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Do-Dz

und oder

Do 't kopen (kaufen) is upkâmen, is 't geven âfkamen. Ostfriesland

Do äs de Laus än de Grängd kun (gekommen). Siebenbürgen/Sachsen

Do bisst kên Mûs (Maus) kên Faden ab.
i] Die Sache ist unabänderlich, um kein Haar anders, dabei bleibt es; besonders beim Kauf, es geht nichts vom Preise ab.

Do blei dervon, Cousine! Andreasberg im Harz

Do derbei wer ich meine Frasse oh mit ufsperr'n. Hirschberg (Ich habe dabei ein Wort mitzusprechen)

Do en scheun Plecken ess, schmitt de Duivel en Klauster hen odder en Eddelmann.
i] Plecken = Fleck, Platz, Punkt, Stelle; holländisch: plek; Placken.

Dö ersten Hund trenkt ma ge'n.

Do es en Hex en de Kerk. Meurs
i] Im Sauerlande: Do was 'ne Heckse in der Kerken. Um Ungehöriges zu bezeichnen. – Auch außerhalb Deutschlands spielt die Hexe ihre Rolle. Die Bewohner der Ebene von Brescia fürchten die stria (Hexe) und vecia (Alte), denen sie alles Unkraut, jedes der Kultur unfähige Land, die Krankheiten der Pflanzen und Tiere, sowie die unauflösbaren Knoten in den Mähnen und Schwänzen der Pferde zuschreiben. In den ersten warmen Frühlingstagen sagt man: Auch die Hexe ist herausgekommen; und wenn bei großer Trockenheit auf den Feldern Dünste aufsteigen und sich zitternd hin- und herbewegen, heißt es in der ganzen Lombardei: z] Die Alte tanzt', weil man glaubt, sie drehe sich in der Erde um, wenn Kälte eintritt. Die schmutziggelben Kreideschichten, das Anzeichen ehemaliger Sümpfe, auf die man beim Graben häufig stößt, nennt man das z] Bett' oder z] Nest der Alten', und wenn die Baumstämme knistern oder z] seufzen', so spricht man: z] Die Hexe weint.' In den Gebirgsdörfern hält man besonders hohe und alte Bäume für Tanzplätze der Hexen bei ihren nächtlichen Zusammenkünften.

Do ess ken Kirch op ze bauen. Bedburg

Do faart et hen un wi heft dat Nakîken. Holstein (Wenn man sich einen Vorteil oder eine Lust entwischen ließ)

Do gang i koan aus dem Weg.
i] Da nehm' ich es mit jedem auf, mess' ich mich mit jedem.

Do giehts har (da geht es her) – ellefa de besten.

Do gings Pritz, Pratz.

Do gît's goar polsch (polnisch) zu.
i] Es geht wild durcheinander, es ist Unordnung, Streit.

Do goht der Speck auf d' Würst'. Schwaben
i] Da ist der Speck teurer als die ganze Wurst kostet.

Do größten Kreuz sön dö, dö si da Mensch selba macht.

Do häss ding Nâs (Nase) mit en ming Kass (Kiste) gestoche. Köln

Do hät mer ke Brêfche (Briefchen) van. Bedburg (Über das, was kommen kann, keine Gewissheit)

Do heißt's: Tue Augen oder Beutel auf.

Do het dech ock den Bûr gespeit. Meurs. (Um zu sagen: Da hast ein Loch im Kleide)

Do het den Börgermeister en Bocks Hose van. Meurs

Do hets Müs (Mäuse), het de Ratzemâ gseit.

Do hoaber Môsen un te Propheten.
hdt] Du kannst Mosen und die Propheten hören.
v] Er hat Mosen und die Propheten. Luc. 16, 29
v] Er hat weder Moses noch die Propheten. (Es fehlt ihm an allem)
v] Er wird noch Moses und die Propheten kennen lernen.
v] He hett Moses un de Propheten. (Besitzt Geld und Geldeswert; ist im Wohlstande)
i] Viel Geld. Ob aber die obige Redensart als eine Erweiterung von Mooshaben anzusehen sei erscheint zweifelhaft. Oft in der Verbindung, dass die Ehe zwischen Christen und Heiden eher zu gestatten sei als zwischen Christen und Juden, denn diese hätten das Gesetz und die Propheten, womit sie viel Unheil anrichten könnten.
ho] Hij doet het om Mozes en de profeten.

Do hoaber sche, wurei namber sche. Schlesien
hdt] Da haben wir sie, worein nehmen wir sie.
v] Dou hâmersch, wû nel dummersch? Franken

Do hod a plinti Henn a Kenddl gfuntn. Steiermark
hdt] Da hat eine blinde Henne ein Körnlein gefunden.

Do hott'r 'a Teufel, sagte der Bauer, als der Pathenbitter zu ihm kam. Oberlausitz

Do ich kôm in Not, dô wôren alle meine Freine dôd; dô ich kâm in Wohlläben, dô wollen alle meine Freine wären.

Do is da Schmolhouns Kuchlmoasda g'wed'n. Steiermark
hdt] In dem Haus ist der Schmalhans Kuchlmaster.
v] Schmalhans ist da Küchenmeister.
ho] Schraalhans is kelder-(keuken-) meester.
i] Es gibt dort schlechte und sehr genau ausgemessene Kost. Die personifizierte Mäßigkeit. So entschuldigt man, oder tadelt, wo es nicht viel zu schmausen gibt. Um Armut und Dürftigkeit zu schildern.
sinnverwandt] Arm wie eine Kirchenmaus. Arm wie Lazarus. Er backt arme Ritter. Er ist blutarm. Er hat weder zu beißen noch zu brechen(brocken). Er ist so arm, dass er sich nicht einmal einen Strick zum Hängen kaufen kann. Er hat weder Dach noch Fach. Er ist kapp und kahl. Er weiß nicht ein noch aus. Er hat kein Hemd auf dem Leibe. Er hat Geld, wie der Jude Schweine. Er saugt an den Hungerpfoten. Bei ihm ist Schmalhans Küchenmeister.
z] Man konnte von ihm sagen, er sey Hanss in allen Gassen. Er trage es demnach mit Geduld, wenn alles mit ihm wird den Krebsgang gehen, wenn Schmalhanss wird Küchen Meister seyn und sein Glück sich wie Quecksilber verlieren wird.
z] Scheints gleich als wenn bei uns Herr Schmal Hans Kuchen Meister, so mercket man doch nicht, dass unsere Lebensgeister geschwächt und fäuler seyn.
fr] Il n'y a ni pain ni pâte au logis. – La marmite est renversée dans cette maison.

Dö ischt noch ke Kûa (Kuh) hî. Vorarlberg
i] Der Schaden ist nicht so groß.

Do ist a Neitigs (Nötiges, d.i. Benötigtes) und a dürftig's z' sömme komme. Breitingheim (Der eine bedarf's und der andere hat's nöthig, sie haben beide nichts. Der Mangel hat die Armut geheiratet)

Do ist kein end noch boden (Paternoster).

Do ist mer's Zäpfle na' g'falle. Bietigheim
i] Der Mut ist mir gesunken.

Do ist öll Hundsodem ebbes anders los. Bietigheim

Do ist's auf a Zimmermannshaar ankommen.
z] Nun, bezüglich der Wahrheit kommt's ihnen (den Jesuiten) auf ein Zimmermannshaar nicht an.

Do kanns mêr gebotz (gestohlen) wäde. Köln

Do kimmt de Brieh (Brühe) hecher wie's Fläsch. Oberharz

Do kommt der Gulde auf achtzeah Botze. Schwaben

Do könd ich mer Loise (Läuse) in Peltz setzen.

Do könnt me scho d' Bocksgichter kriege. Schwaben (Man könnte aus der Haut fahren. Bocksgichter kriegen heißt nichts anderes als Teufelsfratzen schneiden)

Do könt ma sich besoalben (besalben).

Do leit (liegt) a, sagte die Frau am Grabe des Mannes, und schneuzte die Nase ins Grab.

Do leit dr Lork. Oberharz
v] En' zaketer Lork. Oberharz
i] Ein zackiger Lork, ein hitziger schlimmer Mensch.

Do liggt de Dreck, seggt de Pop, onn lätt dat Kind fallen. Königsberg
ho] Daar ligt de drek, zei malle Jan, en hij smeet zijn wijf van het bed.

Do mächt ma doach of d' Bäme klettern. (Ausruf der Verwunderung)

Do man hauet, do gibts Spen.

Do melkst en keine Korf, of do setz non Emmer drunger.

Do mênst (meinst) ôk wohl, Kohschîte is Botter, sää' de Wenzeln.

Do met dingen drei fättmänches Wackbrôde (Waden), gank äckesch (gehe nur) nit durch de Bächergasse, sönss mâchen se Fleuten ûs dingen Bein. Köln
i] 'Fettmännche' ist eine Kupfermünze, die Bächergasse ist eine sehr enge Gasse in Köln; hochdeutsch also etwa: Du mit deinen Dreipfennigwaden, hüte dich durch die Bächergasse zu gehen, man macht sonst Flöten aus deinen Beinen.

Do mi Gewalt an, denn do ick kein Sünn', söä' de Dêr'n.

Do muss nit esu rîf (verschwenderisch) domet öm gonn, mer schött et Gäld nit ûs der Mau (Ärmel). Köln

Dö nehmen d' Haxen in d' Händ. Oberösterreich (Sie beeilen sich. Hacken = Fersen)

Do not dock the donkey's tail in a crowd, some will say it's too long, others it's too short.
tü] Eșeğin kuyruğunu kalabalıkta kesme, kimi uzun der kimi kısa.

Do not mock your neighbour's misfortune, it may happen to you also. (Others' misfortunes should not be derided)
en] Make not another's misfortune your joy.
enz] Rejoice not when thine enemy falleth, and let not time heart be glad when he stumbleth. Old Testament
tü] Gülme (mahrum) komşuna, gelir başına.

Do not worry over a trouble deferred.
tü] Arkaya kalan kazadan korkma/korkulmaz.

Do plogs (plagst) mich mih als mi Geld. Köln

Do porzelt (purzelt) das Ding, warum hêsst der Dreck au Porzelan, sagte der Bauer, als er eine Vase umstieß, die in viele Stücke sprang.

Do sall dich 'nen âlen Essel biesse. Köln

Do sall ich mich wahl vör en de Fing'ren bieße. Köln (Davor werde ich mich wohl hüten)

Do salls mich nit loren. Köln
i] Anführen, durch Versprechungen hintergehen. Von dem französischen leurer, holländisch leuren, englisch lure.

Do scheiß einer hin und schleif, sagte er, da ihm seine Rechnung verdorben ward.

Do schöckt d'r dein' Mutter an'n Schôfkâs.
i] So sagen die Knaben in der Umgegend von Böhmisch Friedland, wenn einer dem andern von hinten einen Kniestoß versetzt.

Do schuss mer's Bloat (Blatt), wie ich's ihn soagte.

Do set de Ängs dren.

Do sind gleich und gleich, wo faule Ayer und stinkend Butter zusammenkommen.

Do Sjep, dier iansi unn a Kual wêsen hâ, wel 'r hal wedder kem. Amrum
hdt] Die Schafe, die einmal im Kohle gewesen sind, wollen da gern wiederkommen.

Do stiehn de Uckse (Ochse) am Barge un kinn ne wedder, sagte der Bauer zum Advokaten, als der Prozess an letzter Stelle verloren war. Schlesien

Do verkäufs mêr kein Flätte (Nelken) for Viule. Köln
v] Do verkäufss mêr kein Aeppel för Zitrone. Köln
v] Dô verkäufss mêr kein Flätte (Nelke) för Viûle. Köln
v] Ek verkaup dech wie en Pond Wôrsch. Meurs

Do wart sönn, segt de Aptheker, on schött ön e Tüte.
i] Doppelsinnig: schüttet und scheisst.

Do wil ich ehm Brief und Siegel drüber gahn, doass nischte droass wird.

Do's ist net an Himmel z' molet (zu malen), was ma an di na schwätzen muss. Ulm

Do's ist sehr kuahmüathig (kuhmutig), wenn d' Rinder kalbern. Neresheim

Do, wat du wist (tue, was du willst), Teufel, säd' de Knecht, öwerst mîn Seel' kriegst du nich; dôr stêk he 'n Kopp in den Heuhôpen.

Doa de Flauk (Fluch) herut get, doa get he ok wi'er herin. Grafschaft Mark

Doa dreht si di Gall' in Leib 'rümm. Franken (Reizt zum heftigsten Zorn)

Doa es nicks inne as warme Würste.

Doa fall' i d'r Wôhl halber di Stîag'n nit ›no‹. Franken
hdt] Die Wahl ist nicht schwer, es ist eins wie das andere.

Doa fallt wat, söä' de Kierl, doa schmêt 'r sin Fru ut 't Bedd.

Doa fuhr's 'raus, sagte der Junge, als er erzählt, wo 's Vogelnest war. Hirschberg

Doa geht't wohl hoch her, doa eten twe ut ene Schöttel. (Für gewöhnlich aßen mehrere aus einer Schüssel, bei feierlichen Gelegenheiten aber nur zwei)

Doa geit he hen un singt nich moal. Strelitz

Doa goa wi her, sagte de Kreie, da hadde se de Hawik int Mul. Büren

Doa häw ick 't Spiel up 'n Wa'n, söä de Bûr, doa har 'n besoapnen Musekanten up de Karr.

Doa heb ik uetbakt, doa darf ik nich öfte koamen, säd Jeechem, wen a sich met de Lüed vatöant (verzürnt) had. Uckermark

Doa hô' i' neunerla Schwäss (Schweiß) g'schwitzt. Franken

Doa ies gued Beaen (beten) vöer. Westfalen

Doa is 'r drüm, we Seebach üm de Klöte.

Doa is au kei Zoale zu fing'n. Schlesien
i] Von einem Felde, wo nichts, oder sehr wenig gewachsen ist, eine Redensart, die man dann überhaupt auf einen Ort übertragen hat, wo man vergeblich etwas sucht.

Doa is dat Enne (Ende) van awe. Westfalen

Doa is kên Narr so klên, hä drögt göäl o'r grön.

Doa is nich Stock orer Stäl (Stiel) mir von. Mecklenburg
i] Er ist mit Stumpf und Stiel ausgerottet.
fr] Fier comme un Écosais.

Doa is Schuld un Ungeduld. Mecklenburg
z] Ha hät sich glîk to Anfang in Schuld un Ungeduld settet.

Doa kann de Figgent (Feind) äöwer goan. (Um zu sagen: dass liegende Gründe ein sicherer Besitz in Kriegszeiten sind)

Doa kreit (kräht) nich Hund or Hân na.
z] Die Ähnlichkeit in der Aussprache zwischen Hôn (Huhn) und Hân (Hahn) hat wohl allein dazu verführt, den Hund, lautlich, an die Stelle des Huhns zu setzen. Jedenfalls wird an den Hund dabei kaum gedacht, wenn man auch überhaupt von solchen Zusammenstellungen wird sagen müssen, dass sie stets mehr dem Sprachgefühle als dem Sprachbewusstsein ihren Ursprung verdanken.
i] Latendorf macht noch auf die Anwendung des 'Oder' in der obigen Redensart nach einer vorangegangenen Verneinung in der Art des Lateinischen aufmerksam, die auch in andern Redensarten vorkommt, z.B. In de Strümp is kên Grund orer Borren (Boden). De Lüd häbben nich Katt orer Hund. He wêt nich von hot orer hül. Dor is nich Stock orer Stäl (Stiel) mîr von.
ho] Daa kraalt noch haan noch hen.

Doa kriagt mer G'stank für Dank. Franken

Doa kummt mer uf die Hauptsumma. (Man wird hier bald des Schadens gewahr werden)

Doa mässe sich äst schäldig seng. Siebenbürgen/Sachsen
i] Scherzhaft von Personen, die sich kurz nacheinander wiederholt begegnen. Auch in Koburg sagt man zu jemand in solchem Falle: Mer müssen uns was schuldig sei.

Doa riuk (riecht) derân, sïed Büddemann. Iserlohn
i] Wird gesagt, wenn jemand übel angelaufen ist.

Doa schall man wohl de Kinner (Kinder) mit to Bett jaogen.

Doa schickt ma doam Pfarrer ane Wurscht, und a hôt salber a Schwein. Hirschberg

Doa slätt de Bommel noch na. Iserlohn (Auf diese Streiche wird noch Strafe folgen)

Doa will'n wi (wollen wir) doch 'n Pricken vörschloan. Mecklenburg
i] Einen Riegel vorschieben.

Doa woass ma nit, Kopf oder Oasch. Steiermark
i] Man weiß nicht, wie man daran ist.

Doa wuoat hänged, doa wuoat räird (abreisst), seg de Frau, doa fol iär Man vam Balcken. Hemer in der Grafschaft Mark (Wo was hängt, fällt was (her)ab)

Doa's g'hört zum Ganze, wie d' Ratte-n und d' Wanze. Schwaben

Doadrümm kehr' i di Händ nit ümm. Franken (Wenn man etwas für sehr unbedeutend hält)
la] Ciccum non interduim. Plautus
la] Digitum non porrexerim.

Doamit kummt ar in die Brüch'1 (Brüche). Franken

Doar Gâsten (Gerste) liggt, kann kên Roggen liggen.

Doar hebben wi den Salat. Mecklenburg
i] Da haben wir die Geschichte, die feine Bescherung, das Unglück:
z] Da hat er seinen Salat; die ganz verkehrt ausgefallene Sache.

Doar kann man Bull'n mit to Wâter drîwen (oder riden). Mecklenburg (Von hohen Karten, die jemand im Spiel bekommen hat)

Doar liegt dat jo uck bêter as in'n dammschen See. Pommern

Doar mâkt he 'n ornlichen Petrî bi. Mecklenburg
i] Er macht dabei einen ordentlichen (guten) Zug, wie einst Petrus.

Doar sünd Hunn'nhoar (Hundehaare) mank (o. tüschen) hackt (streugt).
i] Um zu sagen: Dazwischen ist Unfriede gebracht. Von Händeln und Zwistigkeiten aller Art.
z] Recipe katzenhaar, die langen, die um den mundt sind, und hundshaar desselbigengleichen, und wüerff sie zwyeschen die zwey wan sie essen oder mit eynander trincken und sprich darneben: ich beschwere euch bey alle den hellischen Geistern, das ihr seit gute Freunde als katz und hundt.

Doas bringt a Vieh um. Steiermark
i] Das ist zu arg. Von etwas sehr Widerwärtigem und Unerträglichem.

Doas dich mei Orsch oanbloase, der roten Mund und a vier Wuchen kee ander Wind.

Doas Ding wird beschissen roaskummen.

Doas eis a Außenkroam. (So sagt man in der Gegend von Militsch in Schlesien, wenn jemand statt Gewinn Verlust hat)

Doas fehlt ok nôch! Schlesien (Wenn einem etwas Ungebührliches zugemutet wird, z.B. dem Beleidigten, seinem Beleidiger Abbitte zu tun)

Doas hod kuan Hount und kuann Fuis. Steiermark
hdt] Das hat keine Hand und keinen Fuß.

Doas îch d'r nê a Leim worm mache! Hirschberg
i] Als Drohung.

Doas ig kroat a Bear ein an Stadl. Innsbruck (Was ist das unter so vielen!)
i] kroat = gerade, Bear = eine Beere.

Doas îs a rîhrender Tod, sagte Hans, als er sah, wie die Meisterin einige Fliegen mit in die Suppe quirlte.

Doas is a schlechter Pferdekerl, dar ne stahl'n koan.
i] Man drückt damit die Fürsorge des Knechts oder Kutschers für die ihm übergebenen Pferde aus, welche eher die Grenze des Erlaubten, wo sich Gelegenheit findet, überschreiten, als die Tiere notleiden lassen würde. Ich habe es nur im unschuldigen Sinne anwenden hören, wo ein Kutscher dem andern Heu, Hafer, Wasser, was dessen Pferde übriggelassen hatten, für die seinigen wegstipitzte, auch in dessen Gegenwart.

Doas is da Hea Taif'l. Steiermark
hdt] Das ist der Herr Teufel
i] Da liegt der Knoten.

Doas is e Paar, die hätt mer (man) mit der Drackschleuder net besser zamen könn gewarf. Koburg

Doas is eener fier meine Honne. Schlesien

Doas is kroat, as wenn ma an Betle' i' d' Höl wurf. Unterinnthal
hdt] Das ist gerade, als wenn man einen Bettler in die Hölle würfe.

Doas îs'm ais Laimled'r (Leimleder) g'krocha. Österreich-Schlesien
i] Das hat er sich auf die Seite gemacht.

Doas is, as woann ma 'r in Rom g'wesen war' und hätt'n Poapst nit g'seg'n. Steiermark
i] In Bezug auf eine verlorene Gelegenheit, bei der man die Hauptsache unterließ.
v] Er ist in Rom gewesen und hat den Papst nicht gesehen.
z] Man kann doch einem ganzen Hausetat schicklich nicht weniger als einen Piaster (Trinkgeld) geben, und so viel wollte ich für den Papst und sein ganzes Collegium nicht mehr in Auslage sein.
i] Als einst ein Abt aus Rom nach Paris zurück kam, ohne den Papst Innocenz XI. daselbst gesehen zu haben, sagte er: 'Er ist nicht mehr das sichtbare Oberhaupt der Kirche.' Zu angestrengtes Studiren hatte den jungen Ganganelli auf ein gefährliches Krankenlager geworfen. Als die Gefahr vorüber war, sagte er: 'Mein grösster Kummer war, sterben zu müßen, ohne Rom gesehen zu haben.'
v] Er ist in Petersburg gewesen und hat den Zaren nicht gesehen. Russland
mhd] Dem ist gleich geschehen, als sei er zu Rom gewesen und hab den babst nit gesehen.
ho] Hij is naar Rome geweest, en heeft den paus niet gezien.
la] Non est cujuslibet Corinthum appellere.
pl] Jakoby to było: w Rzymie być, a Papierza nie widzieć.

Döas leit uf platter (offner) Hand. Franken (Ist leicht einzusehen)

Doas macht a böses Geschirr. Kreis Militsch in Schlesien (Wenn jemand etwas, was man ihm mitgeteilt hat, nicht weiter erzählen soll: Das macht ein böses Geschirr)

Doas Mädle ist hauchfärtig, wie die Stuagarter Jungfern. Schwaben

Doas öss an âl Mötz (Mütze).
i] Eine alte längst bekannte Geschichte.

Doas sein Scheissreden, sagte der Bauer, als sein Junge einen fahren ließ. Oberlausitz

Doas war mer sau a Gesäuer. Kreis Militsch in Schlesien (Wenn jemand zwei Sachen vermengen will, die nicht zueinander passen. Abweisend: Das wäre mir so ein Gesäuer)

Doas werd kä Fûd'r Hôlbûrla kosta. (Wird für geringe Opfer zu erreichen sein)
hdt] Es kostet kein Fuder Hohlböhrlein.

Doas woar dem Bok (Bock) an a Sak gegriffen, und nischt in de Hände kriegt. Schlesien

Doas woar künstlich gegeben.
i] In Bezug auf eine feine, witzige Antwort.
z] Ich rufftem (rufte ihm, nämlich einem Lehrburschen, der wegen eines Versehens bestraft werden sollte); er thoat, als hirt as nich; ich rufftem noch a mol: Kum har. ›O‹, soat a, ›Mêster, su ne Jungen wie ich, dörffe nich olle Dinge wissen‹, und koam nich. Doas war kinstlich gegaben; ey dass du mer nich gestohlen wirst.

Doas woarsch gâche Gleick (Glück), doass m'r d' Kuh om Bâm schleicht. Österreich-Schlesien

Doas zaide woas ai d'r Botte. (Er vermisst, verlangt etwas sehr)

Doat äs en blêsch Kirch. Siebenbürgen/Sachsen
i] Zur Bezeichnung der Bunten, besonders von jemand, der buntgestreifte Kleider anhat

Doat äs în (eine) wä en Gêch (Geige). (Sie ist immer lustig)

Doat äs wä won em gît en brangt näst (nichts). Siebenbürgen-Sachsen

Doat äs zâ Gülden (zehn Gulden) uch än Thurn. Siebenbürgen-Sachsen

Doat äs zejôrig Schnî. Siebenbürgen/Sachsen
i] Das ist vorjähriger Schnee, eine abgetane Sache, eine alte Geschichte.

Doat breocht Hernen. Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Das braucht Gehirn.

Doat kratzt mich net. Siebenbürgen/Sachsen

Doat se (sind) Fäneng (Pfennige, Geld) än de Môr (Kot) geschmässen. Siebenbürgen/Sachsen
i] Es ist Geld unnötig, nutzlos ausgegeben.

Doat wêr net vuer menge (für meinen) Magen. Siebenbürgen/Sachsen

Doavan goahn (davongehen), ass de Hund, 'n Start tweschen de Bên.

Doavon noah nüne (neune), sägt wenn de Soldaten to Bedde sind.

Dobbeln, Sweren, Karten, maket Wenig ryke, oberst Veele arm.

Döbeln und Leissnig sind die meissnischen Schmalzgruben. (So genannt wegen ihrer Fruchtbarkeit)

Doch aber liebt' ich in der Musik immer mehr das Aufregende, da unsere eigenen Gefühle, unser Nachdenken über Verlust und misslingen uns nur allzuoft herabzuziehen und zu überwältigen drohen.
Goethe, Italienische Reise III, Februar 1788 . Bericht

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinen Augen welcher Schmerz!
Goethe, Willkommen und Abschied

Doch alle Lust will Ewigkeit – will tiefe, tiefe Ewigkeit.
Friedrich Nietzsche

Doch alles Fluchen kann die Sachen
Nicht ungeschehn, noch besser machen. L. H. Nicolai, Der persische Bauer mit den Früchten

Doch alles, was ich frisch genieße,
Ist das drum weniger mein?
Goethe, Faust I, Studierzimmer / Mephisto Vs 1822

Doch als in allerneusten Jahren
Das Weib nicht mehr gewohnt zu sparen
Und wie ein jeder böser Zahler
Weit mehr Begierden hat als Taler,
Da bleibt dem Manne viel zu dulden:
Wo er nur hinsieht, da sind Schulden.
Goethe, Faust II A I, Weitläufiger Saal / Der Abgemagerte Vs 56541

Doch Alte tun, als lebten sie nicht mehr,
Träg, unbehilflich und wie Blei so schwer.
en] But old folks, many feign as they were dead –
Unwieldy, slow, heavy and pale as lead.
Shakespeare, Romeo und Julia II,5

Doch Armut muss die Zunge wetzen
Und bäumt sich manchmal auf im Joch.
Villon, Das Testament

Doch auch das Glück hat seine eigne Wehmut. L. Schefer, Laienbrevier, April

Doch auch das Possenhafte werde nicht verschmäht;
Der Haufe fordert, was der ernste Mann verzeiht.
Goethe, Theaterreden, Prolog: Halle, 6. 8. 1811

Doch auch selbst das geringste Kunstwerk muss der Meister machen, wenn es recht und echt werden soll.
Goethe, An J. F. Reichardt, 25.10.1790

Doch auch unsterblich ist die Pfaffenlist.
Goethe, Epimenides A I Sz 7 / Pfaffe Vs 221

Doch besser ist's, ihr fallt in Gottes Hand
Als in der Menschen. Schiller, Wilhelm Tell, I, 1 (Tell)

Doch beugt sogleich hartnäckigster Mann
Vor der allbezwingenden Schöne den Sinn.
Goethe, Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas / Chor Vs 8522

Doch bist du nur erst hundert Jahr berühmt,
So weiß kein Mensch mehr was von dir zu sagen.
Goethe, Faust II, Paralipomena

Doch bleibt immer das schönste Denkmal des Menschen eigenes Bildnis.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,1

Doch bleibt wahr, dass alle Güter des Lebens in der Macht des Zufalls stehen, mithin sobald er, diese Macht übend, sie uns entreißt, wir unglücklich sind, wenn wir unser Glück darin gesetzt haben. Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Doch das Glück bleibt immer größer,
Fern von der Geliebten sein.
Goethe, Glück der Entfernung

Doch das ist ewig wahr: wer nichts für andere tut, tut nichts für sich...
Goethe, Clavigo A IV, Clavigos Wohnung / Carlos

Doch das Schlimmste fand ich den Dünkel des irrigen Wahnes,
Der die Menschen ergreift: es könne jeder im Taumel
Seines heftigen Wollens die Welt beherrschen und richten.
Goethe, Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 151

Doch das vergeben mir die Wiener nicht,
Dass ich um ein Spektakel sie betrog.
Schiller, Piccolomini, II, 7 (Wallenstein)

Doch das Wissen blähet auf. Divan - Buch der Betrachtungen - Märkte reizen...

Doch deine Boten, Herr, verehren
Das sanfte Wandeln deines Tags.
Goethe, Faust, Prolog im Himmel / Michael Vs 265

Doch deine Macht, o Sorge, schleichend-groß,
Ich werde sie nicht anerkennen!
Goethe, Faust II A V, Mitternacht / Faust Vs 11493

Doch den laßt nicht zu euch herein,
Der anderen schadet, um etwas zu sein.
Goethe, Zahme Xenien III - Sie schelten...

Doch den Nachbar soll man ehren,
Nächste Hilfe ist die beste.
Fr. W. Weber, Dreizehnlinden, Das Erntefest

Doch der den Augenblick ergreift,
Das ist der rechte Mann.
Goethe, Faust I, Studierzimmer / Mephisto VS 2018

Doch der gesellige Mensch ist eine Art von theoretischem Menschen...
Goethe, An Schiller, 29.6.1796

Doch der ist weder unklug noch beschränkt,
Wer nach dem Irrtum sich vom Fall erhebt,
Anstatt in Unrecht trotzig zu verharren.
Sophokles, Antigone (Teiresias)

Doch der Kunst gehört das Leben, sie zu lernen seid ihr da! Platen, Die verhängnisvolle Gabel

Doch der Mensch führt nicht mit dem Menschen Krieg, sondern mit sich selbst, und gerade aus dem eigenen Inneren fällt uns die feindliche Schlachtreihe an.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Doch der Mensch hat viel Häute abzuwerfen, bis er seiner selbst und der weltlichen Dinge nur einigermaßen sicher wird.
Goethe, An F. V. Messing, 26.7.1782

Doch der Mensch weiß ihn [den Löwen] zu zähmen, und das grausamste der Geschöpfe hat Ehrfurcht vor dem Ebenbilde Gottes, wonach auch die Engel gemacht sind, die dem Herrn dienen und seinen Dienern.
Goethe, Novelle

Doch der Segen kommt von oben. Schiller, Lied von der Glocke

Doch des Feindes Neid
Zum Nutz' sich fügen,
Lehrt nur Schlauheit und List
Wie Loge verschlagen sie übt.
Richard Wagner, Das Rheingold, 2. Szene (Wotan)

Doch die Frau gewinnt etwas von der Überbetonung des persönlichen Lebens. Sie gewinnt eine große menschliche Haltung.
Anaïs Nin, Frauen verändern die Welt

Doch diese wunderbare Gabe der Einfachheit, die in den Büchern und Aufsätzen kompetenter Genossen als so leicht erreichbar beschrieben war, verlangte im Leben Heroismus, viel Liebe und Willen.
Ilja Ehrenburg, Der Raffer

Doch du ranntest unaufhaltsam
Frei ins willenlose Netz,
So entzweitest du gewaltsam
Dich mit Sitte, mit Gesetz. Goethe, Faust, II, Arkadien (Chor)

Doch du wirst auf Erden
Finden nicht sobald
Lieb' und Treue
Echt und heilig;
Darum geb ich dir
Von meiner mit
Und ich will sie legen,
Liebes Menschenkind,
Dass du findest
In der Trübsal
Diese Gaben,
In das Mutterherz.
Rosegger, Das Mutterherz

Doch du, Muse, befiehlst mir allein.
Denn du bist es allein, die noch mir die innere Jugend
Frisch erneuest, und sie mir bis zu Ende versprichst.
Goethe, Elegien Il - Hermann und Dorothea

Doch dünkt mich keine Sünde, den betrügen,
Der als ein falscher Spieler hofft zu siegen. Shakespeare, Ende gut, alles gut, IV, 2 (Diana)

Doch ebenso magisch sind ja die abwechselnden Tänze auf einer Redoute, wo Stimmung, Bewegung und alles durch das Nachfolgende gleich aufgehoben wird.
Goethe, An J. H. Meyer, 6.6.1797

Doch eh er geschaut, weissagt
Kein Mensch die Geschicke der Zukunft.
Sophokles, Aias 1418/19 (Schlusschor)

Doch eigentlich waren diese Völker (die Germanen) keine Barbaren, da sie frei waren; Barbaren sind sie erst später geworden, als sie, der absoluten Macht unterworfen, der Freiheit verlustig gingen. Montesquieu, Lettres persanes

Doch ein Begriff muss bei dem Worte sein.
Goethe, Faust I, Studierzimmer / Schüler Vs 1993

Doch ein gekränktes Herz erholt sich schwer.
Goethe, Tasso A IV Sz 4 / Tasso Vs 2570

Doch ein wenig Geiz schadet dem Weibe nichts, so übel sie die Verschwendung kleidet. Freigebigkeit ist eine Tugend, die dem Mann ziemt, und Festhalten ist die Tugend eines Weibes. So hat es die Natur gewollt...
Goethe, Die guten Weiber / Seyton

Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit.
Schiller, Das Mädchen aus der Fremde

Doch er stehet männlich an dem Steuer:
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen,
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen.
Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe
Und vertrauet, scheiternd oder landend,
Seinen Göttern.
Goethe, Seefahrt

Doch es beweist sich, dass es Wahrheit sei:
Gott, seinem Kaiser, einem Liebchen treu,
Dem müssen alle Geister dienen.
Goethe, Festzug 18.12.1818 - Oberon / Zweite Elfe

Doch es darf ja hier auf Erden
ohne Aber nichts bestehn,
wie wir gleich beweisen werden.
Odyniec, Die Gespenster

Doch es entfliehet inzwischen die Zeit, die keiner zurückbringt. Virgil, Georgica, 3, 284

Doch es gibt zwei Standpunkte, von welchen aus die biblischen Dinge zu betrachten. Es gibt den Standpunkt einer Art Urreligion, den der reinen Natur und Vernunft, welcher göttlicher Abkunft. Dieser wird ewig derselbige bleiben und wird dauern und gelten, solange gottbegabte Wesen vorhanden. Doch ist er nur für Auserwählte und viel zu hoch und edel, um allgemein zu werden. Sodann gibt es den Standpunkt der Kirche, welcher mehr menschlicher Art. Er ist gebrechlich, wandelbar und im Wandel begriffen; doch auch er wird in ewiger Umwandlung dauern, solange schwache menschliche Wesen sein werden.
Goethe, Eckermann, 11.3.1832

Doch es muss jeder machen und tun, was ihm das beste dünkt.
Goethe, An Knebel, 17.9.1799

Doch es wird die Heißbegehrte
Lehren was das Schätzenswerte
Hier auf Erden und wozu
Er nicht auch so dumm wie du.
Frank Wedekind, Felix und Galathea

Doch es ziemet Königinnen, allen Menschen ziemt es wohl,
Sich zu fassen, zu ermannen, was auch drohend überrascht.
Goethe, Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas / Helena Vs 8915

Doch es ziemt dem Menschen nicht mehr zu grübeln, wo er nicht mehr wirken soll.
Goethe, Egmont A V, Gefängnis / Egmont

Doch Euch des Schreibens ja befleißt,
Als diktiert Euch der Heilig Geist!
Goethe, Faust I, Studierzimmer / Mephisto Vs 1962

Doch fällt es schwer, wenn man schon anderes gemacht hat, dem Leser genug zu tun, er verlangt immer etwas, wie das vorige war.
Goethe, Italienische Reise III, 10.11.1787

Doch fällt mir ein, dass auch manchmal etwas Anmutiges aus solchem Bestreben nach Partikularitäten entspringen kann.
Goethe, An Zelter, 27.3.1830

Doch Forschung strebt und ringt, ermüdend nie,
Nach dem Gesetz, dem Grund, Warum und Wie.
Goethe, Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten X

Doch Fortunas schnelles Rad bringt stets abwechselnd Glück und Unglück.
Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, 31. Buch

Doch frische Jugend, frischer Mut:
Studentenblut ist lustig Blut.
Rob. Prutz, Studentenherz

Doch für töricht muss ich halten
Dass man wahren will ein Mädchen,
Will es selber sich nicht wahren.
Calderon, Der Richter von Zalamea, I (Ines)

Doch Geduld! Die müssen wir haben, die Geduld, die bittere Wurzeln hat, aber süße Früchte trägt.
Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Nichte Teresa), 6. Januar 1948

Doch gibt es Gelegenheiten, wo man sich innerlich frisch fühlt und sein Äußeres auch gar zu gern wieder auftischen möchte.
Goethe, Wanderjahre II,3

Doch gibts gleich einen ganz anderen Mut zur Arbeit, wenn man seine Gedanken und Vorsätze auch von außen bezeichnet sieht ...
Goethe, an Schiller, 24. Juni 1797

Doch glaub, dem alles schön gelingt in seinem Leben,
Für den hat bald der Weltkreis nicht mehr Raum.
Schiller, Demetrius (Lodoiska)

Doch große Seelen dulden still. Schiller, Don Carlos, I, 4 (Marquis)

Doch guter Freund, die Zeit kommt auch heran,
Wo wir was Guts in Ruhe schmausen mögen.
Goethe, Faust, I, Studierzimmer (Mephisto)

Doch haben freilich von jeher die Philosophen besonders den Haß, nicht allein ihrer Wissenschaftsverwandten, sondern auch der Welt- und Lebensmenschen auf sich gezogen, und vielleicht mehr durch ihre Lage als durch eigene Schuld.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winkelmann und sein Jahrhundert – Philosophie

Doch haben Könige selbst nicht ein Quer-Fingerbreit über ihr irdisches Dasein hinaus wirken können; was wollen wir anderen armen Teufel für Umstände machen.
Goethe, An Zelter, 23.11.1831

Doch hängt die Tugend der Frauen mit nur wenigen Ausnahmen vom Benehmen der Männer ab.
Germaine Baronin von Staël, Über Deutschland

Doch hat alles sein Maß und Ziel...
Goethe, Eckermann, 18.3. 1824

Doch hat das Geschriebene den Vorteil, dass es dauert und die Zeit abwarten kann, wo ihm zu wirken gegönnt ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 891

Doch hat der Gärtner das Recht, sein Jahr bloß nach dem zu beurteilen, was ihm Keller und Kammern füllt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit - Früheres Vorwort

Doch ich bin gesund,
Wenn ich mich meinem Fleiß ergeben kann,
Und so macht wieder mich der Fleiß gesund.
Goethe, Tasso A V SZ 2 / Tasso Vs 3053

Doch ich weiß, dass den Menschen von zitternder Nerve eine Mücke irren kann und dass dagegen kein Reden hilft.
Goethe, An J. F. Krafft, 11.12.1778

Doch ich würde, wie Sie mich wohl kennen, kein Wort, auch das verrufenste, nicht fürchten, wenn die Behandlung mich rechtfertigen, ja wenn ich so glücklich sein könnte, einem verrufenen Namen seine Würde wieder zu geben.
Goethe, An Schiller, 16.8.1797

Doch im Inneren scheint ein Geist gewaltig zu ringen,
Wie er durchbräche den Kreis, Willkür zu schaffen den Formen
Wie dem Wollen; doch was er beginnt, beginnt er vergebens.
Goethe, Metamorphose der Tiere

Doch im Innern befindet die Kraft der edlern Geschöpfe
Sich im heiligen Kreise lebendiger Bildung beschlossen.
Diese Grenzen erweitert kein Gott, es ehrt die Natur sie:
Denn nur also beschränkt war je das Vollkommene möglich.
Goethe, Gott und Welt - Metamorphose der Tiere

Doch in der Freundschaft ist immer Feindschaft gegen die innere Natur.
Friedrich Schleiermacher, Monologen

Doch ist der Sinn des Lebens Sklav, das Leben,
Der Narr der Zeit; und Zeit des Weltlaufs Zeugin,
Muß enden.
Shakespeare, Heinrich IV., 1. Teil, V, 4 (Percy)

Doch ist der Tag so lang, dass er sich ohne nützliche Beschäftigung nicht hinbringen lässt...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1811

Doch ist eine weite Aussicht, wo Erde und Himmel so vielerlei Ansichten geben, mehr wert als man glaubt, wenn man sie täglich genießt.
Goethe, An Schiller, 21.6.1797

Doch ist es immer besser, man reise in der Jugend, wo man die Dinge einzeln genießt und oft über ihren Wert schätzt.
Goethe, An F. v. Stein, 21.12.1798

Doch ist es jedem eingeboren,
dass sein Gefühl hinauf- und vorwärts dringt...
Goethe, Faust I, Vor dem Tor / Faust Vs 1092

Doch ist oft nichts natürlicher, als dass man nicht zusammenkommt, wenn man so nahe beisammen ist.
Goethe, Italienische Reise II, 9.3.1787

Doch ist's ein alter Brauch,
Wer's mit den Weibern hält, der hat die Männer auch.
Goethe, Das Jahrmarktfest zu Plundersweilern (Haman)

Doch ist's wohl in allen Ständen so, dass unsere Wünsche uns hin und her schleudern, wir, was wir besitzen, drüber verschleudern, und nicht eh achten lernen, bis es fort ist.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 4.3.1779

Doch ja, [den Verrat] den lieben sie und hassen den Verräter.
Goethe, Elpenor A II Sz 1 / Polymetis Vs 785

Doch jetzt bin ich umschränkt, gepfercht, umpfählt,
Geklemmt von niederträcht'ger Furcht und Zweifeln.
en] But now I am cabined, cribbed, confined, bound in
To saucy doubts and fears.
Shakespeare, Macbeth III,4

Doch kann der Mensch, der Künstler und die Kunst eine genießende, einsichtsvolle und gewissermaßen praktische Teilnahme nicht entbehren.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über den Dilettantismus V

Doch kann eine Operette, wenn sie gut ist, niemals im Lesen genug tun, es muss die Musik erst dazu kommen, um den ganzen Begriff auszudrücken, den der Dichter sich vorstellte.
Goethe, Italienische Reise III, 10.1.1788

Doch kommt es durchaus bei der Naturforschung auf die Tendenz des Geistes an, ob er aus dem Einzelnen ins Ganze oder aus dem Ganzen ins Einzelne zu schreiten geneigt ist. Durch eine solche wechselseitige Anerkennung wird aller Widerstreit der Denkweisen aufgehoben und ein solider Stand der Wissenschaft gegründet, welche mehr als man denkt durch solche Entweihung, welches mehr auf Worthändel hinausläuft, gehindert wird.
Goethe, Maximen und Reflexionen - Aus dem Nachlaß

Doch lange schon verlernten wir Kniefall und Gebet. - / Der Mann ist uns der beste, der grad' und aufrecht steht! Freiligrath, Neuere politische und soziale Lieder

Doch lassen Sie uns tun, was wir können, wenn wir nicht können, was wir wollen. Engel, Shaftesbury an Bayle

Doch lässt sich ihre vertraun, und das ist viel.
Goethe, Tasso A II Sz 1 / Prinzessin Vs 951

Doch lebendig, stets aufs neue,
Tut sich edles Wirken kund,
Freundesliebe, Männertreue
Und ein ewig sichrer Bund.
Goethe, Dem würdigen Bruderfeste

Doch man bewirkt das Wunderbare nicht auf alltägliche Weise.
Goethe, Was wir bringen, Lauchstädt Sz 10 / Reisender

Doch manchen stürzte schon
Die Hoffnung auf Gewinn in sein Verderben.
Sophokles, Antigone (Kreon)

Doch meine Verdienste, die bleiben im stillen. Schiller, Wallensteins Lager, V, 447 (Wachtmeister)

Doch menschliche Begier hat keine Grenze,
Als die mit fester Hand der Wille steckt. Hamerling, Ahasver in Rom

Doch merk ich wohl,
Man muss mit zartem Sinn zu geben wissen:
Denn Klugheit thront noch höher als Gewissen.
en] But, I perceive,
Men must learn now with pity to dispense,
For policy sits above conscience.
Shakespeare, Timon von Athen III,2

Doch mich in meinen Freunden lieben,
Dies, edler Mann, dies ist die schönste Gunst...
Goethe, An Personen - An Karl v. Ligne

Doch mit der Eifersucht ist es wie mit der Gicht: Wenn solche Krankheiten erst einmal im Blut sind, dann gibt es keine Garantie dagegen, dass sie ausbrechen, und das noch oft bei den geringsten Anlässen und wenn man es am wenigsten erwartet.
Henry Fielding, Tom Jones

Doch muss man auch hier bemerken, dass der Schwächere, der leidende Teil, gleichfalls auf seine Weise die Preßfreiheit zu unterdrücken sucht, und zwar in dem Falle, wenn er konspiriert und nicht verraten sein will.
Goethe, Maximen und Reflexionen 680

Doch muss man denken, dass man nach und nach durch anhaltenden Fleiß vieles zustande bringt.
Goethe, An Knebel, 22.3.1799

Doch nehmen die Franzosen selten ein Werk mit so reiner Neigung auf wie wir, sie bequemen sich nicht gern zu dem Standpunkt des Autors, sondern sie finden selbst bei dem Besten immer leicht etwas, das nicht nach ihrem Sinne ist und das der Autor hätte sollen anders machen.
Goethe, Eckermann, 21.7.1827

Doch nicht alles zugleich verliehn ja die Götter dem Menschen,
War ich ein Jüngling vordem, wo naht mir jetzo das Alter.
Homer, Ilias, 4, 320 (Nestor)

Doch nicht nur in sich ruhend als Religion und Religiosität, nicht nur herauswirkend als Arbeit und Werktätigkeit, sondern auch auf sich zurückziehend und auf sich ruhend soll die Menschenkraft sich entwickeln, ausbilden, wirken, und im letzteren Fall als Enthaltsamkeit, Mäßigkeit, Sparsamkeit. Was ist hier für den sich ganz entfremdeten Menschen mehr nötig als anzudeuten? - Wo die eigentlich ungeteilte innige Drei in echter ursprünglicher Einigung, wo Religion. Arbeitsamkeit und Mäßigung in Eintracht wirken: da ist der irdische Himmel; da ist Friede, Freude, Heil, Gnade und Segen. Friedrich Fröbel, Die Menschenerziehung

Doch nicht Tapferkeit gab er, was traun! die erhabenste Kraft ist. Homer, Ilias, IX, 39

Doch nicht verzagt! Die Welt ist nicht so grau,
Fortuna zwar ist nicht ganz echt von Farbe,
Indes, sie ist ja auch nicht Eure Frau.
Sie schlägt die Wunde, aber heilt die Narbe.
Byron, Don Juan

Doch nie wandelt den Tapfern die Farbe sich, nie auch erfüllt ihn
Große Furcht. Homer, Ilias, XIII, 284/85

Doch nur durch frische Tätigkeit seien die Widerwärtigkeiten zu überwinden...
Goethe, F. v. Müller, 22.3.1825

Doch nur in der frühesten Zeit tat es seine ganze Wirkung, da das Volk noch mehr Volk war, als es jetzt ist. Denn eigentlich ist so ein Amphitheater recht gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren, das Volk mit sich selbst zum besten zu haben.
Goethe, Italienische Reise I, 16. Sept. 1786

Doch nur indem man sich über das Bekannte völlig veständigt, kann man miteinander zum unbekannten fortschreiten.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,4

Doch oft bestätigt sich's:
Die Demut ist der jungen Ehrsucht Leiter,
Wer sie hinanklimmt, kehrt den Blick ihr zu.
Doch hat er erst die höchste Spross' erreicht,
Dann kehret er der Leiter seinen Rücken,
Schaut himmelan, verschmäht die niedern Tritte,
die ihn hinaufgebracht.
en] But 'tis a common proof,
That lowliness is young ambition's ladder,
Whereto the climber-upward turns his face,
But when he once attains the upmost round,
He then unto the ladder turns his back,
Looks in the clouds, scorning the base degrees
By which he did ascend.
Shakespeare, Jlius Cäsar II, 1

Doch prüfe wohl! Die ersten Blicke täuschen oft. W. von Humboldt, Brief vom 23. 1. 1789 an seine spätere Gemahlin

Doch schäme dich nicht der Gebrechen,
Vollende schnell das kleine Buch;
Die Welt ist voller Widerspruch,
Und sollte sichs nicht widersprechen?
Goethe, Vorklage

Doch scheint die Ehre etwas zu Oberflächliches zu sein im Verhältnis zu dem, was wir suchen. Denn es scheint bei ihr ja mehr auf die Leute anzukommen, die sie erweisen, als auf die, denen sie erwiesen wird. Das Gute aber muß vermutlich doch etwas sein, das uns gehört und das man uns nicht leicht entreißen kann. Ferner scheint es, dass man auf Ehre ausgeht, um in der Überzeugung von der eigenen Vortrefflichkeit bestärkt zu werden. Aristoteles, Nikomachische Ethik

Doch scheint es nun einmal das Schicksal der Idealisten zu sein, das, worum sie kämpfen, in einer Form zu erhalten, die ihr Ideal zerstört. Bertrand Russell, Marriage and Morals

Doch scheut Ihr Euch, das Schlimmste anzuhören,
So laßt es ungehört aufs Haupt Euch fallen.
en] But, if you be afeard to hear the worst,
Then let the worst unheard fall on your head.
Shakespeare, König Johann IV, 2

Doch schlimm, wenn Fraun verstockt und ungenügsam.
en] But a harsh hearing, when women are froward.
Shakespeare, Der Widerspenstigen Zähmung V,2

Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
Der von vergangnen Zeiten träumt,
An die Gelegenheit zum Laster,
Die er versäumt.
Wilhelm Busch, Abenteuer eines Junggesellen

Doch schön ist nach dem großen
Das schlichte Heldentum.
Uhland, Tells Tod

Doch Segen quillt und warme Fruchtbarkeit,
Wenn die Gewitterlüfte sich entladen.
Schiller, Wilhelm Tell (Stauffacher)

Doch sei es schöner, herzerhebender, wenn der Mensch sich sagen dürfe: er sei sein Glück sich selbst, der stillen, ruhigen Überzeugung seines Herzens, einem edlen Vorsatz und raschen Entschlusse schuldig geworden.
Goethe, Wanderjahre I,8

Doch sei's in Wirklichkeit, sei's im Traum,
Gut handeln, das entscheidet; wär's Wirklichkeit, um gut zu sein;
Wenn nicht, um Freunde zu gewinnen für des Erwachens Stunde. Calderon, La Vida es sueno

Doch selig sind die Tausende, die starben
Den bittersüßen Tod von Feindes Hand!
Goethe, Iphigenie A II Sz 2 / Pylades Vs 870

Doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht. Schiller, Wallensteins Tod, IV, 2 (Buttler)

Doch siehe, viele rufen: Christus, Christus,
Die einst ihm ferner stehen beim Weltgericht
Als viele, die da nimmer kannten Christus. Dante, Paradies, 19, 106/08

Doch sitzt ja selbst bei Zeus auf seinem Thron
Als Anwalt jeder Schuld Barmherzigkeit.
Sophokles, Ödipus auf Kolonos (Polyneikes)

Doch so eine Frau könnte einen Teufel zum Engel umschmelzen, von ihr unterstützt kannst du alles hoffen.
Goethe, An E. W. Behrisch, 3.11.1767

Doch so ist's nicht gemeint,
Dich unter das Pack zu stoßen.
Goethe, Faust, I, 4 (Mephisto)

Doch so kann man überhaupt jeden Menschen als eine vielsilbige Scharade ansehen, wovon er selbst nur wenige Silben zusammenbuchstabiert, indessen andere leicht das ganze Wort entziffern.
Goethe, Schriften zur Kunst . Winkelmann und sein Jahrhundert . Charakter

Doch so viel ist gewiss, dass sowohl das Leben an der Seite eines Weibes als auch ohne Weib trübselig ist, und dass, wenn sie auch noch so gut gerät, der süße Kelch viel Bitterkeit enthält. Comenius, Das Labyrinth der Welt

Doch solche Offenbarung [für die letzte Stufe der künstlerischen Ausbildung] muss der Zufall herbeiführen, er ist ja immer schönen Naturen günstig.
Goethe, F. v. Müller, 18.4.1815

Doch Sorge folgt und nimmersatte Gier
Dem wachsenden Gewinn. (Crescentem sequltur cura pecuniam
Malorumque fames.) Horaz, Oden

Doch steife sich niemand auf seinen Verstand,
Acht hab er immer.
Wer klug und wortkarg zum Wirte kommt,
Schadet sich selten:
Denn festern Freund als kluge Vorsicht
Mag der Mann nicht haben.
Havamal

Doch still! mich dünkt, ich wittre Morgenluft. Shakespeare, Hamlet, I, 5 (Geist)

Doch über allen Worten
Verkünd' ich, Mensch, wir sind!
Franz Werfel, Ein Lebens-Lied

Doch übereilte Eh' tut selten gut. Shakespeare, König Heinrich VI., Teil 3, IV, 1 (Gloster)

Doch überwiegt das Leben alles,
Wenn die Liebe in seiner Schale liegt.
Goethe, Elpenor A I Sz 6 / Antiope Vs 747

Doch unverzagt! Viel besser ist
Beneidet als bedauert!
Zwar kränket Hohn und falsche List,
Wenn Freund und Bruder sich vergißt!
Doch, wie das Herz auch trauert.
Gestrebt und ausgedauert!
J. H. Voß, Lob und Tadel

Doch Vergangnes ist, wie Künftiges, heilig den Sängern,
Und in Tagen des Herbsts sühnen die Schatten wir uns. Hölderlin, Stuttgart: An Siegfried Schmidt

Doch vergiss es nicht: die Träume
Sie erschaffen nicht die Wünsche,
Die vorhandenen wecken sie.
Grillparzer, Der Traum ein Leben (Massud)

Doch wann's Matthä' am letzten ist
Trotz Raten, Tun und Beten,
So rettet oft noch Weiberlist
Aus Ängsten und aus Nöten.
Bürger, Die Weiber von Weinsberg

Doch war der kirchliche Protestantismus, den man uns überlieferte, eigentlich nur eine Art von trockner Moral: an einen geistreichen Vortrag ward nicht gedacht, und die Lehre konnte weder der Seele noch dem Herzen zusagen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,1

Doch war's was, sagte der Fuchs, als ihm eine Mücke in den Hals flog.

Doch warum
Konnt' ich nicht 'Amen' sprechen? War mir doch
Die Gnad' am meisten not, und 'Amen' stockte
Mir in der Kehle.
en] But wherefore could not I pronounce 'Amen'?
I had most need of blessing, and 'Amen'
Stuck in my throat.
Shakespeare, Macbeth II,2

Doch was der Mensch auch ergreife und handhabe, der einzelne ist sich nicht hinreichend, Gesellschaft bleibt eines wackern Mannes höchstes Bedürfnis.
Goethe, Wanderjahre III,9

Doch was einer ausführen kann, das darf er auch unternehmen.
Goethe, F. v. Müller, 20.9.1827

Doch was in Augenblicken der Entzückung
Die Kniee beugt, ist auch ein süß Gefühl.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 5 / Eugenie Vs 350

Doch was wir auch sinnen und vorhaben, geschehe nicht aus Leidenschaft, noch aus irgend einer anderen Nötigung, sondern aus einer dem besten Rat entsprechenden Überzeugung.
Goethe, Wanderjahre III,9

Doch wehe dem, der allein ist, wenn er hinfällt, ohne dass einer bei ihm ist, der ihn aufrichtet.
Kohelet 4, 10

Doch weiß ich, durch die Zeit beginnt die Liebe,
Und seh' an Proben der Erfahrung auch,
Dass Zeit derselben Glut und Funken mäßigt.
Shakespeare, Hamlet IV, 7 (König)

Doch wem fiel es jemals ein, bei Buchhändlern und Antiquaren, die so viele Bücher besitzen und verkaufen, Bildung zu suchen? Im Gegenteil, wenn du dich überzeugen willst, wirst du finden, dass diese Ehrenmänner an Bildung nicht viel vor dir voraushaben, dass sie, wie du, in Barbarismen reden und ebenso der Einsicht und des Geschmacks entbehren, was bei derartigen Leuten nicht zu verwundern ist. Lukian, Der ungebildete Büchernarr

Doch wenn das Mächtige, das uns regiert,
Ein großes Opfer heischt, wir bringen doch,
Mit blutendem Gefühl, der Not zuletzt.
Goethe, Natürliche Tochter A II Sz 1 / Sekretär Vs 706

Doch wer bist du, der zu Gericht willst sitzen
Zum Urteilsspruch auf tausend Meilen Weite
Mit einem Blick, so kurz wie eine Spanne?
Dante, Paradies, XIX, 79ff.

Doch wer ist so gebildet, dass er nicht seine Vorzüge gegen andere manchmal auf eine grausame Weise geltend machte?
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2

Doch wer keinen Leisten kennt,
Wird ein Pfuscher bleiben.
Goethe, Auf den Kauf

Doch wer möchte mit ganz gereinigten Neigungen leben?
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 3. Brief

Doch wer nicht verzweifeln kann, muss nicht leben, nur feige sich ergeben, sei ihm das Verhaßteste.
Goethe, F. v. Müller, 3.4.1824

Doch wer vom Wetterlicht umblitzt
Im Donnerwagen grollend sitzt,
Der soll nicht mit den Zügeln spielen.
Geibel, An G. Herwegh, 1842

Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht.
Goethe, Faust I, Nacht / Faust Vs 544

Doch wie den reisenden Engländer der Teekessel in allen vier Weltteilen nicht verlässt, so wird die übrige Masse der Menschen von stolzen Anforderungen, Eitelkeit, Unmäßigkeit, Ungeduld, Eigensinn, Schiefheit im Urteil, von der Lust, ihrem Nebenmenschen tückisch etwas zu versetzen, überallhin begleitet.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Doch wie die Blume nicht verdrießlich sein darf, dass dem Schmetterling und der Biene bei dem Hof, den sie ihr machen, eigentlich nur um die Süßigkeit ernst ist, die sie verheimlicht, so darf ich ja wohl auch der freundlichen Gesichter genießen, welche diesen schön geformten und wohlschmeckenden Freundesgaben zunächst gemeint sind.
Goethe, An das Ehepaar v. Willemer, 12.1.1829

Doch wie man mit eigenen Sachen selten fertig wird, so wird man es mit Übersetzungen niemals.
Goethe, An Schiller, 9.12.1795

Doch wie man sich aus jeder gegründeten oder grundlosen hypochondrischen Ansicht nur durch Tätigkeit retten kann, so muss man den Anteil an der Vergangenheit wieder in sich heraufrufen und sich wieder dahin stellen, wo man noch hofft, ein Mangel lasse sich ausfüllen, Fehler vermeiden, Übereilung sei zu bändigen und Versäumtes nachzuholen.
Goethe, Entstehung der biographischen Annalen, 1823

Doch wie wollte die Gottheit überall Wunder zu tun Gelegenheit finden, wenn sie es nicht zuweilen in außerordentlichen Individuen versuchte, die wir anstaunen und nicht begreifen, woher sie kommen.
Goethe, Eckermann, 14.2.1831

Doch willst du dir ein Mädchen kaufen,
So geh und gib dich selbst dafür.
Goethe, Wahrer Genuss

Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.
Homer, Ilias

Doch wir kommen ja, als Individuen, niemals ganz von einer Seite los, und es ist daher unsere Pflicht, die anderen auf der ihrigen zu betrachten, zu erkennen und zu lieben.
Goethe, An S. Boisserée, 19.11.1814

Doch wir wurden
Getäuscht in deiner Redlichkeit, getäuscht
In dem, was so uns schien.
en] But we have been
Deceiv'd in thy integrity, deceiv'd
In that which seems so.
Shakespeare, Ein Wintermärchen I, 2

Doch wo einzelne Gesellen
Zierlich mit einander streben,
Sich zum schönen Ganzen stellen,
Das ist Freude, das ist Leben.
Goethe, Schriften zur Kunst - Tischbeins Idyllen III

Doch wo was Rühmliches gelingt,
Es mich sogleich in Harnisch bringt.
Das Tiefe hoch, das Hohe tief,
Das Schiefe grad, das Grade schief,
Das ganz allein macht mich gesund,
So will ichs auf dem Erdenrund.
Goethe, Faust II A I, Weitläufiger Saal /Zoilo-Thersites Vs 5465f.

Doch zaudre nicht! Sei schnell vor allen Dingen!
Wir können dies vor Tage noch vollbringen.
en] But, notwithstanding, haste, make no delay.
We may effect this business yet ere day.
Shakespeare, Ein Sommernachtstraum III, 2

Doch zeige sich niemand so arm an Verstand, dass er beim Einsturz seines Hauses glaubt, Gott werde ihn retten ohne andere Stütze.
Niccolò Machiavelli, Der goldene Esel

Doch zu begreifen ist's bei bösen Wegen,
dass sie am Ende nie gedeihn zum Segen.
en] But by bad courses may be understood
That their events can never fall out good.
Shakespeare, König Richard II. II, 1

Doch, Ärmste, hast du einst kein Geld,
Dreht dir den Rücken die ganze Welt. Heine, Romanzero, II: Hoffart

Doch, haben alle Götter sich versammelt,
Geschenke seiner Wiege darzubringen -
Die Grazien sind leider ausgeblieben,
Und wem die Gaben dieser Holden fehlen,
Der kann zwar viel besitzen, vieles geben,
Doch lässt sich nie an seinem Busen ruhn.
Goethe, Tasso A II Sz 1 / Tasso Vs 945f.

Doch, wenn ich den Sieg genieße,
Fehlt das Beste mir dabei.
Ist es die verschwund'ne süße,
Blöde Jugend-Eselei?
Heine, Yolante und Marie

Docke dein Boot nicht neben solchen mit schwarzen Fahnen ein. Hawaii (Diese tragen Tote)

Döckes es nit îwig. Köln
hdt] Oft ist nicht ewig.

Döer de Bränne (Brände) goaen. Westfalen (Ausreißen)

Döer de Tuine (Zäune) grasen. Westfalen
i] Nach fremdem Eigentume greifen.

Dogma - mit anderen Worten also, offenbarte Wahrheit.
Chesterton

Dogmatiker - mit solchen Leuten kann man nicht diskutieren, man kann ihnen Nachsicht angedeihen lassen, sie bedauern, zu heilen versuchen, aber man muss sie als Geisteskranke betrachten und darf mit ihnen nicht streiten.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1895)

Dogmatiker: Alleswissender mit Scheuklappen.
Helmar Nahr

Doh di ön de Böxe (Hosen) on segg: öck hebb 't gedahne.

Dohlen hecken keine Tauben.

Dokter will ich nicht werden, sagte der Junge, ich kann nicht einmal eine Fliege umbringen.

Dokters sind men (nur) Menschenfillers (Töter). Westfalen

Doktor der Gesunden, hilf, Gott, den Kranken.
fr] Médecin de Salamanque, guérit l'un et l'autre manque.

Doktor Dünnmantel. Hamburg (Spottname armer graduierter Ärzte)

Doktor Eisenbart hat weder Müh' noch Fleiß gespart.

Doktor Hütentüt, de de Lüden dat Water besüht.
i] Spottwort auf einen unwissenden und ungeschickten Arzt. Soll von dem englischen hitherto herkommen: einer der bald hier, bald dort sein muss.
v] He is de Dokter Hütentüt, de de Mäkens dat Ding besüht. Pommern
v] Er ist ein Hütentüt.
fr] C'est un médecin d'eau douce.
fr] Docteur en toute lourdise.

Doktor Lisbet. (So nannte man in Hamburg ein berüchtigtes kurierendes altes Weib)

Doktor Luthers Schuhe sind nicht jedem Dorfpfarrer gerecht.
i] Aber dessenungeachtet möchte gern jeder darin herumstolzieren. Darum klagt Cäsar von Lengerke in seiner Stimme aus Zion: 'O Luther, könntest du der Gruft entschreiten ... und schaun, wie sich das Volk bethören lässt, welch Unheil sie in deinem Namen stiften, ins Feuer würfest du die eignen Schriften erzürnter als der Päpste Manifest.'

Doktor Maß, Doktor Stille und Doktor Frohmann sind die größten Ärzte.

Doktor Siemann hält ein Pferd, und wers nur dreier gülden wert.
v] Es ist manchmal besser, Doktor Siemann mit zehen Pferden herbergen, als Doktor Hermann mit einem.

Doktor und Apotheker sind Gevattern.
ho] De apothekers willen onder de dokters gerekend zijn.

Doktor und Narr sind beide gleich bald genent.
v] Doktor Wasser, Doktor Mäßigkeit und Doktor Ruhe sind die drei besten Ärzte.
v] Doktor, Apoteker und Jurist bringens best von vngerechtem Gut davon.
v] Doktor, lass dich alsbald zahlen, solang der Kranke spürt die Qualen.

Doktorhut: Modeartikel der Wissensgesellschaft. Alexander Eilers

Doktors sind man Menskenflickers. Arnsberg

Dole besitzt die Schönheit in triplo: die schönste Brücke, die schönste Stadtkirche und den schönsten Glockenturm. (Französische Stadt in Hochburgund (Franche- Comté))

Dominik (4./5. August) wachsen die Rüben dick. Oels

Domm (dumm) ös domm - Vader heft de Bock gestahle, morge ward he det Schap nahale. Elbing

Dommeldich hoadd den Hals gebroach, Lanksam leefd noach. Trier
v] Tummeldich hat die Bein' zerbrochen und Langsam geht noch einher.
i] Dommeldich = Als Eigenname gebraucht, einer, der, um seine Geschäfte geschwind abzumachen, zu rasch läuft

Dön Hingster diar 't Heewer ferthiine, jo fu't eg. Amrum
hdt] Die Pferde, die den Hafer verdienen, bekommen ihn nicht.
ndt] Di Hingster diär dit miist Haaver förtiini, plei dit menst tö foen. Sylt

Don Juan ist nicht der Mann, der die Frauen liebt, sondern der Mann, den die Frauen lieben.
José Ortega y Gasset

Dona und Donna vermögen viel. (Geschenke und Weiber)

Donatus hat dem Jus den Hals gebrochen. (Geschenke haben das Recht gefälscht, gebeugt)
it] Donato ruppe la testa a giusto.

Donau und Rhein fließen nicht zusammen. (Zur Bezeichnung der Unmöglichkeit)

Donner dir selbst, so schlegt dich der Hagel nicht.

Donner im April ist des Winzers Will.
fr] Quand il tonne en Avril, vendengeurs prépeur vos barils.

Donner im April viel Gutes verkünden (o. zeigen) will. Westpreußen (Man vermutet ein fruchtbares Jahr, wenn es im März donnert, vielleicht weil die Erdfrüchte den fruchtbaren Gewitterregen bekommen)
ho] Den eersten donder in Maart vat men de elft bij den staart.

Donner im Dezember fürwahr bringt viel Wind im nächsten Jahr. Euskirchen
v] Donner im Dezember zumal bringet uns der Kälte Qual.
v] Donner im Mai führt großen Wind herbei.
v] Donner im Winter, Frucht im Sommer.
v] Donner im Winter, steckt viel Kält dahinter.
v] Donner im Winterquartal bringt uns Kälte (Eiszapfen) ohne Zahl. Ostpreußen
v] Donner ohne Regen ist wie Worte ohne Taten. Birma
v] Donner schlegt in kein Sekret.
v] Donner über den kahlen Baum bedeutet kein gut Frühjahr.
v] Donner über Wald ohne Laub,
Füllt Keller und Boden.
v] Donner und Fröste im Wonnemonat, Müh und Arbeit wenig lohnt.

Donner und Doria! Schiller, Die Verschwörung des Fiasko, I, 5 (Glanettino)

Donnerledder, säd de Bôr, als hä nit op sin Pääd kunnt un de vehzehn Nûthälfer zo Hülf rêf, ävver sich su 'ne Wipp gov, dat hä op der andere Sick (Seite) widder eraw rötschte, Donnerledder, säd hä, dat se och alle vehzehn kumme môte! (musste) Wören er äckesch (nur) sibbe gekumme, dann wör ich ackerât op der Stirk (schindmähre) geblevve. Köln

Donners Blauschein, hilf!
ndt] Donars blôskên, help! Nordfriesisch (Blau ist Wuotan's Leibfarbe, denn sein alle Seelen einhüllender Mantel ist der Äther, ein Kleid, das so weit reicht, als der Himmel blau ist)

Donnerstag hat sein eigenes Wetter.

Donnerstag kommt, und die Woche ist vorbei.
en] Thursday come, and the week's gone.

Donnerstag nach Belvedere!
Und so ging's die Woche fort,
Denn das war der Frauen Lehre:
Lustige Leute, lustiger Ort.
Üben wir auf unsern Zügen
Auch nicht mehr dergleichen Schwung.
Stiftet inniges Vergnügen
Heitern Glücks Erinnerung.
Goethe, An Personen - In das Stammbuch der Frau Durand-Engels

Donnerstag nach Belvedere,
Freitag gehts nach Jena fort:
Denn das ist, bei meiner Ehre,
Doch ein allerliebster Ort!
Goethe, Die Lustigen von Weimar

Donnerstag steigt der Woch' aufs Dach.
ho] Als donnersdag komt, is de week verloren.

Donnerstags und dienstags heiratet man nicht und reist nicht ab.
it] Di giove e di marte non si sposa e non si parte.

Donnerstagsheirat - Glücksheirat.

Donnerstagssegen reicht nicht über den Fluss hinaus. (So sagen die Römer von dem Segen, den der Papst am Gründonnerstage von der Loggia aus, über dem Portal der Peterskirche, dem draußen harrenden Volke erteilt)

Donnert das Glück, so kehr' dich nicht dran, lass das Wetter vorübergahn.

Donnert es im Januar, so mehret schnell der Fässer Schar.
v] Donnert es im Maien viel,
hat der Bauer gewonnenes Spiel.

Donnert es im Mai, so wird ein unfruchtbar Jahr.
v] Häufige Gewitter im Mai zerstreuen dem Bauer die Sorgen. Polen

Donnert et up 'n blâten Busch, sau gät de Gösseln dâd.
hdt] Donnert es auf den bloßen (d.i. unbelaubten) Busch, so tritt gewöhnlich noch so kalte Witterung ein, dass die jungen Gänslein dabei ihren Tod finden.

Donnert's im Advent, der Raps danach verbrennt, der Wind und auch der Regen wird sich so bald nicht legen.
v] Donnert's im Dezember gar, kommt viel Wind das nächste Jahr.
v] Donnert's im Januar übers Feld, so kommt später große Kält'.
v] Donnert's im Juni, so gerät das Getreide.
v] Donnert's im Mai viel, haben die Bauern gewonnen Spiel. Luzern
v] Donnert's im Mai, ist der April vorbei.
v] Donnert's im März, dann friert's im April.
v] Donnert's im März, so schneit's im Mai.
v] Donnert's im November gar, so folgt ihm ein gesegnet' Jahr.
v] Donnert's im September noch, liegt im März der Schnee noch hoch.
v] Donnerts im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.
v] Donnert's in der Hopfenzeit, macht's für das keine Freud', aber wie Pfropfen wird ein ander Jahr der Hopfen.
v] Donnert's ins leere (o. blattlose) Holz, so schneit's ins Laub. Luzern

Donnerwätter, wat vor 'ne Aussicht, sägt der Kurfürst, als he zum Schlossfenster in Stettin 'rauskukte. (In Bezug auf den in Stettin gefangenen Kurfürsten von Hessen)

Donnerwetter Parapluie. (Ein sehr bekannter Ausruf aus Offenbachs 'Die schöne Helene')

Donnerwetter, Nase, Nase, was machst du für ein Angesicht! sagte das Mädchen, da schaute sie in den Spiegel.

Donoh ät Gääld (Geld), donoh de Sîlemess. Düren

Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen und keine Salmiakpastillen. (Als Scherz)
v] Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen. - Und wenn man sie schachtelweise frisst.

Doppelröcke (auch im Sommer) tragen. (Jedem nach dem Munde reden)

Doppelsippe überwindet eine hohe Sippe. [RSpW] (Vollgeschwister haben vor Halb- und Stiefgeschwistern Erbvorrechte)
ndt] Dübbelt Sibbe averwint einwolt Sibbe. Ostfriesland

Doppelt Band bindet besser als einfach Band. (In Bezug auf Erbfolge)
v] Doppelt reißt nicht.

Doppelt bringen ein, was vorher versäumt mag sein.

Doppelt genäht hält besser (o. gut).
i] Im Erbrecht, um zu sagen, dass wer an beiden Eltern gleich berechtigt ist, Vorzüge vor den Halbgeschwistern genießt. Empfiehlt doppelte Prüfung, zuverlässige Bestellung; denn Vorsicht ist in allen Fällen gut.
v] Doppelt genäht hält besser, sagte der Bauer und aß zweimal zu Mittag.
v] Doppelt hält besser.
v] Doppelt reißt nicht. Estland
ndt] Doppelt g'näht helt guat. Württemberg
en] Better safe than sorry.
en] One won't do.
en] Put not all your eggs into one basket.
en] To have two strings to one's bow.
en] Two are better than one.
fr] Corde triplée de durée.
fr] Deux précautions valent mieux qu'une.
fr] Il est bon d'avoir deux cordes à son arc.
it] Corda doppia regge di più.
it] La nave è piu sicura con due ancore che con una sola.
it] La prudenza non è mai troppa.
la] Fortius adstringunt duo vincula simplice nodo.
la] Nam melius duo defendunt retinacula navim.
la] Triplex funiculus difficile rumpitur. (Ein dreifaches Seil reißt weniger leicht)
sp] Cuerda triplicada difícil de romper.

Doppelt genommen ist's grade. Berlin (Um zu sagen: Die Behauptung ist falsch)

Doppelt gibt, wer gleich (o. schnell, rasch, bald) gibt, hundertfach, der gleich gibt, was man wünscht und liebt.
i] Um zu ermahnen, dass man mit seinen Wohltaten nicht lange zurückhalte, da bei dem Armen eine schnelle Hilfe meist mehr wirkt als eine doppelte, aber verspätete.
v] Doppelt spendet dem Armen, wer schnell gibt.
v] Langsame Gabe verliert den Dank.
v] Wer einem was geben will, soll nicht erst fragen, ob er's haben wolle.
v] Wer fragt, gibt nicht gern.
v] Wer gerne gibt, fragt nicht lange.
v] Wer gerne gibt, lässt sich nicht lange bitten.
en] He gives twice that gives in a trice.
fr] Qui donne tôt, donne deux fois (o. c'est obliger deux fois qu'obliger promptement). (Eine Gefälligkeit rasch erweisen, heisst sie zweimal erweisen)
fr] Qui tôt donne deux fois donne.
it] Chi dà presto dà due volte.
it] Non sa donare chi tarda a dare.
sp] El que da primero, da dos veces.

Doppelt heißt es, sei der Appetit der Frauen, vierfach ihr Verstand, sechsfach ihre Unbesonnenheit und achtfach ihre Liebeslust. Indien

Doppelt Schad', wenn de Oss ent Wate schett. Jerentowitz
i] Der Bauer verliert den Dung, und das Wasser wird unrein.

Doppelt schlimm: die Seher weinen sich die Augen aus. [ASpW]

Doppelt schwarz macht nicht weiß.
en] Two blacks do not make a white.

Doppelt so willkommen ist, was man ungebeten anbietet.
la] Bis est gratum, quod ultro offeras.

Doppelt stellt die Scham sich dar,
Bald nicht verwerflich, bald ein Fluch fürs Haus.
Euripides, Hippolyt, 384/85

Doppelt Werk bracht' Meister Klein zeitig in die Grube 'nein.
i] Weil er, wenn er fertig war, seine eigene oder fremde Arbeit wieder umarbeiten musste. Von denen, die über ihre Kräfte arbeiten müssen, weil sie oder ihre Leute alles verkehrt machen.

Doppelte Ansicht der literarischen Produktionen, moralisch und ästhetisch, nach ihren Wirkungen, und nach ihrem Kunstwert. Gewirkt hat das schlechteste Werk so gut als das beste, der Werther, der Siegwart, der Messias, Geßners Idyllen, der schlechteste Roman wie der beste, aber sie sind nicht alle - Kunstwerke.
Goethe, Riemer, 23.10.1810

Doppelte Arbeit, doppelter Lohn.
v] Doppelte Schläge, doppelte Schmerzen.

Doppelte Sicherheit schadet nicht.
fr] Deux sûretés valent mieux qu'une.

Doppelter Dünger verdoppelt das Feld.

Dor bist du up'n Umwege. Lippe
i] Hier in dem Sinne vom unrichtigen Wege; man hört auch Unweg.

Dor Buske (Busch) und Brake (Gestrüpp).

Dor de Blumm kallen (sprechen). Meurs

Dör de Keel kann veel, sä de Schipper, dor harr he sin Dreemastschipp versapen.

Dor de Kord gohn. Meurs
i] Kord = Schnur, Seil, Strick.

Dör de Reiwen (Rüben) gohen. Sauerland
i] Sterben.

Dör dick un dünn möten. (Sich nicht schonen dürfen)
ho] Hij loopt door dik en dun.

Dor geiht nicks öwer Reinlichkeit, sä de Fro, do feg se den disch mit 'n Bessen af.

Dor häwwe wi manchem Wôr den Hals broken.
hdt] Wir haben manchem Worte den Hals gebrochen.
i] Pflegt man am Ende eines Gesprächs, einer Unterhaltung zu sagen.

Dor hebbt wi Gottes Wort swart up witt, sä de Buur, dor reed de Paster up'n Schimmel vörbi.

Dor is dat Geld för de Ko, sä de Buur, dor brochde he sein Wief enen Daler un säben Groschen ant Hus.

Dor is Fotzen Trumpf, säd' de Brût (Braut), as se to Berr (Braut) ging.

Dor is nich so väl Gaudes in ehr as Honnig in dei Qualdux.

Dor kann kene Lûs (Laus) mehr uphaken.
i] So abgetragen, kahl ist der Rock.

Dor kann Môrd un Dôdslag ut entstân.
i] Das kann bittere Feindschaft machen, schlimme Folgen haben.

Dor mag man in de Litenei vör bidden.
i] Davor wolle uns Gott behüten.

Dor schull man wohl Schweiß von krîg'n, säd' de Diern, dôr krêg se twê Kinner up'n mal.

Dor stân wi Fisch, säd' de Steckling tô de Snick.

Dor steht he, säd' de Jung', un kackt vör sînen Vader up'n Disch.

Dor sünt mêr Adeboars as Poggen. (Mehr Störche als Frösche)

Dor swemmt wi Appeln, säd' de Pierkötel un swemmt mitn Borsdorfer de Bäk entlang. Holstein

Dor wîer'n wie dörch, säd de Mann, as de Köster dörch'n Sünndag. (Damit sind wir schnell genug fertig)

Dorant un Dust, dat heat die Hekse nit en wusst, hädde't Dust un Dorant nit doan, soll de Kopp imme Nacken stoahn. Westfalen (Dorant = Achillea ptarmida, Dust = Doste, Origanum vulgaris L.)
v] Dorthan un Dust jagt den Düwel dör den Busk. Westfalen (Doste hat in Westfalen auch den Namen Jag- den-Düwel, doch wird auch das Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) so genannt)

Dörch de Hekel (Hechel) springen.

Dörch de Welt kaamt wi all, blots ni all liek (gleich) goot. Schleswig-Holstein

Dorch eindracht alle Dinge wassen grot, dorch twedracht grota Dinge men wert los.

Dorch Fro'n (Fragen) werd ma klugg, sagte der Bauer zum Pastor, woar dar Wein, dann Se hoit verschankt, immgeschloarner (verdorbener) Essig? Schlesien (Die Spitze ist gegen den Abendmahlswein gerichtet, wie er mitunter wohl zu sein pflegt)

Dorch Koren un Flass kören. Hannover
i] Auch keddern = reden, namentlich traulich reden, plaudern, oberdeutsch kosen, kusen, kusern. Die Redensart wird von jemandem gebraucht, der wirr durcheinander redet, und namentlich auch von Betrunkenen, da diese alles durcheinandermischen. Daher weil Korn und Flachs so viel als möglich rein gehalten werden.

Dörch Schaden ward'n klook, avers nich rick.

Dörfer haben auch Weichbildrecht. [RSpW]
i] Sie haben das Recht, von dem Urteil der Dorfgerichte an ein Weichbild, d.i. hier an städtische Gerichtsbarkeit, zu appellieren. Da sich besonders viel Dörfer des Magdeburgischen Weichbildes dieses Rechts bedienten, so gab dies den dasigen Schöppen zur Erfindung dieses Sprichworts Veranlassung. Über die Ableitung des Wortes Weichbild, am richtigsten wohl von dem althochdeutschen wih, gothisch veihs, altsächsisch wik, holländisch wyk, d.i. vicus, oppidum.

Dorfleute haben (o. genügt eine) hölzerne Trompeten.
i] Leute von einfachen Sitten sind auch anspruchslos in ihren Vergnügungen
fr] À gens de village trompette de bois.

Dorfteufel trinken.
i] Es ist dies ein gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu Jena gebrautes Bier, das in einem besondern Rufe gestanden haben muss.
z] Ich nehme mich vor dir, du tolles Bier, in Acht, weil die Erfahrung stets die Sache klärer macht, dass man der Bauern Bier Dorff-Teuffl nennen kann, der Teuffl fängt durch's Bier die schlimmsten Händel an. E. Brückmann

Doriwer (darüber) giht nischt, sagte der Kühjunge, im Bette liegen un an Quorrkschnîte (Quarkschnitte) der Hand.
ho] Niets beter, zei de boer, dan gezond te bed te liggen met eene boterham in de hand.

Dorn auf dem Blatt, durchstochenes Blatt, Blatt auf dem Dorn, durchstochenes Blatt. Indien (Man ist immer der Verlierer)

Dorn schützen Rosen.

Dorn und Disteln stechen sehr,
Falsche Zungen noch viel mehr;
Doch wollt ich lieber in Dorn und Disteln baden,
Denn mit falschen Zungen sein beladen.
Brentano, Des Knaben Wunderhorn

Dornbusch schlägt kein Szepter aus.

Dorneck, du bist ein hohes Hus, vor dir schlugen die Schwaben ein Kuchi auf, die Häfner tatens schäumen, und eh' es wurd um Vesperzît, tut man ihnen d' Kuchi reumen. Schwabenkönig von Joh. Lenz
i] Bezieht sich auf die Niederlage schwäbischer Landsknechte bei Dorneck und an anderen Orten 1499, dem Ende jener Kämpfe, durch welche die Schweizer Befreiung vom deutschen Kammergericht u.s.w. errangen.

Dörnen lassen das Stechen nit.

Dornen ohne Rosen pflückt nur der Blinde.

Dornen schützen den Baum.
v] Um den Baum zu schützen, legt man Dornen um ihn herum, legt man sie aber zu fest an, so verletzen sie seine Rinde.

Dornen und Disteln soll er (der Acker) dir tragen.
1. Mose 3,18
v] Dornen und Disteln = für Mühsal und Fruchtlosigkeit

Dornengestrüpp überwuchert den Boden, wo Kriegsvolk gehaust hat, hinter den großen Armeen ziehen Hungerjahre.
Lao-tse, Dao-de-dsching

Dornenkron' der Tugend Lohn.

Dörner kommen vor den Rosen und der Karfreitag vor Ostern.

Dornhecken tragen nit trauben.

Dornstrauch und Sack werden nie Freunde.
mhd] Den dorn zûn unde den sac nieman wol versüenen mac. Freidank

Dorothe mit den langen Füssen, ist sieben Jahr im Himmel g'sy, hät wieder abe müssen.

Dort findet keine Maus etwas mehr.
la] Mures migrant.

Dort geben die Teufel einander gute Nacht.
i] Wo es sehr einsam, öde und unerquicklich ist. Statt Teufel wird auch wohl Fuchs, Hase u.s.w. gebraucht.

Dort geht es auf, wie beim Halter zu Brünn. Niederösterreich (Wenn Einnahme und Ausgabe einander genau entsprechen)

Dort geht's drüber und drunter. - Klix, 16.

Dort gibt es keine Monarchie mehr, wo der König und die Intelligenz des Staats nicht mehr identisch sind.
Novalis, Glauben und Liebe

Dort hacken sie Holz und zu uns fliegen die Späne.

Dort hat der heilige Geist noch nicht rumort. Frankfurt a.O. (Ironisch von einem Hause oder Orte, dem es an dem rechten Glauben gebricht)

Dort hat's Tusche gesetzt.

Dort hinaus, sagte die Magd, als Petrus sie fragte, wo der Weg hinausginge, und reckte das Bein auf.

Dort in Berka war mir zuerst, bei vollkommener Gemütsruhe und ohne äußere Zerstreuung ein Begriff von eurem Großmeister [Sebastian Bach] geworden. Ich sprach mir's aus: als wenn die ewige Harmonie sich mit sich selbst unterhielte, wie sich's etwa in Gottes Busen, kurz vor der Weltschöpfung, möchte zugetragen haben.
Goethe, An Zelter, 17.7.1827

Dort in der Ewigkeit geschieht alles zugleich,
Es ist kein Vor und Nach wie hier im Zeitenreich.
Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann

Dort in der Höllen
hat ein jeder seinen Willen,
Drum steckt sie vollert Pein,
und nichts nicht kann sie stillen.

Dort ist ein banater Hau. (Verbotener, unheilbringender)

Dort ist Kirmes.
i] Unter einer großen Auswahl sonderbarer thüringischer Feldaberglauben ist der folgende wohl der sonderbarste. Wenn die Raupen den Kohl anfressen, so geht der Grundbesitzer an dem Tage, wo in der Nachbarschaft Kirchweih ist, auf seinen Krautacker, klatscht mit der Peitsche und ruft: 'Dort ist Kirmes.' Da sollen alle Raupen oben erscheinen.

Dort möcht ich nicht abgemalt hängen.

Dort nemmt d'r Fox (Fuchs) gûde Nacht. (Von einer einsamen, unwirtlichen Gegend)

Dort niden an dem Rheine, da ist ein berg bekant, der trägt den guten Weine, Fürstenberger genannt.
z] Graw ist sein Farb vom Garten darin er wachsen tut, er darff des Manns wohl warten, er butzet ihm den Hut, darzu den Kopf erlausen, um kein gibt er nit vil, dass Hirn das macht er sausen dem, der ihm trutzen will.

Dort sind die Alpen, sie wirken so gigantisch, makellos und überirdisch, so streng und uns derart überlegen, dass ich mir ganz ärmlich vorkam. Wie können wir je zu ihnen aufsteigen, sie überqueren? Welche Arroganz - welche Dreistigkeit veranlassen uns zu glauben, dass uns das gelänge?
Anne Morrow Lindbergh, Blume und Nessel

Dort strömt die Menge zu dem Bösen,
Da muss sich manches Rätsel lösen.
Goethe, Faust I, Walpurgisnacht / Faust Vs 4039

Dort war's wie in einem Nudeltopf.

Dort wird er nicht fett werden. (Er wird nicht lange dort sein, und er wird's nicht gut haben)

Dort wo die Ziege angebunden ist, muß sie wohl oder übel grasen. Molière, Le médecin malgré lui, III, 3

Dort wü (wo) män hot dich lieb, geh wenig; dort wü män hot dich feind, geh gur nit. Jüdisch-deutsch, Warschau

Dort ziehen Fraun vorbei,
Schwebend nach oben.
Die Herrliche, mitteninn,
Im Sternenkranze,
Die Himmelskönigin:
Ich sehs am Glanze.
Goethe, Faust II A V, Bergschlucht / Dr. Marianus Vs 11991f.

Dort, wo der alte Rhein mit seinen Wellen
So mancher Burg bemooste Trümmer grüßt...
Verfasser unbekannt, Sehnsucht nach dem Rhein

Dort, wo der Geist aufhört, Ursache zu sein, hört er auch auf, Ziel zu sein.
Simone Weil

Dort, wo der Staat aufhört, da erst beginnt der Mensch, der nicht überflüssig ist. Nietzsche

Dort, wo der Weltgeist in stiller Größe waltet, immer neue Wunder schaffend, am Donner des schäumenden Wasserfalles oder beim Glanze jener leuchtenden Systeme, die sich über uns kreuzen, findet derMensch seine heiligsten Stunden. Gottfried Keller, Eintragung in ein Stammbuch, Ostern 1837

Dort, wo der Zahn weh tut, ist stets auch die Zunge.

Dort, wo du nicht bist,
Ist das Glück. G. Ph. Schmidt von Lübeck, Des Fremdlings Abendlied: (Schuberts Wanderer)

Dort, wo es Liebe gibt, besteht keine Sünde. Serbien

Dorthin trieb man zu Pfingsten die Schafherden, und zu gleicher Zeit ließ man die armen verbleichten Waisenkinder aus ihren Mauern ins Freie: denn man sollte erst später auf den Gedanken geraten, dass man solche verlassene Kreaturen, die sich einst durch die Welt durchzuhelfen genötigt sind, früh mit der Welt in Verbindung bringen, anstatt sie auf eine traurige Weise zu hegen, sie lieber gleich zum Dienen und Dulden gewöhnen müsse, und alle Ursache habe, sie von Kindesbeinen an sowohl physisch als moralisch zu kräftigen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,1

Dorthin würde ich den Fuß nicht setzen, wüßte ich, wo ich falle.

Dorthin, wohin der Kaiser selbst geht. Wien

Dorthinaus, sagte die faule Magd zu Petro, als er sie nach dem rechten Wege fragte, und reckte das Bein aus.

Dös Ding hot no a Apropos. Ulm

Dos es em su vil nütze aß em Farckel de Mütze. Schlesien

Dos fingt (findet) sich, sagt der Bauer. Görlitz

Dos ged'n ze Heatzn, wiar an Jousddl 's Schmolzkouch. Steiermark
hdt] Das geht ihm zu Herzen, wie dem Joseph das Schmalzkoch, d.i. Schmalzmus.

Dös gêit wêi 's Mändlalafen. Nürnberg
i] In rascher und ununterbrochener Folge. Männleinlaufen ist die volkstümliche Bezeichnung in Nürnberg für das von Georg Heuss im Jahre 1509 gefertigte künstliche Uhrwerk über dem Haupteingange der Frauenkirche und zwar wegen seiner ehedem umlaufenden Kurfürstenfiguren.

Dös goht (o. gaht) wia g'schmiert (o. wia am Schnürle). Schwaben

Dös hanget scho lang drin und schreit: Dau bin e. (In Ulm, wenn jemand unnötigerweise zum zweiten male nach etwas ruft)

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