Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
De
'Dem Liebchen keinen Gruß! Ich will davon nichts hören!'-
Dem Liebchen Gruß und Kuß! Du wirst mir's nicht verwehren.
Goethe, Faust I, Auerbachs Keller
Siebel u. Frosch Vs 2103
'Demokratie' ist die gleißende trügerische Losung der Stunde, mit der die Gegenrevolution zur Schlacht zieht, um das Proletariat in seine alte politische Machtlosigkeit zurückzuwerfen.
Clara Zetkin, Um Schein oder Sein voller Demokratie
'Denkgebäude' - ein architektonisches Paradox: Zuerst wird der First gezimmert, zuletzt der Keller gebaut. Thesen suchen verzweifelt ihre Gründe.
Kudszus
'Denkst du nicht auch an ein Testament ?'
Keineswegs! - Wie man vom Leben sich trennt,
So muss man sich trennen von Jungen und Alten,
Die werdens alle ganz anders halten.
Goethe, Zahme Xenien III
'Denn ein gebrechlich Wesen ist das Weib.'
'Das Weib ist nicht schwach. Es gibt starke Seelen
In dem Geschlecht - ich will in meinem Beisein
Nichts von der Schwäche des Geschlechtes hören.'
Schiller, Maria Stuart, II, 3 (Talbot und Königin Elisabeth)
'Denn Eros ist nicht, wie du glaubst, Sokrates, die Liebe zum Schönen.' 'Aber was denn?' 'Die drängende Liebe zum Zeugen und Befruchten im Schönen.'
Platon, Das Gastmahl (Diotima)
'Der alte reiche Fürst
Blieb doch vom Zeitgeist weit,
Sehr weit!'
Wer sich aufs Geld versteht,
Versteht sich auf die Zeit,
Sehr auf die Zeit!
Goethe, Zahme Xenien IX
'Der Deutsche hat den Affen erfunden' - ihn zu erfinden ist bei weitem interessanter als der Affe selbst.
Anton F. Tschechow, Notizbücher
'Der Fremde, den wir ewig hassen,
Du kannst's in der Geschichte lesen,
Der säte Zwietracht in unsre Massen'.
Ei, warum seid ihr dumm gewesen,
Und habt euch stets entzweien lassen?
E. v. Bauernfeld, Poctintes Tagebuch
'Der Held ist heiter' - das entging bisher den Tragödiendichtern. Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)
'Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung' (Kant). Kommentar: Der Mensch kann auch nur Unmensch werden durch Erziehung.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte
'Der Mond soll im Kalender stehn,
Doch auf den Straßen ist er nicht zu sehn!
Warum darauf die Polizei nicht achtet?'
Mein Freund, urteile nicht so schnell!
Du tust gewaltig klug und hell,
Wenn es in deinem Kopfe nachtet.
Goethe, Zahme Xenien V
'Der Sozialismus wirkt durch das Beispiel' ... Man muss die Bedeutung des Kommunismus in der Praxis, durch das Beispiel, zeigen. Lenin
'Der Übermensch ist der Sinn der Erde' - das heißt: Der Erde Sinn ist ihr Untergang in - Höheres. Christian Morgenstern, Weltbild: Am Tor
'Deutschland, Deutschland über alles', ich fürchte, das war das Ende der deutschen Philosophie.
Friedrich Nietzsche, Götzen-Dämmerung
De 'n anderen jâgen will, môt sülfst mit lopen. Ostfriesland
De 'n bitjet verdreht is, mutt Leitnant worden.
De 'n bös Wîv hett, de hett den Düwel to 'n Swâger. Ostfriesland
i] Das böse Weib muss also des Teufels Schwester sein.
De 'n Buurn bedregen (betrügen) will, mutt 'n Buurn mitbringen.
De 'n grôt Mûl (Maul) het, mutt ôk 'n brêd'n Rüch (Rücken) hebe. Süderdithmarschen
De 'n Groten spart, he twê verdênt. Ostfriesland
De 'n Hund hangen will, find't ok sacht'n Strick. Ostfriesland
De 'n Hund smîten (slan) will, finn't ôk wohl 'n Stên (Knüppel) Mecklenburg
De 'n Söpke drinkt, 't is net se gôd, as of het in de Bükse pisst.
i] Söpke = Schluck Branntwein; net = genau, gerade; Söpen = zu saufen geben, ersaufen.
De 't all Lie' (Leute) recht maken will, de mêt fro (früh) upstân. Oldenburg
De 't all' hebben (haben) will, kriggt nix. Ostfriesland
De 't Brôd itt, is eben sô got, as de 't gift.
De 't dôn kann, se(de) malle Jan, de gên mî 'n sülvern Oertje. Ostfriesland
i] Ein Oertchen = 1/4 Stüber = 12/3, preussische Pfennig ist eine Kupfermünze. Dem Malljam wird im Märchen der kloke Jan als Bruder zugesellt.
De 't Dwattje nimmt um 't Schattje un 't Schattje is vertehrt, dann sitt't Dwattje bi de Herd. (Dwattje = ein albernes, verschrobenes Mädchen, Närrchen, von twass, richtiger dwass, d.i. dwars, dwartsch, dwatsch, quer, verkehrt, dumm, Schattje = Verkleinerungsform von Schatt, Schatz, was hier für Heiratsgut oder Vermögen steht)
Dê 't Glück ênmâl in de Nêrs will, de schadt gên toknipen. Ostfriesland
Dê 't Glück hett, geit mit de Brût to Bed', wenn he der ôk nich mit trôd is. Oldenburg
De 't Glück will, de kalwt (kalbt) de Osse.
De 't langst left (lebt), schall 't all hebben. Ostfriesland
De 't leste ût 't Krôs hebben will, den sleit dat Lîd (Deckel) up de Näse. Rastede
i] Kroôs = zinnerner Krug, Kanne mit Klappdeckel als Gefäß und als Maß.
De 't Lütje (Kleine) nig ert, is 't Grôte nig wert. Ostfriesland
De 't Lüttje verschmäht, wurd 't grôte nich in Heer. I.
De 't nich in'n Koppe (Kopf) hett, de mutt et in de Föte hebb'n.
De 't Oertje nich êrt, is de Dâler nich wert. Ostfriesland
i] Oertchen eine kleine Münze, von der hier ungefähr 220 auf einen Taler gehen.
De 't Spiel nich kann, de bliv davan; denn et is lêg un swar to drapen: en waken drôm un drêgsam Hapen (eine trügerische Hoffnung)
De 't Swineringen anfangt, mot sik 't Gîren gefallen laten. Oldenburg
hdt] Wer dem Schwein einen Ring durch die Nase zieht, muss auf das Gîren (schwirrend schreien, quicksen, pfeifen wie eine Türangel) gefasst sein. Mittelhochdeutsch girren.
De A seggt, mutt ôk B seggen. Ostfriesland
De Aanten dragen hör Recht up de Puckl. [RSpW]
De Aanten drägt er Recht uppen Puckel. [RSpW]
i] In einem Rechtsstreit mit den Enten ist nicht viel zu gewinnen, sie haben nichts als ihre Federn. Sobald sie auf fremden Grundstücken Schaden anrichtet, hat der Besitzer das Recht, sie mit Schlägen aus seiner Gemarkung zu vertreiben.
De Aarme ittet, wann hei wot hät, de Rîke, wenn hei will.
De Äbär is sin Feddern eben so god nödig, as de Lüning (= Sperling).
De Abars (Äbärs) nögd, mutt Poggen hebben.
i] Wer Störche (große Gäste) einlädt, muss Frösche (entsprechende Speisen) vorzusetzen haben.
De absentibus nihil nisi bonum. Chilon
dt] Über Abwesende soll man nur Gutes sagen.
De Achterport is bi em ümmer aper. - Dähnert, 2b.
De Adebor (o. Knappendräger, Storch) hett ehr in't Bein bäten.
De äelleste Iesel (Esel) mot den swaegesten Sack dreagen. Westfalen
De âgen sünt gröter as de bûk. Strelitz
De ahrbeid ass de Schinna. Ukermark
i] Arbeiten wie der Schinder (Scharfrichter), d. h. sehr schnell.
ho] Hij werkt als een molcnpuard.
De Alde mot me êr (ihr) Gemack (Gemach, d.h. Ruhe, Bequemlichkeit) gönnen. Münster
De Âlden häinj der 'm Jeven, d' Jangen häinj der 'm Plach (Pflug).
De Âlden zem Rôt, de Jongen zer Thôt.
De âlen Propheten sint dâte, un de nîen gelt nich (mär). Hannover
de alieno liberalis. Seneca
dt] freigiebig mit fremdem Eigentum
De aliquo quem heri vidisti, merito dici potest: 'Hic qui est?' Tanta mutatio est. Seneca
dt] Bei manchem, den man gestern noch gesehen hat, kann man mit Recht fragen: 'Wer ist das denn?' So sehr hat er sich verändert.
De all' Lie' (Leute) den Snûten (das Maul) stoppen will, is väl Mehls vandônt (vonnöthen). Stadland in Oldenburg
De alle Möse (Mus) smecken will, ward fakn bedrag'n.
De alle Pappe (Vater, Gott) lêwet nog.
De alle vörkamende Dinge wüss, de wür fröh rîk.
De allen Lüen (Leute) dat Pottkuäksel beschnôpet, verderft sick lichte den Mâgen un werd unsachte unwirsk in der Platten.
De Allerhillgen Summer du'ert drai Stunnen, drai Dage oadder drai Wiäken. Gesch. Mark.
De alltîd up sîn Kopp (Kopf) besteit, de kummt der tolest noch up to stân.
i] Wer nur auf seinem Willen besteht, kann zuletzt ganz außer sich werden (desperat).
De âlt Profête sen dît, de nâen hêd em af. Siebenbürgen/Sachsen
De âlt Schéire brän um ärschsten. Siebenbürgen/Sachsen
i] Wird meist auf alte Jungfrauen angewandt; die Liebe soll gerade bei ältern Personen am gefährlichsten werden.
hdt] Die alten Scheuern brennen zuerst.
De alt'n Dienln und d' alt'n Ross kommen af's Moos.
hdt] Die alten Dirnen, Mädchen und die alten Pferde kommen auf's Moos
De Alte fange. Tübingen (So viel, als sich so schnell als möglich noch einige Kenntnisse aneignen)
De am letsten lacht, lacht am besten. Rastede
De am meisten smeret, am besten veret.
De än Aussdâje sich nit rakert, kân än Aedâge luisslere fîn.
De an den Weg boot hett veel Meesters.
De an den Weg bôt, het völ Mesters. Ostfriesland
De Andreissnei doit den Kôren wei.
De Anfang is 'n Daler wert. (Weil der Anfang bei jedem Geschäft da sein muss)
De Anfang von den Daler is de Bankschilling. Rendsburg
De Âng sän gresser wie de Mâng (Magen). Oberharz
De Angst günn ick keinem Hund. Pommern
De Ansicht was gôd!, säd' Adam und kêk Eva'n unner 't Hemd'.
De Appel fallt nich wit von 'n Plummenbom.
De Appel fällt nich wît von 'n Stamm, ass dat Schaop so dat Lamm. Altmark
De Appel fällt nit wît vamme Stamme. Waldeck. Rastede
De Appel föllt nich wiet von'n Haufiesen.
De Appel föllt nich wiet von'n Stamm, so as dat Schåp is, is dat Lamm.
hdt] Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
De Appel han jitz golde Stillcher. Köln (Sie sind jetzt selten und teuer)
De Appel is beter geven as eten. (Wenn er nämlich schlecht ist)
De April dät, wät he will. Westfalen
De April fillt und füllt. (Er macht mager und fett)
De April is de Lämmer ür Fill un de Allen (= der Alten) ür Däud. Driburg (Die Zeit des April ist für Lämmer und Mutterschafe eine gefährliche)
De April iss der Schape fill. (Der April bringt viel Schafe um, ein für sie gefährlicher Monat.)
De April settet en Koaren, äs he will. Münster
De April stellt den Roggen es he will.
De är Mûlwârk möt aparti dôd slâgen werden.
hdt] Der ihr Maul(Mund-)werk muss, wenn sie tot ist, noch besonders totgeschlagen werden.
De Arbeit is keen Has', sä de Daglöhner, de loppt us nicht weg.
De Arbet es hellig, dü se dût es wellig, ävver glücklich es dü Mann, des sich derlans futeln kann. Bedburg
De Arbet huot nôch Nemesten den Apetit verdorwen oder den Schlôf verdriwen, awer munch î Fauler äs un zinge verrakt. Siebenbürgisch-sächsisch
De Arbet wûl Nimest ärwen.
De Arebor hett se in 't Bên büten.
i] Zu Kindern, wenn die Mutter nach der Entbindung im Bett liegt: der Storch hat sie ins Bein gebissen.
De Arebor hett wat brät. (Es ist ein Kind geboren)
De Arebor soll kämen. (Es wird Kindessegen erwartet)
De Arem de droen hirt Kreiz um Bockel, de Reich de fêren et an der Kutsch.
De Ärger geit in kenen hâlen Bâm.
i] Der Ärger zehrt am Leben und wenn jemand lange geschwiegen, so braucht man sich nicht darüber zu wundern, wenn der Unmut, der sich im Herzen gesammelt, hervorbricht, da der Ärger in keinen hohlen Baum geht.
De arme Mann maut de Welt ernähren.
De arme Mensch hefft ömmer den Wind von väre. Ostpreussen
i] Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind.
De Arme mot deinen, un de rîke köft sek einen. (Während der Arme, wenn ihn das Los trifft, selbst Soldat werden muss, kauft sich der Reiche einen Stellvertreter. Nämlich nach dem ehemaligen Wehrsystem Hannovers)
De Armôd kiket dem Flitigen wol in't Finster, se kümt öm awer nich ins Hûs.
De arte venit, quod vincat naturam. Cassiodorus
dt] Der Kunst gelingt es, die Natur zu übertreffen.
De Arten (Erbsen) un Bohnen will eten, dürrt de Märt nêt vergeten. (Sie müssen in dieser Zeit gepflanzt werden)
De Augen in de Hand neamen. Westfalen
i] Aufmerksam sehen. In der Gegend von Sprottau (Schlesien) sagt man: Dau muss 'ch halt de Augen ä de Hand nahm (um die Sache tastend im Finstem in verrichten
De Augen oder den Büdel obgedohn. Köln
De aulen Iisels (Esel) genöget nich mör.
De aulen Wîwer het viel Hêen tocket.
i] Für: Es hatte seit kurzem viel geschneit.
z] Das nam he mi es met, dat ik de Lüchte driägen moste, as de aulen Wîwer kortens sau viele Hêen tocket harren, dat 'r 'n unwîse dêpen Schnei lag.
De Av mênt et gôd.
i] Der Ofen meint es gut, er ist geheizt.
De bäässte Jääs kommen et lääs. Gladbach
hdt] Die besten (liebsten) Gäste kommen zuletzt.
De Bäcker heat siyen Wiyw deröer jaget. Westfalen (Wird gesagt, wenn das Brot sehr großporig ist.
ho] Daar heeft de bakker zijn wijf doorgejaagd.
De Bäcker heft söck den Nârsch verbrannt. Samland (Als Entschuldigung, wenn die Eltern den Kindern kein Weißbrot aus der Stadt mitbringen konnten)
De Bädklocke son lüen hören. Dorstadt bei Wolfenbüttel (Schon merken, wo der andere hinaus will)
De Bäfelkê (Büffelkuh) äs schwarz, awer se git wéiss Mälch. Siebenbürg.-sächs.
De Bäfelkê (Büffelkuh) wûl de Bâch aussofn. (Bezieht sich auf das Märchen von der Büffelkuh und dem Fischlein)
De Bâflîsch schmakt nit gât, bäs er drif gedauert huot.
De Bân as noch net rên. Bedburg
De Band is wedder reten.
i] Diese Redensart soll auf folgende Weise entstanden sein. Ein Herr befahl seinem Vogt kurz vor der Mittagszeit, noch einige Säcke Weizen einsacken zu lassen, die auf den Markt sollten. Die Arbeitsleute waren aber gewöhnt mit dem Schlage zwölf fortzugehen. Er wusste keinen anderen Rat, als die Glocke fest zu binden. Noch waren die Leute mit dem Einsacken nicht fertig, als sie schlug. 'Dunnewaedder', rief ganz verdutzt der Vogt, 'nu is de Band reten.' (Lübeck.) Un sit de Tid, seggt wie hier, wenn de Klock twölf sleit: Sieh, nu is de Band wedder reten.]
De Barm leep em öwert Harte.
De Bart steit hum darna.
i] Nach seiner ganzen äußern Erscheinung scheint er dazu geeignet. Der Bart und seine Form lassen ja oft einen Schluss auf die bürgerliche Stellung zu, wofür auch die verwandte Redensart spricht: Dar is de Bart nêt no wussen.
De Beck steit er recht na't Flimstriken un Munjeproten.
vor] De Beck steit hum recht na't Flîmstrîken un Mundjeproten.
hdt] Sein Schnabel, Mund eignet sich zum Flaumstreichen, Kosen und Schmeicheln.
i] Beck =Schnabel, Mund, Flimstriken = schmeicheln, Munjeproten = reden, schwatzen, schmeicheln, nach dem Munde reden)
De Bedler (Bettler) bestellt sin Harbarge nich.
De Bedner (Büttner) bäinjden de Kofen, und wäten uch gären drauss sofen.
De Beeren sind doch suur, sä de Foß, do see he den Jäger kamen.
De Beeri (Beeren) de Wi, und d' Trappe de Schi (und d' Trappe gönd dri).
De beker (Becher) sy recht edder krum, dy werts totum.
i] Alter Trinkspruch. Auf das Ganze (totum) musste nach dem Trinkgesetz ein Ganzes nachgetrunken werden, nicht ‚myddel pars', d.h. die Hälfte.
De Bekker hett sin Sêl in't Brod backt. Holstein
i] Von sehr ausgegohrnem Brote, das auch nebenbei zu leicht am Gewicht ist.
De bemaolten Blä(d)r (Blätter) un de vêreckigen Knaok'n hämen männigen ôk den Geldbüd'l braok'n. Altmark (Karten und Würfelspiel haben schon manchen arm gemacht)
De Bengel is œwerall tau finnen, as Musdreck mank de Grütt.
De Beren (Birnen) sünt sûr, sä de Foss (Fuchs), un slog mit'n Stärt an'n Bôm. Rastede
De Besâpene (Besoffene) liggt ömmer wêk, wi en ongebôrnet Kalw. Alt-Pillau
De Besâpene ös de Glöcklichste.
De Beschîdänen (Bescheidenen) sen de Zetrîdänen.
De bessem sall di ächter der düor stoan. Iserlohn
De besste Koh (Kuh) döt et Heck to. Münster
i] Heck = das Feldtor, die Tür eines Zaunes oder Geheges.
De besste Koh (Kuh) geit nich te Markt.
i] Die besten Mädchen werden dem Freier nicht angeboten, namentlich nicht zu diesem Zwecke an öffentliche Orte ausgeführt oder geschickt.
ho] De beste koejen vindt men op den stal, en slimme krengen langs den weg.
De Best in de Mirr, säd de Pastor, un ging twischen twe Düvels.
ho] De deugd in het midden, zei de duivel, en hij ging tuss hen twe Kapucijnen.
De beste Bur is'n Schelm.
De beste Händel send nex nutz! Ulm
De Beste kan ôk fêlen. Ostfriesland
De beste Kügler kann auck wuel as'n Pûdel smiten.
De beste Meister fêlt noch.
i] Auch der Tüchtigste irrt und macht Missgriffe.
ho] De ervarenste en voorzigtigste kan wel eens missen.
De beste Perd (Pferde) worden up de Stall söcht.
i] Sagt die brave Mutter zu ihren heiratslustigen Töchtern, wenn diese meinen, sie müssten häufig auf Bällen, in Konzerten, Gesellschaften u.s.w. erscheinen, wenn sie nicht sitzen bleiben sollten.
De beste Stürlüde sünd an 't Land.
hdt] Die besten Steuerleute stehen am Ufer.
De beste und fetteste mist, de up den acker kommt, is des herren oege (Auge).
De beste Weg för goode Gesundheit is jümmers noch de Footweg.
De besten Perde worden up de Stall söcht. (Die heiratsfähigen Töchter sucht man zuhause auf)
De besten Pêre ritt man gern vör. Lippe
i] Nicht bloß Pferdehändler reiten die besten Pferde vor; es pflegt bei allen Paraden, auch pädagogischen, vorzukommen.
De besten Würste sind, wo än gräut Holl (Loch) in is.
De betatn (= bigotten) Leut, de zahnenden Hund und de stößigen Stier is nia net z'traun.
De bî de Hâre over de Tûn (Zaun, Hecke) kummt, der kummt der ôk over. Ostfriesland
De biärch (Berg) es in lâk (Grenze, Grenzstein) un päle. Grafschaft Mark (Die Grenzen sind bestimmt)
De bieterigsten Rüen hett de rieterigsten Felle. Grafschaft Mark (Bieterig = bissig, rieterig = zerrissen, zerzaust)
De bindt den Lünink an.
i] Wenn Kinder aus Verdruss in einen Winkel gehen oder den Kopf dahin stecken, weil sie ihren Willen nicht erhalten.
De Birre sin noch nit rîf, säd der Fuss, do schott hä der Baum mit singen Stääz. Köln
De Bistritzer.
i] Wenn man Landleute aus der Umgegend von Bistritz, dem 'Nösner Gelände', nach ihrer Heimat fragt, pflegen sie zu sagen: 'Aich bä fu ze Nis'n.' Diese sonst im Sächsischen ungebräuchliche Ausdrucksweise verspottet das Sprichwort.
De Biuer säijet (= säet) sik gruis oawer nit wuis (= nicht weise).
De Biur is en Schelm van Natiur, stick ähm en Finger in't Maul, dann bitt he, stick em äm innen Äs, dann schitt he. Sauerland
De Blâgen wasset op, as et Holt im Béärge. Grafschaft Mark
hdt] Die Blagen (Kinder) wachsen auf wie das Holz im Berge.
De bleide (blöde) Rüe wedd (wird) selten satt. Münster
De Blinde sitt et nich, der Domme versteit et nich, on de Dwatsche denkt, et mot so sön. Königsberg
De bloedige hand mach nicht Loffguit entfangen. Ostfriesland
De blôsst upt't letzte Lock.
i] Bei wem es mit Vermögen, Gesundheit u.s.w. zu Ende geht.
fr] Tirer du clocher.
la] Ad restim res redit.
la] Mortuus jacet pedens.
De Böäsen (Bösen) hilt de leiwe God faste, de Gauen, de wilt nich weg. (Bekämpft den Aberglauben, die Wiederkehr Verstorbener betreffend)
De Bock het (heißt) Heärmen.
De Bocks (Hose) geit öm met Grondîs. Meurs
la] Capra nondum peperit, hoedus autem ludit in tectis. Zenodot
De Bôkweten is nich eher säker, as bit he in 'n Magen is, sä de Bûr, do föll em de Pankoken in de Asch.
hdt] Der Buchweizen ist nicht eher sicher, bis er im Magen ist, sagte der Bauer, als ihm der Pfannkuchen in die Asche fiel.
De Boldt wil' ek driif. Sylt
hdt] Der Bolzen wollte nicht treiben.
De Bôm (= Baum) fällt nicht von en Schlag.
De Böme, de oft knacket, de fallt nicht licht. Braunschweig
hdt] Bäume, die oft knacken, fallen nicht leicht.
De bonen (Bohnen) maut me tüsken twee lechtern setten. Grafsch. Mark
De bonis ac malis sensus non iudicat; quid utile sit, quid inutile, ignorat. Non potest ferre sententiam, nisi in rem praesentem perductus est; nec futuri providus est nec praeteriti memor; quid sit consequens nescit. Ex hoc autem rerum ordo seriesque contexitur et unitas vitae per rectum iturae. Ratio ergo arbitra est bonorum et malorum. Seneca
dt] Über Gut und Böse entscheiden nicht die Sinne, sie wissen nicht, was nützlich ist, was nutzlos. Sie können nur ein Urteil abgeben über die unmittelbare Gegenwart; sie denken nicht Künftiges noch erinnern sie sich an Vergangenes, haben keinen Blick auf mögliche Folgen. Gerade davon aber hängt Ordnung und Ablauf der Dinge und die Einheit des Lebens ab, wenn es den rechten Weg sucht. Also ist die Vernunft die Richterin über Gut und Böse.
De bösesten Bücke (Böcke) hebbt de krummsten Hörns. Rastede
De bött (beisst) on schleit on rennt ok noch Mönsche äwer. (Spottweise von einem Zornigen)
De Botter (Butter) geiht öwer de Eier. Hamburg
z] Wenn de Franzosen hüt oder morgen (aus Rom) aftreckt, dann geiht de Botter öwer de Eier. Norddeutsche Volkszeitung, Hamburg 1862
De Botter (Butter) is jarliks (jährlich) drëmal dull (toll, wunderlich): ênmal, wenn se to wêk is, 't twêde mal, wenn se to hart is, un't darde (dritte) mal, wenn man se nich hett. Ostfriesland
De Botter (Butter) is so söt, asn Nutt.
De Bottermelk (Buttermilch) mitr Messforken eetn.
De Bran(de)win drinket, kan wol Janever (Genever) pissen.
De Brand söcht de Nägel in der Wand. (Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt das Feuers)
De Brannewin röpt enen. Lippe
i] Der Branntwein ruft ihn, er ist demselben ergeben, erzieht ihn zeitweise in den Keller oder ins Wirtshaus.
De Branwin maket nix Goes. Lippe
hdt] Der Branntwein macht nichts Gutes.
De Brei bi öpper verschütte. Schaffhausen (In Ungunst kommen)
De Brei mam Sabel krit hun.
De Brî (Brei) ward hêter upgebn as gôtn.
De Briei wärt (= wird) altît haiter opgaft (= aufgegeben) ärr 'e giäten wärt. Arnsberg
De Bringer hett de Rugge af.
De Bröer (Brüder) fasst mit beide Handen, de Süster (Schwester) man (nur) mit ên. Ostfriesland
De Brot hett, den ward Brot badn.
De Brûd (Braut) hett de Katten gôd fodert. (Sagt man, wenn am Hochzeittage schön Wetter ist)
De Buck (Bock) mälken un inner Heië (Heide) fisken bringet nix in. Bielefeld
De Buckel öss kein Holltopp (hohler Topf), sagte jene Margell vor ihrer Hochzeit.
De Bûer ackert seck woll grîs, aber nicht wîs'.
De Buer het man ein Kind. [RSpW] Provinzialrecht des Fürstentums Minden
i] Weil der Bauer dasjenige Kind, welches im elterlichen Hause bleibt, in der Regel der älteste Sohn, vielfach zu bevorzugen pflegt.
De Bûer hett man ên echt Kind, de annern sind alle Hôrkinner. [RSpW] Oldenburg
i] Der eine Sohn wird Herr, während die anderen Kinder, wenn ihnen das Glück nicht auf andere Weise günstig ist, in dürftigen und abhängigen Verhältnissen leben müssen.
De Buer hört leiwer dat Heaneken kräggen, ässe dat Vüegelken singen. Büren
De Bûer in en grof Geselle, hei sleit twei mâl up eine Stelle.
ho] Een groote boer geeft eenen grooten slag.
De Buër schitt suër, harn' se söet schêten, mücht'st du mit frêten. Pommern
De Bûer(e) is en Lûer(e), un wenn he slöpt bet an'n Middag.
De Bûk e Schîn, die Mage e Mödfach.
i] Wunsch eines starken Essers, dessen Bauch eine Scheune und der Magen, ein Mittelfach derselben, eine Art Schüttboden, sein soll.
De Bûk öss kein Spegel, on de Arsch öss kein Landstrasse. Ostpreußen
De Bûr is 'n Bûr, is 'n Schelm van Natur.
dä] Bonden er ei saa argen skalk, at hannem ei bør til farn.
De Bur is as'n Mehlsack, je mehr man d'rupkloppt, je mehr stuw he.
De Bûr is en Schelm, wenn he ok slöpt bed Middag.
De Bûr is enn Ehrenmann. Rendsburg
De Bûr is tom dichten (= nächsten) bi uns Hergott . Rendsburg
De Bûr kickt de Ûl an, on de Ûl kickt den Bûr an.
De Bûr mutt denn ganzen Staat unnerholn (= unterhalten). Rendsburg
De Bur mutt morgens weten, wat sien Lüd dohn möt, un to'n Fröhstück mutt he daor öwer wesen.
De Bûr mütt sîn Botter laven.
i] Laven hier in der Bedeutung von schätzen (Preis bestimmen). Der Verkäufer muss wissen, was seine Ware wert ist.
De Bûr seit sik wol grîs, ewer nich wîs.
ho] De ouder dem grijst wel, maar wijst daurom nog niet.
De Bur, de den Mest verkof, verkof dat Fett van de Suppe.
De Bûr, de Oss unn de Preester sünd de dree grödsten Beester. Rendsburg
De Bûre lâche, wenn se noh hêm gönt. Aachen
i] Wenn sie, mit dem eingenommenen Gelde in der Tasche, nach Hause gehen.
De Bûrestand het d' Oberhand. Bern
De Buur seit sick woll gris, awers nich wies.
De Buur, de läwt von't Stöhnen, un de Koopmann von't Toleggen.
De da will slâpen, de mut ôk wat schâpen. Holstein
i] Wer gut schlafen will, muss rüstig schaffen, arbeiten.
De dackhâs' (Dachhase) kickt na 'm Speck. Elbing (Die Katze spaziert auf dem Dache herum)
De Dag will 'n Awend hebben. Ostfriesland
i] Auch der längste Tag neigt sich endlich.
De dar geben, dat weeren de Lêven.
De dar hett kêne Koje (Kuh) , de hett ok kêne Moje.
De dar will land kopen, de schall lude ropen. [RSpW]
De darf net sage: Gott strauf' me, dear ist g'strauft gnug. Ulm
i] Mit seinem bösen Weibe nämlich.
De dat Gausetatern (Gänseschnattern) nicht hewwen will, de mot de Garven vannen Steerde laten. Osnabrück (Wer keine böse Nachrede haben will, muss die Gelegenheit dazu vermeiden)
De dat Latein nig versteit, de late et ungebrüdet (ungehudelt, ungeneckt).
De dat letzte ut de Kros nimmt, fallt de Decksel (o. sleit dat Lid) up de Nôse. Ostfriesland
De dat letzte ut'r Kannen hebben will, de sleit dat Lid up'r Nöse.
De dat löft (lobt), de hett en Kalf in't Lief.
De dat röhrt, de röhrt en vul Nest.
De dat rührt, de rührt 'n fûl Näst. Ostfriesland
De dat Spinnrad lett stân, mut mit'n Ars blôt gân. Holstein
De de Hals tobreckt, de häft de Bênen gên Schuld geven. Ostfriesland
De de Hund tarrgt, mutt de Bät vorlêf nehmen.
De de Inbärung het, môt ôk de Ûtgiften dregen. Schwerin
i] Wer die Einnahme hat, muss auch Ab- und Ausgabe tragen.
De de ko (Kuh) hört, fât se bi'n Stêrt (o. bei de Hören, d.i. Hörnern).
i] Jeder sucht das Seine zu behaupten.
De de Kô (Kuh) slacht, geit de Melk quit.
De de Lust to danssen hett, de is der licht upspählt (aufgespielt). Ostfriesland
De de Moder (Mutter) to Frünne het, geit mit de Dochter fleiten. Ostfriesland
De de Ogen nich upgeiht, mut den Büdel updohn.
De de Oogen nich âpen deit, môt de Büel âpen dôn. Oldenburg
De de Scha(de) hett, hett de Schimp dertô. Ostfriesland
De de Schô (Schuh) passt, de treckt se an. Ostfriesland
De de Tewe im Huse hett, de hett de Hünn' up'r Döre. Eichwald
De de Wahrheit seggt, kann nien Harbarg kriegen. Rastede
z] Vnd geht der wahrheit wie den hasen, wo sie sich nicht baldt dannen packt, so wird's verfolgt, gezwackt, gesackt, ja nimmer keine schantz gelingt.
De deit alles vör sinen Kopp (Kopf).
i] Er fragt niemand um Rat.
De deit, wat he kann, is wert, dat he lêft. Ostfriesland
De den Düvel to'n Fründ hett, de ist al halv in de Höll!
De den Globen (Glauben) hett, kann so dra uppen Abnd (Ofen) backen as derin.
De den Hund tarrt (zerrt), môt de Bete (Biss) vörlêf (fürlieb) nêmen. Ostfriesland
De den Hund tarrt, mutt't bieten vörlew nehmen.
De den Landesherrn un den Amtmann spreken will, de mot de Stünden nich tellen (zählen). Oldenburg
De den Mann troet (vriet), de troet (vriet) ôk de Schulden. Holstein
De den rechten Weg geit, de sleit kèn Zwick in't Oge.
De den Roland sehn will, mutt den Mund vull Knake hebben.
De den Schaden hôt, hôt uch de Schpôt. Siebenbürgen/Sachsen
De denkt up'n ollen Mann.
i] Er nimmt seine Gesundheit in Acht.
De der 't Hangen wönnt (gewöhnt) is, den kellt (quält) de Hals nich mehr.
De der fragt, will nicht geven.
De der hangen schall, versupt nich. Ostfriesland
ho] Die geboren is, om te hangen, verdrinkt niet.
De der lüstert, het kên gôt Gewêten. Ostfriesland
i] Lüstern, holländisch luisteren, schweizerisch lustern gehört entweder zu dem vom altsächsischen hlust = Ohr, gothisch hlausjan = hören u.s.w. abstammenden lustern, lüstern, oberdeutsch losen für: horchen, lauschen oder es ist ein lautmalendes Wort, wie die anklingenden: flüstern, flistern, flischpern, pischpern, fischpern, wischpern.
De der sait (sät), de der mait. Holstein
i] Wird auf diejenigen angewandt, welche den Nutzen aus der Arbeit anderer zu ziehen wissen.
De der schrift (schreibt), de der blift (bleibt). Oldenburg
De der slöpt (schläft), de bitt (beisst) nüms (niemand). Ostfriesland
De der wat heft (hat), komt up'n Düvel, de der nich heft, komt up dusend Düvel. Osnabrück
De Dêrens de na teinen lôpt von Bartel Fett den Muftert kôpt. (Von Nachtnymphen. Bartel-Fett = Hurenwirt)
De Dêrn (Mädchen) Dai Derne hiät en Isern aftriärn. Iserlohn
hdt] Die Dirne hat ein Eisen abgetreten. (Die Unschuld verloren)
De derrsten Zieng (Ziegen) hahn's Fett innewennig. Oberharz
De dett so dikke, wie de Lûs in'n Schorfe.
De diäglicke Druope dringet dor en harten Stein.
De die vivitur. Hieronymus
dt] Man lebt in den Tag hinein.
De Diefkater (Teufel) schall die holn.
De Diern stellt sich as de Katt mit'n Alkopp (Aalkopf).
De disteln un de radel seiet, mag vele unkrutes meien.
De doa gewt (gibt), wat 'r hat, is wärth, dat 'r löäwt.
De döcht nich Sünndachs orrer Warkeldachs.
De Dôd (Tod) will 'n Orsak hebben. Ostfriesland
De Dôd is kên Spälmann, he kumt nich, wenn he rôpe ward. Süderdithmarschen
hdt] Der Tod ist kein Spielmann, er kommt nicht wenn er gerufen wird.
De dôd is, let sîn kîken. Ostfriesland
hdt] Wer tot ist schaut nicht mehr.
i] Gegen das Hereinragen der sogenannten Geisterwelt in die irdische. Wer wirklich gestorben ist, kommt nicht wieder, der spukt nicht, beunruhigt niemand. Nach einer Volkserzählung beschlossen einige Studenten, einen beherzten Schuster auf die Probe zu stellen und überredeten ihn für Geld zu einer Totenwache. In dem Sarge aber lag ein noch lebender Student. Nachts um 12 Uhr wird der Deckel abgeworfen und der tot Gewähnte starrt mit großen Augen den Schuster an. Dieser gibt aber mit seinem Hammer, den er eben zur Hand hat, dem Studenten einen Schlag mit den begleitenden Worten: 'De dôd is, let sîn kîken.'
De Dôd sitt hum up de Lippen.
i] Man hält blasse Lippen für Vorboten des Todes.
ho] Den dood op de lippen hebben.
De Dode let sîn Kîk'n. Süderdithmarschen
i] Der Tote lässt sein Gucken.
De Dodge (Tote) öm Graw, de Lebendge op de Staw. Samland
i] Zu einem, der in einer fröhlichen Gesellschaft seine Trauer um Verstorbene zeigt.
De Doktor hett mi goot oppäppelt, man ok goot schoren!
De Doktor is en Engel, wenn man em bruukt, un en Düvel, wenn man sein Reken betahlen schall!
De Doktoren der Arstedyn leven noch wol, noch sterven de Juristen wol.
De dömmst Lait' (Leute) haë de schönnste Schucke. Ermland
De dommst Lied (Leute) buë de gröteste Knulle.
De dommsten Lît (Leute) hebbe de besten Kartoffeln (Ernten). Memel
De Döp hört vör de Hochtit. Rendsburg
hdt] Die Taufe gehört vor die Hochzeit.
De Dornbusch hett uns trûgt, säd' der Pracher un sîn Minsch tô 'n Gensdarmen. Hamburg
De Dôthe moße de Zügge sîn. Aachen
hdt] Die Taten müssen's zeugen.
fr] En usaige et action gist maistrise et experiment.
De drade loppt (läuft), kann drade wedderkamn.
De Dreck is min, unn ick will'n beholen. Oldenburg (Lässt man die Kinder sagen, die sich nicht waschen wollen)
De Dreck wart Schit, wenn he natt wart. Mecklenburg (Wer ihn angreift, besudelt sich)
De dredde Ader sleid naan Paen.
i] Die dritte Ader schlägt nach dem Paten hin. Damit wird die Annahme der Kirche ausgedrückt, dass durch die Gevatterschaft eine geistige Verwandtschaft entstehe, die auf die Charakterbildung des Täuflings Einfluß habe.
ndt] Die neunt' Ader g'räth 'n Thouten (Paten) nach. Franken
De dreit um 'n Bolt (Bolzen, Zapfen), see de Junge, dô hadde he de Dûm in sîn Môders Brûtschatt. Ostfriesland
De Drengfota hebbe enen Râthûstorm möt Schnodda angestrêka. (Spottweise. Der Rathausturm der Stadt Drengfurt ist mit blankem Blech gedeckt)
De drö'gsten (magersten) Weiber hebben de fettsten Fotzen. Pommern
De drög'n (trockenen) Jahr bruk de nadden (nassen) ni um Brod to been (bitten). Rendsburg
De drui hoichste Nama.
i] Die drei höchsten Namen: Vater, Sohn und Geist.
De Dübel dem Paopen un de Paop dem Düwel. Pommern
i] Wortspiel zwischen dem Fische (Cyprinus dobula), der nicht für sehr schmackhaft gilt, und dem Teufel; vermutlich vom Fischzehnten her, wie an den Kornzehnten oder Deputatkorn der Spruch erinnert: Respe, Trespe, Vogelwicke u.s.w.
De dubiis non definias, sed suspensam teneas sententiam. Bracarensis
dt] Leg dich in Zweifelsfällen nicht fest, sondern halte dein Urteil in der Schwebe.
De Ducks un de Dod.
i] Auch Duchs, Duckes, Dackes, ein Wort mit sechs Bedeutungen, die sämtlich widerwärtige sind. In der obigen Redensart ist Ducks eine verhüllende Bezeichnung für Teufel.
De dulle Metje (Mette).
i] Von einem zornigen, leidenschaftlich aufgeregten, launenhaften Mädchen.
De dullen Hören aflopen.
De Dûm (Daumen) is 't êrlickste an de Müller.
De Dumme lôpt sick dôd, de Fûlen dregt sick dôd.
De Dummen komt tom besten foord. Rendsburg
De Dümmste gift oft den besten Râd. (Wer etwas auf der Welt erwerben will, muss überhaupt auf die Dummheit der Menschen rechnen, wer auf ihre Vernunft rechnet, ist verloren)
ho] De onwijze geef altemet wijzen raad.
De Dümmste hebbet det meiste Glück.
De dummsten Buren hefft de dicksten Kartuffeln.
De dümmsten Menschen kriget (hebbet) de dicksten Kartuffeln.
De duobus malis minus est eligendum. Cicero
dt] Von zwei Übeln muss man das kleinste wählen.
De dusendste (hunnertste) Mensche verstet 'et Holskenmaken (Holzschuhemachen) nitt.
De düstere Morgens gäwt de hellsten Dâch. Süderdithmarschen
De Dütsche mênt, wat de Franzmann kâkt, is beter as wat he sülben makt.
De düürn Schäp ligt meist Tüd op'n Dröögn. Süderdithmarschen
hdt] Die teuern Schiffe liegen die meiste Zeit auf dem Trocknen.
ho] De duurste schepen (schippers) liggen langst aan land (wal). – De kostelijkste schepen staan het naast bij de haven.
De Düüwel auch, Soldât sïn, wenn a'l de Kûgl's drêpe. Süderdithmarschen
hdt] Der Teufel möchte Soldat sein, wenn alle Kugeln träfen.
De Düwel (Teufel) dritt (schitt) ümmer up den grötsten Häup (oder Hopen). Oldenburg
i] Das Glück ist dem Reichen günstiger als dem Armen, dieser mag sich mühen wie er will, er bringt's zu nichts.
De Düwel (Teufel) is sau swart nich, as he 'mâket werd.
i] Menschen und Dinge sind nicht immer so schlimm als sie von den Leuten gemacht werden.
ndt] De Düfl is so swart nêt as'm hum of malt. Ostfriesland
De Düwel fängt die Mannslüd mit'n Nett ut Frugenshor.
De Düwel hett secht, he künn alles utfünnig måkt kriegen, blot wo de Frugenslüd' ehren Wettsteen (Wetzstein = Zunge) hadden, dat wüßt he nich.
De Düwel schitt jümmer up'n grotsten Hupen.
De Düwel schitt ümmer up den grötsten Bült.
De Düwel un sîn Nalât.
i] Der Teufel und alle, die ihm gleich sind.
De eadem re ne bis agatur. Lex Acilia repetundarum
dt] Über dieselbe Sache soll nicht zweimal entschieden werden.
De een de starvt, de anner de arft. Holstein
hdt] Der eine stirbt, der andere erbt.
i] Vom Wechsel der Dinge, auch soviel als: Des einen Glück ist des anderen Unglück.
De een Ei inn Steert hett, de hett got kakeln.
De een geit hott un de Anner geit hühl. (geit = auch treckt, d.i. zieht)
z] Ein von der Landwirtschaft entlehntes Bild. Hott ist der Zuruf, wodurch beim Pflügen das links angeschirrte Zugtier gelenkt wird, während das andere bei den Wendungen von der Rechten zur Linken auf den Ruf hühl zu achten gewöhnt ist.
i] Zur Bezeichnung eines schroffen Gegensatzes.
ho] Deze wil hot, geene haar.
De een is van Stroh, de anner evenso. Lübeck
De eene mâkt't Bedd (Bett) un de ander leggt sik darup. Oldenburg
De eene sleit en Nagel inn, de ander hangt der en Hôt up.
i] Auf einen Sparer in der Familie folgt gewöhnlich ein Verzehrer. Der eine baut ein Haus, der andere bringt das Vermögen darin durch.
en] Desert and reward seldom keep company.
en] One beats the bush and another catches the bird.
De Eers jökt mi, 't gift gôd Botterjâr. Oldenburg
hdt] Der Arsch juckt mir, es gibt ein gutes Butterjahr.
De ehrlichen Juden het Hor in der Hand. Sauerland
De Eil is a bieser (böser) Vogl. (Wortspiel: Eile - Eule)
De einbeckschen Mäkens sint sau stolt, den Sunndag te Danze, den Mândag in 't Holt.
i] So spotten die Bewohner der um Einbeck herumliegenden Dörfer mit Bezug auf diejenigen Stadtmädchen, welche am Sonntag so 'stolz', d.i. geputzt auf dem Tanzboden erscheinen, am folgenden Montage aber mit dem Tragkorbe in den nahen Wald gehen, um sich das nötige Brennholz zu holen.
De eine Dreck wöschet den anderen.
De eine Hand recket (reichet) der anderen. Hannover
De eine Krägge (Krähe) hakelt der annern ken Auge iut.
De eine Mensche is den anderen sîn Düwel.
ho] De eene mensch is steeds den anderen zijn duivel.
De eine Pol drifft den annern. Sauerland
De eine Scheffel langet (holt) den andern.
i] Warnung vor Verschwendung, einer holt den andern.
De eine Tîd (Zeit) schîr, de andere Tîd kein Spîr.
ho] Het is goed laten, als den heelmeester geld ontbreekt.
De ellsten Beck (Böcke) hâ'n de schtîfsten Herner. Oberharz
De elrene here bedwynget den ekenen knecht.
hdt] Ein Edelmann von Ellernholz bezwinget einen Knecht von Eichenholz.
De en Bur will brü'n (= hudeln, scheren), mutt en Bur mitbringn.
De ên gift mi Geld un de andre betâlt mi. Hamburg (So sagen Handelsleute, um auszudrücken, dass ihnen ein Käufer und Bezahler so lieb wie der andere ist)
De en hält 't mit de Mutter un de anner mit de Dochter. Mecklenburg Günther, III.
ho] De een heeft zin in de moeder en de ander in de dochter, en zoo geraaken zij beide aan den man.
De en roh Ei in't Für rakt, mutt wachten, dat et barstet.
De ên sîn Dôd (Tod) is de anner sîn Brot.
vv Denn ênen sîn Dôd is denn annern sîn Brod.
De ên sin Unglück is de ander sin glück.
la] Procax est natura multorum in alienis miseriis.
De en Söpk'n (Schnäpschen) drinkt, et is nett so god, as of he in de Büxe pisst, êrst is 't warm un hernast is 't kold.
De en Wedemann (Witwer) nimmt, de Pött un Prullen find.
De ên Wedner nimmt, de Potten und Prüllen findt. Ostfriesland
i] Wedner = Wedemann, d.i. Witmann, Witwer; Prüllen = altes Hausgeräte.
ho] Die een' weduwenaar bemint, potten en pannen vindt.
De en Wedner nimt, de Potten un Prüllen find't.
De êne hett de Mann un de andere hett de Will dervan.
hdt] Die eine besitzt den Mann gesetzlich und die andere besitzt ihn wirklich.
De êne holt 't mit'n Büdel, de anner holt 't mit 't Geld, war holst du 't mit? Mit de Hand. Oldenburg
De êne is van Roggenstroh, de annere is iävensau.
De ene redet vom Beerenbrot, de andre seggt: dat Füer geit ut. Ostpreussen
i] Wenn jemand auf die Unterhaltung der andern nicht eingeht, sondern abweichende, nicht zur Sache gehörende Antwort gibt.
De Êne spreckt dervan, un de anner deit deran. Ostfriesland
hdt] Der eine spricht davon, der andere tut es.
De êne will hott, de anner har.
De enne hät den Büdel (Beutel) , de andere dat Geld.
i] Der eine den Beutel, der andere das Geld wurde im Februar 1871 in Frankreich gemacht. Die Stadt Paris hatte für den Waffenstillstand vom Januar bis Februar eine Contribution von 300 Millionen Francs an den Kaiser in Versailles zu zahlen. Nach dem französischen Gesetz vom 17. November 1852 muss jeder Geldsack, der nicht zurückgegeben wird, mit 2 Sous vergütet werden. In Versailles entschied man sich für Bezahlung der Geldbeutel, man erhielt von Paris 200 Millionen Francs und bezahlten den Preis für Beutel 2000 Francs. Schles. Zeitung 1871
De Enne will hâr, de andere hott.
De erschte Hundkes (Hündchen) warn versêpt (ersäuft). (Trost derer, die beim Anfang des Kartenspiels verlieren))
De erschte Kirschen gelden et Geld.
De erschte Plume (Pflaume) sönd madig.
i] In Bezug auf die ersten Gewinne beim Kartenspiel.
De êrst 'n Stêfmôder (Stiefmutter) hett, kriegt ok boll 'n Stêfvâder, de Düwel hâle se alle gar. Ostfriesland
De êrst de Finger warin (worin) hett, kriggt boll (bald) de ganze Hand derin. Ostfriesland
De êrst mit ên Bên (Bein) in d' Slôt (Graben) sitt, kummt der licht mit beiden in. (Ein Unglücksfall zieht den anderen, ein Vergehen das andere nach sich)
De êrst up de Slôtskante steit, de stött se gau herin. Ostfriesland
hdt] Wer erst am Ufer des Grabens steht, den stoßen sie ganz hinein.
De erste Einfälle sind oft de beste. Ulm
De erste Koss (Kuss) kost Möh (Mühe). Rendsburg
De êrste Nôd mut wärd wern, sä jenet ôld Wîv, an verbrenn den Backtrog to 't Süürn. Süderdithmarschen
i] Der ersten Not muss gewehrt werden.
De erste Winnst (Gewinn) is 'n Kattenwinnst. (Ist sehr trügerisch)
De ersten zehntausend Taler bünd am schwersten tohopen. Rendsburg
De esel unde de en drift, denket nicht aver en Lütten.
De êste Hülpe is de beste. (Wo Hilfe nottut, da soll man nicht säumen)
De et erste kümpt (kommt), de et erste mahlt. Münster
de facto. Corpus Iuris Civilis
dt] den Tatsachen entsprechend
De fallt met de Dähr in't Hûs. Strelitz
De fallt to, as de Flêge (Fliege) in'n Brê (Brei). Rastede
De Farken (Ferkel) könnt nich lidn, watt de Mutte verschuldet hett.
De Farr (Pfarrer) af de Kleckner (Glöckner) sazen. Siebenbürgen/Sachsen
i] Eine bessere Speise auf eine schlechtere folgen lassen.
De Fastlâbnd-Stôt deit den Pâgn den Dôd. Süderdithmarschen (Die Kälte, welche mit dem Beginn der Fasten einzutreten pflegt, der Fastnachtsfrost, bringt alten Pferden den Tod)
De Fedde brenget de Swödde. Grafschaft Mark
De Fensters, de gôt inlüchten, lüchten ôk gôt ût. Ostfriesland
De ferndrig Schnee such nit meh.
i] Den vorjährigen Schnee muss man jetzt nicht mehr suchen. Was vergessen ist, lass vergessen sein.
De Fess' rangder eines sengen Drüsch hen. Siebenbürg.-sächs.
i] Die Füße unter dem Tische eines anderen haben.
De Fiend (Feind), de uns gefährlik is, hät ennen anderen, de en frittet. Waldeck
De Find (Feind) mag mi haln!
De fîne Lüd (Leute) leggen de Eier leglech (leicht) en de Netelen. Meurs
De Finen (Feinen) maken Mînen on stehlen de Growen de Wäck ût den Owen. Meurs (Wäck = eine Art Weißbrot)
De Fînen (Feinen) schînen. Meurs
De Finsters (Fenster), de ûtlucht't, möt ok wedder inluchten.
la] Gratia gratiam rependere.
De Fisch möcht de Katt wohl, se mag sick man blôt de Föt nich natt mâken. Mecklenburg
De Fitje sünt em stuvt (die Flügel sind ihm gestutzt), he schall 't Flegen wohl latn.
De Flitige (Fleißige) löpt sik dood, un de Fule dricht sik dood. Süderdithmarschen
De flitigsten Karkgaers (Kirchgänger) sünd ni immer uns Hergott sin besten Kinner. Rendsburg
De Floek (Fluch) blift in sin eigen Hoek.
ho] De vloek keert weder in zijn' eigen hoek.
De Flok hett 'n goden Sinn, wor he utfohrt, dar fohrt he wedder in.
hdt] Der Fluch hat einen guten Sinn, wo er ausfährt, da fährt er wieder hin. (Der Fluch trifft den Flucher selbst)
De Flüchten (Flügel) sin em beschnöâden, 't Fle'en sall 'r wohl bliwen loaten.
De Flunken hangn latn.
i] Flunken = Flunk oder Flünk = Flügel, Fittich, Fedderflunk = Kehrwisch von Federn, in der Regel ein Gansflügel.
De Födde brenget de Swädde. Soest
i] Födde = für Föerde, eigentlich Ferde, von fer, fern, die Ferne, Entfernung, Swädde = für Swörde, von swår, schwer = Schwere.
De Fot (Füße) bi 't Mahl holn.
De fragt, will nicks geben.
De Frau hett ümmer recht, secht Bandemer, œwer se dörf dat blot nich weeten.
De Frau is in'n Husholt, wat de Teerbütt an'n Wågen is.
De Frau is so klok, de kann't all ümmer an de Weech (Wiege) sehn, wenn dat Kind kacken will.
De Frau wåhnt vör im Hus un de Mann achter.
De frechste Vogel es de Kuckuck, hei flügt enen tegen de Borst, sonder te weten woröm. Kreis Kleve
i] Wenn jemand mit unbekannten Verdiensten einen Orden erhält.
De Fro (Frau) het de Büxe (Hose) an. Rastede
De Frô (Frau) kann mähr mit'n Läpel (Löffel) ût-, as de Mann mit'n Slêf (Kelle) inlaën. Rastede
De Frô (Frau) kann mêr to't (aus dem) Fenster ûtlangen (herausgeben), as de Mann in de Schürdör (Scheunentür) infört. Ostfriesland
De frô sei't, de frô mei't. Ostfriesland
De frö upsteit un doch nicks deit, is wert, dat man em mit de Kül dodsleit. Schleswig
De fröh opsteit und doch nicks deit, de kumt ok nüg weit.
De Frow (Frau) mot sulven sin de maget, wil se im huse schaffen radth.
De Fru (Frau) erwarvt nicks un verdarvt nicks.
De Frû iss in'n Husholt wat de Thêrpott (o. Teerbütt) an'n Wagen.
De Fru kann in de Schört mihr ut 'n Hus drägen, as de Bur mit vier Pier in sein' Schün führen kann.
De Fru kann mehr to't Finster rutlangen, as de Mann to d' Schündor rinföhrt.
De Frû kann mihr ut de lütt Döer dregen, as de Mann in de grôt Döer fäuert (fährt).
De Frû un de Katt hüren achter de Dör, de Hund und de Mann dervör. Rügen
De Fruë hört in't Hûs, de Besse (Besen) hinder de Dööre un de Hund upp'n How. Eimbeck
De Frugens, de in annern Hüsern spinnen, spinnen in ehren eegnen Hüsern nich veel.
De Frugenslüd' sünd noch dümmer as nägenunnägentig dumm Höhner.
De Frugenslüd' un de Wallnœtböm möten Schlääch hebben, wenn se Dääch hebben sœlen.
De Frugge (Frau) kann mä in der Slüppe (Schürze) out deam House dreagen, oasse de Mann mit veir Pearen derin foüern kann. Marsberg
De fründlichsten Hunnen (Hunde) bîten am düllsten. Ukermark
i] Die Menschen, die sich gegen uns so ausserordentlich freundlich stellen, sind in der Regel die gefährlichsten.
De Früösch (Frösche) kréische nô Rên. Siebenbürg.-sächs.
De Fula (Faule) liht sich nich nerra, den em is bang, dät a werra upschtoen sal.
De Fûle (Faule) schläpt sick daut, de Flîdige läpt sick daut, un so komet se bêde to Daue.
De Fulen (Faulen) hebben de scherpste Kniewe.
De Fulen dreegt sick doot und de Willigen loopt sick dot.
De Fusten (Fäuste) hett, mag slân, de Geld hett, mag betahl'n.
De Galle bî'n Minschen doit det beste.
De Galli (Gallus) hocket ufem Stei, wenn d' öppis dusse hest, thu's hei. Schaffhausen
De gansse Welt es verrücked, har de Kärl saght, doa har de Frau den Man eplücked.
i] Gepflückt, d.h. hier: gerauft.
De ganze Welt is vull Pîn, man elk föhlt (o. jeder hett) sîn.
De gar to leidig is, hett ên bedragen off will en bedregen. Ostfriesland
i] Glatt und sanft, nachgiebig, demütig, mit der Nebenbedeutung der Falschheit, der Verführung oder Verleitung; eine leidige Zunge = schmeichlerische Zunge.
De Gaste (Gerste) mot in einem verteljâre twei mal in'n Sacke sîn.
De Gaste mot in elwen Wecken vum Boden un wêer drup.
De gau (guten) Pê'd (Pferde) fengt men op Stal, de schlechten överal. Aachen
De Gäus (Gans) is noch nit gar. Büren (Die Sache ist noch nicht fertig)
De Gave (Gabe) ist to grot, seggen se to Hôksiel. Ostfriesland
De gebacke Foankich (Pfannkuchen) fläge nit än der Laft eräm. Siebenbürgen/Sachsen
De geiht ok nich up sien Drüttel sitten.
De Geiß well och 'ne lange Stätz han. Köln
De geit (er geht) as wenn hein Plock in'n Hindersten härre. Hannover
De geit so breit wie en Wandlûs. Wolfenbüttel
De geit voär de Hunne. Ukermark (Er geht für die Hunde, d.i. er verkommt, geht hinüber)
De geit't nett as jenen Jung, was 'n Vierteljahr weg, da frôg he sîn Moder, wat de Katt för'n Ding was. Ostfriesland
De Geld hät, de geit fort, sâit an Schâstentaar, an do flaagh hi wech me 'n holtnan Drillang üübh a Stört. Nordfriesland
hdt] Wer Geld hat, geht fort, sagte ein Käfer, und da flog er weg mit einem hölzernen Dreiling auf dem Schwanze. (Prahlerei und nichts dahinter)
De Geld will vermallen, kôp't Glasen und lât se fallen. Ostfriesland (vermallen = törichterweise vertun, verschwenden)
De Gerechtigkeit kann den Wêg nich finnen. Hannover (Erinnert an die Augenbinde der Justitia)
De Gerichtswalt hebben, de hebben ock Fredebott. Rügen
De gêrne lachen, de schryen bolde.
la] In risum proni fluctant cito lumina fletu.
De Geschmack is verschieden, segt Burgheim, ên mag de Mutter, un de anner de Dochter. Mecklenburg
De gêt de Mîle (Meile) up fîv Verendele.
De Gêwer (Geber) is ôwer'n Harz eflôgen un het det Wêerkômen vergêten.
De Gewitters hebbet ören eigenen Wind.
De Gewônhêt tut vîl. Schlesien
De Gierigheit bedriegt de Wisheid. Franz. Flandern (Geiz, Habsucht)
De Gîssel (Geisel) plätscht um Äinjt.
De Gissing drüggt fakn. (Dünken, Bedünken, Meinung, Mutmassung täuscht gar oft)
De Giul haite, wo he hett, wenn 'e gëut tuit. Driburg
hdt] Der Gaul heiße wie er will, wenn er nur gut zieht.
De Giyts (Geiz) helpet uplaen, owwer nit dreagen. Büren
De glimmert as Pogg in Mandschîn.
De glövt (glaubt), dat de Düvel sin Ohm is. Holstein
hdt] Er hält den Teufel für seinen Onkel.
De glûmt von ünnern (von unten) herup as 'n Hönerdêf (Hühnerdieb). Oldenburg
i] Glûmen, auch gluren = düster ausgehen. Glûme = der Funke, glummern = glimmen, Glummer = Kohlenglut, auch für glûpen = lauschen, schielen.
De gôd in 't Holt (Holz) röpt, kriegt en gôde Antwôrd. Holstein
De gôd smêrt, gôd fêrt. Ostfriesland
De goden Jare möten de slichten drägen.
i] Damit wird der Landmann bei schlechter Ernte getröstet.
De gor to fründlich is, het Eenen bedrogen, oder will Eenen bedreegen.
De Görte (Grütze) is versolten. Sauerland
De gôs (Gans) blast wol, men se bît nicht.
ho] De gans blaast wel, maar bijt niet.
De Gös gahn allerweg barft. Mecklenburg
i] Ein Zustand, in dem gar nichts zu wünschen wäre, ist nirgends, überall gibt's Mängel und Schattenseiten.
hdt] Die Gänse gehen überall barfuß.
De Gös gât allerwarts barfôt, seggen de Mecklenbörger.
De Göse (Gänse) wasket sik, et giet Räan. Grafschaft Mark
De gôt sitt, wâr sîn Rügge.
i] Wer es gut hat, sei ruhig und zufrieden.
De Gott vertrôt, de mangelt nich. Ostfriesland
De Gottlose kriggt de Barm (Bierhefe). Ostfriesland
fr] Honte lui vient qui en Dieu ne croit.
De gradig (hurtig, schnell, stracks) hengeit, kann gradig wedderkamen. Holstein
De gradig geit (schnell geht), kann gradig wedderkommen. Holstein
De Grane no wat lecke. Kleve (Um zu sagen, dass etwas gut geschmeckt habe)
De graue Michel.
i] Scheltwort in Pommern, auch Knullmichel.
De grauten Buern sind usem Herr Gott sine Mastschwîne. Lippe
De Grinzel (Goldammer) singt: In'n Winter, Bû'r, Bû'r, loat mi in dîn Schün. In'n Soamer: Bû'r, Bû'r, fritt, wat ick schît.
De Groschen gilt nêrgen mei, osse bô hei geschlagen is. Waldeck
De Großen sind de Lütjen äre Narren. Oldenburg
i] Danach sollen die kleinen Leute klüger als die großen sein.
la] Amens longus.
la] Nullus malus magnus piscis.
la] Parva necat morsu spatiosum vipera taurum. Ovid
De Gröt (Größe) deit 't ni, anners kêm de Kô den Hâs' vör. Jever
De grôte Hund sin Pae. (Von einem Dünkelhaften)
De grötste Hund mot sek schämen.
De grötste unner den Iesels (Eseln) is gewüenlik de Müeler. Westfalen
De Grütt wart nig so hêt (heiß) utêten as he upfällt ward. Holstein
hdt] Die Grütze wird nicht so heiß ausgegessen, wie sie aufgefüllt wird. (Die Sache wird nicht so schlimm werden, als es anfänglich schien)
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