Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Ek-Er

und oder

Ek bönn (bin) en de Bohnen on komm en de Erthen (Erbsen) ût. Meurs

Ek dau dech, datste 'Möpp' sest (sagst). Meurs (dauen = drücken, stoßen)

Ek gläuf, den es ock et Spiral afgelaupen. Meurs
i] Um zu sagen, es ist nicht richtig in seinem Kopfe.

Ek häd dech niet söllen beklappen. Meurs (beklappen = angeben, anklagen, verraten)

Ek hew emmer Unglück, säd' de rîke Bûr, as he sik den Stromp verkehrt antog. Danzig

Ek lüg (lügt) nit, of (oder) ek sek (sag) et.

Ek will bî der âlen Wîs (Weise) bliwen, ûse Âlen sint âk keine Dummköppe'west.
i] Damit sucht man das Festhalten an alter Sitte und alten Einrichtungen zu rechtfertigen.
ho] Onze voorouders zijn toch ook geene gekken gewest.

Ek wohl (wollte), sagte der Kohlentreiber, dat hunnerd dûsend glaintige Döüwels (Teufel) kömen un di, Junge, an deäm ek so füöl Stôcke kaput gehauen höffe as Böime in minem Bearge stad (stehen), so daipe in de Aerde trampelden as deärtig (dreissig) Hâsen in draihunnerd Joaren loupen kônd. Grafschaft Mark
i] Als Beispiel was die märkischen Kohlentreiber im Fluchen leisten, worin sie einen Ruf haben.
z] Nu woll eck dat jetzunner en gleiniger (glühender) Donnerkiel vam Hiëmmel schööt herunner, un näöm mie Hiärte toam Ziel! Un dat hä vam Hiëmmel, dem hoogen mi Troast herunner dreug, un dat hä füär dinen Oogen, mi in den Erdbuan (Erdboden) schleug. Eck woll, das eck niëgn un niëgnzig (99) oaltprüßsche Klafter deip (tief) un niëgen moal niëgn un niëgenzig (9 x 99) Joahrhunnerde lägg un schleip.

Ek wolle mâl nich bücken, dâ woll' et mek nich glücken.
hdt] Ich wollte mich mal nicht bücken, da wollt' es mir nicht glücken. (Ohne Mühe ist nichts)

Eken (Ecken), Böken, Barken sünd der Minsken Warken.

Eken (Eichen, Böken (Buchen), Barken sünt der Minsken Warken. Ostfriesland

Elchfleisch wird schon lesen und Bienenhonig singen. Estland (Bei der Konfirmation)

Elckeen sein Mäg - sä de Jung - Vatter itt Du Kohl, ick ät Speck.

Eld ist ein Seelenverderber.

Elefant und Hase gehen zusammen auf die Reise.

Elefanten fangen nicht Mäuse.

Eleganz ist das Was, Chic ist das Wie.
Pierre Cardin

Eleganz ist gemeisterte Verschwendung.
Rathenau

Eleganz ist ungezwungen, Geste einer gehobenen Seele.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Elektizismus ist der Tod der Liebe und der Ungerechtigkeit. Denn in der Kunst ist Gerechtigkeit eine gewisse Ungerechtigkeit.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Elektrizität erhielt vom Bernstein ihren Namen und zwar ganz mit Recht, weil aber hierdurch dem Bernstein diese Eigenschaft zugeeignet wurde, so dauerte es lange, bis man ihm das Glas an die Seite und entgegensetzte.
Goethe, Einfluss des Ursprungs naturwissenschaftlicher Entdeckungen

Elend bringt Pein.

Elend fragt nicht nach dem Alter.

Elend Gott wend't.

Elend ist der Begleiter von Schulden.
Plinius d. Ä., Naturkunde

Elend ist die Maus, die in einem einzigen Loch eingeschlossen ist.
la] Miser est mus antro qui clauditur uno.

Elend ist Grabscheit.

Elend ist mitleidenswert.

Elend ist überall ungehalt.

Elend ist unbegrabner Tod.

Elend kommt nicht pfeifend. Estland

Elend kommt über Nacht.

Elend liebt Gesellschaft.
en] Misery loves company.

Elend nicht schad't, wer Tugend hat.

Elend scheidet winselnd. Estland

Elend stirbt, wer den Doktor braucht. Sardinien
i] Die Heilkunde stand in Sardinien noch in neuester Zeit auf einer so niedrigen Stufe der Wissenschaft und die Ärzte waren in so geringer Achtung, dass man sich dort allgemein dieses Sprichworts bediente. Dennoch befiehlt der Aberglaube, wenigstens am Tage Johannes des Täufers, die angefeindeten Ärzte zum Aderlass zu gebrauchen.

Elend tut kränken.

Elend und armut vertreibt alle diebe.

Elend und Not machen den Menschen tot.

Elend und Schimpf verändern die Herzen.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse

Elend und Witwe(r) sein, hat Kreuz, angst, not und pein.

Elend wäre die Welt, wenn du den Elenden nicht zu Hilfe kämest.
Torquato Accetto, Über die ehrenwerte Kunst der Verstellung

Elend wird schneller geboren als Wohlstand vergessen. England

Elend wird vergessen, gibt's nur was zu essen.
Miguel de Cervantes Saavedra, Don Quijote

Elend, arm, der mit einer Lüge zu leben versucht. Estland

Elenden Pferden fehlt es nicht an Jungen. Arabien

Elender ist nichts, als der behagliche Mensch ohne Arbeit, das Schönste der Gaben wird ihm ekel.
Goethe, Tagebuch, 13. Jan. 1779

Elendiglich aussehen, ist genug gebeten.
z] Innerlich geberden und sehen, ist so viel als betten und flehen.
la] Dum cernit quasi flens ueniam petit rubescens.
ho] Jameilik ghasien is ghenvech ghebeden.

Elf Ding sind wider die Natur geart: ein Bok ohne Bart, eine Kuhe ohne Schwantz, ein Hochzeit ohn Tantz, ein Reuter ohn Pferd, ein Landsknecht ohn Schwert, ein Scheun ohn Meuss, ein grindig Heupt ohn Leuss, ein Ritter ohn Mut, ein Jüd ohn Gut, ein Jahrmarckt ohn Dieb, ein schön Weib ohn Lieb.

Elf Ochsen und ein Bauer sind dreizehn Stück Rindvieh.

Elf Wochen nach Weihnachten, soll der Bauer seinen Pflug betrachten!
ndt] Elf Wochen nach Weihnachten mot de Bûer den Plog (Pflug) betrachten.

Elfenbein mit Tinte waschen (o. bleichen). (Einen Gegenstand, der von Natur schön ist, entstellen, anstatt zu verschönern, etwa wenn jemand die Wahrheit durch rednerische Gleissnerei zu verherrlichen glaubt)
ho] Hij weet elpenbeen met inkt uit te maken.

Elisabeth du bleibst bei mir! -
Bis in den Tod. -
Wen Gott lieb hat, dem geb er so eine Frau.
Goethe, Götz A III, Jaxthausen / Götz, Elisabeth

Elisene, Prinzessin, die sich verheimlicht, und Christus, der sich nicht gleich als Gottes Sohn offenbart, war eine von den mehreren Legenden, die Goethe bearbeiten wollte.
Goethe, Riemer, 1803-1814

Elk (jeder) frêe (freie) sîn Nâbers (Nachbars) Kind, denn wêt he (weiß er) wat he find. Ostfriesland

Elk (jeder) kriege sick sülfs bî de Nôse (Nase). Ostfriesland

Elk (jeder) môt sîn êgen Schêpsdüepte wêten. Ostfriesland
i] Jeder muss den Tiefgang seines Schiffs selbst am besten kennen.

Elk (jedes) Hüsken hett sîn Krüesken (Kreuzchen). Ostfrieslan
v] Et is kein Hüseken so klein, et is en Krütseken derein. Büren
v] Et is kên Hüsken, et hewt sin Krüsken. Münster

Elk deit wat, se(de) de Junge, mîn Vâder sleit mîn Moder, mîn Moder sleit mî, un ik sla de Bigge. Oldenburg
i] Die vorherrschende Benennung der jungen Schweine in Jeverland. Ferkel kommt in Oldenburg dafür überhaupt nicht vor, dafür Farken, auf der Geest, teils Färken, teils Facken. Den Sinn betreffend, so rächt sich die Mutter für die erhaltene Züchtigung am Jungen und dieser wieder an den Ferkeln. Es erinnert dies an eine von einem Herzoge von Braunschweig mit der Bemerkung ausgeteilte Ohrfeige: 'Geb' er's weiter'.
v] Jeder dheit wat, söä de Jong; mien Voader schleit mien Muo'r, mien Muo'r schleit mi, un ick schloa' de Su.

Elk Ding hett 'n Enn, man 'n Mettwurst twê.

Elk Dink hett sin Wêtenschap (Wissneschaft), sä(de) Engelmö, dô puste se dat Lucht (Licht) mit'n Eers ût. Ostfriesland

Elk dûsend Gulden brengt sîn Gierigkeit mit sik. Ostfriesland

Elk ên sîn Moeg, säd' Hans Fink, un rêd1 up de gäl Wörtel.
hdt] Ein jeder nach seinem Vermögen, sagte Hans Fink und ritt auf einer gelben Wurzel.
i] Möge = Vermögen, Mögen, Willen, Appetit, Geschmack, Gout.
v] Elk sîn Möge, sä' de Bûr, do êt he 't Kind sînen Brê up. Oldenburg
v] Elk sin Möge, säd' de Düwel, dô êt he Torf mit Thêr. Oldenburg
v] Elk sîn Moege, säd' de Jung, do êt he Fîgen. Oldenburg
v] En ider no sinn Mög, sei der Bûr, do frôt he Speck mit Fîgen. Meurs
v] Elk sin Möge, säd' de Bûr (Jung), ick lüst (o. do êt he) Fîgen. Oldenburg
v] Elk sîn Möge, ick ät (esse) Fîgen.
v] Elk sîn Möge, sed de Düwel, do êt he Torf mit Teer.
v] Elk sîne Möge, sä de Bûr, do êt he 't Kind sînen Brê up. Oldenburg
v] En ider no sin Môg, sei den (der) Bûr, do frôt he de Fîgen met en Mesgaffel.
v] En ider no sinn Môg, sei den Bûr, do frôt he Speck met Fîgen.
v] Jeder na sin Mögd, de ên de Moder, d' anner de Dochter. Holstein
fr] Chacun a son goût.
ho] Elk zijn meug, zei Sijmen, en hij at eene beursche peer. Ieder zijn meug, zei de boer, en hij at paardenkeutels voor vijgen.

Elk het sin Brek (Gebrechen).

Elk hett sîn Krüss (Kreuz), man de Müller hett dat grötste.
i] Es sind die vier Flügel der Windmühle gemeint.

Elk höde sick för'n Achterklapp. Ostfriesland (Jeder hüte sich vor Nackenschlägen, uneigentlich: vor Geklatsch, übler Nachrede)

Elk is'n Dêf (Dieb) sîner Narung.

Elk mot sin egen Schöps Düchte weten.
i] Düchte = tiefer, tiefliegender, verborgener Sinn, englisch depth. Jeder muss die Neigungen, Eigentümlichkeiten u.s.w. seiner Tiere kennen.
fr] C'est un bon as de pique. – C'est une buse.

Elk muss sîn egen Sack na de Möl dragen. Ostfriesland

Elk mutt sîn Schipps Düpte weten.
i] Jeder Seemann muss den Tiefgang seines Fahrzeugs, jeder sein Vermögen kennen.

Elk schrabbe sîn êgen Pott. Ostfriesland
i] Reinige, kratze aus, kehre vor seiner Tür.

Elk schrap sien egen Pott.
hdt] Jeder schrubbe seinen eigenen Pott.

Elk zyn Goeste, zei der Boer, en h' en oat ze Kin 's Papschuttel. Franz. Flandern
hdt] Jeder nach seinem Geschmack, sagte der Bauer, und er aß seines Kindes Breischüssel.

Elke Bur röhmt sin egen Botter.

Elke Hahn is Kön'k up sîn egen Messholt.
hdt] Ein Hahn ist König auf seinem eigenen Misthaufen.

Elkên findet sines Bûkes Weddergade. Holstein (Jeder findet seinesgleichen)

Elle Riet und elle Pott. Oberharz
hdt] Alle Riet und alle Töpfe.
i] Ausruf der Verwunderung.

Ellensen und Eilensen, Krimmensen und Kraiensen, Iggensen und Garleigsen gehen miteinander spinnen.
i] Ellensen und Eilensen, Iggensen und Garleigsen, Kraiensen und Vardeisen sind Nachbardörfer, deren Mädchen sich gegenseitig zuweilen, wenn sie auswärts spinnen, besuchen. Wenn aber Krimmensen und Kraiensen nicht etwa wegen einer Alliteration eingeschoben sind, so möchte sich hier wohl ein falscher Name eingeschlichen haben.

Ellernhecken wachsen auf keinem guten Flecken. Thüringen

Ellernholt is schwöär, söä de Schnîder, doa how 'r sîn Ell in de Höcht.

Ellernholtz un fossig (rotes) Hoar sind up gueden Grunde roar. Münster (Wenn auch unter der Eller nicht viel fortkommt, so gibt es doch Menschen, unter deren Flachskopf oder Flachshaar viel Gutes im Herzen keimt und gedeiht)

Elsasser Wein macht den Kopf schwer und den Beutel leer.

Elster, Elster weiß und schwarz, wenn du eine Hexe bist, so flieg auf deinen Platz.

Elter den ain wiltgans.

Elter wirstu, aber clug wirstu selten.

Eltern aus Hainbuchenholz, Kinder aus Espenholz. (Zähe Eltern haben oft weiche Kinder)

Eltern begabter Kinder glauben unerschütterlich an Vererbung.
Joachim Fuchsberger

Eltern ekeln sich nicht, wenn sie den Schleim von ihrer Kinder Nasen wischen. Kikuju (Kenia)

Eltern erziehen die Kinder, aber Nachbarn verheiraten sie.

Eltern erziehen gemeiniglich ihre Kinder nur so, dass sie in die gegenwärtige Welt, sei sie auch verderbt, passen. Sie sollten sie aber besser erziehen, damit ein zukünftiger besserer Zustand hervorgebracht werde.
Immanuel Kant, Über Pädagogik

Eltern erziehen ihre Kinder, die Nachbarn verheiraten sie.
dä] Foraeldre opföde döttre, men nabörne gifte dem.
ho] Den kost van de kinders moeten de ouders bezuren, maar het besteden hangt aan de geburen.

Eltern essen oft Holzäpfel, davon den Kindern die Zähn stumpff werden.

Eltern folg in der jugend, wiltu nit dem henker folgen im alter.

Eltern fressen oft ihren eignen Kindern eine krankheit an den hals.

Eltern haben ihre Kinder lieber, als Kinder ihre Eltern.

Eltern haben niemals unrecht. China

Eltern haben Vertrauen zu ihrer Tochter und Vertrauen zum Freund ihrer Tochter, aber sie haben selten Vertrauen, wenn beide zusammen sind.
Peter Sellers

Eltern können alles geben außer gesunden Menschenverstand. England

Eltern minnen ihr Kind ohne Maß und Unterbind.

Eltern sind dumm.

Eltern sollen den Kindern freyen.

Eltern sollen den Kindern schätze samlen, nicht die Kinder den eltern.

Eltern sollen den Zaum nicht aus den Händen geben, so lange sie leben.

Eltern sollen Kinder mit dem putzmann und fabelwerck nit forchtsam machen.

Eltern sollen viel tun und lassen um ihher Kinder willen.

Eltern und Kindern bleibt nichts übrig, als entweder vor- oder hintereinander zu sterben, und man weiß am Ende nicht, was man vorziehen sollte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 996

Eltern und Lehrer ziehen die Kinder, aber Gott gibt das Geraten.

Eltern und Lehrmeister stechen mit böser Zucht den Kindern die Augen auss, dass sie jhr Lebtag übersichtig sind.

Eltern verachten ist ein Stück von einem gottlosen Menschen.

Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie selbst ihnen anerzogen haben.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Eltern, die verzärteln die Jugend, gewöhnen sie nicht zur Tugend.

Eltern, Freier und große Herren geben mit Lust und gern.

Eltern, habet hundert Augen,
Mädchen, wenn sie List gebrauchen,
Machen hundert Augen blind.
Goethe, Annette – Lyde

Elternfluch ist haltbar Tuch.
la] Valde gravant natos dirae et male dicta parentum.

Elternliebe ist oft Affenliebe.

Elternliebe übertrifft Kindesliebe um das Hundertfache. Japan

Elternloses Gut mag weder wachsen noch schwinden. [RSpW]
i] Nach der einen Ansicht soll der Vormund berechtigt gewesen sein, den Ertrag aus dem Vermögen des Mündels, den er nicht für dieses verbraucht hatte, für sich zu behalten. Nach der keineswegs vortheilhaften Meinung aber, welche über die Wirtschaft der Vormünder herrschte, will das Sprichwort nur sagen, dass das Vermögen der Mündel unter der Verwaltung der Vormünder nicht wächst.
altfries] Ther alderlasa god thet ne mei nauder naxa ni vonia.

Elternwunsch klebt gern.

Em 'ne Lûs (Laus) unner'n Perück setten.

Em Bärjsche (Bergischer) schlêt men er ene (einen) vör e Jlas Beer duet.

Em Bewern de Bucksen.
hdt] Ihm zittern die Hosen.

Em Bitjen beter, as gân, sagte die alte Frau, die in einer Sänfte ohne Boden ging.
i] Eine alte Frau, die nie in einer Sänfte gesessen hatte, wollte gerne wissen, wie man sich darin befinde. Man ließ sie in einer ohne Boden laufen und als man sie fragte, wie ihr der Versuch gefalle, gab sie die obige Antwort.

Em de Brei drêen.

Em drît det Hûlz (Holz) net än de Bäsch.

Em dröckt de Mütz, on e Hôt heft hei nich.

Em drömt vun gêle Eyer (Eiern). (Er ist ganz in der Irre)

Em en Klack anhängen. Mecklenburg
i] jemandem einen bösen Namen machen.

Em fehlt am Grosche e Düttke.

Em frêrt (friert) dat Brot ämm Lîw. Ostpreussen

Em geit dat Mûl (Maul) as en Schîrmesser.
v] Em geit dat Mûl as verschemmelt Brot. Danziger Nehrung
v] Em geit dat Mûl wie dem Bäcker (auch: Sêpsêder) de Narsch.

Em geit de Atem ut. (Er stirbt)

Em glückt allens, da wull hei 'nen Buck melken. Mecklenburg

Em gruet för ên natt Jahr.
i] Ihm ist vor Schelten und Strafe bange.

Em hett de Foss up dei Bült scheten un de Wind tau Dörp weiht. Mecklenburg
hdt] Der Fuchs hat ihn auf den Rasen geschissen und der Wind ihn ins Dorf geweht. (Er ist von unbekannter Herkunft)

Em ideren (jeden) Narren gefällt sine Müße (Mütze).

Em is dat Gnäugen boersten. Westfalen (Das Genügen, die Genügsamkeit ist ihm geborsten, er ist ein ungenügsamer Mensch)

Em is de Habich utneiht. (Er ist besitzlos)

Em is de Käkelrêm gôd snêden. Holstein
i] Käkel = Plaudermaul (le caquet); Käkelrêm = Zungenband, das Häutchen unter der Zunge, welches den Kindern gelöst zu werden pflegt. Die Redensart bezieht sich also auf einen, der viel und geläufig spricht.
z] Man kann wohl hören an eren Reden, dat em de Keckelrehm nich ys geschneden.

Em is de Quint sprungen. Holstein
i] Der Ton ist ihm missglückt, den er redend und handelnd anstimmen wollte.

Em is'n Rad ut'n Wag'n lop'n.

Em isn Klumpen Botter (Butter) in de Bri fallen.
ho] Och ja, zij doet een klontje boter in de pap, en gaat barrevoets naar bed.

Em juckt de Rücken. Hamburg
i] Er macht's danach, dass er Prügel bekommt.
ho] De rug jeukt hem. I232a.)

Em ka laichter en Hiérd Huosen (Hasen) hâid'n, oals en Frâ. Siebenbürg.-sächs.

Em kân nit de Wärld an Hols nien. Siebenbürgen/Sachsen
i] Die 'Welt an Hals nehmen' heißt a) fliehen vom Hause, aus der Heimat in die Welt, b) fliehen aus (dem Geräusch) der Welt in die stille Zurückgezogenheit und c) aus dem Leben (Selbstmord).

Em känen ümmer de Hunde bepissen. (Von einem, der niemals Geld bei sich hat)

Em kann nit müt dem Hîft (Haupt) durch de Muor ränen. Siebenbürg.-sächs.

Em koan en äm de klêne Fanger wäckeln. Siebenbürg.-sächsisch
hdt] Man kann ihn um den kleinen Finger wickeln. (Von einem sehr gutmütigen Menschen)

Em mess net ales af de Tukatewôch (Dukatenwaage) liejen.

Em mess nit vun alem hun. Siebenbürg.-sächsisch
hdt] Einer muss nicht von allem haben.

Em mess uch âld iss en ûch zadräken.

Em mesz ned ales un de grîsz klôk hên. Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Man muss nicht alles an die große Glocke hängen

Em miss liéwen (leben) uch liéwe lossen.

Em miss nit äinjde mät dem grîste Liefel (Löffel) iéssen. Siebenbürgen/Sachsen

Em miss nit en jêden Hongsdräk rächen.

Em miss sich de Nuos (Nase) net än in jêden Hangsdräk schtêchen. Siebenbürgen/Sachsen

Em moss net vunn Hîresôn (Hörensagen) riëden.

Em öss dat Gesöcht (Gesicht) ön de Oge geschoret. (Er ist angetrunken)

Em öss tomod wie em Fisch op em Land. Ostpreussen

Em Rîthiwdije (Rothaarigen) sâl em nit träin.
i] Dieses Sprichwort hat, wie die sinnverwandten andern, einen mythischen Grund. Denn Loki und nach ihm der Teufel, sein christlicher Abklatsch, haben rotes Haar; aber auch der ägyptische Typhon und andere Götter. Auch das Epos vieler Völker gibt seinen bösen oder feigen Personen gern rotes Haar. Einen andern Grund hat es, wenn nach der Ansicht des Volks Rothaarige in der Regel gutmütig, wenn auch jähzornig sein sollen. Das erinnert an den Charakter Tor's, dem wenigstens roter Bart zukommt.

Em sâl det Medche (Mädchen) nid af de Jôrmert fären. Siebenbürgen/Sachsen
i] Bezieht sich auf eine bekannte bei Städtern (Siebenbürgen) herrschende Sitte, ihre Töchter, besonders für die Faschingszeit, in andere Städte zu schicken, um sie an den Mann zu bringen.

Em sâl det Mêdche (Mädchen) nit ze Muort drôn. Siebenbürgen/Sachsen

Em sâl läwer Kirsner (Kürschner) wä Fuß (Fuchs) sen. Siebenbürgen/Sachsen

Em sâl net meren drön (drohen).

Em sâl nit mät Medchere (Mädchen) Jôrmert bân. Siebenbürgen/Sachsen

Em schmekt det Kîre (Korn) net, i et réiw äs. Siebenbürgen/Sachsen

Em sekt de Ligde (Leute) wohl af de Klîder, awer ned än de Môgen. Siebenbürgen/Sachsen

Em sett de Mütz schêf. Danzig
i] Er ist verstimmt.
ho] Hij zet zijne muts op half elf (half zeven).

Em sigd äinjden frest en Kîp rûchen.
z] Man erzählt sich von Schmarotzern, dass sie, Messer und Gabel bei sich tragend, schon früh morgens auf die Gasse herausgehen und sehen, wo die Schornsteine stark rauchen. An diesem Zeichen erkennen sie, in welchem Hause ein tüchtiges Frühstück bereitet wird und wenden sich dann dahin, um den Bewohnern einen guten Morgen zu wünschen.
i] Kîp = Schornstein

Em sîn de besten vett-vederen (Fettfedern) ûtgetagen.

Em stett de Bock. Königsberg (Er muss schlucken, schluchzen)

Em stiggt de dulle Nück up.
i] Er wird wunderlich, es ist jetzt nichts anzufangen mit ihm.

Em sull nêge Jahr vom Dod dreme.
i] Eine so derbe Maulschelle (Ohrfeige, Mutzkopf) soll er erhalten.

Em verdêt de Hueber (Hafer) nüt af de Gâiss.

Em wâtert dat Mûl (Maul) darna.
i] Er hat eine große Begierde danach.

Em wird âlt wä en Kû, und lîrd äinjde nû derzû.

Ema Gaul und ema Ma' stoht a Furz wohl a', aber ema Weib und ema Kuah stoht a Furz nit zua.

Ema Hongriga isch guat kocha.

Emal is kêmol, zwêmol is nig alle Tage, dreimol is nih salatig. Schles. Riesengebirge (Salabtige = seiner Lebtage)

Emanzipation bedeutet, dass ich sein kann, was immer ich bin - es heißt nicht, dass ich etwas anderes werde, was mir nicht entspricht.
Anaïs Nin, Frauen verändern die Welt

Emanzipation des Weibes - das ist der Instinkthass des missratenen, das heißt gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohl geratene - der Kampf gegen den 'Mann' ist immer nur Mittel, Vorwand, Taktik.
Friedrich Nietzsche, Ecce Homo

Emanzipation ist keine Sache von Dogmen. Man muss vorgehen, als wäre der Fall jeder Frau verschieden. Wir dürfen nicht verallgemeinern.
Anaïs Nin, Frauen verändern die Welt

Emanzipation: der Übergang eines Sklaven aus der Unterdrückung durch einen anderen zur Unterdrückung durch sich selbst.
Ambrose Bierce

Eme rechte Mann g'hört au a rechte Nas. Neresheim

Ementerm äst afpêlzen. Siebenbürgisch-sächsisch (jemandem etwas aufpelzen, d. h. ihn zum besten haben)

Ementern äst schreiwen, date sich et net eangdern Spägel wit hên. Siebenbürgen/Sachsen
i] jemandem etwas schreiben, dass er sich es nicht unter den Spiegel wird hängen; also derb.

Emesten dommen. Siebenbürg.-sächs (Überwinden, jemanden niederdrücken)

Emesten zem drêge Brît (trocken Brot) gärn hun (haben). Siebenbürg.-sächs. (Ihn sehr lieb haben)

Emestern äbrocken (einbrocken). Siebenbürg.-sächs. (Verklagen, in etwas hineinbringen)

Emigranten, die ihr Land verlassen, sind das kleinere Übel. Die aus ihrer Zeit fliehen, sind schlimmer.Julian Tuwim, Aphorismen

Emigranten. In Paris gibt es viele davon. Bei allem Mitgefühl: sie sind fast immer von einer leisen Komik umwittert ... alle sitzen hier und warten, dass ihr gesetzwidriges, akutes, momentanes Regime nun aber ganz bestimmt in diesen Tagen endlich zusammenbreche. Es bricht aber nicht.
Kurt Tucholsky, Q-Tagebuch qsch! 15.11.1934

Emm d' Hand onder d' Füess legga. Appenzell (Einem sklavisch ergeben sein)

Emm e n' Eier vertrocka. Appenzell (Einem ohne bösen Willen was sagen oder tun, was er sehr ungern hat)

Emm geit de Pîp (Pfeife) ut.
i] Die Geduld, das Vermögen, Leben geht zu Ende.

Emm leckt de Näs' wie e Hochtietsdos'. Königsberg
i] Zur Bezeichnung eines sehr starken Schnupfers.

Emol (einmal) ist nüd alemol. Appenzell (Einmal gefehlt ist nicht immer gefehlt)

Empfange hier, was ich dir lang bestimmt,
Dem Glücklichen kann es an nichts gebreche,
Der dies Geschenk mit stiller Seele nimmt:
Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,
Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.
Und wenn es dir und deinen Freunden schwüle
Am Mittag wird, so wirf ihn in die Luft!
Sogleich umsäuselt Abendwindes Kühle,
Umhaucht euch Blumen Würzgeruch und Duft.
Goethe, Zueignung

Empfangene Wohltaten vergisst man bald.
fr] Il n'y a chose qui dure moins que la mémoire des bienfaits.
la] Nemo beneficia (accepta) in calendario scribit. Seneca

Empfänglichkeit, die man zum Genuss eines jeden dichterischen Erzeugnisses mitbringen sollte.
Goethe, Schriften zur Literatur - Gabriele von Johanna Schopenhauer

Empfängst du Gunst, dann denke an die Schmach. Lebst du in Frieden, dann vergiß nicht die Gefahr. China

Empfinde hier, wie mit allmächtgens Triebe
Ein Herz das andre zieht,
Und dass vergebens Liebe
Vor Liebe flieht.
Goethe, An Personen - An Lili

Empfinden macht denken. Das gibt man zu, nicht, dass das Denken sich in Empfinden umsetzt. Es ist nicht weniger wahr.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Empfindest du nur die mindeste Leidenschaft für eine Frau und ist deine Einbildungskraft nicht ganz erloschen, so ist es um deinen Schlaf geschehen, wenn sie eines Abends in ihrem Ungeschick dir zärtlich und überraschend erklärt: 'Ach ja, kommt morgen Mittag, es wird niemand bei mir sein.'
Stendhal, Über die Liebe (Fragmente)

Empfindliche (zornige) Leute haben alle eher neue Sorge als frische Semmeln.
en] Angry (hasty) men seldom want woe.
la] Furor iraque metum praecipitant. Virgil
sp] Olla que mucho yerve, sabor pierde.

Empfindsame Kinder und bedeutende Männer ertragen Tadel nur in Lob eingewickelt.
Walther von Hollander

Emporkömmlinge sind Menschen, die oben stehen wollen, ohne emporgekommen zu sein.
Beutelrock

Emporkömmlinge sind wie die Affen, deren Geschicklichkeit sie besitzen: man sieht sie steigen, man bewundert ihre Gelenkigkeit, solange sie klettern, aber wenn sie zuoberst angelangt sind, gewahrt man nur noch ihre ekle Rückseite!
Honoré de Balzac, Die Lilie im Tal

Empörung empfindet man, wenn jemand empor kommt.
Gerhard Uhlenbruck

Empörung macht Mut. Es gibt keine feige Empörung.
Sully Prudhomme, Gedanken

Emsich beten und früh aufstehn, Almosen geben und Kirchengehn helfen aus Noth, und stehn auch schön. Hausinschrift im Elsass

Emsiges Ringen führt zum Gelingen.

En A gin, fir das den anere kênt hett.

En Ackermann - en Plackermann, ghuad aere bai en Handwiärk kann, sach de Bessenbänner (= Besenbinder). Grafschaft Mark

En Afkâte ône Leigen,
en Jude ône bedreigen,
'ne Zêge ône Bârd,
dat sint Dinge sellener Ard.

En Ahnwersvagel wes'n. Eichwald

En Ai (Ei) op de Schufkar un da Siewene an getuogen (o. un siewen Mann dervör gespannt). Iserlohn (Spott auf Aufschneiderei und Windbeutelei)

En âl Frâ (Frau) on en âl Kuh, die lehr (lernen) neisd mieh zu. En âle Mân on en âl Pährd, die sei noach immer ebbes (etwas) währd. Trier

En âl Gess (Geiß) frist ôch noch gär e grön Blättche. Bedburg

En âld Hund is nich lichte bellsch to maken. Hannover

En Alder ômen Iren äs lichter wä dit.

En allen (alter) Baum lätt sik nit op'ne annere Stiye setten. Westfalen

En aller Herrgottsfröh hät hä ald gebagert un gekross. Köln (gebagert = war er schon auf den Beinen und angestrengt tätig; gekross = emsig gearbeitet)

En Allmanns Frund.

En alt Weib, wo tanzet, macht vil Staub.

En alte (rote) Teufel, ja woll.
i] Zur Abfertigung in dem Sinne der a.a.O. beigefügten sprichwörtlichen Ausdrücke: En Dräck, en Chatzespäck, en Chobis, en alte Chäs, en alte Hund.

En alti Nenne hilft huse. Solothurn
i] Nenne = altes Pferd oder Mutter in der Kindersprache. Italienisch nena = Säugamme, nonno Großvater, nonna Grossmutter

En Anslag is kein Däudslag. Köln

En Apel fir den Durscht halen.

En arm Weib kann enen eben so gut argern, as 'n rîk, sä de Bûr, as he na Geld frît.

En Armen ward en Staal baden, en Deef ward en Galgen baden. Holstein (Auf den Armen wartet Verzweiflung (der Stahl), auf den Dieb aber der Galgen)

En Auge hät mech Gläuwen, offe twei Ohren. Waldeck

En aul Hippe löst (Eine alte Ziege lüstet) auch nog e grön Blätschen. Solingen

En ault Schwîn kennt Eckern. Lippe
hdt] Ein altes Schwein kennt die Eicheln.
i] Der erfahrene Alte weiß, was bei Beratungen im Geschäft, Handel u.s.w. das Beste ist.

En awgebrannten Biuer is nit so sliem äs en awwueneden. Westfalen (Ein abgewohnter ist einer, der ein baufälliges Haus hat)

En basch Woord holt 'n Kerl fan de Düör (o. vom Lieve).
hdt] Ein barsches Wort hält den Kerl von der Tür.

En Baum fället nit vam'me esten Högg.

En Baum, dar man sik under schüren will, den mott man ehren. Münster (Einen Baum, der uns Schutz gegen Regenschauer, gegen Wind und Wetter gewährt)

En beständige Lächler ist unterm Brusttucch nid sûber.

En Betchen gaud is jümmer gaud, gaud enaug het noch nie edôcht.
hdt] Ein bischen gut ist immer gut, gut genug hat noch nie getaugt.
it] Da stagione tutto è buono.

En bêten bitô (ein bischen daneben) säd de Amm', dôr härr dat Kind up'n Henkel schäten.

En beten krumm is nich dumm.

En beten schêv (schief) is linkerst lêv.
i] Aus kleinen Fehlern macht sich die Liebe nichts.

En bêtjen Für (Feuer) bî enem hâlen. (Ihm einen (gar zu) kurzen Besuch abstatten)

En bettchen scheif (schief) hett Gott leiw, segt de scheife Wehrhahne. Hildesheim
z] 'N böäten schêw hät Gott lew, söä de schêwe Schnîder.

En bietken scheiw (schief) dat leiwet. Westfalen
i] Leiwen = lieben, auch: beliebt machen, gefallen.

En Bild krigen. Westfalen (Scherzweise, einen Verweis bekommen)

En Biuer und 'ne Kou und en Ackerpferd, dat sind drei unwéise Béister. Münster

En blend (blind) machen. Meurs

En bleng (blind) Huhn fengt auch wohl e Kö'nche. Aachen
v] En blind Huhn finnet änk mangest en Kören. Büren (mangest = bisweilen, zwischendurch, von mank, zwischen, mengen)
v] En blind Haun kann ôk en Kôren finnen.
v] En blind Hohn find ok wohl ins en Korn.

En blinde Ma (Mann), en arme Ma; doch ist de no schlimmer dra, wo si Frau nid meistre cha.

En blô Schên (Schienbein) schwart stuten (stoßen). Solingen

En Boda (Boden) wie ein Pfaffasack ha. (Nicht zu sättigen, unersättlich sein)

En böse Wôrd von fremmen Lüen doit weier as 'ne dögnde Dracht Släge von de Eldern.
hdt] Ein böses (unfreundliches, tadelndes) Wort von fremden Leuten tut weher als eine Tracht Schläge von den Eltern.

En Bötchen gêl en de Mull sîn. Meurs
hdt] Ein bischen gelb im Maul sein.

En Brader (Bruder) is'n Butt wert. Ostfriesland

En Brant (Brand) allein brient nitt.

En Brotwôsch (Bratwurst) gägen en Sick (Seite) Speck. Köln

En Brûn schält Metz. Mecklenburg
hdt] Ein Messer mit brauner Schale = Dreckhaufen, Excremente.

En Buck (Bock) kann men mal schêten, doch lat em die ni stöten.

En Buer is'n hässlich Ding, da schit'n Vogel drin. (Wortspiel mit Bauer und Käfig)

En Bûer, dä up sin Veih nich achtet, dei achtet sek sülwest nicht.
ho] Die goed voor zijn vee zorgt, zorgt goed voor zich zelven.

En bunnener Pott hält am längsten. Westfalen
fr] Un pot fêlé dure long-temps.

En Bur bliwt en Bur, un wenn he bit Klock negen slöpt.

En Bur maut twemoall de Süege häuen, enmoall as Junge un enmoall as Oalle. Iserlohn

En Bûre is osse enne Wîde (=Weide), wam'me se schnitt, schlet se jümmer widder ût.

En bûse Hund muss me e Stöck Brûd méc gâ. Henneberg

En Bützchen (Küsschen) en Ehre kann Nümmes schimpêre. Köln

En Dag in de Wêke mutt man vör Schelm un Dêfe mit arbei'n.
hdt] Einen Tag in der Woche muss man für Schelme und Diebe mitarbeiten.

En Daler siegt den annern lik. Rendsburg
hdt] Ein Taler sieht dem andern ähnlich.

En de Metten lang makn.

En de Ogen verklistern.

En de wüsteste Hecka send oft de schönste Nester. Schwäbisch

En Dêf (Dieb) hett en grôt Recht. (Es gehört viel dazu, jemanden des Diebstahls zu überführen)

En demm Hûs (Haus) hängk de Krepp (Krippe) huh. Köln (Es geht da kärglich zu)

En der Zick (Zeit) drîv (fließt, treibt) noch mänchen Droppe Wasser lans Kölle. Köln
hdt] Bevor das geschieht, wird noch mancher Tropfen Wasser bei Köln vorbeifließen.

En Destelebömche gitt god Römche. Bedburg (Rühmt die Distel als milcherzeugendes Futter für Kühe)

En Deterfeter gan laten.

En Dôde unn e' Brut, de moeten to 't Hûs hennûth.
hdt] Ein Toter und eine Braut müssen zum Haus hinaus.
i] Der ostfriesische Bauer kennt wenig andere Veranlassungen seine Söhne und Töchter aus dem Hause zu tun als Tod und Heirat.

En Döerslag un ne Riywe sind nit gued biy me Wiywe. Büren (Döerslag = Wortspiel mit Döerslaon, das auch den Sinn des Durchbringens hat, Riymw = hat auch die Bedeutung von verschwenderisch)

En Dok mit Gäste umslan.

En doller Hund rennt man nägen Dâg. Danziger Nehrung

En drêger Hahn paddelt got. Danziger Nehrung

En dreidägigen Gast is ümmer keine Last, owwer en dreidägigen Fisk stinket op'm Disk. Büren

En Dröscher (Drescher), en Wöscher und en Hund möged alle Stund. (Sie haben immer Appetit)

En drüigen (= trockener) April is der Biauern Will. Marsberg

En dullen Fent. (Bursche, Junge)

En dun Minsk (betrunkenen Menschen) mutt man mit'n Foder Hau ut'n Wege fahr'n.
v] En'n besôpenen Minschen mot man med en'n Foier Hou ût den Wäge fören.

En dünne Nase hebben.
i] Etwas bald entdecken, merken.

En dütsche Flêge (Fliege). (So nennt man in Holstein ein aus Sauerteig und Meerrettich bereitetes Zugmittel im Gegensatz zur Spanischen Fliege)

En Duvel (Teufel) hêt den annern glepoge.
i] Glippogen, böse Augen, die sich verdrehen, verschießen, von glippen = gleiten. Wenn jemand einem andern den Fehler vorrückt, den er selber hat.

En Düvel (Teufel) is immer üober den annern. Süderdithmarschen

En Eggli nöcher cho. (Sich jemand um einen Schritt nähern, so sagen die Handelsleute, wenn der eine das Gebot erhöht, während der andere fallen lässt)

En Ei verdirwet den ganzen Pankauken, en Baukstawen de ganze Erfschaft. Waldeck

En einbecksch Bod (Gebot) un en fredelsch Pot, de halt glik lange.
i] Fredelsloh ist ein zwei Stunden von Eimbeck gelegenes Dorf im Hannoverischen Amte Moringen-Hardegsen mit bedeutenden Töpfereien. Nach dem Sprichwort scheint die Eimbecksche Bevölkerung den Gesetzen und Verordnungen ihres Rats wenig Beachtung geschenkt und Einfluss gestattet zu haben. Die Fredelsloher Töpfe müssten denn von außerordentlicher Haltbarkeit gewesen sein.

En en Fât (Fass) melken met ennen Boom (Boden). Meurs

En Engl op de Straat, een Düüwl in de Kaat. Süderdithmarschen (Ein Engel draußen, ein Teufel im Haus)
ho] Een engeltje op straat, een duiveltje over den haard.

En Êrs (Arsch) vull gebn.

En et Düstern es gud schnüstern, mâr nît gud Hase fange. Meurs

En falsche Verdacht het Teufelsmacht.

En fett Hahn trampelt schlecht. Soest

En fliegende Kroh (Krähe) brengt (hat) mih bei (als) en setzende. Aachen

En flîtig Minsche (fleißiger Mensch) het jümmer Brât, en Müßiggänger dei kümt in Nâd.

En Frat (Fraß) wärt nitt gebuoren, hä wärt emaket. Grafschaft Mark
v] Es werd koan Frass gebohrn, er werd nur erzogn. (Gefräßigkeit wird als ein Fehler der Erziehung bezeichnet)

En Frau es (ist) e got Tüdderhault. Solingen (Tüdderhault = dasjenige Holz, womit Kühe auf der Weide festgemacht werden, dass sie sich nur in einem kleinen Bezirk bewegen können)

En Frauenmenske (Frauenmensch) äs en Fäüer Heu. Büren

En Frîdaler sint negen Gröschen. Göttingen (Warnt, nur nach Vermögen zu heiraten, da ein Hochzeitstaler nur einen Wert von 9 Groschen hat)

En fründliche Bede, Moder, lênt mi ju Dogter. (Um unverständige Bitten zurückzuweisen)

En fuchtige Brö'r (Bruder).

En ful Motter macht flîssige Döeter. Bedburg
hdt] Eine faule Tochter macht fleißige Töchter.

En fule (schmutziges) Ei verdarft dat ganze Nüst.

En fule Vogel, e fuls G'sang.

En fulen Schinken im Salte hebben.
i] Seine Sachen sind nicht richtig, er hat keine reine Bahn.

En g'öpflete Ma (Mann) und es Straurind sind bedi glîch g'schwind.

En Galgen vull.
i] Sieben Personen, so viele sollen nämlich am Galgen gemächlich hängen können. Der eigentliche große Normalgalgen, welcher für volkreiche Städte unentbehrlich war, fasste seine sieben Personen, woher die obige Redensart. Zwei arme Sünder trug nämlich jeder der drei Querbalken der triangelförmig stehenden drei Pfeiler, während sich in der Mitte an einem höher angebrachten Gebälk der siebente oder Ehrenplatz befand, für den 'Erzdieb', welcher als ein solcher zum 'höchsten Galgen' kondemniert war.

En gaud Ding let sek nich ôwerîlen. (Was gut werden soll, bedarf seine gehörige Zeit)

En gaud Kommandierer is bêter as tein fûle Arbeiter. Hannover

En gaud Pärd (Pferd) tüt tweimôl.
i] Wenn der Wagen auf den ersten Zug nicht fortgeht oder nicht herauskommt, dann wiederholt es seine Anstrengungen. Was das erste mal nicht gelang, kann das zweite mal gelingen. Man kann aber auch sagen: Was das erste mal gelang, kann auch noch ein zweites mal gelingen.

En gaud Vogel het en gaud Nest.

En genk döerein (durcheinander) äs Earwte im Potte. Westfalen

En geschlagen Pfrd es ömmer scheu.

En gesundet Lîf (Leib), en fründliket Wîw, Fründ' enander glîk, sünd dre Stück vom Himmelrîk. Oldenburg

En Gewîeten as 'ne1 lange Wiske2 un 'n Gewîeten as en Eckern Döpeken3 de düget4 alle beide nit. Münster
hdt] Ein Gewissen wie eine lange Wiese und ein Gewissen wie ein Eichelbecher (ein Becher in dem eine Eichel steckt), die taugen alle beide nicht.

En Gidtshals en en Swin kum jest tö Gaagen, wans duad senn. Sylt
hdt] Ein Geizhals und ein Schwein kommen erst zu Nutzen, wenn sie tot sind.

En Glas Wein is beter as en Handvull Schrapels. Holstein

En gläunig Wiw steckt 'et Hus up alle vêr Kanten (Ecken) an. Münster
i] Glaunig = glühend, zornig, aufbrausend.

En gôd Heiratsgôd, dat Mütterliche. Holstein

En god Oge up een hebben. (J-n lieben, begünstigen)

En gôde Handvoll braun un blauen Sladrup (Schlagdrauf). Holstein
i] Rezept gegen Faulheit; wenn Worte nicht, so müssen Prügel helfen.

En goet Sanger, ên goet Slampamper.

En golden Niksken un en sülwern Wacht en Bietken (oder auch: en sülwern Watdam). Büren
i] Wird scherzhaft Kindern mitzubringen versprochen; auch wird damit das Geschenk bezeichnet, was von Geizigen zu erwarten ist. Wenn die Kinder in der Schweiz mit der Frage quälen, was ihnen denn Sankt Nikolaus an Geschenken mitbringen werde, so werden sie mit den Worten abgefertigt: 'E goldigs Nüteli (Nichtslein), e silberigs Nienewägeli, e langs, langs Beitewile (Warteinweilchen), e Wârtelilang, e Hätteligern, e silberigs Nütelig'schirr (Nichts) mit ere herzgulden gueti Gwunderligsuppe und süessbachene Fröglinne dinn (eine Verwunderungssuppe mit süß gebackenen Frageschnitten).' Im Hennbergischen gibt man ebenfalls auf die Fragen: Was bekomm' ich? Was krieg' ich? die gutmüthig scherzende Antwort: Du kriegst ein silbern Nixle und 'n güldin Wartaweile, und 'n Schächtele, wo du's 'nein tust.

En grot Behei (Lärm, Geschrei) en necks en de Täsch. Meurs
v] En grôt Béhei on en Ei op de Kâr. Meurs
v] En grôt Behei on wenig drop. Meurs

En grot Glas half, en lütt Glas heel, so krigt en jeder sin bescheden Dêl.

En grôte Lööch, ewer en klein Leech (Licht).
v] En grôte Lüög, ewer en klein Leech. Meurs
v] En grusse Lüht (Leuchte) en wenig Lett (Licht). Aachen

En gued Heck ziyrt den Hoew. Büren
hdt] Eine gute Hecke ziert den Hof.

En gued Mialspiel (Maulspiel) hewwen. Westfalen
i] Von einem Geschwätzigen.

En gued Peard (Pferd) köwt me imme (in dem) Stall. Westfalen
i] Mädchen mit vortrefflichen Eigenschaften werden nicht für Freier ausgestellt oder auf Tanzböden ausgeboten.

En gueden Noaber (Nachbar) es biäter as en fären Frönt.

En gueta Tabaktrinker, en alta Hosenstinker.

En Hagel ut'r Najagd.

En Hahn up sînem Messe is sau gôt as der anderen sesse (sechse). Osnabrück (Auf seinem Eigentum ist jeder stärker als sonst, das Recht stärkt die Kraft)

En Haken anslan. Holstein
i] Einen Haken einschlagen. Einen Versuch machen, um etwas zu erlangen. In Hamburg und Altona wird dies gewöhnlich zu jungen Ehelustigen oder Ehefähigen gesagt, wenn von mannbaren Mädchen oder von Witwen die Rede ist: Will he sinen Haken da nich anslaan?

En häten bito, sä de Amm, da har dat Kind up'n Henkel schäten.

En Häuneken (Hühnchen), dat langsam gett, finget auk sin Bräudeken. Waldeck

En hêden Mann un en flassen Frô. Holstein
i] Unpassendes Ehepaar. Hêde = Werch.

En Hellebock. Westfalen (Von einem ungezogenen Kinde, das im Zorn nach anderen spuckt. Der Höllenbock ist eigentlich der Teufel)

En Hemd up'n Bûk, dat annere upp'n Strûk. (Grosse Armut oder gänzliches Verkommensein bezeichnend)

En Hemd upp'n Knaken, dat annere upp'n Staken. Oldenburg (Zum Trocknen aufgehängt)

En Hemed un en Dauk, dat îs in't Graf genaug.
hdt] Ein Hemd und ein Tuch ist ins Grab genug. (Gegen den zweck- und verstandlosen Begräbnissluxus)

En Herr äs seinjes Amtes Knecht.

En Herr van Nicks (Nichts).
i] Ein leerer Großprahler.

En Hitt un ên Hièrd. Mecklenburg
i] Das Plattdeutsch hat sich hier der Bibelsprache und der Alliteration gefügt; denn für Herde heißt der mecklenburgische Ausdruck Heod und das hochdeutsche Hirt wird durch z] Schäfer' (für Kuhhirt z.B. Kuhschäfer) ausgedrückt.

En Hof kann versinken, awer nich verdrinken. (Ein Bauernhof kann durch schlechte Bewirtschaftung, durch Missjahre und andere Unfälle wohl tief herunterkommen, aber er kann nie ganz verloren gehen, er wird sich vielmehr immer wieder erholen)

En hog'n Nagel hebb'n.

En Holtdeiw (Holzdieb) heat Guod leiw, awer in den Hiemel küemt'e nit. Büren

En holten Brögam (Bräutigam).

En holten Buck (Bock) hett de ok Talg?
un] Nem lesz az ebböl szalonna.

En Hon (Huhn) in't Flêt (Kanal), da wöl wi morgen en Supp up kôcken. Holstein (Lakonische Antwort, die Personen der untersten Volksklasse neugierigen Fragern geben; nichts als ein Huhn, das in den Kanal fiel, wir wollen morgen eine Suppe davon kochen)

En hübsche Fru (Frau) is en gefährli Stück Möbel. Rendsburg

En Hund dîen de schlîft, sâl em ned afwäken.

En Hund hät de Schôf. Siebenbürgisch-sächsisch

En Hund, de bluffet, bitt nit.

En Hupen Gold, en Stapel Holt, Water inn Sod un dat lêwe Brod, dat is Winter un Summer gôd.

En hürd Pferd un lehmde Swepe rid scharp.

En Iésel (Esel) ging än de Fremd, en Iésel kam himen.

En Iesel (Esel) up der Bueterschüetele ies niks Gemeines. Büren

En îrlich Gesicht terf de San beschengen.

En is beter, as gên. Ostfriesland

En jacet in Drecko, qui modo Reuter erat.

En jêd Krô (Krähe) dinkt, är Dûchter wêr en Pô (Pfau).
v] En jêd Krô dinkt, se wêr en Pô.
v] Es meint ein jede Kraw, jhr Kind sey ein Pfaw.
sd] Kråkan roosar sina Vngar.

En jeder fêge für siner Döre. Waldeck

En jeder maut sik met de Nagel krassen, dä iäm wassen sint. Grafschaft Mark Woeste

En jeder mot sine eigene Hûd (Haut) to marke drâgen. (Jeder muss die Folgen seiner Handlungsweise selbst tragen)

En Jude blift en Jude un wenn he slöpt bet a'n Middag.
i] Um zu sagen, dass sich die Eigenheiten des jüdischen Charakters, wären sie auch lange zurückgetreten, unter gewissen Umständen zeigen.

En jung Mäken (Mädchen) mot nâ einer Feder ower sêben Tüne springen.

En jung Mäken un en Zwetschenbâm, dei sint met enander in der range.
i] Die Blüte eines Mädchens und die Zeit, in der ein Zwetschenbaum in voller Kraft und Tragfähigkeit dasteht, dauern ungefähr zehn bis zwölf Jahre; insofern stehen beide in gleichem Range.

En Jung vör Bull herum gan laten.
i] Ihn einstweilen noch nicht zur Arbeit anhalten. Der Bull bleibt müßig im Gegensatz zum Ochsen.

En Junge osse 'ne Lûs twinget en Mäken osse 'n Hûs. Waldeck

En jungen Stamm un en oallen Ramm (Bock, Widder) giwt alle Joahr en Lamm. Westfalen

En kann snaken un söwen könt singen. Holstein
i] Zu denen, die jemand in die Rede fallen, im Reden stören, wo viele zugleich sprechen, sagt der das Wort Verlangende so. Viele können miteinander singen, reden kann nur einer.

En Kind möt se hebben un wenn't ôk man von Plünnen (Plunder) is.

En klôk Huhn leggt ôk mal in'n Nettel. Mecklenburg (Auch der Klügste kann durch Versehen zu Schaden kommen)

En klok Minske (kluger Mensch), de mott kên Narr sîn (o. weren).

En Köosken (Küsschen) ohne Bart schmäkt as enne Kuk (Kuchen) ohne Salt.

En Kop (Kauf) is en Kop. Strelitz

En kram Hand mâcht ale Dîren af.
i] Eine krumme (bringende, mit Geschenken versehene) Hand macht alle Türen auf.

En Krei (Krähe) hackt de anner de Ogen ni ut, sägt de Pfaff, un setzt sik to de Afkeaten.

En Krei hackt de anner kên Ôg' ût, plegg Hans to seggen, do lêw he nog. Holstein

En Kreih mâkt kên Sönndag. Ostfriesland

En Kribbelkop. Lüneburg
i] Jemand, der sich leicht ärgert und zu zanken geneigt ist, mürrischer Mensch.

En Kuckucksküken met in'n Kaup krîgen.
i] Ein Kind von anderer Vaterschaft.

En Kuss up der Lippen maket Fründschaft under der Slippen (Schürze).
i] Eine Anspielung auf die möglichen Folgen eines mit einem unschuldigen Kusse beginnenden Liebesverhältnisses.

En Lacher springet öwwer dat Graf.
z] In Krankheit und Gemüthsaufruhr verschwinden Lachen und Schlaf; das alte Sprichwort hält nicht ganz Stich: Der Lacher springt über das Grab.

En läg Hund het en läg Mûl.
hdt] Ein magerer Hund hat ein freches Maul. (Das Wort lêg steht in zwei verschiedenen Bedeutungen: mager und frech. Die Spitze bezieht sich auf die Volksmeinung, magere Personen seien zungenfertig und frech)

En lang'n Vaddersnak hol'n.
i] Altweibergewäsch

En lange Nase krig'n.

En langen Drâht giet (gibt) 'ne fiule Nâht. Soest

En ledige Lîb (Leib) ist Gälds wärth.

En lëeg (leeres) Fât (Fass) het de meiste Klank. Meurs

En Lewen (Leben) hewwen wie en Vögelschen en de Kau (Käfich). Meurs

En livländsche Aap. (So wird in Hamburg in untern Volksklassen ein Licentiat genannt)

En Lock (Loch) taustoppen. Westfalen
i] Einen Teil einer Schuld tilgen oder einen Mangel beseitigen.

En Lüling (Spatz) in de Hand is better oss 'ne Dûwe uppem Dâke.

En Lûrer (Luscher) an der Wand hört sîne eigene Schand.
dä] Hvo staaer paar luur hører tit det han nödig vil.

En lütjen Rôk (Rauch) bitt em nig. Holstein
i] Er kann einen Puff vertragen.

En lütjet Matt un denn wat ratt (schnell) un schôn (rein), dar is de Bûr 't man, um to dohn.
i] Matt steht hier in der Bedeutung von Schwatt oder Schwaden, vom altfriesischen meta = mähen. Das Sprichwort enthält die Regel beim Heumachen: Kleine Schwaden, dabei schnell und rein, so macht's der Bauer.

En lüttjen Maid et beter stait, mit de Ulen to sitten, as mit'n Heister to wippen.

En lüttjet Fell.

En Ma sê wie Die Liebe Stond.
i] Ein herzguter Mann sein.

En mager Joar (Jahr) maut noch kainen an'n Auwer smiten. Iserlohn

En Maid 'n hêle Maid, twê 'n halve, drê hel gên. Ostfriesland

En Mäken (Mädchen) dör knullen.

En Mäken (Mädchen) mot lôpen, dat et de Federn tohope krigt.

En Mann kann net ebbes hinner sich bringe, wenn er net en Frâ hat, das ebbes vor sich zu bringen wêss.

En Mann ône Frâ frieße Wânzen ug Flî. Siebenbürgen/Sachsen

En Mann vun Fassun.

En Mann vun grot Bedrif.

En Mann, dä nâ Kindern verlanget, is dum.
i] Völlige Kinderlosigkeit wird dadurch als der glücklichere Zustand bezeichnet.

En Mass Bêr (Bier) en emem Zog un 'ne Schwepelspînen dre Dêl. Bedburg (Spott auf das Sparen am unrechten Orte)

En Meaken (Mädchen) op allen Kearmissen un en Dauk bíi jiéder Wäske, da hält me nicks von. Westfalen

En Mensch blend maken.

En Minsk (Mensch) geit ên Gank (Weg). Ostfriesland

En miss, ên wiss. Holstein
i] Wird gesagt, wenn jemand von irgendetwas eins verloren und noch eins behalten hat, z.B. wenn Eltern ein Kind gestorben, aber noch eins geblieben ist.

En Möller mütt'n annern ût de Möll helpen. Altmark
i] Wenn ein Müller zahlungsunfähig wird, so pflegt ein anderer Müller die Mühle zu erwerben; auch wohl: ein Betrüger bringt den andern ums Brot.

En Morgengast dä harbarget nich.
i] Wie ein am Morgen eintreffender Gast nicht über Nacht zu bleiben, sondern noch im Laufe des Tags weiter zu reisen pflegt, so geht auch ein am Morgen eintretender Regen schnell wieder vorüber.

En Moss Wing en einem Zog un ene Schwägelspihr en sechs Deil. Köln
hdt] Ein Maß Wein in einem Zuge und einen Schwefelspan in sechs Teilen.
i] Verschwendung auf der einen und Knickerei auf der andern Seite.

En Narr kann mehr frag'n as fiv Wise antworden könnt.

Én Narr mâkt téîn (völe) Narren.

En Narre fröget meih, oße me anferen kann.

En Nasen ansett'n.

En nüchtern Prûst bedüt sellen wat Gues.
i] Das Niesen, bevor man etwas gegessen hat. In Schlesien glaubt man gerade im Gegenteil, dass Niesen am frühen Morgen, ehe man etwas genoßen hat, Glück bedeute. Du wirst glücklich sein, hast nüchtern geniest, sagt man, o. Was für ein Glück werde ich heute haben, ich habe früh geniest.
v] Wen enn et Morjens nüchten pruescht, dän säd jen gooed Fru ümma: Nüchtan en Pruesch, uppen Dach en Ruesch ora ne Bruesch (Beule).

En oallen Poapirmiäker (Papiermacher) giet en niggen Lumpensammler. Iserlohn

En Oge arbeit mehr as tein Hänne.

En Oge dran wagen.

En Ôge im Nacken hebb'n. Holstein (Aus Vorsicht hinter sich sehen)

En Oge int Seil hebben.

En Oge to don.

En ôle Fro' (Frau) un en ôle Koh, de kann 'n brûken bet an är Enn' (bis an ihr Ende) hanto, man (aber) en ôlen Keerl un en ôlt Pärd sund de Stä (Ställe) nich wert. Stadland in Oldenburg

En ôle Hund is kwâd belln lêrn. Süderdithmarschen
hdt] Einem alten Hunde ist bös Bellen lehren.

En ole Niffniff.
i] Schimpfwort für ein klatschhaftes Frauenzimmer.

En ôlen Lepel (Löffel)! Hamburg
i] Ausruf, wenn man etwas, das ein anderer sagt, leugnet oder unwillig ablehnt, was er verlangt.

En ôlen Schêt (Scheiß). Holstein
i] Derbste Abweisungs- und Verneinungsformel.

En ollen Schinken is beater äs en nöchtern Kalw. Westfalen
i] Besser eine be- und verständige Person, als ein junges, unverständiges, faselhaftes Mädchen heiraten.

En oln Isegrimm.

En op d' A drecken.

En Paenwiemel up dem Nawel sitten hewwen. Westfalen
i] Ohne Veranlassung unausgesetzt lachen. Pa- enwiemel = Mistkäfer, aus pad und wiemeln, er wimmelt auf den Fußpfaden. Westerwäldisch: Powämmel = Rosskäfer

En Pêrd schert scharper as en Kô. Holstein
hdt] Ein Pferd macht die Weide kahler als die Kuh.

En pêrt (Pferd), ên Swêrt, ên schône Vrouw lênt niemend uit als met berouw.

En Piärt (Pferd) met ver Faüten vertriet sik wuol, geswige dann en Menske met twe'en. Iserlohn

En Pîp Tabak is gôd vör'n Hunger, säde de Sonderburger. Holstein

En Pipken Tuback es guet för Kuck un för Kack, giet et ok nitt viel int Lif (Leib), es et doch för Titverdrif. Iserlohn
sd] Tobak är en penning, spilla, hafwädvilla och luchtar illo.

En Pläntken (Pflänzchen) im Mai giet en Köppken äs en Ei. Westfalen
v] Plantke öm Mai ward Brucke (Wrucke) wie e Ei.

En Posske möt Sopp.
i] Ein Küsschen mit Suppe erhält man von einem Kinde mit rinnender, unsauberer Nase.

En Pott vull Karmelk (Buttermilch) und en Pott vull Klümp; und wenn de Buer besapen is, so danzt he op de Strümp.

En Pottlork.
i] Ein dummer, träger und zugleich etwas grober Mensch, Lork = Lorch, Kröte.

En Pracher (Bettler) kann dem andern nich gunnen, dat he vör de Döre steit.

En Prêster (Priester) un en Düwel, de mâkt en god Gespan.
i] Es gehet dem Priester wie dem Volk.

En Prise ut de erste Hand makt sik mit aller Welt bekannt.

En Prunker upr Straten, en Pracher inr Kathen.

En Rind met en Kalb kriegen. Meurs
i] Ein schwangeres Mädchen heiraten.

En Rîtensplît. Mecklenburg
i] Der alles zerreißt und vernachlässigt. Splîten, mittelhochdeutsch: spliszen; auch Rîtendâl.
v] De Junge is'n rechte Ritensplit.

En Rüenhoar uplegen. Westfalen
i] Ein Übel durch das heilen, wodurch es entstanden.
fr] Il faut prendre du poil de la bête.

En rugen (rauher) Gast. (Ein Wüstling)

En sack vul holten lepels unde sleve.
i] Slêv oder Sleef ist ein großer hölzerner Küchenlöffel. Weil nun dergleichen Löffel von den Bauern nicht aufs feinste und zierlichste gearbeitet zu werden pflegen, so nennt man auch einen groben, dummen und ungehobelten Menschen einen Sleef.

En Sack vull Flöhe wahren.

En Schelm gitt meih oße hei hät. Waldeck
mhd] Wann der dâ mêr geit, dann er mag han, der tailt sich von miltikait und steigt in scham.
bm] Blázen dá víc než má.

En Schelm, de mêr givt. Holstein
i] Ich bin ein Schelm, wenn ich mehr für die Ware gebe.

En Schett (= Schiss) un drei Brâtbêren (= Bratbirnen) sin veir gue Happen (= Bissen), segt Ahlborn.

En schevatsken Hund.

En Schiff vull sûre Appeln. Holstein
i] Scherzhafte Bezeichnung einer dicken Regenwolke.

En Schiss on en Schüt is en doppelder Forz.

En Schiss un drei Brâtbêren (Bratbirnen) sin veir gue Happen (Bissen), segt Ahlborn.

En Schluck on beide Backe voll, dat öss gerad ên Quartêr. Litauen

En schnoalzen. Niederösterreich
i] Eigentlich mit der Peitsche schlagen, dann überhaupt: schlagen.
z] De Jahe hoad in Woald een Holzdiebben dewischt, dem hoad er e Biss'l g'schnoalzt mid saine Hundsbaitsch'n.
sinnverwandt] baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, dann aber für schlagen überhaupt gebraucht). Eer is ausbaitscht wóem. Bülz'n (pelzen) = jemand eine hinaufschlagen, daher nur in Zusammensetzungen gebräuchlich, wie aufibälz'n. I hoaw aem aeni aufibälzt. Boaschen (peschen) = mit der flachen Hand aufs Gesäss schlagen, dass es klatscht. Wae't, woan i' iwe di' kim, die wier i' awe boasch'n. Bêgge (becken), aufibegge = schnell einen kleinen Schlag geben. Wórer éem an's aufibegge koa, so dued e's. Bfeffe'n (pfeffern). I wier' eem glai es' Lo e Wal oabfeffern. B'floasten (pflastern). Die wier' i no dain Aesch b'floastern. Bíene' (Birnen), mit den Knöcheln der Faust auf den Kopf schlagen, gleich als ob Birnen darauf fielen. Sole di bie'ne? o. Magst Bie'n. Biff'ln (büffeln), mit der Faust schlagen oa biffeln. Dem Kêl hoaw, der e Bissl oabiff'lt. Blai'n (bläuen), nur in einbläuen. Woanst de doas nid die miekst, so wier' e de 's no aiblai'n. Blede'n (plattern), so schlagen, dass es ein Geräusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flügeln schlägt. I' wie der in Aesch ausbleden. Blesch'n = schlagen, dass es schallt; oa-, zue-, drai-, dueblesch'n. Di wier i no blesch'n. Boss'n (possen) = mit einem Stocke schlagen. De Joag'l hoad Schle' griegt, sai Voader hoad zue bosst auf êm. Bragge' (bracken), mit der flachen Hand auf den Mund oder das Gesäss schlagen. I wie di glai aufs Mâl bragg'n', woanst nid schdül (still) bist. Brig'ln (prügeln), eigentlich mit einem Prügel schlagen, dann überhaupt oabrig'ln, duebrigeln. Buff'n (buffen), mit der Faust stoßen. Was schloagst'n und buffst'n den alemal so oa. Buksen (buchsen), schlagen mit der Hand. I' wie di glai oabuksen. Bume' (pumen) nur in Zusammensetzungen gebräuchlich, oabume', mit der Faust wiederholt auf den Rücken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt. Dacht'ln = auf den Kopf schlagen. Dascheln (täscheln), oadescheln = zarte freundliche Schläge auf die Wange geben. I' hab's recht oadaschelt. Wird auch angewandt, wenn man mit einem nassen Lappen oder einer Hand voll Wasser den Körper sanft schlägt. Dedschne = mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben. Dib'ln = auf den Kopf stoßen, schlagen. Woan i di dewisch, di' wier i awer oadibeln, dob'ln (doppeln). Woan i iwe di kim, die wier i awe Dob'ln – doppeln, schlagen, niederdeutsch dubben. (II365, 8.) Dolne' = mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben. Dreschen = derb schlagen. Drischâgge'(trischacken), recht durchprügeln. Waet nur, di wier' i no drischâgge'. Faunz'ne (faunzen), Schläge ins Gesicht, vorzüglich auf den Mund geben. Figge' (ficken) ein wenig hauen, mit der Ruthe streichen. Figge = Ruthenstreich. Giw in Kind e' ban Figge'. Fisol'ne (fisolen). Woan i di grie, di wier i awe fisolne. Flacheln = mit etwas Breitem und Dünnem schlagen, a' flacheln. Flaschne (flaschen) = mit der flachen Hand Schläge auf die Wange oder über die Ohren geben. I ha'm tichti oag'flasch'nt. Fligge'(flicken), ein wenig, und zwar aufs Gesäss schlagen. Fligge = ein leichter Schlag. Fotzne' (fotzen) = mit der Hand Schläge auf den Mund geben, der im verächtlichen Sinne Fotz und Fotz'n genannt wird. Gaes'ln (geiseln) = mit der Peitsche schlagen, welche mundartlich Gassl' heißt. Glopse (klopfen) namentlich auf die Finger schlagen. Hau' (hauen), aufihau', ainihau', nidehau', umhau', z'soamhau. Kanifeln = hart behandeln, namentlich schlagen und stoßen. Karwatschen, duekarwatschen = durchhauen. Kie'n (kehren) auskie'n = aushauen. I wie de glai'in Aesch auskie'n. Koramsie'n (koramisiren) = ad coram, zur Strafe hernehmen. Kuerânz'n (ku- oder koranzen). Waet, di wier i kuerânz'n. Maltratien (malträtiren) = mishandeln, stoßen, schlagen. Mess'n (messen), oawemess'n, herabmessen = herabhauen. Mül'n (müllen) = stark schlagen und stoßen. Nuss'n (nussen) = stoßen, schlagen, besonders mit der Faust. Oefaign ge. I wie di glai oefaign ge. Salme' (salben). Kerl, die wier i no soalme. Saw'ln (säbeln) = mit einem Säbel, dann überhaupt schlagen. Schloage = schlagen, prügeln. Schmie'n (schmieren) = hauen, schlagen, oaweschmie'n, aufischmie'n. Schmier een aeni awe. Sdraéffe (streifen) = mit einem länglichen Instrument schlagen, wie mit einem Stock oder einer Ruthe. Sdraih'n (streichen), schlagen. Den Kerl hoaw i awe fest g'sdriche. Sdrig'ln = mit der Ruthe schlagen. Sdriksne' (stricksen, striksnen) = Schläge mit einem Strick, Stock, einer Ruthe oder Peitsche geben. Sdriks'n = Schläge. Solne' (sohlen). Woan i di dewisch, di wier i solne. Sue'n (Surren) asue'n (absurren) = abhauen, durchprügeln, dass es surrt. Wach'ln = schlagen, dass es Wind macht. Wadschne (watschen) = mit der flachen Hand Schläge auf die Wange geben. En hoad'n g'wadsch'nd. Waegge' (weichen), duewagge (durchweichen = durchprügeln). Woasch'n = durchhauen. Woanst nid folgst di wier i awe woasch'n. Wâss'n (wissen), duewasse'n. Di wier i awe duewasse'n. Wiks'n (wichsen) = mit der Rute oder Peitsche schlagen. Wusch'n = mit der Rute streichen, besonders bei Kindern gebraucht. Ziegn'g = ziehen, aweziegn'g = herabziehen, herabhauen. Zuedegge' (zudecken) = derb abprügeln, dass der Körper mit Wunden bedeckt ist. Zuerichten = ein Menschenantlitz durch Schläge verunstalten. Zwief'ln (zwiebeln) = quälen, peinigen, schlagen. Niederösterreich
sinnverwandt] hat man für Durchprügeln, Schlagen die Ausdrücke wamsen, walk'n, dörchwalk'n, dörchwackeln, verbimpf'n, pelz'n, gärb'n, anrack'n, deff'n, affdeff'n, affdösch'n, draschäökeln, affbäökern, dörchbäökern, ûtbäökern, dörchpallern. Altmark
sinnverwandt] I schla dir eins hinters Bassohr. I schla di kurz und klein. I schla di krottenbreit, windelweich. I schla dir die Nase plätschig. Ich schlag dich her wie's alte Eisen. Steck 'm ein! Häck'm ein! Wisch' ihm aus. Zünd' ihm ein'. Hau' ihm eins ra. Schla-e ihm eins na. I will di nusshösenen. I will di den Stecken anmessen. I will dir de Hosen spannen, 's Quartier versohlen (versilbern). I schla dir Fische, Ohrfeigen, Floschen, Watschen, Dusel. Es setzt Keile, Prügel, Wichse. Er gibt ihm eins mit der lützen Hand ins Gesicht. Er schlägt ihn auf den Rüssel. Er bekommt Schmisse, Schmiere, Dachteln, Tellhauben. Schwaben

En Schöt is gên Aantvogl.

En Schueloser (Schulsack) ist bald g'leert.

En schwer'n Kopp (Kopf) unn en lerrigen Büdel sünd oft tosammen. Rendsburg

En sittenden Aes denket viel ut. Iserlohn

En Skelm forlet sin ein Flag.
i] Ein Schelm verlässt seine eigene Flagge.

En Smu mak'n.
i] Gewinn, Profit, durch einen schlauen Kunstgriff erlangt. Verbotene Vorteile nehmen, besonders bei einem Auftrage, betrügen, Unterschleif begehen. In dem Sinne: Beim Einkaufen für andere betrügen wird der Ausdruck auch in Berlin verstanden.
ndt] He wett sinen Smu to maken. Pommern
fr] Faire danser l'anser du panier.

En Sticke giwwen (geben) ârmet nit. Waldeck

En stötigen Bull'n un en dum Minschen mut man ût'n Wä'ch gân. Süderdithmarschen
hdt] Einem stößigen Bullen und einem betrunkenen Menschen muss man aus dem Wege gehen.

En Stück Flêsch (Fleisch) dat de Katt êr Möm (Mutter) nig günnt. (Ein sehr schlechtes Stück Fleisch)

En Stück Ledder (Leder) vun Minsch, wie en leddern Herrgott.
i] Ein elender Mensch.

En Stückschen ut de Mauskiste singen. Holstein
i] Spott auf schlechte Singerei.

En Stuten Botterbrod verdên'n.

En Suemer, gued vöer Enten un Fiske, is slecht vöer den Biuer. Büren
i] Ein sehr nasser Sommer.

En Teufel hôt's, wenn a ormer Moan an Henn' isst, entweder is de Henn' krank oder der Moan.

En traen Däner (Diener) kân em nit genach bezuolen.

En trockne Malunsi.
i] Um die Bewohner des betreffenden Ortes zu necken.

En trorig Hart (Herz) is jümmer hellig.

En ugebasten Apel helt sech net.

En unbeschuffden Rekel.
v] Er ist ein bartscher Rekel.
i] Am bartner Amte befindet sich auf einer wallartigen Erhöhung eine dem Bartenstein ähnliches, in roher Weise gearbeitetes Steinbild, das Brustbild eines Menschen darstellend. Dies Bild führt allgemein den Namen: 'der bartsche Rekel.' Man sagt, es soll das Bild des Erbauers der Burg sein. Grober Rekel sagt man von jemandem, der einen groben Spaß macht.

En ungeladenen Gast finget ennen ungeladenen Staul. Waldeck

En Unglück hät breit Föss, säd' de Frau, so sah se ene Kappeziner kummen. Köln
v] Et Unglück hät brîde Föss, säd de Bûr, do soch hä 'ne Münch kummen. Köln

En Unterrock von Lumpen un 'n Kleid von Seide. Braunschweig.

En up 'n Tûn, dat anner up de Kaldûn. Mecklenburg
i] Kaldaune, Gedärme, hier für Leib. Humoristische Bezeichnung des Armen, der bei zwei Hemden das eine trägt, während das andere nach der Wäsche auf dem Zaune trocknet.

En uprichtig Duenerwear (Donnerwetter) is beater, äs en falsk Vatterunser. Westfalen

En verbrannten Mann kümp noch wul wier up, men en versoppenen nich.
i] Ein Mann, dem das Haus abgebrannt ist, kommt noch wohl wieder empor, aber ein Trunkenbold nicht.

En vergetn Borger is ok en got Mann.

En verkearden Bessmen mot me in Ehren halten. Westfalen (verkearden = durch Kehren abgenutzt - Von alten Dienstboten)
hdt] Einen durch Kehren abgenutzten Besen muss man in Ehren halten.

En verlopen Fell.

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