Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
P
'Pereant, qui ante nos nostra dixerunt!' So wunderlich könnte nur derjenige sprechen, der sich einbildete, ein Autochthon zu sein. Wer sich's zur Ehre hält, von vernünftigen Vorfahren abzustammen, wird ihnen doch wenigstens ebensoviel Menschensinn zugestehen als sich selbst.
Goethe, Maximen und Reflexionen 790
'Pöbel! wagst du zu sagen, wo ist der Pöbel?' Ihr machtet,
Ging es nach eurem Sinn, gerne die Völker dazu.
Goethe, Xenien aus dem Nachlaß 11 - Eure Absicht
'Politik' ist ein Mittel zur Beförderung des Rechten, aber an und für sich kommt ihr kein Wert zu. Kein Schwert hat Wert an sich, es kommt immer darauf an, wie man es zückt und wofür es gezogen wird.
Langbehn
'Proletarier aller Länder vereinigt euch!' Ich bitte gehorsamst fragen zu dürfen - wozu? Stanislaw Jerzy Lec
Paarweis kommen wie die Strümpfe.
v] Paarweise fressen Ferkel besser. Estland
Pacht wird immer vollgebracht. [RSpW]
i] Der Pachtzins, das Pachtgeld leidet wegen zufälligen Feldschadens, wie Mäusefrass, Wetterschlag oder Wildschaden u.s.w. keinen Abzug.
it] Del fitto non ne beccan le passere.
Pacht, Geld und Ehr' ist morgen oft nicht mehr.
Pachtkorn ist kein Marktkorn. [RSpW]
i] Wenn der Zins an einem Anteil am Fruchtertrage besteht, dann genügt mittlere Güte, wie sie auf dem entsprechenden Grundstück, nicht wie sie im allgemeinen sich stellt.
Pachtland is Schmachtland. Westfalen
Pack an, das ist der wahre Hund, mein Täubchen.
Shakespeare, König Heinrich V., II,3 (Pistol)
Pack dat Brot man rin, sä de Bur, de Backabend is warm, de Hund liggt dor all veer Stunnen in to slapen.
Pack den Stier bei den Hörnern.
en] Grasp the nettle.
Pack dich mit de nien gebackenen Birnen.
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
i] Ungebildete Menschen aus der niederen Volksklasse zanken und prügeln sich in dem einen und vertragen sich im nächsten Augenblicke.
z] Das alte Sprichwort: Was sich liebt, das neckt sich, das lässt sich auch auf Völker und zuweilen sogar auf Völkerhirten anwenden, wie auf gewisse Hirten: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
ndt] Pack sleit sich, Pack vergeit sick.
ndt] Pack slögt seck, Pack verdrögt seck. Hannover
ndt Pack schleit söck, Pack verdräggt söck. Ostpreussen
en] Biting and scratching gets the cat with kitling.
en] By biting and scratching cats and dogs come together.
en] The crowds are friends one minute and foes the next.
fr] Ils se raccommoderont à l'écuelle comme les gueux.
fr] Jeu de main, jeu de vilain.
fr] Les avocats se querellent, puis vont boire ensemble.
fr] Querelle de gueux ne dure pas.
fr] Querelles de gueux se raccommodent à l'écuelle.
it] La rabbía rimane tra i cani.
Packe die Gelegenheit, wenn sie vor dir steht, wenn sie erst vorbei ist, dann begehrst du sie zu spät. Niederlande
Packe die Menschen bei ihren Leidenschaften, und du kannst sie nehmen, wohin du willst. Frankreich
Packleinen kann man auch weiß bleichen.
Paddele dein eigenes Kanu.
en] Paddle your own canoe.
Paderbornisch Menschengedicht.
v] Pures Menschengedicht, wie etliche das liebe Bier nennen.
Padua ist die Mutter Venedigs.
i] Venedig soll von Paduanern gegründet sein; man macht aber der stolzen Tochter den Vorwurf, ihre alte Mutter sehr hochmüthig zu behandeln.
Paduaner und Vicentiner sind Räuber oder Mörder.
it] Padovani e Vicentini, o ladri o assassini.
Padut (Pfadaus) gaen. Westfalen
i] Fliehen.
Pâfgôt (Pfaffengut), Rafgôt, Düvel helt den Sack op.
v] Pâfgôt, Râfgôt, d.h. die Pâfen, die wissen et zusammen zu rafen.
Paganini hab ich denn auch gehört und sogleich an demselben Abend Deinen Brief aufgeschlagen, wodurch ich mir denn einbilden konnte, etwas Vernünftiges über diese Wunderlichkeiten zu denken. Mir fehlte zu dem, was man Genuss nennt und was bei mir immer zwischen Sinnlichkeit und Verstand schwebt, eine Basis zu dieser Flammen- und Wolkensäule.
Goethe, An Zelter, 9.11.1829
Pah!, sagte Goethe lachend, als ob die Liebe etwas mit dem Verstande zu tun hätte! Wir lieben an einem jungen Frauenzimmer ganz andere Dinge als den Verstand. Wir lieben an ihr das Schöne, das Jugendliche, das Neckische, das Zutrauliche, den Charakter, ihre Fehler, ihre Kapricen, und Gott weiß was alles Unaussprechliche sonst, aber wir lieben nicht ihren Verstand. Ihren Verstand achten wir, wenn er glänzend ist, und ein Mädchen kann dadurch in unsern Augen unendlich an Wert gewinnen. Auch mag der Verstand gut sein, uns zu fesseln, wenn wir bereits lieben. Allein der Verstand ist nicht dasjenige, was fähig wäre, uns zu entzünden und eine Leidenschaft zu erwecken.
Goethe, Eckermann, 2.1.1824
Pahlke, schau heraus, es ist altes Eisen.
ndt] Pahlke, kick rut, öss ôl Iser. Königsberg
i] Iser = Eisen. Auch: kohl Iser, rôd Gesöcht. – Sprichwörtlicher Zuruf. Aufforderung zur Aufmerksamkeit. Einmal ein beliebter Zuruf an den Schmied in Sprind bei Königsberg, durch welchen derselbe in Zorn gebracht wurde. Insbesondere neckten ihn damit die zum Exerzierplatz vorbeiziehenden Soldaten.
Palladio, Andrea] Palladio hat mir ihn [den Weg] auch dazu [zu antiken Büsten] und zu aller Kunst und Leben geöffnet.
Goethe, Italienische Reise I, 8.10.1786
Palladio, Andrea] Palladio war durchaus von der Existenz der Alten durchdrungen und fühlte die Kleinheit und Enge seiner Zeit wie ein großer Mensch, der sich nicht hingeben, sondern das übrige so viel als möglich nach seinen edlen Begriffen umbilden will.
Goethe, Italienische Reise I, 3.10.1786
Palladio, Andrea] Und ich hoffte ein Wunderwerk [in Palladios Klostergebäude in der Caritä] zu finden, aber ach! es ist kaum der zehnte Teil ausgeführt, doch auch dieser Teil seines himmlischen Genius würdig, eine Vollkommenheit in der Anlage und eine Genauigkeit in der Ausführung, die ich noch nicht kannte. Jahrelang sollte man in Betrachtung so einesWerks zubringen. Mich dünkt, ich habe nichts Höheres, nichts Vollkommneres gesehen, und glaube, dass ich mich nicht irre.
Goethe, Italienische Reise I, 2.10.1786
Palladio, Andrea] Und so sag ich vom Palladio: er ist ein recht innerlich und von innen heraus großer Mensch gewesen.
Goethe, Italienische Reise I, 19.9.1786
Pällemwoch (Palmwoche) Schällenwoch: Chaoarwoch Schoarwoch. Trier
i] Mit Bezug auf das in der Karwoche gewöhnlich einfallende unfreundliche Wetter. Schor, Schur = Plage
Palmen im Klee, Ostern im Schnee. Eifel
i] Liegt am Palmsonntag kein Schnee, so soll er zu Ostern liegen.
Palmsonntag wieder. Böhmen
i] Um zu sagen: es wird die Zeit kommen, dass du mich wieder brauchst, wenn auch erst spät; dann werde ich Gelegenheit haben, mir für die Verletzung Abrechnung, Genugtuung zu verschaffen.
Pampen und Schlampen lässt Hab und Gut verdampen.
i] Prassen und Schlemmen in Verbindung mit Unreinlichkeit; verdampen = verdampfen, verfliegen, alle werden
Pangrazi, Servazi und Bonifazi (12.-14. Mai) sind noch drei Winterhelden. Luzern
i] Auch: drei Eismänner. Wörtlich nicht richtig; um die Ehre des Sprichworts einigermassen zu retten, müssen wir Urban (25.5.) zu Hilfe nehmen. Richtig ist nur so viel, dass in Deutschland im Mai noch bedeutende Rückschläge des Wetters vorkommen, die den Blüten und Gewächsen schaden.
v] Pankratius holt seine Tuffeln (Pantoffeln) wieder. (Die Heiligen verstehen keinen Spaß; was ihnen von dem, was sie haben, genommen wird, das fordern sie mit Zinsen zurück)
v] Pankratius und Servatius (13.5.), die bringen Kälte und Verdruss.
v] Pankratius, Horatius (Bonifacius), Servatius, der Gärtner sie beachten muss; gehn sie vorüber ohne Regen, dem Wein (Weizen) bringt es Segen. (Die Franzosen nennen die drei Tage vom 11., 12. und 13. Mai: Les trois Saints de glace, und sagen: A la mi-mai, queue d'hiver. Die Landleute in Oberitalien bezeichnen diese Tage in der Mitte Mai als Seidenwürmermieten (l'inverno dei cavalieri). Bei den Weinbauern und Landleuten am Rhein gilt dagegen der 20. Mai als das Ende der kalten Nächte, weil in heiteren Nächten infolge der nächtlichen Ausstrahlung der Wärme die Temperatur der untern Luftschicht auf Ende Mai noch unter den Frostpunkt sinken kann. In Böhmen vereinigt man die drei Anhangssilben der drei Eismänner in Pan Serboi und sagt von diesem, dass er die Bäume verbrenne, weil man bei seiner Ankunft heizen muss)
v] Pankratius, Servaz und Bonifacius machen dem Gärtner noch manchen Verdruss. (Die drei Tage des 12., 13. und 14. Mai können nach dem allgemein verbreiteten Volksglauben der Vegetation durch Fröste oder durch plötzlich rauhe Witterung nach vorhergegangener größerer Wärme schädlich werden. Schon der Umstand, dass in manchen Gegenden des mittlern Europa die kalten Tage auf den 11.-13. Mai fallen (Mamertus, Pankratius und Servatius), in andern noch früher auf 9. und 10., wie in Stettin, und dass Ende Mai vom 25. (Urban) bis 30. (Wigand) ebenfalls öfter ein Rückfall der Kälte (oder geringerer Wärme) eintritt, deutet darauf hin, dass diese Rückschritte der bereits höher gestiegenen Temperatur nicht an bestimmte Tage gebunden sind, sondern dass sie die letzten leidigen Triumphe des sich überlebt habenden Winters gegen das erwachende Leben sind. Wie der Herbst nach Jean Paul ein sanftes Einschlafen der Natur ist, so der Frühling ein fieberhaftes Erwachen. Im Mai steht die Sonne fast senkrecht über der weiten Landfläche Nordafrikas (Sahara), Arabiens und Ostindiens; die Wärme steigert sich dort so, dass infolge dessen die kältere Luft des Atlantischen Ozeans sich über Europa verbreitet. Je wärmer nun bei uns die Temperatur im zeitigen Frühling gewesen ist, je schädlicher sind die hereinbrechenden kalten Tage, welche oft alle Hoffnungen auf eine gesegnete Ernte mit einem Schlage vernichten. Diese kalten Tage werden also mit Recht vom Landmann und Gärtner gefürchtet. Die Erscheinung derselben ist aber nach dem Gesagten eine von den verschiedenen Luftströmen herrührende, nicht eine örtlich begrenzte oder auf bestimmte Tage beschränkte. Die Erscheinung beschränkt sich also meistens auf diejenigen Gegenden von Mittel- und Westeuropa, welche zu dieser Zeit vorzugsweise dem Nordostwinde ausgesetzt sind)
v] Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
v] Pankraz und Urban (25.5.) ohne Regen bringt großen Erntesegen.
v] Pankraz und Urban ohne Regen, bringt dem Weine großen Segen.
v] Pankraz- und Urbanstag ohne Regen, folgt ein großer Weinsegen.
v] Pankrazi, Bonifazi, Servazi sind drei frostige Lumpazi (o. Bazi). Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie (15.5.).
v] Wenn's am Pankrazitag regnet, so rinnt der Most am Stamm herab. Österreich
Panoramic ability schreibt mir ein englischer Kritiker zu, wofür ich allerschönstens zu danken habe.
Goethe, Maximen und Reflexionen 287
Pantalon zahlt für alle.
i] Es ist damit das Volk Venedigs gemeint, das mit Abgaben sehr belastet war. Pantalon (von piantare = aufpflanzen und von leone = Löwe) war der Spitzname der alten Venetianer, weil sie an den von ihnen eroberten Orten ihre Fahnen mit dem geflügelten Löwen aufpflanzten.
it] Pantalon paga per tutti.
Pantje (Pfännchen) warm, Pantje warm, mâkt mennig Hûsmann arm. Ostfriesland
i] Um zu sagen: ein Hausmann muss sich an Hausmannskost (Redelköst) und nicht an Snippsnapp-Snaren, die in Pfannen und Tiegeln gebraten werden, halten.
Pantoffelholz schwimmt immer oben.
Pantomimik ist ein Esperanto der Gebärden und damit die am weitesten verbreitete Weltsprache überhaupt.
Marcel Marceau
Panzer, Frauen und Bücher muss man erst versuchen.
Papa hat geheiratet.
i] Sind beim Kegelspiel nur zwei Kegel gefallen und hat dabei der Kegelkönig einen andern Kegel umgeworfen, so ruft der Kegeljunge: 'Papa hat geheiratet.' Es soll dies Kegelsprichwort seinen Ursprung aus jener Zeit haben, als Friedrich Wilhelm III. die Gräfin Harrach, nachmalige Fürstin von Liegnitz, heiratete. Die allgemeine Stimmung nahm den Schritt mehr übeldeutend als zustimmend auf.
Pâpe (Papa) is dôte, nû is de Worscht 'egetten, seggte sine Frûü, als se vör êhne noch wat betâlen solle. Halberstadt
Papen (Pfaffen) Barmhartigkeit un Kösters Mildtätigkeit is selten. Ostfriesland
v] Papen Gierigkeut un Gottes Barmherzigkeut wieret in alle Euwigkeut. Lippe
v] Papen leïget, Abbekoaten bedreïget. Münsterland
v] Papen un Handwijsers (Wegweiser) wijset den Weag un goat ne nit. Westfalen
Papengierigkeit un Guodes Barmhiertigkeit waihert (währt) van niu an bis in Aiwekeit. Delbrück
hdt] Pfaffengierigkeit und Gottes Barmherzigkeit dauern in Ewigkeit.
z] Ein Georg von Oss begehrt von einem Messpriester, dass er ihm vergönne wolt sein Hündlein auf den Kirchhof zu begraben, sagend, dass das Hündlein ihm (Pfaffen) in seinem Testament wohl bedacht. Der Pfaff ließ es ihm zu. Als die sechs Wochen um, begehrt der Pfaff von Georgen von Oss dasjenig, so ihm das Hündlein vermacht. Georg von Oss sagt ihm, er müsst an des Hündchens Erben suchen und fordern, wann sie das Testament eröffneten. Recht sagt man: Pfaffen Gierigkeit und Gottes BarmHerzigkeit wehrt in Ewigkeit.
la] Vatum genus avarum.
Papensack on Mellers Matt waren nich voll.
hdt] Pfaffen- und Müllersack werden nicht voll.
Paperlapap, sagte der Nachtwächter, als man ihm meldete, der Bürgermeister sei in den Stadtgraben gefallen und ertrunken, der Bürgermeister trinkt kein Wasser.
Papier erduldet alles und errötet vor nichts.
v] Das Papier lasst drucken, was man will.
v] Papier duldet alles.
v] Papier ist geduldig.
v] Papier trägt (= duldet) viel. Estland
dä] Brevet blues ikke, man skriver dristigere sin tarv en taler den.
en] Paper endures all.
en] Paper won't blush.
fr] Le papier souffre tout. (Papier leidet alles)
fr] Le papier souffre tout et ne rougit de rien.
it] La carta è paziente.
it] La carta non diventa rossa.
la] Charta non erubescit.
la] Epistula non erubescit.
sp] hablen cartas y callen barbas.
Papier spricht, wenn die Menschen schweigen. Frankreich
Papier und Pinsel töten ohne Schwert. (Wohl dem, der nichts sagt)
Papier und Tinte ist leicht zu haben, aber schwer sein Recht.
sp] Papel y tinta, y poca justicia.
Papier und Tinte kosten auch Geld.
fr] Encre et papier coustent deniers.
Papieren-Schild und Eichenrat selten Frucht gestiftet hat.
Papiergeld bringt viel Elend in die Welt.
Papierne Ware, papiern Geld.
Papisten sind heilig, wenn sie ein Chorhemd über sich werfen.
Papisten wissen so wenig vom Glauben, denn die Ganss, was der Psalter ist. Luther
Papp, brocke möt. Samland
z] Eine Ringelnatter trank einem kleinen Kinde die Milch aus dem Schälchen, ließ das eingebrockte Brot aber liegen. Als die Schlange getötet wurde, starb auch das Kind.
Papst durch Wahl, König aus Natur und Kaiser mit Gewalt.
v] Gott weiß, wie der Papst gemacht wird. Frankreich (Dieu sçait comme se font les papes).
fr] Pape par voix, Roi par nature et empereur par force.
Papst ist Kopf und Schwanz.
Papst Sixtus verschonte selbst nicht Christus.
i] Bezieht sich auf das strenge Regiment, das Sixtus V. (1585-90) in Rom führte, besonders auf seine unerbittliche Strenge gegen die Banditen.
it] Papa Sisto non la perdonò neppure a Cristo.
Papst wird man durch Abstimmung, König durch Geburt, Kaiser durch Macht. England
Päpste und Huren fischen gern mit frischem Aas.
z] Die Päpst machen es eben wie die Huren, wissen artig einen Buler vor dem andern zugeben, fischen gern mit frischem aas, d.i. haltens dann mit diesem, dann mit jenem Potentaten und Herren.
Papsts Hof, als man täglich sicht, Schaf ohne wollen kennet nicht; dan wer da etwas erwerben will, der muss aussgeben pfennig vil.
la] Curia uult marcas, bursas exhaurit et arcas: si bursae parcas, fuge Papas et Patriarchas, si dederis marcas, et eis impleueris arcas, culpa solueris quacunque ligatus eris.
Papstsoldaten sich tauglich erweisen, zu acht' eine Rübe herauszureißen; aber ohne den Herrn Profoss tauget zu nichts der ganze Tross.
i] Dies Sprichwort, stammt aus der Zeit der von Napoleon I. gegründeten cisalpinischen Republik, die Teile des päpstlichen Staats enthielt. Sie hatte ein eigenes Heer. Als dies einmal einem piemontesischen Regimente keinen Widerstand leistete, entstand das Sprichwort.
it] Soldati del Papa otto a cavar una rapa, senza il sargente non son buoni a niente.
Par compagnie, wie Kantors Staar.
i] Ein Kantor besaß einen Star, der unter anderem Geschwätz auch die Worte par Kompagnie gelernt hatte. Einst geschah es, dass dieser Staar, den man frei aus- und einzufliegen abgerichtet hatte, mit einer Schar wilder Staare unter das Netz eines Vogelstellers geriet, welcher aber den Schwätzer an seinem roten Halsbändchen erkannte und ihn anredete: 'I Mätzchen, wie kommst du denn hierher? 'Par compagnie' war die passende, obgleich zufällige Antwort des Stares, wodurch er sein Leben rettete und seinem Herrn wiedergegeben wurde.
Paracelsus liegt noch drum mit Galenus im Streite.
Paradepferde fressen wohl Hafer, aber sie ziehen keinen Pflug.
Paradies und Hölle sind weder über noch unter der Erde zu finden. Bulgarien
v] Paradies und Hölle - beides gibt es auf Erden.
tü] Cennet de bu dünyada cehennem de.
Paradieses genug, wenn nur die Sünde nicht wär'!
Paradoxa sind wie Gewürze: Nicht nährend, aber reizend.
Charles Tschopp
Parasiten machen die Rechnung nie ohne den Zwischenwirt.
Gerhard Uhlenbruck
Parat, wie der Vogel auf dem Dache, wenn er piep sagt und wegfliegt.
Pärd (Pferd) un Pärd is en Underscheid.
i] Wenn auch zwei Dinge auf den ersten Anblick gleich scheinen, so besteht doch oft ein gar wesentlicher Unterschied zwischen ihnen.
Pardon, ich geb mich gefangen, rief der Schwab, als er auf einen rechen trat, und derselb im vffschlagen ihm achterwerts an das Haupt schlug, da noch kein feind vorhanden.
Paris empfängt Bauern (Arbeiter) und gibt Stutzer (Bummler) zurück.
v] Die Provinzen senden Mandarinen nach Peking und Peking sendet ihnen Diener und Boten. China
Paris für Corbeil nehmen.
i] Großes Versehen, argen Schnitzer machen.
Paris gehört denen, die früh aufstehen.
fr] Paris appartient à ceux qui se lèvent tôt.
Paris ist das Gehirn der Welt.
z] Es ist schwer, in Paris dumm zu bleiben; doch verzweifle darum keiner, der Beharrlichkeit gelingt alles. L. Börne
Paris ist das Mekka für Affen und Modenarren.
i] Vielleicht auch die Hochschule für Höflinge und Gecken, für Dressur und Politur.
z] In Paris wird man mit mehr Rücksicht zum Tor hinausgeworfen, als in Deutschland zum Hofrat ernannt.
Paris ist das moderne Babel.
i] Man nennt es auch Lutetia Parisiorum (Dreckstadt). Es ist der Mittelpunkt aller Ergötzlichkeit. Weil es auf der Insel Isle de France liegt, hat es ein Schiff im Wappen.
Paris ist das Paradies der Frauen, das Fegefeuer der Männer und die Hölle der Pferde.
fr] Paris est le paradis des femmes, le purgatoire des hommes et l'enfer des chevaux.
fr] J'ay tousjours ouy dire que Paris estoit le purgatoire des plaideurs, l'enfer des mules et le paradis des femmes. (Paris das Fegefeuer der Prozessführenden, die Hölle der Maultiere und das Paradies der Frauen)
i] Die Urteile über diese Stadt, welche Victor Hugo 1870 die heilige, uneinnehmbare nannte, obgleich sie eher Europas Giftquelle genannt werden könnte, sind verschieden. Vor einigen Jahren nannte sie ein Mitglied des gesetzgebenden Körpers das Gehirn Frankreichs (le cerveau de la France), wurde aber von einem andern Abgeordneten mit den Worten unterbrochen: 'Un cerveau brûlé' (ein verbranntes Gehirn).
v] Si Paris estoit plus petit, on le mettroit dans un baril. (Die Stadt ist zu groß, um sie in eine Tonne zu stecken)
z] Paris ist ein Durcheinander von Narretei, Liederlichkeit und Größe. Ludwig XI.
z] Die Pariser sind Engel oder Teufel. Karl V.
z] Pariser sind die Schellen zur Kappe seines Hofnarren. Ludwig XI.
z] Der Boden von Paris haucht Intelligenz und Tapferkeit aus. Franz I.
z] Paris ist nicht sowohl eine Stadt als eine Welt (Lutetia non urbs sed orbis). Karl VIII.
z] Paris ist ein Centrum, wer aus ihm scheidet, verlässt die Mitwelt. Alex. Herzen 1847
z] Paris ist der einzige Ort des untergehenden Occidents, wo man gemächlich untergehen kann. L. Börne
z] Paris ist der Telegraph der Vergangenheit, das Mikroskop der Gegenwart und das Fernrohr der Zukunft.
z] Paris ist das Zifferblatt der Völkerfreiheit.
z] Um ein Bild der Pariser zu geben, würde ich in das Wappen der Stadt einen Würfel, einen Degen und einen Weiberunterrock setzen lassen, anzudeuten, dass der Pariser ein Spieler, ein braver Soldat und ein Weiberfreund ist. Heinrich IV.
z] Ein Sturm ist mehr zu fürchten zu Paris mit seinem kleinen Seineflusse, als mitten im Ocean; man muss die Pariser mit eiserner Faust im Zaume halten. Ludwig XIV.
z] Der Pariser ist ein Tor in Dur und Moll. Rabelais
z] Weh, dies Paris ist heut' ein Sumpf, nicht zu ergründen, der allen Auswurf in sich fasst; ein Becken, drein die Welt aus ungezählten Schlünden speit ihre Ströme von Morast.
la] Parisiis nati, non possunt esse beati, non sunt felices, quia matres sunt meretrices.
Paris ist die Hölle der Engel und des Teufels Paradies.
z] Paris, die leuchtende Hauptstadt der Welt, das springende, singende schöne Paris, die Hölle der Engel, der Teufel Paradies. H. Heine
Paris ist Frankreich.
Goethe, Eckermann (Gespräche mit Goethe)
Paris ist galant, wer kein Geld hat, der gibt Pfand.
fr] A Paris bon usage, qui n'a argent s'y laisse.
Paris ist nicht an einem Tage erbaut.
fr] Paris la grande ville ne fut pas faite en un jour.
Paris ist zum Schauen, Lyon zum Haben, Toulouse zum Lernen und Bordeaux zum Ausgeben.
fr] Paris est bon pour voir, Lyon, pour avoir, Toulouse, pour apprendre et Bordeaux pour dépendre.
Paris, die große Stadt, ist nicht an einem Tage erschaffen worden. Frankreich
Parl (Perlen) up'n Dûm.
i] So heißt es in Trinkgelagen, wenn man so rein austrinken soll, dass das umgekehrte Glas kaum ein Tröpflein auf den Daumen fallen lässt.
Parlament gegen Kirche, Literaten gegen Literaten, Hofschranzen gegen Höflinge, Finanzleute gegen das Volk, Weiber gegen ihre Männer, Verwandte gegen ihre Angehörigen. Es ist ein ewig währender Krieg.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten
Parlamentarische Regierung ist Regierung durch die Rede. Macaulay
Parlamentarisches Verkehrshindernis: Grüne Welle Rationalsozialismus
Johann Ludi
Parlez-vous français? G'schnitt'ne Nudel in Kaffee. Steiermark
i] Verspottung des Französischplapperns.
Parma, die Reizende.
i] So heißt Palermo, in einer durch ihre Fruchtbarkeit, Gesundheit und Schönheit berühmten Ebene am tyrrhenischen Meere gelegen, die Glückliche; Pavia, die Stadt der hundert Türme, von denen aber nur noch zwölf stehen; Piacenza, die Trauernde, Oede, weil die Einwohnerzahl infolge der Pest von 1631 über die Hälfte herabsank und die langen, breiten Straßen wie ausgestorben waren. Piazza, die Reichste, weil sie in einer der herrlichsten Fruchtebenen Siciliens liegt. Pisa, die Tote, Menschenleere, eine von früherer Herrlichkeit zurückgekommene Stadt, die einst bei 150000 Einw. mit Venedig und Genua um die Herrschaft des Meeres stritt.
it] Parma, la graziosa; Palermo, la felice; Pavia, delle cento torri; Piacenza, la mesta; Piazza, l' opulentissima; Pisa, la morta.
Paros hat kalt wasser, aber schöne weiber.
Pärt (Bartholomäustag, 24.8.) erbt die Schwalben. Estland
Partei ist organisierte Meinung.
Disraeli
Partei machen.
i] Sich mit jemand über etwas verbinden.
Partei: Zweckverband, um Menschen in Stellung zu bringen, für die das eigene Können nicht ausgereicht hätte. Parteischädigendes Verhalten: Einsetzen eigener Denktätigkeit.
Thaddäus Troll
Parteibuch: Politscher Katechismus, begründet den Glauben an die Wirksamkeit von Beziehungen, festigt die Hoffnung auf ein sicheres Fortkommen und stärkt die Liebe zu wohldotierten Ämtern.
Ron Kritzfeld
Parteien mit starken Flügeln bekommen schwache Beine.
Gabriel Laub
Parteien, welche die Möglichkeit aufheben, dass eine andere Partei neben ihnen hochkommt, heben die Demokratie auf.
Graff
Parteilichkeit gehört zu einer Mutter und zur Erde. Telugu, Indien
Parteilichkeit macht oft den Richter blind.
Parteiloser: in der Politik einer, der an Selbstachtung leidet und dem Laster der Unabhängigkeit frönt.
Bierce
Parteilosigkeit ist eine bürgerliche Idee. Parteilichkeit ist eine sozialistische Idee.
Lenin
Parteizelle: Ideologisches Gefängnis für mehr als einen Insassen.
Ron Kritzfeld
Pärtel (Bartholomäustag, 24.8.) fragt: 'Wo ist der Honig?' . Estland
v] Pärtel fügt dem Hopfen die letzte Bitterkeit (hinzu). Estland
v] Pärtel sät die Pilze. Estland
v] Pärtels Sturm und Kadris (Katharinentag, 25.11.) Tauwetter sind in keinem Jahr ausgeblieben, Tauwetter zu Weihnachten (25.12.) und zur Lichtmess (2.2.) erwartet man aber jedes Jahr umsonst. Estland
Partiten machen.
la] Faciat tuus improba lucra maritus.
Partizipation. Von einem autoritären zu einem menschenorientierten Führungsstil.
Willem van Agtmael
Paß den Mund dem Sack an. Estland
Pasenel trinken.
i] Ein früher in Pasewalk gebrautes Bier.
Pass auf, Bauer, der Bürger kommt. Holstein (Dies sagt in der Regel der, dem ein anderer zumutet, ihm aufzuwarten. Bist du mehr als ich, dass ich für dich aufpassen soll?)
Pass man up, Lunt, Jochem ward Füer gewen. Danziger Nehrung
Pass uf, der Tüfel könt e Schelm si. Luzern
Pass' auf deine Gänse, Bauer! (Rat, auf der Hut zu sein)
Passa wie n'en alta Bletz of ena neus Häss.
i] Bletz = hier Flicklappen, sonst bezeichnete es in der Schweiz auch früher den Kopfputz eines Mädchens, der aus einem herzförmigen Lappen bestand; ferner eine Strecke weit gemähtes Gras; flächsenes, rohes, grobes Tuch aus selbstgezogenem Flachs, und selbst-gesponnenem Garn, selbst gewebt und gebleicht Haustuch, es ist endlich auch ein Schimpfname, etwa wie unser Fläz.
Passagen zum Himmel oder zur Hölle bucht man im gleichen Reisebüro.
Upton Sinclair
Passen wie ein Paradiesvogel in einen Kuhstall.
z] Sie sieht phantastisch und kühn aus und passt nach England und auf die Gänswiese vor der Königin Palast, wie ein Paradiesvogel in einen Kuhstall.
Passt sich dir die Zeit nicht an, pass du dich der Zeit an.
tü] Zaman sana uymazsa sen zamana uy.
Passt's Tauwerk nicht zum Schiff, zerschellt's am nächsten Riff.
i] Hauswesen, Ehe kann nicht bestehen, wenn die Frau das tüchtige Wirken des Mannes nicht unterstützt.
Pastetenrinde ist so gut als Brot.
Pastinak hilft dem Mann aufs Pferd, dem Weib unter die Erd'.
sd] Pastnakan hjälper mannen i sadelen, men qvinnan til grafven.
Pastor und Küster leben gern wie Geschwister.
i] Sie zanken sich oft.
ho] Pastoor en coster zjin het zelden zamen eens.
Pastor verdênt de Körsten mit de Mund.
Pastoren haben ein böses Weib und einen Haufen Kinder.
v] Pastoren hebbet en quad Frû on en Hupe Kinder dertue.
ho] Dominé's hebben een kwaad wijf en een hoop kinderen.
Pastoren kommen wegen deines Weins und Offiziere wegen deiner Töchter.
v] Pastoren und Mädchenbeine versprechen beide etwas Besseres in höhren Regionen.
Pastorentöchter dürfen überall hinkommen.
Pater peccavi singen.
Pater Schmalhans ist noch in keinem Kloster Küchenmeister gewesen.
ho] Bij schraalhans is magerman kok. – Gierige Hans is keldermeester. – Schraalhans is keukenmeester.
Pater sein.
i] So viel wie Mönch sein, wird in Tirol gebraucht, um zu sagen: kein Geld haben, in demselben Sinne, wie man in Florenz sagt: È frate di san Francesco senz'un quattrino.
Patersch met Nönnekes (Pater mit Nonne) kriegen. Meurs
i] Schwarzbrot und Weissbrot darauf.
Patienten aller Länder, vereinigt Euch - die Gegner sind gut organisiert!
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!
Patientia das best Remedium.
z] Man muss das beste verhoffen. Inmitten ist Patientia das beste Remedium. Es muss doch gehen wie Gott geordnet hat.
Patientia ist ein feines Kräutlein, es wechst aber in wenig Gärten.
Patientia ist gen Himmel geflogen, Treu und ehr über Meer gezogen.
z] Ich arme Patientia bin überall verjagt, ohn' einige Clementia wird alles mir versagt; wo ich lausiren will, verfehlt es mir am Ziel, es ist halt Patientia fast jedermann zu viel.
Patriot: jemand, für den die Interessen eines Teils höher stehen als die Interessen des Ganzen. Das Opfer der Politiker und das Werkzeug der Eroberer.
Bierce
Patriotismus heißt, für sich selbst sorgen indem man für sein Land sorgt.
Coolidge
Patriotismus ist geographische Loyalität.
Unbekannt
Patriotismus ist nichts als ein Gefühl der Wohlfahrt, und die Furcht, dass sie gestört werden könnte.
Lesczynski
Patriotismus ist oft nichts anderes als Grund und Boden höher schätzen als Prinzipien.
Nathan
Patriotismus kann definiert werden als ein parteiischer Solidaritätssinn im Hinblick auf Prestige.
Vehlen
Patriotismus: leicht entflammbarer Müll, gebrauchsfertig für die Fackel jedes Ehrgeizigen, der seinen Namen leuchten lassen will.
Bierce
Patriotismus? - Eine Mischung von Eigenliebe und Vorurteil.
Voltaire
Patsch, mei Lammel! Nordböhmen
i] Ein Schmeichelwort bei einem Schlage oder Halle; oft auch spöttisch.
Patzig wie die Ratte im Käs'.
v] Patzig wie ein Stint, dumm wie ein Kind.
Pauke bekommen.
i] Prügel.
Paul Bekehr (25.1.) ändert das Wetter. Luzern
v] Paul, bekehr di; Winter, wehr di.
v] Paul Bekeahr drâht se eim Loch um de Bear. Innsbruck
v] Paul bekeahr, de halb Winte' hî, de halb hear. Innsbruck
v] Pauli bekehr' dich, halb Winter scher' dich.
v] Pâuli dâi wan a San do so laang skintj dat Pâul a Hingst sâde (satteln) kann, do wardt 't an fruugtbar Juar. Amrum
v] Pauli klar, ein gutes Jahr; Pauli Regen, schlechter Segen.
v] Pauli bekehr dich halb Winter scher' dich.
v] Pauli Bekehr Gans, gib dein Ei her!
v] Pauli Bekehr muss man den Pflug sterz, über Berg und Tal muss er gehen im März. Sachsen
v] Pauli Bekehr; Gans, gib deine Eier her.
v] Pauli Bekehrstag kriecht aus seiner Höhle der Dachs.
v] Pauli Bekehrung der Lämmer Bescherung.
v] Pauli Bekehrung, halb Winter hinum, halb Winter herum.
fr] Le jour Saint-Paul l'hiver se rompt le col.
Paul, Jean] Hieltest du deinen Reichtum nur halb so zu Rate wie jener
Seine Armut, du wärst unsrer Bewunderung wert.
Schiller, Jean Paul Richter ("jener" ist Manso")
Paul, Jean] Nicht an Reiz noch an Kraft fehlts deinem Pinsel, das Schöne
Schön uns zu malen, du hast leider nur Fratzen gesehn.
Schiller, Verfasser des Hesperus
Paule, du rasest!
i] Erklärt sich aus Apostelgesch. 26, 24.
la] Tu vere insanis.
Pauls wegen muss man oft gegen Peter ein Auge zudrücken.
bm] Šetř Havla pro Pavla.
Paulus hat Dinge geschrieben, die die ganze christliche Kirche in corpore bis auf den heutigen Tag nicht versteht.
Goethe, Brief des Pastors
Paulus hat geschrieben: Was nicht fertig wird, bleibt liegen.
v] Paulus spricht zu Peter: Reib' den Ars, so geht er.
Paulus machte Christen, aber keine Colonisten.
i] Mit diesem Bescheide soll Friedrich der Große einen Geistlichen abgewiesen haben, der unter seiner Aufsicht eine Colonie gründen wollte.
Pax tecum, sollst néi méi kumm. Nordböhmen
i] Scherzhafte Verdrehung der Worte des Beichtvaters.
Pech geben.
i] Den Rückzug antreten, fliehen.
z] Unsere Batterien begrüßten den feindlichen Dampfer so, dass er schleunigst Pech gab.
Pech im heißen Ofen aufbewahren.
Pech lässt sich nicht mit Pech vom Rocke waschen.
Pech und Teer ist ein Heer.
v] Pech und Teer ist Schiffers Ehr'.
dä] Peg og tiere er baadsmends ære.
sd] Beck och tjära ar båtsmans ehra.
sd] Det är ingen lastelig orenlighet, som man kan twätta af sig.
Pech und Unverstand gehen nicht von der Hand (kleben fest).
Pedanten haben eigentlich immer recht.
Goethe, F. v. Müller, 26.4.1824
Peddst du mî, pedd' eck dî weder.
hdt] Trittst du mich, tret' ich dich wieder.
Peeter (Peterstag, 22.2.) läutet, Mats (Matthiastag, 24.2.) poltert. Estland
Pein ist gesetzt für Buße. [RSpW]
i] In älterer Zeit büßte mit dem Halse nur, wer keine Bußgelder zu zahlen vermochte; es lag in dieser Rechtsprechung eine Unbilligkeit und Ungleichheit, die man allmählich beseitigte, was durch das obige Sprichwort ausgedrückt wird, indem es sagt, dass nun das schwere Verbrechen nicht mehr mit Bußgeldern, sondern mit peinlicher Strafe bedroht sei.
mhd] Peine is gesatzt vor eine buze.
Pein muss Pein vertreiben.
ndt] Pijne mot Pijne verdrijwen. Westfalen
Peine ist gemacht so fest, dass die Eule blieb im Nest.
Peinlich ist es zu kämpfen mit einem Menschen, der zur Niederlage bereit ist.
Lucius Annaeus Seneca, Über die Vorsehung
Peitsche den Sattel, damit der Esel nachdenklich wird. Bulgarien
v] Peitsche ist keine Marter, aber eine Lehre für die Zukunft. Russland
Peitschen kann jeder den Gaul, aber regieren nicht.
Peking hat drei Kostbarkeiten: Pferde, die nicht schlagen, Hunde, die nicht beißen, und junge Mädchen, die sich auf der Straße zeigen.
Pelmwoch, Schelmwoch; Karwoch, Scharwoch.
Pelz dient nit vor den schuss.
Pelze deinen Balg zuerst, ehe du andere zu pelzen begehrst.
Pelze muss man im Sommer kaufen.
bm] Nejlacinĕjší kožich v letĕ.
pl] Najtańszy koźuch w lecic.
Pelzmütze, pass auf! Harz
i] Ermahnung zur Vorsicht Kindern gegenüber.
Penkteschong (Pintenschuh), Hälfchensföss. Aachen
i] Schuhe wie eine Pinte und Füße wie ein halbes Mass (Quart).
Pensio-närrinnen.
Heinrich Heine
Pension ist die begehrteste Alterserscheinung.
Wolfram Weidner
Per Mann en Vugel un Kasper en Buukfink. Sauerland
Per paissen (beizen und jagen) will, der muss Feder und Windspiel haben.
Perdûz, dar liggt he.
i] Eine Redensart, die man anwendet, wenn man eine Person oder Sache zu Boden fallen sieht. Siehe, da liegt er.
Pergamen ist eine schlechte Mauer gegen einen Fürsten, der ein Loch dadurch macht, wenn er will.
i] Ungefähr so haltbar wie ein 'Blatt Papier.'
Perle auf'm Hals, Steiner auf'm Harz (Herz). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Bei äußerm Glanz innen Schmerz und Kummer.
Perlen brauchen keine Fassung.
i] Ein schönes Weib ist die herrlichste Zierde der Natur. Durch den Putz verliert ihre Schönheit, wie die Perle unter andern Zieraten ihre Wirkung.
Perlen gehören nicht zur Esse (in die Schmiede).
z] Zu Bononien ward von der frag disputirt, ob Acker- und Handwerks Leut weissheit und verstand zu raths und Regiments Geschäfften hetten; darauf ward nagativ geschloßen, denn der Handwerker Gott, Vulcanus, hatte vor alten zeiten sich an die schöne Jungfraw und Göttin der Weissheit Minervam verliebt und dieselbe von jhrem Vater, dem Gott Jupiter zum Weibe begert, der hette sie ihm rund abgeschlagen und angedeut, das Perlen nicht zu Ess und Schmidt gehören.
Perlen haben keinn schein, so sie im kot liegen.
mhd] Perlen lassen schendlich (hässlich) als se noch im Dreck liggen.
v] Perlen im Kote haben keinen Schein.
v] Perlen liegen tief unten im Meer, Fett und Kadaver aber schwimmen oben. Rumänien
v] Perlen passen für den Bettelmann, wie für das Schwein der Majoran.
v] Perlen sehen hässlich, wenn sie noch im Dreck liegen.
la] Apparent turpes gemmae dum sordibus haerent.
Perlen sind kein Labsal für den Magen.
bm] Co platny perly, když krk mi škrtí.
ill] Zaludu mi je biser, kad mi gàrlo davi.
Perlen sind Perlen, wären sie auch noch so schlecht angereiht.
v] Perlen um den Hals, Spreu im Magen.
Perlen vor die Säue werfen
Perlen, die man schütt' vor Schwein', sind niemals lange rein.
mhd] Swer berlîn schüttet für die swîn, diu mugen niht lange reine sîn.
Perpetua und Felizitas (7.3.), die bringen uns das erste Gras.
Persisches Sprichwort: 'Es gibt dreierlei Feinde: den Feind selbst, den Freund des Feindes und den Feind des Freundes.' Wer ist der Gefährlichste? Vielleicht Nummer drei.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte.
Person, Geld, Not und Zeit machen das Gesetz eng und weit.
v] Person, not und zeit macht gesätz eng und weit.
v] Person, ort und zeit gibt dem handel zeugnuss.
Personell gesehen entspricht die Wahl zwischen Staat und Wirtschaft der Wahl zwischen Lahmärschen und Windhunden.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!
Personen sterben, aber die Ämter bleiben.
dä] Personen døer, bestillingen bliver.
Personen, die der erste Anblick empfiehlt, sollten die Bescheidenheit nicht so weit treiben.
Goethe, Clavigo A II, Haus des Clavigo / Clavigo
Personen, so sich heimlich lieben, werffen einander mit steinlein.
Personenkult ist Machtkult. Schwindet die Macht, hört der Personenkult auf.
Lothar Schmidt
Personenkult! Das ist nur die Hälfte vom Doppelzungenkult.
Crncevic
Persönlich ist Adenauer für Köln unzweifelhaft glänzend, ob immer im Reichsinteresse handelnd, wohl zu bezweifeln.
Gustav Stresemann, Konrad Adenauer, 1925
Persönlicher Geschmack ist ein unschätzbarer Regulator der Lebensführung, allein schon durch Beschränkung, Auswahl, Harmonisierung der Bedürfnisse.
Heinrich Waggerl, Aphorismen
Persönlichkeit ist, was übrig bleibt, wenn man Ämter, Orden und Titel von einer Person abzieht.
Wolfgang Herbst
Persönlichkeiten mögen eine Gemeinde bilden, aber nur Institutionen schaffen eine Nation.
Benjamin Disraeli, Reden (1866)
Persönlichkeiten, nicht Grundsätze, bewegen das Zeitalter.
Wilde
Perspektivische Gesetze: die mit so großem Sinn als Richtigkeit die Welt auf das Auge des Menschen und seinen Standpunkt beziehen und dadurch möglich machen, dass jedes sonderbare verworrne Gedräng von Gegenständen in ein reines ruhiges Bild verwandelt werden kann.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1378
Peschite, es koscht nix.
i] Ironisch, um zu sagen: Glaubst du, dass dies umsonst ist.
Pespern (flüstern) wä de Halwelêgner iwer de Keakel. Siebenbürgen/Sachsen
i] Scherzhaft für sehr laut sprechen, wie man es muss, wenn man mit jemand über ein Wasser redet. Hallwelegen und Schaas sind Dörfer und die große Kockel (Koakel) ein Fluss im Kreise Hermannstadt.
v] Pespern wä de Schâser iwer de Boag. Siebenbürgen/Sachsen
Pessimismus ist eine Katastrophe, wenn er nur verstärkt, was uns das Leben ohnehin schon antut.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte
Pessimismus ist nur der Name, den Menschen mit schwachen Nerven ihrer Weisheit geben.
De Voto
Pessimismus: aus dem Bankrott eine Weltanschauung machen, Optimismus: aus der Bilanzverschleierung eine Weltanschauung machen.
Krailsheimer
Pessimismus: eine Weltanschauung, die dem Beobachter durch das entmutigende Überhandnehmen der Optimisten mit ihrer Vogelscheuchen-Hoffnung und ihrem unaustehlichen Lächeln aufgezwungen wird.
Bierce
Pessimist oder Optimist ist einer, je nachdem ob er in seinen Erwartungen regelmäßig Besorgnisse oder Verheißungen erblickt.
Wiggins
Pessimisten sind die wahren Lebenskünstler, denn nur sie erleben angenehme Überraschungen.
Marcel Proust
Pest ist Gottes Rute.
Pestalozzi, Heinrich] Als wir im Dunkel gegen zehn nach Hause kamen, klagte Goethe seinen Jammer über dies Pestalozzische Wesen. Wie das ganz vortrefflich nach seinem ersten Zweck und Bestimmung, wo Pestalozzi aber die geringe Volksklasse im Sinne gehabt, die armen Menschen, die in einzelnen Hütten in der Schweiz wohnen und die Kinder nicht in Schulen schicken können. Aber wie es das Verderblichste von der Welt werde, so bald es aus den ersten Elementen hinausgehe, auf Sprache, Kunst und alles Wissen und Können angewandt werde, welches notwendig ein Überliefertes voraussetze, und wo man nicht mit unbekannten Größen, leeren Zahlen und Formen zu Werk gehen könne.
Goethe, S. Boisserée, 5.8.1815
Peter Bär, krup ön e Narsch, denn kömt hei vär. (Dient in einigen Gegenden der Provinz Preussen, z.B. Angerburg, als Antwort auf die Frage: Wer? In anderen antwortet man auf dieselbe Frage: Peter Bär mit der langen Schêr)
Peter Beer mit der langen Scheer. Ostpreußen (Scherzhafte Antwort auf die Frage: Wer?)
Peter Ketten (1.8.) mütten d' Seis to 'n Weiten wetten. Seehausen
hdt] Petri Kettenfeier muss man die Sense zu dem Weizen wetzen.
Peter Meffert heft Waren feil.
i] Peter Meffert bedeutet in Bremen einen wohlgesättigten, aber keineswegs zufriedenen Mann, wie er im Thüringischen den Beigeschmack eines einfältigen habe.
Peter Meffert.
i] Ob der sprichwörtliche Name Peter Meffert, der sowohl in Berlin als auch in Posen und häufig in Schlesien, wie an andern Orten vorkommt, an eine wirkliche Person erinnert, oder der Volksbühne in ähnlicher Weise wie etwa Hanswurst entlehnt ist, weiß man nicht. In Christian Weiße's 1680 am 6. März in Zittau aufgeführten 'Lustspiel von einer zweifachen Poetenzunft' wird Peter Meffert als Primus einer Schule genannt.
Peter Paul (29.6), harke den Kaul (Kohl). Westfalen
v] Peter Paul Purzel bricht dem Korn die Wurzel.
v] Peter Paul reisst dem Korn die Würzlein ab, dann zeitigt es Tag und Nacht.
v] Peter und Paul laupet de Hase in'n Kaul (Kohl). Marsberg
v] Peter und Paul scheißen einander aufs Maul.
v] Peter und Paul brechen den Halm ab, nach vierzehn Tagen schneiden wir's ganz ab.
v] Peter und Paul hell und klar, gibt's ein gutes Jahr.
v] Peter und Paul scheißen einander aufs Maul. Ulm
v] Peter und Paul wird dem Korn die Wurzel faul.
v] Peter und Paul, da störwet den Roggen de Wörtel. (Um diese Zeit hört im allgemeinen der Roggen bei uns zu wachsen auf und beginnt zu reifen)
v] Peter und Paulstag bricht dem Korn d' Wurzel ab. Luzern
v] Petri Pauli klar, ein gutes Jahr.
v] Petri-Pauli (29.6.) klar gibt ein gutes Jahr.
ndt] Pöder on Paul michd dem Kor de Wôrzel faul. Trier
Peter Schît.
i] Ein gemeines Scheltwort.
Peter'n hilft Peter suchen, jeder sucht Peter.
Peter, friss, 's sind Linsen. Niederlausitz
i] Enthält die Aufforderung, in Unangenehmes einzuwilligen: Tu' es nur, es wird in seinen Folgen so schlimm nicht ausfallen. Willige nur ein, du kannst nicht anders, nur hin, heiße das Unangenehme gut.
v] Peter, friss Linsen.
ndt] Frett (stich) Peter, 't sünd Lünsen. Pommern (Das stecke ein, es ist auf dich gemünzt)
Peter, kneif mich noch einmal, dass es die Mutter sieht, sagte das Mädchen, sie will mir's nicht glauben.
sp] Pícame Pedro y yo me lo quiero.
Peter, wehr di!
i] So heißt in Mecklenburg ein Rock aus grobem Tuch.
Peterlein muss nicht (oben) auf allen Suppen sein.
i] Er drängt sich überall vor. Er drängt sich in alle Gesellschaften, nimmt an allen Geschäftsverbindungen teil. Er ist überall zu haben, tanzt auf allen Hochzeiten, ist in alle Sättel gerecht, meint, er müsse überall dabei sein, wo etwas geschieht, müsse in alles drein reden, überall mitmachen, mengt sich in alles, was ihm nichts angeht.
v] Dês is der Pèiterla aff all'n Supp'na.
v] Er isch der Peterli uff der Suppe. Solothurn
v] Er isch wie der Beterli auf alle Supp.
v] Er ist Peterlein auf allen Suppen.
v] Er ist der Peterling (Petersilie) in allen Suppen.
v] Der ist au der Peterling uff alla Suppa. Schwaben
v] Er ist die Petersilie in allen Suppen.
v] v] Peterla (= Petersilie) auf allen Suppen. Nürnberg
Peterlin und Lauch hat beguket (bezaubert, verhext) mir der Gauch.
Petermännchen mit jemandem spielen.
i] In Pommern nennen die Maurer die abgeschlagenen Viertelstücken von Mauersteinen Petermänkens. Petermännchen ist auch eine Bezeichnung für Hausgeist, Elfe, aber zugleich auch wie Hänselmännchen ein Zärtlichkeitsausdruck für einen kleinen Knaben.
Peterselg fîl hoalden. Siebenbürgen/Sachsen
v] Sie ist ihre Petersilie los.
i] Sie hat einen Tänzer gefunden; man sagt von Mädchen, die keinen Tänzer erhalten, sie haben Petersilie feil.
Petersilie hilft dem Mann aufs Pferd, den Frauen unter die Erd'.
i] In alten Sprüchen werden der Petersilie große Kräfte zugeschrieben.
z] Die Petersilie gekocht im Wein macht Appetit, und bricht den Stein, treibt den Urin und stärkt den Magen; sie macht auch sonst ein gut Behagen; stärkt das Gedächtnis, dient vor Sucht und ist des Gartens beste Frucht.
en] Parsley fried will bring a man to his saddle and a woman to her grave.
ho] Peterselie helpt de mannen te paard en de vrouwen onder de aard.
Peterskopff, Wunderkopff.
Petri Hahn kräht.
Petri Schlüsel flüchtet unter Pauli Schwert.
Petri Stuhlfeier (22.2.) kalt, da wird der Winter sehr alt.
v] Petri Stuhlfeier macht Tag und Nacht gleich.
v] Petri Stuhlfeier zeigt das Wetter auf vierzig Tage an. Luzern
v] Petri Stuhlfeier zeigt der Störche Ankunft an, dann stößt in die Erd' den Brand der Bauersmann. Sachsen
Petronelle (31.5.) wächst der Lein bis zur Elle. Oppeln
Petrum bestehlen, um Paulum zu bezahlen, das ist ein Almosen des Galgens wert.
Petrum Pâlz dâch dî dem Kueren de Wurzel schtâch. Siebenbürgen/Sachsen
v] Petrum Purzel bricht dem Korne die Wurzel.
i] Peter und Paul, 29.7.
Petrus hat das Schwert erst eingesteckt, als er das Ohr abgehauen hatte, sagte der Pfaff, als man ihm zurief; Stecke das Schwert in die Scheide.
z] Eim Pfaffen ward befohlen, dass er den Degen soll einstecken gleich Petrus auf Befehl Christus auch gethan. Da sagt der Pfaffe, es ist war, aber den Befehl bekam er erst, als er dem Malchus das Ohr abgehauen.
Petrus hat geschrieben, was nicht fertig ist, bleibt liegen.
Petrus schüttet die Betten aus.
Petrus soll sogar Franklin, der ihm offen beichtete, dass er keine andere Religion habe als das Naturgesetz und die Menschenliebe, zugeflüstert haben: 'Komm herein und nimm Platz, wo du willst!'
Karl Julius Weber, Democritos
Petrus verbiestert sick in' Kalenner, he ward ja ock bi lütten old.
Petrus war auch in unserm Gusto ein rechtschaffener Mann bis auf die Furchtsamkeit. Hätte er fest geglaubt, der Jesus habe Macht über Himmel, Erde und Meer, er wäre übers Meer trocknen Fußes gewandelt, sein Zweifel machte ihn sinken.
Goethe, An E. Th. Langer, 17.1.1769
Petrus weidet Schäfchen.
z] Wenn Wölkchen am Himmel stehen, saget ihr, Petrus weide Schäfchen; mag schon so sein, will's ja nicht bezweifeln. Wenn aber Wolken am Gesicht des Vaters oder der Mutter stehen, weidet der Teufel seine Hexen.
Petscht (kneipt, klemmt) üch net, se hat 'ne Jack an. Aachen
i] Seht euch vor, es ist ein Frauenzimmer.
Pett di man keen Klavier in'n Hacken.
Petz bleibt Petz, wenn er auch tanzen kann.
Petz die Kuh ins Horn.
z] Schier vergehen möcht' ich vor lauder Zorn; wenn ich's zehnmol au dhu erkläre, sie un er will nix mehr vun mer höre. Nit umsuenscht sächt's Sprichwort: Petz die Kuh ins Horn.
Peu à peu, sagt Kuchenbecker, zu deutsch successive. Stettin
i] Soll Inspector in einer der zahlreichen dortigen Brennereien auf der Oberwiek, Vorstadt an der Oder, gewesen sein.
Peuter un Paul sätten oppen Staul; Peuter leit ein Pümpken gohn; do sag de Paul: dei Staul heddet dohn. Sauerland
Pfaff bleibt Pfaff, hüben wie drüben.
v] Pfaff supplex oro, Fürst protege, Bauer que labora.
v] Pfaff und Bader lassen beide zur Ader. Nassau
v] Pfaff und Junker machen dem Bauer das Leben sauer.
v] Pfaff und Kuckuck sind die schlimmsten Vögel, denn sie legen ihre Eier in fremde Nester.
v] Pfaff und Nonne gehen nicht allein über die Straße, damit, wenn der Teufel eins holt, das andere sagen kann, wo es hingekommen.
v] Pfaff und Schalk stecken in einem (tragen einen) Balg.
v] Pfaff, mach's kurz, lies eine Jägermess'.
dä] Man giør ikke god erkenbiskop af en fradsere.
dä] Man gjør ei god erke-biskop af en skalk.
Pfaffen - Affen.
i] Eine Zusammenstellung etlicher Lateinischer und teutscher anspilungen vff der römischen Clerisey Ampts- Namen, als: Papa-popa, d.i. Ein Garkücher und speissverkaufer. Pontifices Carnifices = Hencker und Fleischhacker. Cardinales Carnales = Fleischliche Leut. Martinales gute Martins Brüder. Partiales einseitige. Episcopi aposcopi, so neben dem ziel und zweck hinlaufen und schießen. Clerus herus, Herr und Regiersüchtig. Ferus serus, spat in der Kirche, früh an der Tafel. Diaconus onus, ein last. Sacri ficuli Sacri muli = heilig scheinende Esel, Maulesel, heilig üben. Nonna nola ein Noll. Monachorum nolae molae, der Mönchen nachts schellen und mühlen. Spondae = vnterbeth und bethstatt. Donnae = Frauen. Beginae schöne Reginae = Betriegerinne, Betmacherinne, Paters Freundinne, Engelheilige, Sanktinum, da nichts innen. Moniales Nominales, so der nahmen der frommigkeit haben, aber die tat nicht. Jesuiter Jesu wider. Canonichen kennen nichten.
Pfaffen beten für ihre Feinde, aber Fürsten töten sie.
Pfaffen geben einander keinen Zehnt.
ho] Beulen en beuls kinderen geeselen malkander voor niet.
la] Clericus clericum non decimat.
Pfaffen Gut faselt nicht, Predigt hören versäumet nicht, Almosen geben armet nicht, übel Gut reichet nicht.
v] Pfaffen Gut fleucht zum fenster uth.
Pfaffen haben es dick mit Huren und Horen zu tun.
v] Pfaffen haben große Taschen.
v] Pfaffen mugen wohl huren haben, aber keine eheweiber.
i] Sie haben ja nur, wie einer sehr witzig erklärt, das Gelübde der Ehelosigkeit, aber nicht das der Enthaltsamkeit abgelegt.
Pfaffen haben große Magen, können Häuser und Dörfer vertragen.
i] Der Herzog Boleslaw III. von Brieg und Liegnitz hatte während der Fastenzeit dreizehn Hühner gegessen; er wurde krank, und die Geistlichen verweigerten ihm die Absolution, bis er dem Stifte zwei Dörfer abtrat, welche dasselbe ganz gut verdaute, während der Herzog an den paar Hühnern starb, was er bei gesundem Verstande auch ohne Absolution hätte tun können.
bm] Ač mnoho pro bůh dáš, vsak lékařův ani knĕží nikdá nenadáš.
bm] Kachního žaludku nenasytíš, a knĕžské mošnĕ se nedodáš.
bm] Knĕžský mĕšec a kramářsky kůň vždy lačni.
en] Priests and poultry have never enough.
Pfaffen haben mit weltlichen Dingen nichts zu schaffen.
bm] Knĕžím nesluší ve vĕci svĕtské se plésti.
Pfaffen im Rat und im Kriege haben nicht viel guts aussgerichtet.
v] Pfaffen im Rat, Säu im Bad, Hund in der Küche haben nie was getaugt (o. sind nie nütz gewesen).
v] Pfaffen im Rat, Säue im Bad und Hunde in der Küche machen üble Gerüche.
Pfaffen können nicht ohne Köchinen seyn, der Wein, der will getrunken seyn.
Pfaffen Kyen, Mertzen gryen, Metzen zu geile behende: nemen selten ein gut ende.
la] Clericus ad bella promptus: lasciua puella: Martius in flore: caret horum finis honore.
i] Kyen, Küene = Kühnheit.
Pfaffen legen ihn die geringste Buß auf.
Pfaffen leiden an der Geltsucht und Gutslieb.
z] I.W. Stuckius sagt, obschon die Geistlichkeit in vielen Stücken, die Religion betreffend, nicht können vbereinkommen und zusammenstimmen, kommen sie doch darinnen mit einander vberein, dass sie alle gern haben und seyn mit der Geltsucht und gutsliebe befangen.
Pfaffen machen affen, got geb, wie es ist beschaffen.
v] Pfaffen mehr nach Wollust trachten, denn auf die Schrifft und Bibel achten.
Pfaffen nehmen alles wie eine Zehntscheuer.
v] Kein Pope so fromm, er liest die Rubel auf, auch wenn sie der Teufel ausstreut. Russland
bm] Knĕz béře jako desát ková stodůl ka.
pl] Jak dzie się einny brog wszystko przyjmuje.
Pfaffen ohn Latein, Wirt ohn Wein, Hirten ohn Schwein pflegen niemand nutz zu seyn.
Pfaffen segnen sich zuerst.
i] Sie nehmen von allem das Erste und Beste.
z] Thue wie der Pfaff, das rathe ich, segne zum ersten selber dich.
bm] Knĕzi pečené i vařené, s mrtvého i živého.
bm] První spratek knĕzi pod kožich.
bm] Vem třeba pod koži, bez knĕze nelze.
Pfaffen seyn gern, wo man Testament machet.
v] Pfaffen sind die böse Sieben in der Karten, denen kann niemand abgewinnen.
Pfaffen sind nicht lieblos.
i] Wer das sagt, verleumdet sie, denn sie haben schon viel geliebt.
Pfaffen sind nie gut gewesen.
v] Pfaffen sind Nimsgern, Habgern, aber nicht Gebgern und Schenckgern.
v] Pfaffen sind Pfaffen.
v] Pfaffen sind Wohnhäuser der Heuchelei.
Pfaffen sollen nicht aus der Beichte schwatzen.
i] Das Sprichwort will sagen, dass ein Beichtvater nicht nur verbunden sei, das zu verschweigen, was ihm von seinem Beichtkinde offenbart worden ist, sondern dass er auch nicht als Zeuge aufgeführt werden könne, wenn man vermutet, dass er gewisse Geheimnise in der Beichte erfahren habe, die man gern wissen will.
Pfaffen tun Buss und Pönitenz vor jhre Sünde gleichwie die Ratt in einer Speisskammer vber einer seiten Speck.
Pfaffen und Advokaten fressen Schaf- und Hasenbraten.
v] Pfaffen und Juden hassen die Arbeit.
Pfaffen und alt Füchs sind übel zu fangen und bändig zu machen, wissen über alle zäun und hecken ohne stab und stecken zu springen.
Pfaffen und der geistlich geschoren Hauf sind das Kräutlin, das da heist: Rühr mich nicht an.
Pfaffen und Frauen können niemand verzeugen. [RSpW]
i] Beide, weil sie sich nicht selbst vor Gericht vertreten konnten, gerichtsstandunfähig waren. Dem Priester wurde jedoch unter Umständen eine besondere oder höhere Glaubwürdigkeit beigelegt.
ndt] Papen unde vrouwen mogen nemande vertugen. Bremen
Pfaffen und Frauen sollen Lehnrechts darben.
i] Die Priester können keine Ritterdienste leisten, und von den Frauen sagte man, sie könnten die Geheimnise ihres Lehnsherrn nicht verschweigen.
Pfaffen und Hunde verdienen ihr Brot mit dem Munde.
ndt] Papen un Hunne verdeint dat Braud mit dem Munne. Westfalen
dä] Præsten, degnen og hunden tiener føden met munden.
Pfaffen und Klaffen hat der Teufel erschaffen.
en] Church-men's contention is the devil's harvest.
Pfaffen und Laien sind verschiedenen Gesetzes, was den einen angeht, berührt den andern nicht.
i] Wie im Mittelalter jedes Land seine Weise und jede Stadt ihre besondern Rechte hatte, so hatte auch jeder Stand seine besondern Rechte und Pflichten, die für die Mitglieder anderer Stände nicht verbindlich waren.
mhd] Papen und leigen sint mengerlege gesettes; wes angebreke eynen unstect, dat en ruret den andern nicht.
Pfaffen und Laien werden selten gute Freunde.
i] Das kommt von der Pfaffen Gierigkeit, fügte der Rat von Berlin hinzu, als er (1435) jene Worte in das Stadtbuch schrieb.
Pfaffen und Mönch gehen gemeiniglich zwischen Keller und Küchen in die Schul.
v] Pfaffen und Mönch klagen am allerübelsten und bedörffen es doch am allerwenigsten.
v] Pfaffen und Mönch seynt sehr schamhafft und jhr farb wie eine zinnene Schüssel.
v] Pfaffen und Mönche trinken lieber aus vollem Kübel, als dass sie sich sollten blind lesen in der Bibel.
Pfaffen und Mönche wissen die Totenfeier ihrer Heiligen besser zum Vorteil der Lebenden zu benutzen. Das tiefe Gefühl des Verlustes gehört den Freunden als ein Vorrecht.
Goethe, An Zelter, 19.6.1805
Pfaffen und Narren haben beide kahle Köpfe und schelmischen Sinn.
v] Pfaffen und Narren schiert man einerlei Platte.
Pfaffen und Pfaffenknecht seynt gleicher arten vie, fressen da schwitzen, arbeiten da erfrieren sie.
la] Presbyterum famuli sunt omni tempore tardi, dum comedunt sudant, frigescunt quando laborant.
Pfaffen und Pilgrime geben keinen Zoll.
i] Sie verdienen angeblich den Zoll mit ihrem Beten. Wenn für die frommen Herren eine Weinfuhre geschieht, legt der begleitende Mönch seine Kutte aus, womit alles bezahlt ist.
ndt] Papen vnde pelegrimen geuen neuen tolne. Schleswig
Pfaffen und Romanisten fasten, dass ihnen die Bäuche schwellen.
v] Pfaffen und Romanisten verkaufen große lügen um ein klein geld.
Pfaffen und Schneider können ohne Hölle nicht bestehen.
i] Jene bedürfen sie für abergläubische Leute, diese für Petersflecke.
Pfaffen und Schreiber haben selten fromme Weiber.
Pfaffen und Soldaten sind der Weiber Kandidaten.
fr] Souuent par gens mariez prestres et gensdarmes ne sont aymez.
la] Sacerdotum et militum talos quam vultum coniugati plus amant.
Pfaffen und Wegweiser zeigen wohl den Weg, aber sie gehen nicht mit (o. vor).
Pfaffen und Weiber geben und nehmen keine Buße.
z] Gelerde Lüde vnde Frouwes Volck de leygen vnde nemen keine Manbote.
Pfaffen und Weiber leben wohl, die zweie niemand scheiden soll.
v] Pfaffen und Weiber vergessen nicht.
v] Pfaffen und Weibern muss man nichts Heimlichs sagen.
v] Pfaffen- und Weiberregiment nimmt selten ein gutes End.
Pfaffen und Weiden muss man zu gutem Gedeihen beschneiden.
bm] Knĕzjako vrba čím víu se osekává, tím lépe obrostá.
Pfaffen verbrennen die Finger lieber an einem heißen braten als an einem heißen eisen.
z] Vorwar die Römische Clerisey sollten sie sich selbst die schwersten pönitentzen und buss auflegen, müsten vol toll seyn; sie verbrennen die Finger lieber an einem heißen braten als an einem heißen eisen.
Pfaffen wissen es allzeit so zu machen, dass jhr häring zwo Nasen hab.
v] Pfaffen wollen (und können) ohne Weiber nicht sein.
v] Pfaffen wollen ungestrafft seyn.
v] Pfaffen zählen das Geld und nicht die Seelen.
Pfaffen zahlen einander keinen Zehnten.
i] Der Volkswitz pflegt dies Sprichwort, das dem kanonischen Rechte a.a.O. seine Entstehung verdankt, in der Regel mit: Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus, zu übersetzen, was wahrscheinlich den Mönchen Veranlassung gegeben hat, das oben erwähnte deutsche Sprichwort durch; Graculus graculum non graculat, auszudrücken, um damit das Bittere und Hämische der oben erwähnten freien Übertragung von Clericus u.s.w. durch den Volkswitz vergessen zu machen. Die Bildung des Wortes graculare deutet wenigstens darauf hin.
la] Clericus clericum non decimat.
Pfaffen, die nu nach den pfründen sehen und nit nach den seelen, mit dem Euangelio zu predigen, die seind der Rab, den Noah aussließ aus dem Kasten.
Pfaffen, die nur Osterpredigten tun, richten in der Kirche nichts Gutes an.
Pfaffen, Juristen, Weiber und das schnöde Geld machen irr' und verführen die gantze welt.
Pfaffen, mäuss und hasen hätten keine noth, wären alle Ketzer, katzen und hunde tot.
Pfaffen, Mönch und gantze Clerisey sind sehr schamhafft und verlieren jhre farb wie ein tännere (thönerne, irdene) Schüssel.
Pfaffen, Mönch und Nonnen ins gemein seint so heilig nicht als wohl ist der schein.
v] Pfaffen, Weiber und Suppen ist ein gemeine Speis.
Pfaffen, Mönch' und Hühner werden nie satt.
fr] Nonnains, moisnes, prestres et poullets ne sont jamais pleins ne saouls.
pl] Popie oczy, księże gardło, co zobaczy to by jadło.
Pfaffen, Mönche und Begheinen (Beginen) sind nicht so heilig als sie scheinen.
ho] De papen, nonnen en bagijnen zijn niet zoo heilig, als zij schijnen.
Pfaffen, Suppen, Keller und Köchin sind sachen, so vor jederman gemein seyn.
la] Offa Sacerdotum, mulier, Communica totum.
Pfaffen- und Knappenehen werden im Mai geschlossen.
Pfaffenfeuer ist Torenwerk, es soll meist die Sonne verbrennen.
Pfaffengewissen hat den Teufel beschissen.
z] Ein Räuber wollte auf der Straße einen Geistlichen berauben, der aber sehr beweglich klagte, dass er seine Barschaft an dem Orte, wohin er reisen müsse, nötig brauche. Da hielt ihm der Räuber die eigene Börse hin mit der Aufforderung, sich daraus das Nötigste zu nehmen. Der Geistliche tat einen so tiefen Griff, dass der gutmüthige Räuber ausrief: ›Zum Henker, du hast ein verteufelt schlechtes Gewissen!‹
Pfaffengier und Gottes Barmherzigkeit währen ewig.
v] Pfaffengierigkeit und Gottes Barmherzigkeit währet in Ewigkeit.
Pfaffenguet thuet nöt guet.
z] Pfaffen gut tut kein gut, wanns ein weltlicher Mensch ein tut.
Pfaffengut faselt (gedeiht) nit.
z] Was der pfaff mit der zungen und der kriegsman mit der kling genimmt, das faselt nit.' 'Du sprichst: Ich hab' einen Pfaffen geerbt. So hast du Quecksilber geerbt, das da verderbt all deine andern Güter.
Pfaffengut fließt in 'nen Fingerhut.
Pfaffengut hat Adlersfedern.
i] Es ist pars de tunica Christi. Luther
Pfaffengut und Priesterseel' kommen beide in die Höll.
bm] Knĕžské nachování, židovská duše: to obé do pekla kluše.
pl] Żydowska dusza a księże zebranie po śmierci bóg wié, komu się dostanie.
Pfaffengut, Klosterbeute. Luther
z] Wir vom Adel haben die Klostergüter vnter unser Rittergüter gezogen, nun haben die Klostergüter unser Rittergüter gefressen, dass wir weder Klostergüter noch Rittergüter mehr haben. Ist also ein wahr Sprichwort, dass das geistliche gut habe Adlersfedern art und natur, die alle andern Federn, bei welchen sie gelegt werden, verzehren; aber die Weltmenschen achten das wenig, sagen darauf: Pfaffengut raffengut.
z] Es ist der bawren Sprichwort: Pfaffengut, Rappengut. Denn der gemeinsten Klagen eine ist, dass ein Pastor auf seinen Pfarrgütern nichts behalten kan, es wird jm alles entzogen und gestolen.
Pfaffengut, Raffelgut geht zusammen in einen Fingerhut.
z] Denn die geistlichen Herren werden von ihren Köchinnen ausgeplündert.
Pfaffengut, Raffengut (Raffelgut).
v] Pâfgot Râfgot. Aachen
z] Errafftes, unrecht erworbenes, nicht gedeihendes Gut. Luther
z] Pfaffen Gut, Raffen Gut, es zustaubet, zufleucht und zufleusset wie Wasser, denn es ist mit tuck, list und bösen räncken zu wegen gebracht.
Pfaffenhass hat (kennt) kein Maß.
Pfaffenhusen ist auch verbrannt.
Pfaffenkappen und Kalk verdecken manchen Schalk.
Pfaffenkinder und Schweizer(Müller-)Küh, wenn sie geraten, ist's gut Vieh.
v] Pfaffenkinder underküh, wenn sie geraten, ist's gut Vieh.
Pfaffenknecht sticht der Lenz gemeiniglich.
v] Pfaffenknechte essen mit Schweiß, von Arbeit werden sie nicht heiß.
Pfaffenköchin sagt zuerst: des Herrn Küche, dann: unsere Küche, zuletzt: meine Küche; dann hat der Pfaffe bei der Köchin gelegen.
Pfaffenkohlen riechen wohl, aber nit lang.
v] Pfaffenkol schmäcken wohl, aber brennen übel.
z] De Frouwen geven syck tho den ryken Papen und Domheren, don wat desulven willen, up dat se mögen na aller wollust gekledet und leckerlich gespyset werden. Daher spreckt man: Papen kalen smecken wohl.
v] Pfaffenkohl schmeckt wohl, kommt aber manchem übel.
Pfaffenkriege sind gefehrlich, sie spinnen sich gering an, gehen aber hoch aus.
Pfaffenkühne, Mertzengrüne, Nachtigalgesang wehren nimmer lang.
Pfaffenlieb Affenlieb.
v] Pfaffenlist geht über Teufelslist.
v] Weiberlist geht über Pfaffenlist. Russland
v] Pfaffenlist übertrifft Schlangenlist, Weiberlist Pfaffenlist. Russland
v] Popen sind wohl zu wiegen, aber nicht ihre Ränke. Russland
mhd] Swâ diu natûr verirret ist waz schict dâ hôher phaffen list.
Pfaffenmagd und Wurstsuppe ist eine gemeine Speise.
ho] Papenwijven en soppen is eene gemeene spijs.
Pfaffenmagen kann alles vertragen.
i] Der Pfaffenmagen ist wohl so gut wie identisch mit dem Kirchenmagen, deren Verdauungskraft von unbestimmbarer Grenze ist. Als Kaiser Karl IV. im Jahre 1378 beerdigt wurde, opferte man 26 Pferde, und bei der Leichenfeier des Kaisers Maximilian II. im Jahre 1577 wurden an seinem Grabe zu Prag die Pferde zwar nicht getötet, aber als 'Oblate der Domkirche' behalten.
Pfaffenneid und hass, der hat kein maß.
Pfaffenrache schont das Kind in Mutterleibe nicht.
Pfaffenrat streut üble Saat.
i] Das Sprichwort scheint sich aber auf den Krieg zwischen den Herzogtümern Gotha und Meiningen zu beziehen, der seine erste Ursache darin hatte, dass im Oktober 1746 Frau von Pfaffenrath vor der Frau von Gleichen in den Speisesaal zu Meiningen eintrat. Die noch vorhandenen, in dem Staatsarchiv zu Gotha aufbewahrten Nachrichten über den Krieg, der sich infolge des Rangstreits zwischen den beiden Damen entspann, füllen dreißig Foliobände.
Pfaffenregister laut: 'soll mir'; 'ich soll' gehört den bauren zu.
Pfaffensach machen niemand reich.
Pfaffenschnitzel ist das beste.
i] Der weiche mürbe Teil an einer Gans oder Ente. Im Holsteinischen bezeichnet Papenstück das beste Stück Fleisch aus dem Hinterviertel des Stiers.
Pfaffentrug sehr groß schon ist, größer noch ist Weiberlist.
Pfaffentrug und Weiberlist geht über alles, was da ist.
i] Auch der Teufel wird von Pfaffen betrogen, wie z.B. die Sage vom Dom zu Aachen beweist.
z] Man triumphiert, dass eines Pfaffen Verschmitztheit mehr denn Teufelspfiffe galt.
Pfaffenweiber und Klostersuppen, das ist gemeine Speise.
ho] Papenwijf ende soppen is ghemein spise.
la] Offa sacerdotum mulier communia totum.
Pfand gibt oft Land. [RSpW]
i] Land konnte im altdeutschen Recht fast nur im Erbgange erworben werden. Wenn liegende Güter aber verpfändet waren, so konnte sie der Gläubiger für seine Ansprüche erwerben.
dä] Pant giver aarsag til trætte.
Pfand ist besser als Land.
ho] Pand is zekerder dan land.
Pfand macht freie Hand.
i] Wer Mittel besitzt, hat den Boden freier Wirksamkeit.
it] Pegno in casa val meglio che credito in piazza.
Pfand steht sich nicht selber los. [RSpW]
i] Das Pfandverhältnis erlosch durch die lange Dauer desselben nicht; wie lange auch die Einlösung des Pfandguts verschoben wurde, der Pfandinhaber konnte nicht Eigentümer desselben werden.
Pfandschaft wird für fahrende Habe gehalten. [RSpW]
i] Liegende Gründe waren nach altdeutschem Rechte unveräußerlich, verloren aber durch Verpfändung diese Eigenschaft; sie konnten verkauft werden wie Fahrhabe und es gingen dann die Gläubiger selbst vor den nächsten Freunden in den Kauf.
Pfannechueche (Pfannkuchen) müend de Bode sueche.
i] Tüchtige Drescher wollen gut genährt sein.
Pfannkuchen gehen in auch nicht auf Stelzen.
Pfarrer sind Scheuerpfähle, an denen sich alles Vieh, dem die Haut juckt, reibt.
i] Zur Bezeichnung der Anfeindungen, welche die Geistlichen zu erdulden haben.
Pfarrerkinder und Müllerküh' geraten minder oder nie.
v] Pfarrerkinder und Müllervieh, gedeiht das letzte immer, das erste fast nie. Natangen
v] Beim Popen sollte selbst das Vieh gescheit sein, und auch er hat alberne Kinder. Serbien
bm] U popa mĕla by býti i hovada moudrá, any jsou mu i dĕti hloupé.
Pfarrers Sack ist tief (weit, bodenlos u.s.w.).
Pfarrers Töchter, Krügers Söhne und Müllers Küh', wenn die geraten, gibt's gut Vieh. Tilsit
ho] Dominé'a zoons en dochters zijn de ergsten.
Pfarrerskohl schmeckt wohl.
v] Pfarrersküche dampfet wohl.
Pfau, schau dein füß (Beine).
Pfauen streichen.
i] Unter der Überschrift: Der verlorene Hauf fasst Murner eine große verwandte Gesellschaft zusammen, die: Suppenfresser, lecker, kuppler, Schmarotzer und Schmaltzbetler, Schlegelwerffer, kautzenstreicher, die so zweyen heren dienen, Pfauwen streichen, viel liegens mit der warheit gleichen, Doppelröck im Sommer tragen u.s.w.
Pfauenstreicher sind alle falsch.
Pfeffer darüber machen.
Pfeffer gehört zum Wildpret.
v] Pfeffer hat einen scharfen Treffer.
v] Pfeffer ist gut, aber den Augen schadet er.
Pfeffer und Kalk verzehren manchen Balg.
ho] Peper en kalk verteren menige zaken.
Pfeffer und Safran von sich geben.
i] Zur Bezeichnung von Angst, Schreck.
Pfeffer, Kappe und Kalk verdecken manchen Schalk.
ho] Peper, kap en kalk dekken menig schalk.
la] Multos calx celat nequam, piper atque cucullus.
Pfefferkuchen und Branntewein wollen stets beisammen sein.
Pfeif du 'ner Katz' in' Arsch.
Pfeif nicht, bis du aus dem Walde heraus bist. USA
Pfeife oder weine, so wird doch nichts darauss.
Pfeife und Flinte sind kein Kinderspiel(zeug). Estland
Pfeife will voll sein.
Pfeifen ist gut, zur rechten Zeit aufhören, besser.
bm] Dobře jest popískati, a píst'alku za pás dáti.
ill] Dobro je posvírit, i za pas zadjesti.
Pfeifen ist leichter als schleifen.
i] Müßiges Herumschlendern kostet nicht so viel Anstrengung als ein bestimmtes Geschäft.
Pfeifen schneiden.
Pfeifen tut's, das Maulspitzen (a.d.) nützt nichts.
Pfeifen und Harpffen lauten wohl, eine freundliche Rede besser.
Pfeifen und Liedlein gehören zum Bauertanz.
Pfeifen wie die Leute tanzen.
So reden und handeln, wie sie es gern haben, sich nach ihren Launen richten.
Pfeifende Mädchen, gackernde Hennen, blökende Kühe sind selten die besten.
Pfeifenhunger ist schlimmer als Durst. Estland
Pfeifer, wahr' deine Arbt.
i] Gib auf deine Arbeit Acht!
Pfeiff auf vnd verderb den Reigen nicht.
Pfeift der Wind aus dem Loch? Oberösterreich
Pfeift, oder ich such' euch nicht!
Pfeile lieben Eile.
v] Schnell ist der Pfeil, schneller die Rache, am schnellsten die Reue. Persien
Pfeile verschießen, die ein anderer geschnitzt hat
la] Ab alio amentatas hastas torquere. Cicero, De oratore
Pfeile, die man fliegen sieht, schaden wenig.
Pfeiler, Säulen kann man brechen,
Aber nicht ein freies Herz:
Denn es lebt ein ewig Leben,
Es ist selbst der ganze Mann,
In ihm wirken Lust und Streben,
Die man nicht zermalmen kann.
Goethe, Epimenides A II Sz 6 / Genien Vs 763f.
Pfennig für Pfennig macht eine silberne Lade.
Pfennig im Beutel ist ein guter Compan.
v] Pfennige und Taler sind oft in einem Beutel.
Pfennig ist der beste Gefährte.
en] There's no companion like the penny.
Pfennig ist Pfennig gleich.
ndt] Pennynghe pennynghe lyk. Hamburg
Pfennig ist Pfennigs Bruder.
v] Pfennig kommt, Pfennig geht.
Pfennig machen, dass der Mann sorget.
ho] Penninghe doen den man sorghen.
Pfennig zu Pfennig macht einen Taler.
en] Penny and penny laid up will be many.
ho] De eene mijt op de andere bouwt het huis.
Pfennigarbeit wird nicht mit Talern bezahlt.
Pfennige erneuert man, wenn neue Herren kommen.
mhd] Penninge sal man vernien alse nie herren komet.
Pfennige machen Sorgen.
la] Reddit sollicitum te copia denariorum.
Pfennige verschlägt man, wenn neue Herren kommen.
i] In der frühern Zeit, in der Städte wie die kleinsten Herren das Münzrecht besassen, wechselte in der Regel auch mit den Herren der Wert der Münzen. Es ist hier nur auf die Geschichte deutscher Münzen und der deutschen Münzwirren zu verweisen.
mhd] Phenninge sol man verslahen als niwe herren choment.
Pfennighülfe ist mehr wert als Dukatenteilnahme.
Pfennigreden haben den besten Klang.
ho] Penninkreden klinkt best.
Pfennigsaat hofft Talerernte.
Pfennigsalbe tut Wunder.
mhd] Pfennincsalbe wunder tuot, sie weichet manegen herten muot.
mhd] Pfenningsalbe wunder tuot, si heilet mangen herten muot.
Pfennigsorge kleine Sorge.
dä] En skillinge-sorg liden-sorg.
Pfennigweis Licht holen ist groß Unrat.
Pfenning hat so viel Silber als ein Mück am Fuß kan tragen.
Pfenning ist des andern Gevatter.
Pfenning ist ein Pfenning.
v] Pfenning ist pfennings bruder.
i] Ich will meinen Pfennig auch dazu geben, so lange ich habe, sollst du auch haben.
z] Hieraus erweiset sichs, wie unsere alte deutschen collation, wolleben und freude gehalten haben, nemlich dass ein yeder sein essen hat mitbracht, und zum getrenck haben sie einen pfenning neben den andern gelegt, zu gleicher zechen, und ist einer nicht höher beschwert worden, denn der ander.
i] Bei den Russen sind die Kopeken untereinander nur Bekannte, die Rubel schon Gevattern, dagegen die Imperialen Blutsverwandte.
en] Like to like, said the Devil to the collier.
isl] Peningr er penings bródhir.
sd] Penning är pennings broder.
Pfenningsalbe schmieret sehre zu Hofe.
i] Der edle Hofmann ist auch darin Mann, dass er die Dukatensalbe verschmäht, aber wohl noch mehr die lumpige Pfennigsalbe.
Pferd laufen um Wohltaten und Ehr, die Esel aber überkommen sie.
Pferd machen Zaum und Sporn gut, Rut und Schläge Kinder und Weiber.
Pferd ohne Zaum und Kind (Jung') ohne Rut' taten nimmermehr gut.
un] Zabla nélkül a' ló soha sem lészen jó.
Pferd schaben einander.
Pferd und Esel darf man nicht in ein Joch (zusammen) spannen.
bm] Kůň do konĕ, rek do reka, muž do muže.
Pferd und Futtersack sollen nicht miteinander streiten.
Pferd und Kuh zackern (spannen) schlecht zusammen.
Pferd und Schwein sind beide gute Waar, haben aber ungleich Haar.
bm] Strefuje se svinĕ s konĕm, jenom srst' trochu jiná.
Pferd von dreißig Jahren verändert nicht mehr den Gang.
it] Cavallu du trent' anni 'un muta più andatura. Korsika
Pferd wöllen gern fressen, aber sie wöllen kein Sattel tragen.
Pferd, du Wolfsfleisch, dein Schenkel wird nicht gekocht, deine Seite nicht gebraten.
Pferd, Frau und Schwert werden nicht verliehen.
Pferd, viel Knecht und viel Hund bringen den Besitzer in Armut.
Pferde fängt man mit dem Zaum, Menschen mit Worten.
Pferde fressen Hafer und scheißen Dreck.
v] Pferde fressen einen Mann, der sie mit Rat nicht halten kann.
fr] Chevaux, chiens, oiseaux et serviteurs gastent, mangent et escorchent les seigneurs.
Pferde für die Schlacht, Kamele für die Wüste und Ochsen für die Armen. Arabien
Pferde lassen sich zum Wasser bringen, aber nicht zum Trinken zwingen.
en] A man may lead a horse to the water, but he cannot make him drink unless he will.
fr] On a beau mener le boeuf à l'eau, s'il n'a soif.
fr] On ne saurait faire boire un âne, s'il n'a soif.
Pferde mit vier Füßen straucheln auch.
Pferde müssen Reiter haben, Jungfrauen begehren junge Knaben.
v] Pferde müssen Sporen haben.
v] Pferde treiben Sporen und Geissel, den Esel knittel.
Pferde sind immer Pferde, Reiter nicht immer Reiter.
Pferde und Diener verderben (o. ruinieren) den Herrn.
Pferde und Frauen muss man genau beschauen.
i] Wenn man sie nämlich erwerben will.
v] Einmal sieht man das Pferd, aber ein Jahr lang auch ein Mädchen. Finnland
Pferde und Kühe haben's am besten, sie fressen und saufen, wenn sie wollen.
Pferde unterliegen, wenn sie mit Bremsen kriegen.
v] Pferde, welche die Bremse zwängt, schlagen nicht.
Pferde, Brot, Bier und Kerzen bezeugen den Edelmann. Polen
Pferde, die man zu sehr spornt, schlagen hinten aus.
Pferde, die nicht mehr ziehen, schindet man.
Pferde, die sich im Sande wälzen, sind besser als die sich im Wasser niederlegen.
z] Die Pferdt, die sich im Sand umwaltzen und wie die geylen Hennen bestauben, die sind besser, als die sich im Wasser niderlegen.
Pferde, die zu geschwind gehen, erliegen bald.
Pferde, Hunde, Vögel und Bedientenschwarm machen den reichsten Besitzer arm.
it] Cavalli, cani, uccelli e servitori, ruinano i Signori.
Pferde, Weiber, Kleid und Schuh aussleihen, ist fährlich, sie kommen unverletzt nicht zu hauss.
Pferde, wenn se uth de Spöle kamen, un Frôlü, wenn se uth de Karke kamen, dar kann 'n wohl under bedrogen werden.
Pferdearbeit und Zeisig(Spatzen-)futter.
Pferdedreck füllt kein Meer und Frauenarbeit macht niemand reich.
Pferdefischer und Buschklepper.
Pferdefleisch teuer Fleisch.
v] Pferdefleisch und Pferdeschweiss sind des Bauern bester Mist.
ho] Paardenvleesch en paarden zweet is des landbouwers beste mest.
Pferdefüßen muss man aus dem Wege gehen.
la] Procul a pedibus equinis.
Pferdefüßen, Wolfszähnen, Katzenklauen und Spielershänden ist niemals zu trauen.
ho] Paardenvoet, wolfstand, hoerenaars een dobbelaarshand zijn niet te betrouwen.
Pferdekutteln sind keine Feigen.
ho] Paardenkeutels zijn geene vijgen.
Pferdeleder öss dürer als Kohlleder.
i] Die Bauern sagen, um ihrer Wohlhabenheit Ausdruck zu geben: Mit Pferden zu fahren ist teurer, als in Schuhen zu gehen.
Pferdemilch ist besser als Kuhmilch.
Pferden lasse man gegen Bauchschmerzen 'einen lebenden Aal in den Hals laufen, so kreucht er ganz wieder heraus'
Pferden und Flinten traue weder von vorn noch von hinten.
bm] Ručnici a koni není co vĕřiti.
Pferderücken - Ehrenplatz. Italien
Pferdeschweiss ist der beste Dünger für Buchweizen.
ho] Het zweet van de paarden is de beste mest voor de boekweit.
ho] In paardenvleesch is het goed boekweit telen.
Pfifferling klauben.
Pfiffig wie ein Torschreiber.
Pfingsten ist der schönste Festtag. (Nicht nur, weil es in die schönste Jahreszeit fällt, sondern weil der Jude an demselben essen darf, was und wo er will, während am Pesachfeste kein gesäuertes Brot und am Laubhüttenfeste nicht außerhalb der Laubhütte gegessen werden soll. Je unbeengter das Leben, desto angenehmer ist es)
v] Pfingsten ist der Tag am längste und 's Brot am klennste.
v] Pfingsten springen alle jungen Pferde und die alten müssen nachschleppen.
v] Pfingsten vor Ostern feiern.
v] Pfingsten zum Tisch des Herrn, da leuchtet Näh' und Fern.
v] Pfingsten, wenn die Gans auf dem Eise geht!
v] Pfingstregen bringt Weinsegen.
v] Pfingstregen heilt alles aus.
v] Pfingstregen, die tun selten gut, die Lehre fass in deinen Mut.
v] Pfingstregen, großer Segen.
z] Pfingstregen tut selten gut dem Wein, der stärken soll den Mut.
jüdisch-deutsch] Schwuls is der schönste Jontev; verdorben aus jon tob = guter Tag.
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen, es grünten und blühten
Feld und Wald, auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken
Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel,
Jede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen,
Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.
Goethe, Reineke Fuchs, 1. Gesang Vs 1f.
Pfirschken sên (sind) nich têge Nüsse (Birnen).
Pfirsich- und Kastanienbäume brauchen drei Jahre, um Früchte zu tragen, aber eine Witwe bleibt nur ein Jahr lang Witwe. Japan
Pfirsichbaum und Bauerngewalt (Bauernregiment) wächset schnell und vergeht gar bald (und nimmt schnell ein End').
ndt] Pfeschingbaum und Bauragwalt wächst schnell und vergeht bald. Württemberg
Pfirsiche schmecken fein, schwimmen aber gern in Wein.
it] La persica vuol il vino.
Pfirsiche sind keine getrockneten Birnen.
Pfirsiche und Pflaumen reden nicht, sie geben ihre Güte am Geschmack zu erkennen.
Pflanz den Weinstock für dich und den Ölbaum für deinen Sohn.
it] Pianta la vite per te, e l'ulivo per tuo figlio.
Pflanz Kohl so, dass ein Schaf mit zwei Lämmern dazwischen Platz zum Schlafen hat.
v] Pflanze Kohl Viti (25. Juni).
Pflanze mich für zwei, so trage ich für drei.
i] Sagt das Bäumchen zum Gärtner, um sich einen großen Raum für seine Wurzeln in der Zukunft auszubitten.
Pflanze Rosen für den, der Dornen für dich pflanzt. Für dich werden sie Rosen sein, für ihn ein dreizackiger Speer. Hindi, Indien
Pflanze, wo du kannst, Stauden und Bäume; sie wachsen auch während deiner Träume.
v] Pflanzen, die sich übertreiben, welken bald.
Pflanzen ist gut, man muss aber auch jäten zur Zeit.
fr] Il est temps de planter et temps d'arracher.
Pflanzen, die oft versetzt werden, gedeihen nicht.
en] Plants too often removed will not thrive.
it] Albero spesso trapiantato mai di frutto è caricato.
la] Planta, quae saepius transfertur, non convalescit. Quintil
sd] Det träd som ofta flyttas, fattar ej rot.
Pflaster treten.
i] Müßig, ohne ernsten Zweck, in der Stadt umhergehen.
fr] Battre le pavé.
Pflastersteine sind die letzten Gründe des Volks.
i] Die Pflastersteine legen zuweilen gegen die Beschlüsse absoluter Herrscher ein unwiderstehliches Veto ein. Westdeutsche Zeitung, Köln 1849
Pflastertreter, Zungendrescher.
fr] Batteur de pavé, vaut-rien.
Pflaumen kann man nicht zu Äpfeln machen.
Pflaumenstreichen vnd Fuchsschwenzen.
v] En Plumenstriker. Pommern
v] Pflaumenstreicher (Schmeichler) sind alle falsch.
z] Wer Schwetzer und die ohrenbläser, die pflaumstreicher und federläser bei sich im hause wohnen lässt, der hat fürwar auch geren gäst.
ho] Pluumstrikers sijn al gheveinst.
ho] Die geërd will worden moet het pluimstrijken leeren.
ho] Het is een pluimstrijken.
ho] Hij strijkt de pluim.
la] Plumas tergentes monstrant ficticia gentes.
Pfleg die Alten bis der Junge flügg ist. Eifel
Pflege dein Pferd wie einen Freund und reite es wie einen Feind.
Pflege des Körpers, technischer Unterricht - Vernachlässigung des Geistes, Unkenntnis der Pflichten, das sind die Merkmale der neuen Erziehung.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen
Pflege Rats mit dem Kopfkissen.
fr] Prends conseil à l'oreiller.
Pfleger(und Vormünder-)treu wirt nimmer neu.
i] Der rechtschaffene Vormund, der ein treuer Eckart ist, ist selten.
Pfleger, verleger, widmen und weysen sol man zeysen.
Pfleger- und Schreiberkinder sind Burger- und Bauernschinder.
la] Recte educati crescunt ad sydera gnati.
Pflegerlieb ist falsch und trüb.
i] Wie selten ein guter Vormund ist.
Pflicht des Historikers: das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 295
Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz.
Kant
Pflicht ist, was man von anderen verlangt, nicht was man selbst tut.
Wilde
Pflicht und Auftrag sind die Handschellen des Alltags.
Richard Munk
Pflicht: das, was uns unerbittlich auf dem Weg unserer Wünsche dem Vorteil entgegentreibt.
Bierce
Pflicht: wo man liebt, was man sich selbst befiehlt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 829
Pflichtbewußtsein ist ein schöner Wesenszug, doch Pflichtversessenheit bekommt weder der Gesundheit, noch erfreut sie das Herz. Hung Ying-Ming
Pflichterfüllung ist tägliches Heldentum ohne Ordensverleihung.
Werner Krauss
Pflichtversessenheit bekommt weder der Gesundheit noch erfreut sie das Herz.
Pflöcke, vor Sonnenaufgang am Fastnachtmorgen geschnitten und am Karfreitagmorgen in den Acker gerammt, schützen das Feld, soweit der Schall reicht, vor Maus und Maulwurf.
Pflück diu diän, iek wel düen sghiären (scheren), sach äin Awekoate tiegen (gegen, zu) den annern, doa hadde de äine Biur 'ne Gäus (Gans), de annere en Schoap bracht. Hemer in der Grafschaft Mark
Pflück' die Rose wenn sie blüht, schmiede wenn das Eisen glüht.
fr] Il faut prendre la balle an bond (entre bond et volée).
fr] Il faut puiser, tandis que la corde est au puits.
fr] Quand la fortune est à la porte, il faut lui ouvrir, sans la faire attendre.
it] Bisogna corre la rosa per tempo.
la] Quae fugiunt celeri carpite poma manu. Ovid
sp] Cuando el hierro está encendido, entónces ha de ser batido.
sd] Roser wăxa bland törne.
un] Addig háncsd a' hársfát, még hámlik.
un] A' rozsát akkor kell szedni, mikor virágzik.
Pflücke nicht, wo du nie gepflanzt hast. England
Pflug und Egge übertreffen alle Kronen.
Pflug und Holzgeschirr schätzt sich nicht. [RSpW]
i] Bei Pfändungen soll immer das Entbehrlichere vor dem Nothwendigen, das Unfruchtbare vor dem Nutzbringenden genommen werden. Arbeitswerkzeuge, wozu Pflug und Holzgeschirr ebenfalls gehören, sollen so lange von den Pfändungen verschont bleiben, als die Schuld durch andere Gegenstände gedeckt werden kann; im äußersten Falle muss der Schuldner natürlich alles überlassen, sogar seine persönliche Freiheit.
z] Pflug und ander hölzgeschier soll sich nit schetzen.
Pflug-Doctores müßen immer lernen mores.
Pflüge bei abnehmendem Mond, (dann) verschwinden Disteln und Unkraut. Estland
v] Pflüge niemals fremdes Feld, wenn deines noch ist unbestellt.
Pflüge gut und ernst: du wirst Brot ernsten (je nachdem es Regen oder Nebel gab). Spanien
Pflügen heißt beten - pflanzen heißt prophezeien. England
Pflügen und nicht säen, lesen und nicht verstehen, ist halb müßig gehen.
z] Wer die Lehren der Weisheit hört, ohne sie im Leben anzuwenden, der ist wie ein Mann, welcher sein Feld bestellt, ohne zu säen.
la] Legere et non intelligere est quasi negligere.
sd] Att läsa och inte förstå, är at plöja och inte så.