hat, gab er der Giraffe einen langen Hals.
Arabien - Da allen denen, welche aufrechtem Wege wandeln, nur Gutes und Rechtes begegnen kann...
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 1.9.1820 - Da alles du dahinten lassen und fortziehen musst, du magst wollen oder nicht, warum klammerst du dich an Wertloses an und suchst nicht das, was wertvoll ist?
Mahâbhârata - Da an eine sittliche Selbstbildung nicht gedacht oder vielmehr in früheren, roheren Zeiten nicht daran geglaubt worden, so ist statt derselben die Spezialbeichte eingeführt, da denn niemand sich mit sich selbst herumzuschlagen braucht, eine empfundene Entzweiung nicht selbst zu vereinen und ins Ganze herzustellen aufgefordert ist, sondern darüber einen Mann von Metier zu Rate zieht.
Goethe, Tagebuch, 7. 9. 1807 - Dä ass om Altar bedroge wurde.
Bedburg
i] Ist schlecht, unglücklich verheiratet. - Da baut man und baut man. Häuser und Fabriken und was weiß ich. Und sollte doch eigentlich erst mal diese verpfuschte Welt umbauen. Die ist ja nicht zu brauchen, so wie sie ist! Die Nichtstuer haben die besten Plätze...
Weiskopf, Wer keine Wahl hat, hat die Qual - Da behüte mich S. Velten für.
- Da beim Menschen nichts Überflüssiges ist, so kann er auch nichts entbehren und verlieren, und was er verliert, kann er deswegen auch nicht ersetzen (Haare und Nägel ausgenommen und die geringe Reproduktionskraft in Rücksicht auf Haut, Fleisch und Knochen), dagegen bei den Tieren, und je niedriger die Tiere stehen, die Reproduktionskraft ebenso wie die Zeugungskraft größer ist. Die Reproduktionskraft ist nur eine unabgelöste Zeugung, und umgekehrt.
Goethe, Riemer, 23.11.1806 - Da beisst d' Maus koin Fade a.
Schwaben
i] Das bleibt so, daran wird nichts abgehandelt, zugegeben, nachgelassen, geändert, davon geht nichts ab.
z] Die Chemie geht von dem Satze der Ewigkeit, der Unzerstörbarkeit, der Nichterschaffung der Materie aus; davon beisst keine Maus einen Faden ab. - Da beisst man mit guten Zähnen übel.
Nürtingen - Da beißt die Maus keinen Faden ab.
- Da bekam man Ostern und Pfingsten zu sehen.
Ostpreußen - Da bekommt man keine Käsespitze.
i] Nicht das Geringste, Wertloseste. Nach dem Volksglauben sitzt der Hauskobold in der Käsespitze, dem spitzen Ende eines langen Käses, das zuletzt übrig bleibt und das man daher zu essen vermeidet. - Da bellt kein Hund und kräht kein Hahn.
i] Ort, Gegend ohne Leben; Einöde, Wüste.
dä] Hvor man hverken hører hund eller hane. - Da bin i gange und ha der Sack to hange, und hed e niemer g'no, so hanget er iez noh.
Luzern - Da bin ich am Zaun.
i] In dem Sinne: Da stehen die Ochsen am Berge; ich weiß keinen Rat, ich kann nicht weiter. - Da bin ich bekannt wie ein Dreier.
Berlin - Da bin ich daheim wie in meiner Tasche.
- Da bin ich ihm zuvorgekommen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.
- Da bin ik schön to Markt brögt.
Holstein
i] Da bin ich schlimm wieder weggekommen, da habe ich schlecht eingekauft. - Da bist du schief gewickelt.
i] Du bist im Irrtum, siehst die Sache falsch an. - Da bitte ich um eine Flasche Lebensverlängerungselixir, sagte der Delinquent zum Richter, der ihm erlaubte, sich vor seiner Hinrichtung noch einen Trunk zu wählen.
- Da bläst die Katze den Abendsegen.
Franken
i] Da ist nicht viel zu holen. - Da bleiben so viel Äpfel als Feigen.
- Da bleibt dem Manne viel zu dulden;
Wo er nur hinsieht, da sind Schulden.
Goethe, Faust, II,
(Der Abgemagerte) - Da bleibt kein alt Weib am Spinnrade.
ho] Dan blijft er geen oud wijf aan haar spinnewiel. - Da bleibt kein Auge trocken, sagte der Betrunkene und begoss auch seine Hühneraugen mit Spirituosen.
[ASpW] - Da bleibt mir der Denker (Verstand) stehen.
Köthen - Dä bliev op em Pfennig dud.
Bedburg
i] Übertriebene Sparsamkeit. - Da blüht ihm keine Rose.
Nürtingen - Da brennt die Hölle.
i] Sinn: Da ist Feuer im Dach. - Da bring' ich's, sagte Paul und - fiel damit zur Tür hinein.
ndt] Da bring ick't, se(de) Hans, un full darmit tor Dör herin. - Da bring' wi dat Swîn (Schwein) na'n Swînmark hen.
Hamburg
i] Rufen die Gassenjungen einem Betrunkenen nach. - Da bringen mich zehn Pferde nicht fort.
ndt] Da krigge mich kein' hundert Pääd derzo. Köln - Da bringt man mich nicht mit zehn Gäulen fort.
Nürtingen
i] So gut gefällt es mir hier. - Da Christus war allein, war er in Teufels Gemein'.
- Da dacht ich: ehrlich sein
Ist doch das beste,
War es nur kümmerlich,
So steht es feste.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Wie ich so ehrlich war... - Da dank ich Euch, denn mit den Toten
Hab ich mich niemals gern befangen.
Goethe, Faust, Prolog im Himmel
Mephisto Vs 318 - Da danzt Bomholm hen.
i] Als im Jahre 1312 die hanseatischen Seestädte den Übermut des dänischen Königs gezüchtigt und ihn durch einen Besuch in Kopenhagen zum Frieden gezwungen hatten, lud er zum Geburtstage der Königin die Hauptleute der hanseatischen Flotte zu sich aufs Schloss. Der Admiral, der Lübecksche Bürgermeister Johann Wittenberg, lud die Königin zum Tanz ein, welche die Einladung zwar anfänglich ablehnte, aber später unter der Bedingung annahm, dass ihr der Admiral die Insel Bornholm zusicherte. Sie tanzte darauf den ganzen Abend nur mit dem Bürgermeister, die Lübeckschen aber, die es sahen, sagten: 'Da danzt Bornholm hen.' - Da darf auch kein Tipfelchen daran fehlen.
i] Es darf nicht das Geringste, auch nicht ein Stäubchen davon abgehen. Zur Bezeichnung des Sorgfältigen und Pünktlichen, aber auch des Habgierigen, der nicht das Geringste nachlässt. - Da darf man nicht lang zinkfeuerlen.
Nürtingen
i] Keine Zeit mit Vorbereitungen verlieren. - Da das böse Wort für die Tyrannei bezeichnend ist, ist es das Bonmot für die Freiheit.
Friedrich Hacker - Da das gerstenkorn sitzt, da kann das Rockenkorn nicht hinkommen.
z] Wenn der Magen voller biers ist, so will er kein essen einlassen.
bm] Kde je pivovár, tam netreba pekare.
bm] Kde jecne zrno lezí, tu nemûze lezeti zitné.
lett] Kur meefchu grauds gull, tur rudfu ne warr gulleht.
lit] Kur mezei gul, ruggei ne telpa. - Da das Gold im Rhein liegt.
- Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.
Karl Kraus, Aphorismen - Da das Kamel Hörner begehrte, verlor es auch seine Ohren.
- Da das Pferd pflügt, lasst uns den Esel satteln.
- Da das Theater immer nur ein gestoppeltes und gestückeltes Wesen bleibt.
Goethe, Lehrjahre V,4 - Da das Volk nach den Gesetzen zu leben wünscht, die Mächtigen aber den Gesetzen befehlen zu dürfen glauben, so können sie unmöglich miteinander auskommen.
Niccolò Machiavelli, Geschichte von Florenz - Da das Wohlwollen verschönt und sich jedermann mit Wohlwollen ins Spiegel besieht, so kann man behaupten, dass jeder sich auch mit Wohlgefallen erblicken müsse, selbst wenn er sich dagegen sträuben wollte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6 - Dä dât kann, dä kann dat, har de Kärl saght, doa harre 'n Snîder üawer de Hûsdüar smieten.
Halver in der Grafschaft Mark - Da Date die Händ hat zugetan, ist Dabitur krumb und lamb worden.
- Dä daug vun Huck (Haut) un Hôr nit. Köln
- Da deit de Hund wat in.
Hamburg - Da denkt kein Russe dran.
i] Lieblingswort Berliner Gassenjungen. - Da der Arm saß, da war es entweder trucken oder nass.
- Da der Bauer den fliegen die stette nicht gunte, und wolt sie mit einem Strohwisch verbrennen, steckte er das gantze Haus an.
- Da der Dichter durch Antizipation die Welt vorwegnimmt, so ist ihm die auf ihn losdringende, wirkliche Welt unbequem und störend, sie will ihm geben, was er schon hat, aber anders, das er sich zum zweitenmale zueignen muss.
Goethe, Tag- und Jahreshefte bis 1780 - Da der eine Spott und Schaden gekauft hat, da kann ihn der andere umsonst kriegen.
- Da der Esel nicht wolte nasse heut tragen, muss er endtlich rauhe Ziegel tragen.
- Da der Gipfel dessen, was Kunst und Genie darstellen, eine leichte Erscheinung ist, so werden die Nachkommenden gereizt, sich's leicht zu machen und auf den Schein zu arbeiten.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung - Da der größte Teil der Menschen so schwachsinnig ist, an diesen kleinen Dingen Geschmack zu finden, so sind die, welche sich weigern, ihnen um so wohlfeilen Preis gefällig zu sein, in meinenAugen noch schwachsinniger als jene.
Chesterfield, Briefe an seinen Sohn, Bath, 29. 9. 1746 - Da der Herrgott seine Esel kannte, ließ er sie alle ohne Hörner.
- Da der Kranke genaß, er Gott vergaß.
- Da der kranke genaß, je (nie, viel) er ärger was.
z] Vor Zeiten sagten die Klosterleute: Daemon languebat, tunc monachus esse volebat, sed dum convaluit, mansit ut ante fuit.
z] Mancher der spricht, o lieber Gott: ich will fromb werden, hilff aus not; alsbald er aber tut genesen, kehrt er zum vorigen sündlichen wesen.
mhd] Dô der siech man genas, dô was er als er ê was.
mhd] Si gedenken aber an daz Sprichwort nicht: dô der sieche lîp genas, do beliep er, als er ê was.
mhd] Wen sprichet: dô der siech genas, dô was er der er ouch ê was.
mhd] Dem spricht man, dô der siech genas, dô wart er boeser dann er was.
ho] Als de kranke weêr genas, was't erger, dan't te voren was.
la] Quando languebat, monachus bonus esse uolebat: sed cum conualuit, mansit ut ante fuit.
la] Surgens aegrotus reprobus fit denique totus. - Da der Mann von Geist sich immer wieder seiner Unwissenheit bewußt wird, zieht er fast aus allen Büchern Lehren für sich selbst.
Helvetius, Vom Geist - Da der Mensch doch einmal die Sehnsucht nicht los werden soll, so ist es heilsam, wenn sie sich nach einem bestimmten Objekte hinrichtet, wenn sie sich bestrebt, ein abgeschiedenes großes Vergangene ernst und harmlos in der Gegenwart wieder darzustellen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Tiecks Dramaturgische Blätter - Da der Mensch einmal von Kindesbeinen an ein eitles und stolzes Geschöpf ist, so schmeichle man seiner Eitelkeit wenigstens in wirklich guten Dingen und halte seinen Stolz auf etwas, das zu seinem wahren Vorteil gereicht.
Locke, Gedanken über Erziehung - Da der Mensch für seine Liebe dieselbe Einheit sucht, die er für seine Vernunft begehrt, so ist er so lange für oder wider Völker parteiisch, als er ihre Unterschiede nicht unter einer höhern Einheit auszugleichen weiß.
Jean Paul, Vorschule der Asthetik - Da der Mensch nicht immer schaffen und hervorbringen kann, obschon solches freilich für ihn das Wünschenswerteste bleibt, so unterhält und erfreut ihn doch, wenn er das Verlorene aufsucht, das Zerstörte wieder herstellt, das Zerstreute sammelt, ordnet und belebt.
Goethe, Schriften zur Kunst – Ausgrabungen - Da der Mensch, wenn er einigermaßen resolut ist, auch das Notwendige selbst zu wollen übernimmt...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12 - Da der Pfaff ein Weib nahm, verschlug er seine Pfaffheit.
i] Der katholische Geistliche, welcher nach empfangener Weihe heiratet, geht seiner geistlichen Würde verlustig.
mhd] Do der phaffe wib nam, do vorslug er die phaffheit. - Da der Schmied den Ambos hämmert, hämmert ihm der Mönch die Frau.
- Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates
- Da der Tor die Törin nahm, ward der Tor der Törin Mann.
- Da der wein wächst, da trinkt man den schlechsten.
z] Also diejenigen, und die ort, davon man alle Tugendt und Christlichen wandel lernen und erwarten soll, seind im tun und Leben ärgerlich. - Da der Wirt ein Hahnrei ist, ziehen die Gäste gerne ein.
- Da der Wolf gefangen war, da wollt er fromm werden.
- Da der Wolf liegt, da beisst er nicht.
- Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.
- Da die alten Sprichwörter meist auf geographischen, historischen, nationellen und individuellen Verhältnissen ruhen, so enthalten sie einen großen Schatz von reellem Stoff.
Goethe, An Schiller, 16.12.1797 - Da die Artischocken in großer Herren Gärten wuchsen, waren sie angenehm, jetzo da sie bey Bauern zu finden, helt man nichts darauf.
- Da die bildenden Künste allein vermögend sind, die Schönheit der Form hervorzubringen, da sie hierzu der Hülfe keiner andern Kunst bedürfen, da andere Künste gänzlich darauf Verzicht tun müssen: so ist es wohl unstreitig, dass diese Schönheit nicht anders als ihre Bestimmung sein kann.
Lessing, Laokoon - Da die Ehe (in ihren verschiedenen Formen) eine wirtschaftlichpolitisch-soziale Form ist (und nicht eine sentimentalerotische), so vollzieht sich die Zeugung der nächsten Generation zu allen Zeiten zum großen Teil außer der Ehe.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass - Da die Ehe die körperliche Liebe im Allgemeinen nicht mit einschließt, schiene es vernünftig, das eine unverblümt vom anderen zu trennen.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht - Da die Frau sich vermännlicht, sucht sie instinktiv einen Männertyp, der weiblicher ist als die früheren Helden.
Marello Mastroianni - Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher.
Schiller, Die Götter Griechenlands - Da die Grammatik die Kunst sein soll, die Schwierigkeiten einer Sprache zu lösen, darf der Hebel nicht schwerer sein als die Last.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen - Da die Großen nun auch einmal Menschen sind, so denkt sie der Bürger, wenn er sie lieben will, als seinesgleichen, und das kann er am füglichsten, wenn er sie als liebende Gatten, als zärtliche Eltern, als anhängliche Geschwister, als treue Freunde sich vorstellen darf.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,5 - Da die Hitze alle Körper ausdehnt, so sind die Jahre in dem warmen Italien viel länger als in dem kalten Deutschland.
Heinrich Heine - Da die Kirche die Liebe nicht unterdrücken konnte, hat sie sie zumindest desinfizieren wollen, und darum die Ehe eingesetzt.
Charles Baudelaire (1821-1867), Tagebücher - Da die Kunst die Natur nachahmt, und die Natur alles immer so gut wie ihr nur möglich ist macht, ist auch die Kunst irrtumsfrei wie die Natur.
Robert Grosseteste, De gener. son - Da die Menschen in ihrem Tun sich ungern nach der Vorschirft Christi ausrichten ließen, haben sie seine Lehre wie einen Maßstab aus weichem Blei nach den Sitten gestreckt, damit eben beides noch einigermaßen übereinstimme. Ich weiß nicht, was sie damit erreichen, außer dass man mit besserem Gewissen Böses tun darf.
Thomas More, Utopia I - Da die Menschen schlecht sind, ist das Gesetz notwendig, um sie für besser anzusehen, als sie sind.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, Vom Geist der Gesetze - Da die Menschen so verschiedene Köpfe haben, können sie nicht alle gleich stark von einem Beweis gerührt werden, besonders in Glaubensfragen.
Jean-Jacques Rousseau, Dritter Brief vom Berge - Da die Menschen zu allen Zeiten dieselben Leidenschaften gehabt haben, so sind zwar die Anlässe, welche große Veränderungen hervorbringen, verschieden, die Ursachen aber sind immer die nämlichen.
Montesquieu, Betrachtungen über die Größe der Römer und ihren Verfall - Da die Motive, welche die Erscheinung des Charakters oder das Handeln bestimmen, durch das Medium der Erkenntnis auf ihn einwirken, die Erkenntnis aber veränderlich ist, zwischen Irrtum und Wahrheit oft hin- und herschwankt, in der Regel jedoch im Fortgange des Lebens immer mehr berichtigt wird, freilich in sehr verschiedenen Graden; so kann die Handlungsweise eines Menschen merklich verändert werden, ohne daß man daraus auf eine Veränderung seines Charakters zu schließen berechtigt wäre.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung - Da die Nachkommen gewöhnlich denken, mit ihnen fange die Welt und das Leben erst an, oder wie er [Goethe] es ausdrückte: Ihr Tauftag solle der Schöpfungstag sein.
Goethe, zu Riemer, 1803-1814 - Da die Philosophie keinen Weg zur inneren Ruhe hat finden können, der allgemein gültig wäre, muss jeder diesen Weg in seinem Inneren suchen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais - Da die Produzenten nützlicher Dinge die einzigen der Gesellschaft nützlichen Menschen sind, sind sie die einzigen, die zusammenwirken sollten, um ihren Lauf zu regeln
Saint-Simon, Die Industrie - Da die Rechtsordnung zugleich Friedensordnung ist, wird ihr in mancher Bagatellsache am besten gedient, wenn um des 'lieben Friedens' willen auch auf das 'gute Recht' verzichtet wird.
Radbruch - Da die Rede die Sinne und das innere Vorstellungsvermögen vertreten muss, so muss sie auch zu diesen reden und der Ausdruck sinnlich und repräsentativ sein.
Goethe, Riemer, 24.12.1810 - Da die Schönheit unteilbar ist und uns den Eindruck einer vollkommenen Harmonie verleiht, so lässt sie sich durch eine Folge von Worten nicht darstellen.
Goethe, Schriften zur Kunst - De Gérard: Portraits Historiques - Da die Sprache das Organ gewesen, wodurch ich mich während meines Lebens am meisten und liebsten den Mitlebenden mitteilte, so mußte ich darüber, besonders in spätern Zeiten, reflektieren und hierbei hat mir's niemals an trefflichen Freunden gefehlt, die, zu Forschern in diesem Fache berufen, großen und anhaltenden Fleiß darauf verwendeten. Wenn ich nun gleich nach meiner eingebornen Art und Unart auf Korrektheit und Reinlichkeit niemals genugsamen Fleiß zu wenden im Stande war, so habe ich doch aufs deutlichste begreifen lernen, dass die Sprache nur ein Surrogat ist, wir mögen nun das, was uns innerlich beschäftigt, oder das, was uns von außen anregt, ausdrücken wollen.
Goethe, An Ch.L.F.Schultz, 11.3.1816 - Da die stolze Kuh keine Milch geben wollte, ward sie zum Reiten abgerichtet.
Jakuten - Da die Trefflichkeit einer Gesellschaft in letzter Linie von der Natur ihrer Bürger abhängt, und da die Natur der Bürger durch eine frühzeitige Gewöhnung mehr beeinflußt werden kann als alles andere, so sind wir genötigt, die Wohlfahrt der Familie als die Grundlage der Wohlfahrt der Gesellschaft zu betrachten.
Spencer, Die Erziehung - Da die Treue ward geborn,
Floh sie in ein Jägerhorn,
Der Jäger blies sie in den Wind,
Daher man sie jetzt selten findt.
Hans Rudolf Grimm, Poetisches Lust-Wäldlein
la] Nusquam tuta fides.
Virgil - Da die Weide Palmen trug, nannte sie sich gleich einen heiligen Baum.
- Da die Wespe keinen Honig machen kann, macht sie Galläpfel.
- Da die Zeit kurz ist, begrenze deine lange Hoffnung!
Horaz, Lieder - Da diejenigen, welche wissenschaftliche Versuche anstellen, selten wissen, was sie eigentlich wollen und was dabei herauskommen soll, so verfolgen sie ihren Weg meistenteils mit großem Eifer, bald aber, da eigentlich nichts Entschiedenes entstehen will, so lassen sie die Unternehmung fahren und suchen sie sogar anderen verdächtig zu machen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1169 - Da diese Welt doch nur ein Gaukelstück,
Hoffst du umsonst in ihr auf wahres Glück.
Und jene Feder, die dein Schicksal schrieb,
Sie kehrt um deinetwillen nicht zurück.
Omar Kaajjam - Da dir zu sterben bestimmt, so genieße, was du besitzest;
Aber, des Lebens gedenk, brauche mit sparsamer Hand.
Der heißt weise mit Recht, der, dies und jenes bedenkend,
Brauchend und sparend zugleich, nimmer des Maßes vergisst.
Lukianos - Da Doabm (Darm) ged'n nian aus.
Steiermark
i] Es fehlt ihm nie an Gesprächs- und Unterhaltungsstoff. - Da doch die Aussprüche des Verstandes eigentlich nur einmal, und zwar in dem bestimmtesten Falle, gelten und schon unrichtig werden, wenn man sie auf den nächsten anwendet.
Goethe, Lehrjahre V,1 - Da doch sowohl das Beispiel der ältern Weisen als die Erfahrungen an dem neuern Tun und Treiben uns hätten aufmerksam machen sollen, dass man seinen Zweck vernichtet, indem man ihn voraussagt, dass eine Handlung, wenn sie glückt, nicht kostestiert wird, wohl aber nichts mehr Widerspruch erleidet, als eine vor, ja sogar nach der Tat ausgesprochene Maxime.
Goethe, An F. L. Passow, 20.10.1811 - Da donnern sie Sanfmut und Duldung aus den Wolken und bringen dem Gott der Liebe Menschenopfer wie einem feuerarmigen Moloch, predigen Liebe des Nächsten und fluchen den achtzigjährigen Blinden von ihren Türen hinweg, stürmen wider den Geiz und haben Peru um goldner Spangen willen entvölkert.
Schiller, Die Räuber II, 3
Moor - Dä drät et Hûs fêl.
Bedburg
i] Vom Plauderer und Schwatzhaften. - Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft'ge Welt.
Eichendorff, Ahnung und Gegenwart, I, Im Walde der Heimat - Da drehen sich einem die Kutteln um.
Nürtingen
i] Die Eingeweide, Kaldaunen. Um Mitleiden oder Unmut auszudrücken. - Da dreht es sich (wendet sich das Blatt).
- da dreht sich mir der Magen
en] that makes your stomach turn over
fr] ça me soulève le cœur
it] mi si rivolta lo stomaco - Da du kein Syrer bist, benimm dich nicht wie einer.
Altgriechisch
i] Wie ein Barbar. - Da du nach dem Stande eines Ehemannes und Vaters trachtest - hast du auch dessen Pflichten recht erwogen?
Jean-Jacques Rousseau, Emile - Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.
Goethe, Faust, I, Prolog im Himmel (Mephisto) - Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen.
- Da Ehefrauen sogut wie Prostituierende ihren Lebensunterhalt durch Preisgabe ihrer sexuellen Reize verdienen, geben sie sich nicht mehr nur dann hin, wenn ihr eigener Instinkt es verlangt. Das hat dem Liebesspiel großen Eintrag getan, und gerade das Liebesspiel bildet die naturgemäße Sicherung der sexuellen Leistungsfähigkeit.
Bertrand Russell, Marriage and Morals - Da ein Schriftsteller sich muss gefallen lassen, dass so manches wunderlich genug genommen und beurteilt wird, so findet er sich freilich sehr getröstet, wenn seine Arbeit einmal bei einem gebildeten Individuo als Naturprodukt wirkt, und zwar in seiner ganzen Breite und Tiefe.
Goethe, An Sarah Wulff 9.2.1797 - Da ein werdender junger Mensch überall wesentlich aus der Erfahrung lernt, so hat auch das Gebiet der Skandale, mögen sie noch so schmutzig sein, eine lehrreiche Seite.
Hauptmann, Das Abenteuer meiner Jugend - Da eine jede Gesellschaft ein Vertrag ist, kein Vertrag aber recht ist, darinnen Dinge versprochen werden, die dem Gesetze der Natur zuwider laufen, so kann auch keine Gesellschaft recht sein, die etwas zu ihrer Absicht hat, was dem Gesetz der Natur zuwider ist.
Christian Freiherr von Wolf, Vernünfftige Gedancken von dem gesellschaftlichen Leben der Menschen - Da eine Kuh böset, da bösen sie alle miteinander.
i] Lascivire. Gewöhnlich biesen, bisen, bisern, pisen. Vom Rindvieh, wenn es bei großer Hitze von Bremsen gestochen und verfolgt mit aufgestelltem Schwanze hin- und herläuft. Aber auch von lustigen, schwärmenden Menschen.
z] Nemb war, die Kuh hebt an zu bisen, sie scherzt, sam sei sie auf der wiesen.
z] Es hütt ein Knab auf einer Wisen, ließ seine schaf und zigen pisen.
z] Da wer kein Awen feld und Wisen, da nicht die Geiss thet umbher bisen. - Da einer das kröpflein veracht, dem wird das hünlein nicht, sagen die Kinder.
- Da einer ins Kloster fuhr, erbt er keinen Pfennig.
[RSpW]
i] Zu den Fällen, welche erbunfähig machten, gehörte auch der Eintritt ins Kloster. Nach dem Sachsenspiegel und den Goslarischen Statuten tritt sofortige Erbfolge ein, als wäre die in den Orden getretene Person schon gestorben, weil der Mönch für die Welt verloren. Auch nach dem kanonischen Rechte verlieren Personen, die ins Kloster treten, die Fähigkeit beerbt zu werden, folglich können sie auch kein Erbe empfangen.
dä] Sidhæn han for i clostær tha æruær han ængæn pænning. - Da einer mit umgehet, das hangt jhm nach.
- Da einmal Wasser ist gesin, mag wider wasser kommen hin.
la] Locis quod grauius proponderat undique pondus. - Da er alt ward, fing er an klug zu werden.
- Da er das Kamel nicht bewältigen kann, beisst er in den Sattel.
- Da er den dritten Tag wollt naschen, wird ihm der Hof abgeblasen.
- Da er der Kuh nichts kann, stößt er das Kalb.
- Da er es (das Geld) ablehnen wollte und mit einiger Schalkheit zu verstehen gab, dass er nicht so abgebrannt sei, als es aussehen möchte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit - Da er seiner Schwiegermutter nicht gewachsen war, band er mit seiner Frau an.
Ägypten
i] Wenn er sieht, dass sein eigentlicher Feind ihm überlegen ist, so greift er einen Schwachen und Unschuldigen an. Schwiegermutter steht hier allgemein für feindliche, widerwärtige Personen. - Da erhebet sich der Bettlertantz.
- Da Erkenntnisse immer im Zusammenhang stehen mit sprachlicher Genauigkeit, ist die klassische Literatur die Schöpferin des wissenschaftlichen Geistes in Deutschland.
Heinrich Mann, Die Macht des Wortes - Da erschien ihm ein Engel und gab ihm Kraft.
Lukas 22, 43 - Da es aber einmal nicht in unsern Plan geht, und man an seinen Lebensverhältnissen nicht so viel zupfen und zerren, nicht immer was Neues an sie heranziehen soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2 - Da es aber zwei Arten von Schönheit gibt - zur einen gehört die Anmut, zur anderen die Würde -, müssen wir die Anmut für weiblich, die Würde für männlich halten.
la] Cum autem pulchritudinis duo genera sint, quorum in altero venustas sit, in altero dignitas, venustatem muliebrem ducere debemus, dignitatem virilem. - Da es aber, im Verfolg wissenschaftlichen Bestrebens, gleich schädlich ist, ausschließlich der Erfahrung als unbedingt der Idee zu gehorchen...
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums - Da es Bücher gibt, so wertvolle und königliche, dass ganze Gelehrtengeschlechter gut verwendet sind, wenn durch ihre Mühe diese Bücher rein erhalten und verständlich erhalten werden diesen Glauben immer wieder zu befestigen, ist die Philologie da.
Nietzsche - Da es dem Narren mislang, die Glut mit Schwefel zu dämpfen, so versucht er, das Feuer mit Öl zu löschen.
Russland - Da es dem Trinker von geworden, da vergehts ihm wieder von.
- Da es dem Wolfe nichts hilft, auf die Schafe zu lauern, so holt er sie aus der Hürde.
- Da es eine Zeit ist zu spalten und eine andere wieder zu vereinen, eigentlich aber doch nur die Menschen, die Zeit machen, so sehe ich in den jungen Männern, die das letztere bewirken, ganz eigentlich gute Dämonen, welche das Versöhnen und Einen als notwendigen Naturtrieb empfinden.
Goethe, An K. E. Schubarth, 7.11.1821 - Da es en rechten Güörtenteller (Grützenzähler).
Iserlohn
i] Ein knickeriger Mensch.
ho] Het is een gorten-teller. - Da es keinen Menschen gibt, der aufwächst und lebt, ohne von der Außenwelt beeinflußt zu werden - also von gesellschaftlichen, das heißt politischen Geschehnissen -, so existiert keine Literatur, die nicht vom ersten bis zum letzten Wort von Politik beeinflußt ist.
M. Scheer, Internationales Seminar der Literatur - Da es mir wohl erging auf Erden, wollten alle meine Freunde werden; da ich kam in Not, waren alle Freunde tot.
- Da es nun ferner ausgemacht ist, dass die Frauen sich nur füreinander putzen und untereinander den Putz zu steigern unermüdet sind...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12 - Dä es we' ne Wimpel om Dag.
Köln - Dä es zo domm (dumm), duss zo dun.
Köln - Dä ess ens räet an de Lîmroth (Leimrute) kumen.
Bedburg
i] Zu Schaden, durch List übervorteilt worden. - Dä ess ens räet durch de Zäng getrocke wurde.
Bedburg
i] Durch die Zähne gezogen, durchgehechelt. - Dä ess êns rät öm et Liet (Lid) gefôt wurde.
Bedburg
i] In dem Sinne: über den Löffel barbiert. - Dä ess jetzt wie 'ne Vogel op de Heck.
Bedburg
i] In unsicherer Stellung. - Dä ess von alle Mäede (Märkte) widderkumme.
Bedburg
i] Hat Erfahrung, Weltkenntnis, ist durchtrieben. - Dä ess wie en wasse Nase.
Bedburg
i] Unbeständig, launenhaft. - Da fahr' ich voll drauf ab!
- Da fährt des Teufels Braut.
i] Wenn Feuer aus dem Steinen sprüht. - Da fällt der Dreck zu einem Krüppel.
Nürtingen
i] Zunächst von sehr hoch angebrachten Abtritten. - Da fällt mir all' mein Weißzeug bei.
- Da Fama tausend Zungen hat, so setzt sie gewöhnlich dem Übel drei Nullen zu.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, 21.6. 1798 - Da fängt der Hirsch die Hunde.
la] Cervus canes trahit. - Da Fauli trogg si z'tod, da Flaissigi ged genod.
Steiermark
i] Der Fleißige geht so oft, als es nötig ist. - Da fehlt auch nicht das Pünktlein auf dem i.
- Da fehlt die Feile.
i] Die Arbeit ist noch rauh, mangelhaft, bedarf der Politur.
ho] Het heeft de vijl noodig. - Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i.
Nürtingen - Da fidei, quae fidei sunt.
Francis Bacon
dt] Gib dem Glauben, was des Glaubens ist. - Da finden sieben Katze keine Maus.
ndt] Dau findet siebe Katze kä Maus. Ulm - Da findt man keinen g'sattelten Gaul.
Nürtingen
i] Zur Bezeichnung arger Unordnung. - Da Flecka (Flecken) helfa heba und lega.
i] Im Glück wie im Unglück der Gemeinde mit Rat und Tat beistehen, unter allen Umständen für das Wohl der Gemeinde wachsam und tätig sein. - Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, daß sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selber durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer Gesundheit.
Demokritos - Da fliegen Scheben, wo Flachs gehechelt wird.
- Da folgen die Kinder wie die Orgelpfeifen.
i] Wenn sie so aufeinanderfolgen, dass, wie die Dänen sagen, das eine Kind Zähne, wenn das andere Hände bekommt. - Da fraget Kuntz ohn sorg vil nach.
la] Non est curae Hippoclidi. - Da fragt der Weise den Narren um Rat.
ho] De wijze vraagt den zot om raad. - Da fragt Kuntz on sorgen wenig nach.
la] Non est curae Hippoclidi, non curas, quanti veneat frumentum. - Dä Frau géit (geht), as 'ne Gäus, dä 't Ai nit los wer(d)en kan.
Grafschaft Mark - Da freu' ich mich druf wie der Chosen (Bräutigam) uf die Kalle (Braut).
Jüdisch-deutsch (Auch in ironischer Bedeutung) - Da friert Mark und Bein zusammen.
Nürtingen - Da friss ich (auch) keinen Salzstein.
Nürtingen
i] Keinen Stein Salz, da bleib' ich nicht lange. - Da gaben wir dem Cäsar,
Was dem lieben Gott gehörte.
Heine, Romanzero: Himmelsbraut - Da gaoh wi hiär (da gehen wir her), sagg de Kreihe, dao hadd' ehr de Hawk in 't Muel.
- Da geb' ich nicht einen faulen Rappen für.
- Da geh' ich auf alle Viere über die Ringstrasse.
Wien
i] Zu ergänzen: Ehe ich das tue. - Da gehen achtzehn aufs Dutzend.
z] In allen Stätten, Flecken und Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz und händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen oft Achtzehn für ein Dutzet zu Marck. - Da gehen doch eher die Krebse mit dem Hasen davon.
ho] Dan gaan de krabben nog met den haas door. - Da gehen wir Botaniker, sagte die Kuh zum Kräuterweibe.
- Da gehen wir Künstler, sagte der Schuhflicker zum Bildhauer.
- Da gehen wir Musikanten, sagte die Kuh zum Pfeifer, als sie eine Schelle bekommen hatte.
- Da gehet der Wind aus einem andern Loche.
- Da gehet es aus einem anderen Fasse.
- Da gehet es gut, wenn schon ein ganzes Dorf verbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus aufrecht bleibt.
- Da gehet's zu, wie im Venusberge.
- Da gehets zu, wie beim Teufel in der Hölle.
- Da gehst du und siehst einen Hund laufen, der einen Menschenknochen durch die Steppe schleift. Und du bist so müde, daß du keine Lust hast, auf ihn zu schießen.
Siatonow, Februar 1943 - Da geht alles widerwärtig zu, wo man den Esel auf den Sack ladet.
- Dä geht dem Hohnderei noh un ließ et Gängsenei leggen.
Bedburg - Da geht die Mutter vom Kinde.
- Da geht die Uhr richtig.
i] Da weht der Wind von der rechten Seite. - Da geht ein Licht auf.
ho] Daar gaat een licht op. - Da geht einem die Pfeife aus.
i] Es ist, um aus der Haut zu fahren, um katholisch, um des Kuckucks, des Teufels, um toll zu werden.
fr] Cela ferait enrager la bête et le marchand.
fr] Cela ferait renier chrême et baptême.
fr] C'est à crever dans sa peau.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.
fr] Le diable s'en pendrait. - Dä geht en et hundert, dat et tusend voll wird.
Bedburg - Da geht er hin und singt nicht mehr?
F. Gumbert, Die Kunst geliebt zu werden, 18. Szene - Da geht es alle hin, sagte Scheißinsbett.
- Da geht es übel, wenn Frevel die Frommen schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
- Da geht Gewalt für Recht.
- Da geht ihm ein guter Wurm ab.
i] Dem Spieler, der eine Karte beigeben muss, die er noch gut zu verwerten gerechnet hatte. - Da geht kein Loch durch.
z] Wer theurer verkauft, als die Sache wert, ist des Teufels; da geht kein Loch durch, denn es ist wider die brüderliche Liebe. - Da geht kein Streich verloren, außer der daneben geht.
i] Der verdient sie alle. - Da geht mein (sein) Leib und Gut miteinander.
i] Von denen, die weiter nichts besitzen, als was sie auf dem Leibe tragen. - Da geht mir der Dâm (Daumen) vor.
Oberösterreich
i] Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen. - Da geht unser Student, sagen die Greifswalder.
i] Um eitle Selbstüberhebung zu verspotten. Von dem alten Witz, dass der einzige greifswalder Student, wenn er sporenklingend durch die Straßen schritt, die gesammte Bürgerschaft an die Fenster trieb und zu dem obigen Ausruf veranlasste. - Da geht's durcheinander wie in einem Ameisenhaufen.
Nürtingen - Da geht's klein unter.
i] Es herrscht dort Dürftigkeit und Armut. - Da geht's nach Gunst und nicht nach Kunst.
- Da geht's ordentlich zu, wie bei Nobals Schaffscheren.
i] Wobei gut gegessen wurde. - Da geht's spanisch zu.
ho] Het gaat er Spaansch toe.
ho] Het ziet er Spanisch uit. - Da geht's Tschühü und Doho.
i] Tschühü und Daho sind Fuhrmannsrufe für rechts und links zum Antreiben der Pferde. Wenn es in einem Hause planlos und unordentlich hergeht, so wendet man die obige Redensart an. - Da geht's übel zu, wo Frevel die Trommel schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
- Da geht's warm her.
Oberösterreich
i] Da gibt es etwas zu gewinnen; da wirft's was ab, trägt's was ein. - Da geht's zu wie auf der Accise.
i] Wo viel Personen kommen und gehen, viel Besuche sind, ein großer Verkehr ist. - Da geht's, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
Goethe, Faust, I, 12 (Margarete) - Da gehts zu als wie im Türkekrieg.
- Da gehts zu wie in einem Imen (Bienenstock.)
Nürtingen
Da geht's zu, wie in einem Ameisenhaufen (oder Wespennest). - Da geiht e hen un holt en Tügen (Zeugen).
i] Der Justizrat C. zu M. schoss auf einer Jagdpartie in demselben Augenblick, als man sich zum Frühstück lagern wollte, einen Hasen. Ein jüngerer Jäger, welcher sich der Beute bemächtigen wollte, wurde von C. mit den Worten zurückgehalten: z] Lassen Sie uns erst ruhig frühstücken, der Hase macht sein Testament.' Aber kaum hatte er das Wort gesprochen, als sich Lampe aufmachte und davonlief. Ein durch seinen Humor bekannter Jagdgefährte, der dies zuerst bemerkte, sagte darauf in seiner trockenen Weise die obigen Worte. - Dä géit (geht) daheär as de Rüe na der Hochtîd.
Grafschaft Mark - Da geit he hen, as de Hund ân Swans.
Holstein
i] Ist übel an- oder weggekommen. - Da geschieht auch der erste Stich zu einem Paar kalbledernen Schuhen, sagte der Bauer, als der Stier auf die Kuh stieg.
Württemberg - Da geschieht fürs Ackern wenig genug,
wo der Bauer lauft vom Pflug,
der Ochse verwirft das Joch
und das Roß sein Kummet noch. - Da getts zua, wi uf an läusige Koupf.
Franken - Da gewt 't wat af.
i] Es setzt Hiebe. - Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard - Da gibt's arme Ritter in Elendsfett.
- Da gibt's keine Würst'l.
Wien
i] Weigern nützt nichts, da hilft kein Widerstreben. - Da gibt's mehr Fische als Wasser.
i] In den Steppen des Orinocogebiets hat man das Sprichwort: Im Apure gibt es mehr Cariben als Wasser. Der Caribe ist, wenn auch nur von der Größe eines Goldfisches, einer der gefährlichsten Süßwasserfische, denn mit seinen sägeförmigen Zähnen durchschneidet er sogar Stahl- und Kupferdrähte. - Da gibts Sache, als wann mar erst g'heiratet hätt.
Oberösterreich - Da gibts viel zu tappen (aber) wenig zu schnappen.
Rotttal - Da gift et keinen andern Rat als Konrad.
Wolfenbüttel
i] Man muss nunmehr zum Stocke greifen. - Da gilt noch Treue und Glauben.
- Da ging der Schimmel seinen richtigen Schritt.
i] Es war alles in Ordnung. - Da ging erst der Gaul.
i] Nachdem dies alles geschehen war, kam die Sache erst in Gang. - Da Gold geht den Reichen nach.
- Dä gönnt net un mag ah selvs net.
Bedburg - Da Gott den Hahnrey schuff, da schuff er die gut Geduld dabey.
- Da Gott den Menschen schuf, hat er auch jedem sein Geschick verliehen.
- Da Gott die Wipfel der Palme nicht herabgebeugt hat, so hat er das Haupt der Giraffe emporgehoben.
Abessinien - Da Gott nicht alles alleine machen wollte, schuf er Mütter.
- Da Gott so verborgen ist, kann keine Religion, die nicht sagt, daß Gott verborgen ist, wahr sein; und keine Religion, die nicht den Grund für diese Verborgenheit angibt, ist fähig, uns zu unterweisen.
Pascal, Gedanken - Da greifen zehn Katzen nicht eine Maus.
i] Nämlich in einem zerlumpten Kleidungsstück. - Da greoss Hund is san Vöda.
Oberösterreich
hdt] Der große Hund ist sein Vetter. (Er hat einflussreiche Bekannte oder Verwandte) - Da grêsdê Râfâ griagd de meist'n Schlêg.
Niederösterreich
hdt] Der größte Raufer kriegt die meisten Schläge. - Da guckt der Schulmeister heraus.
i] In einigen Sprichwörtern hat das Wort Schulmeister eine verächtliche Nebenbedeutung, doch erhalten die jüdischen Elementarlehrer einen weit weniger ehrenden Beinamen.
jüdisch-deutsch] Var wus is a Melammed (Lehrer) a Schwanz? Weil er geht bejn – Regel le Regel. Warschau (Die jüdischen Elementarlehrer werden mit dem Spitznamen Schwanz-Melammed belegt, weil er (der Lehrer) zwischen den Beinen (Regel) herumschlendert. Das Wort Regel hat nämlich eine doppelte Bedeutung: erstens der Fuß, das Bein und zweitens bezeichnet es jedes der drei großen Feste: Ostern, Wochen- und Laubhüttenfest, an welchen, besonders zu Ostern und Laubhütten als am Beginn des Schulsemesters, der Melammed herumgeht, seine Schüler zu werben. Also er heißt so, weil er zwischen den Beinen oder zwischen den Feiertagen herumgeht.
ho] Hij hangt den schoolmeester uit. - Da guckt man nicht drum zum Fenster 'naus.
Meiningen - Da hab ich deutlich gesehen, dass es vorzügliech darin liegt, dass jeder sein Haus, Frau, Kinder und eine reine menschliche Existenz in der nächsten Notdurft hat: das schließt aneinander, und speit, was feindlich ist, sogleich aus.
Goethe, An Knebel, 30.11.1779 - Da hab ich einen Einfall: mir ists, als wenn das Zeichnen mir ein Saugläppchen wäre, dem Kind in [den] Mund gegeben, dass es schweige und in eingebildeter Nahrung ruhe.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 13./16.9.1777 - Da hab' ich ein Ei, ich hätt' gern zwei.
Nürtingen
i] Wird mit den Einleitungsworten: 'Da heißt's auch' angewandt, wenn ein Armer einem Wohlhabenden etwas schenkt. - Da hab' ich mir eine schöne Geschichte eingefädelt, sagte der Schneider.
i] Etwas Schlimmes eingerührt.
i] Zur Zeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Johnson, durch sein verfassungswidriges Verfahren unter Anklage gestellt war, vernahm man dort das obige Wort als Anspielung auf seinen frühern Beruf. - Da hab' ich Naaches (Ruhe, Zufriedenheit) davon, wie von meinem ersten Hemd.
i] Vom ersten Hemd hat man wohl ebenso viel Vergnügen als vom letzten. - Da habe ich nun in meinem Leben viele Verse gemacht, darunter sind ein paar gute und viele mittelmäßige, da macht der Eyck ein solches Bild, das mehr wert ist als alles, was ich gemacht habe.
Goethe, W. Grimm, 20.9./6.10.1815 - Da haben die Läuse Rand.
Rottenburg
i] Raum. Von einem, der Kopf und Hals voll Drüsen und Grind hat. - Da haben die Spatzen ihr Nest hineingebaut.
i] Von einem skrofulös zerfressenen Halse. - Da haben die wilden Schweine gegrast.
ho] De wilde zwijnen hebben hier gegraasd. - Da haben sie das Wesen der falschen Ehre. Sie macht uns abhängig von dem Schwankendsten und Willkürlichsten, was es gibt, von dem auf Triebsand aufgebauten Urteile der Gesellschaft, und veranlaßt uns, die heiligsten Gebote, die schönsten und natürlichsten Regungen ebendiesem Gesellschaftsgötzen zum Opfer zu bringen.
Fontane, Schach von Wuthenow - Da haben Sie ja nichts als Sommersprossen, sagte jener, als die Frau sagte, ihre Kinder wären alle in den Monaten Juli und August geboren.
- Da haben wir 's liebe Gut, und es ist nicht ausgebacken.
i] Ein junger Mensch, der unwissend, sittenlos und unbrauchbar von der Universität oder von seinen kostspieligen Reisen zurückkommt. - Da haben wir das Ei.
i] Die Bescherung. - Da haben wir das Fest und keinen Kuchen.
ndt] Da hebbe we de hilgen Dage un kêne Kauken. (Gerade das nicht, was der Augenblick fordert) - Da haben wir den Dreck, sagte der Pastor und ließ das Kind fallen.
- Da haben wir den Dreck.
i] Da haben wir's, nämlich das Unangenehme, die widerwärtige Bescherung. - Da haben wir den Salat und keinen Essig dazu.
Köthen - Da haben wir die Kaltschale.
ndt] Doar hebb'n wî de Kollschâl (auch: Konnschâl). Mecklenburg
i] Soviel wie: Da haben wir die Geschichte. - Da haben wir Gottes Wort schwarz auf weiß, sagte der Bauer, da sah der den Priester auf einem Schimmel.
ndt] Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is. - Da habt ihr das Vallentön'l, rief die Hebamme, und warf vor Schrecken das Kind in einen Eimer Wasser.
- Da habt ihr den Regen ohne den Wind.
Kreis Nimptsch in Schlesien
i] Beim Eintritt eines unerwarteten Ereignises. - Da habt ihr den Teufel in Leinwandhosen, und 's heißt immer, er hätte keine.
Oberlausitz - Da habt ihr den Teufel, ob er nicht schwarz ist.
- Da habt ihr die Pastete.
Köthen
i] Den schlimmen Erfolg, die Unannehmlichkeiten.
ho] Daar ligt eene pastei. - Da habt ihr euern Juden.
Köthen
i] Während der Cholerazeit war in dem Hause eines Einwohners zu Köthen ein alter Jude gestorben, dessen Leiche er ohne Zögern fortgeschafft wissen wollte. Da es ihm nicht gelang, dies durchzusetzen, auch keiner der Glaubensgenossen sich zu der Leiche wagte, lud er dieselbe auf einen Schubkarren und brachte sie so nach der Wohnung des Schames (jüdischen Küsters), indem er die obigen sprichwörtlich gewordenen Worte hineinrief. Sein Verfahren blieb indes nicht ohne Ahndung. - Da habt ihr's nun! mit Narren sich beladen,
Das kommt zuletzt dem Teufel selbst zu Schaden.
Goethe, Faust, II, 1 (Mephisto) - Da habt ihr's, Mutter, beseht's.
z] Sagt ich's nicht? hab' ich nicht geschrieben: du sollst aufrichtig sein? - Da habt jhr das, ist weit besser, dann wolt jhr das.
- Da half kein Kumst (Kohl) und kein Schnaps mehr.
z] Der Türke schlug die Russen von der Donau weg und half da (obgleich sie 15-20 Jahre dienen) kein Kumst und kein Schnaps mehr. - Da hängt das Geld fest.
i] Um auszudrücken, dass von der Seite kein Geld zu erhalten sei, dass, wer da etwas zu fordern habe, sich auf keine Zahlung verlassen könne, sagen die Holländer: Het geld is op den rooster geteld. - Da hängt's ihm heraus.
Nürtingen
i] Da will's hinaus. - Da hast die Gans, sagte der Advokat zu seinem Kollegen, ich hab sie b'roft, b'rof sie auch.
- Da hast du deinen: 's tut dir nichts.
- Da hast du den Korb, geh damit gen Markt.
la] Dulcis amica vale, mandatum do tibi tale. - Da hast du etwas, damit dir der Wachs nicht vergeht.
i] In der Niederlausitz zu Kindern, die von einer Speise, einer Leckerei gern etwas haben wollen. Es scheint die Meinung zu Grunde zu liegen, die unbefriedigte Sehnsucht der Kinder könne ihrer körperlichen Entwickelung, ihrem Wachstum Nachteilig sein. - Da hast du Kuckucks Dank.
i] Weil die jungen Kuckucke ihre Mutter aufressen sollen. Man kann aus jeder Naturgeschichte ersehen, dass der Kuckuck bloß von Insekten lebt. - Da hast du's Birkhuhn, fünf Fallen für Wölfe und du bist darin.
Litauen - Da hast du's, wie's gebacken und gebraten ist.
i] In aller Vollständigkeit und Vollkommenheit. - Dä hät 'ne Schelm em Mau.
Bedburg
i] In seinen Ärmeln steckt ein Schelm, trau ihm nicht. - Da hät 'r sick 'n schönen Dipentaot (Deputat) up 'n Hals leggt.
Altmark
i] Wenn sich jemand eine Abgabe, Last u.s.w. auferlegt hat. - Da hat a gut Mondstück. Ungar. Bergland
ndt] Sie hot a guat's Mundstück.
Würzburg - Da hat auch ein blind Huhn eine Erbse gefunden.
- Da hat das Recht keine Gewalt, wo die Gewalt Recht hat.
- Dä hät de Böck geschoren.
Bedburg
i] Den Nutzen davon. - Da hät de Nüss geschlagen.
Bedburg
i] Seinen Nutzen in der Tasche, sein Schäflein geschoren. - Da hat der Dieb den Spitzbuben gefangen.
- Da hat der Esel ein Pferd geworfen.
- Da hat der Flegel unnütze Mühe, sagte der Autor, als er hörte, der Recensent habe seine Schrift abgedroschenes Zeug genannt.
- Da hat der Hund drein g'schissen.
Nürtingen
i] Die Sache ist vereitelt, es ist nichts daraus geworden. - Dä hät der Kopp (Kopf) om räete Fleck.
Bedburg - Da hät der Peps drüvver kriegen.
Bedburg
i] Pips, bei Hühnern, bei Federvieh überhaupt, Schnupfen, d.i. Verstopfung der Nase mit verhärteter Zungenspitze, im 15. Jahrhundert pippus, gekürzt pip, neuniederdeutsch pip oder pipp, während die eigentliche neuhochdeutsche Form: der Pfipfs, Pfips oder wie Adelung verlangt, Pfipps, ziemlich außer Gebrauch gekommen ist. - Da hat der Satan sein Spiel.
- Da hat der Teufel Adje gesagt.
Troppau
i] Der Schuldner ist durchgegangen. - Da hat der Teufel mehr als zwölf Apostel, sagte der Hofnarr, als er in den Convent trat.
- Da hat der Teufel seinen Sack ausgeschüttet.
i] Da ist der Auswurf, die Grundsuppe der Menschen beisammen. - Da hat dich dein Vater noch im Säckel herumgetragen.
Breslau
i] Da war an dich noch nicht zu denken, du Grünschnabel. - Da hat die Aristokratie ihre Bedeutung [in der Malerei ebenso wie in der Geschichte, nur selten kommen dort wie hier einzelne Heroen vor.
Goethe, an F. Förster, 4. Aug. 1831 - Da hat die Armut bankrott gemacht.
la] Certissima paupertas. - Da hat die Welt gar seltsam sich umgewendt, wo die Frau über den Mann führt das Regiment.
- Dä hät e Brett vu der Nees.
Bedburg
i] Es ist ihm bei der Taufe ein Dummkopf mit eingebunden worden. - Dä hät e Gewissen we en Münchsmau (Mönchsärmel).
Köln - Dä hät e Würmchen em Kopp.
Bedburg - Dä hät Egypten durchgangen.
Brandenburg
i] Ist durchtrieben, ist in der Wolle gefärbt. Seiten: 1 2 3
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