Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
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J. J. Rousseau, der tiefe Kenner des menschlichen Herzens, der seine Weisheit nicht aus Büchern, sondern aus dem Leben schöpfte, und seine Lehre nicht für das Katheder, sondern für die Menschen bestimmte, er, der Feind der Vorurteile, der Zögling der Natur, welchem allein sie die Gabe verliehen hatte, moralisieren zu können, ohne langweilig zu sein, weil er die Wahrheit traf und das Herz rührte. Schopenhauer, Grundlage der Moral
Ja an dachin an gid dugh egh, hed as an Skeet. Amrum
hdt] Ja und doch und gid (gid ist unübersetzbar) taugen nicht; hätte ist ein Schiss.
Ja bei Heiraten muß man net voreilig sein; das Geld was man auf die Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt. Nestroy, Der Färber und sein Zwillingsbruder
Ja das Bild der Geliebten kann nicht alt werden, denn jeder Moment ist seine Geburtsstunde.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 6. Brief
Ja das Heilige mit dem Weltlichen zu verbinden, das Himmlische in das Säkulum einzuführen und dadurch ebenfalls eine Reformation vorzubereiten. Denn hier liegt doch ganz allein der Schlüssel, der die Gefängnisse des Papsttums öffnen und der freien Welt ihren Gott wiedergeben soll.
Goethe, Italienische Reise II, 26.5.1787
Ja die italienischen Schriftsteller sind schwerer zu beurteilen als die andrer Nationen. Ihre Prosaisten werden Poeten, eh man sichs versieht, weil sie dasjenige, was mit dem Dichter geboren wird, in ihren Kinderjahren gleich aus der zweiten Hand empfangen und mit einem bequemen Reichtum nach ihren Fähigkeiten gar leicht gebaren können. Hieraus lässt sich einsehen, warum es bei den Deutschen gerade das Umgekehrte ist und warum wahrhaft poetische Naturen unsrer Nation zuletzt gewöhnlich ein trauriges prosaisches Ende nehmen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Don Ciccio
Ja ein bedeutendes Ereignis wird man, in derselben Stadt, abends anders als des Morgens erzählen hören.
Goethe, An Zelter, 13.2.1830
Ja es gibt so grausame Augenblicke, in welchen man die Kürze des Lebens für die höchste Wohltat halten möchte, um eine unerträgliche Qual nicht übermäßig lange zu empfinden.
Goethe, An Ch. D. Rauch, 21.10.1827
Ja es ist eine Wut gegen sein eigen Fleisch, wenn der Unglückliche sich Luft zu machen sucht dadurch, dass er sein Liebstes beleidigt. Und wenns nur noch in Anfällen von Laune wäre und ich mirs bewußt sein könnte, aber so bin ich bei meinen tausend Gedanken wieder zum Kinde herabgesetzt, unbekannt mit dem Augenblick, dunkel über mich selbst, indem ich die Zustände der anderen wie mit einem hellfressenden Feuer verzehre.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10. 10. 1780
Ja es ist jetzto die Zeit der Einseitigkeiten, wohl dem, der es begreift, für sich und andere in diesem Sinne wirkt.
Goethe, Wanderjahre I,4
Ja gesagt zu rechter Zeit, ist gar gescheit.
ho] Het is eene kunst, in tijds ja te seggen.
Ja hinter sich auf Baurmanns Sitt.
Ja ich leugne nicht, dass, weil ich dieses sehr früh gewahr wurde, es mir Spaß von jeher gemacht hat, Versteckens zu spielen.
Goethe, An K. F. v. Reinhard, 22.6.1808
Ja ich wiel Hons hêssen, wenn dos Ding wohr is. Schlesien
i] Wenn wir sagen wollen, dass wir an etwas nicht gedenken, dass wir es noch viel weniger thun würden. Man stellt die obige Redensart mit den folgenden zusammen, um den Sinn der lateinischen: Terra mihi prius dehiscat, in ihren verschiedenen Anwendungsformen deutsch auszudrücken: Ich wollt ehe das mich die erd verschlund. Ich wollt nit dass mich die sonn anschin, die erd trüg. Ich wolt ehe dass mich ein Ent zertrette, das were doch ein schendlicher tot.
fr] S'il en vient à bout, j'irai le dire à Rome.
Ja in einem gewissen Sinne ist es unwiderleglich wahr, dass wir der mosaischen Religion einen großen Teil der Aufklärung danken, deren wir uns heutigestags erfreuen.
Schiller, Moses
Ja ja, ja ja, segt Thomas, da lêwe noch. Hildesheim
Ja ja, seggt de Bûr, denn wêt he nich mehr. Ostfriesland
Ja leecher (abgezehrter, magerer) d'r Hund, ja ärger de Fleh. Oberharz
it] Le maggiori tribulazioni vengono à' più miseri.
Ja oder nein will ich.
Ja oder Nein, sagte der Pfaffe zur Braut, der Bräutigam hat nicht Zeit.
ho] Bij ja en bij neen, zei de factoor, kooplui zweren niet.
Ja sagen und nein meinen.
la] Nolens volens.
Ja sagen verkürzt die Sache.
Ja sagen zu rechter Zeit ist (auch) eine Kunst.
Ja Schmerz! nur du machst Menschen erst zu Menschen ganz. Alphonse de Lamartine, Harmonien
Ja schon jeder, der aus der Subordination heraustritt - denn die ist das Moralische -ist insofern unmoralisch.
Goethe, Riemer, 3.2.1807
Ja selig ist der fromme Christ, wenn er nur gut bei Kasse ist.
Ja sogar über unser Dasein hinaus sind wir fähig, zu erhalten und zu sichern, wir überliefern Kenntnisse, wir übertragen Gesinnungen so gut als Besitz...
Goethe, Wanderjahre I,12
Ja und Amen dazu sagen. Luther
Ja und Nein an einem Spieße braten.
i] Er ist alle Augenblicke anderen Sinnes. Was er heute verspricht, nimmt er morgen zurück, bald will er weiß, bald schwarz.
dä] Som siunger ja og amen til alting.
fr] Il a son dit et son dédit.
Ja und Nein ist ein langer Streit.
i] Besonders zwischen zwei entgegenstehenden Prinzipien und Systemen.
fr] De oui et non vient toute question.
ho] Jae ende neen is een langhe strijt.
la] Est longum bellum non non, est estque duellum.
Ja und Nein ist eins so balt zu sagen als das ander.
z] Aber mit Ja kann man sich bald verschnappen; dass Nein wollen hinauss führen, ist ein gewagtes stücklein.
dä] Ja og ney ere snart sagde men have tit meget at betyde.
Ja und nein macht oft Pein.
Ja und Nein regiert die Welt. Italien
Ja und Nein scheidet die Leute.
fr] De oui et non vient toute question.
Ja und Nein sind für ehrliche Leute nicht zu klein.
ho] Uw ja zij ja, uw neen zij neen, zoo acht en mint u iedereen.
Ja und Nein sind kleine Wort und treiben große Dinge fort.
z] Den kleinsten Worten ist im Leben die absoluteste Macht gegeben; das Wenn und Aber, das Ja und Nein werden immer Despoten sein.
fr] De oy et non vient toute question.
Ja und Nein sind lang, wenn er sie ausspricht.
z] Diese beiden einsilbigen Wörter werden in seinem Munde zu Perioden.
Ja und nein sind schnell gesagt, erfordern aber langes Nachdenken.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit
Ja wenn man sie wüßte, die Gründe der Anhänglichkeit des Menschen an die Dinge und die der Anhänglichkeit der Dinge an den Menschen! Vielleicht, weil der Mensch sich selbst in ihnen nicht zerstören will und weil die Dinge den Lebensstoff der Treue in sich tragen.
Johannes Urzidil, Die Rippe der Großmutter
Ja wenn wir nicht wär'n, sagte die Laterne zum Mond, da ging sie aus.
Ja wer hat, wenn du willst, Götter gebildet, uns zu ihnen erhoben, sie zu uns herniedergebracht, als der Dichter?
Goethe, Lehrjahre II,2
Ja wir sollen das Schöne kennen, wir sollen es mit Entzücken betrachten und uns zu ihm, zu seiner Natur zu erheben suchen, und um das zu vermögen, sollen wir uns uneigennützig erhalten, wir sollen es uns nicht zueignen, wir sollen es lieber mitteilen, es denen aufopfern, die uns lieb und wert sind.
Goethe, Briefe aus der Schweiz 1. Abt.
Ja wir tun nicht zu viel, wenn wir sagen: je moralischer, je vernünftiger der Mensch ist, desto lügenhafter wird er, sobald er irrt, desto ungeheurer muss der Irrtum werden, sobald er darin verharrt, und je schwächer die Vernunft, je stumpfer das Gewissen, desto mehr ziemt der Irrtum dem Menschen, weil er nicht gewarnt ist. Das Irren wird nur bedauernswert, ja es kann liebenswürdig erscheinen.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 6. Abt. - Newtons Persönlichkeit
Ja wohl! versetzte der Hauptmann: diese Fälle sind allerdings die bedeutendsten und merkwürdigsten, wo man das Anziehen, das Verwandtsein, dieses Verlassen, dieses Vereinigen gleichsam übers Kreuz, wirklich darstellen kann, wo vier, bisher je zwei zu zwei verbundene, Wesen in Berührung gebracht, ihre bisherige Vereinigung verlassen und sich aufs neue verbinden. In diesem Fahrenlassen und Ergreifen, in diesem Fliehen und Suchen glaubt man wirklich eine höhere Bestimmung zu sehen, man traut solchen Wesen eine Art von Wollen und Wählen zu, und hält das Kunstwort Wahlverwandtschaften für vollkommen gerechtfertigt.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,4
Ja wohl, gerennt und geretten na ein Lacken mit vier Bretten, pflegte jener Metzger zu sagen.
z] Wol gerent vnde gereden na einem Laken vnde veer Breden.
z] Zu Rostock ist vor wenig Jaren gewesen ein Fleischer, der auch mit ein Rosseteuscher war, welcher kein Fleis und mühe sparete im Reisen und im Erbeiten, damit er möchte Reich werden. Wie er aber jetzt sterben sollte, sprach er zu denjenigen, welche um ihn waren, kurtz vor seinem letzen, mit diesen Sechsischen worten: Ja, ja, wohl gerent u.s.w.
Ja woll, woll, segt dat Mäke, on spunn doch Flass.
Ja! das Subjekt ist bei allen Erscheinungen wichtiger, als man denkt.
Goethe, Eckermann, 24.9.1827
Ja! indem er das Gespräch zu mir herübertrug, wenn die Schlange ihr nur den Gefallen erzeigte, sich einzuspinnen und ein schöner Sommervogel zu werden, da würde von dem greulichen Wesen gleich nicht weiter die Rede sein. Aber, liebes Kind, wir können nicht alle Sommervögel und nicht alle mit Blüten und Früchten geschmückte Feigenbäume sein. Arme Schlange! Sie vernachlässigen dich! Sie sollten sich deiner besser annehmen! Wie sie mich ansieht! Wie sie den Kopf emporstreckt! Ist es nicht, als ob sie merkte, dass ich Gutes von ihr mit euch spreche!
Goethe, J. D. Falk, (14.6.) 1809
Ja! Lieb' ist höher Leben im gemeinen. Uhland, Erstorbene Liebe
Ja! Mitunter mach ich Eis:
Nützlich ist Eis zum Verdauen!
Hättet ihr viel zu verdauen,
O wie liebtet ihr mein Eis!
Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft, Scherz, List und Rache
Ja! Schön ist mir die Hoffnung aufgegangen.
Ich nehme sie zum Pfande größern Glücks.
Schiller, Piccolomini 2,3
Wallenstein
Ja! wer eure Verehrung nicht kennte:
Euch, nicht ihm, baut ihr Monumente.
Goethe, Sprichwörtlich
Ja!, ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamäleonsfarbe der Menschen getaucht ist.
Friedrich Hölderlin, Hyperion
Ja, aber nicht in diesen Hosen.
Ja, aber weisen macht wahr.
i] Ich will's glauben, aber erst dann, wenn ich mich durch meine Sinne davon überzeugt habe.
Ja, achteröver. (Es wird nichts draus. Spöttische Verneinungs- und Abweisungsformel)
Ja, Alber hat gefiddelt. Luther
Ja, am Fressfieber, 's fehlt ihm im Schlund. Rottenburg (Wenn von jemandem gesagt wird, er sei krank, der bloß einen ungewöhnlichen Appetit hat)
Ja, an der Bärenhaut sind noch Klauen. (Die Sache hat noch ihre Schwierigkeiten. Wenn jemandem etwas versprochen wird, was noch zu erringen ist)
dä] Der er klo for björne-skindet.
Ja, anpumpt. Wien (Fehlgeschoßen)
Ja, auf den ersten Sonntag, der mitten in die Woche fällt.
ho] Op den eersten zondag, die midden in de week komt.
Ja, aus den Augen, aus dem Sinn!
Goethe, Faust 1, Garten
Margarete Vs 3096
Ja, Bauer, das ist ganz was anders. (Von ungerechten Richtern, welche Ihr Urteil nach Ansehen der Person fällen)
Ja, bei Pohle, hinterm Rosenberge. Kamnitz
i] Zur Verspottung sich widersprechender Angaben; der Rosenberg liegt nämlich in einer ganz andern Richtung als die Besitzung des Bauern Pohl.
Jå, bei'n Årsch.
i] Außer dieser Form hat man in Niederösterreich (Wien) noch folgende Redensarten, um eine Forderung gründlich abzuschlagen, eine aufgestellte Behauptung mehr oder weniger energisch zu verneinen: Jå, oder åmol dudeln. - Jå, oder wås beißt mi(ch). - Jå, an' Dreck. - Jå, an' Schass. - Jå, scheissen. - Jå, an' Schmårn. - Jå, gfüllte Schnecken. - Jå, Schnecken håt's g'regn't. Die Redensarten stehen hier in alphabetischer Folge, die ästhetische Stufenleiter würde beim Schmårn beginnen. Es gibt indes eine Volksschicht, die in der Plastik gern ein übriges tut, diese pfiegt die stärkste der obigen Redensarten noch zu steigern und sagt: Jå, an' g'schissenen Scheissdreck)
Jå, bejm Bäcken båchen s' Wecken. Steiermark (Ja beim Bäcker backen sie Wecken, höhnische Verneinung oder Weigerung, ironische Abweisung)
Ja, blau sind's g'wesen. Niederösterreich (Diese Redensart gebrauchen viele gegen einen streitsüchtigen Menschen, der immer recht haben will, und doch nicht recht hat, um seiner los zu werden, und gleichzeitig auszudrücken, dass sie seine Ansichten nicht teilen)
Ja, Böses zu reden, darin seid ihr Meister, aber auch Böses anzutun, darin bin ich es! Plutarch, Königs- und Feldherrnsprüche (Kleomenes von Sparta)
Ja, da hast du recht, hat meiner Mutter ihr Mann gesagt, ist mein Vater gewesen.
Ja, da hilft kein Beten mehr.
en] Nay, that's past praying for.
Shakespeare, König Heinrich IV., Erster Teil, II,4
Ja, da sitzt es und hat Mützchen auf.
i] Nämlich der Zwerglein unsichtbar machendes Nebelkäppchen. Dies Sprichwort wird gebraucht, wenn jemand etwas sucht, das er an einem Orte gesehen zu haben glaubt und es doch nicht finden kann.
Ja, damals, als die Kuh Barthel hieß. (Wohl niemals)
ho] Hit gebeurde, toen de koe Bartel heette.
Ja, das Irrationale ist ein Teil des Menschen ...
Alfred Hrdlicka
Ja, das ist das rechte Gleis,
dass man nicht weiß,
Was man denkt,
Wenn man denkt,
Alles ist als wie geschenkt.
Goethe, Zahme Xenien II
Ja, das ist eben das Große bei der Natur, dass sie so einfach ist und dass sie ihre größten Erscheinungen immer im Kleinen wiederholt.
Goethe, Eckermann, 20.12.1826
Ja, dass dich der Bär herze. (Um eine Verwunderung auszudrücken)
i] Im Jahre 1631 hat eine Jungfer nicht weit von Hundshübel im sächsischen Erzgebirge das Vieh von Waldhäusern auf die Weide getrieben, da sie sich dann hingesetzt und nach erzgebirgischer Art geklöppelt. Ehe sie sich's nun versieht, kommt ein großer Bär hinter sie geschlichen, dass sie ganz ungemein erschrickt und nicht weiß, was sie machen soll. Der Bär tut ihr aber nichts, sondern berührt sie und tatscht sie mit seinen Tatzen ganz sauber an, gleich als wüsste er, was für einen Respekt er dem Frauenzimmer schuldig sei. Da nun der zottige Bär sich ganz höflich gegen sie aufführt und sie herzen zu wollen Anstalt macht, entschließt sich das Mädchen kurz und läuft unter das Vieh. Dieses drängt sich zusammen und geht auf den Bären los, bis das Mädchen schreit und ihre Eltern nebst anderen Waldleuten zu Hilfe ruft. Da nimmt der Bär Reissaus.
Ja, de hadd'n verschlagen Kopp (Kopf), as he de Trapp herunner full. Ostfriesland
Ja, der Chirurg, der hat es fein:
Er macht dich auf und schaut hinein.
Er macht dich nachher wieder zu -
Auf jeden Fall hast du jetzt Ruh.
Wenn mit Erfolg für längere Zeit,
Wenn ohne - für die Ewigkeit.
Eugen Roth
Ja, der Fus (Fuchs) äs e gat Dokter. Siebenb.-sächs.
Ja, der Mensch ist sich in seinen Anschauungen und Urteilen nicht immer selbst gleich: frühere Überzeugungen müssen spätern weichen. Möge immerhin das Einzelne, was man denkt und äußert, nicht alle Proben aushalten, wenn man nur auf seinem Wege gegen sich selbst und gegen andre wahr bleibt!
Goethe, Schriften zur Kunst - Propylden, Einleitung
Ja, der Wahn hat, solange er dauert, eine unüberwindliche Wahrheit, und nur männliche tüchtige Geister werden durch Erkennen eines Irrtums erhöht und gestärkt.
Goethe, Wanderjahre II,5
Ja, der Wille ist der meine,
Doch die Tat ist dein Geschick.
Grillparzer, Ahnfrau, V
Ja, det is nich so licht (leicht), als Viggolênspêlen, sagte der Bahnmeister, als Joachim auf dem Eise gefallen war.
i] Der berühmte Geigenkünstler Joachim wohnte in Hannover neben einer Eisbahn, auf der sich die vornehme Welt mit Schlittschuhfahren vergnügte; er ging hin und wollte mitfahren, ließ sich Schlittschuhe anschnallen, fiel aber bald hin. Der Aufseher half ihm auf und sagte obige Worte.
Ja, die Alten hatten nicht allein große Intentionen, sondern es kam bei ihnen auch zur Erscheinung. Dagegen haben wir Neueren auch wohl große Intentionen, allein wir sind selten fähig, es so kräftig und lebensfrisch hervorzubringen, als wir es uns dachten.
Goethe, Eckermann, 14.10.1823
Ja, die Buchdruckerkunst ist ein Faktor, von dem ein zweiter Teil der Welt- und Kunstgeschichte datiert, welcher von dem ersten ganz verschieden ist; daher wir auch mit Folgerungen aus dem ersten auf den zweiten Teil nicht mehr auskommen.
Goethe, J. Ch. Lobe, Juli 1820
Ja, die Geschichte lässt ganz wundersame Phänomene hervortreten, je nachdem man sie aus einem bestimmten Kreispunkte betrachtet.
Goethe, F. v. Müller, 17.12.1824
Ja, die Gesinnung aus der er handelt, ist besonders schätzbar. Und wie ist es ihm ernst! und wie hat er uns Deutsche studiert! Er ist in unserer Literatur fast besser zu Hause als wir selbst, zum wenigsten können wir mit ihm in unsern Bemühungen um das Englische nicht wetteifern.
Goethe, Eckermann, 11.10.1828
Ja, die Natur reagiert nicht bloß gegen die leibliche Krankheit, sondern auch gegen die geistigen Schwächen, sie sendet in der steigenden Gefahr stärkern Mut.
Goethe, J. Ch. Lobe, Juli 1820
Ja, die Weiber sind gefährlich; aber ich muss doch die Bemerkung machen, dass die schönen lange nicht so gefährlich sind wie die hässlichen. Denn jene sind gewohnt, dass man ihnen den Hof macht, letztere aber machen jedem Manne die Kur und gewinnen dadurch einen großen Anhang. Heine, Briefe über Deutschland, 1. Brief
Ja, Dinge gibt's, die du nur halb bewußt
Träumen und wagen und vollbringen musst. Byron, Lara
Ja, dort sitzt er.
i] Nämlich der Vogel, Hase u.s.w. So sagt man in Lusdorf, Gegend von Böhmisch-Friedland, wenn der Schütze gefehlt hat.
Ja, Dreck. (Grobe Abweisung)
Ja, einen Anlass muss man doch zu allem haben ...
Goethe, zu S. Boisserée, 3. Okt. 1815
Ja, einige Male ins Jahr lasse man sich wohl eine Messe gefallen, aber das immer Einerlei leuchte ihm doch nicht ein...
Goethe, S. Boisserée, 12.8.1815
Ja, es ist hart,
Ein altes Welb zu sehn, das mehr Geschichten
Im Maul als Zähne führt.
Lope de Vage, Reichtum und Armut, I, 1 (Leonardo)
Ja, es ist kein Unglück, das Glück verloren zu haben, das erst ist ein Unglück, sich seiner nicht mehr zu erinnern.
Heinrich von Kleist, an Adolphine von Werdeck, 28.129. Juli 1801
Ja, es leben gar viele feine, tüchtige und Treffliches erstrebende Menschen in Deutschland umher, die so manches, was ich früher nur angedeutet, verarbeitet und weiter gefördert haben, wenngleich in ihrem, wenngleich oft in ganz anderem Sinn.
Goethe, F. v. Müller, 22. 1. 1812
Ja, es liegt eine Schuld auf dem Menschen, etwas Gutes zu tun.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 15. August 1801
Ja, es werden nach mir blühn
Andre, die mir ähnlich sind;
Ewig ist das ganze Grün,
Nur das einzle welkt geschwind;
Aber sind sie, was ich war,
Bin ich selber es nicht mehr; ! Jetzt nur bin ich ganz und gar,
Nicht zuvor und nicht nachher. Rückert, Die sterbende Blume
Ja, eure Reden, die so blinkend sind,
In denen ihr der Menschheit Schnitzel kräuselt,
Sind unerquicklich wie der Nebelwind,
Der herbstlich durch die dürren Blätter säuselt!
Goethe, Faust I, Nacht
Faust Vs 554f.
Ja, Europa ist erlegen -
Wer kann Ochsen widerstehen?
Wir verzeihen auch Danäen -
Sie erlag dem goldnen Regen!
Heine, Mythologie, Fortsetzung und Schluß
Ja, Exil zerrieb, machte klein und elend: aber Exil härtete auch und machte groß, reckenhaft.
Lion Feuchtwanger, Exil
Ja, Fenger (finger), leck Dümmken. Meurs
Ja, Fleuten, Fleuten, sünd dat ôk Pîpen. Oldenburg (Der Volkswitz nimmt Fleiten oder Fleuten als Mehrzahl von Fleit (Fleut), Flöte, und fügt scherzhaft erklärend hinzu: sind hohle Röhren. Verspottender Zuruf beim Misslingen einer Sache)
Ja, Fortschritt heißt Vermehrung des Lichts, aber dieses Licht ist immer dasselbe.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1889)
Ja, freilich, im Rauchloch hinter der Tür.
i] Spöttisch für: da wird nichts draus.
Ja, Friede - laßt uns dies bedenken!-
Ihm dankt der arme Mann sein Brot,
Doch stets noch war er von den Ränken
Der reichen Wucherer bedroht.
Françios Villon, Zueignung für Maria von Orleans
Ja, für die Frommen, glaubet mir,
Ist alles ein Vehikel,
Sie bilden auf dem Blocksberg hier
Gar manches Konventikel.
Faust 1, Walpurgisnachtstraum
Weltkind Vs 4327
Ja, g'füllte Nauscherln wirst kriagen.
i] In Niederösterreich eine Abfertigung für den, der zu viel begehrt, oder etwas verlangt, was ihm nicht gegeben werden kann.
Ja, gebratene Lämmerschwänzchen. Schlesien
i] Scherzhafte Verweigerung einer Bitte, auch als Antwort auf neugierige Fragen, z.B. Was hast du hier?
la] Jovis cerebrum.
Ja, geschissen. Rottenburg
i] Hast gemeint? Hast dich getäuscht.
Ja, gif mi enen Appel! Geh, Müllers Rappel, de schott die enen Appel. Sauerland (Ironisch, um eine Bitte abzuweisen)
Ja, gschwind kumm (kommen) se.
Ja, gute Frau, durch zweier Zeugen Mund
Wird allerwegs die Wahrheit kund.
Goethe, Faust I, Der Nachbarin Haus
Mephisto Vs 3013
Ja, Gutes tut man nur, wenn man nicht weiß, dass man es tut.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1893)
Ja, hat es nicht sogar Menschen gegeben, die von allem Lebensgefühl so ganz verlassen waren, dass sie das ganze Leben und Wesen der Sterblichen für ein Nichts, für ein kummervolles und staubgleiches Dasein erklärt haben?
Goethe, Lehrjahre I,14
Ja, heb's am Oehrel. Elsass
i] Ein scherzhafter Ausdruck, der so viel sagen will, als ironisch: Ja, wart, wenn du's hast. Man wird dir's geben! Halt's nur fest, wenn du's kriegst.
Ja, Henne! (Ein Ausruf wie etwa unser: Ja, des Kuckucks, ei der Tausend.)
Ja, hier (in Köln) hat einst die Klerisei
Ihr frommes Wesen getrieben;
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht
Wie Ulrich von Hutten beschrieben. Heine, Deutschland: Ein Wintermärchen
Ja, hinderm Dorf heißt's auf dem Feld.
Ja, hinter dem Ofen stehen die Holzschuh.
Jâ, i wir d'r wås dêderln. Wien (Abschlägige Antwort, verhüllend für scheißen)
Ja, ich hab' keine Zeit, ich muss nach Vakkerballe, sagte der Teufel.
i] Gleichbedeutend mit dem Sprichwort: Die Trauben sind sauer, sagte der Fuchs. Der Ursprung soll folgender sein: ein Bursche hatte mit einem anderen gewettet, dass er es wagen werde, eine Nacht in der Kirche zu Geltung zuzubringen. Um Mitternacht kam der, Teufel und wollte ihn holen. In seiner Angst kroch der Bursche in den Kirchturm hinauf und klammert sich an die Glocke fest. Über diese hatte der Teufel keine Gewalt. Erbittert, sich getäuscht zu sehen, ging er seiner Wege mit dem Ausrufe: Ei, ich würde dich schon heruntergeholt haben von diesem heiligen Dinge da, aber ich habe jetzt keine Zeit, ich muss nach Vakkerballe, wo ein Gelag ist. Sie sind eben dort im Begriff, einen todtzuschlagen; da muss ich dabei sein.
Ja, ich möchte beinah behaupten: es sei besser, nach Regeln zu irren, als zu irren, wenn uns die Willkür unserer Natur hin und her treibt, und wie ich die Menschen sehe, scheint mit in ihrer Natur immer eine Lücke zu bleiben, die nur durch ein entschieden ausgesprochenes Gesetz ausgefüllt werden kann.
Goethe, Lehrjahre VIII,3
Ja, ich schweife schon im Weiten
Dieser Wildnis leicht und froh,
Denn der Liebe sind die Zeiten
Alle gleich und immer so.
Goethe, Zahme Xenien VIII
Ja, ich sehe wohl ein, dass man ein ganzes Leben studieren kann und am Ende doch noch ausrufen möchte: Jetzt seh ich, jetzt genieß ich erst.
Goethe, Italienische Reise III, 10.1.1788
Ja, ich wollte, dass die Erde in Krämpfen bebte, wenn sich ein Heiliger und eine Gans miteinander paaren.
Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Ja, in der Ferne fühlt sich die Macht,
Wenn zwei sich redlich lieben...
Goethe, Das Blümlein Wunderschön
Ja, in der Weihe des Priesters ist alles zusammengefasst, was nötig ist, um diejenigen heiligen Handlungen wirksam zu begehen, wodurch die Menge begünstigt wird, ohne dass sie irgendeine andere Tätigkeit dabei nötig hätte, als die des Glaubenss und des unbedingten Zutrauens. Und so tritt der Priester in der Reihe seiner Vorfahren und Nachfolger, in dem Kreise seiner Mitgesalbten, den höchsten Segnenden darstellend, um so herrlicher auf, als es nicht er ist, den wir verehren, sondern sein Amt, nicht sein Wink, vor dem wir die Knie beugen, sondern der Segen, den er erteilt, und der um desto heiliger, unmittelbarer vom Himmel zu kommen scheint, weil ihn das irdische Werkzeug nicht einmal durch sündhaftes, ja lasterhaftes Wesen schwächen oder gar entkräften könnte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7
Ja, in Finger g'schnitte, o. Ja, Dreckle. Schwaben
ho] Hij sch... als een reiger.
Ja, in kloane Häut' steckn oft große Leut!
Ja, ja! das Übertreiben der Technik...
Goethe, K. J. Sillig, 30.7.1830
Ja, ja! die Natur ist viel listiger und erfindsamer im Guten wie im Bösen als wir armen Menschenkinder...
Goethe, F.Förster, Mai 1829
Ja, ja, ehre Twei op Eenen, säd de Diewel, als hei säk mot dem Knecht rangt.
Ja, ja, Herr Pater, mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten.
Ja, ja, ihr guten Kinder, wenn ihr nur nicht so dumm wäret [Antwort Goethes auf Holteis Frage nach einer Stelle im Faust II]!
Goethe, K. v. Holtei, Januar/Februar 1828
Ja, ja, ihr Leutchen, so geht's in der Welt, der eine hat den Beutel, der andre das Geld.
Ja, ja, mein Guter, man braucht nicht bloß Gedichte und Schauspiele zu machen, um produktiv zu sein, es gibt auch eine Produktivität der Taten, und die in manchen Fällen noch um ein Bedeutendes höher steht.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828
Ja, ja, mein Guter, man muss jung sein, um große Dinge zu tun.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828
Ja, ja, mein lieber Mann, wenn er die Erbsen nicht so mag, so soll er zusehen, wo er Speck kriegt, sagte jene Frau zum leckeren Handwerksburschen.
Ja, ja, mîn leiwe Mann, wenn hei de Arften nich sau mag, so seihe hei tau, wo hei Speck krigt, sä' jenne Frû tau'n leckern Handwerksburssen. Hildesheim
Ja, ja, Se hefft Ere Not mit'n studeeren - sä de Buur - denn dat seh ick an mien Ossen, Kopparbeit is'ne sware Arbeit.
Ja, ja, se hew, se hewwet wohl ehr Not mit 't studêren, sä de Bûr tum Pastor; denn dat seh ick an mîn Ossen, dat Kopparbeit 'ne sware Arbeit is.
Ja, ja, sied de Bûr, wan hä nix mä wëit. Hagen
Ja, ja, wenn der Bauer mit dem Geld kommt. (Wenn die Kinder dies und das fordern, das die Mutter kaufen soll, so wendet sie die obige Redensart vertröstend an)
Ja, je gewisser das Ende ist, desto reizvoller die Minute und desto dringender die Mahnung: Nutze den Tag.
Theodor Fontane, Von vor und nach der Reise
Ja, Jockele, was könnten wir zwa a schön's Leben haben, wenn i deine Mutter net g'heiratet hätt', sagte der Vater zu seinem Sohne, als dieser über die böse Mutter klagte.
Ja, Katzemulle. Schwaben (Soviel als: Ja, ein Dreck)
Ja, Kind, lass uns vertrauen
Und grade vor uns schauen,
Und lieber noch betrogen
Beschnüffelt und belogen
Von denen, die da schleichen,
Als selber so verbogen
Zu werden wie ihresgleichen.
Will Vesper, Rufe in die Zeit
Ja, Kirschkuchen!
i] Daraus wird nichts.
Ja, Kuchen!
i] Um etwas als überflüssig zu verweigern, da hier Kuchen im Gegensatz zu Brot, das für alles Unentbehrliche steht, das Überflüssige bezeichnet. Demgemäß gilt dem notwendigen Brotbacken gegenüber das Kuchenbacken für Verschwendung.
Ja, lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.
Johann Nepomuk Nestroy, Die Anverwandten
Ja, liebe Frau Bas, wenn's regnet, wird's nass, wenn's schneit, wird's weiss, und wenn's gefriert, so gibt's Eis. ( Spott auf das Fraubasengewäsch)
Ja, Lieben ist ein groß Verdienst!
Wer findet wenn schöneren Gewinst? -
Du wirst nicht mächtig, wirst nicht reich,
Jedoch den größten Helden gleich.
Goethe, Divan - Buch der Liebe - Noch ein Paar
Ja, man mag tun, was man will, man ist doch im Grunde immer allein.
Anatole France, Die rote Lilie
Ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht eher, als bis sie gehängt worden. Heine, Vermischte Schriften, Gedanken und Einfälle
Ja, man wird grimmig in sich, wenn man's nicht an einem ordentlichen Stück Arbeit auslassen kann.
Storm, Der Schimmelreiter
Ja, mein Guter, man hat von seinen Freunden zu leiden gehabt!
Goethe, Eckermann, 23. 3. 1829
Ja, meine Liebe, wer lebt, verliert, aber er gewinnt auch.
Goethe, Stella A I, Im Posthause
Fernando
Ja, meinem Herzen sind die Kinder am nächsten auf der Erde. Wenn ich ihnen zusehe und in dem kleinen Dinge die Keime aller Tugenden, aller Kräfte sehe, die sie einmal so nötig brauchen werden, wenn ich in dem Eigensinne künftige Standhaftigkeit und Festigkeit des Charakters, in dem Mutwillen guten Humor und Leichtigkeit, über die Gefahren der Welt hinzuschlüpfen, erblicke, alles so unverdorben, so ganz! - immer, immer wiederhol ich dann die goldenen Worte des Lehrers der Menschen: Wenn ihr nicht werdet wie eines von diesen!
Goethe, Werther 1. Buch, 29. Juni
Ja, mir hat es der Geist gesagt, und im innersten Busen
Regt sich Mut und Begier, dem Vaterlande zu leben und zu sterben...
Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 95
Ja, mit dem besten Willen leisten wir
So wenig, weil uns tausend Willen kreuzen.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 5
König Vs 415
Ja, mit dem Munde.
i] Sagt man von Leuten, die in Worten große Dinge tun.
Ja, mit der Schuhbürst. Mülhausen
i] Scherzhafte Verneinung oder abschlägige Antwort. In demselben Sinne werden im Elsass auch die folgenden drei Redensarten gebraucht: Mit der Fischblas (Mülhause). Jo, Katzeknewle (Mülhausen). Ferner: Wenn e Mann e Korb wär unn e Barick e Schallbär. Katzeknewle = Katzenknoblauch; Barrick = Perrüke; Schallbär = Stosskarren.
Ja, morgen is de Nacht hen. Holstein
i] Ironisch, wenn man etwas abschlägt, verwirft, auch von oder zu Leuten, die gern eine Sache aufschieben.
Ja, morgen schneit's. Köthen
Ja, morgen!
i] Sagt man, wenn jemand etwas verlangt, das man niemals tun will.
Ja, op'r Schniedbank. Ostpreussen
i] Zu ergänzen: kannst du wirken. Wenn man einer Person die Kunst des Wirkens nicht zutraut. Die Kinder nämlich an der Schneidebank 'wirken', indem sie einen Span zwischen Oberbret und Bank durchschieben und mit dem Kopfe der Bank herzhaft zuschlagen.
Ja, Pferdefeigen und Rossäpfel.
i] Ironisch als Zurückweisung eines Verlangens. Pêrdefigen un Rossäppel gelobt man unartigen Kindern zum Geschenk.
Ja, Pfifferlinge!
i] Abweisende Antwort.
Ja, Quarkspitzen!
i] Wofür man jetzt auch hört: Ja, Kuchen! In dem Sinne: du wirst dich täuschen, du wirst es nicht erhalten, es wird nicht geschehen, was du dir einbildest.
Ja, Salzkuchen!
z] Du meinst immer, der Melchior sage zu viel, oder lüge gar. Ja, Salzkuchen! Er hat zu wenig gesagt.
Ja, sata (sag' mal), du kleiner Knirps, sata, du hoast mich vêl a Karl zu hêssen, sata; ich warde dir bale ein paar Ûrwâtschen gân, sata, doas dir die rute Suppe sull danach gîhn, sata.
Ja, Scheibe! Breslau
i] Ausruf, wenn etwas fehlgegangen oder missraten ist, z.B. beim Kegelspiel; oder wenn jemand Falsches gesagt hat. Die Redensart ist dem Schützenwesen entnommen, wo ein Schuss in die 'Scheibe' als schlecht gilt, denn er sollte in den Spiegel gehen. Scheibe steht als Gegensatz zu Spiegel. Man vernimmt den obigen Ausruf auch wohl mit dem Zusatz: 'Mit Beta', womit man in feinern Kreisen das deutsche ß wegen seiner Ähnlichkeit mit dem griechischen ß verhüllend einschmuggelt. In unteren Schichten sagt man statt Scheibe in demselben Sinne: Ja, Scheiße! Man hört aber auch in derselben Bedeutung den Ausruf: Ja, Kirschkuchen!
Ja, Scheibenschießen.
i] Wenn etwas Erwartetes oder Gehofftes nicht eintritt, man sich also getäuscht hat. Man sagt in demselben Sinne auch: Morgen schneit's.
Ja, scheissla, Parisla. Schlesien
Ja, Scheiße.
i] Verneinende Abweisung stärkster Art.
Ja, scheißen will der Hund und nicht jagen. Rottenburg
i] Um eine entgegengesetzte Ansicht, Meinung u.s.w. auszudrücken.
Ja, scheißen, sagt Cicero in seinen hinterlassenen Schriften.
i] Um eine Selbsttäuschung auszudrücken oder ein fremdes Begehren abzuweisen.
Ja, schelte nur und fluche fort,
Es wird sich Beßres nie ergeben,
Denn Trost ist ein absurdes Wort,
Wer nicht verzweifeln kann, der muss nicht leben.
Goethe, Sprichwörtlich
Ja, schisse Parisle. Ulm
i] Um zu sagen, dass eine eigene Voraussetzung sich nicht erfülle, oder um ein Verlangen anderer abzulehnen.
Ja, Schnecken. Steiermark
i] Höhnische Verneigung oder Weigerung.
Ja, segt de Bur, je höger de Ap stigt, desto mir wiss he den Niers.
hdt] Ja, sagt der Bauer, je höher der Affe steigt, desto mehr zeigt er seinen Hintern.
Ja, selig ist der fromme Christ,
Wenn er nur gut bei Kasse ist!
Wilhelm Busch, Der Geburtstag
Ja, sie ist schön: drum muss man um sie werben,
Sie ist ein Weib, drum kann man sie gewinnen.
en] She's beautiful, and therefore to be woo'd:
She is a woman, therefor to be won.
Shakespeare, König Heinrich VI., Erster Teil, V,3
Ja, singe, singe nur und lob und rühme sie!
Ich will zu meiner Zeit schon lachen.
Sie hat mich angeführt, dir wird sies auch so machen.
Goethe, Faust I, Auerbachs Keller
Siebel Vs 2108f.
Ja, so das Wenn und Aber nicht wäre.
i] Das alte Weib wird nach Rom gehen, wenn sie wird Geld haben.
Ja, so schätzet der Mensch das Leben, als heiliges Kleinod,
dass er jenen am meisten verehrt, der es trotzig verschmähet.
Goethe, Achilleis 1. Gesang Vs 528
Ja, stremm (streck) di, stremm di, on kömmt kein Fot, op de Erd'.
Ja, Tag des Herrn, du sollst mir heilig
Ein Festtag meiner Seele sein. Lavater
Ja, übermorgen, wenn's Äpfel schneit.
i] Ironische Ablehnung in bejahender Form.
Ja, vertrag du [dich] mit den Pfaffen.
Goethe, Götz A I, Herberge
Sievers
Ja, viel kann Poesie, das Himmelskind.
en] Ay, much is the force of heaven-bred poesy.
Shakespeare, Die beiden Veroneser III,2
Ja, viele, sehr viele Europäer sind nichts mehr als gierige Geldautomaten, die jede Gemeinheit am Tier für erlaubt halten, wenn sie ihren Geldsack füllen hilft. Manfred Kyber, Tierschutz und Kultur
Ja, wahrlich, kann man weniger tun, als den Diamanten in Gold zu fassen?
Heinrich von Kleist, an Adolphine von Werdeck, November 1801
Ja, wan d' Gäns brunzen. Oberösterreich (Ironische Abweisung auf ein gestelltes Begehren, Ansinnen, das man nicht erfüllen kann oder will)
Ja, wär's vorbei schon, weil es doch muss kommen. Dante, Hölle 26, 10-12
Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein!
Und trüg er mich in fremde Länder,
Mir sollt er um die köstlichsten Gewänder,
Nicht feil um einen Königsmantel sein!
Goethe, Faust I, Vor dem Tor
Faust Vs 1122f.
Ja, was ma glernt hat, hat ma glernt, sagt der Scheißhäuslräumer.
Ja, was man so erkennen heißt!
Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?
Die Wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.
Goethe, Faust I, Nacht
Faust Vs 588
Ja, wenn alle Tage Kirmes wäre! Schlesien
Ja, wenn der Grossmogul mein Vetter wäre. (Wenn ich reich wäre, wollte ich das schon tun)
fr] Le Grand-Turc si est mon parent.
Ja, wenn der Hund net g'schissen hätt', dann hätt' er den Hasen gefangen.
Ja, wenn der Pfarrer ein Komödiant ist,
Wie das denn wohl zuzeiten kommen mag.
Goethe, Faust I, Nacht
Faust Vs 528
Ja, wenn der Teufel stirbt, aber ihm ist noch nicht wehe.
i] Als Antwort z.B. auf die Frage, wann der Karge ein Almosen gebe.
Ja, wenn der Todt kömpt herfür, holet er den Vir, und lest das Silbergeschirr.
Ja, wenn der Weltbau krachend einstürzt,
Treffen die Trümmer ein furchtlos Herz.
la] Si fractus illabatur orbis,
Impavidum ferient ruinae.
Horaz, Oden
Ja, wenn eine Schlacht gewonnen wäre dadurch, dass man den lautesten Trompeter wegschießt!
Arthur Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlass
Ja, wenn es schon ein angenehmer Anblick ist, zu sehen, dass Eltern ihren Kindern eine ununterbrochene Sorgfalt widmen, so hat es noch etwas Schöneres, wenn Geschwister Geschwistern das Gleiche leisten.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12
Ja, wenn ich das meinen Gesellen an die Kammertür schreiben könnte, sagte der Meister, als er im Tiergarten an einer Vogelbude las: Er frisst nicht.
Ja, wenn ich es nur je dahin noch bringen könnte, dass ich ein Werk verfaßte - aber ich bin zu alt dazu - dass die Deutschen mich so ein fünfzig oder hundert Jahre hintereinander recht gründlich verwünschten und aller Orten und Enden mir nichts als Übles nachsagten, das sollte mich außermaßen ergötzen. Es müsste ein prächtiges Produkt sein, was solche Effekte bei einem von Natur völlig gleichgültigen Publikum, wie das unsere, hervorbrächte. [...] Sie mögen mich nicht! Das matte Wort! Ich mag sie auch nicht! Ich habe es ihnen nie recht zu Danke gemacht!
Goethe, J. D. Falk, letzte Lebensjahre
Ja, wenn Läusebeine Geld wären! Köthen
i] Zu ergänzen: dann wäre es ausführbar. Bei Anforderungen an die Kasse, die nicht zu erschwingen.
Ja, wenn man den warmen Körper unter die kalten wirft, so kühlen sie ihn ab - und darum ist es wohl recht gut, wenn man fern von den Menschen bleibt.
Kleist, an Ulrike von Kleist, 25.11.1800
Ja, wenn man die Furcht vor möglichem Unheil in sich aufkommen lässt; dann ist es besser, Opium zu nehmen und für ewig einzuschlafen.
Alexander Herzen, Mein Leben
Ja, wenn man in der Jugend nicht tolle Streiche machte und mitunter einen Buckel voll Schläge mit hinwegnähme, was wollte man denn im Alter für Betrachtungsstoff haben?
Goethe, F. v. Müller, 18.5.1821
Ja, wenn man sich an der Jugend reibt, wird man selbst wieder jung.
Goethe, F. J. Frommann, 2.8.1828
Ja, wenn Sie Schulze heißen!
i] Der berühmteste Billardspieler in Leipzig, um das Jahr 1840, hieß Schulze. Er war so sehr Meister vom Fach, dass gewöhnliche Spieler mit ihm nicht leicht eine Partie wagten. Er stand gerade müßig, als ein Fremder, der öfter in Leipzig war und von ihm gehört hatte, ohne ihn persönlich zu kennen, ihm eine Partie anbot. Schulze ließ seinem Gegner einen bedeutenden Vorsprung gewinnen und erst zuletzt, als dieser seines Erfolgs fast sicher war, warf er die Maske ab und spielte die Partie in einem Zuge meisterhaft zu Ende. Der Fremde, überrascht, macht ihm ein Kompliment und bittet um Nennung seines Namens. 'Ja, wenn sie Schulze heißen!' sprach er, wie aus den Wolken, gefallen, und setzte schnell den Billardstock beiseite. Seitdem bediente man sich in gewissen Kreisen häufig dieses Ausrufs, wenn jemand unverhofft etwas Ungewöhnliches leistete oder einem andern etwas zuvortat.
Ja, wenn wi nich wier'n, säd' de Latern' to'n Maand (Mond), dor ging se ut.
Ja, wenn wir recht [etymologisch] spielen wollen, machen wir Namen für Menschen, untersuchen, ob diesem oder jenem sein Name gehöre und so weiter.
Goethe, Italienische Reise III, Dezember 1787 – Bericht
Ja, wenn wir unser Gehirn und den Zusammenhang desselben mit dem Uranus und die tausendfältigen einander durchkreuzenden Fäden kennten, worauf der Gedanke hin und her läuft! [...] Wir kennen nur Ganglien, Gehirnknoten, vom Wesen des Gehirns selbst wissen wir soviel als gar nichts. Was wollen wir denn also von Gott wissen?
Goethe, J. D. Falk, 25.1.1813
Ja, wenn zu Sol sich Luna fein gesellt,
Zum Silber Gold, dann ist es heitre Welt!
Goethe, Faust II A I, Saal des Thrones
Astrolog Vs 4965
Ja, wenn's immer so wäre.
Ja, wenn's nicht anders geht, muss das Kleinere des Größeren wegen fallen; das Einzelne mag in Gottes namen der Allgemeinheit geopfert werden.
Henrik Ibsen, Die Stützen der Gesellschaft (1877) II (Bernick)
Ja, wenn, was einen schön und löblich dünkt,
Auch jeden andern schön und löblich dünkte,
Kein Streit und Zwist entzweite dann die Welt!
Schiller, Szenen aus den Phönizierinnen des Euripides
Ja, wer ein Adler ist, der kann sich wohl erschwingen
Und über Seraphim durch tausend Himmel dringen.
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann
Ja, wer erfüllt eigentlich getreuer seine Bestimmung nach dem Willen der Natur als der Hausvater, der Landmann?
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 21. Mai 1801
Ja, wer nicht ehren kann,
Der kann nicht adeln.
Goethe, Zahme Xenien V
Ja, wer vom Schicksal ausersehn
Zu einem sturmbewegten Leben,
Dem darf kein Weib zur Seite stehn,
In seinem Kämpfen, seinem Streben.
Puschkin, Poltawa, 2. Gesang
Ja, wer zu klug ist, ist schon wieder dumm.
Erich Kästner, Dr. Erich Kästners lyrische Hausapotheke
Ja, wir ... zerbrechen mit den Fesseln dieser Welt auch die 'Fesseln des Weltalls', die eine Ausrede für alle Unfähigkeit waren.
Fucik, Der Köhlerglaube
Ja, wir glauben, dass die Menschen noch einen höhern Beruf haben, als sich gegenseitig auszubeuten.
Moses Hess, Ulber die Not in unserer Gesellschaft und deren Abhülfe
Ja, wo zehen Ehen gut, so seind darfür wohl hundert bös, voraus in großen Städten.
Araham a Santa Clara, Der eifersüchtige Narr
Ja, wohl bin ich nur ein Wandrer, ein Waller auf der Erde! Seid ihr denn mehr?
Goethe, Werther 2. Buch, 16. Juni
Ja, Zufriedenheit
Ist unser bestes Gut.
Shakespeare, König Heinr. VIII., II/3 (Hofdame)
Jaagup (Jakobstag, 25.7.) bringt einen großen Brotlaib, Olev (Olafstag, 29. VII) ein hartes Endstück (des Brotes)
Jaagup (Jakobstag, 25.7.) fragt: 'Wo ist der Roggen?' Laurits (Laurentiustag, 10. VIII) aber: 'Wo ist der Weizen?'
Jaagup (Jakobstag, 25.7.) gibt selten Brot.
Jaagup (Jakobstag, 25.7.) wirft Sand ins Heu.
Jaak (Jakobstag, 25.7.) kommt, der Brotlaib unter dem Arm, Ool (Olafstag, 29. VII) hinterher, der Hammel auf dem Rücken.
Jaakob heed' die wel faat. Sylt
i] Von einem Faulen.
Jaan (Johannistag, 24.6.) am Abend, Maarja (Mariä Verkündigung, 25. 111) am Morgen.
Jaan bindet die Weidenrinde, Piitre (Peterstag, 29. VI) drückt noch den Rest fest.
Jaan bringt Erdbeeren ins Haus.
Jaan ist der Bräutigam von vier Mädchen, die Braut von fünf Bräutigamen.
Jaan kommt mit der Sense, Maarja (Mariä Heimsuchung, 2.7.) folgt mit dem Rechen.
Jaan kommt, das Brotende unterm Arm, Jakob (Jakobstag, 25.7.) kommt, der Brotlaib auf dem Kopf.
Jaan mit dem Brotrest, Jakob (Jakobstag) mit dem Brotlaib.
Jaan nimmt der Kuh eine Zitze, Jakob die zweite, Mihkel (Michaelstag, 29.9.) die dritte und Märt (Martinstag, 10.11.) die vierte.
Jaan nimmt die Milch weg.
Jaan nimmt eine Bütte, Jaagup (Jakobstag) zwei, Laurits (Laurentiustag, 10.8.) leckt den Boden ab.
Jaan soll den Frühling und Mihkel (Michaelstag, 29.9.) den Herbst loben.
Jaan verhext das Wachstum des Grases und hebt das Korn über das Unkraut.
Jaan wendet den Tag.
Jaan wirft den ersten kalten Stein ins Wasser, Jakob (Jakobstag, 25.7.) den zweiten, Mihkel (Michaelstag, 29.9.) den dritten.
Jaan wirft einen heißen Stein ins Meer, Jaak (Jakobstag, 25.7.) einen kühlen und Mihkel (Michaelstag, 29.9.) einen kalten.
Jäche sprüng tun selten gut.
dä] Høye spring, dybe fald.
la] Cit nata non durant.
sp] A gran salto, gran quebranto.
Jachem hat den Mantel um.
Jächzornig leut seind treu leut.
Sie grollen nicht, wie die Engel, sondern stoßen den Zorn auf einmal aus.
ho] Haastige lieden zien geene verraders.
Jacke wie Hose
Jäckele von Stoine ka' lache und woine. Ulm
Jacobi (1.5.) hell und warm - macht dich der Winter arm.
Jacobi, Friedrich Heinrich] Jacobi war eigentlich ein geborener Diplomat, ein schöner Mann von schlankem Wuchs, feinen, vornehmen Wesens, der als Gesandter ganz an seinem Platz gewesen wäre. Zum Poeten und Philosophen fehlte ihm etwas, um beides zu sein.
Goethe, Eckermann, 11.4.1827
Jacobi, Friedrich Heinrich] Jacobi wußte und wollte gar nichts von der Natur, ja er sprach deutlich aus: sie verberge ihm seinen Gott.
Goethe, Schriften zur Literatur - Jacobis auserlesener Briefwechsel
Jacobi, Friedrich Heinrich] Wir hatten uns in vielen Jahren nicht gesehen, alles, was wir erfahren, getan und gelitten, hatte jeder in sich selbst verarbeitet. Als wir uns wiederfanden, zeigte sich das unbedingte, liebevolle Vertrauen in seiner ganzen Klarheit und Reinheit, belebte den Glauben an vollkommene Teilnahme, so wie durch Gesinnung also auch durch Denken und Dichten. Allein es erschien bald anders, wir liebten uns, ohne uns zu verstehen.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Jacobi
Jacta est alea, ich hab's gewagt.
Jädelmann bi Jädelmann, Biädelmann bi Biädelmann.
Jaft God Jongen, jaft 'r uk Boksen. Amrum
hdt] Gibt Gott Jungen, so gibt er auch Hosen.
Jag' dem leeren Wind nicht unnütz mit der Faust nach. Estland
Jag' du die Arbeit, sonst jagt sie dich.
Jag' mir die Hühner nicht auf. (Wenn jemand sehr viel Wesens von sich macht)
Jag' Verleumdung aus dem Haus', sonst bleiben dir die Kunden aus.
Jagd ist ein männliches Tanzen und Tanzen ein weibisches Jagen.
z] Kaiser Albrecht II. beflisse sich der Jagt sehr und pflegte dannenhero zu sagen, die Jagt sey ein recht Mannlich, das dantzen und hüpffen aber eine Weibische übung; er könne allem anderen wollust entrathen, der Jagt aber könne er nicht entrathen.
i] Ludwig XI. war ein so großer Freund der Jagd, dass er in seiner letzten Krankheit, als er derselben entsagen musste, große Ratten einfangen und sie in seinem Zimmer durch Katzen hetzen ließ.
z] Der Sinn für die Jagd liegt im Blute. Wenn die Ahnen seit undenklichen Zeiten Rehböcke geschossen, so findet auch der Enkel ein Vergnügen an dieser legitimen Beschäftigung. H. Heine, Reisebilder
z] Graf Merveldt empfahl am 19. April 1853 in der Ersten preussischen Kammer die Jagd als das beste Mittel gegen das Philistertum.
Jagd ist mehr als Fell.
Jagd ist nur mit alten Hunden.
fr] Il n'est chasse que de vieux chiens.
Jagd und Krieg und Liebe - ich seh eine Lust und tausend Weh.
Jagd und Liebesscherzen bieten für ein Vergnügen viel Schmerzen.
en] War, hunting and love are as full of trouble as of pleasure.
fr] D'oiseaux, de chiens, d'armes, d'amours; pour un plaisir mille doulours.
it] D'uccelli, di cani, d'armi et d'amori, per un piacere mille dolori.
sp] En caza y en amores, entras cuando quieres, y sales cuando puedes.
Jagd, Krieg und Galanterien machen für ein Vergnügen tausend Mühen.
i] Und auch einige Kosten. Der den Ständen des Herzogtums Anhalt 1867 vorgelegte Hauptfinanzetat führt unter dem Titel 'Staatsausgaben' für Jagdvergnügen des Hofs 13151 Taler auf, worunter für Wild- und Hundefütterung 5794 Taler, für Wildgatter 7357 Taaler sich befinden.
pt] Guerra, caça, e amores, por hum prazer cem dores.
Jagd, Krieg und Liebe, wenig Freude, tausend Leiden.
sp] Caza, guerra y amores por un places mil dolores.
Jagdhund bedürfen mehr Kost, denn sie nutzbringen.
Jagdhunde haben zerfetzte Gesichter.
i] Nicht so das Schoßhündlein. Das liebkosende Streicheln der samthandigen Gebieterin macht keine Narbe. So hat das Gesicht der Zieraffen und eiteln Gecken keine Spuren von Arbeit oder Anstrengung aufzuweisen.
Jagdhunde und Singvögel muss man kurz halten.
i] Aus diesem Grunde lässt man in der Regel auch Dichter und verdienstvolle Männer hungern.
Jagdhunde werden geboren.
z] Die Idee der Erbämter, wonach stets die Beschäftigung des Vaters auf den Sohn überging, hat allerdings viel für sich. Die Erbkaufleute, die Juden, welche Handel und Wandel beherrschen, beweisen es. Nach demselben Princip wählt der Jäger seinen Vorstehehund. Er verschwendet seine Dressur nicht an den Pudel, den Fleischerhund; er nimmt den jungen ›Spion‹, weil diesem, was von ihm verlangt wird, im Blute steckt.
Jagdlust macht Unlust.
dä] Jage-lyst giver megen ulyst.
Jagdrecht – Teufelsrecht.
i] Mit Bezug auf die Willkür und die in unsern Tagen kaum glaubliche Barbarei, mit der es ausgeübt wurde. Der Herzog der Normandie ließ den Abgeordneten der Bauern, welche die Ausübung ihrer alten Rechte (Jagd, Fischerei) durch sie beantragte, Hände und Füße abhauen und schickte sie so zurück. Der Gutsherr in der Normandie hatte das 'historisch wohlerworbene Recht', wenn ihn auf der Jagd friere, den Bauern den Bauch aufzuschneiden und sich in den Eingeweiden derselben, die meist Herren des Jagdgrundes waren, die Füße zu wärmen. Nach einem Edikt des Breslauer Rats sollten dem, der nach dem Marcellitage dabei ertappt wird, dass er mit dem Netze Wachteln, Rebhühner und anderes Gevögel fängt, die Augen ausgegraben werden. Der Erzbischof von Salzburg ließ 1557 einen Bauer, der Jagd wegen, in eine Hirschhaut nähen und in den Wald hetzen.
Jagdtag ist wohl alle Tage, aber nicht Fangetag.
i] Unternehmen kann man zu jeder Zeit, der Erfolg aber bleibt ungleich.
dä] Det er vel hver dag jagedag, men ikke hver dag fange dag.
Jage den lauchenden Hund nicht hinaus, er soll sein Teil mit riechen. (lauchenden = fustenden, windenden; Crepitus ventris edentim)
Jage die Maus nicht vom Mehle, so lange du Speck in der Kammer hast. Russland
Jage eine Fliege zehnmal fort, sie kommt elfmal wieder.
Jage erst die Fliegen auf deinem eigenem Kopf fort.
Jage mit den Hunden, die vorhanden sind.
Jage nur mit eigenen Hunden.
Jagemann, Caroline] Es ist unglaublich, wie der Umgang der Weiber herabzieht... Wenn er [Jagemann] alle acht Tage hätte sehen und persönlich influieren wollen, würde es gegangen sein. Da sie aber ohne alle Konsequenz und Plan sei, nur eine Rolle spielen, leben, genießen wolle, so ruiniere sie jedes Verhältnis, jede Häuslichkeit, in die sie trete, ohne eigentlich böse zu sein.
Goethe, F. v. Müller, 14.12.1808
Jagemann, Caroline] Ich mag auf sie gewirkt haben, allein meine eigentliche Schülerin ist sie nicht. Sie war auf den Brettern wie geboren und gleich in allem sicher und entschieden, gewandt und fertig wie die Ente auf dem Wasser. Sie bedurfte meiner Lehre nicht, sie tat instinktmäßig das Rechte, vielleicht ohne es selber zu wissen.
Goethe, Eckermann, 2.5.1824
Jagen dorch die Brand. Jüdisch-deutsch, Brody
i] Einen schrecklich martern.
Jagen ist ein blutdürstige lust.
dä] For meget jagen er en blodtørstig lyst.
Jagen ist gut und nutz, wenn der gut und nutz ist, der es tut.
Jagen ist mehr als ein Hase.
Jagen ist selten ohne Klagen.
i] Von den Bedrückungen, die das Volk in frühern Zeiten, zum Teil an manchen Orten noch jetzt zu tragen hatte, sowohl durch das Wild und die Jagden selbst als die grausamen Jagdgesetze.
z] Die Landleute werden durch große Jagden meist sehr bedrückt. Die Jägerei ist den Bauern keine kleine Gaunerei. Philipp II. von Spanien hat auf seinem Totenbette nichts mehr bedauert, als seine schädlichen Jagden. Der Herzog Barnabas zu Mailand hat 2000 Hunde gehabt, die er in die Dörfer verteilt und von Bauern hat unterhalten lassen. Eine ganze Familie hat er lassen aufhängen, weil sie ein Wildschwein gefällt.
Jagen ist wohl ein Vergnügen, aber man kann nicht immer was kriegen.
fr] La vénerie a plus de plaisir que de profit.
Jagen macht müde Bein' und bringt wenig ein.
Jagen und nichts fangen macht unlustige (verdrossene) Jäger.
en] Great pain and little gain make a man soon weary.
la] In steriles campos nolunt juga ferre juvenci.
Jagen und nichts fangen, Lesen und nichts verstehen ist ein Müßiggehen.
fr] Autant vault celui qui chasse, et rien ne prend comme celui qui lit, et rien n'entend.
fr] Tant vaut qui oit et rien n'entend, com cil qui chasse et rien ne prend.
Jagen zur Lust und zu Armen Leid, darüber hat der Teufel Freud'.
Jagen, das ist eine ansteckende Krankheit.
Jagen, dass die Schu entfallen.
Jagen, Kämpfen, Ausschweifung: eine Freude, hundert Plagen. Hindi, Indien
Jagen, wenn die Hunde nicht Lust haben.
i] Da geht es schwer mit einer Sache, wenn man sie anderen wider Willen abnötigen muss, oder da steht es mit der Erreichung eines Zwecks übel, wenn die Personen, deren Unterstützung man dabei nicht entbehren kann, der Sache abgeneigt sind.
Jäger haben weder in der schrifft noch in Historien einen guten Namen.
Jäger ist er nicht, aber der Hang zur Übertreibung ist da. Bismarck, im Reichstag, am 10. Januar 1885
Jäger und Buhler dürfen die Minuten nicht zählen.
dä] For jægere eller bolere er ei veyen eller tiden lang.
Jäger und Buhler müssen oft einen Metzgergang tun.
dä] Jægere, bolere og hof-tienere, fange sielden det de jage efter.
Jäger und Fischer haben oft einen leeren Tisch.
dä] Jægeren og fiskeren have ei altid eens lykke. Somme tid faae de vildt og fisk paa deres disk; somme tid skarn og revne garn.
Jäger und Freier haben etwas Gemeinsames.
Jäger und Hunde machen viel vergebliche Sprünge.
Jäger und Studenten folgen gern den Enten.
ho] Een jager leert aan een' student, hoe hij te studie wordt gewend.
Jäger und Vögler unverdrossen han ihrer müh offtmals genossen.
Jäger, Fischer und Hahnrei müssen viel Geduld haben.
i] Wenn sie nämlich das, was sie wissentlich sind, bleiben wollen.
un] Nem mind juhász, kinek bottya van.
un] Sokat fárad vadász, ritkan szárad halász, úgy keresi kenyerét.
Jäger, Fischer, Spieler und Musikanten werden nie reich.
Jäger, Fischer, Vogelsteller, drei Bettlerhandwerke. Frankreich
Jägerblut und Bauernblut tut niemals beisammen gut. Oberlausitz
Jagest, so fahest (fängst)!
Jagestu nicht, so fahestu nicht.
Jaget einen Hund von dem Thronsessel des Königs, und er wird auf die Kanzel des Predigers klettern; er stiert die Welt mit gleichgültigem Aug' an, ohne Verlegenheit, ohne Scham; sowenig wie der Dumme errötet er jemals. La Bruyère, Charaktere
Jagst den Bettler zur Tür hinaus, kommt er durchs Fenster herein. Estland
Jagst du (nicht), so fängst du (nicht).
Jagst du auch der fliehenden Liebe nach, du holst sie doch nicht ein. Russland
Jagstu, so fahstu.
Jagt die Hühnerchen weg. (Scherz- oder spottweise zu einem heraustretenden Langschläfer)
Jagt man eine Fliege zehnmal fort, so kommt sie elfmal wieder.
dä] Fluer og fanden ere onde at blive af med.
ho] Knip eene vlieg tien maal van de hand, zij komt er weêr naar toe.
Jagt mir doch die Käfer weg, sie sind von euerm Scheitel.
Jäh entströmt mir der Schweiß und rieselt am Leibe mir nieder,
Und es erzittert mein Herz, wenn ich so lieblich und hold
Sehe der Jugend Erblühn. Ach, wär' ihr doch Dauer beschieden!
Doch wie ein flüchtiger Traum weilt sie nur spärlicheZeit
in der berückenden Pracht. Mimmermos, Fragmente
Jäh Reichtum ist selten guter Art.
Jähe Lieb und Freundschaft, lange Feindschaft.
mhd] Herzeliebe ist arbeit ir ende bringet herzeleit.
mhd] Ach, minn, dîn süezer anvanc gît mangen bittern ûzgang.
mhd] O wê, wie wendet sich daz lôz von liebe ze herzenleide.
fr] Amours qui commencent par anneaux, finissent per couteaux.
la] Praeceps amor frigescit.
sd] Bråd kiärlek glömmes snart.
sd] Kiärleks hetan förgår snart.
Jähe Liebe und Strohfeuer verrauchen schnell.
bm] Láska náhlá nebývá stálá.
Jähe Sprünge geraten selten, sagte Klaus, als er einen Zimmermann vom Turm fallen sah, dass er tot liegen blieb.
ho] Ik houd van dien kabriool niet, zei Govert, en hij zag een' timmerman van eene stellaadje dood vallen.
Jähem Rat folgt Reu' und Leid.
Jäher Rat hat Reue zum Gefährten.
Jäher Rat kommt (oft) zu früh.
Jäher Rat nie wohl tat.
Jäher Rat selten gerat.
mhd] Uf snellin rad sal nimant alzu ser getruwe, do komit dicke nach ein tad die manche zi mag geruwe.
dä] Hastig raad har anger i følge.
dä] Hoved-kulds raad, hoved-kulds gierning, og hoved-kulds skade.
ho] Hastige raad was nooit goed.
ho] Nooit goede daad van snellen raad.
ho] Snelle raad doet zelden baat.
ho] Snelle raad had veel rouw.
it] Consiglio frettoloso non suol' esser fruttuoso.
la] Consilium praeceps sequitur plerumque ruina.
la] Festinationis comites sunt error et poenitentia.
la] Praecipitis consilii assecla poenitentia.
sd] Hastigt råd haar ånger i föllie.
Jäher Reichtum währt nicht lange.
Jäher Reichtum, lange Armut.
z] Wer dem ersten Ursprunge großer Reichthümer nachspürt, geräth leicht in das Gebiet der Dieberei.
bm] Boj se rychlé ztráty, kdos rychle bohatý.
dä] Hastig rigdom gjør manden mistænkt.
dä] Rig uden svig findes neppelig.
fr] Tost riche tost poure.
ho] Kostelijke rijkdommen hebben zelden lang eerlijke meesters.
it] Le ricchezze tostamente guadagnate subitamente si scialacquano, e vengon meno.
la] Cito diues, cito pauper.
la] Repente dives aut iniquus, aut iniqui haeres.
la] Repente dives nemo bonus factus est.
pl] Bój sie predkiéj straty, kto predko bogaty.
sd] Brå rijk blijr lång fattig.
Jäher Zorn stiftet viel Böses.
la] Praeceps ira multorum malorum est auctor.
Jäher zorn und große liebe treffen selten die Mittelstraße.
Jaherr, vor Augen süß, zu Rücken bitter.
z] Die jaherren hant den muot, sie lobent, swas der fürste tuot. Das ist ein ungetriuwer site, da äffent sie die herren mite.
zz]Er ist ein ja Herr.
z] Die für sich selbs keyn vrteyl haben oder geben, sonder bleiben lassen wie es die herrn machen. Sie setzen dafür das uns abgekommene Wort: Gnapper, wofür sich das Verbum gnappen = sich hin- und herbewegen (vacillare) findet.
en] He is not a man but the vault of a bath; he makes the echo to what you say.
fr] C'est un homme avec qui il n'y a point de nenni.
fr] Il ne fait qu'opiner du bonnet.
la] Pedarius senator. Cicero
Jaherren von Placencia und Knapper.
la] Omnia omnibus annuit.
Jählings naht der Tod
Und keiner sagt dir, wo, noch wann er droht.
So sei, dass er nicht überrascht dich fälle,
Dein Auge stets gekehrt zur ew'gen Helle
Und deines Wesens Blüte todbereit
In Gott versenkt zu jeder Stund und Zeit.
Geibel, Indische Weisheit
Jählings neigt sich der Genuss zum Schmerz, wenn er nicht Maß gehalten hat.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik
Jahr und Tag ist die rechte Gewähr. [RSpW]
i] 'Rechte Gewere' ist ein gegen jede Klage gesichertes rechtliches Verhältnis zu einer Sache. Dies aus dem sächsischen Landrecht entlehnte Sprichwort handelt von der Gewährleistung verkaufter beweglicher Güter und will sagen, dass derjenige, welcher Jahr und Tag (d.h. nach dem sächsischen Recht 1 Jahr und 6 Wochen, wozu später noch 3 Tage gekommen sind) eine bewegliche Sache besessen, das Eigentum daran erworben habe und der Verkäufer derselben, nach Abfluss dieser Zeit kein Gewähr mehr zu leisten schuldig sei, vorausgesetzt, dass jemand eine Sache auf gesetzlichem Wege besitzt. Bei unbeweglichen Gütern war ein Zeitraum von 41 Jahren 6 oder 3 Tagen erforderlich.
Jahr und Tag soll ewig dauern. [RSpW]
i] Der Besitz eines Gutes, das im guten Glauben nach Jahr und Tag erlangt war, soll sicher gegen jede Klage sein und für immer unangefochten bleiben.
Jahr und Tag. [RSpW]
i] Von der einjährigen Verjährungsfrist, die bei den alten Deutschen wahrscheinlich in Brauch war, ehe die dreißigjährige nach dem römischen Recht üblich wurde. Das Wort 'Tag' hat im Mittelalter außer der gewöhnlichen Bedeutung auch noch die besondere, dass man darunter die Frist verstand, die einem Verklagten zur Vernehmlassung auf die wider ihn angestellte Klage eingeräumt wurde. Es wird daher nicht einerlei Zeitraum mit dem Worte 'Tag' bezeichnet; bald versteht man bloß 24 Stunden, bald mehr, und in der Regel einen Zeitraum von 6 Wochen und 3 Tagen darunter, sodass Jahr und Tag so viel ist, wie 1 Jahr 6 Wochen und 3 Tage. Wird durch altdeutschen Rechtsbrauch erklärt, nach welchem der Frist ein Tag zugegeben wurde, z.B. bei der dreißigjährigen Verjährungsfrist: dreißig Jahre und ein Tag. Jahr und Tag bedeutete aber 1 Jahr 6 Wochen und 3 Tage. Es scheint, dass eine Frist, nach einem alten Meistersange, 1 Jahr 1 Monat 1 Woche und 1 Tag gewährt habe.
z] sy sprach, jr wert mir geben frist, ein Tag, ein wochen, ein monat und ein Jahr.
z] Vnd sprach, wollt lieber jar und tag fünfhundert flor (flöhe) in einem Sack zu velde tragen.
Jahr ût, Jahr in.
i] allezeit.
Jähr zorn geziemt dem Toren.
Jahre bringen Verstand, aber auch graue Haare.
Jahre drücken krumm den Rücken.
Jahre führen zur Bahre.
Jahre lehren (o. wissen) mehr als Bücher.
Jahre nehmen hin das Haar, aber nicht die Bosheit gar.
Jahre sollte man nicht zählen, sondern erleben.
Oskar Stock
Jahrelang bildet der Meister und kann sich nimmer genug tun;
Dem genialen Geschlecht wird es im Trauma beschert.
Schiller, Die Sonntagskinder
Jahrelang mag, jahrhundertelang die Mumie dauern,
Mag das trügende Bild lebender Fülle bestehen,
Bis die Natur erwacht und mit schweren ehernen Händen
An das hohle Gebäu rühret die Not und die Zeit. Schiller, Gedichte: Der Spaziergang
Jahrelang waren sich alle, Sozialisten wie Kommunisten, österreichische Nationale wie Amerikaner einig in dem Protest gegen die Eingliederung der drei Millionen Deutschen in die Tschechoslowakei. Georges Bonnet, Vor der Katastrophe, Frankreich und Großbritannien vergleichen ihre Ansichten
Jahresringe. Unter den Augen. Alexander Eilers
Jahrhundert nach Jahrhundert führt tapfere Völker in das Feld. Aber die Tapferkeit der Rache, des Raubes, des Soldes geht schmutzig unter in der Geschichte, nur die Tapferkeit der Treue, der Vaterlandsliebe, der Freiheit steigt als ewiges Sternbild in den Himmel der Zukunft; denn nur am reinen Golde der Sittlichkeit nagt der Zeitrest nicht. Jean Paul
Jahrhunderte katholische Erziehung haben im italienischen Mann eine enorme, nie zu stillende Gier nach dem Weib ausgelöst.
Federico Fellini
Jährliches Einkommen 20 Pfd, jährliche Ausgabe 19 Pfd. 19 sh 6 d, Ergebnis Glück. Jährliches Einkommen 20 Pfd., jährliche Ausgabe 20 Pfd. 0 sh 6 d. Ergebnis Elend.
Charles Dickens, David Copperfleld
Jahrmarkt ist nicht alle Tage.
i] Wenn der Freudentag vorüber ist, muss man auch wieder munter in die Arbeit gehen und sich's sauer werden lassen.
Jähzornige Frauenzimmer, gleich wie Männer auch,
Sind weniger schlimm als stille Wasser, welche tief. Euripides, Medeia, 319/20 (Kreon)
Jähzornige Leute sind treue Leute.
Jähzorniger Mann ist kein Verräter.
Jakob (Jakobstag, 25.7.) salzt die Äpfel. (In Oberösterreich, wenn's am Jakobitage regnet)
Jakob wendet die Kohlköpfe.
Jakob wirft einen Eisennagel ins Heu. (Das Vieh soll frisches Gras fressen)
Jakobi klar und rein, wird Christfest kalt und frostig sein.
Jakobi bringt das Salz in die Erdäpfel.
Jakobi klar und rein, wird's Christfest frostig sein.
Jakobi kommt Sals in die (Sommer-)Birnen. Arnsberg
Jakobi ohne Regen deutet auf strengen Winter.
Jakobi ohne Regen sieht strengem Winter entgegen.
Jakobi Regen verderft Beeren, Schope un Summerbroke. Beckum
Jakobi und Anne is Erne im ganzen Lanne.
Jakobitag ohne Regen deutet auf strengen Winter.
Jakobshagen – Schafkobshagen. (Spott der Pommern auf den Ort, dessen Einwohner sich früher nicht durch Intelligenz ausgezeichnet haben müssen. Eins wie das andere)
Jakob hat ihn gepackt.
z] Hüte dich vor Trägheit und Langsamkeit, damit man nicht sagt von dir: Jakob u.s.w.
altfries] Jacob heed höm faat.
Jakob hat immer vollen Topf.
i] Ein Mensch, Kopf, der zu allem ja sagt, findet bei der vorherrschenden Erbärmlichkeit der Menschen leichter sein gutes Fortkommen als ein anderer, der mitunter auch seine eigene abweichende Meinung geltend machen will.
Jakob und Teekessel sind Zwillingsbrüder.
Jaksche môtsche, kurze Finger, lange Tôtsche.
i] Polnische Frageanrede: Wie geht's? Was macht ihr? Darauf die reimende deutsche Antwort. – In der Provinz Posen, wo polnisch und deutsch durcheinander gesprochen wird.
Jält (Geld) ferdörft niks.
Jammer lehrt weinen, hunger lehrt essen.
mhd] Jâmer herzen sêre tuot.
Jammer steht vor der Tür, und das Elend schlägt die Trommel.
ndt] Jammer steit vör de Dör, un Elend sleit de Trummel. Holstein
i] Wo viel Unglück sich zuträgt.
Jammere nicht über ein Unglück, das noch gar nicht eingetroffen ist.
Jämmerlich gesehen, ist genug gebetet.
Jämmerlich Gesicht bedarf der Bitte nicht.
Jämmerliche Erde, die drei, vier große Menschen verbessern und erschüttern können! Du bist ein wahres Theater: auf dem Vordergrund sind einige fechtende Akteurs und einige Zelte aus Leinwand, im Hintergrunde wimmelt's von gemalten Soldaten und Zelten! Jean Paul, Aphorismen: Sieben goldene Sprüche
Jammern füllt keine (leeren) Kammern.
Jammern ist wohlfeil, wenn man jemand hat, der zuhört.
Jammern, dass es einen Stein erbarmen möchte.
Jan Eierdöhl, Jan dögt nich völ.
Jan Fleeg mâget nian Sommer. Amrum
hdt] Eine Fliege macht keinen Sommer.
Jan Gat. Einfältiger Mensch.
Jan Hagel un sin Mat.
Jan Harm is warraftig een ehrlichen Minschen, sä de Bur, vörgistern in de Nacht hett he mi de Koh van de Weide klaut un vanmorgen hett he dat Tau woller herbrocht.
Jan Hun thwâit jü öönder. Amrum
hdt] Eine Hand wäscht die andere.
Jan pôr Hunnen sam garu fol. Amrum
hdt] Ein paar Hände sind bald voll.
Jan und alle Mann.
i] So viel als jedermann. Jan kommt mit vielen anderen Namen in einer Anzahl Zusammensetzungen vor, die sprichwörtlich gebraucht werden. So z.B. Jan Gat, d.h. Johannes Podex; Jan Hen, d.h. Hans Henne; Jan Bliftohus, d.i. Hans Bleibzuhaus; Jan Hagel, d.i. der Pöbel. Ferner in: Grobian (= grober Jan); Bulterjan (= Polterer); Urijan und Tellerjan; Dummerjan oder Dummrian; Liederjan (liederlicher Mensch); Morian (Mohr).
Jan Uugh glüset efter 't Speek, at ööder oft 'r a Kual. Nordfriesland
Jan will wohl, man kann nêt.
Jan wull sîn Bûr brüden un êt nêt.
i] Von jemandem, der ein verkehrtes Mittel wählt, einen anderen zu ärgern. Ein Dienstherr wird sich schwerlich sehr darüber betrüben, wenn einer seiner Dienstboten nicht isst.
Jan, kummst du to Foot oder mit'n Kalf?
Jan, spann an, dre Katten vöran. Ostfriesland
Jan, wust (willst) du düer de Welt, most du di schmiegen un bäugen. Münster
Janefer, Janefer, wo langer, wo lefer.
Jang geriécht (geregt), äm Âlder gefliécht. Siebenbürgen/Sachsen
i] Jung soll man sich regen, im Alter sich pflegen.
Jang Gessten (Geiß) un âl böck gevve mieh Zöckeln als glöck. Bedburg
Janhagel un sin Mat.
Janhagel und alles miteinander.
i] Krethi und Plethi.
Janjaüst, wu mäkst' (machst) et? Stiekste dem Buer den Schimmel dod odder nit? Westfalen
i] Um Unschlüßigkeit zu schildern.
Janjiärt, wu mäkst du et, stiekst du diäm Buer den Schimmel taud odder nich. Münsterland
i] Selbstanrede beim Entschlussfassen. Soll ich, oder soll ich nicht?
Jänner macht Holz und Kohlen teuer, es friert der Topf beim Feuer.
Jänner und Hornung haben Mut; leeren Kästen und Scheuern, oder füllen sie gut.
Jänner, je kälter und heller, Scheuern und Fass desto völler.
Jannjärt (Gerhard), wu mâkst du et, stiekst du diäm Buer den Schimmel toud odder nich? (Im Münsterlande, wenn es gilt, einen Entschluss zu fassen, in dem Sinne: Soll ich, oder soll ich nicht?)
Jantke vor allen Düren.
Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen, Tälern weh.
Januar hart und rauh, nützt dem Getreidebau.
Januar hat drei Mützen. Frankreich
Januar im Nebel weiß schickt im Märzen Schnee und Eis.
Januar kalt, das gefallt. (Ein kalter Januar ist überall beliebter als ein warmer).
Januar kalt, Februar mit Schnee, März feucht, April mit Regen, Mai mit Wind, machen das Jahr schön. Portugal
Januar macht den Topf am Feuer frieren. England
Januar macht die Butter rar.
Januar mit Gras, Jahr mit Kot. Mailand
Januar muss krachen, soll der Frühling lachen.
Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.
Januar ohne Schnee tut Bäumen und Tälern weh.
Januar Schnee zu Hauf, Bauer halt den Sack auf.
Januar staubig, wenig Stroh und viel Korn. Lombardei
Januar trocken, der Bauer reich. Venetien
Januar viel Regen, ist dem Bauer nicht gelegen.
Januar viel Regen, wenig Schnee, tut Bergen, Tälern und Blumen weh.
Januar warm, das Gott erbarm!
Januar, Februar, März: du bist mein liebes Herz! Juni, Juli, August: mir ist nichts mehr bewusst!
Januardonner überm Feld bringt noch große Kält.
Januarnebel bringt bei Ostwind Tau - der Westwind treibt ihn aus der Au'.
Januarnebel bringt feuchtes Frühjähr. Polen
Januarnebel bringt Märzenschnee. Arnsberg
Januars Fluten sind jedes Monats Fluten bis Johanni.
Januarsonne hat weder Kraft noch Wonne.
z] Januar: Es ist kalt. Roald Amundsen, Eskimoleben (Eskimo-Monatsnamen)
en] If the grass grow in Janiveer, it grows the worse for't all the year.
en] Janiveer freeze the pot by the fire.
fr] Janvier et febvrier comblent ou vuident le grenier.
fr] Quant en hyver est esté et en esté hyvernée, jamais n'est bonne année.
Japanische Sitten haben einen tiefen Sinn. Zum Beispiel lächelt die Japanerin in jeder Lebenslage, nur nicht bei der Hochzeit.
Pierre Loti
Jar a Hüünj komt, as a Hâs tu Haal (zu Loche). Amrum
Jarag Föggler skal a Nêb uf. Amrum
hdt] Bösen Vögeln muss der Schnabel ab.
Jarag Hüünjer luup altidj me rewlag Skan. Amrum
hdt] Bissige Hunde laufen stets mit zerschundener Haut herum.
Jarst fang, do floai. Föhr
hdt] Erst fangen, dann das Fell abziehen, das ist der Gang der Welt. Erst lockt man einen durch Schmeichelei und Heuchelei in die Falle und danach misshandelt man ihn.
Jaspis unterscheidet sich von selbst vom Kiesel.
Jat (etwas) för enen Apel on en Ei krêje. Krefeld
Jät tu würde, es ken Kons, mar et tu blîvi.
hdt] Etwas zu werden ist keine Kunst, aber es zu bleiben.
Jäte du in deinem Garten!
Jauchz nicht zu sehr, kein freud ohne leid.
Jauchze nicht, du bist noch nicht darüber gesprungen. Tschechien
Jauk zwain Taifl pan an schlimman Waib aui, kear um d' Hount, senn sibmi dinn. Steiermark
hdt] Jage zwei Teufel bei einem Weibe hinaus, kehre um die Hand, d.i. also gleich, sind sieben darin.
Jaung, thu roah! Ostheim vor der Rhön
i] Junge, tu etwas herunter von deiner Erzählung, lüge nicht so!
Jawohl is 't kollt. Ostfriesland
Jawohl, alle Menschen sind Staub, aber manche sind Goldstaub. England
Jawohl, der Charakter ersetzt nicht das Wissen, aber er suppliert es.
Goethe, F. v. Müller, 31.3.1824
Jawohl, es sagt mancher Kaffee, der sich mit Zichorie begnügen muß. Raabe, Prinzessin Fisch
Jawohl, in jedem Streik lauert die sozialistische Revolution. Wenn man jedoch sagt, jeder gegebene Streik sei ein unmittelbarer Schritt zur sozialistischen Revolution, dann ist das eine völlig leere Phrase Lenin
Jawohl, lerne beim Deutschen! Die Geschichte geht im Zickzack und macht Umwege. Es ist so gekommen, dass jetzt gerade der Deutsche nicht nur den bestialischen Imperialismus, sondern auch das Prinzip der Disziplin, der Organisation, des harmonischen Zusammenwirkens auf dem Boden der modernsten maschinellen Industrie, der strengsten Rechnungsführung und Kontrolle verkörpert.
Lenin, Die Hauptaufgabe unserer Tage
Jawohl, selbst eine Dumme, hässlich wie die Nacht,
Zög ich der Schönsten vor, die zu viel Geist besitzt.
Molière, Die Schule der Frauen (Arnold)
Jazz ist Freude am Spiel und deshalb Unterhaltung im besten Sinne.
Leonard Bernstein, Freude an der Musik
Jazz ist komprimierte, wiehernde Lebensfreude.
Kurt Wortig
Je (ehe) wälde ich mêne Tochter labendig schinden und 's Lader êm Wêssgarber varkaufen (als das tun). Schlesien
Je abschüssiger das Bett, je mehr Geräusch der Fluss.
Je abstrakter die Wahrheit ist, die du lehren willst, umso mehr musst du noch die Sinne zu ihr verführen.
Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse
Je adeliger Sinn, je großer Scham.
Je adliger das Blut, desto geringer der Stolz. Dänemark
Je älda de Kuh, desto mê léat se dazû. Ungar. Bergland
Je allgemeineres Wohlgefallen einer erregt, ein desto seichteres ist es.
Stendhal, Über die Liebe (Fragmente)
Je älter an Jahren, desto träger im Gebären.
Je älter das Brummeisen, desto besser.
Je älter das Haustier wird
Um so mehr bedarf es
Der verständnisvollen Liebe des Menschen.
Eiper, Die gelbe Dogge Senta (Motto)
Je älter das Lamm wird, desto schlechter wird das Fell.
fr] Plus vit li aigniax (agneau) plus empire li piax (la peau).
Je älter das schmer ist, je besser es zur arznei.
la] Axungia tanto utilior, quanto vetustior.
Je älter das Wappen, je dunkler die Schilder.
Je älter der Adel, je morscher der Baum. (Auf seinen Lorbeeren kann man nicht ausruhen)
fr] Cent ans bannière et cent ans civière.
la] Generosa in ortus semina exsurgunt suos.
Je älter der Arzt und der Bonze, desto besser werden sie. Japan
Je älter der Bock, desto steifer 's Hörnel. Oberlausitz (Das Alter stumpft die Empfindung ab)
Je älter der Bock, je härteres Horn.
ndt] De ellsten Beck hâ'n de schtîfsten Herner Oberharz
ndt] Je älter der Bock, desto steifer's Hörnel. Oberlausitz
ndt] Je ölder de Bock, je stiwer de Hören.
ho] Oude bokken hebben harde horens.
slow] Stari kozel, terdi rog.
wendisch] Starší wół, twjerdši róh.
Je älter der Geck, je schlimmer.
Je älter der Hirsch, je mehr Zacken.
Je älter der Kater, je steifer der Schwanz.
i] Je älter, je eigensinniger.
bm] Čím kocour starší, tím ocas neohebnĕjši.
pl] Jim kot starszy, tym ogon twardszy.
Je älter der Mann, desto grauer der Bart. Estland
Je älter der Spieß, je stumpfer die Spitze.
Je älter der Vogel ist, je ungerner verlässt er die Federn.
Je älter der Vogel, desto schwerer trennt er sich von seinen Federn. Italien
Je älter der Vogel, je fester sitzen die Federn.
v} Je älter der Vogel, je schwerer läst er sich berupffen.
fr] Plus l'oisseau est vieux, moins il veut se défaire de ses plumes.
ho] Hoe ouder de vogel wordt, hoe vaster hij zijne pluimen houdt.
Je älter desto böser, je böser desto adeliger.
Je älter die Einrichtungen der Dinge, je mehr gibt's Idiotismen.
Diderot, Rameaus Neffe
Je älter die Hirsche, je mehr Zacken (Enden) bekommen sie.
Je älter die Katze, um so dicker der Schwanz.
pl] Im kot starszy tym ogón twardszy.
Je älter die Klapperschlangen, desto mehr Klappern.
i] Daher klappern die Alten am meisten.
Je älter die Kuh ist, desto lieber ist ihr das Kalb. Iran
Je älter die Kuh, je hübscher das Kalb.
i] Von Müttern und Töchtern.
Je älter die Weide, je hohler der Stamm.
Je älter die Weife, desto besser dreht sie sich.
Je älter die Weife, je mehr scheuert sie.
Je älter du wirst, desto klüger du wirst. Estland
Je älter ein Freund ist, desto besser ist er für den Menschen.
Titus Maccius Plautus, Truculentus
Je älter ein mist, je weniger er düngt.
la] Quo stercus vetustius est, hoc minus valet.
Je älter ein Pferd, desto runder, behäbiger.
i] Was wohl nur unter gewissen Verhältnisen zutreffen dürfte.
Je älter ich werde, desto klarer wird mir: das wichtigste Erfordernis für einen Politiker ist ein gutes Mundwerk.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!
Je älter ich werde, desto mehr hört man mir zu, obwohl ich, meiner Meinung nach, das Gleiche sage wie immer.
Peter Ustinov, Peter Ustinovs geflügelte Worte
Je älter ich werde, desto tiefer empfinde ich, alles ist Glück und Gnade, das Kleine so gut wie das Große.
Theodor Fontane, Briefe
Je älter ich werde, je mehr vertrau ich auf das Gesetz, wornach die Rose und Lilie blüht.
An Zelter, 9. 11. 1829
Je älter ich werde, sehe ich mein Leben immer lückenhafter, indem es andere als ein Ganzes zu behandeln belieben und sich daran ergötzen.
Goethe, An Zelter, 20.8.1831
Je älter ich werde, umso lebendiger werden meine Erinnerungen. Und erstaunlicherweise erinnere ich mich nur an das Freudige und Gute, und ich genieße die Erinnerung nicht weniger, bisweilen sogar mehr als seinerzeit die Wirklichkeit. Was hat das zu bedeuten: dass nichts vergeht, nichts künftig sein wird, sondern alles ist.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1905)
Je älter man wird, desto ähnlicher wird man sich selbst.
Maurice Chevalier
Je älter man wird, desto eher findet man sich mit Dingen ab. Man wird vielleicht so was wie weise.
Bettina Wegner, 1993
Je älter man wird, desto kleiner erscheinen die menschlichen Dinge samt und sonders: Das Leben, welches in der Jugend als fest und stabil vor uns stand, zeigt sich uns jetzt als die rasche Flucht ephemerer Erscheinungen - die Nichtigkeit des Ganzen tritt hervor.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit
Je älter man wird, desto mehr ähnelt die Geburtstagstorte einem Fackelzug.
Katharine Hepburn
Je älter man wird, desto mehr braucht man einen Weißt-du-noch-Freund.
Tilla Durieux
Je älter man wird, desto mehr entfremdet man sich dem eigenen Ich, so dass es schwer fällt, sich selbst zu erkennen, sich gelten zu lassen, seine eigenen Werke zu verstehen, so wie die Fleischeslust, von der man soviel Aufhebens gemacht hat.
Marcel Jouhandeau
Je älter man wird, desto mehr Freunde verwandeln sich in Straßenschilder.
Gilbert Bécaud
Je älter man wird, desto mehr muss man sich beschränken, wenn man tätig zu sein begehrt Nimmt man sich nicht in acht, so geht man bei so vielen fremden Anforderungen vor lauter Teilnahme und Urteilsprechen mit geistigen und leiblichen Kräften in nichtigen Rauch auf.
Goethe, L. K. Vogel, letzte Lebensjahre
Je älter man wird, desto mehr muss man sich pflegen.
Flaubert, An George Sand
Je älter man wird, desto mehr verallgemeint sich alles, und wenn die Welt nicht ganz und gar verschwinden soll, so muss man sich zu denen halten, welche sie aufzubauen imstande sind.
Goethe, an F. W. Schelling, 16. Jan. 1815
Je älter man wird, desto mehr verschwindet das Einzelne, die Seele gewöhnt sich an Resultate und verliert darüber das Detail aus den Augen.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 23.6.1784