Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
N
'N Ae macht viel Geschrä. Kinzigtal
'N afkiärten Bessen mot m' (man) in Ehren hollen. Münster
'N alabastern Koppke (Köpfchen), un 'n passleinen Nêrske. Ostfriesland
'N Âpe is un blift 'n Âpe, un dröge he auk sidene Schlîpklêer un goldene Kîen un Spangen.
'N Arre (R) in de Kopp hebben.
i] Etwas wissen und stolz darauf sein.
'N bäten schêf (schief) hett Godt lêw.
i] In Oldenburg, wo es auf dem Lande wenig oder keine alten Jungfern gibt, finden sogar Verwachsene, wenn sie nur arbeiten können, einen Witwer zum Mann, der dann wohl über den Höcker oder das schiefe Bein seiner Erwählten scherzend das obige Sprichwort gebraucht.
'N bäten schêf is vörnehm. Oldenburg
'N bäten schêw is lîker (dennoch, gleichwohl) lêw. Rügen
'N bedreven Mann deit selden 'n goden Kôp. Ostfriesland
'N besaop'n Menschen mütt 'n mit'n Füdder Hei ût'n Weg förn. Altmark
'N bêt schêf (schief) is engelsch. Pommern
i] Die Redensart wird zwar auch auf Schiefgewachsene, aber vorherrschend dann angewandt, wenn jemand sagt, dass ein Kleidungsstück oder einem Frauenzimmer der Haarscheitel schief sitze. Da heißt es: Laot men, 'n bêt schêf is engelsch.
'N bîtjet schêf (schief) swirt up best.
i] Was im übrigen Deutschland die Kirchweihen oder Kirmsen, sind in Ostfriesland, wo diese gänzlich unbekannt sind, die Jahrmärkte, wo in Wirtshäusern und großen Buden, in denen Branntwein geschenkt wird (Sudeltelten), getanzt und gezecht wird. Dahin führt nun der Bursche sein Mädchen, das ihm oft ohne ernstliche Heiratsabsicht nur für diese Gelegenheit angehört und seine Marktsbraut, wie im übrigen Deutschland Kirchweihschatz heißt. Eine Marktsbrût auf diese Art zu Tanz führen und traktieren (freihalten) heißt: swiren, an d' Swir wäsen, und wer diesem Vergnügen stark ergeben ist, ist ein Swirbold. Swiren heißt aber auch mit seitwärts überhängendem Leibe in weiten Bogengängen nach links und rechts Schlittschuh laufen, sonst swäjen, butenbêns- lôpen genannt. In dem obigen Sprichwort scheint auf beide Bedeutungen von swiren angespielt zu werden und demgemäss zugleich schêf zweideutig zu sein, wie auch 'schräg' und 'schief geladen haben', angetrunken sein heißt.
ho] Een beetje scheef dat juffert (o. zwiert) wel.
'N blöde Hund frett sick nich fett.
'N blöen Hund ward ni fett. Oldenburg
'N Bock in d' Hode zwicke. Oberösterreich (Einen Bock melken)
'N Bôr is 'n Oss, un wenn 'r schlöpt bes Middag. Stendal
'N Brand hebben. (Betrunken sein)
'N braven Mann helpt, wo'r kann.
'N Buer is 'n häslich Ding, da schit 'n Vogel drin. (Wortspiel mit Bauer und Käfig)
'N Bûr is so klok (= klug) as 'n Minsch.
'N Bûr un sîne beide Ossen sünt drê Bêster.
'Ne Buer, 'ne Bier (Bär) un 'ne Stier, sind drei mödige Dîr. Bedburg
'N Buss (Bursch) oss 'ne woldt Wiehe (gedrehte Weide). Lippe
'N Buur is so klok (klug), as 'n Minsch.
'N Dêf (Dieb) hett grôt Recht, wenn he 't Gôd erst upp de Nack hett.
'N dood Kind hett 'n lebendig bi 't. Bên. Ostfriesland
'N Dreck mit 'n Lock un 'n rod' Bändken in. (In Pommern auf die Frage: Wat krêg' ick? (z.B. zu Weihnachten), auch Neugierigen auf die Frage: Wat hast du kregen? zur Abweisung, manchmal auch im Ärger, wenn man Großes erwartet und Kleines bekommen hat)
'N Drei anhebben. (Einen kleinen Rausch haben)
'N Drom is 'n Drog, we sich nich beschêten het, de beschitt sich nog. Pommern
i] Schalk von dregen = trügen.
'N Drüttdêl Kinner (Kinder) sleggt 'n Vader.
'N Dübbeltje kann mall rullen, sä de Matrose, der to Amsterdam een fund, un upp de Kap een verloren hadd. Ostfriesland
'N Dubbeltje kann nît rullen.
'N dûn (betrunkener) Mensch un 'n nöchtern Kalf fallt sick nich dôd. Rastede
'N dunen Menschen un 'n Narr'n föährt ut'n Weg Wagen un Karr'n.
'N dunen Mund spreckt Hartensgrund.
'N Duum (Daumen) up'n Manns Nöse, dat scheelt völ.
'N enen sîn Liebe föllt up 'n Rosenblatt, 'n annern sîne up 'n Kohlfatt. Münster
'N Familie ohne Tante ist wie n Tapete ohne Kante.
'N Flicken is ken Schann'e, ääwerst en Loch. Strelitz
'N frischen Schet un 'n Stück bi'n Oars weg. Mecklenburg
i] Ein frisches Ei und ein Stück Schinken ist gemeint.
'N frommen Müller sin Huot is to'm Düwelutdrîwen guot.
'N fruchtboarn April moakt 'n Aust (= Augusternte) nicht hill (= eilig, rasch). Altmark (Ein fruchtbarer April bringt keine gute Ernte)
'N fulen Upsehner is bäter as 'n flîdigen Arbeider. Bremen
'N Gaorn mütt'n waor'n. Altmark
hdt] Ein Garten will gewartet sein. (Er fordert Arbeit und Pflege)
'N glatte Därn (Mädchen), 'n ruge Môder. Ostfriesland
'N goar to seltsoam Ding et it, wenn ên Wulf 'n annern fritt.
'N goden Naber (Nachbar) is bäter as 'n fären Fründ. Rastede
'N gôden Ridder (Reiter) wordt nich to 't Land ûtjâgt.
'N good Woort find ook 'n goode Städe. (Ostfr.) I; 910.
'N groten Gäfel. (Ironisch: Die große Nase soll den Mann zieren)
ho] Een goede (schoone) gevel versiert het huis.
'N groten Prêsterdâler (Priestertaler). Pommern
i] Schönen Dank und weiter nichts, schöne Worte, aber nichts Reelles.
'N Hahnrun mit niuggen Sjuken.
i] In der Bedeutung unserm hochdeutschen Hahnrei entsprechend. - In Bezug auf die fragliche Vaterschaft eines mit vielen Kindern versehenen Ehemanns.
'N Hals is man 'n klên Lock, man et geit'n Schipp mit drê Masten derdör. Bremen
'N Hane ist frait (frech) op süiner aigenen miste. Lippstadt
'N holten Hinr'k. (Ein plumper, unbeholfener, klotziger Mensch)
'N Huhn legt dör'n Kropp. Bremen
'N hürd Pärd (Pferd) mit'n leende Schwäp datt ritt scharp.
'N Hüsken (Häuschen) klên un dat allên. Ostfriesland
'N Huss (Haus) is 'n Herrn werth. Ostfriesland
'N Jäckster hüppelt, all wâr he geht.
'N jung Mäken (Mädchen) mött na einer Fedder ower sêben Tüne springen. Eimbeck
'N Jungens Jung is leper (slimmer) dran, as 'n Eerswip (auch: Närswîp). Ostfriesland
i] Er muss sich zum Schlimmsten gebrauchen lassen. Wîp = Wisch, Eers, Närs = Arsch.
'N Jux de Messböähre (Mistbahre) dra'n.
'N Katt in de Sack kopen.
hdt] Eine Katze im Sack kaufen.
i] Bei den Pelzhändlern haben die Felle der Katze nach der Farbe verschiedenen Wert, die schwarzen sind die teuersten. Im Sack kann man aber die Farbe nicht sehen.
'N Kerl auf Deck. Pommern
i] Redensart in Küstengegenden, um zu sagen: ein tüchtiger Kerl, der bei der Hand ist, wenn man ihn braucht.
'N Kerl wie 'n Viertel Wurst für sechs Dreier. Stettin
z] Ein unbedeutender Mensch, ein Waschlappen, mit dem jeder leicht umspringt. Im Grunde wohl von der Beschaffenheit, dass ihn jeder leicht zum Frühstück verzehrt. Dabei wird's auch nicht die beste Sorte Wurst sein, von der das Viertelpfund 6 Dreier (11/2 Sgr.) kostet. Trotzdem kommt es auch im andern Sinne als scherzhaftes Lob vor: Du bist 'n Kerl wie 'n Viertel Wurst für sechs Dreier, wobei die Sorte, von der 1/4 Pfund 6 Dreier kostet, als Leckerbissen betrachtet zu sein scheint, im Gegensatz vielleicht zu der Sorte: für 'n Sechser dreimal um'n Leb.
'N Kind is besser as en Kalw, et löpt'n Buren nich ut'n Stalle. Göttingen
'N klenst'n Hund'na hengt mer di grässt'n Prüg'l ou.
'N knökern Hinr'k. Holstein
'N Kuss is man 'n Stoff, de höm nich hebben will, wisk höm off. Ostfriesland
'N lâm Pîrd (Pferd) trekt sich kener in den Stall. Mecklenburg
'N langen Wurst is wohl to körten.
'N Letter (Leiter) und a Brât, a Uxe und a Pfard, 'n Stiefel und 'n Lotscha, was is a gläsendorfer Bauer warth? Grottkau im Regierungsbezirk Oppeln
i] Lotscha = Pantoffeln oder auch niedergetretene Schuhe. Um die Armseligkeit der gläsendorfer Bauern zu verspotten.
'N lîken Weg het nien (keine) Krümmete.
'N Lock (Loch) is 'n Lock, seggte de Düwel un stak sinen Swanz in 'n Bienenstock. Göttingen
'N lütje Leuigkeit, 'n grôt Verdrêt.
i] Trägheit, Unlust, von leu, loi, lei = träge, faul.
'N lütjen End holt (hält) am längsten. Oldenburg (Spricht die Erfahrung aus, dass großgewachsene Menschen weniger geeignet sind, dauernd rüstig zu arbeiten und Beschwerden zu ertragen)
'N magere Lûs (Laus) bitt scharp.
'N Mäken ohne Brüdgam is as 'ne Katt ohne Schwanz.
'N Mann ohne Schnurrbart, seggt de lütt Diern, schmeckt as Grütt ohne Solt.
'N Mann over Bord is 'n Frêter minner.
'N Mann van Kap'tal, hett 'n Noers van twê Hälften. Pommern
'n Mensch, der nicht gut isst, wird ... pimplig.
Multatuli, Woutertje Pieterse
'N Menschen kennt einen an 'n Gang un 'n Vagel an sînen Gesang.
i] Jeder Mensch hat seine Eigentümlichkeiten, durch die er sich von andern unterscheidet.
'N Meusch friss su vel wie og 'n Bochfenk. Düren
hdt] Ein Spatz frisst so viel wie ein Buchfink.
'N Minsk (Mensch) in Dokters Hannen un Vagels in Kinner Hannen sünd bald old nog wurren. Bremen
'N moje Pûs (Katze), 'n mojet Für un 'n mojet Wîf is 'n Zierrath forr't Hûs. Oldenburg
i] Dem Worte 'schön', das im oldenburgischen Plattdeutsch fehlt, steht am nächsten 'moje'; aber es sagt nichts mehr als hübsch, niedlich. Das Hochdeutsche 'schöner Mann' kann nicht durch 'n mojen Kêrl' sondern nur durch 'n fixen Kêrl' übersetzt werden, da in Oldenburg nur das Wertvolle und Nützliche für schön gilt, ein schöner Mann also nur ein kräftiger und rüstiger ist. Ein 'mojet Wär' nennt der Land- oder Seemann immer das Wetter, das gerade so ist, wie er es für den vorliegenden Zweck bedarf, mag es regnen oder mag die Sonne scheinen; 'n moje Koh' ist eine Kuh, die Milch gibt, und ein 'n mojet Swin' ist ein fettes, schlachtbares Schwein.
'N Mört'n lob'n.
i] An Martinitage (10.11.) war in oberösterreichischen Bauernhäusern, besonders in den Bergen, Mahl und Tanz üblich. Man nannte dies: den Märten loben.
'N Notschlag kin Dodschlag. [RSpW]
i] Sagt, dass eine Tödtung aus Notwehr nicht als Totschlag zu bestrafen sei.
'N ôlen Jung un frischen Schinken smeckt kolt am besten. Oldenburg
i] In dem größten Teile des Herzogtums Oldenburg erbt nach altem Herkommen der eine Sohn des 'Bûren' von dem väterlichen Gute vier Fünftel, während die sämmtlichen übrigen Geschwister sich in den Rest zu teilen haben. Viele der jüngern Brüder dieser Abfindlinge kommen aus lauter Vorsicht nie dahin, sich einen eigenen Herd zu gründen; sie bleiben vielmehr ihr Leben lang unverheiratet als z] ôle Jungens' auf der väterlichen Stelle und dienen dem regierenden. Bruder, der sie lieber hat als einen fremden Knecht. Werden sie aber alt und schwach, dann kommt wohl das obige Sprichwort zur Anwendung.
'N oll'n Hund blaff'n lêrn, hôlt swaor. Altmark
'N oll'n Hunnschît (Hundeschiss). (Zu ergänzen: sollst du haben. Eine abschlägige Antwort in Form einer nicht in Aussicht genommenen Gewährung)
'N oll'n Mann un 'n old Piärd (Pferd) sind nix mehr wähd (wert). Münsterland
'N Pferd kann sik wohl vertreden un 'n Pastor sik wohl versprêken up de Kansel.
'N Pipp hämm.
i] Eigentlich eine Zungenkrankheit.
'N Plünne van 'n Kärel.
i] Ein Lump, ein Lumpenkerl.
'N Rausch habe wiera Himmelbett. Oberösterreich
i] Ein mit einem Himmel, d.i. einer Decke versehenes Bett. Einen sehr starken Rausch haben.
'N rîke Mann, 'n gode Mann.
'N Sack vull Flöh is lichter to höden as 'n schmuckes Wief.
'N Schnîder (Schneier) un 'ne Mügg, dat sind twê sell'ne Stügg; de Mügg, de is so keck un schmitt'n Schnîder in'n Dreck.
'N Schuld mit d'r grûssa Glocke b'zoala.
i] Wenn man gestorben ist.
'N schuldigen Mann geht Grausen an. Oberösterreich
'N sittend Nêrs (Arsch) un 'n liggend Gatt wêt alltîd wat.
i] Müßige Leute können sich viel ausdenken.
'N Smät Wägs. Altmark (So weit man mit einem Stein werfen kann)
'N Smedt (Schmied), de nich supet, un 'n Hase de nich lupet, de döget alle beide nist.
'N Son is'n Stoff, de'm nich mag, wisk' hüm off.
i] Auch Sôntje, Söönke, Sunn, Sunntje = Sühne, Versöhnung, aber in diesem Sinne wenig gebräuchlich; dann aber auch, wie im obigen Sprichwort, Kuss als Zeichen der Sühne.
'N spejend Kind, 'n dejend Kind.
'N Spelde is'n Frôlüe-Dagghüür.
i] Eine Spelde (meist gesprochen Spelle), d.i. Stecknadel, ist Weibertagelohn. Was eine Frau erwirbt, verdient, ist unbedeutend wie eine Stecknadel.
'N Stiel umwenda. Würzburg
'N Strolch fingt ma mer 'm Strolch. Nassau
'N Stück Brot in der Taske es biäter as 'ne Fiär (Feder) omme Haue (Hut). Iserlohn
'N Sücht gân laten.
i] Vor Ermüdung tief aufatmen oder einem Seufzer Luft machen.
'N sülbern Hinr'k. (Ein holsteinischer, durch öfter geglückte Entweichungen aus verschiedenen Gefängnissen berüchtigter Dieb, ein Bauer seines Standes)
'N Tokîker geit kên Spöll to hôch. (Seehausen.)
'N Totast dôn. (Einen Handgriff tun, die Arbeit anfassen)
'N ungerechten Groten nimmt twintig Daler mit.
'N Vater sai Aug austräta.
i] In Kuh- oder Menschenkot treten.
'N Wädener hett 'n grôt Gerief, kann alltôs proten van 't êrste Wîf.
'N Ware, de man gêrn los wesen will, döcht meist Tid ni väl, sagte Hansbaur, als ihm seine Nachbarn ihre Töchter zur Frau empfohlen.
'N warm Mann, 'n fast Mann. Ostfriesland
'N willig Pferd moet man nich averdrieven.
'N Wink mit de Handspâk.
i] Eine Redensart unter Seeleuten, die denselben Sinn wie die vorstehende (Zaunpfahl) hat.
'N witt Pferd mutt völ Strei hebben.
i] Eine prunkliebende Frau zu unterhalten, erfordert viel.
'N woll'k, dat die niegen en niegentsich Duenerwiärs (Donnerwetter) in de Hacken slaügen, datte möchs Galopp lopen.
'N Zipf henken (hängen) lassen. Steiermark
i] Sehr niedergeschlagen sein.
'Ne alle (alte) Henne lätt sik nit met Kawe locken. Iserlohn (Kawe = Spreu; mittelhochdeutsch Kave, Schote, Hülse)
'Ne ärme Jud kann net wôchre. Düren
'Ne Arme kann Ênen eben so sehr argern as 'ne Rîke, sä de Bûr, as he nach Geld frêde.
'Ne Bescheid, is ôk en Bescheid.
'Ne blinne Suege (Sau) finnt ok wannär 'ne Jäcker (o. en Eckerten). Grafschaft Mark
'ne fette Frau un 'ne mågere Kauh, dat is 'n schlichtes Teeken för de Wirtschaft.
'Ne Frau in'n Hus is as 'ne Teerbütt an'n Wågen.
'Ne Frau möt as 'n Pierd ümmer fråm in't Geschirr gåhn.
'Ne Frau verschenkt leiwerst ehren Sünndachsrock as dat sei een Geheimnis för sik behöllt.
'Ne Fressbalg kömmt net op de Welt, da wird getrocken. Bedburg
'Ne Froage is friy, hadde jünne Mann sagt, Frugge, siy ji ne Heckse?
ho] Het is maar eene vraag, boer, mag ik je dochter.
'Ne Fru verschenkt leiwerst ehren Sünndachsrock as dat sei een Geheimnis för sik behöllt.
'Ne fründlich Bär: 'Morer (Mutter) leent mi juuch (Eure) Dochter up 'ne Nacht. Strelitz
'ne gaude Frau is't halwe Brotkuurn.
'Ne gaude Katt hölt dat Hus rein.
'Ne gaue Husfrue kennt man an der Vorratskammer.
'Ne guede Frau es Schmiar (= Schmiere) am Wagen.
'Ne Hessebit. Westfalen (Von einem zänkischen Frauenzimmer. Hessen, Hissen = hetzen. Hess, hess, ist ein Hetzruf)
'Ne Hissebisse. Westfalen
i] Ein furchtsames leicht erschreckendes Frauenzimmer. Hissebissen, erschrecken, fortlaufen. Bissen = laufen, rennen.
'Ne Hochtit (Hochzeit) oppen Stall sloan. Iserlohn (Sie nicht besuchen)
'Ne Hur schännet sik selwer, en Deiw sine Fröndskop. Büren
'Ne Hur schennt iäre egene Fuet, awwer en Daif schännet sinne Familge.
'Ne Hûsfrue (Hausfrau) kann in der Hûshöllige (Haushaltung) vele erwarben, awer ak vele verdarben. Göttingen
'Ne Jong (Junge) en 'ne Honk gohnt selde ongebrüt (ungeneckt) langs ên. Aachen
'Ne Kart' oder 'ne Klob Holz.
i] Wenn einer zögert oder zweifelt, welche Karte er spielen oder zugeben soll.
'Ne Kaserne oder 'n Kloster in der Nähe haben, ist g'haut wie g'stoche.
'Ne Kau (Kuh) hält m' an't Sêil, un en Bûer an de Unnerschrift. Recklinghausen
'Ne Läufer mähd en Läufersche. Köln
'Ne Lûs (Laus) öss herrsch, 'ne Fleh öss hundsch. Elbing
'Ne Mann wie 'ne Mus, fürch sich net für 'ne Frau wie en Hus. Bedburg
'Ne oalle Henne giet de fettste Soppe. Grafschaft Mark
'Ne Pennek (Pfennig) per Dag magd nett en klor 'nen Daler per Jahr. Aachen
'Ne quid nimis heißt der Knebelspieß, wer damit läuft, schlägt man denselben auf den Kopf.
'Ne Ringeldiuve schéiten. Soest
'Ne schieterige Kau (Kuh) slickert ümme sik. Westfalen
i] Schmutzige, unsaubere von Schite = Schmutz, Kot.
'Ne schlechte Kirmes, wo nichts kort géiht. Sauerland
'Ne Schnüüsterigge tohaupe stüsseln.
i] Eine Kleinigkeit, allerlei ohne Wert.
'Ne stelle Munk (stiller Mund) un en rein Hand gohn durch et ganze Land. Köln
'ne stille Frau un un schneiwitt Linnen schmückt den Husholt nå buten un binnen.
'Ne truie Häuer (Hure) is better es en schlecht Wuif. Sauerland
'Ne und Jawall seggen de Krummhörners (o. Krummhöksters) all.
i] Die Krummhörner, Einwohner des Amtes Emden, sagen 'Nê' und 'Jawall,' die Brockmerländer in den Ämtern Aurich und Norden 'Nä' und 'Jawol,' die Oberledinger im Süden Ostfrieslands 'Nich' und 'Wohl', statt 'Nein' und 'Ja'. In ähnlicher Weise unterscheidet man in Frankreich nach der Aussprache des 'Ja' (oui oder oc) zwischen Langued'oui und Langued'oc.
'Ne versopene Mûs (Maus) es lichte te woagen. Grafschaft Mark
i] Sagt wohl ein Arzt, wenn er einem schon aufgegebenen Kranken noch etwas verschreibt.
'Ne wârmen Oven ess bässer als 'ne kâle (kalter) Fründ. Köln
'Ne wohlfeile Kauf es nit lûter (immer, jedesmal) 'ne gode Kauf. Köln
z] Verlangt dein Kind ein Freier, der wenig nach der Mitgift fragt; so denke, was das Sprichwort sagt: Sehr wohlfeil ist sehr teuer.
'Nei mit (hinein damit), hot das Mädle g'soit, mei Mutter schlät mi doch. Stuttgart
'Nein' sagt ein Mädchen, weil's die Sitte will,
Und wünscht, dass es der Freier deut' als 'Ja'.
Shakespeare, Die beiden Veroneser, I, 2 (Julia)
'Nein’ sagt ein Mädchen', weil's die Sitte will
Und wünscht, dass es der Freier deut' als 'Ja'.
William Shakespeare, Die beiden Veroneser
Julia
'Nen gauen Hahn es selde fett. Aachen
'Nen Himpen vull tau schîten, dat is keine Kunst, aber up 'em Matier tau schîten, dat nist herunder loppet. (Matier = ein Vierpfennigstück)
'Nen Oßen (Ochsen) un 'nen besoapen Minschen mütt'n (muss man) met'n Fudder Heu ut'n Weg föhrn.
'Nen Trunk op et Zalât, dä schâd dem Doktor en Dukât; 'nen Drunk op en Ei, dä schâd er im zwei, ess et äwwer keine Wing, dann lôss et lêver sin. Köln
N' Möller ahn Möhl is as'n Bessen ahn Stööl.
hdt] Ein Müller ohne Mühl' ist wie ein Besen ohne Stiel.
Na 'e goode Erwarwer kummt 'e goode Ferdarwer. Süderdithmarschen
Na 'n gauen Dag kümt wêer en slecht, wenn et Herwest is.
i] Im Herbst pflegen Tage schöner und unfreundlicher Witterung mit einer gewissen Regelmäßigkeit miteinander zu wechseln.
Na 'n goden Hüter kommt 'n goden Rüter. Ostfriesland
Na 'n Hörder kummt 'n Röhrder, na 'n Heger kummt 'n Feger. Bremen (Nach dem Sammler kommt ein Zerstreuer. Hörde, ein Gitterwerk aus Weidenstecken.)
Na 'n Hüder kummt'n Rüder. (Auf einen guten Haushalter (Hüter) folgt ein Verschwender)
Na (o) Schwerebret!
i] Der Ausruf ist in Schlesien bei unangenehmen Überraschungen sehr gebräuchlich. Es wird offenbar verhüllend für Schwerenoth gebraucht. Man hört auch: Schwereangst, Schockschwerebret, Schockschwereleck, Schwerekanon, meist in dem Sinne wie Donnerleben, Donnerwetter, Donnerwachsstock.
Na de Bômkens gân. (Sterben. Zum Kirchhof gebracht werden, der gewöhnlich mit Bäumen be- oder umpflanzt ist)
Na de Föte (Füße) töbn.
Na de H schmîten. (Das H ist ein Zeichen, wonach bei Kinderspielen geworfen wird, es ist ein langer Strich mit kleinen Querstrichen in Form des genannten Buchstaben)
Na de Klock de Knepel, un na de Pott de Lepel. (Eins nach dem anderen)
Na de Mät schmîten.
Na de Mühle möt wî hen, na de Kark bruken wî man, wenn wî wält.
Nâ de Ort un Wis, seggt Brookstedt. Holstein
Na de Schnut (Mund) schnaken. Rendsburg
i] So reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist.
Nâ de Vigelîn (Violine) lätt 't sich gôd danzen, säd' de Avkat, dôr krêg he 'n Schinken.
Na düsteren wolken schynt de sunne klârst.
la] Nubibus amotis nitidus sol clarior exstat.
Nâ gedâner Arbeid is gaud rasten.
Na Hänsgen un Greetjen gân. (Auf Liebeswegen gehen)
Na hogen Floden (Fluten) kamt lage Ebben.
ho] Na hooge vloeden diepe ebben.
Nä Îren (Ehren), nä Schgiren.
Na ja, ja, segt Vatter Rusch, harr nich dacht, dat ik 'n Nachtwandler wîer, dâr dröp sîn Frû 'n nachts bî de Diern. Hamburg
Na jaja, 't is schon guod, söä' Voa'r Rusch, dat har 'k ne dacht, dat ick 'n Nachtwandler bin, doa drop 'n sîn Fru Nachts bî de Dêr'n.
Nâ jeden Ôre geit en Weg.
hdt] Nach jeden Orte geht (führt) ein Weg.
Nâ Johannesdag dreit sek det Lâf up'n Bâme un 't Hâr up der Kau.
i] Nach dem 24. Juni (Johannistag) legen sich die Blätter der Bäume auf die Seite, sodass sie gegen einen Regenschauer keinen genügenden Schutz mehr gewähren, sondern den Regen durchschlagen lassen. Bei der Kuh aber richtet sich nach Johannis das vorher glatte und dicht anliegende Haar auf und wird rauh.
Na Kosters (Küsters) Kamp gân.
i] Auf den Kirchhof, d.h. sterben.
Na koust (dann knnast du) ou d'r grass'n Glock'n läut'n. Franken (Ironisch: Dann hilft dir alles nichts)
Na krummen un scheiwen wässet ôk Kôren nâ.
i] Nach Krummen und Schiefen wächst auch Korn, d.h. wenn auch der Acker mittels unansehnlicher Tiere bestellt worden ist, so schadet dies dem Wachstum der Feldfrüchte nicht. Ein Trost für die, welche sich mit mangelhaften Zugtieren behelfen müssen.
Na Lechtmess (2.2.) kakeln de Höner ön blarren de Kafer (Kälber). (Nach Lichtmess kann der Bauer Eier und Milch haben)
Na Lechtmess (2.2.) sünd de Hunde un de Wefers burgen. Ostfriesland (Die Hunde können draußen wieder manches finden, weil der Schnee fort ist; und die Weber stehen sich besser, weil sie viel Beleuchtung und Heizung ersparen)
Na Lechtmess (2.2.) trauet de Voss 't Is nich mehr. Ostfriesland
Na Leef (Liebe) un Gewinn steiht aller Welt Sinn.
Nä Lîdcher (Liedchen) hîrt em gern.
Na minen dummen Verstande dünkt mi so, wat dünkt Se nu nach êren, sagte der Bauer zum Amtmann. Holstein
Na nu der Deiker.
Na nu noch tachtentig Scheppkens (Löffel) Grött (Grütze). (Wird gesagt, wenn das erste Gericht genossen ist)
Na nu schitt 't Pierd (Pferd) in vull'n Lôpen, säd de Jung, Grossmôder is dod un de Koh hätt de Klap' (Klapper, Glocke) verloren.
Na nu, säd de Bûr, on makt en Borg, on de Eddelmann en Windhund. Danziger Nehrung
Na nu, schwere Nöter, dat öss doch beter.
Na nu, seggt de Bûr, on wêt von nuscht.
Na nu, seggt de Wulf tor Su, on da nehm he se ok all.
Nâ Portenhâgen, da geit kein Weg hen.
i] Portenhagen ist ein sehr abgelegenes, früher zu dem Amte Erichsburg gehöriges, in neuerer Zeit mit dem Amte Einbeck vereinigtes hannoversches Dorf, das sich wohl nicht stark mit dem Wegebau beschäftigt hat.
Na schön. Der Weg des Lebens ist wellig.
Erich Kästner
Na still, na still, sast ok möt na Bukowtz Hunn wasche, sast ok dat Sêpschawelke nodrage.
i] Scherzrede, um einen Murrenden zu beschwichtigen. Bukowitz ist ein Dorf im Kreise Strasburg.
Na! sagen die kleinen Kinder, wenn sie sich beschissen haben.
Na'm Gewinner folget en Verslinner (Verschlinger). Westfalen
Na'm ollen Schrode.
i] Nach alter Weise. Schrot bezeichnet hier das Gewicht einer Münze.
Na'n Mal schêten.
i] Nach einem Ziel.
Na, bei dar hêsst's oh: wisste har? Oberlausitz (Von widerspenstigen Frauen. 'Wisste har' ruft man nämlich den Ackerpferden zu, wenn sie auf die Seite gehen sollen)
Na, da könnt' man Junge kriegen. Wien
i] Ausruf des Ärgers, Erstaunens u.s.w.
Na, da schlag' einer ein Rad!
i] Um Staunen, Verwunderung auszudrücken.
Na, dat öss doch nicht von de Lucht (Luft) gestahle.
Na, denn nicht, jeder wie er will.
i] In Berlin sehr gewöhnlich, wenn jemand auf einen Vorschlag nicht eingehen will.
Na, der ischt au g'wies net verheiratet, sagte Timm, und schüttelte den Kopf, als ein junger Mann declamierte: Ehret die Frauen.
Na, do lê (leg) dich doch lieber, Madel, du ruinierst mer ja a Jungen, sagte der Vater, als er seinen Sohn bei einem Mädchen traf. Oberlausitz
Na, durt wor Mache. Oberlausitz
i] Wann junge Burschen ihre Rechnung finden.
Na, endlich reisst mir die Geduld, rief der Esel, da er nicht weiter konnte, und ließ sich prügeln.
Na, er wird auch seine liebe Not mit ihr haben, sagte der Bauer, als der Pfarrer ihn tröstete, dass Gott sie zu sich genommen habe.
Na, guten Morgen!
i] Ruf des Staunens, auch der bedenklichen Verwunderung. Die Holländer gebrauchen, wenn sie einer Mitteilung keinen Glauben schenken wollen, die Redensart: Goeden morgen, Pothof.
Na, Herr Soldat, will be Grütt? Wonich, gêt ick Melk up un gêw s' de Katt. Pommern
i] Wenn er sie nicht mag, gieße ich Milch zu, verbessere sie also und gebe sie dann der Katze. Als scherzhafte Nötigung bei Tische zum Zulangen angewandt.
Na, kommt's d'r 's moal 'durr d' Rotznas eber? Rottenburg
i] Merkst du es? Geht dir ein Licht auf?
Na, kriegt der Teufel Junge.
i] Ausruf der Verwunderung.
Na, mach et all, Mutter.
i] Wenn man etwas, das man ungern ausführt, tun muss.
Nä, nu floit (flöte) ick wat in 't Wîf. Rastede
Na, nu kümmt (kommt) dor wat, segt Putscheneller, liegt 24 Stunden bi sîn Frû, un pisst in 't Berr.
Na, nu kümmt de Hund ganz ruch ut d' Koppel. Pommern
hdt] Nun kommt der Hund ganz rauch aus der Koppel. (Koppel ist ein eingezäunter Weideplatz)
Na, ön dinem Ledder (Leder) micht ök ok nig stöcke.
i] Zu einem, der viel Sorge hat oder von Strafe bedroht ist.
Na, Prosit die Mahlzeit!
i] Ironischer Glückwunsch.
z] Je nun, prauset der Moalzêt.
Na, so möt 't kamen (kommen), segt Pütter, wenn ik 'n Stück Brâd hebben sall.
Na, so muss 's kommen, sagte Neumann, sieben Häuser und keine Schlafstelle. Breslau
Na, so wat klebt nich, seggt de Döscher, on lîmt möt Spuck (o. möt Water).
Na, wat schall denn dat? sä de Hahn, haor den Regenworm all in Snabel, do slööp de sich 'n Knütten in 'n Swanz.
Na, wenn a glimmt, do wull'n merr, sagte der Gotschdorfer Leichenbitter zu den Trägern. Hirschberg.
i] Als die in Hirschberg eingepfarrte, eine halbe Meile von dort entfernte Gemeinde Gotschdorf noch keinen eigenen Begräbnisplatz hatte, den sie erst seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts besitzt, musste sie nach Hirschberg begraben. Auf dem Wege über das Feld zündeten sich die Träger wohl eine Pfeife an und setzten, um auszuruhen, die Leiche weg. Bei einem dieser Fälle wurde das obige Wort gesprochen, später in demselben Falle wiederholt und sprichwörtlich.
Na, wenn ich den in die Kloppe kriege.
i] Drohung; wenn ich den unter meine Hände bekomme, den will ich gut klopfen.
Na, wenn mei Leben ka reg'lmäßig's is, da hört schon alles auf, sagte der Mann, als seine Frau über sein unregelmäßiges Leben klagte; i geh do reg'lmäßig zum blau'n Hirschn, wo i reg'lmäßig bis über die Mitternacht karte, trinke reg'lmäßig meine sechs und komme reg'lmäßig zwischen zwa und drei z' Haus.
Na, wie gefallt's dir im Speckkamerl? Wien (Im Schuldarrest)
i] Der Wiener Volkswitz in Bezug auf das Steinbild Hans Buchbaum's, das sich an der Rampenseite der Kanzeltreppe in der St.-Stephanskirche zu Wien befindet.
Näbeli uff 'm Horn rägnet's nit hüt, so rägnet's morn. Solothurn
hdt] Nebel auf dem Hasenmattgipfel zeigt baldigen Regen an.
Nabern gehen. Königsberg
i] Zu Nachbarn gehen, um mit ihnen zu plaudern.
Naberschop hollen.
i] Mit den Nachbarn freundschaftlich umgehen.
Naberske (Nachbar), ji dôt, wat je dôt, ettet Kêse un Brôd, dar sind niene Graen (keine Gräten) inne.
Nach 'hoakel' kimmt 'nicht'. (Wer nörgelt, hat das Nachsehen)
Nach 'm Nagel geit d's Îsa. Bern
i] Nämlich vom Huf des Pferdes verloren.
Nach 10 Uhr müssen alle Kinder ins Bett, nach 70 alle Menschen.
Gerhard Kocher
Nach abstrakten Grundsätzen zu handeln ist schwer und gelingt erst nach vieler Übung, und selbst da nicht jedesmal; auch sind sie oft nicht ausreichend. Hingegen hat jeder gewisse angeborene konkrete Grundsätze, die ihm in Blut und Saft stecken, indem sie das Resultat alles seines Denkens, Fühlens undWollens sind. Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen
Nach acht Monaten bring das Schwein unter das Messer.
Nach Adam Riese zählt ein Kind, dass es die gleichen Leute sind. [ASpW]
Nach Adam Riese.
i] Adam Ries(e) (Rys[e]) gab 1523 ein bekanntes Rechenbuch heraus. Zitiert, wenn man die Richtigkeit eines Rechenergebnisses bekräftigen will. Sagt man sprichwörtlich bei Anführung eines Rechenergebnises. Adam Riese, auch Ris, Ries, Rise, Ryse geschrieben, ist angeblich zu Annaberg im Königreich Sachsen im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts geboren. Man findet 1492 als Geburtsjahr angegeben, was aber nicht richtig sein kann, wenn Annaberg erst 1496 gegründet worden ist. Nach einer andern Angabe stammt er aus Staffelstein in Franken. Im Jahre 1522 soll er zu Erfurt ein kleines Rechenbuch haben drucken lassen, wovon später eine Ausgabe in Annaberg erschien, wo er Bergbeamter war. Seine beiden Söhne Abraham und Jakob Riese hatten ebenfalls einen Ruf als Rechenmeister. Namentlich stand der erstere in großem Ansehen und auch dessen Söhne, Heinrich und Karl Riese, erhielten den Ruf ihres Großvaters aufrecht. Seine Rechenbücher aber waren bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts weit verbreitet. Der Titel des sprichwörtlich gewordenen Rechenbuchs ist: Rechnung auf den Linihen und Federn. Auf allerley Handthierung gemacht durch Adam Rysen. Zum andern mal übersehen und gemehret. Anno M.D.X.X.I.X. Gedruckt zu Erffurdt durch Melchior Sachsen ynn der Archa Noä. Mit seinem Holzschnitt 1553; aufs Neue durchlesen und zurechtbracht. Der Verfasser lebte in Annaberg, und seine gegebenen Aufgaben waren so künstlich und sinnreich, dass man damals den für einen sehr vollkommenen Rechner hielt, der alles auflösen konnte, was darin stand. Er starb 1559. Er war erst Rechenmeister zu Erfurt, später auf Annaberg; auch gibt er seinem Namen den Zusatz: 'von Stoffelstein'.
Nach Ägidius (1.9.) ziehn die Gewitter dahin (o. heim).
Nach Ägypten wär's nicht so weit. Aber bis man zum Südbahnhof kommt.
Karl Kraus, Sprüche und Widersprüche
Nach all den Leitsätzen und Systemen von Handel und Gewerbe müßte ein Zuschauer denken, daß die Angelegenheiten der Welt höchst lächerlich ersonnen seien. Swlft, Aphorismen
Nach allem Erwerben legen wir uns nieder und sterben.
Nach allen Winden hin.
z] Man hat dafür gesorgt, dass in Deutschland nach allen Winden hin die Spanier sowie auch die Italiener als elende und sehr verdorbene Völkerschaften gelten.
Nach allgemeinem Glauben tritt schönes Wetter dann ein, wenn am Abend die Mücken recht tanzen, wenn die Spinnen fleißig im Freien weben, wenn die Johanniswürmchen ungewöhnlich leuchten und glänzen und wenn, was wieder die Voraussetzung für das lustige Treiben der Tiere ist, ein schönes Abendrot am Himmel steht
Nach alter Polensitte herrscht Gastrecht in jeder Hütte.
i] Die Sitte des Gastrechts wurde bei slawischen Völkern von jeher in Ehren gehalten. Sobald ein Fremdling, und wenn es selbst ein geschworener Feind des Hauses war, über die Schwelle desselben trat, so konnte er auch sicher vor Verrat sein.
pl] Staropolska jest to cnota nie zamknąć nikomu wrota.
Nach alter Sitt', in durst'ger Mitt', kommt, trinkt euch aller Sorgen quitt.
Nach alter wie nach neuer Sitte - immer ist der Vater älter als der Sohn.
Nach Andries (30.11.) ist der Winter gewiss.
Nach Ansicht der Philosophen handelt es sich nicht um eine Auseinandersetzung zwischen Menschen, um einen Streit der Leidenschaften und Parteien, sondern um einen großen Vorgang im Menschengeist. Man sollte sie beim Wort nehmen. Dann wäre die Revolution ein großes Experiment der Philosophie, bei dem sie ihren Prozess gegen die Politik verliert. Revolution kommt von 'revolvere', was gleichbedeutend mit 'das Obere nach unten kehren' ist. Rivarol
Nach Auschwitz und Hiroshima, im Warteraum der nuklearen und biochemischen Endlösung, fällt es schwer, sich den Glauben an die Vernunft zu bewahren.
Manfred Schlapp
Nach außen ein Dummkopf, inwendig ein Schlaukopf. China
Nach Barnabas (11.6.) die Sonne weicht, auf Luzia (13.12.) sie wieder zu uns schleicht.
Nach Beendigung der gesamten Feldbestellung ziehen die Schulkinder mit dem Lehrer an der Spitze durch die Äcker und singen bestimmte Gesangbuchlieder.
Nach Begehren und vermögen.
Nach Belieben prügelt der Mann das Weib. Schlesien
Nach Benedikt (21.3.), da achte wohl, dass man jetz alles säen soll.
Nach Berlin nur Kamele zieh'n. (Aus einem Studentenliede, das einige Universitäten charakterisiert)
Nach bestimmten Gesetzen treten wir ins Leben ein, die Tage sind gezählt, die uns zum Anblicke des Lichts reif machen, aber für die Lebensdauer ist kein Gesetz.
Goethe, Lehrjahre VIII,8
Nach Bethlehem gehen. (Früh zu Bette)
Nach Betrübnis kommen Freuden.
mhd] Na drôfnisse komen vrouwede.
la] Gaudia post lacrimas veniunt risusque decori.
Nach Bettingen gehen (wollen, verlangen). (Wortspiel mit Bett, wie wir in demselben Sinne sagen: Nach Bethlehem gehen. Bettingen ist ein Dorf bei Basel
Nach Bieren gib potum, nach potum eile cacotum.
Nach böser Erndt muss man dennoch wider Säen.
Nach bösser ernd sehw.
Nach Brand riechen. (Mit Hochzeitgedanken umgehen)
Nach Braten ins Spital gehen.
Nach Bratwürsten braucht man im Hundestall nicht zu suchen.
Nach braunen (o. reifen, schwarzen) Kirschen steigt man hoch.
i] Für das, was wir gern haben wollen, wird keine Anstrengung gescheut.
Nach Brei sich eine halbe Stunde erholen, nach Kohl und Kartoffeln sich zwei Stunden erholen. Estland
Nach Canossa gehen wir nicht!
i] In den Zittauer Nachrichten vom 29. Juli 1875 heißt es: Das Braunschweigische Staatsministerium hat die Erlaubnis erteilt, dass auf dem großen Burgberge bei Harzburg die Spitzsäule zum Andenken an die Worte Bismarcks: 'Nach Canossa gehen wir nicht!' errichtet werde. Es sollte damit ausgedrückt werden, dass sich der Staat der römischen Kirchenherrschaft nicht unterwerfen werde.
Nach Darbstädt und Mangelburg gehen viel Straßen.
Nach deinem Tode wird dein Gut einen andern Herr heißen.
Nach dem Abendessen soll man gehen, nach dem Mittagstisch sich legen. Spanien
Nach dem Abendläuten soll man nichts in das Haus hineinnehmen
Nach dem alten Adam schmeckt jeder.
fr] Tous furent de Eve et d'Adam.
Nach dem Alter fragt man auf dem Pferdemarkt.
tü] Yaşı at pazarında sorarlar.
Nach dem Alter schätzt man nur die Pferde.
fr] L'âge n'est fait que pour les chevaux.
Nach dem Amen folgt der Segen. (Sinn: Erst muss der Landmann den Boden bearbeiten, ehe er auf eine Ernte hoffen kann. Die Juden haben das Wort: Achare Moos - Kedooschim = Nach dem Tode die Heiligen. Die Wörter bezeichnen die Anfänge zweier Abschnitte aus dem Pentateuch)
Nach dem angenehmen Kratzen kommt das unangenehme Brennen. Dänemark
Nach dem Antoniustag fängt die Sonne schon an, den Stoff zu bleichen. Estland
Nach dem Arme richtet sich der Aderlass.
fr] Selon le bras la saignée.
Nach dem Bade warm, nach Lässe (Aderlaß) kalt, tust du das, so wirst du alt.
Nach dem Bartholomäustag (24. VIII) streue um die Hälfte mehr Samen. Estland
Nach dem Beispiel der Könige richtet sich die ganze Welt.
la] Regis ad exemplum totus componitur orbis.
Nach dem Beutel richte den Schnabel. (Man soll die Genüsse nach der Einnahme berechnen)
fr] Selon les biens soit la dépense,
Le sage croit, le fou n'y pense.
Nach dem Blitz kommt der Donner.
it] Dopo il lampo viene il tuono.
Nach dem Bolzen schiesst man die Pfeile.
ndt] Na dem bolte schat men de pyle.
la] Pilum, confodiunt quae corpus, tela sequuntur.
Nach dem Bösen kommt das Gute.
dä] Mørket var for lyset, ondt er føreni det gode.
Nach dem Brande bleiben die Ruinen.
Nach dem Decem gehen und den Sack darüber einbüßen.
Nach dem Doktor schicken.
fr] Heurter à la boutique de Saint-Cosme.
Nach dem Dorotheentag (6.2.), kein Schnee mehr gerne kommen mag.
Nach dem Erdbeben schlägt man auf die Seismographen ein.
Ernst Jünger
Nach dem Erpresser kommt ein Verfresser. (Ein Zerstreuer, Vergeuder, Verschwender)
Nach dem Ersten kommt der Zweite.
Nach dem Essen dreihundert Schritt - und du brauchst keine Apotheke. China
Nach dem essen ist gut rat haben.
Nach dem Essen kommt der Tanz. (fr] Après la panse vient la danse)
Nach dem Essen liege und ruhe, geh nicht und steh nicht ohne Grund. (Post coenam iace et pausa, ned i nec sta sine causa)
Nach dem Essen soll man auch das Pfeifchen nicht vergessen. Ostfriesland
Nach dem Essen soll man ruhn, weder stehn, noch ohn' Ursach Gänge tun.
Nach dem Essen sollst du rauchen oder deine Frau gebrauchen. [ASpW]
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun. Nach J. B. Schuppius, 1610-61, 'Regentenspiegel'
Nach dem Essen sollst du stehn,
Oder tausend Schritte gehn. Joh. Balthasar Schupp, Regentenspiegel
Nach dem Essen zu Tisch.
z] Nach dem Essen ist man konservativ. Ralph Waldo Emerson, Essays
z] Wenn ich dem Spruche eine diätetische Wahrheit zugestehen sollte, so wäre sie: Du sollst stehen, d.h. dich nicht niederlegen, denn der angefüllte Magen drückt, wenn man sich legt, auf das Zwerchfell und erschwert so das Atemholen. Und du sollst tausend Schritte gehen, d.i. einen kurzen Weg gehen. Ich darf mich auch auf den Gesättigten berufen, ob er wohl zu etwas anderm Verlangen hat, als sich ein Weilchen ruhig zu verhalten, auf die Tiere kann ich mich berufen, welche alle, wenn es ihnen irgend möglich ist, nach dem Genusse der Ruhe pflegen. Das Sprichwort geht auch besonders gegen das Sitzen der Gelehrten unmittelbar nach Tische. Schweikerts Zeitung, 1830
en] A letter written after dinner, is read in hell.
la] Post coenam jace et pausa, nec i, nec sta, sine causa.
la] Post cenam stabis aut passus mille meabis.
la] Post mensam pausa, nec stes, nec eas sine causa.
tü] Yemekten sonra ya kirk adim atmali ya sirtüstü yatmali.
Nach dem Exempel und Taten der großen Hansen und Potentaten wolt gern die gantze Welt geraten.
Nach dem Exempel und thaten der obern und Potentaten pflegt der pöfel zu geraten.
Nach dem Falle kommt die Beule.
ho] Na den val de buil.
Nach dem Fass schmecken.
z] Alle anderen Lehren schmecken nach dem Vaas.
Nach dem Fastnachtssturm fängt das Wetter mit einem Fuß an zu hinken, und wenn der Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) auch vorüber ist, hinkt das Wetter schon mit beiden Füßen. Estland
Nach dem Fest ist ein Narr überig.
la] Post festum fatuus superest.
Nach dem fest und spiel soll man erbs essen.
Nach dem Fleische nimmt (o. wetzt) man das Messer.
ho] Zulk vleesch, zulk mes.
Nach dem Frost bessert sich das Wetter. Estland
Nach dem Glauben der Rumänen in der Bukowina hängen sich an Kinderwindeln, die man abends draußen lässt, unreine Geister, weshalb man sie vor dem Gebrauch mit Kümmel ausräuchern muß
Nach dem Glück das Ansehen, nach der Fülle der Verstand.
Nach dem Glück wird unserer Weisheit Maß geschätzt. Euripides, Hippolyt, 701 (Amme)
Nach dem Glück wird unsrer Weisheit Maß geschätzt.
Euripides, Der bekränzte Hippolytos (Amme)
Nach dem großen Bankett wenig Brot. Frankreich
Nach dem großen Himmelsschluss alle Welt sich richten muss.
Nach dem Gute muss das Zehren sein;
Der Kluge glaubt's, der Narr sagt: nein.
Nach dem Haar gibt man dem Hund den Namen.
bm] Podlé srsti psu jméno.
Nach dem Halfter sehen, wenn 's Pferd fort ist.
Nach dem Hasen reiten.
z] Hoch hebt sich da im Bügel Herr Dietrich wild und jach. Ich reite nach dem Hasen, sei's bis zum jüngsten Tag.
Nach dem Herbstschein fällt der Winter ein.
Nach dem Herkommen eines frommen Mannes und der Heimat eines guten Weines muss man nicht zu streng fragen.
Nach dem Höchsten und Herrlichsten musst du ringen, wenn dir das Schöne zuteil werden soll.
Caspar David Friedrich, Ober Kunst und Kunstgeist
Nach dem Hühnerei sieht er und die Gans lässt er fahren.
Nach dem Jakobstag (25. VII) kann man Heu sonst nirgends als am Rechenstiel trocknen.
Nach dem Jakobstag, (25. VII), als man Heu zu Schobern aufstapelte, konnte das Wasser am Gabelstiel herablaufen - das Heu ist dann nicht mehr heiß geworden.
Nach dem Jammer kommt die Freude.
Nach dem Kamele richtet sich die Last.
Nach dem kanonischen Recht. Ulm
i] Scherzhaft: nach dem Recht des Stärkern, dem Recht der Kanonen.
Nach dem Käswasser kommt selten was Bessers. Schwaben
i] Der Käse macht den Schluss des Essens.
Nach dem Keife kommt die größte Freundschaft.
mhd] Na dem kyve kumt de groteste vruntschap.
la] Usus amicitiae maior post iurgia semper.
Nach dem Kleide richtet sich die Gastfreundschaft. Arabien
dä] Saa er hver h¿dt som han er kl¿dt.
ruth] Jak sią ubraw, tak ho uraczyły.
Nach dem Kleide strecke die Beine.
i] Füge dich in die Umstände, in denen du lebst. Jede anständige Gesellschaft im Orient würde es für einen großen Verstoß gegen den Anstand betrachten, ein Bein unter den Kleidern hervorzustrecken. Vor einer höheren Person müssen sogar Füße und Zehen bedeckt sein und man muss vom ganzen Körper nichts als das Gesicht sehen.
Nach dem Kleide wird man empfangen, nach dem Verstande entlassen.
bm] Dle šatu vítají, dle rozomu provázejí.
Nach dem Knüppel fühlt man den Stock nicht. Bulgarien
Nach dem Kommen der Lerche fällt noch so viel Schnee, wie die Lerche beim Kommen auf der Erde fand. Estland
Nach dem Kopf sieht (= wählt) man den Bräutigam, nach den Beinen das Mädchen. Estland
Nach dem kranken Kind siehet man sich am meisten um.
Nach dem Kriege die Stücke (o. Kanonen) anführen.
Nach dem Kriege fehlt's nicht an tapfern Leuten.
bm] Po vojnĕ hrdin mnoho bývá.
Nach dem Kriege stellen (o. melden) sich viele Helden vor. Zigeuner
Nach dem Kriegsspiel gibt's der Tapfern (Helden) viel.
Nach dem Küssen folgt das Bett.
Nach dem Küssen, dem Liebeslecken, folgen zuletzt die braunen Flecken.
Nach dem Lachen kommt Trauern. Sprüche Salomonis, 14, 13
Nach dem Laurentiustag (10.8.) fängt der Wald nicht mehr an zu brennen, dann kann man im Walde Feuer machen. Estland
Nach dem Leide kommt Freude.
en] After annoy there comes joy.
en] Ladness and gladness succeed each other.
en] Of sufferance comes ease.
Nach dem Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) wird der Schlitten zur Last und nach Michaelis (29.9.) der Wagen zur Last. Estland
Nach dem Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) zerbricht der Frost nicht mehr das Hühnerei. Estland
Nach dem Maße des Wohllebens trommeln die.
Nach dem Mästen folgt das Schlachten. (Nicht jede Wohltat ist uneigennützig)
Nach dem Matthais (24.2.), da geht kein Fuchs mehr über's Eis.
Nach dem Matthais (24.2.), da trinkt die Lerche aus dem Gleis.
Nach dem Matthäustage nicht viel nach schönen Tagen frage. Italien
Nach dem Mecklenburger greifen.
Nach dem Menschen bleibt nur die Spur seiner Arbeiten. Finnland
Nach dem Michaelstag (29.9.) darf man die Herde nicht mehr ruhig in den Wald treiben, weil dann dem Wolf das Recht im Walde gehört. Estland
Nach dem Mittagessen ruhe eine Weile, nach dem Abendessen gehe eine Meile. (Der Sinn liegt in der Tatsache, dass die Hauptmahlzeit schwer im Magen liegt, während die Zwischenmahlzeit leichterer Art ist)
Nach dem Mittagessen sitz eine Weile, nach dem Abendessen geh eine Meile. England
Nach dem Mittagessen steh', nach dem Abendessen geh'.
en] After dinner rest a while, after supper walk a mile.
it] Dopo pranzo sta, dopo cena va.
la] Post prandium stabis, post coenam ambulabis.
Nach dem Monde greifen (schießen).
ho] Hij grijpt naar de maan.
ho] Hij will de maan in de hand nemen.
ho] Zij willen de maan.
Nach dem mund gehet die bekanteste heerstraße.
Nach dem Narren, der ins Meer gefallen, muss man nicht fischen. Russland
z] In jedem guten Staate muss jeder die Freiheit haben, ein Narr zu sein; nur darf der Narr mit seiner Narrheit niemand auf den Fuß treten, weil dies zu viel Störungen und Zänkereien geben würde. Seume
z] Mit Weisen darfst du dich entzweien, mit Narren halte Frieden fein; denn Weise können dir verzeihen, der Narr wird unversöhnlich sein.
z] Mit Narren leben wird dir gar nicht schwer,
Versammle nur ein Tollhaus um dich her.
Bedenke dann, das macht dich gleich gelind,
dass Narrenwärter selbst auch Narren sind. Goethe, Zahme Xenien I
z] Mit Narren sich beladen,
Das kommt zuletzt dem Teufel selbst zu Schaden. Goethe, Faust II A I, Rittersaal
Mephisto Vs 6564
mhd] Mit narren is quât spelen.
mhd] Wer mit tôren spotten will, der muoz ouch dulden narrenspil.
bm] Není dobre s bláznem se práteliti.
dä] Narren er ond at ved faaes.
dä] Ondt at skemte med daare.
fr] Ne ioue point au fol, endure ce quil dict ou faict.
ho] Met kwade dwazen is het geen gekken, noch met sterke worstelen.
ho] Mit quaden dwasen en sal men niet ghecken.
la] Cum fatuis cari pueri nolite iocari.
la] Cum fatuis durum certatim ludere cuiquam.
la] Cum stolidis risu durum verbisque jocari.
la] In mari aquam quaeri.
la] Insanire cum insanientibus.
la] Ne stulto collude, vel quae dixerit, aut fecerit aequo animo fer.
sd] Narren är ond at wedfåås.
sd] Ondt skiämpta med narren, ty han skiämmer så snart twåå som han heedrar en.
un] Nem jo a' bolonddal tréfálni.
Nach dem nürnberger Recht hängt man den Dieb nicht eher als man ihn hat.
Nach dem nürnberger Recht muss der die Prügel behalten, der sie bekommen hat.
Nach dem Oberhilfgericht gehen.
i] Von Frauen, die ihren Mann zum Hahnrei machen, weil sie, mit den Gaben ihres Mannes nicht zufrieden, sich an fremde Hilfe wenden.
fr] Aller à la cour des aides.
Nach dem preusch-markischen Recht muss man behalten, was man bekommen hat.
i] Einige Einwohner zu Preuschmark gerieten in Streit, der mit einer Schlägerei endigte. Der eine Teil klagte beim preusch-markischen Gerichte, als sei ihm zu viel geschehen. Eine genaue Untersuchung ergab aber, dass die Austeilung der Schläge von beiden Seiten ziemlich gleich erfolgt sei, weshalb die Parteien von dem Gericht das Urteil empfingen, es solle jeder behalten, was er bekommen. Dies gab in der Folge Veranlassung, von Leuten, die besonders bei Injurienklagen ihre Unschuld nicht genug erweisen können, zu sagen: es wird wohl nach dem preusch-markischen Recht ablaufen. Andere wollen, und zwar angeblich mit größerer Richtigkeit, den Ursprung des Sprichworts von einem ehemaligen preusch-markischen Amtshauptmann herleiten, der bei allen über Schlägereien und Injurien vorgetragenen Klagesachen jedesmal den Bescheid in plattdeutscher Sprache erteilt habe: 'Een jeder mâg behole, wat he hefft. Von Rechts wegen.'
fr] La coutume de Lorris, où le batu paye l'amende.
Nach dem Priester muss man auch den Chorrock (Mantel) schneiden.
it] Tenur al preat begna far enca la capa. Schweiz
Nach dem Ramadan folgt der Beiram.
i] Auf Trauer Freude. Der Ramadan ist die Zeit der großen Fasten, der Beiram das Schmausefest, welches unmittelbar darauf folgt.
Nach dem rat greif zur tat.
Nach dem Rauch kommt feuer, nach schmähen blutvergießen.
Nach dem rauch schlegt das feuer aus.
Nach dem Rauche den Braten beurteilen. Russland
Nach dem Rausche folgt der Katzenjammer.
Nach dem rechten Schnürlein greifen.
i] Eine Sache am rechten Punkte anfassen.
Nach dem Regen ist gut fischen.
Nach dem Regen kommt der Segen, nach dem Leide kommt die Freude. (Nach den trüben werden wieder bessere Tage kommen)
Nach dem regen kommt ein sonnenschein. (Frauen scheinen sich (und was könnten sie Besseres tun) den Himmel zum Muster genommen zu haben, indem sie, sowie dieser sogleich nach Regen seine Sonne leuchten lässt, nach Tränen sogleich wieder lächeln)
Nach dem Regen scheinet die Sonn.
Nach dem Regen wächst das Kraut, nach dem Wein wird 's Zünglein laut.
z] Nach dem regen wachst kraut und grass, nach dem wein mag man schwatzen bass.
dä] Efter regn voxer græs, efter viinen snak.
Nach dem Regen wird's schön, sagt der Narr, wenn es nicht schneit.
bm] Zas dobre bude až zlé pomine.
ho] Na regen komt zonneschijn.
la] Nunc pluit, et claro nunc Jupiter aethere fulget.
pl] Bedzie dobrze gdy zle omin ie.
mhd] Na dem regen schynt de sunne.
la] Lux sequitur noctem, fulget post nubila Phoebus
bm] Kdo pred deštem beží, snadno v louži leží.
dä] Ofte kommer regn efter solskin, og efter mulm klart veir.
en] After a storm comes a calm.
en] After clouds (rain) comes clear (fair) weather.
fr] Après la pluie le beau temps.
fr] Après le beau temps vient le laid et après la guerre la paix.
ho] Ne rain kommt gerne sonnenschin.
ho] Ducke komet regen na sunnenschine, als deit ducke na vreuden pyn.
it] Dopo il cattivo ne viene il buon tempo.
it] Dopo l'avversità viene la prosperità.
it] Dopo la pioggia risplende il sole.
kroat] Ki deždja beži, rad v mlaki leži.
la] Blandi post nubila soles.
la] Clarior est solito post maxima nubila Phoebus, post inimicitias clarior est et amor.
la] Inter vepres rosa nascitur.
la] Jubila post fletum redeunt, post nubila Phoebus.
la] Nocte pluit tota, redeunt spectacula mane.
la] Nube solet pulsa candidus ire dies. Ovid
la] Nube solet pulsa clarior ire dies. Ovid
la] Post nubila, Phoebus.
la] Postquam gaudebis, rursum post gaudia flebis.
la] Post tristia soles.
la] Sequitur per hiemem.
sd] Efter regn kommer solskeen.
sp] Algun dia será la fiesta de nuestra aldea.
sd] Efter regn låter Gud solen skina.
Nach dem Regenbogen werfen.
Nach dem Reiserock muss man nicht den Mann taxieren.
sp] Debajo de una mala capa se encuentra un buen bebedor.
Nach dem Roggenmarientag (Mariä Himmelfahrt, 15.8.) fangen die Fliegen an, sich zu erhängen. Estland
Nach dem sächsischen Kaffeetopf schmecken.
i] Wie sich der Volkswitz mit ganzen Städten neckt, so auch mit Volksstämmen; wie er von 'blinden Hessen' u.s.w. redet, so erzählt er von den Sachsen, sie nagelten alljährlich in der Sylvesternacht auf den Boden ihres Kaffeetopfes eine Bohne, die mit viel Wasser und Genügsamkeit die nächsten zwölf Monate der Familie zur Bereitung ihres Lieblingsgetränks diene.
Nach dem Sagen gilt das Schweigen.
i] Wenn ein Mann, der vernünftig zu reden weiß, schweigt, so legt man Gewicht darauf; wenn ein anderer, der nichts Kluges redet, schweigt, so erscheint sein Schweigen gleichgültig.
Nach dem Sankt Veit (15.6.), da ändert sich bald die Jahreszeit.
Nach dem sauren schmeckt das süße am besten.
dä] Efter suurt smager det søde best.
la] Dulcior est post pericula fructus.
Nach dem Schaden folgt der Spott.
Nach dem Schaden macht der Narr Friede.
z] Da gemein sprichwort ist: Stultus post damnum pactum facit. Nach dem schaden macht der narr fried.
Nach dem Schaden richten, trügt.
Nach dem Schaden wird auch der Leche weise. Russland
Nach dem Schaden wird man witzig.
Nach dem Schaden, nach der Tat, weiß jedermann guten Rat.
fr] Après dommage chacun est sage.
la] Experientia docet.
la] Experientia est optima rerum magistra.
la] Non mihi per damnum commoda nostra fiunt.
Nach dem Schatten greifen.
ho] Eene schaduw omhelzen.
Nach dem Scheiterhaufen riechen.
i] Wer ketzerische Meinungen hat.
Nach dem Schilde urteilen.
i] Nach dem äußeren Scheine.
fr] Juger sur l'étiquette du sac.
Nach dem Schlangenbiß schlafe, nach dem Skorpion weine. Indien
Nach dem Schmaus gehen die Freunde nach Haus.
Nach dem Schmaus ist die Freundschaft aus.
en] When good chear is lacking, our friends will be backing.
Nach dem Schulsack riechen.
Nach dem Schwanzriemen fragen.
i] In einer Angelegenheit sehr genau, bis ins Einzelne, Kleinste forschen.
Nach dem Siege binde dir den Helm fester. Japan
Nach dem Siege zieh dein Helmband straffer. China
Nach dem Simonstage (18.2.) soll uns der Frost nicht lange plage'.
Nach dem Sonnenschein kommt oft ein Platzregen oder ein Hagelwetter.
Nach dem Sonnenschein kommt Regen.
fr] Après le beau temps vient le laid, et après la guerre la paix.
ho] Na zonneschijn komt gaarne regen.
la] Imber adest soli, comitantur gaudia fletum.
sd] Efter het solsken faller gärna slagregn. – Skrickelåt gjör efter gråt.
Nach dem Sparer kommt ein Zehrer.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Sepp Herberger
Nach dem Spiel kommt oft des Ärgers viel.
ho] Na het spel komt de twist. – Op 't vrolijk spel volgt slechts gekwel.
Nach dem spiel soll man erbs essen.
la] Post festum ac lusum pisa elenda.
Nach dem Spiel will jeder wissen, wie man hätte (aus)spielen müssen.
la] Posteriores cogitationes sapientiores.
pl] Dobry rozum po szkodzie, lepszi przed szkodą.
Nach dem Stalle gehen.
i] In Berlin Redensart für: in die Schule gehen.
Nach dem Stören brennen die Kohlen heller.
Nach dem Streit ist es nicht nötig, mit Fäusten zu drohen. Estland
Nach dem Stück Fleisch schnappen, da man nur den schatten sihet.
Nach dem Sturm kommt die Ruhe.
en] After a storm comes a calm.
Nach dem Sturme fahren wir
Sicher durch die Wellen.
Joh. Falk, Schifferlied
Nach dem Sturme Sonnenschein.
bm] Po bouři bývá jasno, a po jasnu mračno.
bm] Po nečase čas bývá.
en] After a storm comes a calm.
ho] Na storm volgt stilte.
it] Doppo il cattivo ne vien il buon tempo.
Nach dem Süßen kommt das Saure, nach dem sauren das süße.
bm] Po chutí nechut' bývá, lib sladec, lib hořec.
en] After sweet meat comes sour sauce.
fr] La volupté porte le repentir en croupe.
ho] Geen zoet zonder zuur.
la] Post gaudia luctus.
sd] Efter söt klåda komer sur sweda.
Nach dem Tag des Bartholomä (24.8.), da schreien die Vögel ach und weh.
Nach dem Tag des Fridolein (6.3.), da muss der Pflug auf dem Felde sein.
Nach dem Tag des Gregorei (12.3.) , legt auch die wilde Ent' ihr Ei.
Nach dem Tag kommt die Nacht.
Nach dem Tage von Sankt-Matthä'n wird man wenig schöne Tage sehn. Mailand
Nach dem Tiburtiustag (14.4.) alles, alles grünen mag.
Nach dem Tod eines Blinden spricht man von seinen Mandelaugen, nach dem Tod eines Glatzkopfs von seinem goldblonden Haar.
en] When a bald man dies he gets golden hair, and when a blind man dies he gets almond eyes.
enzi] Praising what is lost makes the remembrance dear. Shakespeare, All's Well That Ends Well
enzi] They are aye good that are away. (Scottish) Kelly
enzi] Last year was always better. Diogeniasus, Adagia (125 n. Chr.)
tü] Kör ölür badem gözlü olur, kel ölür sırma saçlı olur.
Nach dem Tod ist das Paradies wie die Hölle mies.
Nach dem Tod ist es zu spät, an den Arzt zu denken.
en] It's too late to think of the doctor after death.
Nach dem Tod kommt das Lob.
Nach dem Tode Arznei, dann ist's vorbei.
i] Zum Toten kommt der Arzt zu spät.
fr] Après la mort le médecin.
it] Dopo morte non val medicina.
Nach dem Tode braucht man kein Rezept mehr.
i] In der untern Volksklasse ruft man in der Regel die Hilfe des Arztes erst an, wenn es zu spät ist.
Nach dem Tode Christi unternahmen es zwölf arme Fischer und Handwerksleute, die Welt zu lehren und zu bekehren. Ihre Lehrart war einfältig, ihr Vortrag ungekünstelt, allein sie predigten mit gerührtem Herzen, und von allen Wundern, mit denen Gott ihren Glauben ehrte, war die Heiligkeit ihres Wandels am auffälligsten.
Jean-Jacques Rousseau, Bemerkung über die Antwort des Königs von Polen
Nach dem Tode fehlt es nicht an Greifnurzu's.
mhd] Na dem dode sint wohl tastmentô.
la] Ignavis vultur solet expectare cadaver.
Nach dem Tode gilt das Geld nicht mehr.
Nach dem Tode hört der Neid auf.
Nach dem Tode kommt die Buße (o. Liebe) zu spät.
bm] Pozdĕ po smrti pokání činiti.
kroat] Késno se je po smérti za grehe kajati.
kroat] Po smérti késno se je žaluvati.
Nach dem Tode kommt Lob.
mhd] Na dem dode so kumt dat lof.
la] Post hominum cineres oritur clarissima fama.
dä] Døden skiemter ikke.
Nach dem Tode rechten und borgen, macht Kummer und Sorgen.
Nach dem Tode ruft man den Arzt.
fr] Après la mort le médecin.
Nach dem Tode weiß man, wer Zwingel und Bapst gewesen seyn.
Nach dem Tode zum Doktor schicken.
en] After death the Doktor.
fr] Apres la mort le médecin.
la] Post bellum auxilium.
Nach dem toten Munde muss der Kläger seine Klage wider die Erben beweisen. [RSpW]
i] Wenn der Kläger von dem Beklagten einen Eid gefordert, dieser aber stirbt, eh' er ihn leisten kann, so muss sich jener (der Kläger) um andere Beweismittel zur Begründung seiner Klage bemühen und kann nicht verlangen, dass die Erben des Beklagten den verlangten Eid leisten.
z] Weiss der Erbe nichts vom Bestande einer Schuld und widerspricht er sie, sobald er zur Zahlung aufgefordert wird, so ist es Sache des Gläubigers sein Recht genügend zu begründen. Und die Beweisführung war den Gläubigern nicht ganz leicht gemacht. Das Hamburgerrecht sagt: Wer sich weigert, mit dem Kranken zu rechten, dem wird nach dem Tode (desselben) nicht geglaubt.
z] Der Erbe, der nicht um eigene Mitwissenschaft geschuldigt wird, kann nur mit 72 Männern zur Zahlung nach toter Hand genötigt werden. Nach manchen Rechten war der Zeugenbeweis ganz ausgeschlossen oder ließ nur den Beweis durch Urkunden zu.
z] Nach toter Hand soll man die Schuld weisen redlich und mit gesiegelten Briefen, mit dem Stadtbuche, mit dem Rate, mit den Schöffen. Altprager Stadtrecht
Nach dem Träger füllt man den Sack.
ho] Na den kamel maecktet pack, anders baertet ongemack.
ho] Na de drager maekt den sak, 't sack nae 't peert en 't peert nae 't pack.
Nach dem Troge schmecken.
ho] Het smaakt naar den trog; had ik mar ik at nog.
Nach dem Trunke fließt die Rede besser.
la] Fluit melius post pocula sermo.
Nach dem Tun ist gut schlafen.
Nach dem Unglück sucht man nicht, es kommt von selbst. Estland
Nach dem Unmöglichen jagen.
la] Impossibilia venaris.
la] Non decet ulla ratione quae rere, qua fieri nequeunt.
Nach dem Vaterland ist unser Sinn gewandt.
i] Ein Schuh aus dem Heimatlande, und wenn er auch geflickt ist, sagen die Neugriechen.
it] La patria è la calamita, e la tramontana d'ogni viandante.
Nach dem Verbotenen streben wir stets, das Versagte begehrend.
la] Nitimur in vetitum semper, cupimusque negata.
Ovid, Amores
Nach dem was die Leute sagen, beurteilt man ihr Schweigen. China
Nach dem Wert einer geschenkten Sache frage nicht. Estland
Nach dem Wetter wechselt man den Rock (Pelz).
Nach dem Wichtigeren (d.h. dem Hauptteil) wird die Sache benannt.
la] A potiore fit denominatio.
Nach dem Widrigen kommt das Angenehme (Gute). Venetien
la] Sic levis haec poena, sequatur jejunia coena.
Nach dem Winde schaut der Schiffer, auch wenn er auf dem Lande.
Nach dem Winde stellt man die Segel.
i] Die Mittel zur Erreichung eines Zweckes müssen sich nach den Umständen richten.
Nach dem Windeskreuztag (d. i. Jürgenstag) wird gesagt: In der neunten Woche springt das Gras, in der achten Woche hüpft es, in der siebenten Woche steht es still und in der sechsten Woche füllt es alle Plätze. Estland
Nach dem Winter kommt der Frühling. Estland
Nach dem winter kommt der mai.
mhd] Na dem winter kumt de mei.
la] Ver brumam sequitur, veniunt post gaudia fletus.
la] Sequitur ver hyemen.
Nach dem Zeuge richtet sich die Walke.
i] Nach der Schulter die Bürde. Guter Zeus hält eine tüchtige Walke aus, schlechter wird dadurch zerstört.
Nach dem Zusammenbruch aller Illusionen genügt die Suche nach der Wahrheit, um uns fest ans Leben zu ketten.
Sully Prudhomrne, Gedanken
Nach den drei in der Kirche gesprochenen lateinischen Worten einem Manne ins Bett zu folgen, den man nur zweimal gesehen hat, ist entschieden schamloser, als sich willenlos einem Manne hinzugeben, den man zwei Jahre lang angebetet hat.
Stendhal, Über die Liebe
Nach den fetten Kühen die mageren, nach den mageren gar kein Fleisch.
Heinrich Heine
Nach den Flitterwochen kommen die Zitterwochen.
i] Flitterwochen, wahrscheinlich so benannt nach der Flitterhaube und Flitterkleidung, welche die Frau ehemals in den ersten Wochen nach der Hochzeit trug. - Man lernt auch das Unangenehme des Ehestandes bald genug kennen.
fr] Après les premiers plaisirs du mariage on en trouve les amertumes.
Nach den Gesetzen der Ehre und der Waffe geht derjenige seines Adels und seiner Ehrenstellen verlustig, wer eine Beleidigung einsteckt; und nach den bürgerlichen Gesetzen ist derjenige, der dafür Rache nimmt, peinlichen Strafen ausgesetzt. Wer sich an die Gesetze wendet, um für eine ihm zugefügte Beleidigung Genugtuung zu verlangen, ist beschimpft, und wer sich diese Genugtuung selbst nimmt, den bestrafen die Gesetze. Montaigne, Essais
Nach den guten Tagen gewöhnt man der bösen übel.
la] Bis miserum est fuisse felicem.
Nach den Jahren muss man gepaaren.
i] Danach die Zeit ist, danach muss man sich halten.
Nach den Lumpen geht (leckt) das Feuer.
Nach den Mäusen werfen.
Nach den Narren kann man sich nicht richten.