Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Da
'Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?'
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
Laß sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe, Zahme Xenien I
'Danke' für warmes Brot geht in den Himmel. Estland
'Dankschien' schmesst man unger de Bank, aber 'Bezoahl'ch Gôt' nimmt ma mit in Himmel. Oberlausitz
'Das erfrischt' sagte die Katz', da fiel sie in ein Regenfaß. [ASpW]
'Das ist nur physisch', sagte der Psychiater.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!
'Das Staatsschiff', wie bezeichnend trifft
Das Bild hier den Gedanken!
Dass wir seit langem eingeschifft,
Man fühlt's am steten Schwanken.
A. Grün, Sprüche
D' Fuchswildhaub'n afhab'n. Oberösterreich (In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein)
D' Karte müsse's gebe, hat der Beckabu g'sait, hat's Zaindle sammt de Wecke verspielt.
D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist. Württhemberg
dä] Koen har glemt at hun var kalv.
fr] Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau.
ho] De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is.
sd] Koon will intet meer witta aff at hon haar warit kalff.
D' Leut lernt man auf'm Markt kennen, net in der Kirchen.
D' Lieb neigt sich auf dö Seit'n, wo d' Taschen hängt. Österreich
la] Amor vergit ad crumenam.
sd] Kiärleken hånger wed taskan.
D' Miller unn d' Becke händle mit nander. Elsass
D' Rumplebe, d' Scheißete. Schwaben
D' Schelme sind nid alli Müller, aber d' Müller alli Schölme.
D' Schloflüs bysse-n-e. Solothurn
D' Stross isch em z' schmal. Solothurn
D' Züricher liidet eh en Schaden als e Schand.
D'Jungfraun und d'Oar (= Eier) darf ma net z'lang aufheben.
D'Liab druckt's Herz und der Knödl'n Magen.
D'm Gutgenunk isch niks schlecht genunk. Rheinpfalz
D'n Brunschnidtag richten. Oberösterreich
i] Wenn es einem Bauer an einem Brunnen fehlt, holt er das Wasser, wenigstens das zum Kochen und Trinken erforderliche, mit Vorwissen des Nachbars aus dessen Brunnen. Dafür muss er nach dem Herkommen demselben zum Korn- oder Weizenschnitt ein bis drei Tage hindurch einen, oder auf einen Tag ein bis drei Arbeiter schicken, die nur die Kost, aber keinen Lohn erhalten.
D'n Hund muss me de Bä lass on d'n Bauer di Kermes.
D'n Möller sê Grenzstä es sê Ell'nbö. Meiningen
hdt] Des Müllers Grenzstein ist sein Ellenbogen.
D'n Winter hängt me die Zömmerleut' on di Stämetze (Maurer) vür di Bodelächer (Bodenlöcher).
D'r Arsch schtengd'n fort. Österreich-Schlesien (Er verlangt fortzukommen)
D'r Düwel scheisst net hi, as wu g'düngt isch. Rheinpfalz (Bei unverhofftem Glücksfall eines Reichen)
D'r ganze Fûss (Füße) woar wî a g'scheneter Vôgelkôp. Österreich-Schlesien
D'r Hohnack lejt 's Lînduéch ab, 's Frijohr kummt.
i] Leintuch; so heißt ein breiter Schneefleck, der auf dem Hohenack oft bis Ende Mai liegen bleibt. Man gebraucht im Elsass die obige Redensart, um zu sagen, dass derselbe schmilzt.
D'r is gien Hút off Schlît an de Rock. (Von einem Rocke, der weder die nötige Bedeckung gewährt, noch gehörig anschließt, also schlecht sieht)
D'r Ischmerglich wird niemol rich. Aargau
D'r kimmt de Krim in de Beg. Oberharz
hdt] Dem kommt der Krimmer (Raubvogel) in die Quere.
i] Vom Vogelsteller, dem ein Raubvogel den Fang stört, Unglück bringt.
D'r legt sän faulen Arm bän hungrigen Darm. Oberharz (Der Faule legt seinen faulen Arm bei den hungrigen Darm, er geht hungrig zu Bette)
D'r März krîjt d' Kû baim Schterz.
D'r März schét en d's Bä ra. Meiningen
D'r Nase nach.
i] Geradeaus, in gerader Richtung.
D'r Nöngonnöngsigste (neunundneunzigste) wês net, wie d'r Hondertste an ät Brud küt. Düren
D'r Od'm îs 'm ausganga.
i] Er ist gestorben.
D'r Pau'r schlêd a noch imm'r ai a Nacka. Österreich-Schlesien
D'r quêm gîn Tâl off Têken van hüm.
i] Tal = Sprache, Rede, Erzählung, Nachricht, Kunde. – Er gab weder Kunde noch Lebenszeichen von sich.
D'r sitten gên gôde Inholten in.
i] Eigentlich die Krummhölzer eines Schiffs, dann die Rippen eines Menschen. – Von einem, der brustkrank, schwindsüchtig ist.
D'r Sparar mues a Güüder ha'. Bern
D'r Teifel hilft säm Volk. Oberharz
hdt] Der Teufel hilft seinem Volk.
i] Wird gesagt, wenn ein Dieb oder Verbrecher unentdeckt bleibt, oder gut davonkommt und großer Gefahr entgeht.
D'r Tod is m'r über's Grab g'loffen. Steiermark
i] Wird gesagt, wenn einem ein Schauer überläuft.
D'r word gên Kô (Kuh) blär heten, of d'r is wohl'n Fleck an.
D'rin is er, 'raus muss er, sagt die Wurmfrau.
D'rsent dar Moan (Mann) tûd îs, do is oss wänn a Hond v'rackt wär.
i] Es will nicht mehr gehen.
D'rwile cha no menge Maus in ein' angers Lach schlüfe. Schweiz
D's Mähju (Mähen) und d's Singu ist nit z' erzwingu.
D's Schünst vom Geld es, dass me' net wess, bâm's (wem es) es. Meiningen
Da 's 'n Muskant, säd' de Jung, bloß up'n Sägenstütz (Sausteiss). Hamburg
Da 's blot so'n Mûl brüen.
i] Von ungenügender Kost. Der Mund wird angeführt, er meint, er bekäme was und es ist doch nichts Ordentliches. Brüen, auch brüden = aufziehen, necken, vexieren.
Da 's lange wachten, man quad fasten.
Dä 't dhon kann, söä' Jan, dä göäw mi 'n sülwernen Pennik.
Da (von) gehen achtzehn aufs Dutzend.
z] In allen Stätten, Flecken und Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz und händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen oft Achtzehn für ein Dutzet zu Marck.
Da aber alles, was sich unter Menschen im höheren Sinne ereignet, aus dem ethischen Standpunkte betrachtet, beschaut und beurteilt werden muss...
Goethe, Principes de Philosophie Zoologique
Da aber die Ewigkeit die Zeit nicht verlässt, so scheint sie sich mit der Zeit zu bewegen, obschon die Bewegung in der Ewigkeit Ruhe ist.
Nikolaus von Kues. Über die Schauung Gottes
Da aber in jeder Art der Ehe die Menschen bleiben, was sie vor der Ehe waren, und die Bürger protestantischer Länder meist Philister sind, so bringt es diese protestantische Monogamie im Durchschnitt der besten Fälle nur zur ehelichen Gemeinschaft einer bleiernen Langeweile, die man mit dem Namen Familienglück bezeichnet.
Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie...
Da aber zu einer glückseligen Lebensführung die drei früher genannten höchsten Güter der Menschen gehören, Rechtschaffenheit, Vernunft und Lust, so sehen wir demgemäß auch drei Lebensformen, deren eine alle, die im Leben ihr eigener Herr sind, bevorzugen: das politische, das philosophische und das Genussleben.
Aristoteles, Endemische Ethik
Da Adam hackt (reut) und Eua span, wer war da ein Edelmann?
mhd] Da Adam den Acker bawet, und Eua spann, wer was do ein Edelmann?
mhd] Do Adam reutte, und Euv span, wer was do ein eddelman.
mhd] Aller adel am ersten cham, von Eva und von Adam.
i] Wer mehr sein will, als ein gewöhnlicher Adamssohn, muss sich durch edle Handlungen auszeichnen. Nicht Geburts-, sondern Verdienstadel flößt Achtung ein. Aus der Zeit der Bauernkriege, 15. Jh. ff. Unter Kaiser Maximilian I. (1459-1519) hatte jemand obigen Spruch an eine Wand der kaiserlichen Burg geschrieben. Der Kaiser schrieb darunter: Ich bin ein Mann wie ein anderer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gan. Der englische Prediger John Ball predigte, nachdem man ihn aus dem Gefängnis befreit hatte, vor etwa 20.000 Menschen über das Sprichwort: When Adam delv'd and Eve span, who was then a gentleman? John Ball wurde am 15. Juli 1382 als Unruhstifter geschleift, gehängt und geköpft.
z] Als Adma grub und Eva spann,
Wer war da wohl ein Edelmann? John, Ball, engl. Prediger
z] Die frömmsten Edelleute fühlen zu einem Zweifel doch Beruf: Warum wol Gott am fünften Tage nicht einen Herrn von Adam schuf.
z] Als Wilhelm wirkt und Bismark spann, Gott hatte seine Freude dran.
G. Hesekiel, Das Buch vom Graf Bismark, Bielefeld 1870
dä] Adam fik en hak, og Eva fik en rok, deraf er al vor adels ferk.
dä] Adam groo og Eva spandt, hvor fandtes da en adelsmand.
en] When Adam delved and Eve span, who was then the gentleman? Prediger John Ball, Bauernaufstand 1381
fr] Ce n'est plus le temps où Berthe filait. (Die Zeit ist vorbei, in der Bertha* spann.) *Königin, Stifterin einer Benediktinerabtei am Genfer See, 10. Jh.
ho] Tom Adam spitte en Eva span, waar vond men toen den edelman?
ho] Wie was die edelman doe Adam graf ende Eva pan?
la] Adam fodiente, quis nobilior, Eva nente? Walther
la] Cum oret coniunx, et humum curaret Adamus vomere, ubi nomen nobilitatis erat?
la] Dum sarriret Adam, sua pensaque duceret Eva, fastus ubi tumida nobilitatis erat? la] Qui genus jactat suum, aliena laudat. Seneca
pl] Gdy Ewa przędła, Adam ziemię kopał, kto wtedy był szlachcicem, a kto komu chłopał?
sd] När Adam plöjde och Eva spann, en hwar war då en adelsman.
Da Allah den Wipfel der Dattelpalme nicht gebeugt hat, gab er der Giraffe einen langen Hals. Arabien
Da allen denen, welche aufrechtem Wege wandeln, nur Gutes und Rechtes begegnen kann...
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 1.9.1820
Da alles du dahinten lassen und fortziehen musst, du magst wollen oder nicht, warum klammerst du dich an Wertloses an und suchst nicht das, was wertvoll ist? Mahâbhârata
Da an eine sittliche Selbstbildung nicht gedacht oder vielmehr in früheren, roheren Zeiten nicht daran geglaubt worden, so ist statt derselben die Spezialbeichte eingeführt, da denn niemand sich mit sich selbst herumzuschlagen braucht, eine empfundene Entzweiung nicht selbst zu vereinen und ins Ganze herzustellen aufgefordert ist, sondern darüber einen Mann von Metier zu Rate zieht.
Goethe, Tagebuch, 7. 9. 1807
Dä ass om Altar bedroge wurde. Bedburg (Ist schlecht, unglücklich verheiratet)
Da behüte mich S. Velten für.
Da beim Menschen nichts Überflüssiges ist, so kann er auch nichts entbehren und verlieren, und was er verliert, kann er deswegen auch nicht ersetzen (Haare und Nägel ausgenommen und die geringe Reproduktionskraft in Rücksicht auf Haut, Fleisch und Knochen), dagegen bei den Tieren, und je niedriger die Tiere stehen, die Reproduktionskraft ebenso wie die Zeugungskraft größer ist. Die Reproduktionskraft ist nur eine unabgelöste Zeugung, und umgekehrt.
Goethe, Riemer, 23.11.1806
Da beisst d' Maus koin Fade a. Schwaben
i] Das bleibt so, daran wird nichts abgehandelt, zugegeben, nachgelassen, geändert, davon geht nichts ab.
z] Die Chemie geht von dem Satze der Ewigkeit, der Unzerstörbarkeit, der Nichterschaffung der Materie aus; davon beisst keine Maus einen Faden ab.
Da beisst man mit guten Zähnen übel. Nürtingen
Da beißt die Maus keinen Faden ab. >>> Maus
Da bekam man Ostern und Pfingsten zu sehen. Ostpreussen
Da bekommt man keine Käsespitze.
i] Nicht das Geringste, Wertloseste. Nach dem Volksglauben sitzt der Hauskobold in der Käsespitze, dem spitzen Ende eines langen Käses, das zuletzt übrig bleibt und das man daher zu essen vermeidet.
Da bellt kein Hund und kräht kein Hahn. (Ort, Gegend ohne Leben; Einöde, Wüste)
dä] Hvor man hverken hører hund eller hane.
Da bin i gange und ha der Sack to hange, und hed e niemer g'no, so hanget er iez noh. Luzern
Da bin ich am Zaun.
i] In dem Sinne: Da stehen die Ochsen am Berge; ich weiß keinen Rat, ich kann nicht weiter.
Da bin ich bekannt wie ein Dreier. Berlin
Da bin ich daheim wie in meiner Tasche.
Da bin ich ihm zuvorgekommen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.
Da bin ik schön to Markt brögt. Holstein
i] Da bin ich schlimm wieder weggekommen, da habe ich schlecht eingekauft.
Da bist du schief gewickelt.
i] Du bist im Irrtum, siehst die Sache falsch an.
Da bitte ich um eine Flasche Lebensverlängerungselixir, sagte der Delinquent zum Richter, der ihm erlaubte, sich vor seiner Hinrichtung noch einen Trunk zu wählen.
Da bläst die Katze den Abendsegen. Franken
i] Da ist nicht viel zu holen.
Da bleiben so viel Äpfel als Feigen.
Da bleibt dem Manne viel zu dulden;
Wo er nur hinsieht, da sind Schulden.
Goethe, Faust, II,
(Der Abgemagerte)
Da bleibt kein alt Weib am Spinnrade.
ho] Dan blijft er geen oud wijf aan haar spinnewiel.
Da bleibt kein Auge trocken, sagte der Betrunkene und begoss auch seine Hühneraugen mit Spirituosen. [ASpW]
Da bleibt mir der Denker (Verstand) stehen. Köthen
Dä bliev op em Pfennig dud. Bedburg
i] Übertriebene Sparsamkeit.
Da blüht ihm keine Rose. Nürtingen
Da brennt die Hölle. (Sinn: Da ist Feuer im Dach)
Da bring' ich's, sagte Paul und - fiel damit zur Tür hinein.
ndt] Da bring ick't, se(de) Hans, un full darmit tor Dör herin.
Da bring' wi dat Swîn (Schwein) na'n Swînmark hen. Hamburg
i] Rufen die Gassenjungen einem Betrunkenen nach.
Da bringen mich zehn Pferde nicht fort.
ndt] Da krigge mich kein' hundert Pääd derzo. Köln
Da bringt man mich nicht mit zehn Gäulen fort. Nürtingen (So gut gefällt es mir hier)
Da Christus war allein, war er in Teufels Gemein'.
Da dacht ich: ehrlich sein
Ist doch das beste,
War es nur kümmerlich,
So steht es feste.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Wie ich so ehrlich war...
Da dank ich Euch, denn mit den Toten
Hab ich mich niemals gern befangen.
Goethe, Faust, Prolog im Himmel
Mephisto Vs 318
Da danzt Bomholm hen.
i] Als im Jahre 1312 die hanseatischen Seestädte den Übermut des dänischen Königs gezüchtigt und ihn durch einen Besuch in Kopenhagen zum Frieden gezwungen hatten, lud er zum Geburtstage der Königin die Hauptleute der hanseatischen Flotte zu sich aufs Schloss. Der Admiral, der Lübecksche Bürgermeister Johann Wittenberg, lud die Königin zum Tanz ein, welche die Einladung zwar anfänglich ablehnte, aber später unter der Bedingung annahm, dass ihr der Admiral die Insel Bornholm zusicherte. Sie tanzte darauf den ganzen Abend nur mit dem Bürgermeister, die Lübeckschen aber, die es sahen, sagten: »Da danzt Bornholm hen.«
Da darf auch kein Tipfelchen daran fehlen.
i] Es darf nicht das Geringste, auch nicht ein Stäubchen davon abgehen. Zur Bezeichnung des Sorgfältigen und Pünktlichen, aber auch des Habgierigen, der nicht das Geringste nachlässt.
Da darf man nicht lang zinkfeuerlen. Nürtingen
i] Keine Zeit mit Vorbereitungen verlieren.
Da das böse Wort für die Tyrannei bezeichnend ist, ist es das Bonmot für die Freiheit.
Friedrich Hacker
Da das gerstenkorn sitzt, da kann das Rockenkorn nicht hinkommen.
z] Wenn der Magen voller biers ist, so will er kein essen einlassen.
bm] Kde je pivovár, tam netreba pekare.
bm] Kde jecne zrno lezí, tu nemûze lezeti zitné.
lett] Kur meefchu grauds gull, tur rudfu ne warr gulleht.
lit] Kur mezei gul, ruggei ne telpa.
Da das Gold im Rhein liegt.
Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.
Karl Kraus, Aphorismen
Da das Kamel Hörner begehrte, verlor es auch seine Ohren.
Da das Pferd pflügt, lasst uns den Esel satteln.
Da das Theater immer nur ein gestoppeltes und gestückeltes Wesen bleibt.
Goethe, Lehrjahre V,4
Da das Volk nach den Gesetzen zu leben wünscht, die Mächtigen aber den Gesetzen befehlen zu dürfen glauben, so können sie unmöglich miteinander auskommen.
Niccolò Machiavelli, Geschichte von Florenz
Da das Wohlwollen verschönt und sich jedermann mit Wohlwollen ins Spiegel besieht, so kann man behaupten, dass jeder sich auch mit Wohlgefallen erblicken müsse, selbst wenn er sich dagegen sträuben wollte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6
Dä dât kann, dä kann dat, har de Kärl saght, doa harre 'n Snîder üawer de Hûsdüar smieten. Halver in der Grafschaft Mark
Da Date die Händ hat zugetan, ist Dabitur krumb und lamb worden.
Dä daug vun Huck (Haut) un Hôr nit. Köln
Da deit de Hund wat in. Hamburg
Da denkt kein Russe dran.
i] Lieblingswort Berliner Gassenjungen.
Da der Arm saß, da war es entweder trucken oder nass.
Da der Bauer den fliegen die stette nicht gunte, und wolt sie mit einem Strohwisch verbrennen, steckte er das gantze Haus an.
Da der Dichter durch Antizipation die Welt vorwegnimmt, so ist ihm die auf ihn losdringende, wirkliche Welt unbequem und störend, sie will ihm geben, was er schon hat, aber anders, das er sich zum zweitenmale zueignen muss.
Goethe, Tag- und Jahreshefte bis 1780
Da der eine Spott und Schaden gekauft hat, da kann ihn der andere umsonst kriegen.
Da der Esel nicht wolte nasse heut tragen, muss er endtlich rauhe Ziegel tragen.
Da der Gipfel dessen, was Kunst und Genie darstellen, eine leichte Erscheinung ist, so werden die Nachkommenden gereizt, sich's leicht zu machen und auf den Schein zu arbeiten.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung
Da der größte Teil der Menschen so schwachsinnig ist, an diesen kleinen Dingen Geschmack zu finden, so sind die, welche sich weigern, ihnen um so wohlfeilen Preis gefällig zu sein, in meinenAugen noch schwachsinniger als jene. Chesterfield, Briefe an seinen Sohn, Bath, 29. 9. 1746
Da der Herrgott seine Esel kannte, ließ er sie alle ohne Hörner.
Da der Kranke genaß, er Gott vergaß.
Da der kranke genaß, je (nie, viel) er ärger was.
z] Vor Zeiten sagten die Klosterleute: Daemon languebat, tunc monachus esse volebat, sed dum convaluit, mansit ut ante fuit.
z] Mancher der spricht, o lieber Gott: ich will fromb werden, hilff aus not; alsbald er aber tut genesen, kehrt er zum vorigen sündlichen wesen.
mhd] Dô der siech man genas, dô was er als er ê was.
mhd] Si gedenken aber an daz Sprichwort nicht: dô der sieche lîp genas, do beliep er, als er ê was.
mhd] Wen sprichet: dô der siech genas, dô was er der er ouch ê was.
mhd] Dem spricht man, dô der siech genas, dô wart er boeser dann er was.
ho] Als de kranke weêr genas, was't erger, dan't te voren was.
la] Quando languebat, monachus bonus esse uolebat: sed cum conualuit, mansit ut ante fuit.
la] Surgens aegrotus reprobus fit denique totus.
Da der Mensch doch einmal die Sehnsucht nicht los werden soll, so ist es heilsam, wenn sie sich nach einem bestimmten Objekte hinrichtet, wenn sie sich bestrebt, ein abgeschiedenes großes Vergangene ernst und harmlos in der Gegenwart wieder darzustellen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Tiecks Dramaturgische Blätter
Da der Mensch einmal von Kindesbeinen an ein eitles und stolzes Geschöpf ist, so schmeichle man seiner Eitelkeit wenigstens in wirklich guten Dingen und halte seinen Stolz auf etwas, das zu seinem wahren Vorteil gereicht. Locke, Gedanken über Erziehung
Da der Mensch für seine Liebe dieselbe Einheit sucht, die er für seine Vernunft begehrt, so ist er so lange für oder wider Völker parteiisch, als er ihre Unterschiede nicht unter einer höhern Einheit auszugleichen weiß.
Jean Paul, Vorschule der Asthetik
Da der Mensch nicht immer schaffen und hervorbringen kann, obschon solches freilich für ihn das Wünschenswerteste bleibt, so unterhält und erfreut ihn doch, wenn er das Verlorene aufsucht, das Zerstörte wieder herstellt, das Zerstreute sammelt, ordnet und belebt.
Goethe, Schriften zur Kunst – Ausgrabungen
Da der Mensch, wenn er einigermaßen resolut ist, auch das Notwendige selbst zu wollen übernimmt...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12
Da der Pfaff ein Weib nahm, verschlug er seine Pfaffheit.
i] Der katholische Geistliche, welcher nach empfangener Weihe heiratet, geht seiner geistlichen Würde verlustig.
mhd] Do der phaffe wib nam, do vorslug er die phaffheit.
Da der Schmied den Ambos hämmert, hämmert ihm der Mönch die Frau.
Da der Tor die Törin nahm, ward der Tor der Törin Mann.
Da der wein wächst, da trinkt man den schlechsten.
z] Also diejenigen, und die ort, davon man alle Tugendt und Christlichen wandel lernen und erwarten soll, seind im tun und Leben ärgerlich.
Da der Wirt ein Hahnrei ist, ziehen die Gäste gerne ein.
Da der Wolf gefangen war, da wollt er fromm werden.
Da der Wolf liegt, da beisst er nicht.
Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.
Da die alten Sprichwörter meist auf geographischen, historischen, nationellen und individuellen Verhältnissen ruhen, so enthalten sie einen großen Schatz von reellem Stoff.
Goethe, An Schiller, 16.12.1797
Da die Artischocken in großer Herren Gärten wuchsen, waren sie angenehm, jetzo da sie bey Bauern zu finden, helt man nichts darauf.
Da die bildenden Künste allein vermögend sind, die Schönheit der Form hervorzubringen, da sie hierzu der Hülfe keiner andern Kunst bedürfen, da andere Künste gänzlich darauf Verzicht tun müssen: so ist es wohl unstreitig, dass diese Schönheit nicht anders als ihre Bestimmung sein kann. Lessing, Laokoon
Da die Ehe (in ihren verschiedenen Formen) eine wirtschaftlichpolitisch-soziale Form ist (und nicht eine sentimentalerotische), so vollzieht sich die Zeugung der nächsten Generation zu allen Zeiten zum großen Teil außer der Ehe.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
Da die Ehe die körperliche Liebe im Allgemeinen nicht mit einschließt, schiene es vernünftig, das eine unverblümt vom anderen zu trennen.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht
Da die Frau sich vermännlicht, sucht sie instinktiv einen Männertyp, der weiblicher ist als die früheren Helden.
Marello Mastroianni
Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher.
Schiller, Die Götter Griechenlands
Da die Grammatik die Kunst sein soll, die Schwierigkeiten einer Sprache zu lösen, darf der Hebel nicht schwerer sein als die Last.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen
Da die Großen nun auch einmal Menschen sind, so denkt sie der Bürger, wenn er sie lieben will, als seinesgleichen, und das kann er am füglichsten, wenn er sie als liebende Gatten, als zärtliche Eltern, als anhängliche Geschwister, als treue Freunde sich vorstellen darf.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,5
Da die Hitze alle Körper ausdehnt, so sind die Jahre in dem warmen Italien viel länger als in dem kalten Deutschland.
Heinrich Heine
Da die Kirche die Liebe nicht unterdrücken konnte, hat sie sie zumindest desinfizieren wollen, und darum die Ehe eingesetzt.
Charles Baudelaire, Tagebücher
Da die Kunst die Natur nachahmt, und die Natur alles immer so gut wie ihr nur möglich ist macht, ist auch die Kunst irrtumsfrei wie die Natur.
Robert Grosseteste, De gener. son
Da die Menschen in ihrem Tun sich ungern nach der Vorschirft Christi ausrichten ließen, haben sie seine Lehre wie einen Maßstab aus weichem Blei nach den Sitten gestreckt, damit eben beides noch einigermaßen übereinstimme. Ich weiß nicht, was sie damit erreichen, außer dass man mit besserem Gewissen Böses tun darf.
Thomas More, Utopia I
Da die Menschen schlecht sind, ist das Gesetz notwendig, um sie für besser anzusehen, als sie sind.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, Vom Geist der Gesetze
Da die Menschen so verschiedene Köpfe haben, können sie nicht alle gleich stark von einem Beweis gerührt werden, besonders in Glaubensfragen.
Jean-Jacques Rousseau, Dritter Brief vom Berge
Da die Menschen zu allen Zeiten dieselben Leidenschaften gehabt haben, so sind zwar die Anlässe, welche große Veränderungen hervorbringen, verschieden, die Ursachen aber sind immer die nämlichen. Montesquieu, Betrachtungen über die Größe der Römer und ihren Verfall
Da die Motive, welche die Erscheinung des Charakters oder das Handeln bestimmen, durch das Medium der Erkenntnis auf ihn einwirken, die Erkenntnis aber veränderlich ist, zwischen Irrtum und Wahrheit oft hin- und herschwankt, in der Regel jedoch im Fortgange des Lebens immer mehr berichtigt wird, freilich in sehr verschiedenen Graden; so kann die Handlungsweise eines Menschen merklich verändert werden, ohne daß man daraus auf eine Veränderung seines Charakters zu schließen berechtigt wäre. Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung
Da die Nachkommen gewöhnlich denken, mit ihnen fange die Welt und das Leben erst an, oder wie er [Goethe] es ausdrückte: Ihr Tauftag solle der Schöpfungstag sein.
Goethe, zu Riemer, 1803-1814
Da die Philosophie keinen Weg zur inneren Ruhe hat finden können, der allgemein gültig wäre, muss jeder diesen Weg in seinem Inneren suchen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais
Da die Produzenten nützlicher Dinge die einzigen der Gesellschaft nützlichen Menschen sind, sind sie die einzigen, die zusammenwirken sollten, um ihren Lauf zu regeln
Saint-Simon, Die Industrie
Da die Rechtsordnung zugleich Friedensordnung ist, wird ihr in mancher Bagatellsache am besten gedient, wenn um des «lieben Friedens» willen auch auf das «gute Recht» verzichtet wird. Radbruch
Da die Rede die Sinne und das innere Vorstellungsvermögen vertreten muss, so muss sie auch zu diesen reden und der Ausdruck sinnlich und repräsentativ sein.
Goethe, Riemer, 24.12.1810
Da die Schönheit unteilbar ist und uns den Eindruck einer vollkommenen Harmonie verleiht, so lässt sie sich durch eine Folge von Worten nicht darstellen.
Goethe, Schriften zur Kunst - De Gérard: Portraits Historiques
Da die Sprache das Organ gewesen, wodurch ich mich während meines Lebens am meisten und liebsten den Mitlebenden mitteilte, so mußte ich darüber, besonders in spätern Zeiten, reflektieren und hierbei hat mir's niemals an trefflichen Freunden gefehlt, die, zu Forschern in diesem Fache berufen, großen und anhaltenden Fleiß darauf verwendeten. Wenn ich nun gleich nach meiner eingebornen Art und Unart auf Korrektheit und Reinlichkeit niemals genugsamen Fleiß zu wenden im Stande war, so habe ich doch aufs deutlichste begreifen lernen, dass die Sprache nur ein Surrogat ist, wir mögen nun das, was uns innerlich beschäftigt, oder das, was uns von außen anregt, ausdrücken wollen.
Goethe, An Ch.L.F.Schultz, 11.3.1816
Da die stolze Kuh keine Milch geben wollte, ward sie zum Reiten abgerichtet. Jakuten
Da die Trefflichkeit einer Gesellschaft in letzter Linie von der Natur ihrer Bürger abhängt, und da die Natur der Bürger durch eine frühzeitige Gewöhnung mehr beeinflußt werden kann als alles andere, so sind wir genötigt, die Wohlfahrt der Familie als die Grundlage der Wohlfahrt der Gesellschaft zu betrachten. Spencer, Die Erziehung
Da die Treue ward geborn,
Floh sie in ein Jägerhorn,
Der Jäger blies sie in den Wind,
Daher man sie jetzt selten findt.
Hans Rudolf Grimm, Poetisches Lust-Wäldlein
la] Nusquam tuta fides. Virgil
Da die Weide Palmen trug, nannte sie sich gleich einen heiligen Baum.
Da die Wespe keinen Honig machen kann, macht sie Galläpfel.
Da die Zeit kurz ist, begrenze deine lange Hoffnung!
Horaz, Lieder
Da diejenigen, welche wissenschaftliche Versuche anstellen, selten wissen, was sie eigentlich wollen und was dabei herauskommen soll, so verfolgen sie ihren Weg meistenteils mit großem Eifer, bald aber, da eigentlich nichts Entschiedenes entstehen will, so lassen sie die Unternehmung fahren und suchen sie sogar anderen verdächtig zu machen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1169
Da diese Welt doch nur ein Gaukelstück,
Hoffst du umsonst in ihr auf wahres Glück.
Und jene Feder, die dein Schicksal schrieb,
Sie kehrt um deinetwillen nicht zurück.
Omar Kaajjam
Da dir zu sterben bestimmt, so genieße, was du besitzest;
Aber, des Lebens gedenk, brauche mit sparsamer Hand.
Der heißt weise mit Recht, der, dies und jenes bedenkend,
Brauchend und sparend zugleich, nimmer des Maßes vergisst. Lukianos
Da Doabm (Darm) ged'n nian aus. Steiermark
i] Es fehlt ihm nie an Gesprächs- und Unterhaltungsstoff.
Da doch die Aussprüche des Verstandes eigentlich nur einmal, und zwar in dem bestimmtesten Falle, gelten und schon unrichtig werden, wenn man sie auf den nächsten anwendet.
Goethe, Lehrjahre V,1
Da doch sowohl das Beispiel der ältern Weisen als die Erfahrungen an dem neuern Tun und Treiben uns hätten aufmerksam machen sollen, dass man seinen Zweck vernichtet, indem man ihn voraussagt, dass eine Handlung, wenn sie glückt, nicht kostestiert wird, wohl aber nichts mehr Widerspruch erleidet, als eine vor, ja sogar nach der Tat ausgesprochene Maxime.
Goethe, An F. L. Passow, 20.10.1811
Da donnern sie Sanfmut und Duldung aus den Wolken und bringen dem Gott der Liebe Menschenopfer wie einem feuerarmigen Moloch, predigen Liebe des Nächsten und fluchen den achtzigjährigen Blinden von ihren Türen hinweg, stürmen wider den Geiz und haben Peru um goldner Spangen willen entvölkert.
Schiller, Die Räuber II, 3
Moor
Dä drät et Hûs fêl. Bedburg (Vom Plauderer und Waschhaften)
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft'ge Welt. Eichendorff, Ahnung und Gegenwart, I, Im Walde der Heimat
Da drehen sich einem die Kutteln um. Nürtingen
i] Die Eingeweide, Kaldaunen. Um Mitleiden oder Unmut auszudrücken.
Da dreht es sich (wendet sich das Blatt).
da dreht sich mir der Magen
en] that makes your stomach turn over
fr] ça me soulève le cœur
it] mi si rivolta lo stomaco
Da du kein Syrer bist, benimm dich nicht wie einer. Altgriechisch (Wie ein Barbar)
Da du nach dem Stande eines Ehemannes und Vaters trachtest - hast du auch dessen Pflichten recht erwogen?
Jean-Jacques Rousseau, Emile
Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.
Goethe, Faust, I, Prolog im Himmel (Mephisto)
Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen.
Da Ehefrauen sogut wie Prostituierende ihren Lebensunterhalt durch Preisgabe ihrer sexuellen Reize verdienen, geben sie sich nicht mehr nur dann hin, wenn ihr eigener Instinkt es verlangt. Das hat dem Liebesspiel großen Eintrag getan, und gerade das Liebesspiel bildet die naturgemäße Sicherung der sexuellen Leistungsfähigkeit. Bertrand Russell, Marriage and Morals
Da ein Schriftsteller sich muss gefallen lassen, dass so manches wunderlich genug genommen und beurteilt wird, so findet er sich freilich sehr getröstet, wenn seine Arbeit einmal bei einem gebildeten Individuo als Naturprodukt wirkt, und zwar in seiner ganzen Breite und Tiefe.
Goethe, An Sarah Wulff 9.2.1797
Da eine jede Gesellschaft ein Vertrag ist, kein Vertrag aber recht ist, darinnen Dinge versprochen werden, die dem Gesetze der Natur zuwider laufen, so kann auch keine Gesellschaft recht sein, die etwas zu ihrer Absicht hat, was dem Gesetz der Natur zuwider ist.
Christian Freiherr von Wolf, Vernünfftige Gedancken von dem gesellschaftlichen Leben der Menschen
Da eine Kuh böset, da bösen sie alle miteinander.
i] Lascivire. Gewöhnlich biesen, bisen, bisern, pisen. Vom Rindvieh, wenn es bei großer Hitze von Bremsen gestochen und verfolgt mit aufgestelltem Schwanze hin- und herläuft. Aber auch von lustigen, schwärmenden Menschen.
z] Nemb war, die Kuh hebt an zu bisen, sie scherzt, sam sei sie auf der wiesen.
z] Es hütt ein Knab auf einer Wisen, ließ seine schaf und zigen pisen.
z] Da wer kein Awen feld und Wisen, da nicht die Geiss thet umbher bisen.
Da einer das kröpflein veracht, dem wird das hünlein nicht, sagen die Kinder.
Da einer ins Kloster fuhr, erbt er keinen Pfennig. [RSpW]
i] Zu den Fällen, welche erbunfähig machten, gehörte auch der Eintritt ins Kloster. Nach dem Sachsenspiegel und den Goslarischen Statuten tritt sofortige Erbfolge ein, als wäre die in den Orden getretene Person schon gestorben, weil der Mönch für die Welt verloren. Auch nach dem kanonischen Rechte verlieren Personen, die ins Kloster treten, die Fähigkeit beerbt zu werden, folglich können sie auch kein Erbe empfangen.
dä] Sidhæn han for i clostær tha æruær han ængæn pænning.
Da einer mit umgehet, das hangt jhm nach.
Da einmal Wasser ist gesin, mag wider wasser kommen hin.
la] Locis quod grauius proponderat undique pondus.
Da er alt ward, fing er an klug zu werden.
Da er das Kamel nicht bewältigen kann, beisst er in den Sattel.
Da er den dritten Tag wollt naschen, wird ihm der Hof abgeblasen.
Da er der Kuh nichts kann, stößt er das Kalb.
Da er es (das Geld) ablehnen wollte und mit einiger Schalkheit zu verstehen gab, dass er nicht so abgebrannt sei, als es aussehen möchte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit
Da er seiner Schwiegermutter nicht gewachsen war, band er mit seiner Frau an. Ägypten
i] Wenn er sieht, dass sein eigentlicher Feind ihm überlegen ist, so greift er einen Schwachen und Unschuldigen an. Schwiegermutter steht hier allgemein für feindliche, widerwärtige Personen.
Da erhebet sich der Bettlertantz.
Da Erkenntnisse immer im Zusammenhang stehen mit sprachlicher Genauigkeit, ist die klassische Literatur die Schöpferin des wissenschaftlichen Geistes in Deutschland.
Heinrich Mann, Die Macht des Wortes
Da erschien ihm ein Engel und gab ihm Kraft.
Lukas 22, 43
Da es aber einmal nicht in unsern Plan geht, und man an seinen Lebensverhältnissen nicht so viel zupfen und zerren, nicht immer was Neues an sie heranziehen soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2
Da es aber zwei Arten von Schönheit gibt - zur einen gehört die Anmut, zur anderen die Würde -, müssen wir die Anmut für weiblich, die Würde für männlich halten.
la] Cum autem pulchritudinis duo genera sint, quorum in altero venustas sit, in altero dignitas, venustatem muliebrem ducere debemus, dignitatem virilem.
Da es aber, im Verfolg wissenschaftlichen Bestrebens, gleich schädlich ist, ausschließlich der Erfahrung als unbedingt der Idee zu gehorchen...
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums
Da es Bücher gibt, so wertvolle und königliche, dass ganze Gelehrtengeschlechter gut verwendet sind, wenn durch ihre Mühe diese Bücher rein erhalten und verständlich erhalten werden diesen Glauben immer wieder zu befestigen, ist die Philologie da. Nietzsche
Da es dem Narren mislang, die Glut mit Schwefel zu dämpfen, so versucht er, das Feuer mit Öl zu löschen. Russland
Da es dem Trinker von geworden, da vergehts ihm wieder von.
Da es dem Wolfe nichts hilft, auf die Schafe zu lauern, so holt er sie aus der Hürde.
Da es eine Zeit ist zu spalten und eine andere wieder zu vereinen, eigentlich aber doch nur die Menschen, die Zeit machen, so sehe ich in den jungen Männern, die das letztere bewirken, ganz eigentlich gute Dämonen, welche das Versöhnen und Einen als notwendigen Naturtrieb empfinden.
Goethe, An K. E. Schubarth, 7.11.1821
Da es en rechten Güörtenteller (Grützenzähler). Iserlohn (Ein knickeriger Mensch)
ho] Het is een gorten-teller.
Da es mir wohl erging auf Erden, wollten alle meine Freunde werden; da ich kam in Not, waren alle Freunde tot.
Da es nun ferner ausgemacht ist, dass die Frauen sich nur füreinander putzen und untereinander den Putz zu steigern unermüdet sind...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12
Dä es we' ne Wimpel om Dag. Köln
Dä es zo domm (dumm), duss zo dun. Köln
Dä ess ens räet an de Lîmroth (Leimrute) kumen. Bedburg
i] Zu Schaden, durch List übervorteilt worden.
Dä ess ens räet durch de Zäng getrocke wurde. Bedburg
i] Durch die Zähne gezogen, durchgehechelt.
Dä ess êns rät öm et Liet (Lid) gefôt wurde. Bedburg
i] In dem Sinne: über den Löffel barbiert.
Dä ess jetzt wie 'ne Vogel op de Heck. Bedburg
i] In unsicherer Stellung.
Dä ess von alle Mäede (Märkte) widderkumme. Bedburg
i] Hat Erfahrung, Weltkenntnis, ist durchtrieben.
Dä ess wie en wasse Nase. Bedburg
i] Unbeständig, launenhaft.
Da fahr' ich voll drauf ab!
Da fährt des Teufels Braut.
i] Wenn Feuer aus dem Steinen sprüht.
Da fällt der Dreck zu einem Krüppel. Nürtingen (Zunächst von sehr hoch angebrachten Abtritten)
Da fällt mir all' mein Weißzeug bei.
Da Fama tausend Zungen hat, so setzt sie gewöhnlich dem Übel drei Nullen zu.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, 21.6. 1798
Da fängt der Hirsch die Hunde.
la] Cervus canes trahit.
Da Fauli trogg si z'tod, da Flaissigi ged genod. Steiermark (Der Fleißige geht so oft, als es nötig ist)
Da fehlt auch nicht das Pünktlein auf dem i.
Da fehlt die Feile. (Die Arbeit ist noch rauh, mangelhaft, bedarf der Politur)
ho] Het heeft de vijl noodig.
Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i. Nürtingen
Da fidei, quae fidei sunt. Francis Bacon
dt] Gib dem Glauben, was des Glaubens ist.
Da finden sieben Katze keine Maus.
ndt] Dau findet siebe Katze kä Maus. Ulm
Da findt man keinen g'sattelten Gaul. Nürtingen (Zur Bezeichnung arger Unordnung)
Da Flecka (Flecken) helfa heba und lega. (Im Glück wie im Unglück der Gemeinde mit Rat und Tat beistehen, unter allen Umständen für das Wohl der Gemeinde wachsam und tätig sein)
Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, daß sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selber durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer Gesundheit. Demokritos
Da fliegen Scheben, wo Flachs gehechelt wird.
Da folgen die Kinder wie die Orgelpfeifen.
i] Wenn sie so aufeinanderfolgen, dass, wie die Dänen sagen, das eine Kind Zähne, wenn das andere Hände bekommt.
Da fraget Kuntz ohn sorg vil nach.
la] Non est curae Hippoclidi.
Da fragt der Weise den Narren um Rat.
ho] De wijze vraagt den zot om raad.
Da fragt Kuntz on sorgen wenig nach.
la] Non est curae Hippoclidi, non curas, quanti veneat frumentum.
Dä Frau géit (geht), as 'ne Gäus, dä 't Ai nit los wer(d)en kan. Grafschaft Mark
Da freu' ich mich druf wie der Chosen (Bräutigam) uf die Kalle (Braut). Jüd.-deutsch (Auch in ironischer Bedeutung)
Da friert Mark und Bein zusammen. Nürtingen
Da friss ich (auch) keinen Salzstein. Nürtingen (Keinen Stein Salz, da bleib' ich nicht lange)
Da gaben wir dem Cäsar,
Was dem lieben Gott gehörte.
Heine, Romanzero: Himmelsbraut
Da gaoh wi hiär (da gehen wir her), sagg de Kreihe, dao hadd' ehr de Hawk in 't Muel.
Da geb' ich nicht einen faulen Rappen für.
Da geh' ich auf alle Viere über die Ringstrasse. Wien (Zu ergänzen: Ehe ich das tue)
Da gehen doch eher die Krebse mit dem Hasen davon.
ho] Dan gaan de krabben nog met den haas door.
Da gehen wir Botaniker, sagte die Kuh zum Kräuterweibe.
Da gehen wir Künstler, sagte der Schuhflicker zum Bildhauer.
Da gehen wir Musikanten, sagte die Kuh zum Pfeifer, als sie eine Schelle bekommen hatte.
Da gehet der Wind aus einem andern Loche.
Da gehet es aus einem anderen Fasse.
Da gehet es gut, wenn schon ein ganzes Dorf verbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus aufrecht bleibt.
Da gehet's zu, wie im Venusberge.
Da gehets zu, wie beim Teufel in der Hölle.
Da geht alles widerwärtig zu, wo man den Esel auf den Sack ladet.
Dä geht dem Hohnderei noh un ließ et Gängsenei leggen. Bedburg
Da geht die Mutter vom Kinde.
Da geht die Uhr richtig.
i] Da weht der Wind von der rechten Seite.
Da geht ein Licht auf.
ho] Daar gaat een licht op.
Da geht einem die Pfeife aus.
i] Es ist, um aus der Haut zu fahren, um katholisch, um des Kuckucks, des Teufels, um toll zu werden.
fr] Cela ferait enrager la bête et le marchand.
fr] Cela ferait renier chrême et baptême.
fr] C'est à crever dans sa peau.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.
fr] Le diable s'en pendrait.
Dä geht en et hundert, dat et tusend voll wird. Bedburg
Da geht er hin und singt nicht mehr? F. Gumbert, Die Kunst geliebt zu werden, 18. Szene
Da geht es alle hin, sagte Scheißinsbett.
Da geht es übel, wenn Frevel die Frommen schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
Da geht Gewalt für Recht.
Da geht ihm ein guter Wurm ab.
i] Dem Spieler, der eine Karte beigeben muss, die er noch gut zu verwerten gerechnet hatte.
Da geht kein Loch durch.
z] Wer theurer verkauft, als die Sache wert, ist des Teufels; da geht kein Loch durch, denn es ist wider die brüderliche Liebe.
Da geht kein Streich verloren, außer der daneben geht.
i] Der verdient sie alle.
Da geht mein (sein) Leib und Gut miteinander.
i] Von denen, die weiter nichts besitzen, als was sie auf dem Leibe tragen.
Da geht mir der Dâm (Daumen) vor. Oberösterreich
i] Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen.
Da geht unser Student, sagen die Greifswalder.
i] Um eitle Selbstüberhebung zu verspotten. Von dem alten Witz, dass der einzige greifswalder Student, wenn er sporenklingend durch die Straßen schritt, die gesammte Bürgerschaft an die Fenster trieb und zu dem obigen Ausruf veranlasste.
Da geht's durcheinander wie in einem Ameisenhaufen. Nürtingen
Da geht's klein unter.
i] Es herrscht dort Dürftigkeit und Armut.
Da geht's nach Gunst und nicht nach Kunst.
Da geht's ordentlich zu, wie bei Nobals Schaffscheren.
i] Wobei gut gegessen wurde.
Da geht's spanisch zu.
ho] Het gaat er Spaansch toe. – Het ziet er Spanisch uit.
Da geht's Tschühü und Doho.
i] Tschühü und Daho sind Fuhrmannsrufe für rechts und links zum Antreiben der Pferde. Wenn es in einem Hause planlos und unordentlich hergeht, so wendet man die obige Redensart an.
Da geht's übel zu, wo Frevel die Trommel schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
Da geht's warm her. Oberösterreich
i] Da gibt es etwas zu gewinnen; da wirft's was ab, trägt's was ein.
Da geht's zu wie auf der Accise.
i] Wo viel Personen kommen und gehen, viel Besuche sind, ein großer Verkehr ist.
Da geht's, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
Goethe, Faust, I, 12 (Margarete)
Da gehts zu als wie im Türkekrieg.
Da gehts zu wie in einem Imen (Bienenstock.) Nürtingen
Da geht's zu, wie in einem Ameisenhaufen (oder Wespennest).
Da geiht e hen un holt en Tügen (Zeugen).
i] Der Justizrat C. zu M. schoss auf einer Jagdpartie in demselben Augenblick, als man sich zum Frühstück lagern wollte, einen Hasen. Ein jüngerer Jäger, welcher sich der Beute bemächtigen wollte, wurde von C. mit den Worten zurückgehalten: z] Lassen Sie uns erst ruhig frühstücken, der Hase macht sein Testament.« Aber kaum hatte er das Wort gesprochen, als sich Lampe aufmachte und davonlief. Ein durch seinen Humor bekannter Jagdgefährte, der dies zuerst bemerkte, sagte darauf in seiner trockenen Weise die obigen Worte.
Dä géit (geht) daheär as de Rüe na der Hochtîd. Grafschaft Mark
Da geit he hen, as de Hund ân Swans. Holstein (Ist übel an- oder weggekommen)
Da geschieht auch der erste Stich zu einem Paar kalbledernen Schuhen, sagte der Bauer, als der Stier auf die Kuh stieg. Württemberg
Da geschieht fürs Ackern wenig genug,
wo der Bauer lauft vom Pflug,
der Ochse verwirft das Joch
und das Roß sein Kummet noch.
Da getts zua, wi uf an läusige Koupf. Franken
Da gewt 't wat af. (Es setzt Hiebe)
Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard
Da gibt's arme Ritter in Elendsfett.
Da gibt's keine Würst'l. Wien
i] Weigern nützt nichts, da hilft kein Widerstreben.
Da gibt's mehr Fische als Wasser.
i] In den Steppen des Orinocogebiets hat man das Sprichwort: Im Apure gibt es mehr Cariben als Wasser. Der Caribe ist, wenn auch nur von der Größe eines Goldfisches, einer der gefährlichsten Süßwasserfische, denn mit seinen sägeförmigen Zähnen durchschneidet er sogar Stahl- und Kupferdrähte.
Da gibts Sache, als wann mar erst g'heiratet hätt. Oberösterreich
Da gibts viel zu tappen (aber) wenig zu schnappen. Rotttal
Da gift et keinen andern Rat als Konrad. Wolfenbüttel
i] Man muss nunmehr zum Stocke greifen.
Da gilt noch Treue und Glauben.
Da ging der Schimmel seinen richtigen Schritt.
i] Es war alles in Ordnung.
Da ging erst der Gaul.
i] Nachdem dies alles geschehen war, kam die Sache erst in Gang.
Da Gold geht den Reichen nach.
Dä gönnt net un mag ah selvs net. Bedburg
Da Gott den Hahnrey schuff, da schuff er die gut Geduld dabey.
Da Gott den Menschen schuf, hat er auch jedem sein Geschick verliehen.
Da Gott die Wipfel der Palme nicht herabgebeugt hat, so hat er das Haupt der Giraffe emporgehoben. Abessinien
Da Gott nicht alles alleine machen wollte, schuf er Mütter.
Da Gott so verborgen ist, kann keine Religion, die nicht sagt, daß Gott verborgen ist, wahr sein; und keine Religion, die nicht den Grund für diese Verborgenheit angibt, ist fähig, uns zu unterweisen. Pascal, Gedanken
Da greifen zehn Katzen nicht eine Maus.
i] Nämlich in einem zerlumpten Kleidungsstück.
Da greoss Hund is san Vöda. Oberösterreich
hdt] Der große Hund ist sein Vetter. (Er hat einflussreiche Bekannte oder Verwandte)
Da grêsdê Râfâ griagd de meist'n Schlêg. Niederösterreich
hdt] Der größte Raufer kriegt die meisten Schläge.
Da guckt der Schulmeister heraus.
i] In einigen Sprichwörtern hat das Wort Schulmeister eine verächtliche Nebenbedeutung, doch erhalten die jüdischen Elementarlehrer einen weit weniger ehrenden Beinamen.
jüdisch-deutsch] Var wus is a Melammed (Lehrer) a Schwanz? Weil er geht bejn – Regel le Regel. Warschau (Die jüdischen Elementarlehrer werden mit dem Spitznamen Schwanz-Melammed belegt, weil er (der Lehrer) zwischen den Beinen (Regel) herumschlendert. Das Wort Regel hat nämlich eine doppelte Bedeutung: erstens der Fuß, das Bein und zweitens bezeichnet es jedes der drei großen Feste: Ostern, Wochen- und Laubhüttenfest, an welchen, besonders zu Ostern und Laubhütten als am Beginn des Schulsemesters, der Melammed herumgeht, seine Schüler zu werben. Also er heißt so, weil er zwischen den Beinen oder zwischen den Feiertagen herumgeht.
ho] Hij hangt den schoolmeester uit.
Da guckt man nicht drum zum Fenster 'naus. Meiningen
Da hab ich deutlich gesehen, dass es vorzügliech darin liegt, dass jeder sein Haus, Frau, Kinder und eine reine menschliche Existenz in der nächsten Notdurft hat: das schließt aneinander, und speit, was feindlich ist, sogleich aus.
Goethe, An Knebel, 30.11.1779
Da hab ich einen Einfall: mir ists, als wenn das Zeichnen mir ein Saugläppchen wäre, dem Kind in [den] Mund gegeben, dass es schweige und in eingebildeter Nahrung ruhe.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 13./16.9.1777
Da hab' ich ein Ei, ich hätt' gern zwei. Nürtingen
i] Wird mit den Einleitungsworten: »Da heißt's auch« angewandt, wenn ein Armer einem Wohlhabenden etwas schenkt.
Da hab' ich mir eine schöne Geschichte eingefädelt, sagte der Schneider. (Etwas Schlimmes eingerührt)
i] Zur Zeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Johnson, durch sein verfassungswidriges Verfahren unter Anklage gestellt war, vernahm man dort das obige Wort als Anspielung auf seinen frühern Beruf.
Da hab' ich Naaches (Ruhe, Zufriedenheit) davon, wie von meinem ersten Hemd.
i] Vom ersten Hemd hat man wohl ebenso viel Vergnügen als vom letzten.
Da habe ich nun in meinem Leben viele Verse gemacht, darunter sind ein paar gute und viele mittelmäßige, da macht der Eyck ein solches Bild, das mehr wert ist als alles, was ich gemacht habe.
Goethe, W. Grimm, 20.9./6.10.1815
Da haben die Läuse Rand. Rottenburg
i] Raum. Von einem, der Kopf und Hals voll Drüsen und Grind hat.
Da haben die Spatzen ihr Nest hineingebaut.
i] Von einem skrofulös zerfressenen Halse.
Da haben die wilden Schweine gegrast.
ho] De wilde zwijnen hebben hier gegraasd.
Da haben sie das Wesen der falschen Ehre. Sie macht uns abhängig von dem Schwankendsten und Willkürlichsten, was es gibt, von dem auf Triebsand aufgebauten Urteile der Gesellschaft, und veranlaßt uns, die heiligsten Gebote, die schönsten und natürlichsten Regungen ebendiesem Gesellschaftsgötzen zum Opfer zu bringen.
Fontane, Schach von Wuthenow
Da haben Sie ja nichts als Sommersprossen, sagte jener, als die Frau sagte, ihre Kinder wären alle in den Monaten Juli und August geboren.
Da haben wir 's liebe Gut, und es ist nicht ausgebacken.
i] Ein junger Mensch, der unwissend, sittenlos und unbrauchbar von der Universität oder von seinen kostspieligen Reisen zurückkommt.
Da haben wir das Ei. (Die Bescherung)
Da haben wir das Fest und keinen Kuchen.
ndt] Da hebbe we de hilgen Dage un kêne Kauken. (Gerade das nicht, was der Augenblick fordert)
Da haben wir den Dreck, sagte der Pastor und ließ das Kind fallen.
Da haben wir den Dreck.
i] Da haben wir's, nämlich das Unangenehme, die widerwärtige Bescherung.
Da haben wir den Salat und keinen Essig dazu. Köthen
Da haben wir die Kaltschale.
ndt] Doar hebb'n wî de Kollschâl (auch: Konnschâl). Mecklenburg
i] Soviel wie: Da haben wir die Geschichte.
Da haben wir Gottes Wort schwarz auf weiß, sagte der Bauer, da sah der den Priester auf einem Schimmel.
ndt] Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.
Da habt ihr das Vallentön'l, rief die Hebamme, und warf vor Schrecken das Kind in einen Eimer Wasser.
Da habt ihr den Regen ohne den Wind. Kreis Nimptsch in Schlesien
i] Beim Eintritt eines unerwarteten Ereignises.
Da habt ihr den Teufel in Leinwandhosen, und 's heißt immer, er hätte keine. Oberlausitz
Da habt ihr den Teufel, ob er nicht schwarz ist.
Da habt ihr die Pastete. Köthen
i] Den schlimmen Erfolg, die Unannehmlichkeiten.
ho] Daar ligt eene pastei.
Da habt ihr euern Juden. Köthen
i] Während der Cholerazeit war in dem Hause eines Einwohners zu Köthen ein alter Jude gestorben, dessen Leiche er ohne Zögern fortgeschafft wissen wollte. Da es ihm nicht gelang, dies durchzusetzen, auch keiner der Glaubensgenossen sich zu der Leiche wagte, lud er dieselbe auf einen Schubkarren und brachte sie so nach der Wohnung des Schames (jüdischen Küsters), indem er die obigen sprichwörtlich gewordenen Worte hineinrief. Sein Verfahren blieb indes nicht ohne Ahndung.
Da habt ihr's nun! mit Narren sich beladen,
Das kommt zuletzt dem Teufel selbst zu Schaden.
Goethe, Faust, II, 1 (Mephisto)
Da habt ihr's, Mutter, beseht's.
z] Sagt ich's nicht? hab' ich nicht geschrieben: du sollst aufrichtig sein?
Da habt jhr das, ist weit besser, dann wolt jhr das.
Da half kein Kumst (Kohl) und kein Schnaps mehr.
z] Der Türke schlug die Russen von der Donau weg und half da (obgleich sie 15-20 Jahre dienen) kein Kumst und kein Schnaps mehr.
Da hängt das Geld fest.
i] Um auszudrücken, dass von der Seite kein Geld zu erhalten sei, dass, wer da etwas zu fordern habe, sich auf keine Zahlung verlassen könne, sagen die Holländer: Het geld is op den rooster geteld.
Da hängt's ihm heraus. Nürtingen (Da will's hinaus)
Da hast die Gans, sagte der Advokat zu seinem Kollegen, ich hab sie b'roft, b'rof sie auch.
Da hast du deinen: 's tut dir nichts.
Da hast du den Korb, geh damit gen Markt.
la] Dulcis amica vale, mandatum do tibi tale.
Da hast du etwas, damit dir der Wachs nicht vergeht.
i] In der Niederlausitz zu Kindern, die von einer Speise, einer Leckerei gern etwas haben wollen. Es scheint die Meinung zu Grunde zu liegen, die unbefriedigte Sehnsucht der Kinder könne ihrer körperlichen Entwickelung, ihrem Wachstum Nachteilig sein.
Da hast du Kuckucks Dank.
i] Weil die jungen Kuckucke ihre Mutter aufressen sollen. Man kann aus jeder Naturgeschichte ersehen, dass der Kuckuck bloß von Insekten lebt.
Da hast du's Birkhuhn, fünf Fallen für Wölfe und du bist darin. Litauen
Da hast du's, wie's gebacken und gebraten ist. (In aller Vollständigkeit und Vollkommenheit)
Dä hät 'ne Schelm em Mau. Bedburg
i] In seinen Ärmeln steckt ein Schelm, trau ihm nicht.
Da hät 'r sick 'n schönen Dipentaot (Deputat) up 'n Hals leggt. Altmark
i] Wenn sich jemand eine Abgabe, Last u.s.w. auferlegt hat.
Da hat a gut Mondstück. Ungar. Bergland
ndt] Sie hot a guat's Mundstück. Würzburg
Da hat auch ein blind Huhn eine Erbse gefunden.
Da hat das Recht keine Gewalt, wo die Gewalt Recht hat.
Dä hät de Böck geschoren. Bedburg (Den Nutzen davon)
Da hät de Nüss geschlagen. Bedburg
i] Seinen Nutzen in der Tasche, sein Schäflein geschoren.
Da hat der Dieb den Spitzbuben gefangen.
Da hat der Esel ein Pferd geworfen.
Da hat der Flegel unnütze Mühe, sagte der Autor, als er hörte, der Recensent habe seine Schrift abgedroschenes Zeug genannt.
Da hat der Hund drein g'schissen. Nürtingen
i] Die Sache ist vereitelt, es ist nichts daraus geworden.
Dä hät der Kopp (Kopf) om räete Fleck. Bedburg
Da hät der Peps drüvver kriegen. Bedburg
i] Pips, bei Hühnern, bei Federvieh überhaupt, Schnupfen, d.i. Verstopfung der Nase mit verhärteter Zungenspitze, im 15. Jahrhundert pippus, gekürzt pip, neuniederdeutsch pip oder pipp, während die eigentliche neuhochdeutsche Form: der Pfipfs, Pfips oder wie Adelung verlangt, Pfipps, ziemlich außer Gebrauch gekommen ist.
Da hat der Satan sein Spiel.
Da hat der Teufel Adje gesagt. Troppau
i] Der Schuldner ist durchgegangen.
Da hat der Teufel mehr als zwölf Apostel, sagte der Hofnarr, als er in den Convent trat.
Da hat der Teufel seinen Sack ausgeschüttet.
i] Da ist der Auswurf, die Grundsuppe der Menschen beisammen.
Da hat dich dein Vater noch im Säckel herumgetragen. Breslau
i] Da war an dich noch nicht zu denken, du Grünschnabel.
Da hat die Aristokratie ihre Bedeutung [in der Malerei ebenso wie in der Geschichte, nur selten kommen dort wie hier einzelne Heroen vor.
Goethe, an F. Förster, 4. Aug. 1831
Da hat die Armut bankrott gemacht.
la] Certissima paupertas.
Da hat die Welt gar seltsam sich umgewendt, wo die Frau über den Mann führt das Regiment.
Dä hät e Brett vu der Nees. Bedburg
i] Es ist ihm bei der Taufe ein Dummkopf mit eingebunden worden.
Dä hät e Gewissen we en Münchsmau (Mönchsärmel). Köln
Dä hät e Würmchen em Kopp. Bedburg
Dä hät Egypten durchgangen. Brandenburg (Ist durchtrieben, ist in der Wolle gefärbt)
Da hat ein hochedler Rat gekehrt.
i] Dort ist nichts mehr zu finden als der alte Dreck.
Da hat ein Uelk (Iltis) gepisst.
i] Da stinkt es, da taugt es nicht.
Da hat eine Eule die andere gefangen.
ho] Daar heeft de eene uil den anderen gevangen.
Da hat einmal eine blinde Kuh eine Erdbeere gefunden. Rottenburg
i] Um einen bloßen Glücksfall zu bezeichnen.
Da hat er gar nicht übel dran getan,
Verzähl' er nur weiter, Herr Urian!
Matth. Claudius, Urians Reise um die Welt
Da hat er zu tun, wie Maibom zu Aachen.
Dä hät et dübbel hange de Ohren. Bedburg
Dä hät et em Rücken. Bedburg
i] Besitzt zurückgelegtes Vermögen.
Dä hät et Hätz op der Zong. Bedburg
Dä hät im (ihm) et Fössche gekraut.
Dä hat im der Hals lang gemacht.
Dä hät im et Fössche (Füßchen) gekraut. Bedburg (Geschmeichelt, um einen Zweck zu erreichen)
Dä hät immer et Mûl vüron. Bedburg
z] Ein aus Sprichwörtern zusammengestelltes Sonett zur Schilderung eines Schwätzers, in dem auch die obige Redensart vorkommt: Ich habe schon öffters gehört: Wagen gewinnt, wagen verliert, und kein Meister fällt vom Himmel; desswegen habe ich auch dießmal einen Mut gefasst, und, so viel meine Kräfte zulassen, einen schwatzhaften in schlesischen Sprichwörtern nach der Ordnung eines Sonetts beschrieben. Mein Trost ist hierbey noch dieser, dass wer in solchen Fällen es niemals bös mache, mache es auch niemals gutt. Es lautet aber also: ›Wer reinen Mund nicht hält und ins Gelag hinschreit, wer gerne vor das Maul in allem führet; dieß, was ein anderer mit ihm hat discuriret, alsbald zu Polsten (Bolzen) dreht und aus Leichtsinnigkeit des andern seinen Feind mit solchem Dienst erfreut, wird, wenn er den Credit bei aller Welt verlieret, mit seinem Schaden klug, dieweil er endlich spühret, es mach' ein loses Maul dem leib unruh und Streit; drum, wie man's treibt, so geht's. Ein unverschämter Wäscher wird überall zur Last; und einem Wortedräscher den sieht man niht einmahl nur über Achsel an. Wer Ruh und Frieden liebt, lernt reden und auch schweigen; wenn beydes sol gescheh'n, wird die Vernunfft ihm zeigen; so reuet ihm niemals, was er geredt, gethan.‹
Da hat Lazarus das Malz getragen und Simon das Wasser. Rhöngebirge
Dä hat me gwüss z' Lengnau bin Hebräern g'holt. Zürich
Da hat mehr als eine Hebamme daran geholfen. (Bis es zur Welt gekommen ist)
Dä hät säs Pârtskâ'ren Ä'rt op et Lîf.
hdt] Der hat sechs Pferdekarren Erde auf dem Leibe, er ist begraben)
Dä hät sich en Bäll an den hals gehangen. Bedburg (Ausgang mit schlimmen Folgen)
Da hat unser Herrgott das Maas verloren. Troppau (Von einem ungewöhnlich großen Menschen)
Da håt's an (einem) Fåden. Steiermark
i] Um (meist höhnisch) die Vergeblichkeit eines Ansinnens oder Unternehmens anzudeuten.
Da hat's Mäuse, hat der Ratzemann gesagt.
Da hat's Rettiche gesetzt.
Dä hät't bäter, ass'n Drîweköter, hä brukt kein Kalw in 'n Oars to bîten.
Da hätt ber die Narren.
i] Da haben wir die zu Tage getretene Dummheit, Torheit; da sehen wir, wie wenig Verstand und Einsicht sie haben.
Da hätt' der Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsste. (Man soll nicht zu kleinlich sein)
Da hatt' er zu tun wie Meibom zu Aachen.
Da hätt' ich mich recht in die Schollen gestellt.
Da hätt' unser Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsst. Schwaben
Da hätte Gott viel zu tun, wenn er alles so genau nehmen wollte.
la] Si quoties peccant homines, sua fulmina mittat Jupiter, exiguo tempore inermis erit. Ovid
Da hättest Du ihn sollen reden hören über den Zauber der Phantasie, welche die ungleichsten Dinge verbinde und einen Gegenstand durch den andem verherrliche.
Goethe, H. Voll, 1.4.1817
Dä heäd 'ne Ile (Eile), as want eäm in't Haü réägende.
Dä heäd 'ne Ile, as want in't Häu soll. Iserlohn
Da hebben wi Gottes Wort swart up witt, säd' de Bur, da sêg he den Prêster up'n Schimmel. Flensburg
Da hef wî dat Spil gan, säd de Kröpel, un full up sîn Lîer (Leierkasten). Holstein
hdt] Da haben wir das Spiel getan, nun bin ich mit dem Spiel fertig, sagte der Krüppel, und fiel auf die Leier.
Dâ heff wî dat Spill gân, sär dei Kräpel, da fäll hei up sin Fidel. Mecklenburg
fr] L'intérêt est la pierre de touche.
Da heißt es: friss, Vogel, oder stirb.
Da heißt es: Hund, friss oder stirb.
Da heißt ja ein Hase den anderen Langohr.
Da heißt's auch: Dreck, fedre (beeile) dich und geh raus, oder bleib drin.
i] Zur Charakterisierung lässiger, flüchtiger Wäscherinnen.
Da heißt's auch: lass den Narren stehen. Nürtingen
Da heißt's: Friss, Vogel, oder stirb.
Da helpt kên Tuten oder Blasen.
i] Es hilft keine Gegenrede. Wir haben gewonnen.
z] Es hilfet weder tuto noch tota.
Da herrschet Well auf Welle kraftbegeistet,
Zieht sich zurück, und es ist nichts geleistet!
Was zur Verzweiflung mich beängstigen könnte:
Zwecklose Kraft unbändiger Elemente!
Goethe, Faust II A IV, Hochgebirg
Faust Vs 10216f.
Da het Aalk by'n Putt sêten. Holstein (Wenn ein Unheil angerichtet oder irgendein Spiel verloren ist, wahrscheinlich von einer Alten des Namens, die im Ruf der Hexerei stand)
Dä het jetz der Wenk om Röcken. Bedburg
hdt] Er hat jetzt den Wind im Rücken.
i] Seine Lage ist günstiger geworden.
Dä het Stöpp en de Uhre. Bedburg
i] Ist unaufmerksam, hört nicht.
Da hett de Teufel sein Humpstock un Pumpstock herschickt.
i] Allerlei Volk, einen Menschenmischmasch.
Da hett he en Bären brummen. (Da ist er schuldig)
Da hett he en Hund utstuppen seen. Holstein
i] Dort ist's ihm schlimm ergangen; er kommt dahin nicht wieder.
Da hett he mi an 't Mûl (Maul) megen.
i] Er hat mich übervorteilt. Mîgen = pissen, lateinisch mingere.
Da hett seck 'ne Âpe lüset, sagt de ole Kampischke, as êr dat Geld stôlen wâs. Hildesheim
Da hewwi (haben wir) den Düwel un keinen Sack. Büren
Da hilft ihm kein Doktor davon.
Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.
pl] Skapego dwa razy glowa boli.
Da hilft kein Grobgransen. Köthen
i] Es hilft alles nichts. Gransen oder granzen für grunzen und dies für heftig weinen.
Da hilft kein Heiliger hat der Bauer zum Pfarrer gesagt, da gehört Mist her.
Da hilft kein Sagen, wenn man nicht danach tun will.
fr] On a beau prêcher à qui n'a cure de bien faire.
Da hilft kein Zappeln für 'n Frost.
Da hilft keis Büte nit. Solothurn
i] Wenn etwas unaufhaltsam seinem Ziele entgegengeht.
Da hilft nun kein Beten mehr. Shakespeare, Heinrich IV., 1. Teil, 2, 4 (Falstaff)
Da hilft weder Kraut noch pflaster.
Da hilft weder Mahnen noch Warnen.
Da hilft weder Warnen und Weisen.
Dä hiv huch op un schlêt hösch.
i] Er holt weit aus, schlägt aber wenig zu, es fehlt das Streichen.
Da hoat der Teufel seine Bratzen drauf. Niederösterreich
i] Wenn man etwas verloren oder verlegt hat und dasselbe nicht sogleich finden kann. Ein verwandter Kinderspruch lautet: Teufel, Teufel tua dein Bratzen weg, sonst kummt der Engel und schlägt d'rs weg.
Dä hölgen Berg (die Treppe hinauf) erop met dä Wâchter (mit den Wichtern (Kindern) ins Bett.). Köln.
Da hört alle Weltgeschichte auf.
i] Alle Einsicht, aller Verstand.
Da hört der Spaß auf.
Da hört der Weg auf.
i] Da stehen die Ochsen am Berge.
z] Hic haeret aqua, mein Herr Pfarr.
Da hört die Gemütlichkeit auf. Nürtingen
Da hört doch aller Gurkenhandel auf!
z] Wenn erst die Mitglieder der Direction einander Concurrenz machen, dann hört der Gurkenhandel auf. Leipziger Volkszeitung, 1879
Da hört doch Alles auf.
Da hört mein Latein auf.
Da hört nichts auf, weil nichts angefangen hat.
Da Hund had ihm 's Maß g'nomma.
i] Er hat zu viel getan, er hat in der Arbeit das rechte Maß verfehlt.
Da Hund is ma schon vorn Licht umganga.
i] Ich hab's mir schon vorher gedacht, dass es so kommen werde.
Da ich A gesagt, muss ich B sagen.
Da ich das Dasein nicht nutzte, nutzte das Dasein mich ab.
Gustave Flaubert, November
Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Goethe, Prometheus
Da ich für die Wiege gesorgt habe, so sorge du nun für das Kind. Russland
Da ich ganz ohne Stolz bin, kann ich meiner innerlichen Überzeugung glauben, die mir sagt, dass ich einige Eigenschaften besitze, die zu einem Poeten erfordert werden und dass ich durch Fleiß einmal einer werden könnte. Ich habe von meinem zehnten Jahre angefangen, Verse zu schreiben, und habe geglaubt, sie seien gut.Jetzo in meinem siebzehnten sehe ich, dass sie schlecht sind, aber ich bin doch sieben Jahre älter und mache sie um sieben Jahre besser.
Goethe, An Cornelia Goethe, 11. 5. 1767
Da ich gegen außerordentliche Größen immer auf der Hut bin, habe ich gefunden, daß sie, im ganzen, Menschen wie andere sind. Montaigne, Essais
Da ich Gott danke, wenn mir hier und da ein brauchbarer Spruch aufgeht, und das ist wahrhaftig alles, was man nötig hat.
Goethe, Zwo biblische Fragen
Da ich hatte und kund geben, kund ich mit Freunden in Frewden leben, nun mir das Gut ist entrunnen, sind mir auch die Freund entsprungen.
Da ich in Jahrtausenden lebe, so kommt es mir immer wunderlich vor, wenn ich von Statuen und Monumenten höre. Ich kann nicht an eine Bildsäule denken, die einem verdienten Manne gesetzt wird, ohne sie im Geiste schon von künftigen Kriegern umgeworfen und zerschlagen zu sehen.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827
Da ich kein anderes Bestreben kenne, als mich selbst, nach meiner Weise, soviel als möglich auszubilden, damit ich an dem Unendlichen, in das wir gesetzt sind, immer reiner und froher Anteil nehmen möge...
Goethe, An K. E. Schubarth, 10. 5. 1829
Da ich mich einmal auf das Element der Unverschämtheit begeben habe, so wollen wir sehen, wer es mit uns aufnimmt. Goethe, Brief an Schiller, Weimar, 6. 10. 1798
Da ich mich in meinem Leben vor nichts so sehr als vor leeren Worten gehütet, und mir eine Phrase, wobei nichts gedacht oder empfunden war, an anderen unerträglich, an mir unmöglich schien...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1803
Da ich mit der Naturwissenschaft, wie sie sich von Tag zu Tage vorwärts bewegt, immer mehr bekannt und verwandt werde, so dringt sich mir gar manche Betrachtung auf über die Vor- und Rückschritte, die zu gleicher Zeit geschehen. Eines nur sei hier ausgesprochen: dass wir sogar anerkannte Irrtümer aus der Wissenschaft nicht los werden. Die Ursache hievon ist ein offenbares Geheimnis.
Goethe, Maximen und Reflexionen 551
Da ich nach meiner Art zu forschen, zu wissen und zu genießen, mich nur an Symbole halten darf...
Goethe, Vergleichende Anatomie - Die Lepaden
Da ich noch ein Kind war, hört ich stets,
der Jugend Führer sei das Alter, beiden sei,
nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück
beschert.
Goethe, Paläophron und Neoterpe
Neoterpe
Da ich nun einmal nichts aus Büchern lernen kann, so fang ich erst jetzt an, nachdem ich die meilenlangen Blätter unserer Gegenden umgeschlagen habe, auch die Erfahrungen anderer zu studieren und zu nutzen.
Goethe, An Merck, 11. 10. 1780
Da ich nun weiß, dass ich nie etwas fertig mache, wenn ich den Plan zur Arbeit nur irgend vertraut oder jemanden offenbart habe, so will ich lieber mit dieser Mitteilung noch zurückhalten.
Goethe, An Schiller, 28. 4. 1797
Da ich nur denken kam, insofern ich produziere, so wird mir ein solches kühnes Unterfangen [die Ilias fortzusetzen] zur angenehmsten Beschäftigung, und es mag daraus entstehen, was da will, so ist mein Genuss und meine Belehrung im Sichern...
Goethe, An Knebel, 15.3.1799
Da ich nur handelnd denken kann, so habe ich dabei wieder recht artige Erfahrungen gemacht...
Goethe, An Schiller, 12.5.1798
Da ich Treue nicht kann finden, häng' ich den Mantel nach den Winden.
la] Pelle sub agnina lutitat mens saepe lupina.
Da ich viel allein verbleibe,
Pflege weniges zu sagen,
Da ich aber gerne schreibe,
Mögens meine Leser tragen!
Sollte heißen: gern diktiere,
Und das ist doch auch ein Sprechen,
Wo ich keine Zeit verliere:
Niemand wird mich unterbrechen.
Goethe, Zahme Xenien VI
Da ich von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt bin, sehe ich keinen vernünftigen Grund, die Möglichkeit des Erscheinens jener Menschen zu bestreiten, die sich nach Verlassen dieses Lebens um das Ergehen derer kümmern, die sie einst geliebt und denen sie nun erscheinen, um ihnen weise Ratschläge zu erteilen. J. Charpignon
Med. Physiologie
Da ich weder Blick noch Schritt in fremde Lande getan, als in der Absicht, das allgemein Menschliche, was über den ganzen Erdboden verbreitet und verteilt ist, unter den verschiedensten Formen kennen zu lernen und solches in meinem Vaterlande wieder zu finden, anzuerkennen, zu fördern...
Goethe, An J.L.Büchter, 14.6.1820
Da ich zwar kein Widerchrist, kein Unchrist aber doch ein dezidierter Nichtchrist bin...
Goethe, An Lavater, 29. 7. 1782
Da ick meine Dienste anbot, ward min Lohn nich grôt.
Da ihm bekannt, ich liebe meine Bücher,
Gab er mir Bänd' aus meinem Büchersaal,
Mehr wert mir als mein Herzogtum.
en] Knowing I loved my books, he furnish'd me
From mine own library with volumes that
I prize above my dukedom.
Shakespeare, Der Sturm I, 2
Da ihr durch Geburt oder Wahl Bürger eines gemeinsamen Landes seid, hat dieses Land ein Recht, eure Neigung für sich zu beanspruchen.Washington, Abschiedsbotschaft
Da im Wissen sowohl als in der Reflexion kein Ganzes zusammengebracht werden kann, weil jenen das Innre, dieser das Äußere fehlt, so müssen wir uns die Wissenschaft notwendig als Kunst denken, wenn wir von ihr irgendeine Art von Ganzheit erwarten.
Goethe, Aufsätze zur allg. Pflanzenkunde - Erwiderung
Da immer ein Geschichtchen das andere hervorruft...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10
Da in allen Wissenschaften und Künsten letztes Ziel das Gute ist, so gilt dies ganz besonders und ist das Ideal der höchsten von ihnen allen in der Staatskunst. Aristoteles, Politik
Da in der Achtung dieser Welt
so mancher Wicht wird hochgestellt,
gilt mir nur der als rechter Mann,
der ehrlich selbst sich achten kann.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy
Da in der wirklichenWelt doch immer nur das Mögliche beisammensteht, und sie deshalb, ungeachtet aller Mannigfaltigkeit und scheinbarer Verwirrung, immer noch in allen ihren Teilen etwas Geregeltes hat.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14
Da in irdischen Dingen so viel vorübergeht, so muss man festhalten an dem Bleibenden.
Goethe, An S. Boisserée, 4.4.1825
Da indessen die Menschen aus jedem Verlust und Unglück sich wieder einen Spaß herauszubilden suchen...
Goethe, An Zelter, 1.6.1805
Da is Drifft achter, wat se seggt. (Er spricht mit Nachdruck)
Da is en P vörschrêben. Holstein
Da is Fotsen Trumpf. Holstein (Da geht's gemein her)
Da is kaan Untätche dran.
i] Kein Makel, nichts Untüchtiges, Krankhaftes, Schadhaftes.
Da is kên Gold so rôt, et mut hen vör Brod. Holstein
i] Selbst der Sparpfennig, der gewöhnlich in Gold besteht, muss daran, wenn man Lebensunterhalt bedarf und mit dem Silber nicht ausreicht.
nordfries] Thiar as mian Gul so road, of hat mut wech för Broad.
ho] Geen goud zoo rood, of 't moet om brood.
Da is kên Schand so grôd, da is immer Woddel (Vorteil) darbi. Rendsburg
Da is nig Putt nog Pann'.
i] Eine arme Haushaltung, in der es weder Topf noch Pfanne gibt, in der es an allem fehlt.
Da is schad ums Schmalz. Wien
i] Wird gesagt, wenn sich jemand viele und doch erfolglose Mühe um etwas gibt.
Da is wierin an heilgen Grab. Oberösterreich
i] Die heiligen Gräber werden in den letzten Tagen der Karwoche in den Kirchen aufgerichtet, mit künstlicher buntfarbiger Beleuchtung bei verhängten Fenstern. Priester und alle anderen Anwesenden beten, aber nur leise.
Dä isch d'm Tüüf'l ab'm Chara g'heit. Bern
hdt] Der ist dem Teufel vom Karren gefallen.
Dä isch Meister, wo der Flueg i's Feld führet. Solothurn
Dä isch nid d' Schuld, dass d' Fröscha keni Stîla (Schwänze) hei. Bern
Da isst man nichts als Schnitz. Schweiz
Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt. (Ironie, soviel als: Der Bock ist zum Gärtner gesetzt)
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