Sprichwörter - Redensarten - Zitate O
O Aberglaube, dickste Nacht,
Wie drückst du schwer die Welt!
Das Licht, es ist umsonst erwacht
Am hohen Sternenzelt.
August Platen O Ackersmann, du Klackersmann, wohl dem, der ein Handwerk kann, seggt de Bessembinne tom Bû'rn. O Äffin, was sind eure Jungen schön! O allmächtiger Zeus, gib Heil dem kühnen Beginnen!
la] Jupiter omnipotens, audacibus adnue coeptis!
Vergil (70-19 v. Chr.), Aeneis, Übersetzt von Voß, B. 9, Vs 625 O Arbeiter! Enterbtes, geplagtes, geächtetes Volk! Das man einkerkert, verurteilt, tötet! Geschmähtes und beschimpftes Volk! Wirst du nicht aufhören, diesen Rednern des Mystizismus dein Ohr zu leihen, welche, statt dir das Heft in die Hand zu geben, dir unaufhörlich vom Himmel und vom Staate vorreden und dir bald von der Kirche, bald vom Staate das Heil versprechen, und deren feurige und wohlklingende Sprache dich besticht?
Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), Bekenntnisse eines Revolutionärs O armes Volk! Dein Schicksal läßt mich leiden!
Du kennst nur eins: in Knechtschaft dich bescheiden!
Adam Mickiewicz (1798-1855), Paradeplatz O Athen, der Städte erste, was für Esel jetzt ernährst du!
Neugriechen O Bäcker Schiffmann, Bäcker Schiffmann, sagte der Schusterjunge, so'n groß Haus un sonne klênen Salzkuchen.
Stettin
i] Vor dem Hause des Bäckers Schiffmann, an der Ecke der Langenbrückestraße, versammelte ein Schusterjunge durch den kläglichen Ruf: O Bäcker Schiffmann, o Bäcker Schiffmann, erst einen großen Haufen Neugieriger um sich, bevor er auf vieles Fragen, was es mit dem Bäcker Schiffmann gebe, den Nachsatz hinzufügte. O Bauernstand, o Bauernstand,
Du liebster mir von allen!
Maximilian von Schenkendorf (1783-1817), Gedichte (gedr. 1813), Abteilung 2, Vaterland, Der Bauernstand O Berlin, ich muss dich lassen, o du wunderschöne Stadt!
Handwerksburschenabschied vom Liebchen, Volkslied; Melodie von Carl Maria von Weber (1786-1826) O Beste! glaube, was man so verständig nennt,
Ist oft mehr Eitelkeit und Kurzsinn.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Garten (Faust) Vs 3100 O bitte, bitte, seggte Brennes, as hei téin Jahr Gefängnîss krêg.
Wolfenbüttel O bleiche Pest der Geldsucht!
Lukan (39-65), Der Bürgerkrieg O blicke nicht nach dem, was jedem fehlt;
Betrachte, was noch einem jeden bleibt!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A III Sz 2 (Leonore) Vs 1798 O blicke, wenn den Sinn dir will die Welt verwirren,
Zum ewgen Himmel auf, wo nie die Sterne irren.
Friedrich Rückert (1788-1866), Heimwärts O blinde Gier! O unverständig Wüten,
Das uns so mächtig spornt im kurzen Leben.
Dante Alighieri (1265-1321), Hölle, XII, 49/50 O brich den Faden nicht der Freundschaft rasch entzwei!
Wird er auch neu geknüpft, ein Knoten bleibt dabei.
Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen O Brüder eilt! Denn schwanger ist die Zeit,
Es kommen Tage voller Herrlichkeit.
ja große Tage voll von Ungewittern,
Reicht euch die Hände denn, um nicht zu zittern
vor denen, die euch nahen dann, den Riesen!
Sándor Petöfi (1823-1849), In Siebenbürgen O das ist herrlich, dass jeder glaubt, mehr vom anderen zu empfangen, als er gibt. O Liebe, Liebe! Die Armut des Reichtums - und welche Kraft wirkts in mich, da ich im anderen alles umarme, was mir fehlt, und ihm noch dazu schenke, was ich habe.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an F. H. Jacobi, 13./14.8.1774 O dass dem Menschen nichts Vollkommnes wird,
Empfind ich nun!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Wald und Höhle (Faust) Vs 3240 O dass die innre Schöpfungskraft
Durch meine Sinn erschölle,
dass eine Bildung voller Saft
Aus meinen Fingern quölle!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Merck, .5.12.1774 O dass man mir den Mann nicht gibt.
Den ich so sehr, so sehr geliebt!
Altfranzösisches Tanzlied (Refrain) O dass wir einen bösen Feind in den Mund nehmen, damit er unser Gehirn stehle!
en] O, that men should put an enemy in their mouths to steal away their brains!
William Shakespeare (1564-1616), Othello II,3 O dear hot kein Kropf, 'r hot nou an hauha Ruia (Reien). O Demokratie, wo willst du noch mit uns hinaus?
Wenn dieser Wicht von den Göttern solch ein Amt empfängt?
Aristophanes (450-380 v. Chr.), Die Vögel, 26,1760 (Poseidon) O denket, dass ein Gott im Himmel ist,
Dem ihr müßt Rede stehn für eure Taten.
Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell, III, 3 (Rösselmann) O der arme Mensch steht allemal mit zugebundenen Augen vor seinem scharfen Schwerte, unbegreifliches Schicksal!
Jean Paul (1763-1825), Leben des Quintus Fixlein O der du baust auf Gottes Segen,
Lass nur den Segen seinen Lauf gehn.
Wie fruchtbar immer sei der Regen,
Wo du nichts säest, wird nichts aufgehn.
Saadi (1190-1291), Diwan, Mokattaat O der Wandlung! Graun und Nacht umdüstern
Nun den Schauplatz jener Herrlichkeit!
Friedrich Matthisson (1761-1831), Elegie in den Ruinen eines alten Bergschlosses O Deutschland! Weh!
Es bricht der Wolf
In deine Hürde ein,
und deine Hirten streiten
Um einer Hand voll Wolle sich.
Heinrich von Kleist (1777-1811), Die Hermannsschlacht (Wolf) O Deutschland, meine ferne Liebe,
Gedenk ich deiner, wein ich fast!
Das muntre Frankreich scheint mir trübe,
Das leichte Volk wird mir zur Last.
Heinrich Heine (1797-1856), Neue Gedichte, Romanzen, 8, Anno 1839 O Dichtkunst, die das Leben lindert!
Wie manchen Gram hast du vermindert,
Wie manche Fröhlichkeit vermehrt!
Friedrich von Hagedorn (1708-1754), Oden und Lieder O die Tugend selbst gibt keinen Trost, wenn du einen Freund verloren hast, und das männliche Herz, das die Freundschaft durchstochen hat, blutet tödlich fort, und aller Wundbalsam der Liebe stillt es nicht.
Jean Paul (1763-1825), Miszellen O die Verstellung und der Leichtsinn der Weiber ist so recht zusammengepaart, um ihnen ein bequemes Leben und einem ehrlichen Kerl manche verdrießliche Stunde zu schaffen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre II,7 O diese erhabene Vorlesung! sie gibt jedem sein Spielzeug: die Puppe dem Kinde, das Kind dem Manne, dem Manne die Frau und die Frau dem Teufel.
Victor Hugo (1802-1885) O diese grenzenlos törichte Angst, sich gerade vor dem, was man befürchtet, so zu hüten, dass man es, obwohl man es hätte vermeiden können, noch obendrein heranholt und herbeizieht!
Cicero (106-43 v. Chr.), Briefe O diese Vorsorge, die uns unaufhörlich in fremde Bahnen leitet und uns oft für Lebensstellungen vorzubereiten sucht, die wir nimmermehr erreichen werden, sie ist gerade die wahre Quelle aller unserer Leiden. Welch eine Sucht, für ein so vergängliches Leben, wie des Menschen, beständig in die Ferne zu schauen in eine Zukunft, die sich nur selten wirklich so gestaltet, und darüber die Gegenwart zu vergessen, derer er doch sicher ist!
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Emile O diese Zeit hat fürchterliche Zeichen:
Das Niedre schwillt, das Hohe senkt sich nieder ...
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Natürliche Tochter A I Sz 5 (König) Vs 361 O du armseliger Dreck, wer heft di geschäte.
i] Ausdruck tiefster Verachtung O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Zauberlehrling O du Beste! wer kann der Liebe vorschreiben? Dem einfachsten und dem grilligsten Dinge in der grillenhaften Zusammensetzung, die man Mensch nennt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 12.4.1782 O du christlicher Gott! Wie viele Leiden häufst du auf deine armen Menschen, und doch sollen wir dich in deinen Tempeln dafür loben und preisen!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 23.2.1823 O du dulle Welt, was krabbelst du im Düstern. O du dumme Welt, wer sich an dich lehnt, der fällt. O du geduldiger Strohsack!
Ulm
i] In Schlesien habe ich oft den Ausdruck vernommen: O du gerechter Strohsack. Ausruf der Verwunderung. O du geliebter Strohsack.
Ulm O du gerechter (grundgütiger) Strohsack. O du gerechter Himmel! O du glücklicher Jüngling, der du einen Homer zum Verkünder deiner Tapferkeit gefunden hast.
Cicero (106-43 v. Chr.), Rede für den Dichter Archias, 10, 25 (Alexander der Große an Achills Grabe) O du große und allmächtige Güte, die Welt ist worden zur Nagelschmiede. Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44