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Es-Ez

und oder

Es (das Alter) ist ein natürlicher, menschlicher Zustand, dem Gott seine eigenen Gefühle geschenkt hat, die ihre eigenen Freuden in sich tragen.
Karl Wilh. von Humboldt, Brief an eine Freundin, 17. März 1830

Es (das Volk) will sich ernähren,
Kinder zeugen, und die nähren, so gut es vermag.
Merke dir, Reisender, das und tue zu Hause desgleichen!
Weiter bringt es kein Mensch, stell er sich, wie er auch will.
Goethe, Venezianische Epigramme 10

Es (die Sache) ward nur derwellet und nicht ganz gekocht. Schlesien

Es (o. er) ist weder zu sieden noch zu braten und auch nicht gut roh zu essen.
i] Er ist in keiner Form zu gebrauchen.
fr] Cet homme n'est bon à rien, n'est bon ni à rôtir ni à bouillir, n'est bon à aucune sauce.

Es äft sich wie eine Katze.

Es altert nichts so schnell als eine Wohltat.
fr] Rien ne vieillit plus vite qu'un bienfait.

Es alts Paar Hosen, keis Unterfueter, ha d's Geldli versoffe, o liebi Muetter. Bern

Es am Seil haben.

Es an die Kerze schreiben.
ndt] Aest oan de Kärz schreiwen. Siebenbürgisch-sächsisch
i] Auf die Zahlung einer Schuld verzichten.

Es an eine Bratwurst binden, wie jener den Hund.
v] Er bindet's an eine Bratwurst, wie jener den Hund.

Es ändern sich Kleider und Lehr', aber der Menschen Sinn gar schwer.
dä] Man forandrer klederne, men ei sindet og feylene.

Es ändert sich alles mit der Zeit.

Es arbeitet alles gern an ihm, ohne was vorne zum Ärmeln herausgehet. (Spott auf j-n, der nicht gern etwas tut)

Es arbeitet mancher für den Tag, den er nie sehen mag.
dä] Mangen goider for den dag, han ikke bider.

Es arbeitet niemand gern umsonst.
la] Est labor ingratus, quem debita praemia fallunt.

Es ärgert einen Hund, wenn er einen anderen in die Küche gehen sieht.

Es ärgert ihn die Fliege an der Wand.

Es artet am Kinde das dritte Teil nach den Gevattern.

Es äs en rêklich Dirn. Siebenb.-sächsisch (Eine schmucke, nette Dirn)

Es auf die Faust ankommen lassen.

Es auf etwas (o. auf j-n) abgesehen haben. (Etwas bezwecken, jemanden verletzen, angreifen heiraten wollen)
fr] Jeter son dévolu sur quelqu'un.

Es baden am Montag die truncken, am afftermontag die reichen, am mittwoch die witzigen, am Donnerstag die gryndig und lausig sind, am freytag baden die vngehorsamen, am samsztag die hochuertigen.

Es badet sich die Kräh mit allem Fleiß
Und kann doch niemals werden weiß.
Freidank, Bescheidenheit

Es bat jemand Gott um die Gnade, dass der Morgen tagen möchte, der Morgen tagte und er war blind. (Wir haben oft viel Ursache die Erfüllung unserer Wünsche zu beklagen)

Es battet net. Ulm (Es reicht nicht)

Es bebet so schier in den Weg alss aus dem Wege.

Es bedarf einer vollendet guten Frau, etwas vollendet Blödsinniges zu tun.
Oscar Wilde, Lady Windermeres Fächer

Es bedarf höherer Eigenschaften, um Glück zu ertragen, als Unglück. Frankreich

Es bedarf in einem Hause nur einer zu Liebesabenteuern aufgelegten Frau, um es bekannt zu machen und um ihm den Rang der ersten Häuser zu verschaffen.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, Meine Gedanken

Es bedarf ja allzeit einer des anderen.

Es bedarf keiner besonderen Kunst und Wissenschaft, die Tyrannis auszuüben, und die Staatsweisheit, die nur darin besteht, Blut zu vergießen, ist sehr beschränkt und einfach zu üben, sie rät, die zu töten, deren Leben unserm Ehrgeiz im Wege steht ... Es ist dies die abscheulichste und plumpste Art, seine Macht zu behaupten oder zu steigern.
La Bruyère, Vom Herrscher oder vom Staat

Es bedarf keiner Brille, wer wohl durch die Finger sieht. (Wortspiel, indem es lachend eine strafende Wahrheit sagt)

Es bedarf keines harten Winters, um ihn zu Grunde zu richten.
i] Er steckt in keiner guten Haut; es darf nicht viel an ihn kommen; er kann keinen harten Stoß aushalten.

Es bedarf keines Verbots, Galle zu essen.

Es bedarf nur einer Kleinigkeit, um zwei Liebende zu unterhalten...
Goethe, Lehrjahre I,3

Es bedarf nur eines Funkens, um einen großen Brand anzufachen.
v] Aus einem kleinen Funken kann ein großes Feuer werden.
v] Das Feuer fängt mit Funken an.
v] Mit einem Pfennig fängt man an zu spielen.
fr] Il ne faut qu'une étincelle pour allumer un grand incendie.

Es bedarf nur eines schlechten Mönches, damit das ganze Kloster auf Abwege gerät. Frankreich
fr] Il ne faut qu'un mauvais moine pour dérégler tout le couvent.

Es bedarf oft des Anlasses der Eitelkeit, damit der Mensch die ganze Energie seiner Seele zeigt. Holz zum spitzen Stahl ergibt den Wurfspieß, zwei Federn am Holz den Pfeil.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Es bedarf unendlicher Verstellung, um ein liebevoller Mensch zu werden. Nietzsche, Nachgelassene Fragmente

Es bedarf viel Geld, der köstlich prassen will.
mhd] He behovet vele geldes, de kostel brassen wil.
la] Aeris eget multi regalia prandia quaerens.

Es bedarf vieler Gedanken, um einen festzuhalten.
Stanisław Jerzy Lec, Neue unfrisierte Gedanken (1964)

Es bedarff viel Gelds, der lecker essen wil.

Es bedeutet einen Kampf, uns von der Welt der Konventionen und der Spekulation zu befreien. Es ist etwas Gutes, etwas Friedvolles, ein ehrliches Unternehmen.
Vincent van Gogh, Briefe

Es bedeutet Unglück, wenn man beim Abendmahl den Rest des Weines aus dem Kelch zu trinken bekommt. Da haben die andern die beste Kraft schon weggetrunken. Dagegen bedeutet es Glück, wenn man einen vollen Becher erhält

Es bedeutet zuweilen einen schlimmeren Betrug an der Geliebten, sie selbst als eine andere in den Armen zu halten.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Es befindet sich wohl keine Kirche in der Christenheit, deren frühere Gemälde, Statuen oder sonstige Denkmale nicht neuere Bedürfnissen oder verändertem Kunstgeschmack einmal weichen müssen.
Goethe, Schriften zur Kunst - Altdeutsche Kunstschätze

Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem Herrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes.
1. Mose 4,3; 3. Mose 4,23; 2. Kön. 10,19; Mal 1,11-13
v] Opfer bringen = Vieh oder Ernte auf dem Altar zu Gottes Ehren verbrennen; für j-d anderen auf etwas verzichten
v] zum Opfer fallen = umkommen verderben, vernichtet werden
v] das Opfer von etwas oder jemandem werden

Es begegne den Menschen in ihrem Leben oft ähnliches auf ähnliche Weise, und immer in bedeutenden Augenblicken.
Goethe, Wahlverwandtschaften II, 14

Es begegnet uns auf Reisen, wo wir entweder mit fremden oder doch lange nicht gesehenen Personen, es sei nun an ihrem Wohnort oder auch unterwegs, zusammentreffen, dass wir sie ganz anders finden, als wir sie zu denken gewohnt waren.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1807

Es begehren viele was sie wollen, nur wenige was sie sollen.
la] Plura petit mercenarius petens id solum quod impendere volueris, eo quod justam rei exigit summam.

Es begibt sich viel zwischen Löffel und Gaumen.
v] Es begibt sich oft vil, ehe man den löffel zum mund bringt.
i] Dazwischenkommen kann immer noch etwas.
en] There's many a slip twixt the cup and the lip.
fr] Entre bouche et cuiller vient souvent grand encombrier.
fr] Entre la coupe et les lèvres il y a encore de la place pour un malheur.
it] Accade in un punto quel che non avvien in mill' anni.
la] Inter os et offam multa intervenire pogsunt.
la] Multa cadunt inter calicem supremaque labra.

Es begibt sich viel, ehe man kommt zum ziel.

Es behilft sich mancher Biedermann unter einem bösen Dache wider den Regen.

Es beißet mich, wenn ich den anderen sehe jucken sich.

Es beißt (o. frisst) kein Wolf den anderen.
fr] Les loups ne se mangent pas entre eux.
it] Il lupo mangia ogni carne, e lecca la sua.
la] Lupus non mordet lupum.

Es beißt einen so schier ein kleiner hund als ein großer.

Es beißt ihn ein Rauch in die Augen.

Es beißt kein Brack eine Bräckin. (Brack, ein altes deutsches, nur im Süddeutschen gebräuchliches Wort zur Bezeichnung eines Jagdhundes)

Es beißt kein fremder Hund einen einheimischen.

Es beißt kein kraw (Krähe) der andern die augen aus.
v] Es tut kein Teufel dem andern nicht.
v] Ein wolff kent den andern wohl.
v] Wild bern seind bei einander gern.
la] Saevis inter se convenit ursis. (Schelmen und Diebe kennen einander wohl)
ndt] Een Krei bitt de anner de Ogen nich ut.

Es beißt kein Wolf den anderen bald, es sei denn hungersnot im wald.
la] Quando lupum lupula vorat, esurit undique sylua.

Es beißt nicht jeder Hund der bellt.
v] Es beißen nicht alle Hunde, die bellen.
v] Alle Hunde bellen, aber nicht jeder beißt. Russland
fr] Tous les chiens, qui aboient, ne mordent pas.
ho] Alle blaffende (keffende) honden bijten niet.

Es beißt und schlägt nicht. (Es hilft weder, noch schadet's)

Es bekomm' euch wohl und mir nicht weh'.
la] Bene mihi, bene nobis.

Es bekommet nicht wol, wenn einer einen Karpfen mit den Gräten jsset.

Es bekommt ihm wie dem Hunde die Wurst.
ho] Dat bekomt hem als den hond de knüppel na 't stelen van de worst.
ho] 'T bekomt hem als den hond de worst.

Es bekommt ihm, wie das Hundeführen nach Bautzen.
i] Kaiser Heinrich I. sandte zur Verhöhnung dem Ungarfürsten nach Bautzen zwei schäbige Hunde samt Fehdebrief. Dieser ließ dagegen des Kaisers Boten Nasen und Ohren abschneiden und schickte sie auf solche Art verstümmelt wieder zurück.

Es bekommt nicht ein jeder, was er haben will.

Es beleidigt die Gottheit mehr, wenn man falsch über sie denkt, als wenn man gar nicht über sie nachdenkt.
Jean-Jacques Rousseau, Emile (Glaubensbekenntnis)

Es bellen zu viele Hunde, als dass man sich auf ihr Gebell verlassen könnte.

Es bellens die hunde in der stadt. (Um zu sagen, dass irgendetwas allgemein bekannt ist)
i] Weitere: Die hunde heulens. Die genss gagen dauon. Es weyss niemand dann iederman. Ferner: Die Sperlinge zwitschern es auf den Dächern.

Es bellt ihn kein Hund an.
z] ... Ohne dass jn ein Hund anbellt.

Es bellt ja dieser Hund, den der Knüppel trifft. Estland

Es bellt kein alter Hund, er weiß etwas.

Es bestehet alles auf einem walzenden Rad.

Es besteht ein doppelter Anspruch des Mannes, der die Frau zur Doppelzüngigkeit verurteilt: Sie soll ihm gehören, und sie soll eine Fremde bleiben. Er erträumt sie sich sowohl als Magd wie als Hexe.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Es besuchen nicht alle die Osternacht, die Karfreitags schlafen gehen.

Es beten mehr der Sonnen Aufgang, dann ihren Niedergang an.
fr] On adore plutôt le soleil levant que le soleil couchant.
la] Plures adorant solem orientem quam occidentem.

Es beten nicht alle, die die Hände falten.
v] Es beten nicht alle, die in die Kirche gehen.

Es betet einer leicht so viel als sechzehn Einsiedler aus der Grube.

Es betreugt uns niemand mehr, als unsere eignen Gedanken.

Es betrübt ihn, aber es trübt ihn nicht, wenn er in Künsten, Wissenschaften und sonst vielfach im Leben das Pfäffische heranschleichen sieht, wie es, den menschlichen Schwächen sich fügend, einen Tag nach dem anderen sich anzueignen, bildsame Jünglinge zu umspinnen, den Eigensinn der Männer zu stärken und sich so eine bequeme Herrschaft einzuleiten weiß.
Goethe, An J. T. Danz, 17.6.1826

Es betrügt sich kein Mensch, der in seiner Jugend noch so viel erwartet. Aber wie er damals die Ahndung in seinem Herzen empfand, so muss er auch die Erfüllung in seinem Herzen suchen, nicht außer sich.
Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen

Es bezahlt nur eine alte Schuld, der seine Eltern pfleget mit Geduld.
v] Alte Schuld wird abgeführt, wo man Eltern dankbar ehrt. China

Es biegt sich einer sänffter, als dass er verreist.

Es bietet ein Tag, was oft ein Jahr nicht bieten mag.
la] Praestat saepe dies, annus quod ferre recusat.

Es bildet ein Talent sich in der Stille,
Sich ein Charakter in dem Strom der Welt.
Goethe, Tasso A I Sz z / Leonore Vs 304

Es binden Sklavenfesseln nur die Hände,
Der Sinn, er macht den Freien und den Knecht.
Franz Grillparzer, Sappho (Phaon)

Es bindet mancher selbst die Rut, die seinem Gesäss wehe tut.

Es bindt ihm oft einer ein ruten uber sein aigen rucken.
la] Quisquis mali faber est.

Es birgt sich unter rauhem Kleid sehr oft ein Herz voll Redlichkeit.
it] Spesso sotto abito vile, s' asconde un cuor gentile.

Es bläset nicht immer der nämliche Wind.

Es bleiben ihr wohl zweien lang eins, wenn nicht der dritte Lästerer dazwischen käme.

Es bleiben keine Kühe an der Krippe als die schlechten.
i] Gute Kühe werden entweder verkauft oder auf dem Felde gebraucht. Von Menschen, die ihren Familien oder Freunden zur Last bleiben.

Es bleiben noch viele dumme Kerle in der Welt, wenn auch du nicht mehr da bist (lebst). Hirschberg

Es bleiben so viel öpffel als bieren (dass Ja ist Neyn und Neyn ist Ja). (Die Sache ist unentschieden)

Es bleibet doch beim Alten Wein, bei weissheit muss auch Torheit sein.

Es bleibt (dabei, hier) nichts zu wünschen übrig.
fr] En ceste chose ny a quil dire.
la] Exinde desiderandum nihil.

Es bleibt allzeit etwas bekleben, wo man den Lasterspiegel hinschüttet.

Es bleibt bei Matz Beckers Urteil.
i] Diese Redensart soll durch einen Bürger in Reval, Namens Matthias Becker, veranlasst worden sein, und wird hauptsächlich angewandt, wenn man sagen will, dass etwas beim alten Herkommen bleibe. Im allgemeinen versteht man unter Matz Beckers Urteil ein solches, wie es der schlichte oder gesunde Menschenverstand fällt.

Es bleibt beim Alten, die Grossmutter ist die Älteste im Hause.

Es bleibt daher wohl nichts weiter übrig, als zu tun, was unsere Vorfahren getan haben: nicht zu handeln und zu beobachten ohne zu denken, und nicht zu denken ohne zu handeln und zu beobachten, ja, uns so zu gewöhnen, dass unsere ganze Natur, mit allen ihren Fähigkeiten, zusammen und einzeln, so gut es nur gehen mag, wirken könne.
Goethe, An F. H. Jacobi, 16.8.1799

Es bleibt der Weg durch den Himmel, durch den Himmel zu gehen werden wir versuchen!
Ovid, Liebeskunst (Daedalus)

Es bleibt doch endlich nach wie vor
Mit ihren hunderttausend Possen
Die Welt ein einzig-großer Tor.
Goethe, Faust II A I, Weitläufiger Saal / Herold Vs 5085

Es bleibt doch mein, obschon glück hatt den schein.

Es bleibt ein Buhlschaft über ein Vierteljahr verschwiegen.

Es bleibt ein Hofrecht, wer ind stub scheißt und ders auskehrt, sein beid eins lohns und Ehrenwert.

Es bleibt einem im Leben nur das, was man verschenkt hat.
Robert Stolz

Es bleibt einem jeden immer noch so viel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 110

Es bleibt einer wohl ein Jungfrau, der mit Geldt und guten Worten nicht versucht worden.

Es bleibt einfach kein Raum für mutiges Handeln und für den Instinkt, wenn man mit lauter Wenns und Abers überfrachtet wird.
Lido Anthony lacocca, Mein amerikanischer Traum

Es bleibt ihm das Stichblatt in der Hand.
i] Sein Plan war unrecht angelegt.

Es bleibt ihm nur der Strick übrig.
la] Ad restim res rediit. Terenz

Es bleibt im Statusquo.
la] Juris prudentes, prudentes Jure vocantur tam bene cum studeant, provideantque sibi.

Es bleibt immer gewiß, dieses so geehrte und verachtete Publikum betrügt sich über das Einzelne fast immer und über das Ganze fast nie.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10.12.1781

Es bleibt in die Länge nichts verschwiegen.

Es bleibt kein arges vngestrafft, wenn sich's gleich hundert Jahr verweitet.

Es bleibt kein Mädchen sitzen, wenn sie nur zuzulangen weiß.
v] Jedes Mädchen, es sei hübsch oder hässlich, findet einen Mann. Mailand
v] Es bleibt kein Fleisch in der Fleischhalle. Mailand
v] Wie traurig es auch sei, bleibt doch das Fleisch nie ungegessen in der Fleischhalle. Mailand
v] Es gibt kein Fleisch in den Fleischbänken, welches ein Hund oder Kater nicht wegschnappte. Venetien
v] Es gibt Fleisch für jede Schneide und für jedes Messer; die Häuslichen werden geheiratet gleich den Schönen. Toskana
v] Alles Fleisch soll gegessen, alle Mädchen sollen geheiratet werden. England

Es bleibt kein Mord ungerochen.
z] Mort blift nicht lange vorholen.
z] Sünde bleibt vngerochen nicht, Mörder werden ergriffen und gericht.
i] Will sagen, dass selten ein Mord unverschwiegen bleibt. Andererseits wird über die teuflische Geschicklichkeit und die tiefe Berechnung geklagt, welche die Urheber vieler Verbrechen an den Tag legen.
en] Murder will out.
ho] En was nie ondaet noch moort, si enmoeten comen voort.
ho] Moord blijft geen zeven jaar verholen.
ho] Moord blijft niet ongewroken.
ho] Moord en brand schreeuwen.
ho] Moort en blijft niet verloren.
la] Non manet occultum, quod latro facit, nec inultum.

Es bleibt kein Mord verschwiegen, das Blut schreiet zu Gott.
mhd] Môrt en blift nicht verborgen.
la] Non occultantur latronum facta cruenta.
z] Es ist ein alt gesprochen wort, da eyn mort die lenge nit verschwigen blipt.
mhd] Ez ist ein alt gesprochen wort, selten sî verswigen mort.
dä] Moord maa ikke dølges.
en] Murder will out.
ho] Het kwaad komt uit, al zouden het de klaaijen uitbrengen.
ho] Mort en bleef noit verholen.
sd] Mord blijr sällan dölgt.

Es bleibt kein Pflug stehen um eines Menschen willen, der stirbt.

Es bleibt kein Unrecht ungestraft.
la] Ah miser, et si quis primo perjuria celat, sera tamen tacitis poena venit pedibus.

Es bleibt keine Butter auf seinem Brote liegen. (Das Glück ist ihm nicht günstig)
en] No butter wil stick to my bread.

Es bleibt keine Sünde allein, hat sie nicht Gesellschaft, sie schafft (sucht) sich ein'.
ho] Geen sloffigheid gaat ooit alleen, vindt ze geen gezelschap, zij makt en een.

Es bleibt keine Wohltat unbelohnt.

Es bleibt keine wurmstichige Bohne zurück, ohne einen halbblinden Messer zu finden. (Jede Sache, so schlecht sie auch sein mag, findet sich mit einer anderen ebenso schlechten zu einem Paare zusammen)

Es bleibt mancher guter Kauf nach aus Mangel dess Gelts.
dä] Mangt et godt kiøb lades for pengene er borte.

Es bleibt nicht aus das schwartze Hündlin Reuel.

Es bleibt nicht bei einer Narrheit.
ho] Hij bewijst het eene mal met het andere.

Es bleibt nicht beim ersten Fall.
mhd] Wizzet daz der êrste val bringet die anderen überal.

Es bleibt nicht dahinden. (Nichts bleibt verborgen, es wird alles entdeckt)

Es bleibt nicht immer Honigmond.
en] It will not always be honey-moon.

Es bleibt nichts Gutes unbelohnt.
fr] Le bien trouve toujours sa récompenge.

Es bleibt oft viel an der Pfanne hängen.
ho] Er blijft veel aan de pan hangen.

Es bleibt sich immer gleich, ob ich leer gehe oder nichts trag.

Es bleibt so manch eine Magd, weil niemand nach ihr fragt.
ho] Bregt is gestorven maagd, omdat het haar niet is gevraagd.

Es bleibt uns nun einmal nichts übrig, als auf dem einmal eingeschlagenen Wege fortzugehen, dabei soll es aber auch treulich verbleiben. Ich nutze meine Tage, so gut ich kann, und setze wenigstens immer einige Steine im Brette vorwärts.
Goethe, An Schiller, 22.6.1799

Es bleibt wahr: das Märchen von Christus ist Ursache, dass die Welt noch IO m stehen kann und niemand recht zu Verstand kommt, weil es ebenso viel Kraft des Wissens, des Verstandes, des Begriffs braucht, um es zu verteidigen, als es zu bestreiten.
Goethe, An Herder, 4.9.1788

Es bleibt wohl dabei, meine Lieben, dass ich ein Mensch bin, der von der Mühe lebt.
Goethe, Italienische Reise III, 12.9.1787

Es blieb uns nichts als der Schmutz unserer Füße.

Es blinkt wie ein Spiegel.
ho] Het blinkt als een spiegel.

Es blitzt bei hellem Himmel, so Gott will.

Es blitzt. (Wenn in dem Rocke eines Mädchens die Schlitze sich öffnen und der Unterrock sichtbar wird)

Es blitzte bei ihr.

Es bliw (bleibt) em net înt (eins). Siebenbürg.-sächsisch

Es blühen nicht alle Rosen rot.

Es blühet nichts immerdar.

Es blüht ein Blümchen irgendwo,
In einem stillen Tal,
Das schmeichelt Aug und Herz so froh
Wie Abendsonnenstrahl.
Gottfried August Bürger, Das Blümchen Wunderhold

Es blüht wie ein alt Weib, das aus dem Bade kommt. Ostpreussen

Es bräche einem Abt kein Bein, wenn er seinen Mönchen schon mit einem guten Beispiel vorginge.

Es braucht lange Zeit, der Welt recht an den Puls zu fühlen.

Es braucht Mut, vor manchen Menschen die Schande der Gelehrsamkeit auf sich zu nehmen: Sie haben ein zähes Vorurteil gegen die Gelehrten, denen sie feine Umgangsformen, Lebensart, Sinn für Geselligkeit absprechen und die sie gern auf ihr Studierzimmer und zu ihren Büchern verbannen möchten.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Es braucht nicht jeder zu wissen, was man in der Tasche hat.
fr] Il ne faut point qu'on sache le fond de notre bourse.

Es braucht sehr wenig Zeit, viel Gutes zu tun. Schlesisch, 17. Jh.

Es braucht sich nicht zu verteidigen, der nicht angegriffen wird.
dä] Gien ei af dig det er ei løber paadig.

Es braucht tausend Tage, um die Schilfreiser zu schneiden, die ein Tag vernichten kann.

Es braucht viel Kraft, um in einer Welt zu leben, die der Erinnerung geweiht ist.
François Mauriac, Von Tag und Ewigkeit

Es braucht viel Willenskraft, keinem Herrn zu dienen. China

Es braucht wenig Zeit, viel Gutes zu tun, aber auch wenig Zeit, viel Böses zu stiften.

Es brennt bei Zeiten, was eine Nessel werden will.

Es brennt ihm am Zagel wie Glut auf dem Nagel.

Es brennt ihm auf der Seele.
i] Wem es schwer fällt, ein Geheimnis zu verschweigen.

Es brennt ihm unter den Füßen. (Er hat es sehr eilig, äußert große Ungeduld)

Es brennt in mir ein Verlangen, in Einfachheit groß zu werden.
Paula Modersohn-Becker, Tagebuchblätter (April 1903)

Es brennt kein Talglicht so trübe, es hält sich für eine Wachskerze.
v] Auch der Talg zählt sich gern zum Wachse. Russland
v] Wenn der Talg die Biene sieht, nennt er sie Mutter. Russland

Es brennt mir auf den Nägeln.
v] Es brennt wie höllisches Feuer auf den Nägeln.
la] Ut fici oculis incumbunt. Suidas

es brennt mir auf der Zunge, es dir zu sagen
en] I am dying to tell you
fr] ça me brûle la langue de te le dire
it] 1'ho sulla punta della lingua

Es brennt sein Herz wie eine Kerz.

Es brennt so heiß wie Haferstroh.
v] Es brennt wie Gift.

Es bricht dem Gaul d' gurt, wan er im wasser schwimmen sol.

Es bricht der (letzte) Faden. (Die Geduld geht aus)

Es bricht sich niemand den rücken.

Es bringen's wenige Nonnen dahin, dass sie als Bräute Christi von keinem Floh mehr gestochen werden, wie die heilige Rosa von Lima.

Es bringt dem Winzen guten Wein, an Himmelfahrt (15.8.) der Sonnenschein.

Es bringt der eine so viel mit auf die Welt, als der ander.

Es bringt dir einen Gott ein jedes Gräslein bei,
Und macht es dazu klar, dass er dreifaltig sei.

Es bringt ein jeder Vorteil ein Nachteil mit jm.
la] Haud impune vindemiam facies.

Es bringt einem Herrn nur Schande, wenn er seinen Knechten allzu viel von ihren Pflichten erlässt.
Ecbasis captivi in belehrender Gestalt (Leopard)

Es bringt kein Brot in die Küche.
la] Nihil ad farinas confert.
la] Non est de pane lucrando.

Es bringt keiner mehr daruon, denn was er hie mit dem Maul erwischt hat.

Es bringt mancher lachend nach Haus, was er weinend nicht bringt hinaus.
sp] A las veces lleva el hombre á su casa con que llora.

Es bringt mir großen Vorteil, dass ich mit den anderen Arten zu denken etwas bekannter geworden bin, die ich, ob sie gleich nicht die meinigen werden können, dennoch als Supplement meiner Einseitigkeit zum praktischen Gebrauch äußerst bedarf.
Goethe, An F. H. Jacobi, 17.10.1796

Es bringt nichts, den Bauch einzuziehen, wenn man auf der Waage steht.
Fritz Herdi

Es bringt nit ein jede Taube ein Ölblattzweig.
v] Nicht jede Taube bringt einen Ölzweig.

Es bringt nur taube Haselnüsse.

Es bringt nur Unheil, einen Tiger aus dem Schlaf zu rütteln.

Es buhlet und lacht je einer allenthalben, ohn in seinem Hauss.

Es büßet sich alles selbst.

Es chond (kommt) em wie am n'alta Wib 's Tanza.
i] Wenn die Sache nicht gehen will, so wird manchem das Erlernen von Kenntnissen und Fertigkeiten so schwer, wie einer alten Frau das Tanzen.

Es dafür gesorgt, dass die Sterne nicht in den Himmel wachsen.
sp] Ninguno sabe subirse a las estrellas.

Es dämmerte nicht eher, als bis es ganz finster war.

Es darf aufsehens, wenn man glauben will.

Es darf ihm keiner gedencken, das einer Juden leych, er sehe nur eben auff, das er jhn nicht bescheiß.

Es darf kein Bube mit der Peitsche knallen oder singen oder rufen, sogleich ist die Polizei da, es ihm zu verbieten. Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiben, so dass am Ende nichts übrig bleibt als der Philister.
Goethe, Eckermann, 12.3.1828

Es darf kein Esel den anderen ein mülthier heyssen.

Es darf kein Pünktlein fehlen.

Es darf keine Freiheit geben zur Zerstörung der Freiheit.
Karl Jaspers

Es darf keiner für den anderen in die Helle fahren.

Es darf keiner Hui sagen, so lang er in dieser schlipfrigen Welt seinen Lauff hat.

Es darf keiner sorgen, wer ihn zu Grab trage.

Es darf mir keiner ein Hofrecht in die Stube machen.

Es darf nicht jeder die Glocke ziehen.
sp] Quien lleva las obladas que taña las campanas.

Es darf nicht wunder nehmen.
la] Capit nos admiratio.

Es darf nicht zuwintern, ehe die Keller gespült sind.
i] Nämlich von der Sturmflut.

Es darf niemand frembde gefahr suchen, er hat sein selbst gnug.

Es darf niemand gleich mit einem Sack kommen. [RSpW]
i] Hat den Fall im Auge, in welchem die eheliche Güterverbindung nur für die Dauer der Ehe geschlossen und nach dem Tode des einen Gatten dessen Nachlass seinen Erben anheimfällt. Der Sinn des Sprichworts geht nun dahin, dass, wenn der Mann gestorben, dessen Erben billige Rücksicht auf die Witwe nehmen, und nicht sofort in Haus und Hof eindringen, und sie, selbst wenn sie gar nichts mehr davon zu beanspruchen hätte, daraus zu vertreiben.

Es darf niemands wieder ihn husten.

Es darf nit viel müß (Mäuse).
i] Macht nicht viel Umstände. Die Sache ist sehr einfach, es bedarf keiner Umstände und Weitläufigkeiten.

Es darf Schreiens, wenn man den Teufel in die Flucht jagen will.
la] Ad daemonem deterrendum horribili voce opus est.

Es darf sich einer nur für frei erklären, so fühlt er sich den Augenblick als bedingt. Wagt er es, sich für bedingt zu erklären, so fühlt er sich frei.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,5

Es darf sich einer wenig bücken,
So hockt mit einem leichten Sprung
Der Teufel gleich dem Teufel auf dem Rücken.
Goethe, Zahme Xenien V

Es darf sich kein Blatt (vor ihm) rühren.
la] Ne move festucam.

Es darf uns nicht niederschlagen, wenn sich uns die Bemerkung aufdringt, das Große sei vergänglich, vielmehr wenn wir finden, das Vergangene sei groß gewesen, muss es uns aufmuntern, selbst etwas von Bedeutung zu leisten, das fortan unsre Nachfolger, und war es auch schon in Trümmer zerfallen, zu edler Tätigkeit aufrege, woran es unsere Vorvordern niemals haben ermangeln lassen.
Goethe, Italienische Reise III, Dezember 1787 - Bericht

Es darff nit viel müst.
i] Man erklärt das Wort durch: Umstände

Es dauert ein halb Jahr länger als die Ewigkeit.

Es dauert lange Zeit, eh' der Bauer ein Junker wird.

Es dauert lange, bis man der Welt Pulsschlag kennt. England

Es dauert lange, bis man wahrhaft reift zur Lebensfreude. Man wird es etwa an jenem Tag, an dem die Todesangst beginnt.
Alfred Polgar, Kleine Schriften, Band 3. Irrlicht

Es dauert lange, ehe alle Köpfe unter einem Hute sind.
ndt] Hat es loong iar alle Heede önner aan Höödsen. Nordmarschen

Es dauert lange, ehe ein armer Mann, der bettelt, etwas hat.
ndt] Hat as laang, iar an âram Mân, diar bat, wat hê. Amrum

Es dauert lange, ehe man eine törichte Frau verheiraten kann. Jabo, Afrika

Es dauert näst îwich.

Es dauert nicht länger als ein Vaterunser.
ho] Eer men eene zoo mosselen zieden zoude.

Es dauert so lange, als von der Vesper bis die Hühner auffliegen.

Es dauert von elf Uhr bis Mittag.

Es dauert zehn Jahre, einen Baum, aber hundert Jahre, einen Menschen großzuziehen.

Es dauerte bis die Sonne wollte zu Gnaden gehn.

Es dauerte eine (kleine) Ewigkeit.

Es de Brî (Brei) upgiven (aufgegeben) is, so mot me'n auck friäten (fressen). Münster

Es de Lippe klar un 'et Su'erlant swar, dann folget guet Wiär snar (schnell). Iserlohn
i] Lippe = Fluss in Westfalen.
v] In de Lipp swoer, Ruhr kloer, giet gout Wiär (gut Wetter). Recklinghausen
v] Lippe klar, Hâr (auch: Suerland) swâr, bedütt gued Weader.
v] Lippe swâr, Suerland klâr bedütt Reagen. Büren
v] Wann de Lippe grînt un de Hâr (Gebirgszug in Westfalen) schint, dann gîwt et Reagen. Büren
v] Wann de Lippe schinnt un 'et Su'erlant grinnt, dann gîet et guet Wiär. Grafschaft Mark Woeste

Es de Magd Brût, dann es met dem Denste ut. Iserlohn

Es de Ollen fleitet, so pipen de jungen.

Es de Schulmester krank, dann hänget de Mantel an der Want; es he dot, dann hett Frau un Kinner kain Brot. Iserlohn
i] Der Mantel scheint hier schon als ein Luxusgegenstand des Lehrers zu gelten.

Es deckt mancher seine Armut mit Samt und Seide zu.
dä] Mangen slider flöget for armod.

Es denken die Töchter und Söhne: Näher als Vater und Mutter sind dir die eigenen Zähne.

Es denkt der Mensch die freie Tat zu tun
Umsonst! Er ist das Spielwerk nur der blinden
Gewalt, die aus der eignen Wahl ihm schnell
die fruchtbare Notwendigkeit erschafft.
Schiller, Wallensteins Tod

Es denkt ein jeder in seinen sack.
i] Jeder sorgt für sein Bestes.
mhd] Wan yeder man zucht in synen sak.
it] Ognun tira l'agua al suo mulino.
la] Intus canere. Aspendius citharoedus.
la] Suam quisque homo rem meminit.

Es denkt ein jeder, wie er sein Kapell besingt in seinen Sack.

Es denkt einer nicht allzeit, dahin er zilet.

Es denkt kein Deutscher an mich.

Es denkt kein Pferd daran. Schlesien

Es denkt länger als seine Mutter.

Es der Docter krank, hengt der Kauchleffel agen (an der) Wank, es der Docter dût, hat de Frau gê (kein) Brûd. Aachen

Es deutet die fallende Blüte dem Gärtner,
dass die liebliche Frucht schwellend im Herbste gedeiht.
Goethe, Venezianische Epigramme 101

Es deutet eine gute Ernte an, wenn sich zu Georg (23.4.) schon die Krähe im Korn verstecken kann.

Es dienen mehr um die Suppe, als um den Herrn.

Es dienet kein Sau in den Würtzkram, noch ein Esel zum Harpffenschläger.

Es dienet sich übel, wenn die diener jmmer voll sind und tretten den Flaschen auff den Riemen und trincken Wein mit Sew und Ochsen-Mist getünget.

Es dienet wie 'ne Fust ufs Aug'. Luzern

Es dient (passt) in den (in seinen) Kram.

Es dient ein Keil dir oft zum Heil.

Es dient nicht alle Ware in jeden Kram.

Es dient nicht allerlei jederman.

Es dient nicht alles zu jeder zeit.

Es dient nicht einem jeden ein jeder stand.

Es dient nicht stets dem Magen, was angenehm dem Kragen.
i] Was angenehm mundet, ist nicht allemal dem Magen gesund.
la] Ciborum varietas una est moborum causa.

Es dient weder zu Rock noch Hosen, weder zu Stiefeln noch Schuhen.
fr] Servir comme un en chiffre.

Es dient weder zu Stiefeln noch zu Schuhen.

Es dient weder zum Rock noch zum hosen.

Es dient wohl in die Küche, da nicht zubrochene Töpfte drinnen weren.

Es donnert selten bei schönem Wetter.

Es donnert solange bis es regnet.

Es drehen sich nicht alle Kugeln gleich schnell.
z] Die geistige Erdkugel dreht sich alle Jahrhunderte nur einmal um die Sonne. L. Börne, Pariser Briefe
i] Man soll daher bei Arbeiten auf dem Gebiete des geistigen Lebens die Geduld nicht verlieren.

Es dreht sich um wie ein Bauernjunge ohne ein Pfeiflein (Schalmei).

Es droht mancher, der Schläge kriegt.

Es droht nur Gefahr von gemeinen Leuten. (Der Umgang mit groben Leuten ist gefährlich)
v] Groben Leuten und tollen Hunden soll man aus dem Wege gehen.
v] Ochsen muss man schön aus dem Wegen geh'n.
fr] Il n'est danger que de vilains.

"

Es drückt ihm fast das Herz ab. Rottenburg (Der Schmerz)

Es drückt mich wie dreizehn Hefeklössel.

Es duftet uns der Baum, an den die Liebste pisst.

Es duldet das Herze schweigend und stumm, was könnte es wohl auch andres tun?

Es dünget kein Kot so wohl, als welchen der Herr an seinen Schuhen auf den Acker tragt.
la] Oculus domini impinguat agrum.

Es düngt kein Mist den Acker besser, als den des Herrn Fuß mitbringt.
dä] Den beste giødning falder af huusbondens skoe.
la] Stercus optimum domini vestigia.

Es düngt kein Mist so gut, als der von des Herrn Stiefeln auf den Acker fällt.

Es dünkt den Affen, er hab die schönsten Kinder.

Es dünkt mich leichter sein, in Himmel sich zu schwingen,
Als mit der Sünden Müh' in Abgrund einzudringen.
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann

Es dünkt mich, dabey bleib' ich.

Es dürfte keine Irrtümer geben, die, klar ausgedrückt, nicht von selbst zergingen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Es ebenso leicht, eine Witwe zu heiraten, wie ein totes Pferd einzufangen.
en] It is easy to wed a widow as to cash a dead horse.

Es ehre der Mensch, so wird er geehrt.
Goethe, Hanswursts Hochzeit / Kilian Brustfleck

Es eiferten viele Völker in immer neuem Bemühen,
Das schriftlich festzuhalten, was den Ruhm ihres Namens ausbreiten konnte.
Otfrid von Weissenburg, Evangelienbuch

Es eilt nicht! sagte der Dieb, da er gehängt wurde.

Es einem Affen an den Hintern schreiben. (Etwas auf eine schmutzige Weise veröffentlichen)

Es einem an den Augen ansehen, dass er Kopfreißer getrunken und nicht geschlafen hat. Schlesien

Es einem mit der Mistgabel zu verstehen geben.
i] Wenn jemand seine Wünsche auf eine gar zu derbe, handgreifliche, plumpe, unhöfliche Art kundgibt.

Es einem so geben, dass es bis auf die Knochen geht.

Es empfiehlt sich, den Menschen Hoffnungen zu machen und ihnen immer etwas zu versprechen, wenn man sie braucht.
Niccolò Machiavelli, Über die Reform des Staates Florenz

Es empfindens auch die Schafe, wenn der Schäfer ein böses Jahr hat.

Es endet wie der Gemeindetag zu Gebsweiler.
i] Der Pfarrer daselbst hatte die Fahnenstangen neu fassen oder bemalen und vergolden lassen, ohne Schulze und Kirchenpfleger zu befragen, was diese verdross. Als die Arbeit fertig war, lud der Pfarrer die beiden Männer auf einen Imbiss zu sich und tat sehr freundlich mit ihnen. Im Laufe des Gesprächs erwähnte er nebenbei, dass die Fahnenstangen neu gefasst werden müssten, und frug, was für ein Anstrich denselben gegeben werden solle? Da sprach der Schulze: 'Ich denke, man ließ es bei der Farbe, die sie jetzt haben. Was meinst du Nachbar?' - 'Ja wohl!' erwiderte der Kirchenpfleger, und so ging die Versammlung ruhig auseinander.

Es entfällt auch bisweilen einer witzigen Henne ein Ei.

Es entfällt oft auch einer gescheiten Gans ein Ei.

Es entgeht einer oft der Strafe, aber dem bösen Gewissen nicht.

Es entmutigt oft den wärmsten Menschenfreund, dass er so vielen Hilfsbedürftigen begegnet, denen nicht zu helfen ist.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Es entspricht einem Lebensgesetz: Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, dass man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.
André Gide

Es entstand schon vorher die Frage: ob überall ein Christ das Theater besuchen dürfe, und die Frommen waren selbst untereinander nicht einig, ob man die Bühne unter die gleichgültigen (adiaphoren) oder völlig zu verwerfenden Dinge rechnen solle. In Hamburg brach aber der Streit hauptsächlich darüber los, inwiefern ein Geistlicher selbst das Theater besuchen dürfe [...]. Dieser Streit, der von beiden Seiten mit vieler Lebhaftigkeit geführt wurde, nötigte leider die Freunde der Bühne, diese der höhern Sinnlichkeit eigentlich nur gewidmete Anstalt für eine sittliche auszugeben. Sie behaupteten, das Theater könne lehren und bessern und also dem Staat und der Gesellschaft unmittelbar nutzen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Deutsches Theater

Es entstanden die Separatisten, Pietisten, Herrnhuter, die Stillen im Lande, und wie man sie sonst zu nennen und zu bezeichnen pflegte, die aber alle bloß die Absicht hatten, sich der Gottheit, besonders durch Christum, mehr zu nähern, als es ihnen unter der Form der öffentlichen Religion möglich zu sein schien.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,1

Es entstehen ja alle Kriege um den Besitz des Geldes willen.
Platon, Phaidon

Es entstehet oft ein groß Unglück aus schlechter vrsach.

Es entsteht ein eigenes allgemeines Behagen, wenn man einer Nation ihre Geschichte auf eine geistreiche Weise wieder zur Erinnerung bringt, sie erfreut sich der Tugenden ihrer Vorfahren und belächelt die Mängel derselben, welche sie längst überwunden zu haben glaubt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 17

Es er kennt mich als ein Tauss. Schlesien
i] Tauss = Daus, die höchste Karte im Spiel; das Astausend, steht zuweilen für Taus, aber auch verhüllend für Teufel.

Es erarnen selten viel Doppelzung und Doppelspiel.
i] (erarnen = verdienen, entgelten, von dem einfachen arnen, das sich schon im Mittelhochdeutschen verlor. Neuhochdeutsch sagt man besonders: hart, schwer, sauer, teuer, übel erarnen. Auch = erpflügen, ernähren, mit übel Zeit und großer Arbeit vollbringen. Es ist zu bedauern, dass das gute Wort im 18. Jahrhundert erlischt, wozu der Umstand wol mit beitragen mag, dass es in der Lutherschen Bibelübersetzung nicht vorkommt.
v] Es muss alles erarnet werden.
v] Es muss alles erarnet und erfochten sein und soll mit glidgentz und wohl zu gehn auff erden.

Es erben sich Gesetz und Rechte
Wie eine ewge Krankheit fort,
Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte
Und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage:
Weh dir, dass du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
Von dem ist, leider! nie die Frage.
Goethe, Faust I, Studierzimmer / Mephisto Vs 1972f.

Es erbet wohl einer des anderen Geld, aber nicht sein Glück.

Es erbost sich kein Hund, wenn er mit einem Knochen geworfen wird.

Es erbt das Erbe allweg vor sich auf den Nächsten. [RSpW] (Nach dem Erbgange fällt das Gut an den nächsten Nachkommen)

Es erbt das nächste Blut. (Zur Bestimmung der Gradesnähe im Erbgange)

Es erbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch.
Goethe, Iphigenie A II Sz 1 / Pylades Vs 717

Es erbt keine Traufe, wie alt sie sei. [RSpW]
i] Von den nachbarlichen Rechten hinsichtlich der Traufe. Das Sprichwort erklärt, dass in Bezug der Traufe keine Verjährung stattfinde, und steht damit im entschiedensten Widerspruch mit einem andern Sprichwort, das die Verjährung für zulässig erklärt. Nach den Weistümern ist aber jenes deutsches Recht, während dieses eine römische Abkunft verratende Rechtsansicht ausspricht. Nach deutschem Recht soll, und dies dürfte der Sinn des obigen Sprichworts sein, über das Recht der Traufe allein der ohne künstliche Zufluss sich ergebende natürliche Abfluss des Wassers entscheiden.
z] Das Wasser rinne, wohin es Gott und Wind weht.
ndt] Es erbet chein trawff wi alt di ist. Bamberg

Es erbt nichts aus des Mannes Fletz. [RSpW]
i] Handelt vom ehelichen Güterrecht und zwar von dem Falle, wenn die ehelichen Güter eng verbunden waren, sodass sie gemeinschaftlich nach des Mannes Tode der Frau verblieben. Über das Wort Fletz, das im Althochdeutschen flachen Grund und Boden, Tenne, Haus, Halle, Wohnung, Stube, Kammer, Lager, Bett u.s.w. bedeutet, und in der neuhochdeutschen Schriftsprache wohl nur mit der Schreibung Flötz und der Bedeutung Gang im Bergbau vorkommt, vgl. Grimm, III, 1771. Im obigen Sprichwort bezeichnet es die Verwandtschaft des Mannes, sein Haus.

Es erfordert große Weisheit, um über sein eigenes missgeschick zu lachen. Hindi, Indien

Es erfordert zuweilen mehr Mut, den Gegner zu fliehen, als ihn anzugreifen.
Heinrich Waggerl, Aphorismen

Es erging ihm dabei wie dem König Hans in der Walachei. Polen
i] Sehr übel, denn die Feldzüge, welche der polnische König Johann Sobieski zur Unterwerfung der Moldau (in den Jahren 1685, 1688 und 1691) unternahm, kosteten ihm nicht allein drei vortreffliche Armeen und 100 Millionen polnische Gulden, sondern er musste auch infolge des Misslingens derselben drei Wojwodschaften an Russland abtreten.

Es erhaschen nicht alle was, welche die Hand ausstrecken.
v] Es erhaschen nicht alle, die zugreifen.

Es erheben
Zwei Stimmen streitend sich in meiner Brust.
Friedrich Schiller, Wallensteins Tod (Max)

Es erhöhet nichts des Mannes Schild, denn Fahnlehn. [RSpW]
i] Unter Schild wird hier der Stand oder Adel verstanden, unter Fahnlehn aber ein solches weltliches Lehen, das mit landesherrlicher Hoheit verbunden ist u.s.w. Der Name Fahnlehn kommt daher, weil die Belehnung früher mit einer Fahne erfolgte. Die Bedeutung des Sprichworts ist die: wer vom niedern Adel zu dem Besitz einer Grafschaft oder eines Fürstentums gelangt, erhält auch die damit verbundene Würde. Dies hat indess jetzt für uns keine Gültigkeit mehr, wo jemand in den Besitz einer Grafschaft kommen kann, ohne dadurch die gräfliche Würde zu erlangen, deren Erteilung lediglich vom Landesherrn abhängt.

Es erkennt der Mensch in dem Dasein der Gestirne dasselbe Gesetz und dieselben Wechsel an, welche in seinem kurzen Leben die Zeit des Schlummerns und Wachens, endlich die des Lebens und des Todes bestimmen.
Gotthilf Heinrich Schubert, Ahndungen einer allgemeinen Geschichte des Lebens

Es erregt mir daher immer Schmerz, wenn man ein wirkliches Kunst- und Naturgebilde mit der Vorstellung vergleicht, die man sich davon gemacht hatte, und dadurch sich den reinen Genuss des ersten verkümmert. Vermag doch unsere Einbildungskraft nicht einmal das Bild eines wirklich gesehenen, schönen Gegenstandes getreu wiederzugeben...
Goethe, F. v. Müller, 8.3.1824

Es ersaufe einer am Ufer oder im tiefen Meer, so heißet's beides ersoffen.

Es ersaufen mehr im Becher als im Bach (o. in der Flut).
v] Es ersaufen mehr im Bier oder Wein, denn im Wasser.
v] Es ersaufen mehr (Leute) im Wein als im Rhein.
en] Bacchus has drowned more men than Neptund gluttony and drunkenness destroy more than the swore.
en] Gluttony kills more than the sword.
fr] La gourmandise tue plus de gens que l'épée.
fr] La vin noie plus de gens que l'eau.
it] Più n' uccide la gola, che la spada.
sp] Mas matò cena, que sanò Avicena.

Es ersäuft sich weder Hund noch Katz, ob sie schon die Bach sehen.

Es erscheint uns Amerikanern zweifelhaft, dass die Kultur des Westens hier in Europa fortbestehen kann, wenn Europa nicht den Weg der politischen Einheit beschreitet.
James B. Conant, Rundfunkrede am 11. März 1953

Es erschrickt kein Bettler vor einem großen Stück.

Es erschrickt mancher Mann vor dess Balbirers Fliten, dass er darüber im Aderlassen in Ohnmacht sinckt.
i] Fliten = gewöhnliche Schreibung: Fliete, doch findet man auch: Fliede, Fliedme: ein scharfes Eisen zum Aderlassen: mittelhochdeutsch die vliete, gekürzt aus flieden, fliedeme, althochdeutsch fliedimâ, vom mittellateinischen fleótomum, vom lateinisch-griechischen der phlebótomus, die Blutader schneiden.

Es erstattet nimmer der Sieg, was verloren wird durch den Krieg.

Es erstechen sich nicht alle, die den Degen besehen.

Es ersticken mehr in den Fresshäfen, als in den Seehäfen.

Es erstickt keine Mauss under einem fuder Heu (o. Heuhaufen).
v] Es erstickt kei Mûs under em Heustock. Schweiz
dä] Muus' druckner ei under høe-læs.
ho] Daar bleef nooit eene muis dood onder een voeder hooi.
sd] Musen döör intet vnder höölasset.

Es ertrinken mehr im Becher als im Meer (o. in der Donau, im Rhein).
v] Es ertrinken mehr im Wein als im Wasser.
v] Es ertrinken mehr im Glas, als in allen Wässern.
la] De plenis cyathis multos periisse sciatis.
la] Ense cadunt multi, perimit sed crapula plures.

Es ertrinkt im Meere kein Fisch.

Es erweist sich, dass das, was Weltkenntnis genannt wird, die Menschen eher schlauer als gut macht.
Samuel Johnson, The Rambler

Es es in der Garste (Gerste) geschee, es tut d'n Hober niss (nichts).

Es essen nicht alle das Osterlamm, die ihre Lenden gürten.

Es existieren Geister! Blicke umher in der Welt und sage selbst, ob nicht aus allem dich ein Geist anschaut. Aus der Blume, der kleinen, lieblichen, spricht der Geist des Schöpfers zu dir, der sie so wunderbar geformt hat, die Sterne verkünden den Geist, der sie geordnet, von den Berggipfeln weht ein Geist der Erhabenheit herunter, aus den Wassern rauscht ein Geist der Sehnsucht herauf, und - aus den Menschen reden Millionen Geister.
Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Es fahren viel Leut für großer andacht zum Teufel.
z] Die Gottlosen haben auch Andacht.
v] Es fährt alles zum Teufel.

Es fahren viele auf der Oder, aber es sehen nicht alle das Meer.
v] Hundert fahren ihr Leben lang auf der Wolga, einer fährt auch wohl ins Kaspische Meer. Russland

Es fährt je einer dem anderen nach zum Grabe.

Es fährt keiner für den anderen gen Himmel.

Es fährt keiner seinen Wagen in den Sumpf, damit er die Räder nicht knarren höre.

Es fährt mancher für grosser andacht zum Teuffel.

Es fährt mancher redlicher Mann zum Teuffel.

Es fallen eure Gründ' auf euch zurück
Wie Hunde, die den eignen Herrn zerfleischen.
Shakespeare, Heinrich V. (Heinrich)

Es fallen keine Kommissbrote vom Himmel. Berlin
z] Nu denk' ick, det Wetter is halweje, et fallen kêne Camisbrodte vom Himmel.

Es fallen keine Späne vom Baum, man haue sie denn.
v] Es fallen keine Späne, sie werden denn gehauen.

Es fallen mehr durch Schnäps' als durch Pistolen.

Es fallen nicht alle weich, die hoch sitzen.

Es fallet schwer, wenn bei einem gelehrten Mann (der hoch am Brett sitzet) die Grobheit um etliche Zentner mehr wieget als beym gröbsten Bauren.

Es fällt auch wohl einmal ein guter Schiffer über Bord.
i] Aber er ertrinkt nicht leicht, wie ein böhmisches Sprichwort sagt.
ho] Een goed schipper valt wel eens over boord.

Es fällt auf einen heißen Stein.
ho] Het valt op een' heeten steen.

Es fällt dem Sohn leichter, den Vater zu bitten, als dem Vater, den Sohn zu bitten.
fr] Il est plus facile au fils de demander au père qu'au père de demander au fils.

Es fällt einem nicht immer gleich alles ein.
v] Man kann nicht immer an alles denken.
v] Verstand istnicht immer daheim.
fr] On ne s'avise jamais de tout.
fr] On ne saurait penser à tout.

Es fällt ihm ein Blutstropfen vom Herzen, so oft er einen Heller ausgibt (oder: so oft man zum Munde fährt, so oft er etwas gibt). (Von sehr Genauen, Geizigen)

Es fällt ihm ein, wie dem Bauer das Aderlassen.

Es fällt in sein Ohr wie Wasser in ein Sieb.

Es fällt ja nicht aller Schnee auf die Ebene. Estland

Es fällt kein Baum vom ersten (o. von einem) Streich (o. Hieb).
Es fällt keine Eiche vom ersten Streiche.
ndt] En Baum fället nit vam'me esten Högg.
fr] D'un seul coup on n'abat pas un chêne.
it] Ad un sol colpo non cade l' albero.
la] Arbor per primum quaevis non corruit ictum.
la] Non annosa uno quercus deciditur ictu.
la] Non uno ictu cadit quercus.
la] Quercus multis ictibus dejicitur.

Es fällt kein Blatt, ohne dass Gott es will. Italien
it] None cade foglia, che Dio non voglia.

Es fällt kein Doktor vom Himmel.

Es fällt kein Eiche von einem streiche.
mdt] Es felt kein eych (Eiche) von einem streych.
fr] D'un seul coup ne s'abat un chêne.
ho] Den boom en valt niet ten eersten slaghe.
it] Non s'abatte la quercia al primo colpo.
la] Arbor per primum quaevis non corruit ictum.
la] Est arbor dura decies ferienda casura.
sp] De un solo golpe no se derrueca un roble.
un] A fát se lehet egy csapással levágni.

Es fällt kein Gelehrter (o. Doktor, Meister) vom Himmel.

Es fällt kein Meister vom Himmel.

Es fällt kein Präsident vom Dache.

Es fällt kein Säßapfel vom Sauerapfelbaum. Schweiz

Es fällt kein Span ohne Hieb.

Es fällt kein Süßapfel von einem Sauernapfelbaum.
ndt] Es follt kei Süessöpfel vom e Sûröpfelbaum.

Es fällt keine Eiche vom ersten Streiche.

Es fällt keiner, der nicht gern wider auffstunde.

Es fällt leicht, Fähigkeiten zu verachten, die man nicht besitzt.
Lothar Schmidt

Es fällt leicht, Gäste gut zu bewirten, wenn man den Fisch aus dem Fluss holen kann. China

Es fällt leichter, zehn Weise zu beleidigen als einen Toren. China

Es fällt mancher auf den Rücken und stößt sich dabei an die Nase.
ho] Die op ziju rug valt, kan toch zijn' neus bezeeren.

Es fällt mancher in die Grube, die er anderen gegraben hat.

Es fällt mancher, der noch nicht gestiegen.

Es fällt mir ein Stein (o. Alp) vom Herzen.
ndt] Dar fêl mi'n Stên vam Harten.
i] Da wurde es mir leichter ums Herz, ich wurde bessern Mutes. Alp = schwerer, beklemmender Traum, der erst verschwindet, wenn man erwacht; durch das Erwachen fühlt man sich erleichtert.
ho] Er valt een stein van mijn hart.

Es fällt mir nicht aus dem Arsche. Schlesien (Ich komme nicht so leicht dazu, ich muss mir's sauer erwerben)

Es fällt mir nicht im Arsch ein. Rottenburg
v] Es fällt mir nicht im Schlaf ein. Nürtingen
v] Es fällt mir nicht leise (o. nicht von weitem) ein. Nürtingen (Alle, um zu sagen, dass man zu etwas nicht die geringste Neigung habe)

Es fällt mir schwer, dir deine Bitte abzuschlagen.
la] Durum est me tibi, quod petis, negare.

Es fällt nicht alles, was wackelt. (Schon mancher war dem Sturze nahe und doch erhielt er sich)
fr] Tout ce qui branle ne tombe pas.
it] Tutto quello che crolla, non cade.

Es fällt nicht auf jeden Schuss ein Vogel.
v] Es fällt nicht auf jeden Schuss ein Hase. Lettland
v] Nicht jeder Blitz trifft. Russland
ho] Elk schot is gan eendvogel, anders kwamen er meer. – Elk schot is geen vogel.

Es fällt schwer, gut zu sein, wenn man scharfsinnig ist.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht

Es fällt so leicht wie der Regen. (Schwer ist es Lasten hinauf-, aber sehr leicht sie herabzuschaffen)

Es fällt uns leichter, uns einen Anstrich von unendlich viel Kenntnissen zu geben, als einige wenige wirklich zu besitzen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Es fällt von der Kiste in die Beilade. Holstein (Wenn sich etwas Verlorenes wiederfindet oder, wenn der Mann von der Frau im Spiel gewinnt)

Es fällt wohl ein Pferd und hat doch vier Füße.
v] Es fällt zuweilen auch das Pferd, das vier Beine hat.

Es fange einer an, wass er aussführen kann.

Es fangen sich vielerlei Fisch in Einem Netz.

Es fängt alles beim Zuhause an.
Lido Anthony Iacocca, Mein amerikanischer Traum

Es fangt zum Spritz'n an.
i] Zu regnen.

Es fechten nicht alle, die viel drohen.

Es fegt mancher vor der Tür seines Nachbars und lässt den Schmutz vor der eigenen liegen.
dä] Mangen giør reent for sin nabœs dør og gaaer sin egen forbi.

Es fehlen ihm nur die Hörner, dann wär' der Ochse fertig.
v] Ach, wenn du nur noch Hörner hättest! Kroaten

Es fehlet allzeit etwas, es fiel ehr ein Muck ins Aug.

Es fehlet eben so sehr an der armen gedult, als an der reichen Mildigkeit.

Es fehlet einen ganzen Bauernschuh. (Man ist noch weit vom Ziele.

Es fehlet niemandem am sinn, sondern allein am gewinn.

Es fehlet viel, da die hälfte an fehlet.

Es fehlet wohl einem, der Weiser ist.

Es fehlet zum Verführen nicht an getauften Stieren.

Es fehlt am Besten (o. an Geld).

Es fehlt an guten Pfeifern zum Tanz.

Es fehlt an Worten nicht den Herrn, die sich selber loben gern.
bm] Kdo dvorný, ten i hovorný.
pl] Kto dworny, ten i wielomowny.

Es fehlt dem Besten oft am Besten: dem Bescheidenen das Gehör, den Ratgebern die Verschwiegenheit, den Rednern die Wahrheit, den Klugen die Treue.
la] Nihil pavide, nil avide, nil timide, nil tripede, nil tepide.

Es fehlt dem Müller an Wasser.
i] Wenn es jemand zur Betreibung seines Berufs an den erforderlichen Mitteln gebricht.
fr] L'eaue fault au molin.
la] Deest aqua molendino.

Es fehlt dem Teufel nicht an Honig, wenn er seine Suppe süß machen will.
bm] Čert má mnoho cukru, a proto i hřích žiní sladkým.

Es fehlt dem Teufel nie an Schubkarren, seine Hölle zu befahren.

Es fehlt dem Wolfe nie an einem Paragraph, wenn er fressen will das Schaf.
fr] A petite occasion prend le loup le mouton.

Es fehlt der Lampe an Öl.
la] Oleum lichno deesse.

Es fehlt der Welt noch an Münze, Holz und guten Freunden.

Es fehlt ein ganzer Bauernschuh. (Sehr viel, weil die Bauern große weite Stiefeln tragen)

Es fehlt einem niemals an Gründen, wenn man sein Glück gemacht hat, einen Wohltäter oder alten Freund zu vergessen, und man erinnert sich mit Unwillen all dessen, was man über ihre Launen verschweigen musste.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Es fehlt hier nicht und hat nie gefehlt an Leuten, die behaupten, dass die Dichter wahrlich entbehrlich seien, ich aber frage, was würde aus uns allen werden, wenn die Poesie uns nicht hülfe, begreiflich zu machen, wie wenig klar die Dinge sind, die wir klar nennen.
Jose Saramago, Das steinerne Floß

Es fehlt ihm am Besten. (Was man nämlich fürs Beste hält - an Geld. Man sagt dafür auch: Es fehlt ihm an Eisen, an Kies)
v] Es fehlt ihm an Beutelsamen.
v] Es fehlt ihm an Blech. (Geld)

Es fehlt ihm an einem anderen Ort. (Nämlich im Kopfe)

Es fehlt ihm an Kindern wie dem Jupiter.
i] Der bekanntlich sehr viel Kinder hatte.
la] Jupiter orbus.

Es fehlt ihm an Trümpfen.
ho] Hij heeft geen troef. I345a.)

Es fehlt ihm an Umgang.
i] An guter, verhüllend für: an (gesellschaftlicher) Bildung.
z] Der Cantor Trunk ist gar nicht fein; was, sag' mir, mag wohl Schuld dran sein?
z] An Umgang fehlt's ihm, das ist klar; er hält ihn nur zum neuen Jahr.

Es fehlt ihm an Worten, wie der Nachtigall an Liedern.
la] Lusciniae deest cantio.

Es fehlt ihm auch wohl ein Knopf am Rock.
i] Es ist nicht alles so, wie es sein soll.
ho] Hij mogt wel zwijgen; hij mist ook al een' knoop van zijn' rok.

Es fehlt ihm das Kreuz, wenn er sich segnen will.
i] Er hat kein Geld; von Münzen entlehnt, die auf einer ihrer Seiten ein Kreuz tragen.
en] He hath never a cross to bless himself withal.

Es fehlt ihm im Dachstuhl. (Oben im obern Stockwerk, im Kopfe, am Verstande)

Es fehlt ihm im Hirnkasten.

Es fehlt ihm im Schlund.
i] Wer nichts zu essen hat, der auch am Fressfieber leidet.

Es fehlt ihm nichts als (o. er sehnt sich nach) Gurgelvergnügen.
i] Eine Berliner Bezeichnung für Branntwein. Ein Wächter sagt zum anderen: 'Jeh' mal vor mir nach de andere Ecke un hole mir en halb Quart Jurgelverjnüjen.'

Es fehlt ihm nichts als der Sattel und das Pferd, dann könnte er reiten.
bm] Není sedla, ani uzdičky, ba ani te vĕcicky, na niž se uzda dává.

Es fehlt ihm nichts als Fett, wenn er nur Kohl hätte.
ho] Hem ontbreekt niets dan vet, had hij maar kool.

Es fehlt ihm nichts als Kohl, wenn er nur Speck dazu hätte.
i] Von denen, welchen nichts weiter fehlt, als alles.
ho] Hem ontbreekt niets dan vet, had hij maar kool.
ho] Hun ontbreekt niet dan kool, hadden zij maar spek.

Es fehlt ihm nichts als Lucca und Sarzana, um zu sein König von Toscana.
i] Dem Großherzog von Toscana.

Es fehlt ihm nichts zur Weisheitsbrille, als die Nase der Sibylle.

Es fehlt ihm nor verzehn (14) Groschen züm halben Gülen (Gulden). Warschau (Der polnische halbe Gulden hat 15 Groschen, wem also 14 fehlen, der hat blutwenig)

Es fehlt ihm ober den Augen. (Am Verstande)

Es fehlt ihm ön Pafösenkamarl. Oberösterreich
i] Er hat keinen Überfluss an Verstand. Hirnparesen = eine Speise

Es fehlt ihm unter der Achsel. (Er ist faul, arbeitsscheu)

Es fehlt ihm zwei Finger hoch über der Nase. (An Verstande)

Es fehlt ihm, wie dem Hunde die Flöhe.

Es fehlt ihm, wo es dem Goliath fehlte. (Nämlich am Kopf, weil Goliath überall wohl bepanzert war, die Stirn ausgenommen)

Es fehlt ihm, wo man das Rind hinschlägt.
i] Von einem stumpfsinnigen Menschen.
la] Elephanti corio circumtentus. Plautus

Es fehlt ihm, wo man die Ochsen hinschlägt.

Es fehlt kein Jota und Düpfel daran.

Es fehlt keine Flaumfeder. (Um den kleinsten Unterschied im Gewicht zu bezeichnen, wie wir uns der Ausdrücke Haar- und Strohhalmbreite für räumliche Ausdehnung bedienen)

Es fehlt mir nichts als Kohl, wenn ich nur Speck hätte, sagte der Bettelmann.

Es fehlt nicht an Geschnatter, wo Gänse und Frauen sind vorm Gatter (o. vor der Tür).

Es fehlt nicht an Gesellen bei Wein und Brot, hätt' ich nur Gesellen in der Not.
bm] Dej mi boze placidruha, zpevodruha sám si najdu.

Es fehlt nicht an Tonnen, aber an Fahrwasser.

Es fehlt nicht das Pünktlein auf dem i.
ho] Geen puntje op de I vergeten.

Es fehlt noch ein Knopf, ehe der Rock fertig ist (o. schließt).
la] Curtae semper abest nescio quid rei. Horaz

Es fehlt noch weit (o. Weit gefehlt!).
fr] Vous en êtes à cent lieues.
fr] Vous n'en approchez pas de cent lieues.
la] Aberras a janua.
la] Tota vita errat.

Es fehlt nur ein Auge, so wäre die Kuh (der Gaul) gar blind. (Wird oft auf gefallene Jungfrauen angewandt)

Es fehlt nur noch ein Zimmermannshaar.

Es fehlt nur um ein Burenschritt.

Es fehlt um keinen Bauern. (Nicht gar zu viel)

Es fehlte eher einem an Holz, der ins Schiff fällt. Altgriechisch (Sprichwörtliche Übertreibung, um einen solchen Vorrat einer Sache zu bezeichnen, dass man überall, wohin man sich wendet, davon findet. Da das Schiff selbst von Holz ist, so muss auch der, welcher hineinfällt, auf Holz fallen)

Es fehlte manchem nichts als Kohl, wenn er nur Speck dazu hätte.

Es fehlte mir der Zusammenhang, und daraufkommt doch eigentlich alles an.
Goethe, Lehrjahre I,4

Es fehlte nicht ein Haar.
mhd] Daz vervieng niht als vmb ein hâr.

Es felt (fällt) in jn wie in ein kuw. (Er hat guten Durst, weiß zu schlingen, ein Druck und ein Schluck)

Es feret keiner für den anderen gen Himmel.
z] Es kann keiner für den anderen gen Himmel oder Helle faren.

Es fernelt. (Die Schwaben sagen von einem Mädchen (oder einer Frau), es fernelt, wenn sie in der Entfernung schöner ist, als in der Nähe)

Es ficht ihn nichts an.

Es fiel die lahme Nachricht in ein loses Maul, und schon lief sie gleich einem wildgewordenen Gaul mit Windeseile durch die ganze Stadt.

Es fiel ein weißer Hund neben einem schwarzen. (Die Sache fiel halb glücklich, halb unglücklich aus, von einem Aberglauben entlehnt)

Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Apostelgesch. 9, 18.
i] Der Bekehrung des Saulus entlehnt.
v] Mir fiel die Binde von den Augen.
v] Endlich gingen mir die Augen auf
en] The scales have fallen from my eyes.
fr] Les éscailles me tombèrent des yeux. - Mes yeux se dessillèrent
ho] De schillen vielen hem van de oogen af.
it] Mi cadde la benda dagli occhi.

Es fielen drei Jungfern vom Himmel auf die Erde, die eine konnte segnen das Gras auf der Wiese, die andere das Laub auf den Bäumen, die dritte das Fell vom Auge.
i] Brandenburgischer Zauberspruch, um einen Fleck auf dem Auge verschwinden zu machen.

Es finden nicht alle eine Krone, die einen Esel suchen.
z] Saul hat so lange Esel gesucht, bis ihn Gott zum Könige erwählte. Bei jetziger Zeit findet man die Esel weit leichter, und man darf nicht so lange herumlaufen wie Saul, man kann sie gleich bei den Ohren ertappen. Abraham a Sancta-Clara

Es finden sich allzeit mehr Diebe als Galgen.

Es findet auch ein blindes Huhn ein Weizenkorn.
v] Es findet auch je ein blinder Mann ein Hufeisen.
la] Saepe etiam est olitor valde opportuna locutus.
la] Saepe etiam est sub palliolo sordido sapientia.

Es findet endlich jeder einen Christophel, der ihn übers Wasser trägt.

Es findet jede Flasche den Stöpsel.

Es findet keiner das Glück in der Kascha, er bringe es denn mit. Russland

Es findet sich alles im ausskerich.

Es findet sich bald, was von Hahnenfedern ist.

Es findet sich in dem Werke des Herrn Bourrienne eine Liste der Bücher, die Napoleon in Ägypten bei sich geführt, worunter denn auch der Werther steht. Das Merkwürdige an dieser Liste aber ist, wie die Bücher unter verschiedenen Rubriken klassifiziert werden. Unter der Aufschrift Politique zum Beispiel finden wir aufgeführt: Le vieux testament, le nouveau testament, le coran. Woraus man denn sieht, aus welchem Gesichtspunkt Napoleon die religiösen Dinge angesehen.
Goethe, zu Eckermann, 7. April 1829

Es findet sich mit der Zeit.

Es findet sich wie das Griechische.

Es findt sich alles in der Erndte, was und wie einer gesäet hat.

Es fischet sich wohl, wer wohl fangen könte.

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon.
Goethe, Die Freuden

Es fleugt kein Vogel so hoch, er sucht sein aas (o. seine Speise) bey der Erden.

Es fliegen einem keine gebratenen Vögel ins Maul.

Es fliegen sowol Eulen über als in die Kirche.
dä] Er mag wel eens een uil over de kerk gaan.
ho] Er vliegen zoowel uilen in als over de kerk.

Es fliegt auf Adlerfittichen. (Um den schlechten Gang einer Sache zu bezeichnen)

Es fliegt ihm eine Fliege vor den Augen. (Er weiß nicht was er will, bald dies bald das)

Es fliegt kein Huhn über die Mauer.

Es fliegt kein Span, man hau' ihn denn.
i] Wer die Wirkung einräumt, muss auch ihre natürliche Ursache zugeben. Wer etwas erreichen will, muss seine Kräfte anstrengen. Ohne Mühe gelingt nichts.
jüdisch-deutsch] Es flieht (fliegt) nit kein Spun, es soll nit eppes (etwas) sein darum.
v] Es fallen kein spän, man haw sie denn.
v] Es fällt kein Span ohne Hieb.
it] Non ci è fumo senza fuoco.
la] Non temere fama nasci solet.
un] Nem esik a' forgács vágás nelkül.

Es fliegt kein Spatz allein.

Es fliegt kein Strohhalm in die Höh', wird er nicht geblasen.

Es fliegt kein Täubchen über ein Dorf, es muss ein Federchen lassen. Eifel

Es fliegt kein Vogel so hoch, er kommt wieder herunter. (Der Stolz erhält seinen Dämpfer)
v] Es fliegt kein Vogel so hoch, er muss auf der Erde sein Futter suchen. Westfälisch
v] Es fliegt kein Vögelchen so hoch, es muss auf der Erde seine Nahrung suchen.

Es fliegt keine Fliege in den Honig hinein, sie verliert einen Flügel oder ein Bein.
z] Die Lust der Welt ist Honigseim, um den wir wie die Fliegen schweben, noch keine hat daraus genippt, ihr blieb ein Stückchen Flügel kleben.

Es fliehen nicht alle, die den Rücken wenden.
dä] De flyve ei alt som vende ryg.

Es fließen nicht alle Wasser gerade.

Es fließt heraus, als wenn der Hals mit Speck geschmiert wäre.
z] Ich kann solch garstige Zotten nicht loben, wenn sie gleich noch so fein teutsch klingen und herausfließen als wenn der Halss mit Speck geschmiert wäre. Grimmelshausen, Teutscher Michel

Es fließt so leicht, wie das luthersche Evangelium.
z] Kein Saft, kein Honig, kein Öl kann so still, so leichtlich und lustig fließen als lustig und leichtlich der Einguss und Einfluss des Lutherischen Evangeliums u.s.w.

Es flog ein Engel durchs Zimmer. (So sagt man, wenn in der Unterhaltung plötzlich eine Pause eingetreten ist. Wahrscheinlich ist mit dem Engel der Todesengel gemeint)

Es flog ein Gänslein über den Rhein (o. übers Meer) und kam als Gickgack wieder heim.
fr] Fou va-t-à Rome, fou en revient.
la] Coelum, non animum mutant, qui trans mare currunt. Horaz
la] Plumiger aequoreas anser cum transvolat undas, crede mihi, rediens anser, ut ante, manet.

Es flog ein Wussa übern Rhein und kam als Gackag wieder heim.

Es flog eine Taube durch's Gemach.
la] Mercurius supervenit.

Es floge kein vogel nie so hoch, er sucht sein aass (Futter, Speiss) auf erden doch.
i] Wider Hoffart und Hochmut.
v] Es flohe kein vogel nie so hoch, er setzt sich zuletzst (wieder) auf die erd.
mhd] It vlôch ny vogel so hoge, he en sochi syne neringe van der êrden.
ndt] Es flügt kein Vogel so höch, er chumt wieder abe (auf den Boden). Solothurn
dä] Ingen fogl flyver saa høyt, han søger jo føden her nede.
ho] Daar vliegt nimmer een vogel zoo hoog, of hij moet zijnen kost op de aarde zoeken.
ho] Er is geen vogel, hoe hoog hij vliegt, of hij moet eens dalen.
ho] Ten vlooch nie voghel so hooch, hi en socht sijn aes aen die eerde.
la] Aëriae volucres victum a tellure requirunt.)
la] Alta potens volucris post escam petit inimis.
la] Altiuolans uolucris, tamen escam querit inimis.
la] Magna minorve ales nunquam volat alta volucris ex imo sua quae non alimenta petit.
la] Sic homo sicut humus supra se tollitur ipsum; monte superbit humus, mente superbit homo.

Es flöht ein Hund den anderen.

Es floriert wie der Feigenbaum am Wege.

Es folgt dort ein Unglück aus dem andern.
la] Hydra Lernae.
pl] Szkoda szkodę w domu goni.

Es folgt eben gar nicht, dass der Jäger, der das Wild erlegt, auch zugleich der Koch sein müsse, der es zubereitet. Zufälligerweise kann ein Koch mit auf die Jagd gehen und gut schießen, er würde aber einen bösen Fehlschuß tun, wenn er behauptete, um gut zu schießen, müsse man Koch sein. So kommen mir die Mathematiker vor, die behaupten, dass man in physischen Dingen nichts sehen, nichts finden könne, ohne Mathematiker zu sein, da sie doch immer zufrieden sein könnten, wenn man ihnen in die Küche bringt, das sie mit Formeln spicken und nach Belieben zurichten können.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1280

Es folgt gerne ein Wetter danach, wenn die Sonne heiss scheint.

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