Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Ei

und oder

Ei a Runzeln koan de Liebe tiefer nista, wie uf glotta Gesichtarn.
z] Schoade nur, doas a (der Bräutigam) nimme der jingste is un schun Runzaln ei senner Physignomie hot. Ei a Runzaln koan oaber de Liebe tiefer nista, wie uf glotta Gesichtarn.

Ei Brassel (Breslau) schäl'n se ke Ei, das nicht zwei Dotter hat.

Ei Chind - kei Chind,
zwei Chind - Spilchind,
drü Chind - vil Chind. Schwiizertütsch

Ei das reimt wohl.
i] Ironisch, um Ungereimtes zu bezeichnen.

Ei der Armaruh han de Pauern käne Schuh. (Schlesisches Dorf im Goldberger Kreise, in dem es aber zur Zeit so armselig nicht zugeht)

Ei der Tausend! Wie man doch die dummen Leute anführen kann!
Heinrich von Kleist, an Heinrich Lohse, 23.-29. Dezember 1801

Ei du liebe Rute, was tust du uns zu gute.

Ei her Jacob, werffet das beihell nicht zu weit, das mans wider finden und holen kann.
i] Das Beilwerfen übte man im Spiel und im Kriege.
la] Huc Domine Jacobe, ne quid nimis.

Ei is 'n Ei! sät de Pâpe, un grêp na 't grötste. Oldenburg

Ei is 'n Ei, sä(de) Pape (Pastor), dô grêp (griff) he na 't Gôseei (Gänseei). Ostfriesland
ho] Een ei is een ei, zei de boer, en hij greep naar het ganzenei.

Ei is keen Ei. (So sagen Hamburger und Altonaer Eierverkäuferinnen, wenn ihnen jemand zu wenig bietet. Es ist ein Unterschied zwischen Gans- und Hühnereiern)

Ei ist Ei, sagte der Doktor, aber es gibt Adlereier und Ganseier, frische und faule.

Ei ist Ei, sagte der Küster, aber er nahm das Gansei.

Ei jeder Locke steckt an (eine) Mucke. Kreis Landeshut in Schlesien
i] Von Krausköpfen, um sie als gefährlich zu charakterisieren.

Ei krup, wat kröppst? Wärscht nich gekrape, wärscht nich versape.

Ei lieber auff dich erst besich, demnach lob, oder schelte mich.

Ei lieber erwürgs nit alles, nimbs eins theyls gefangen.
z] Also spott man der eisenbeisser und leutfresser.

Ei lieber Esel, wer wollt das nit, sprach der Abt von Bohsen.

Ei so beiß.

Ei so schlach (schlag) mi 's Blässle, ei so schlach mi 's Blechle! Muoter musst mir, schlach mi 's Blechle, Thürlishosa macha laun.
i] Ein Kinderspruch.

Ei so spei Lung' und Leber.

Ei Thur, dar mejer gibt, ols er kon.
hdt] Ein Tor, der mehr gibt, als er kann.

Ei tut es ihm nicht, er hat brieff, dass man sein nicht spotten soll. (Von denen, die keinen Scherz oder Spott ertragen wollen. Das Sprichwort fordert ironisch die Vorlegung ihrer schriftlichen Urkunden, die sie von dem befreien, was doch das Los aller ist)
ho] Spot niet met hem, hij heeft vrijbrieven.

Ei und Eid ist bald gebrochen.
dä] Ed og æg ere snart brudte.

Ei von einer Stunde, Brot von einem Tag, Wein von einem Jahr, Weib von fünfzehn, Freund von dreißig.

Ei wann das nit wär, sprach jener Fuchs zum Selbschoss.

Ei Warmbad wurd a Torm gebaut, vô Buttermilch an (und) Sauerkraut.
i] Wird von schlechten Bauten und andern schlecht begründeten, unhaltbaren Unternehmungen scherzhaft oder spottweise gesagt. Der Spottspruch, zu dem das Vorstehende den Anfang bildet, heißt weiter: 'Der Torm, dar kriegte Ritze, doas wusste Paster Fritze. Die Ritze wurda goar zu org; doa fiel der ganze Torm in Quoark.'
z] Schon stand die steinerne Kirche mit ihrem aufgeführten Turm, letzterer bis zur Bedachung fertig, als den 6. Sept. 1776, nachmittags gegen 3 Uhr, auf einmal das mit vieler Mühe aufgeführte Mauerwerk des Turms mit dem Gerüst zusammenfiel. Hunderte von Menschen strömten hin, dies Trauerspiel anzusehen. Die Ursache dieses Einsturzes war, dass die Pfeiler des zweiten Stockes zu schwach angelegt waren, um die darauf gebaute Last zu tragen. Der Turm musste noch einmal gebaut werden.

Ei warum wird dir's Maul nicht krumm!

Ei wer solt das hinder dem bawren gesucht haben.

Ei wie lausig geht's zu, sagte jener, als man ihn henkte.

Ei zum Teufel!
i] Ausruf des Unwillens.

Ei zum Velten!

Ei! so habt doch endlich einmal die Courage, euch den Eindrücken hinzugeben, euch ergötzen zu lassen, euch rühren zu lassen, euch erheben zu lassen, ja euch belehren und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen, aber denkt nur nicht immer, es wäre alles eitel, wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre!
Goethe, Eckermann, 6.5.1827

Ei, behüt uns Gott, ich muss schier zum Krüglein werden und zum Gitterlein herausschauen. Schweiz

Ei, bin ich denn darum achtzig Jahre alt geworden, dass ich immer dasselbe denken soll? Ich strebe vielmehr täglich, etwas anderes, Neues zu denken, um nicht langweilig zu werden. Man muss sich immerfort verändern, erneuen, verjüngen, um nicht zu verstocken.
Goethe, F. v. Müller, 24.4.1830

Ei, das ist ja ein Glück, was würden wir anfangen, wenn alle die unzähligen Empfindungen, die uns zum Beispiel ein Hummelsches Spiel gibt, uns fortwährend blieben? Dann würden ja auch die vergangenen Schmerzen immerfort uns peinigen. Seien wir froh, dass für das Gute, Angenehme doch immer noch ziemlich viele Reproduktionskraft in uns wohnt.
Goethe, F. v. Müller, 8.3.1824

Ei, das Mäusle beiss, sagte der (Nestle-) Schwab als man ihn fragte, ob er auch fluchen könne.

Ei, dass euch die Soldaten hätten.

Ei, de Klêder (Kleider) sitten em um dem Life (Leibe) as oft se mit Schüffeln (Schaufeln) darum geschlagen. Holstein
i] Von denen, welche sich von einem Mädchen bei den alten Dithmarschen einen Korb geholt.

Ei, der Kuckuck.

Ei, des Henkers.

Ei, do hätt' ich a Buck (Bock) zum Gartner gesatzt.

Ei, du kannst mir gedudla komma (kommen).
i] In dem Sinne von Ellenbogen.

Ei, ei! sagt der Steckbohrer.

Ei, ei, ei! und au, au, au! hätt' i doch dees Ding net tau. Bietigheim

Ei, ei, Herr Mai, so warm und so hungrig. Russland

Ei, er wird noch fromm werden! Kurfürst Johann von Sachsen.

Ei, lieber Aff', dich erst besich, darnach lob' oder schelte mich.

Ei, Messer, wann wird's besser, klagte der Messerschmied.

Ei, so schlag Bley hinein.

Ei, so verreck!
i] Ausdruck der Freude.

Ei, um die beiden Augen nach beiden Seiten der Nase hin zu gebrauchen, damit man in das, was man nicht herausriechen kann, ein Einsehen habe.
en] Why, to keep one's eyes of either side 's nose, that what a man cannot smell out, he may spy into.
Shakespeare, König Lear I,5

Ei, was ich weiß, das brauch ich nicht zu glauben!
Der Mensch ist gar erbärmlich dran,
Und es steht nur dem Teufel an,
Ihm noch das bißchen Sicherheit zu rauben.
Goethe, Faust I, Paralipomena 20

Ei, wer wollte das nicht? sprach der Abt von Posen. (Entgegnet man einem, der einen dritten wegen verbotenen Genusses anklagt. Besagter Abt war ein Mann, der zu leben und leben zu lassen wußte und dabei auch einmal durch die Finger sah)

Ei, wie hat dich der Esel geschlagen.
z] Wie bist du so toll.

Ei, zum Kuckuck.

Eiapopeia ist der Kirche Juchheia.

Eich (ich) wâr 'n hau'n, doss a sich saul (soll) de Gebeine im Schnupftichel heim truin. Sprottau

Eiche und Fichte sind nicht von gleichem Gewichte.
dä] Æg og fyr lader sig ei vel sammenlime.

Eicheln waren gut, bis das Brot erfunden wurde. England

Eichen Holz gut Bau Holz, Büchen Holz gut Feuer Holz.

Eichen müssen dem Sturme weichen, aber das Rohr biegt sich und kommt wieder empor.
ho] De trotsche eikenboomen ziet men scheuren, een nederig rietje ontgaat het met buigen.

Eichen- und Tannenholz lassen sich zusammenleimen.

Eichene Anschläge faulen (o. rotten) nicht. (Eiche = Wortspiel für 'eigene')

Eichene Knäste sägen.
i] Stark schnarchen.

Eichenhulz und ruthe Loden wachsen uff kenn gudem Boden. Oberlausitz

Eichenlaub stinkt. (Ein bloßes Wortspiel, Eichenlaub für Eigenlob, um den Tadel, der in dem lautverwandten Sprichwort liegt, milder auszudrücken, was um so passender auf die obige Weise geschehen kann, da sich das Eichenlaub nicht durch Wohlgeruch auszeichnet)

Eichtige Katzen finden mutige Mäuse.

Eid ist Gott Leid.
dä] Eden er aldrig saa god, at han var jo bedre usvoren.

Eid schwören ist nicht Rüben graben (o. schaben).

Eide vernichten den Streit.

Eidechse, geh ins Wasser, und du wirst ein Krokodil. Afrika, Haussa (Der Wert der rechten Umgebung)

Eider (bevor) män derzieht a klein Kind esst män zehn große Ochsen auf.
i] Von der großen Mühe bei Erziehung der Kinder.

Eider (bevor) zwei sollen weinen, lassen lieber vür lachen. Warschau
i] Trost bei Ehescheidungen: Ehe wir für immer unglücklich bleiben, wollen wir lieber in einer folgenden Ehe noch glücklich werden.

Eider (ehe) er sich dus Cheder (Schule) anschafft, is Sman (Semester) aweck (dahin). Jüd.-deutsch. Brody (Von einem, der sein Geschäft säumig, nachlässig betreibt)

Eider Zwei in Leiden, besser Vier in Freuden. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] In Bezug auf Ehescheidungen. Ehe zwei Personen dauernd in unglücklicher Ehe leben, ist es besser, sie trennen sich und gehen eine andere Ehe ein, wobei die Möglichkeit vorhanden ist, dass zwei Paar glücklich leben.

Eideshand muss Eideshand lösen.

Eier am Tag Valentin (14. Feb.) bringen wenig Gewinn.

Eier auf dem Altar finden.
z] Ich bin der pfaff vom Kalenberg, das ich ein grosse gnad verkünd, wann ich ein ey auff dem altar find.

Eier ausnehmen ohne Schale. Schlesien (Schlechte Geschäfte machen)

Eier im Nest rollen gegeneinander, warum dann nicht lebendige Menschen. Estland

Eier in de Pann, ei, wo lecker is unse Madam.

Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber keine Kücken.
ndt] Eier in de Pann, so kommt de keen Küken von. Holstein
fr] Epargner la bouche vaut rente au pré.
ho] Eier in die pan, daer en comen gheen cuken uut.
la] Ex frixis ovis pullus nunquam venit ullus.

Eier kaufen, obschon keine im Herzen sind. (Von alten Buhlern, welche Begierden durch Kunst erwecken möchten, für welche die Natur zu schwach ist)

Eier legen und sie andere ausbrüten lassen.

Eier sind eiern gleich, ein milch der anderen.

Eier sollten nicht mit Steinen streiten. China

Eier un Fett hebben. (Sich im Wohlstande befinden)

Eier und Eisen werden nicht in denselben Sack gesteckt.

Eier und Steine werden nicht auf demselben Platz bleiben. Afrika, Haussa

Eier vom Tage Valentin (14. Februar) bringen wenig Gewinn. (Sie sollen nämlich faul und zum Ausbrüten untauglich sein)

Eier von einer Stunde, Braten von einem Tage, Wein von einem Jahre, Fische von zehn, Frauen von fünfzehn und Freunde von dreißig Jahren.
dä] Æg time gammelt, brød dag gammelt, øl maaned gammelt, og viin aar gammelt.
ho] Neem een ei van een uur, vleesch van een jaar, en visch, die tien jaar oud is.

Eier von heute, Brot von gestern und vorjähriger Wein am besten gedeihn. Böhmen

Eier wannen.
z] Die arbeit ist bey Gott vmbsust, das auch eyerwannen gelust, so kein sprewer falt darneben und sie allsampt kein staub nit geben.

Eier werden nicht mit Spucke gebraten.

Eier wirft man nicht nach Sperlingen.

Eier, die man am Morgen gebraten, kann kein Huhn abends ausbrüten.

Eier, die weit vom Nest rollen, sind oft verdorben. Estland

Eier, so die Bauern haben gelegt.

Eifer ist amarum.

Eifer ist nur den Weisen angemessen, wird aber vor allem bei Narren gefunden. England

Eifer muss nicht werden zum Geifer.
z] Ein Eiferer soll sehen, das nicht sein Zorn und eifer werde Dorn und Geiffer.

Eifer ohne Kenntnis ist ein Feuer ohne Licht. England

Eifern ist gut, wenns geschiht vmb das gute.

Eifersucht bedeutet Zweifel, Furcht ist kleinliches Verhalten.
Balzca, Der Ehevertrag

Eifersucht der Gattin ist der Schlüssel zur Scheidung. Arabien

Eifersucht geht mit der Liebe, das Gestohlene mit dem Diebe.

Eifersucht ist - entweder unnötig oder - unnütz. Weidner Apophth.

Eifersucht ist Ahndung fremder Wahlverwandtschaft.
Goethe, F. v. Müller, 1.3.1819

Eifersucht ist Angst vor dem Vergleich.
Max Frisch, Tagebuch 1946-1949

Eifersucht ist das größte aller Leiden und erweckt doch am wenigsten Mitleid in denen, die es verursachen.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Eifersucht ist das größte Übel.

Eifersucht ist das Herz der Liebe.

Eifersucht ist ein Hundegebell, das die Diebe anlockt.
Karl Kraus, Aphorismen

Eifersucht ist eine garstige, eine falsche verabscheuungswürdige Leidenschaft. Sie kann nur dann entstehen, wenn man einen Menschen als sein Eigentum, als eine Sache betrachtet.
Nikolai G. Tschernyschewski, Was tun?

Eifersucht ist eine Krankheit. Aber die natürlichste von allen.
Ephraim Kishon, Kishon für alle Fälle

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Eifersucht ist etwas Verbindliches, Eifersucht schmeichelt uns.
Fontane, Céclie

Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerecht und vernünftig, denn sie versucht ja, das Unsere oder das, was wir für das Unsere halten, zu verteidigen. Neid aber ist Wut über den Besitz anderer.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Eifersucht ist nie ganz frei von Neid, oft gehen beide Leidenschaften sogar ineinander über.
Jean de La Bruyère, Vom Menschen

Eifersucht ist schlimmer als Hexerei.
frz-schwz] Dzalojie pâsché voudéjie.

Eifersucht ist so alt wie die Menschheit, als Adam einmal spät heimkam, fing Eva an, seine Rippen zu zählen. Flämisch

Eifersucht macht kritisch.
Tucholsky, Schnipsel

Eifersucht macht scharfsichtig und blind,
Sieht wie ein Schütz und trifft wie ein Kind.
Emanuel Geibel, Gedichte

Eifersucht schließt eine Tür und öffnet zwei.
en] Jealousy shuts one door and opens two.

Eifersucht überhaupt schlägt gern.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Eifersucht verschließt eine Thür und öffnet zwei dafür.
en] Jealousy shuts one door, and opens two.

Eifersucht wird nicht alt. Walisisch

Eifersucht! Wenn das starke Geschlecht Schwäche zeigt, so kann das schwächere es sich nicht versagen, die Siegestrommel zu schlagen.
Rabindranath Tagore, Das Heim und die Welt

Eifersucht, die Begleiterin der Liebe, hat dagegen brennende Eile, alles zu glauben, was nicht erfreut. Nicht durch Tatsachen allein, schon durch Schatten und Träume lässt sie sich schrecken.
Petrarca, An Laelius in Pisa

Eifersucht, Leid mit Eifer sucht.

Eifersucht, Wollust und Ehrgeiz richten die Menschen zugrunde. Talmud, Aboth

Eifersüchtig sein bedeutet gleichzeitig: den Gipfel der Ichsucht, den Bankrott der Selbstachtung und die Erregung einer falschen Eitelkeit.
Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe

Eifersüchtig sind des Schicksals Mächte.
Voreilig Jauchzen greift in ihre Rechte.
Schiller, Wallensteins Tod I, 7
Wallenstein

Eifersüchtig wie ein Schoßhund.

Eifersüchtig zu sein ist ein Laster der Menschen.
la] Zelari autem hominibus vitiosum est.

Eifersüchtige Liebe macht das Leben trübe.
en] Love being jealous, makes a good eye look a squint.

Eifferen hilft nicht, oder es bedarff dessen nicht.

Eifferen ist der lieb eigenschafft.

Eifferen und warten hilft ebenso vil als bantzer für den Galgen.

Eifferen und zorn verkürtzen das leben.

Eifrig das Vollkommenste aufzusuchen, den Liebhaber sowie den Künstler immer an die Quelle zu weisen, ihn auf hohe Standpunkte zu versetzen, bei der Geschichte wie bei der Theorie, bei dem Urteil wie in der Praxis immer gleichsam auf ein Letztes zu dringen, ist löblich und schön, und eine solche Bemühung kann nicht ohne Nutzen bleiben.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 4. Brief

Eifrigkeit ist ein halber Sieg.

Eigen Armut ist besser als fremder Reichthum.
bm] Lepší vlastni chudoba, nez cirí bohatstvi.

Eigen Blut geht vor.
ho] Eigen bloed gaat voor.

Eigen Brot nährt wohl (o. am besten).

Eigen Dreck riecht jedermann wohl.

Eigen Dreck stinkt nicht.
ho] Eigen drek stinkt niet.

Eigen Feuer kocht wohl, sagte der närrische Peter, da hatte er sein Haus angezündet, um eine Suppe zu kochen.
ho] Dat vuurtje heb ik gestookt, zei de gek, en hij had zijn moeders huis in brand gestoken.

Eigen Feuer macht den Wirt und Bauer mündig. (Man nimmt an, dass die persönliche Selbständigkeit jedesmal eintritt, wenn der Jüngling sich seinen eigenen Herd gründet und das Haupt einer Familie wird, 'ob es ihm auch fehle an seinen Jahren')

Eigen Feuer und Herd kocht wohl.
ho] Eigen vuur en haard kookt best.

Eigen Garn auf seiner Winde ist 's beste Angebinde.

Eigen Gemach ist gut, sprach der Igel.
mhd] Weistu wie der igel sprach? vil guot ist eigen gemach.
la] Ars multa vulpi, est una echino maxima.
la] Multa novit vulpis, verum echinus unum magnum.

Eigen Gewehre macht Herren. (Von der Wichtigkeit, welche der Grundbesitz für die bürgerliche Stellung hat)
altfries] Ayn wera maket Hera.
ho] Eigen grond maakt eenen heer.

Eigen Gewissen ist mehr denn tausend Zeugen. (Von der hohen Kraft des Gewissens. Tausend Zeugen vermögen nicht soviel für oder gegen etwas zu tun, als sein Zeugniss vermag, das freilich, wo es auf die rechtliche Ausführung einer Tatsache ankommt, sein Gewicht beinahe verliert)
dä] Samvittighed er tusind vidne, kund derfor ei lyve.
la] Cicatrix conscientiae pro vulnere est.
la] Conscientia est domesticum tribunal.
la] Conscientia verberat animum.
un] A jó lelki-esméret nem fél száz prókátortol.
un] Ezer tanú a lelki-esméret.

Eigen gibt die besten Feigen.
ho] Er gaat niets voor eigen.

Eigen Gut gibt Mut.
ho] Eigen goed (grond) maakt eenen heer.

Eigen hat man ohne allen Zins.
i] Lasten, Fronen und Dienste drückten nur den hörigen Mann, der freie entrichtete zwar dem Fürsten jährlich Geschenke und trug zu den Heerzugskosten bei, jedoch ursprünglich nur freiwillig, sein Gut aber blieb immer ohne Zins.

Eigen Haus ist Himmel und Hölle.

Eigen Haus und Herd ist Goldes wert.

Eigen Haus und wenig mehr. Mailand

Eigen Haus, das beste.

Eigen Herd ist Goldes wert, ist er gleich Arm, so ist er doch Warm.

Eigen Herz macht reich.
z] Unter allen Besitzungen ist ein eigen Herz die kostbarste, und unter Tausenden haben sie kaum Zwei. A. Ruge, Sämtliche Werke

Eigen Hut am besten tut.
z] Das sich ein jeder selbst vor Unglück, Schaden und Sünden fürsehen.
mhd] Swer sich selber hüetet wohl, der hât getân daz er soll.
pl] Pilnuj że sam zawze swego, nie opuszczaj się na drugiego.

Eigen ist näher dem, der es hat, als dem, der danach spricht. [RSpW] (Von den großen Rechtsvorteilen, die der wirkliche Besitzer eines Guts vor dem hat, der den Besitz beansprucht)

Eigen ist unterscheiden. [RSpW]
i] Nach deutschem Recht bestand das wahre Eigen nur in liegendem Gut, was in Erbgut und gewonnenes Gut unterschieden wurde. Jenes war völlig unveräußerlich, weil auf dem Grundbesitze die ganze politische Stellung des freien Mannes ruhte, die auch den Erben gewahrt bleiben musste. Das letztere, was im Gegensatz zu Erbe das Eigen genannt wurde, konnte die besitzende Hand verändern.

Eigen Kind, liebes Kind.

Eigen Kleid wärmt am besten.

Eigen Kohl schmeckt wohl.

Eigen Lieb ist ein Dieb.

Eigen Lob ist verdächtig.

Eigen lob ist zu grob.

Eigen Lob riecht nach limburger Käse.

Eigen Lob stinkt, der Freunde Lob hinkt; fremd Lob (klingt, oder) ist wahr und dauert wohl ein Jahr.

Eigen Loff stinkt, Frünn'n Loff hinkt, äwerst wat anner Lüd' lâben, dat blifft bâben. Mecklenburg
z] Ist einem eignes Lob der angenehmste Kauf, geht in der Nase ihm dieß als wie ein Pfeffer auf, spricht man: dass er in sich unsterblich sey verliebet; doch eignes Lob das stinckt, wie es das Sprichwort giebet.
mhd] Lop daz von eigem munde gât, daz ist niht lop.
mhd] Lop wart ie vûl, dâ manz dâ heime vant.
mhd] Wer sich selber labet, zîn lop niht wohl in habet.
ndt] Eygen lobs red ist fauler stanck.
bm] Kdo se sám chválí, ten si sám kadí; a kde se kadí, tam jistĕ smrdí.
bm] Vlastní chvála v oči práší; jiných chvála jest' přináží.
wend] Samokhwalba (samsna khwała) woči kała; druhich khwała česć ći dawa.
ho] Eigen lof stinkt, eigen roem hinkt.
it] Sordida è la lode in bocca propria.
la] Propria laus sordet.
sd] Eget beröm (loff) luktar illa.

Eigen Lohe macht die Stube warm. Russland

Eigen mangel sehen wir nicht.
la] Non videmus manticae quod in tergo est.

Eigen mein, wer kann mir bass gesein.

Eigen mein, wo kan mir bass gesein.

Eigen Nest hält wie Mauer fest.

Eigen Nest ist das best'.
sd] Eget näste hålls för det bäste.

Eigen Nutz, heimblicher Hass, junger Rat, diese Dinge tun der Welt den größten Schad.

Eigen rauch ist heller, denn fremd feuer.
en] The smoke of a man's own house is better than the fire of anothers.

Eigen rauch und gut haussgemach ist über alle sach.

Eigen ruhm ist lästernswert.

Eigen Stroh ist besser als fremde Wolle.

Eigen und Erbe sollen gleichen Tag haben. (Von dem Gerichtsverfahren)

Eigen und verflucht sein, kommt von missetat.

Eigen was, wie gut ist das.
z] Egen Wat, wo gut is dat; is et wat beknepen, so is et doch unverweten.
ho] Bestond er geen eigendom in de wereld, zoo werd de hel te klein.
it] Casa mia, casa mia, per piccina che tu sia, tu mi pari una badia.

Eigendünkel ist der Welt Geheimrat.

Eigendünkel ist Rückschritt des Fortschrittes. Heraklid, Fragmente

Eigendünkel ist überall zu Hause.
z] Der Eigendünkel ist zu nennen Geheimerat der ganzen Welt, er findet in der ärmsten Hütte für sich ein Kabinet bestellt.

Eigendünkel verderbt alle ding.

Eigendünkl wohnt in jedem Winkl.

Eigene Anschläge geraten selten wohl.

Eigene Anschlege wehren lang und gewinnen selten fortgang.

Eigene Arbeit hilft dir weiter. Estland

Eigene Arbeit, des anderen Ehre. Estland

Eigene Arbeit, niedriger Preis. Estland

Eigene Beine sind die besten.
ho] Eigen beenen zijn de beste steun.

Eigene Ehr die beste. (Die selbsterworbene)
ho] Men heeft geene meerdere eer, dan men zich zelven geeft.

Eigene Ehre, des anderen Nutzen. Estland

Eigene Ehre, eigene Schande. Estland

Eigene Ehre, eigener Gestank. Estland

Eigene Ehre, eigener Mund. Estland

Eigene Erfahrung ist der rechte Meister. Luther
fr] L'expérience qui coúte est la meilleure.
la] Piscator ictus sapit.

Eigene Erfahrung muss viel leiden. (Wenn jemand erst durch Schaden klug wird)

Eigene Erfahrung, eigene Erlebnisse, der schwere Kampf, das harte Leben, des werktätigen Volkes waren für, mich der wichtigste Lehrmeister in der Politik, waren die Universität, aus der ich lebendiges Wissen schöpfte, die half, meine Kenntnisse zu vertiefen.
Ernst Thälmann, An Irma, November 1934

Eigene Fehler sieht man nicht.
ho] Op de gebreken van anderen zien de menschen als de losch, maar op die van zich zelven als de mol.
la] Non videmus id manticae, quod in tergo est.

Eigene Flinte, (und) eigenes Schießpulver - warum darf man (denn) nicht knallen. Estland

Eigene Freude, eigener Kummer. Estland

Eigene Fürze riechen angenehm.

Eigene Füße bringen hin, eigene Füße bringen her (= zurück). Estland

Eigene Gebrechen sieht man nicht.

Eigene Gerechtigkeit ist ein spinnwebenes Kleid.

Eigene Grinde jucken. Estland

Eigene Hand ist die nächste.
i] Sie herrscht, gebietet, ordnet, regiert, waltet und schaltet am besten. Um seine Angelegenheiten sollte man sich selber kümmern.

Eigene Hand ist Herr im Land.

Eigene Hand ist Herrscher. Russland

Eigene Hand ist immer die treueste. Dänemark

Eigene Hand ist noch immer die treueste. Dänemark

Eigene Hand ist stärker als fremdes Eisen.
bm] Svá ruka vládyka.
dä] Eens egne haender ere huld este.
dä] Egen haand er altijd huldest.

Eigene Haut ist 's beste Leichentuch.

Eigene Herde, eigener Hafer. Estland

Eigene Herde, eigener Hund. Estland

Eigene Hunde beißen nicht. Estland

Eigene Hunde beißen sich, eigene Hunde versöhnen sich. Estland

Eigene Hunde beißen. Estland

Eigene Hunde reißen, des Dorfes Hunde nehmen den Knochen. Estland

Eigene Hut das Beste (o. am besten) tut.
it] Chi ben serra, ben trova.
la] Claude, tutus eris.

Eigene Katze, eigene Maus. Estland

Eigene Kinder sind Blut, fremde Kinder Wasser. Estland

Eigene Kinder und anderer Leute Kinder sind zweierlei Kinder.

Eigene kommen von den Müttern. [RSpW]
i] Spricht den Grundsatz aus, dass, wenn die Mutter unfrei (eigen) sei, die von ihr geborenen Kinder demselben Stande angehören. Darüber haben übrigens zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Teilen Deutschlands nicht übereinstimmende Bestimmungen geherrscht.

Eigene Kost ist besten Kaufs.

Eigene Kraft ist ein Eisenpfeil am Eichenschaft.

Eigene Kraft schafft.
fr] Jamais par le bras d'autrui, grands États n'ont été conquis.

Eigene Küche ist die beste.
i] Eigene Küche ist besser als ein fremder Palast. Ungarn

Eigene Last ist stets von Blei, des Nachbarn nur von Flaum.
ho] Onze lasten schijnen van lood, en eens anders van pluimen.

Eigene Last wird nicht zu schwer.
dä] Hver skal baere sin byrde.
fr] Nul ne fait si bien besogne que celui à qui elle est.

Eigene Leute sind für nichts geachtet. [RSpW]
i] Eigene Leute sind nur Schatten von Leuten. Der Eigenmann ist rechtsunfähig, er kann nicht besitzen; er dient um keinen andern Lohn als um sein Leben; was er erwirbt oder erzeugt, gehört dem Herrn, er ist bloß Gegenstand des Sachenrechts und hat kein anderes Gesetz als den Willen des Herrn.
ndt] Eyhene Lude syndt vor nichts geachtedt. Bremen

Eigene Lohe macht die Stube warm.

Eigene Mängel sieht man nicht.

Eigene Mutter - Mütterchen, Stiefmutter - Aas. Estland

Eigene Not ist am nächsten. Estland

Eigene Pfeife, eigener Tabak. Estland

Eigene Pfütze ist besser als ein fremder Teich.

Eigene Rübe ist besser als fremde Ananas.

Eigene Ruten schlagen am schmerzhaftesten. Estland

Eigene Sache, eigene Zeit. Estland

Eigene Sauna, eigener Badequast. Estland

Eigene Schleie geht vor fremdem Lachs. Russland

Eigene Schleie ist besser als fremder Lachs.

Eigene Schuld drückt am meisten.
ho] Eigen schuld plaagt den mensch het meest.

Eigene Sporen und fremde Pferde machen kurze Meilen.
ho] Eighen sporen ende ghehuurde peert maken corde milen.
la] Si calcar proprium sit equus tuus ambulo multum.

Eigene Stube, eigenes Recht. Estland (Völlige Unabhängigkeit)

Eigene Wolle wärmt am besten. (Was man selbst geschaffen hat, erscheint einem fehlerfrei)

Eigenen Dreck riecht jedermann gern.

Eigenen sachen ist niemand gescheit genug.
ho] Niemand is wijs in zijn eigen zaak.

Eigener Bär, eigener Hafer. Estland

Eigener Brunnen gibt gutes Wasser.

Eigener Brunnen, eigener Haken. Estland

Eigener Fehler erhält Demut und billigen Sinn.
Goethe, An Personen - Unglück bildet den...

Eigener Fleiß macht den Schornstein rauchen.
ho] Van eigen vlijt ziet men den schoorsteen rooken.

Eigener Fuß, eigene Spur. Estland

Eigener Grund macht einen Herrn.

Eigener Hanf ist besser als des Nachbars Flachs.

Eigener Hecht gibt bessern Kaviar als fremder Stör.

Eigener Herd ist der beste. Estland

Eigener Herd ist Geldes wert.
fr] Le pain d'autrui est amer. (Andermanns Brot ist bitter)
ho] Eigen brood boven al.
ho] Eigen brood kost weinig.
la] De meo ligurire libido est.
la] Proprio vivere quadrat.

Eigener Herd ist Goldes wert, ist er gleich arm, hält er doch warm.

Eigener Herd ist Goldes wert.
i] Von den Vorteilen, welche der Eigentümer eines Hauses hat, wozu gehört das Recht, alles nach Gefallen zu ordnen, nach Bequemlichkeit zu verändern u.s.w., was kein Mieter nach Willkür kann. Überdies ist die Verletzung der Sicherheit in den Häusern in Deutschland zu allen Zeiten als ein großes Verbrechen angesehen und der Hausfriedensbruch stets sehr streng bestraft worden.
z] Ich bin meiner Profession nach a Leinweber, welches Handwerk mir vu Jugend uf am besten gefallen, weil Paulus och a Teppichmacher gewest, die ich och verfartige. Ich ho och immer gehurt: a handwerck ho an guldnen Boden. 'S gieht auch wul itzo a su miete, denn es sind immer schwere Zeiten, und 's iss nich wie vordam; doch ho ichs endlich dahin gebrucht, dass ich wess, wos hesse: egner Hard sey guldes warth.

Eigener Herd kocht am besten.
ndt] Eygener herdt ist goldts werdt.
ndt] En aajne Hährd öss Goldes währd. Trier
ndt] Îjän Hiérd, Gûld wiért. Siebenbürgisch-sächsisch
dä] Egen arne er guld værd.
en] Dry bread at home is better than roast meat abroad.
fr] Il n'est rien tel que d'avoir un chez-soi.
fr] Ma maison est mon château.
ho] Eigen haard is goud waard.
ho] Eighen heert is golts weert.
it] Casa mia, per piccola che sia, tu mi sembri una badia.
it] Mezus conca in domo sua qui non coa in domo anzena.
la] Alterius non sit, qui suus esse potest.
la] Aureus ecce locus proprius iste focus.
la] Cuique sua domus est tutissimus receptus.
la] Domus amica (propria) domus optima.
it] Più vale il fumo di casa che l'arrosto altrui.
la] Domus propria domus optima.
la] Est dictum verum, privata domus valet aurum.
la] Est foculus proprius multo pretiosior auro.
la] Est quasi, cui proprius, aureus igne (ipse) focus.
la] Nil miserabilius, quam incerta sede vagari.
la] Nunc ante omnia mihi lucescat in aedibus ignis.
la] Proprius focus auro comparandus.
la] Scilicet accenso domus est ornatior igne.
la] Si bonus ipse focus, fit citus ipse coquus.
sp] Mi casa y mi hogar cien doblas val.
un] Tulajdon konyha jobb a más palotájánál.

Eigener Hof, eigener Kwaß. Estland

Eigener Honig ist der süßeste, eigener Kwaß der stärkste. Estland

Eigener Hund, eigener Hof. Estland

Eigener Kohl ist besser als fremder Salat (o. Spinat).
ho] Onze kool smaakt beter dan vreemde patrijs.

Eigener Mund ist eigener Mund. Estland

Eigener Name, ehrlicher Name. Estland

Eigener nutz den gemeinen zerstört.

Eigener nutz gehet allzeit vor in Ratschlegen, gemeiner nutz muss dahinden stehen und sich lassen zwacken.

Eigener Nutz ist der Freundschaft Tod.
i] Den Nutzen von etwas ziehen.
sd] Egen nytta giör wänskapen trög.

Eigener nutz, ein böser butz.

Eigener nutz, heimlicher neid, junger Rat all Stätt und Land verstöret hat.
z] Aigner nutz, iunger rat und verborgner nyd verderbt vil stett, land und leyt.
dä] Egen gavn, ungt raad, hemmeligt had forstyrer mangt et land og stad.
la] Hec tria pervertunt regna et urbes, urbes pervertunt et florentissima regna res privata: simul non multum experta juvant consilia: atque latens funesto in corde simultas.

Eigener Pilz, eigener Wurm. Estland

Eigener Rat taugt selten viel zur Tat.
sd] Eget råd är sällan tryggt.

Eigener Rauch ist heller als fremdes Feuer.

Eigener Rauch macht die Augen klar, des Nachbarn Rauch (aber) beißt. Estland

Eigener Rauch wärmt mehr als des Nachbars Feuer.

Eigener Richter sich zu sein, ist fürwahr eine bittere Pein.
la] Poena vehemens nocte dieque suum gestare in pectore testem. Juvenal

Eigener Rock wärmt mehr als geborgter Mantel (Pelz).

Eigener Ruhm ist Neides Sonne.

Eigener Schaden tut am wehesten.

Eigener Schlaf beim Schlafen, fremder Nutzen beim Arbeiten. Estland (Dein Schlaf gehört dir, deine Arbeit dem anderen)

Eigener Sinn ist der König, eigener Kopf der Herr. Estland

Eigener Strumpf ist besser als fremder Schuh.

Eigener Tisch ist der beste.
en] Never be ashamed to eat your meat.

Eigener Verstand, eigene Pfeife (= Sprache). Estland

Eigener Wein berauscht auch.
dä] Man kand drikke sig drukken i sin egen viin, og drive utugt med sin egen hustrue.
ho] De wijn will getemperd zijn.

Eigener Wille brennt in der (o. bringt die) Hölle.

Eigener Zwieback ist besser (o. schmeckt) als fremde Pirogge. Estland

Eigenes Bett, weiches Bett. Estland

Eigenes Brot ist am süßesten. Estland

Eigenes Brot nährt und eigene Kraft stützt am meisten. Estland

Eigenes Essen, eigenes Getränk. Estland

Eigenes Feld, eigenes Ferkel. Estland

Eigenes Gebrechen sieht man nicht.

Eigenes Geschwätz, eigenes Getränk. Estland

Eigenes Geschwür ist schmerzhafter und die eigene Faust sicherer. Estland

Eigenes Heim golden, eigenes Haus ein Beerlein. Estland (So lieb wie eine Beere)

Eigenes Heim, eigener Herd. Estland

Eigenes Heim, goldenes Nest. Estland

Eigenes Hemd und eigene Scham. Estland

Eigenes Hemd wärmt mehr als ein fremder (o. der fremde) Pelz. Russland

Eigenes Hemd, eigener Rücken. Estland

Eigenes Huhn, eigenes Ei. Estland

Eigenes ist gefunden, Fremdes ist gestohlen. Estland

Eigenes ist, wenn du nehmen kannst, Fremdes, wenn du geben musst. Estland

Eigenes Kaffbrot ist besser als fremde Semmel.
i] Kaffbrot = Brot, mit Spreu vermischt.

Eigenes Kapital zinst.

Eigenes Kind, eigenes Haus, was geht es Fremde an. Estland

Eigenes Kleid wärmt am besten.

Eigenes Lachen, eigenes Weinen. Estland

Eigenes Land mit eigener Hand, das ist der beste Stand.

Eigenes Land, eigenes Feld - leb wie ein Ferkel am vollen Trog. Estland

Eigenes Messer, fremdes Brot. Estland

Eigenes Nest hält wie eine Mauer fest.

Eigenes Nest ist immer eigenes Nest. Estland

Eigenes Nest, goldenes Nest. Estland

Eigenes Schaf, eigene Wolle. Estland

Eigenes Schimmelbrot essen ist besser als fremden Braten.
it] É meglio pan ed aglio in vasa nostra, che lesso ed arrosta in vasa d'altri.

Eigenes Schwein, eigener Roggen. Estland

Eigenes Tun - Eigener Lohn.

Eigenes Unglück misst man nach Zentnern, fremdes nach Pfunden.

Eigenheiten, die werden schon haften,
Kultiviere deine Eigenschaften!
Goethe, Sprichwörtlich

Eigenleute verstehlen sich selbst. [RSpW] (Leibeigene suchten sich zuweilen dadurch frei zu machen, dass sie sich in die Städte flüchteten, von denen sie nach einer gewissen Zeit nicht ausgeliefert wurden)

Eigenlieb ist blind.
ho] Eigenliefde maakt blind.

Eigenlieb ist ein Dieb.

Eigenlieb ist niemand lieb.

Eigenlieb' und Selbstgefallen macht das Land voller Narren.

Eigenliebe dient unserer Selbsterhaltung. Insofern gleicht sie dem Fortpflanzungsorgan. Auch dieses ist unentbehrlich, ist uns lieb und wert, bereitet uns Freude - und wir müssen es verstecken.
Voltaire, Philosophisches Wörterbuch

Eigenliebe duldet leichter Verdammung unserer Ansichten als unserer Neigungen.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Eigenliebe ist das Instrument unserer Selbsterhaltung.
Voltaire

Eigenliebe ist der Beginn eines lebenslangen Romans.
Osear Wilde, Sätze und Lehren zum Gebrauch für die Jugend

Eigenliebe ist die größte aller Schmeichlerinnen.
La Rochefoucauld

Eigenliebe macht die Augen trübe.
la] Coecus amor sui.

Eigenliebe weckt des Hasses Triebe.
la] Multi te oderint, si temet ipse diligis.
la] Nemo erit amicus, ipse si te amas nimis.

Eigenlob - Narrenprob.

Eigenlob geht um die eigenen Schenkel herum. Estland

Eigenlob ist keine Empfehlung. USA

Eigenlob ist verdächtig.

Eigenlob ist zu grob.

Eigenlob klingt nicht fein.

Eigenlob kommt immer am schnellsten. Estland

Eigenlob riecht nach Limburger Käse.

Eigenlob sauert. Litauen (Es geht in sauere Gärung über)

Eigenlob stimmt!

Eigenlob stinkt wie Dreck. Estland

Eigenlob stinkt, Anderlob (fremdes, Feindes Lob) klingt.

Eigenlob stinkt, Eigenruhm hinkt.

Eigenlob stinkt, fremdes Lob adelt.

Eigenlob stinkt, Freundeslob hinkt, Feindeslob klingt.

Eigenlob stinkt.
i] Wer sich in auffälliger Weise bestrebt, geistreich zu erscheinen oder sich selbst große Einsicht zuschreibt, beweist dadurch meist, dass er nur ein mittelmäßiger Kopf ist; zum wenigsten zeigt er eine lächerliche Eitelkeit, die ihn in den Augen anderer herabsetzt.

Eigenlob taugt nirgendswohin. Estland

Eigenmein, wie kann mir besser sein.

Eigenmein, wo sollt' ich lieber sein!
un] Tulajdon konyha jobb a más palotájánál.

Eigennest hält wie Mauer fest.

Eigennutz ein schlechter Putz.

Eigennutz erwürgt auch den Freund.

Eigennutz füllet alles in seinen sack.

Eigennutz gehet allzeit vor in rathschlägen, gemeiner nutz muss dahinden stehen und sich lassen zwacken.

Eigennutz hat alles verderbt, geschwecht und genützt.

Eigennutz hat alles verderbt.

Eigennutz im Rat, macht viel Unglück im Staat.

Eigennutz ist dess gemeinen nutzen todt.

Eigennutz ist die Klippe, an der jede Freundschaft zerschellt. Tieck, Die Brüder

Eigennutz ladet alles nur auff seinen Karch.

Eigennutz regiert mit gewalt.

Eigennutz sticht bald der Frommkeit die Augen aus.

Eigennutz trägt alles in sein Nest.

Eigennutz und Eigennot sind des gemeinen Nutzens Tod.

Eigennutz und Geiz führen schlechten Reiz.

Eigennutz und Leidenschaft sind miteinander verheiratet: diese Ehe nennt man Selbstsucht: diese unglückliche Ehe! Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Eigennutz und Trägheit vernichten die mitunter aufrichtigen Versprechungen der Eitelkeit. Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Eigennutz verderbt alle recht.

Eigennutz verderbt gemeinen nutz.

Eigennutz, befreundter Rat, hat verderbt der Troer Staat.

Eigennutz, ein böser (schlechter) butz. (Butz steht hier in der Bedeutung von Larven, Verhüllung, die neuere Schreibung hat Putz, und man versteht dann das Sprichwort dahin, dass der Eigennutz nicht gut kleidet)

Eigennutz, fürwiz und lange weile machen den Mann lauffen vber vil weile.

Eigennutz, uneinigkeit und übermuht verderben alle Regierung gut.

Eigennützig, keinem nützlich.
z] Eigennutz blendet die einen und erleuchtet die anderen. François de La Rochefoucauld, Reflexiomen
z] Eigennutz ist die Seele der Weltleute. Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Nachgelassene Maximen
z] Eigennutz macht selten Glück. Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen
z] Eigennützige Menschen sind oft sehr gewissenhaft, es gibt viele ehrliche Geizhälse. Anatole France, Dierote Lilie
z] Eigennützigkeit ist in allen ihren Spielarten etwas Niederträchtiges. Sie ist die Klugheit der Ratten, die bestimmt ein Haus kurz vor seinem Einsturz verlassen, sie ist die Klugheit des Fuchses, der den Dachs vertreibt, der für ihn gegraben und eine Wohnstatt bereitet hat, sie ist die Klugheit der Krokodile, die Tränen vergießen, wenn sie einen verschlingen möchten. Francis Bacon, Über die Eigennützigkeit
dä] Egennyttig skal være hiemme og ei i raadet.
la] Omnis homo nequam in proprio quaestu.

Eigenruhm ist Lästerns (Scheltens) wert.

Eigenruhm ist Neides Same.

Eigenruhm steht niemand wohl an, denn dem Alter.

eigens zum vorliegenden Zweck
la] ad hoc

Eigenschaft ist gleich dem Tode. (Nämlich hier die Leibeigenschaft, die gleich dem bürgerlichen Tode, weil der Leibeigene rechtlos ist)

Eigenschaft kommt von den Müttern. [RSpW]
i] Bald richtete sich der Geburtsstand der Kinder nach dem Vater, bald nach der Mutter, bald in Bezug auf beide nach dem Geschlecht. Unter dem Kaiser Friedrich wurde bestimmt, dass wenn ein freier Mann ein (leib-)eigenes Weib nähme, alle Kinder der ärgern Hand folgen, d.h. leibeigen sein sollten.

Eigenschaften werden selten vererbt, sondern verlöschen mit dem Tode ihres Trägers. Deshalb sollte man sich nicht auf die Erbfolge verlassen.
Machiavelli

Eigenschaften, die werden schon haften;
Kultiviere deine Eigenschaften. Goethe, Sprüche in Reimen: Sprichwörtlich

Eigensinn bricht sich den Hals.

Eigensinn ist das wohlfeilste Surrogat für Charakter. Hebbel, Tagebücher, 3.4.1838

Eigensinn ist die Energie der Dummheit.
Aus den 'Fliegenden Blättern'

Eigensinn ist die Parodie des Charakters.
Hegel

Eigensinn ist ein böser Ratgeber. Schweiz
it] Il parer proprio spesso inganna.

Eigensinn ist Irrtum in Waffen.
Unbekannt

Eigensinn ist nicht Gottes Sinn.

Eigensinn ist von Gott geschaffen.

Eigensinn ist Wille, der sich bestätigt, ohne sich rechtfertigen zu können.
Amiel

Eigensinn kommt von der Faulheit und der Blindheit.
Fjodor Gladkow, Der Schnee schmilzt

Eigensinn und halsstarriges Behaupten sind gewöhnliche Zeichen von Dummheit und Unwissenheit. Montaigne, Essais

Eigensinnig ist ärger als unsinnig. Bayern

Eigensinnig wie der Teufel.

Eigensinnig wie ein altes Maultier. Spanien

Eigensinnig wie ein roter Esel.

Eigensinnig: unzugänglich für die Wahrheit, die sich in dem Glanz und im Gewicht der eigenen Argumente offenbart.
Bierce

Eigensinnigem Gebet ist Gott feind.

Eigensinniger Streit füttert des Advokaten Kleid.
it] Le vesti degli avvocati sono foderate dell' ostinazione dei litiganti.

Eigentlich aber hasse ich alles Orientalische.
Goethe, H. C. Robinson, April 1804

Eigentlich aber, weil die meisten Menschen selbst formlos sind, weil sie sich und ihrem Wesen selbst keine Gestalt geben können, so arbeiten sie, den Gegenständen ihre Gestalt zu nehmen, damit ja alles loser und lockerer Stoff werde, wozu sie auch gehören.
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Eigentlich beruht das echte Lustspiel lediglich auf Persönlichkeiten und Zoten.
Goethe, F. v. Müller, 22.3.1824

Eigentlich ergreift der Aberglaube nur falsche Mittel, um ein wahres Bedürfnis zu befriedigen [...] Denn wer kann sagen, [...] dass er sich nicht neben dem ernstesten Tun und Leisten, wie mit Glauben und Hoffnung, so auch mit Aberglauben und Wahn, Leichtsinn und Vorurteil hinhalte.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Roger Bacon

Eigentlich ist alles im männlichen Sitzen produziert worden, was das Abendland so sein Höheres nennt.
Gottfried Benn

Eigentlich ist es das Jahrhundert [das 19. Jh. für die fähigen Köpfe, für leichtfassende praktische Menschen, die, mit einer gewissen Gewandtheit ausgestattet, ihre Superiorität über die Menge fühlen, wenn sie gleich selbst nicht zum Höchsten begabt sind. Laß uns so viel als möglich an der Gesinnung halten, in der wir heranamen, wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt.
Goethe, An Zelter, 6.6.1825

Eigentlich ist es nur des Menschen, gerecht zu sein und Gerechtigkeit zu üben, denn die Götter lassen alle gewähren, ihre Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte, der Mensch allein geht nach Würdigkeit, nach Verdienst aus.
Goethe, Riemer, 1.9.1810

Eigentlich kommt alles auf die Gesinnungen an, wo diese sind, treten auch die Gedanken hervor, und nachdem sie sind, sind auch die Gedanken.
Goethe, Maximen und Reflexionen 794

Eigentlich lernen wir nur von Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buchs, das wir beurteilen könnten, müsste von uns lernen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 334

Eigentlich lernen wir nur von den Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buches, das wir beurteilen können, müßte von uns lernen. Goethe, Maximen und Reflexionen

Eigentlich liegt der Reiz des Lebens in der Unsicherheit. Hier gilt es dann, seinen Glauben an ein unfaßbares Sicheres zu bewahren.
Emanuel von Bodman

Eigentlich müsste man sich fürchten, aus dem Haus zu treten.
Franz Kafka, Tagebücher (1913)

Eigentlich sind die verwickelten Fälle die interessantesten.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,4

Eigentlich sollt' ich den Rest meines Lebens auf Beobachtung wenden, ich würde manches auffinden, was die menschlichen Kenntnisse vermehren dürfte.
Goethe, Italienische Reise II, 13.3.1787

Eigentlich sollte man mit uns Poeten verfahren wie die Herzoge von Sachsen mit Luthern, uns auf der Straße wegnehmen und auf ein Bergschloß sperren.
Goethe, An Schiller, 21.7.1798

Eigentlich sollte Schönheit unschuldig und Unschuld sollte schön sein, aber in der Welt sind es verschiedene Dinge. Claudius, Schönheit und Unschuld

Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß; mit dem Wissen wächst der Zweifel.
Goethe, Maximen und Reflexionen 281

Eigentlich wollten sie ja wieder einen Affen in den Weltraum schießen, aber dann erschien ihnen das doch zu grausam - und sie haben mich genommen.
Alan Shephard #

Eigentlichen Bettlern, gebrechlichen, alten Leuten habe ich niemals gern gegeben; sie schienen mir einen Zustand besetzt, sich darein geschickt zu haben, und mir deuchte Anmaßung, die grenzenlos Not mildern und mäßigen zu wollen.
Goethe, Schriften zur Literatur – Fromme Betrachtung über Leitung und Vorsehung

Eigentlichster Wert der sogenannten Volkslieder ist der, dass ihre Motive unmittelbar von der Natur genommen sind. Dieses Vorteils aber könnte der gebildete Dichter sich auch bedienen, wenn er es verstünde.
Goethe, Maximen und Reflexionen 514

Eigentor stinkt. [ASpW]
z] Eigenlob stinkt. Aber es ist ein angenehmer Gestank. Boleslaw Barlog
ndt] Eichin laub (Eigenlob) stinckt, Freunde lob hinckt.
en] A man's praise in his own mouth stinks.
en] Don't blow your own trumpet.
en] He who (o. that) praises himself spatters himself.
en] Selfpraise is no recommendation.
fr] Il est malséant de chanter ses propres louanges.
fr] L'esprit qu'on veut avoir gâte celui qu'on a. (Der Geist, den man haben will, verdirbt den, welchen man hat)
fr] Qui se loue, s'emboue.
it] Chi si loda, si lorda.
it] Chi si loda, s'imbroda.
it] La lode propria puzza.
it] Lode di se stesse, corona di merda.
la] Laus mea sordet eo, quod sit in ore meo.
la] Laus sordet propria, laus nobilis est aliena.
la] Nulla tam odiosa narratio est, quam sui ipsius.
la] Proprio sordescit in ore gloria.
sp] La alabanza propia siente mal.

Eigentum
Besitzer ist der, in dessen Namen besessen wird.
la] Possidet, cuius nomine possidetur. [RSpW]

Eigentum bereitet Schmerzen. Arabien

Eigentum ist das Meinige!
Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Eigentum ist Diebstahl.
fr] La propriété exclusive est un vol dans la nature. Brissot, gest. 1793

Eigentum ist Heiligtum.
i] Nicht Diebstahl, wie man gesagt hat. Cedo Nemini, ich weiche niemand, stand auf den Säulen des Deus terminus, des Grenzgottes, und die Römer behaupteten, dass alle übrigen Götter dieser Gottheit weichen müssten. Und Maximilian I. sagte: 'Ich bin Kaiser über Land und Leute, nicht über Geld und Gut.'

Eigentum ist kein empfangenes Recht, Eigentum ist durchgesetzte Macht. Geld ist nur ein Brecheisen.
Lohberger

Eigentum ist nur dasenige, was keinen Ansprüchen und Gefahren unterworfen ist. Jüdische Lebensweisheit

Eigentum ist nur dasjenige, was keinen Ansprüchen und Gefahren unterworfen ist. Buch des Kabus

Eigentum ist zuerst Nahrung und Aufspeicherung von Nahrung.
Nietzsche

Eigentum: eine der Grundlagen der Gesellschall.Geheiligter als die Religion.
Flaubert

Eigentum: jeder materielle Gegenstand ohne besonderen Wert, den A der Begehrlichkeit des B vorenthält. Alles, was die Habgier eines einzelnen befriedigt und die aller anderen enttäuscht. Der Gegenstand kurzer menschlicher Raffgier und langer Gleichgültigkeit.
Bierce

Eigentümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller Kunst.
Goethe, Maximen und Reflexionen 739

Eigentümlichkeit ruft Eigentümlichkeit hervor.
Goethe, Maximen und Reflexionen 496

Eigenwill ist in vns das grössest vbel.

Eigenwill muss gebrochen werden.

Eigenwill, Unglück viel.

Eigenwille brennt in der Hölle.
dä] Egen-villie brænder i helvede.
it] La propria volontà abbrucia nell' inferno.

Eigne Fehler an anderen nicht zähle. Jüdisch

Eigne Hühner, teure Eier; eigne Glocken, teuer Geleier; eigne Pferde, teure Fracht; eigne Hunde, teure Jagd.

Eigne Hunde, teure Jagd.
ho] Eigen honden, duurkoop jaagt.

Eigne ratschläge fehlen gewisslich.

Eigner Herd ist Goldes wert, ist er schon arm, ist der doch warm.

Eigner Herd ist Goldes wert, sagte der Werksangehörige als er nach dem Essen die Kantine verließ. [ASpW]

Eigner Herd, lobenswert.

Eigner Nutz und junger Rat manche Stadt zerstöret hat.

Eigner nutz verderbt gemeinen nutz.

Eigner Rauch und Hausgemach geht über jede andre Sach'.

Eigner Ruhm ist Neides Sonne.
fr] La gloire, qui dîne de l'orgueil, fait son souper de mépris.

Eigner ruhm steht niemand wohl an dann dem alter.
mhd] Swer sich gerüemet alze vil, der kan der besten mâze niet.
mhd] Ruom hât vil krankiu bein, er muoz hinden blîben ein.

Eigner schad tut am wehesten.

Eigner Will' ist Holz zum höllischen Feuer.
la] Cesset voluntas propria et infernus non erit.

Eigner Will' schadet viel.
la] Facite, quod vobis lubet.

Eigner Wille ist nicht Landrecht.
la] Propria vota sequi non est juris tenor equi.
sd] Wili aer ey lanz raether.

Eignes Bett ist nett (o. viel wert).

Eignes Brot schmekt gut, und fremdes wie Semmel.
bm] Do svého d'ábel lžíci medu vpustil, a do cizího dvĕ.
pl] Do swego diabeł łyžkę miodu włożył, a do cudzego dwie.

Eignes Lob und faule Früchte schmecken übel.

Eignes Nest hält wie Mauer fest.

Eil langsam.

Eil mit weil, nicht übereil.

Eil' bringt im Kriege Heil.

Eile brach den hals.

Eile bringt Verschwendung. USA
en] Haste makes waste.

Eile bringt Weile.

Eile erzeugt Verlust, Verlust erzeugt Mangel, Mangel erzeugt Zank auf der Ehebank.

Eile freudig vorzuziehn
Gegenwart vor dem Gedächtnis.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Und was im Pend-Nameh steht...

Eile geht dem Unglück entgegen.

Eile Gott, mich zu retten, eile, Herr, mir zu helfen.
la] Deus, in adiutorium meum intende, Domine, ad adiuvandum me festina.

Eile hat keine Brühe. Estland

Eile im Rat niemals gut tat.

Eile ist beim Faulen immer in der Wäsche.

Eile ist des Teufels Bote.

Eile ist des Teufels, nur schlechte Menschen eilen.

Eile ist die Mutter der Unvollkommenheit. Brasilien

Eile ist gut, sagte das Chamäleon, aber Weile auch. Surinam (Schnell ist gut, langsam ist auch gut, sagt die Agama, eine Art Eidechse)

Eile ist nicht allzeit gut und macht oft ein betrübten mut.

Eile ist nicht Geschwindigkeit. Niederlande

Eile ist nötig, um Flöhe zu fangen. Estland

Eile ist nur zum Flöhefangen gut.
en] Nothing should be done in haste but gripping a flea.

Eile ist Teufelswerk.

Eile kommt nicht allein. (Reue kommt mit)

Eile kommt vom Teufel.

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