Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
T
'T balgt wohl, man 't talgt nich.
'T Best' in't Midden, säd(de) de Düwel, dô lêp (oder: günk) he tüsken (zwischen) twê Pâpen (Pfaffen). Ostfriesland
'T beste Bên för. (Immer munter und rüstig vorwärts)
'T Brot wurd unglîk verdênt un ok vertêrd. Ostfriesland
'T Dick hett 't mêste Geld köst. (Sagt der Holsteiner, wenn er jemand zum Kaffeetrinken nötigt, nachdem er bereits bis aufs Dicke und Trübe abgeschenkt ist)
'T Dicke hölt noch hinner, säd' de oll Frû, un schêt 'ne Worpschüffel (Wurfschaufel) ut, dôr kam de Stêl toîrst. (Das Dicke (nämlich Ende) hält noch an irgendeinem Hindernis, kann noch nicht heraus, oder kommt noch nach)
'T en is nie assan Kerremisse (Kirmes), woar 't Vantje uîtstikt. Franz. Flandern
'T êne folget ût'n annern, as 't Kalw ut'r Kôh. Münster
'T es beter ût der dören (Tür) gân, as ut dem finster to stîgen. Lübben.
'T fallt nien Mûs (Maus) unner'n För Heu dôd. Rastede
i] Trostwort für zarte Frauen, die große, starke Männer heiraten.
'T Fell berai'en. Grafschaft Mark (Das Teil bereiten, d.i. gerben)
'T Fell bläoen (bläuen).
'T Fell fersuälen. (Das Fell versohlen: ihn so schlagen, dass er Schwielen wie Sohlleder bekommt)
'T Fûl (Faule) van de Melk. (Eigentlich das Fette, die Sahne von der Milch, uneigentlich das Beste, das Edelste von der Sache)
'T gait 'ne, oasse dän Gääsen (Gänsen) tëu Dealbrügge, dai hät üren eigen Kopp. Driburg
'T gait (geht) 'n ässe dän Gäsen tëu Dealbrügge, dai hät (haben) üren eigen Kopp. Driburg
'T gait der mall (schlimm) her in de pôlske Krieg; man (aber) de der nêt kummet, word der ôk nêt schaten.
'T geht nargens (nirgends) maller (dümmer, törichter) her, see de Junge, as in de Welt un in mîn êgen Vaars un Moors Hûse. Ostfriesland
'T geiht (geht) ne wieder, söä' de Knecht, mênste, ick häw'n Ekbom in 'n Oars.
'T geit (geht) der bi lang as Snöter bi de Pankoek. Ostfriesland
'T geit (geht) hüm as de Swîne, de doen erst gôt, wenn se dodt sündt. Ostfriesland
'T geit der düll her (es geht da toll her) in de poolse Krieg; man de der nich kummt, wurd der ôk nich schaten. Ostfriesland
'T geit der her as in 'n Jôdenkark. (Wer kein näheres Verständnis des jüdischen Gottesdienstes hat, wird nicht glauben, dass bei der Gebetweise Andacht sein könne)
'T geit der mall (wunderlich) her in de Welt, de ên holt mit de Büel (Geldbeutel) un de anner mit 't Geld.
i] Zuweilen wird noch hinzugefügt: War hollst du mit? Antwort: Mit Hannen und Tannen.
'T geit der nargends maller her as in de Welt un up 't Eiland.
i] maller = Nirgends törichter, dummer.
'T geit hüm as de Kösters Koh, de gung drê Dage vör de Regen na Hûs, un krêg doch ên natte Stêrt. Ostfriesland
hdt] Es ging ihm wie Küsters Kuh, die war drei Tage vorm Regen zu Hause und bekam doch einen nassen Schwanz.
'T geit hüm as de Schweine, de dôn erst gôd, wann se dôd sünt.
i] Vom Geizigen
en] He'll dress an egg and give the offal to the poor. – He'll flay a flint. – He'll not lose the droppings of his nose. – He 's like a swine, never good until he come to the knife. – His money comes from him like drops of blood. – His purse is made of toad's skin.
'T geit in de Röven (Rüben).
i] Es zerbricht, geht entzwei, verloren.
'T geit in de Ruten.
i] Es geht verloren, wird ruiniert. Rute steht hier in der Bedeutung von Raute = Viereck und sollte dort stehen.
'T geit mi in'n Kopp (Kopf) rümm ass'n Müllerad. Altmark
'T geit mi so väl an, as ik snak (spreche) dervan. Jever
'T geit nargends maller her, see de Junge, as in de Welt un in mîn êgen Vaars und Moors (Vater und Mutter) Hûse. Ostfriesland
'T Gelagg machen. (Die Zeche bezahlen und zwar durch das Zusammenlegen des Geldes, wodurch das Wort entstanden)
't Geld mutt man von de Lü' nehmen, sä' de Avcate, van de Böm' schüddeln kann' k't nich.
'T Gesicht kummt nicht to de Plojen ût. (Seine Gesichtszüge verändern sich nicht, er verliert nicht die Fassung. Ploje = Falte, holl. plooi, engl. plait)
'T Geweten (Gewissen) is 'n scharp Ding. Ostfriesland
'T gift boll Regen, de Swâlkes flegen hoch.
i] In Schlesien erwartet man Regen, wenn sie tief fliegen, sodass sie die Boden- und Wasserflächen beinahe berühren.
'T gift mehr bunt' Hünn' as ên. Oldenburg
'T ging wohl, äöwer 't geit nich. Altmark (Es könnte an sich wohl geschehen, aber Rücksichten gestatten es nicht)
'T givt kên bêter Lüd' (Leute) as Mannslüd' un Frugenslüd' Pommern
'T glimmt as 'n Hundekötel in Düstern.
'T Glück is 'n Vagel, de 'n fangt, de 'n het. Stadland
'T Gôde (Das Gute) word docht, man 't Quade ôk. Ostfriesland
'T Hart puckert (pocht) hüm as'n Lammerstäärtje.
'T het all sîn Tîd (Zeit), man 't Flofangen nich. Ostfriesland
i] Gewisse Dinge lassen sich nicht aufschieben, sie müssen sofort abgemacht werden.
'T hett sick all manck Mensch to'n Schelm arbeit. Oldenburg
'T is 'n Aartje van Vaartje. (Eine Art von Vater)
'T is 'n Emder, Gott beter 't. (Zur Zeit der fürstlichen Regierung wurden in Aurich die Emder für Revolutionäre angesehen)
'T is 'n Frôminsk (Frauenmensch) as 'n Mölenperd. (Ein starkes Frauenzimmer)
'T is 'n groten Utnerschied twüschen König Salomo un Jürgen Hôtmaker.
'T is 'n Hauptfeil an't Perd, wenn 't kên Kopp (Hövd) hett.
hdt] Es ist ein Hauptfehler am Pferd, wenn es keinen Kopf hat.
'T is 'n Leiden, söä' Lemke, doa kunn 'r sin Frû in 't Bedd ne finnen.
'T is 'n Lumpenkram, de mit Fudden to Markt kummt. Ostfriesland
i] Oder Fodden = Lumpen, Fetzen
'T is 'n Maisje (Mädchen) van drê Sesjes.
i] Von drei mal sechs Jahren; sess = sechs.
'T is 'n Meisterstück, säd' d' Timmermann, harr'n Hunnenhütt bugt un 't Lock vergêten.
'T is 'n olt Wrack. (Ein alter Mensch) Ostfriesland
'T is 'n rechten Fürmöser von 'ner Dêrn. (Damit bezeichnet man in Oldenburg einen recht kräftigen rotwangigen Menschen)
'T is 'n rechter Erdenwurm. (Mammonsdiener, Geizhals)
'T is 'n Schîtkram, de mit Dreck handelt. Ostfriesland
'T is 'n Unglück, wenn man dör Andermanns Nêrs kacken moet.
't is all as't is, säd Fehlmann, un trekt'n Vraak verkiert an.
't is all as't is, segt Hoppach, kickt in de Zeitung un hölt's verkirt.
'T is all ên Gott und ên Pott, seggt de Dêf, da nahm er dem Bäcker ein Brot aus dem Korbe.
'T is all gôd mit in de Winter. Ostfriesland
'T is all gôd mit to nemen.
hdt Das ist alles gut mitzunehmen.
'T is all in Repp un Ror.
i] Repp = Bewegung und Geschäftigkeit, Rôr = Aufruhr. Von reppen = in starker Bewegung sein oder darein bringen, regen, rühren, sich beeilen, etwas in Anregung bringen. Repp di = spute dich.
'T is all na Uttum.
i] Wortspiel, um zu sagen: 'T is all up (auf, aufgezehrt). Uttum ist ein Dorf in der Krumhörn.
'T is all richtig, sä de Pastor, de Jung hêt Gêske.
i] Auf diese Weise hilft sich ein Pastor aus, der bei der Taufe aus Versehen einem Knaben einen Mädchennamen gegeben hat.
'T is all so as dat Ledder (Leder) is. Fr. Reuter, Ut mine Stromtid
'T is all so lang her as de Düfel noch ên lütke Junge was.
'T is altîd gên Maimorgen.
'T is arm, os me gin geld en hed. Flandern
hdt] Es ist arm (hier: armselig), wenn man kein Geld hat.
'T is as wenn 'n in 'n nie Brok kickt. (Um zu sagen: das ist ein erfreulicher Anblick. Namentlich bedient sich der Kartenspieler, der gute Karten in der Hand entfaltet, dieser Redensart)
'T is bäter wat der schînt, as wat der quînt. Oldenburg
i] Von quinen = kränkeln, siechen. Trost für die, welche dick und fett, d.h. scheinend werden. Unter den oldenburger Landleuten gelten hochrote Wangen selbst dann noch als Zeichen der Jugendkraft und Gesundheit, für schön, wenn sie ins Violette übergehen. Alles was 'miem' (mager, schwächlich), was 'bleek' (bleich) und 'leng' (blass, kränklich) aussieht, kann unter keiner Bedingung schön sein. Das Sprichwort wird gewöhnlich von Frauen mit voller, von Gesundheit zeugender Brust gebraucht.
'T is bäter, wenn de Koh (Kuh darna mit'n Stärt'n sleit, as wenn de Vägel darna floit't.
'T is beter bî'n Ûl (Eule) to sitten, as bî'n Exter to hüppen (o. in Osnabrück wippen). (Wippe ist ein Käfich, worin früher besonders Gartendiebe etlichemal ins Wasser gelassen und in die Höhe gezogen wurden. Wippen heißt einen mit der Wippe bestrafen)
'T is beter, happ to, as happ up. (Happen = schnappen, begierig sein)
'T is Bummel-Heärmen. Grafschaft Mark (Bummliger Hermann, ein sich umhertreibender Mensch)
i] Von einen einfältigen, blödsinnigen Menschen (Iserlohn): Witte Dêierk (Dietrich), ein Kölner gemeiner Sorte heißt im Bergisch-Märkischen: kölsche Drickes (Heinrich), ein schlechter, unzuverlässiger Mensch heißt: unrechte Kàuerd (Kurt, Konrad), eine schlimme Frauensperson: 'ne rechte Graite (Grete), eine unordentliche, unsaubere: 'ne Uarschel (Ursula), eine geschwätzige, eine Dabbel- oder Däbbel-Bätte (Elisabeth), eine unsaubere und unordentlich gekleidet gehende: Fucke-Bätte, ein dickes, unbeholfenes, träges Frauenzimmer: fûle Pluens oder Plüens (Apollonia). Man hat ferner: eine dicke und dumme Trêine (Katharine), einen dràige Péiter (trockenen Peter), drüemeligen (träumerischen) oder Drüemel-Pèiter, Jéise-Peiter (der stets Jesus ruft), dummen Kloas (Nikolaus), hülten (hölzernen) Kloas, dummen Järgen (Georg), dummen Stoffel (Christoffel, Töffel), swatte Kasper (der Teufel), Krats-Käp (kratzender Kaspar). Hans und Hänschen vertreten wohl allgemein das männliche Geschlecht. Nickel bezeichnet im Bergisch-Märkischen einen verächtlichen Gegenstand: Sûege-Nickel (säuische Person), Säupe-Nickel (Säufer), Strubbe-Nickel (unordentliche Person, besonders solche, die mit ungekämmten Haaren geht). Droenpeter, von verdrossenen langweiligen Reden, Noelpeter, von ähnlichem trägen Handeln, Quoaseljohann, Quoaseljachen (Joachim) und Quatschmichel, von unsinnigem Geschwätz, Flüchtenhinrich, von eilfertigem, heiterm, leichtsinnigem Wesen, graben Kiljoan, von rohen Umgangsformen, Lorrerjan und Lorrerthrin, von scheltsüchtigem, auffahrendem Wesen. - Im Unterinntal sind Joseph und Christoph Ausrufe der Verwunderung. Einen lästigen Frager fertigt man mit: Frag'n Stielrüepel (Rüpel, Taufname von Rupert) oder: Frag'n Kastomal, abgekürzt: Frag'n Kas, ab. Ein genäschiger Mensch heißt: g'schleckige Eav'. Wer nicht leicht etwas merkt, ist ein Veitl. Oan zo'n Veitl ham heißt jemand zum Narren halten. Ungeschickte Menschen heißt man: Ochs'ntoff'l, Rüep'l, Stöff'l, Ochs'nkopfjaggoi (Jaggoi = Jakob). Mit den Namen Bast'l (Sebastian), Bart'l (Bartholomäus), Hies'l (Matthias), Jagg'l (Jakob) bezeichnet man sowol Dummheit als Ungeschicklichkeit. Einen, der sich nachlässig kleidet, heißt man Schlamphans. Eine plauderhafte Weibsperson heißt Ratschkatl und eine starkbeleibte: dicke Deu'l (Dorothea). Lipp'l oder Lippai (Philipp), Thummai (Thomas, Ton auf Thumm) sind Benennungen für Dumme. Wer mit offenem Munde dasteht, wird Mauloff- Thummai gescholten.
'T is de Oss'n (Ochsen) Will, dat he bi de Koh up de Stall steit.
't is doch gôd avgan, säd' Riedel, kam von'n Fischen un harr nix krêgen.
'T is eendônt (gleichgültig) wat de Schäpel Roggen gält (kostet). Oldenburg (Von Leuten, die sich füttern lassen, ohne ihr Brot selbst zu verdienen)
'T is ên Oertjefanger.
i] Ein Geizhals.
'T is en Pierschinner )Pferdeschinder).
i] Wie in Rostock früher die Stadtsoldaten wegen ihrer roten Jacken Krebse genannt wurden, so führten (oder führen?) die Studenten im Munde der Straßenjugend den Namen Pierschinner, auch Kaldunenslucker.
'T is ên Pott mit twe Ohren.
i] Scherzhaft zu einem, der beide Hände in die Seite stützt.
'T is enerlei, wat hahne de henne tret, wen de kuckens man gôd sind.
'T is gen (keine) Kuh bont, od (oder) se hädd en Pleckske. Kleve
i] Wenn man viel Böses von jemand erzählt, so muss wohl etwas Wahres daran sein.
'T is gên Land van Gewalt, 't is 'n Land van Recht.
'T is gen Malligheid (Spaß), 'n Pêrd in de Wêge un 'n Fohl to'n Fôtenende.
'T is gôd för de Müller, dat de Säcke nich spreken könnt. Ostfriesland
'T is gôd, dat de Böm' nich in'n Häven (Himmel) wasst. Rastede
'T is goet, de der nicks mit to doen het, sä de Junke, do bêten sick twee Kraien. Ostfriesland
'T is gruplik vörde Ôgen, säd' jenn Mann, wenn enen 't Rad öwer de Näs' gét. Mecklenburg
'T is half säöb'n bi äm.
'T is hêl rar (selten), 'n mooi Kind un gên Vâr.
'T is Hemdschörten-Abend, säd' de Knecht, dar böert he de Dêrn den Rock up. Hamburg
'T is hüm entglêden (entglitten) as de Camper Köster dat Ei. Ostfriesland
'T is in de Farve (Farbe) verbrannt. Ostfriesland
'T is in Schick. (Die Sache ist in Ordnung
'T is ingân (eingegangen), as 't Beden to Minsen (in Jeverland).
'T is kein Katt oahn Hansken antofaten.
hdt] Es ist keine Katze ohne Handschuhe anzufassen.
'T is kin gröter Sünn up de Welt, as wer sick in Hofdênst in Swêt (Schweiß) arbeit.
i] Diese Sünde wird nun wohl nicht oft begangen worden sein; es ist nur zu bedauern, dass diese Ansicht vom Hofdienst auch häufig genug auf die Geschäfte der Gemeinde- und Staatsdiener übertragen wird.
'T is kîn Kunst, Kopman to wêren, man to blîven, dat's de Kunst. Oldenburg
'T is Kinder Tîd to Bedd, Wesselohm kummt mit de Sandpüt (Sandbeutel).
i] Wenn die kleinen Kinder schläfrig werden.
'T is kîne Kunst, Geld to verdênen, man tosamen to holen, is de Kunst.
'T is Lünings Tîd to Bedd.
i] Es ist Zeit, dass die Kinder schlafen gehen.
'T is mall, sä Jann, warme Bollen (rundes kleines Weißbrot) mak ik nich: dor harr he vör drê Fiefthalwen up. Ostfriesland
'T is man 'n Driestigkeit üm 'n Treckletter to maken.
'T is man 'n Slump, wenn 'n Edelmann in'n Himmel kümmt. Altmark
i] Slump = glücklicher Zufall, auf den nicht gerechnet werden kann. Bei den Ostfriesen haben die Soldaten (die frühern Landsknechte und Söldner) dies Schicksal.
'T is man ênmal Nêjahr (Neujahr).
i] Mit diesem Sprichwort wird in ostfriesischen Dörfern jede Warnung vor Übermaß im Essen und Trinken zurückgewiesen. Es wird aber auch auf andere, jährlich nur einmal wiederkehrende Vorgänge angewandt. So sagt man auch: 'T is man ênmal Mainhaver-, Hager-, oder Dormer-Markt.
'T is miss, see de Maid, dô was 't Hemd verdrai't. Ostfriesland
'T is mit 'n Totast dán. (Es ist in einem Augenblick getan)
'T is mit'n Handumdrehen to dôn.
'T is nett so lang as 't brêt is.
'T is nich all Gold, wat er schint. Ostfriesland
'T is nich ganz miss, säd de Jung, smêt na'n Hund un râkde (streifte) sîn Stêfmoder. Oldenburg
i] miss = nicht ganz fehlgeworfen.
'T is noch kên Fastelavend (Fastnacht), alle Lêden worden noch nich ûtsuopen.
't is nu leider 'n gesund' Tîd, see de Aphteker tô de Docter un de Avdecker.
(hdt) Es ist jetzt leider eine gesunde Zeit, sagte der Apotheker zum Doktor und zum Abdecker.
'T is ôk 'n Mann, sää' de Dêrn, doa friete se 'n Schnîder.
'T is quaad, mit Heeren Peren eten, sy tasten na de rijpste.
hdt] Es ist schwer, mit Herren Birnen essen, sie greifen nach der reifsten
'T is Saterdag (Samstag), de Düfel deit Hûs söken.
'T is schlechten Sod (Brunnen), dar man dat Wasser in drägen môt. Oldenburg
'T is sin Brudellapp. (Erster Versuch, Gegenstand der Übung. Wenn ein junger Advokat schon einen wichtigen Prozess führt, so sagt man: et is sin Brudel, auch Brudellapp. Scherzhaft auch von dem ersten Kinde eines Ehemanns, wenn es ein Mädchen ist)
'T is so gau (bald) dân mit 'n Menschen unn he hett doch so väl kost uptotrecken.
'T is so geriefelk as de Dör van unse Spinnhûs, de ên van sülfst achter de Nörs tofallt.
'T is so völ nütt (nütze) as 't fiefte Rad in de Wagen. Ostfriesland
'T is steck te schau. Kleve
i] Es ist wirklich zum Staunen.
'T is to lât (spät), segt de Wulf, do is he mit'n Stärt in't Îs fast frâren. Jever
'T is wat puiks, noch ut Paters Fatje.
i] Pîk, püük = rein, schön, sauber, nett, ausgezeichnet, vortrefflich; holländisch puik auch substantivisch: das Auserlesenste, Beste; nordfriesisch pük, westfriesisch püwik. Nach einigen von picken, ût picken, also das Utpickde; nach andern zusammenhängend mit dänisch u.s.w. pige, isländisch pika = schöne Gestalt
'T is wat to Pankôk (Pfannkuchen) backen, hei ji ôk Eier.
'T is wohl bewendt an de Röve, dat de Stengel vergüldt word.
i] bewendt = wohl angewendet, der Mühe wert. Das Sprichwort behauptet ironisch, es lohne sich der Mühe, die Kosten seien wohl angewandt, den Stengel der Rübe zu vergolden.
'T iss'n schrâen Pütte, wâr m' 't Water herin dragen mutt. Ostfriesland
'T Kalf hört de Hund half.
hdt] Das Kalb gehört dem Hund halb.
i] Wegen der vielen Knochen und der übrigen Abfälle, die der Hund bekommt.
'T Kind is dod, Farrerschaft is ut. Strelitz
'T Kôpen (Kaufen) is 'n gôd Amt, de 't bi Tiden brêkt.
'T kummt up de Grötte )Größe) nich to, anners kunn de Osse woll'n Hasen belopen. Oldenburg
'T lest (letzte) is 't best, hadde de Junge segt, do hadde he 't Brannsel1 ut de Pott fräten. Ostfriesland
i] Das am Boden wie an den Wänden des Topfes Angebrannte.
'T löppt hüm mit.
hdt] Das läuft ihm gut.
i] Das Schicksal ist ihm günstig.
'T Markt sett't den Kôp. Ostfriesland
'T Middelste is mit beide Enden up de Lôp.
'T môt doch all 'n bäten Schick hebben. (Es muss doch alles ein bischen Schick, Art, haben)
'T mütt doch to 'n Klapp'n kaom.
i] Die Sache muss sich einmal entscheiden.
'T Quade is Mester.
i] Das Böse siegt.
'T regent Gras und Goseeier (auch Ânteier), seggt de Riepster.
i] Wird von einem warmen Mairegen gebraucht, der Gras und Kraut aus der Erde lockt, nicht allein zum Nutzen des Rindviehs, sondern auch, wie es für den Riepster Hauptsache ist, zum Nutzen des Federviehes.
'T regnet nich altîd (alle Dag) Botter in de Rîsbrê.
'T schäält as Dag un Nacht.
i] Es ist großer, himmelweiter Unterschied. Schälen hier in der Bedeutung von unterscheiden, ungleich sein (differieren).
'T sitt em in de Hût (Haut); sêt 't em in 'n Rock, künn' einen 't utkloppen.
'T smeckt as Hönnig un Sappkôk (Lakritzen).
i] Um etwas Leckeres zu bezeichnen.
'T Sonneke (Sonne) schînt, 't Ponnke grînt, de Polleke steiht up de Schildwache.
i] Wenn eine weibliche Person die Schamhaftigkeit so verletzt, dass sie in Gegenwart einer männlichen ihr Wasser lässt. Ponnke = vulva, Polleke = penis.
'T spielt sick êer zehn arm, as ein rik. Oldenburg
i] Damit drückt der oldenburger Bauer seine Abneigung gegen gewagte Unternehmungen aller Art aus, sodass er sich sogar wenig oder gar nicht an industriellen Unternehmungen beteiligt.
'T spît't mi, dat mi 't Wîf ofstarft; ik hebb hör all söven Johr hat.
i] Spiten = verdrießen, leidtun, kränken, 't spît't mi = es tut mir leid, es ärgert mich.
'T steckt up ên Pferd gên Emmer vull.
'T stekt of, as Dälers Laken.
'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin Moor (Mutter) in de Nêrs kêken. Ostfriesland
'T sünd all gên Evangelien, der lôpen ôk Epistels under. Ostfriesland
'T sünd allerweg terbraken Pött. Mecklenburg
'T sünt nich all Geliirten (Gelehrte), de in de Böker kîken. Strelitz
'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband. Ostfriesland
'T treckt sich all nâ'n Lîw' (Leib), säd' de Snîder, un sett't den Ärmel ins Taschenloch. Mecklenburg
'T vergeht as Schnee vör de Sünne.
ho] Hij vergaat (of: smelt weg) als sneeuw voor de zon.
'T ward noch mennig oll' Trumpeter verdrinken, wo du nischt van krigst. Pommern
z] Es wird noch mancher alte Trompeter er(resp. ver)trinken, wovon du nichts bekommst. Zum Lüsternen, der gern von allem etwas abhaben will. Der Witz liegt wohl darin, dass dasjenige, wovon dieser nichts abbekommen wird, sowohl der (v)ertrunkene alte Trompeter sein kann, als das, was dieser vertrinkt. An das letztere, jedenfalls ursprüngliche, absichtlich verwitzte, scheint in der praktischen Anwendung allerdings gar nicht mehr gedacht zu werden, vielmehr wird der alte Trompeter dem Schimmel ganz gleich gedacht, der in ähnlicher Verbindung gebraucht wird.
'T ward ok annerwärts Brot backt. (Damit trösten sich die Dienstboten und Heuerleute, wenn ihnen der Dienst oder die Pacht gekündigt wird, sie bekommen dadurch auch wohl den Mut, selbst zu kündigen, wozu es eines großen Entschlusses bedarf)
'T wart ôk woll 'n Sack tobunnen, de nich vull ist. (Pflegt man in Oldenburg den Kindern zu sagen, wenn sie zu viel essen wollen)
ho] Men bindt den zak wel eens toe, al is hij niet vol.
la] Nec dum repletus saccus persaepe ligatur.
ndt] Man bindt ôk wal 'n Sack to, de nich vull is.
i] Man kann auch wohl zu essen, trinken, tanzen u.s.w. aufhören, wenn man auch noch genießen möchte.
'T was 'n Mann, de hêt Popan; Popan hêt he, in de Hosen schêt he. Pommern
i] Am Schluss von Geschichten, die man Kindern erzählt, aber auch dem Bericht eines andern hinzugefügt, den jener ernsthaft genommen wissen will.
'T was Tîd, dät d' Koh (Kuh) storf, 't Fudder was all. Seehausen
'T will all sîn Recht hebb'n, hett ol Stak seggt, Kinner ehr Släg un ol Mann sîn warm Beer.
'Triebst du doch bald dies, bald das!
War es ernstlich, war es Spaß?'
dass ich redlich mich beflissen,
Was auch werde, Gott mags wissen.
Goethe, Zahme Xenien I
T beter dat de Bûk barst, as dat de Kost verdarft. Ostfriesland
T is en Kopmann (Kaufmann) in Aalfellen.
i] Er handelt mit geringfügigen Gegenständen; auch: er ist ein Kleinigkeitskrämer.
Taai Thiiwer slaau ên Skelm. Amrum
hdt] Zwei Diebe schlagen einen Schelm.
Täank ek, üdderweegen est beeter øs ithuus. Friesland
Tabak ist ein edles Kraut,
Ob man's raucht, schnupft oder kaut. Spruch auf einer Tabakpfeife
Tabak ist für Menschen, nicht fürs Vieh.
Tabak ohne Kaffee ist wie ein Fürst ohne Pelz. Ägypten
Tabak und Sauna, Schenke und Weib - alles ein Zeitvertreib.
Tabak, Tabak! echt adliges Kraut!
Tabak, Tabak! du stinkendes Kraut!
Wer dich erfand, ist wohl lobenswert,
Wer dich erfand, ist wohl prügelnswert. Des Knaben Wunderhorn, Tabakslied
Tabus sind per definitionem anti-aufklärerisch.
Lorenz Böllinger
Tace! heißt ein Leuchter.
Tace, die Lau(e)rer lauern.
Tacitus hat die Germanen seiner Zeit besser beschrieben, als irgendein Schriftsteller die heutigen Deutschen beschrieben hat.
Jean-Jacques Rousseau, Emile
Tadel ist des Faulen Tagelohn.
dä] Den lade faaer ingen løn uden last.
Tadel ist sicherer als Lob. England
Tadel ist wie der Wind, gefühlt aber nicht gesehen. Madagaskar
Tadel und Salat soll man, will man sie genießen, nicht bloß mit Essig, sondern auch mit Öl begießen.
dä] Formaning skal være uden had og vrede.
Tadel wirkt auf einen guten Menschen wie ein Stich ins Herz, doch auf einen schlechten Menschen wie Wind am Ohr.
Tadele Gott nicht, weil er den Tiger erschaffen hat, aber danke ihm dafür, dass er ihm keine Flügel verlieh.
Tadele heimlich, lobe öffentlich.
Tadeln darf man keinen Abgeschiedenen, nicht was sie gefehlt und gelitten, sondern was sie geleistet und getan, beschäftige die Hinterbliebenen.
Goethe, Biographische Einzelheiten - Ferdinand Jagemann
Tadeln dich die Toren, so lache mit den Ohren.
la] Non moror an laudet me turpis, an improbet osor; laus est magna malis displicuisse viris.
Tadeln heißt überhaupt sein Missfallen zu erkennen geben. Man kann sich bei diesem Missfallen entweder auf die bloße Empfindung berufen oder seine Empfindung mit Gründen unterstützen. Jenes tut der Mann von Geschmack, dieses der Kunstrichter. Lessing, Hamburgische Dramaturgie
Tadeln ist keine Kunst, nachtun tut's, wer's könnte.
Tadeln ist leicht,
Erschaffen so schwer; ihr Tadler des Schwachen,
Habt ihr das Treffliche denn auch zu belohnen ein Herz?
Johann Wolfgang von Goethe/Friedrich Schiller, Xenien
Tadeln ist leicht, aber schwierig ist die Kunst.
Tadeln ist leicht, aufs bessermachen kommt's an.
Tadeln ist leicht, bessermachen (nachtun) schwer.
fr] Il est aisé de critiquée et mal-aisé de faire mieux.
fr] Il est aisé de reprendre et malaisé de faire mieux.
rfr] Ne reprends ce que tu n'entends. (Tadle nicht, was du nicht verstehst)
fr] Plus facile est doeuure iuger, qui nest a louure besogner.
it] Più facile è giudidare, ogni passion lasciate.
la] Carpet citius aliquis, quam imitabit.
la] Facilius est operis iudicem, quam operarium esse.
Tadeln ist leicht, Erschaffen so schwer, ihr Tadler des Schwachen,
Habt ihr das Treffliche denn auch zu belohnen ein Herz?
Goethe, Tabulae votivae 52 - Die Unberufenen
Tadeln ist leicht, loben ist schwer.
Tadeln ist leicht; deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand loben ist schwer; darum tun es so wenige. A. Feuerbach, Ein Vermächtnis
Tadeln ist leichter als besser machen.
Tadeln kann ein jeder Bauer, aber bessermachen fällt (o. wird) ihm sauer.
z] Das sicherste Mittel, die Kritiker zu heilen, wäre, wenn man jeden derselben so lange einsperrte, bis er, ohne Beihülfe des getadelten Werkes, etwas Besseres gemacht hätte.
la] Carpere cujusvis, non est imitarier omnis.
Tadeln können Toren, aber besser machen nicht.
Tadeln können zwar die Toren,
Aber klüger handeln nicht. A. F. E. Langbein, Die neue Eva
Tadelnde gibt es genug, aber nimm die Last auf deinen Rücken, ertrage (sie) zuerst, und tadle dann den anderen. Estland
Tadelst du die seichten Bäche, dann sei selbst ein tiefer Sund, tadelst du die leeren Wasser, dann sei selbst ein volles Meer! Finnland
Tadelt man, dass wir uns lieben,
Dürfen wir uns nicht betrüben:
Tadel ist von keiner Kraft.
Andern Dingen mag das gelten,
Kein missbilligen, kein Schelten
Macht die Liebe tadelhaft.
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblatter 33
Tadle an dir, was du an anderen tadelst, und entschuldige an andern, was du an dir entschuldigst.
Tadle andere nicht Deiner Mängel wegen.
Tadle deinen Tag nicht, ehe er zu Ende geht. Libanon
Tadle den Abwesenden nicht, bis er erscheint. Libanon
Tadle den Klugen, er bessert sich, aber lehr weder den Dummen noch lauf mit einem Kalb um die Wette. Estland
Tadle dich selber, nicht den Fluss, wenn du ins Wasser fällst. Korea
Tadle dich selbst, wenn du keine Zweige und Blätter hast, aber sage nicht, die Sonne sei parteiisch. China
Tadle dich, wie du andere tadeln würdest, verzeih andern, wie du dir selbst verzeihst. China
Tadle einen, wenn er dich hören kann, und lobe ihn, wenn er es nicht kann. Serbien
Tadle Gott nicht, dass er den Tiger erschaffen hat, sondern danke ihm, dass er ihm keine Flügel gegeben hat. Äthiopien
Tadle nicht das Brot und lob nicht den Magen. Estland
Tadle nicht den Fluss, wenn du ins Wasser fällst. Korea
Tadle nicht und rühme dich nicht, bis anderthalb Jahre verflossen sind. Arabien
Tadle nur nicht! Was tadelst du nur!
Bist mit Laternen auf der Spur
Dem Menschen, den sie nimmer finden!
Was willst, ihn zu suchen, dich Unterwinden?
Goethe, Zahme Xenien V
Tafel und Teufel sind verwandt wie Kies und Sand.
Tafelfreunde – Unglücksfreunde.
la] Amici ollae imitantur pediculos, qui suspenso fure discedunt.
la] Amicus ollaris.
Tafelrecht und Salzinnigung soll man nicht brechen.
Tag für Tag gelangt der Mensch zu neuer Erkenntnis.
Tag für Tag vergeht, bis der letzte hinter der Türe steht.
z] Ein Tag sagt's dem anderen. Psalmen 19, 3
Tag ist Tag.
i] Bei Tage verrichten sich die meisten Geschäfte und Arbeiten leichter als zu Nacht bei künstlichem Licht.
Tag kommt für Tag, auch der Georgentag wird kommen, aber es sind noch viel Sonntage, sagte das alte Weib. Serbien
Tag und Nacht händ Rot, drum mach, doss 's öppe gohd und nüd am G'schirr lohd (gebricht). Luzern
Tag und Nacht im Luder leben.
Tag und Nacht ist keine Phrase, denn gar manche nächtliche Stunden, die dem Schicksale meines Alters gemäß ich schlaflos zubringe, widme ich nicht vagen und allgemeinen Gedanken, sondern ich betrachte genau, was den nächsten Tag zu tun? das ich denn auch redlich am Morgen beginne und so weit es möglich durchführe.
Goethe, An S. Boisserée, 22.10.1826
Tag und Nacht mit einer Sache umgehen.
la] Nocturna versare manu, versare diurna. Horaz
Tag und Nacht sind sich immer entgegen.
mhd] Dach unde nacht sint sik alle entegen.
la] Lumen obest tenebris, fatis et vita resistit.
Tag und Nacht wächst der Schatz guter Taten bei denen, welche Gärten und Haine anlegen, Brücken errichten, Brunnen und Wasserleitungen bauen und Heimstätten bereiten. Gautama Buddha, Samyutta-Nikâya
Tag und Nacht währt ewig.
Tag und Nacht, Nacht und Tag verbringen wir unser Leben in der Gesellschaft von Plagen, lassen Begierde für die angenehmen Dinge entstehen und Zorn für die unangenehmen.
Dalai Lama XIV., Tantra in Tibet (Einleitung)
Tag und Nacht, Sonne und Mond, Luft und Licht muss jeder haben und kann keiner kaufen. England
Tag up de Hille.
i] Auch Hilde; in andern Mundarten Hiele, Hilge, Helge, der mit losen Brettern belegte Boden über dem Viehstall, wo das Landgesinde wohl bei Tage schläft oder Kurzweil treibt. – ein verlorener, geschäftsloser Tag.
Tag- und Nachtarbeit, sagte der Maler, als man ihn fragte, warum er so schöne Bilder male und so schwarze Kinder habe.
Tagblätter, meinte Goethe, müssten gleichsam euphemistisch, mit einem zarten Sinn für Anmut und Schicklichkeit geschrieben werden, wo dann vieles gesagt werden könne, was auf andere Weise unwillkommen und verletzend hervortrete. Durch solches Anschmiegen an die Gesetze der Grazie, durch Duldsamkeit und Milde in der Form sei in Deutschland noch gar mancherlei zu gewinnen, wovon ein rauhes und trockenes Wesen entfernt halte, und die beste Zensur sei eine wechselseitige unter tüchtigen Männern, welche sich selbst zu Richtern machen über das, was gesagt werden dürfe und was nicht.
C. J. Clement, 1826
Tage der Wonne,
Kommt ihr so bald?
Schenkt mir die Sonne,
Hügel und Wald?
Goethe, Frühzeitiger Frühling
Tage der Wonne, kommt ihr so bald? Goethe, Frühzeitiger Frühling
Tage und Stunden sind nicht immer gleich.
fr] Les jours se suivent, mais il's ne ressemblent pas.
Tagearbeit – saures Brot.
dä] Gjernings-sal er nærings-qval.
dä] Hvo der vælleri arbeydet, maae lide ondt, og lede om føden.
Tagedieb hat Frau Taugenichts geheiratet.
Tagedieb heiratete Frau Taugenichts.
Tagelöhner sind nie bezahlt.
i] Sie glauben stets, zu wenig für ihre Arbeit zu erhalten.
en] Char-folks are never paid.
Tagelöhner und Dienstboten sollen arbeiten; was im Hause zu feiern, kann Herr und Frau selbst verrichten.
Tagen und Bestellen sind Mittel zum Recht zu gelangen. [RSpW]
i] Da ohne ordnungsmäßige Ladung kein Recht erwächst, so sind Bestellen (d.i. Beschlagnahme eines Guts) und Tagen (Ladung vor Gericht) zwei Mittel zum Recht zu gelangen, doch nicht in dem Sinne, dass die Beschlagnahme die Ladung überflüssig mache.
Tages Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste. Goethe, Der Schatzgräber
Tagesanbruch rot, entweder Wind oder Regen. Venetien
ndt] Morgenrôd (Morgenrot) mâkt't Werder gôd, Âbendrôd bringt Water in'n Sôd. Süderdithmarschen
ndt] Morgenrot bringt Water in de Slôt, Abendroth moj' (schön) Wêer in de Bôt.
ndt] Morgenrot bringt Water in'n Sôd (Brunnen).
ndt] Morgenrot dat füllt den Pot, Oawentrot dröget den Pot.
ndt] Morgenrot geit a dreckêts Neunebrot. Lautertal
ndt] Morgenrot gyt'n nass Nänibrot. Schaffhausen
ndt] Morgenrot pladdert god.
ndt] Morgenrot, dat Water up der Straten flot; Abendrôd, den andern Dag gaud Weder bôd.
ndt] Morgenrod, de Beke flot. Göttingen (Morgenrot, der Bach floss. Auf Morgenrotzhat man in der Regel im Verlauf des Tags Regenwetter zu erwarten, infolge dessen die Bäche fließen)
en] Evening grey and moring red make the shepherd hang his head.
fr] De rouge matinée laides vêpres.
ho] Het morgenrood brengt water in de sloot.
it] Il rossor della mattina fa riempire la piscolina.
it] Nogota rossa de mattina el temp e spiovisina.
it] Rosso di mattina la pioggia è vicina.
it] Rosso di mattina pioggia s'avvicina.
it] Nugota rossa, o vent, o gozza.
la] Mane rubens caelum maturos indicat imbres.
la] Mane rubens coelum venturos indicat imbres.
la] Mane rubente polo, sol dicit surgere nolo.
sd] Morgonlöge är ofta aftongrägt.
sp] Aurora rubia ó viento ó lluvia.
Tagesordnung: Bremsklotz zwischen Satzung und Sitzung. Christian Diekholtz
Täglich aber droht dem Menschen vom Menschen Gefahr.
Seneca
Täglich besoffen ist auch ein geregeltes Leben. Scherzhaft
Täglich ein Pfennig, ist des Jahres ein Taler.
en] A pin a day is a groat a year.
Täglich essen, täglich arbeiten.
Täglich neuer Plan führt zum armen Mann.
dä] Man kand meget finde; man skal først befinde og saa strax begynde.
Täglich soll der Arzt, dem es Ernst ist, in der Wiederholung dieses Wissens [vom menschlichen Organismus], dieses Anschauens sich zu üben, sich den Zusammenhang dieses lebendigen Wunders immer vor Geist und Auge zu erneuern alle Gelegenheit suchen.
Goethe, Wanderjahre III, 3
Täglich streb ich und arbeit ich braver zu werden, hab auch Gott sei Dank wieder Relais-Pferde für meine weitere Route getroffen.
Goethe, An Sophie v. La Rache, 21.3.1773
Täglich sünde, täglich buße.
Täglich Unglück ist leicht zu tragen. (Ungemach, das nur einen Tag anhält)
Täglich werf ich eine neue Schale ab und hoffe als ein Mensch wiederzukehren. [...]+ Ich habe in der Welt nichts zu suchen als das Gefundene, nur dass ichs genießen lerne, das ist alles, warum ich mich hier noch mehr hämmern und bearbeiten lasse.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 6.1.1787
Tägliche hilff vnd mal ist besser denn ein erbgut.
Tägliche Mäßigkeit ist das beste Fasten.
Tägliche Übung gibt viel neu erfindung.
it] L'esercizio esercita la scienza.
la] Per varios usus artem experientia fecit.
Tägliche Übung macht gute Meister.
bm] Rozum se cvičením brousí.
bm] Častĕjší, cvičeni, jistĕjší prospĕch.
bm] Mistr Cvik.
bm] Trápeni dává rozum zkušení umĕni.
Täglicher Gast stinket hast.
Tagtäglich tut irgendein Phänomen uns unsere Unwissenheit dar, und ich glaube, dies ist der Grund, warum wir so selten einen Gelehrten finden, dessen Geist von jedem Aberglauben frei ist.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer
Takt erfordert vor allem Phantasie. Man muss viele Möglichkeiten der fremden Seele überschauen, viele Empfangsmöglichkeiten, und danach, was man geben kann, einrichten. Christian Morgenstern, Psychologisches
Takt in der Kühnheit heißt zu wissen, wie weit man zu weit gehen kann.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin
Takt ist der auf das Benehmen angewandte gute Geschmack. Chamfort
Takt ist der Verstand des Herzens. Gutzkow, Ritter v. Geist
Takt ist die Fähigkeit, andere so darzustellen, wie sie sich selbst gern sehen. Abraham Lincoln
Takt ist die Seele der Musik.
Takt ist unhörbare Harmonie.
Richard von Schaukal
Takt ist vor allem die Kunst des Überhörens.
Hans Söhnker
Takt und Würde lehrt das eigene Herz und nicht der Tanzmeister.
Fjodor M. Dostojewski, Der Idiot
Taktik: sie ließen ihn steigen, um ihn besser treffen zu können. Brudzinski
Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteid!gen, nicht einmal durch Grobheit. Anselm Feuerbach, Lebensregeln
Tal und Berg kommen nicht zusammen, wohl aber die Menschen.
en] Men may meet, but mountains never greet.
Talent ist das, was in eines Menschen Macht steht, Genius - in wessen Macht der Mensch steht. Lowell
Talent ist Form, Genie Stoff. Gutzkow, Über Goethe
Talent ist nur große Geduld.
Anatole France
Talent und Freiheit sind ihrem Wesen nach etwas Unteilbares und Ganzes.
Johannes R. Becher, Talent und Freiheit
Talent und Genie unterscheiden sich im Drama, vielleicht allenthalben, hauptsächlich in einem Punkt. Das Talent fasst sein Ziel scharf und bestimmt ins Auge und sucht es auf dem nächsten Wege zu erreichen, was ihm, wenn es anders ein echtes ist, auch gelingt; nie aber erreicht es mehr. Das Genie weiß auch recht gut, wohin es soll, aber vor innerem Drang und Überfülle macht es allerlei Kreuz- und Quersprünge, die es scheinbar vom Ziel entfernen, aber nur, damit es um so reicher ankomme und zu dem Kranz, der ihm dort aufgesetzt werden soll, die Blumen gleich mitbringe. Hebbel, Tagebücher, Hamburg, 20. 5. 1843
Talent war ehmals ein göttlich Vermächtnis
Heut ist Talent ein gutes Gedächtnis.
Hugo Zürner
Talent zu Einfällen ist nicht Genie zu Ideen. Kant
Talente brauchen Schutz und Lobredner, die Tugend würde dadurch verlieren.
la] Virtus non eget haedera.
Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme. Krailsheimer
Talente können sich untereinander, als Grade, vernichten und erstatten, Genies, als Gattungen, aber nicht.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik
Talente ohne Tugend sind Sklaven ohne Herren: sie können sich nicht gut benehmen und sind zu allem fähig. China
Taler ausgeben und Pfennige einnehmen.
la] Caldum mejere et frigidum potare. Petronius
Taler klappen, Worte lappen.
Talg am Sauerampfer suchen. Böhmen
Talglichter ziehen.
i] Von Kindern, welche die Nase nicht wischen.
Talltall hoat Hölzel feil.
i] Auch mit dem Zusatz: er gab's Gebindel für a Gröschel.
Tand, Tand
Ist das Gebilde von Menschenhand.
Th. Fontane, Balladen, Die Brücke am Tay
Tannast, die Zürcher fliehen fast.
i] Ein Trotzwort, das viel Unheil anstiftete, und noch lange nach dem Capellerkrieg gehört wurde.
Tante Voss.
i] In Berlin auch bloß unter der Bezeichnung Tante. Unter diesem Namen ist die Vossische Zeitung durch ganz Deutschland bekannt, wie die Neue preussische Zeitung vorherrschend 'Kreuzzeitung' heißt. Die Leipziger Zeitung, deren Inseratenchef 1872 Staatsbeamter geworden ist, hat im Volksmunde den traulichen Namen: 'alte Muhme' und in Wien reimt man, seit der Wanderer seine Windrichtung geändert hat: 'Der Wanderer, ein anderer.' Als allgemeine Bezeichnung für schlechte Winkelblätter hat man den Spitznamen: 'Wurst- und Käseblatt.'
Tantum quantum possum.
dt] Soviel ich kann.
Wahlspruch des Kurfürsten Friedrich von Sachsen
Tanz ist der Huren Finanz.
i] Die Dänen erklären ihn etwas sanfter als der Musik, des Spiels und der Liebe Kind: Dands er musik, spill og kierligheds barn.
Tanz mit mir, tanz mit mir, hab 'ne bunte Schürze für. Mit mi ôk, mit mi ôk, mîne is van Kammerdôk. Lübeck
Tanz nicht nach der Frau Pfeife. Estland
Tanz nicht, bevor die Hochzeit da ist. Estland
Tanz trägt den schwanz.
Tanz und Gelag ist des Teufels Feiertag.
Tanz und Spiel will ein Ziel.
Tanz will Glanz.
Tanz, solange du jung bist, Alte haben schwere Füße. Estland
Tanz, tanz heute, morgen wirst du wohl Pfeife blasen (d. i. weinen). Estland
Tanzböden sind nicht dem Leibe allein gefährlich.
i] Auch der Seele, indem sie die sinnlichen Begierden wecken.
Tänze drehn das Geld aus dem Beutel und die Reinheit aus der Seele.
Tanze nicht, wenn du einen Korb mit Eiern trägst.
Tanze, wenn das Glück dir pfeift.
it] Bisogna pigliar le venture, quando Iddio le manda.
Tanzen bringt keine Braut ins Haus, aber wer es nicht kann, den lachen sie aus.
Tanzen bringt Unkeuschheit, Hoffart und Schaden.
mhd] Dansen brinkt unkûscheit, hoverdye unde schaden.
la] Luxuriam, fastus pariunt et damna choreae.
z] Wir dantzen nit mit frummen kindern, Frumbkeit hört nit an den reyen: es kum an dantz Pfaff oder Leyen, so hatt die erbarkeit ein end. Das kritzen kratzen in der hend, das winkellaufen, heimlich fragen, freundlich grüß hernider sagen, als ich verstand und ist auch war, kein frumen thochter hört nit har.
Tanzen die Mücken im Januar,
so werden Futter und Butter rar.
Tanzen die Wanzen, spielen die Grillen. Jüdisch-deutsch, Brody
i] Schlechte Musikanten, schlechte Tänzer.
Tanzen im Jänner (Januar) die Mucken, muss der Bauer nach dem Futter gucken.
i] Es folgt dann in der Regel nicht nur ein langer Nachwinter, sondern auch ein schlechtes Jahr.
Tanzen lernt man nit vom Pfeifer, sondern vom Tantzmeister, fechten vom Fechter, schmieden vom Schmidt.
Tanzen mag i nit allein, es muss no öppert bei mir sein. Schweiz
Tanzen um Fabian (20.1.) schon die Mücken, muss man später den Kühen das Futter bezwicken.
Tanzen wie der Wolf, den Schwanz zwischen den Beinen.
i] Von Feiglingen. Der Wolf soll nämlich seine Streifzüge mit eingezogenem Schweife ausführen, sodass er denselben zwischen den Füßen hält. Man schreibt diese Art zu gehen (ob mit Recht?) seiner Feigheit zu.
Tanzen, bis der Zapfen fliegt.
la] Quamdiu vinum seu cerevisia fluit.
Tanzen, buhlen, trinken, spielen an Sonn- und Feiertag bei vielen ist ihr bös gewohnter Wandel und des teufels bester Handel.
la] Mihi est hic nec seritur, nec metitur.
Tanzen, singen und springen, mit schönen jungfrauen ringen; wer das der Carthuser orden, so were ich lengst ein mönch geworden.
Tänzer, die kommen in den Himmel, Kartenspieler, (die) kochen im Kessel. Estland
Tanzmusik und Grabgeläut passen nicht zusammen.
la] Oderunt hilarem tristes tristemque jocosi. Horaz
Tanzt der Muck auf der Bruck, tut das Wetter einen Ruck.
Tanzt die Frau, so hüpft die Magd.
Tanzt die Mücke auf der Bruck, tut das Wetter einen Ruck. Bayern
Tanzt ein Alter, so macht er großen Staub.
Tapfer angegriffen ist halb erfochten.
la] Audentes Deus ipse juvat. Ovid
la] Audentes fortuna juvat timidosque repellit.
Tapfer angreifen, ist halb gesiegt.
la] Audentes fortuna juvat timidosque repellit.
Tapfer auf den Lappen treten.
Tapfer im Handeln, milde in der Form. Claudio Aquaviva, industriae ad curandos animae morbus
Tapfer ist der Löwensieger,
Tapfer ist der Weltbezwinger,
Tapfrer, wer sich selbst bezwang.
Herder, Zur schönen Literatur: Der wiedergefundene Sohn
Tapfer ist tapferer als der Niklas Tóddi. Ungarn
i] Zu den Zeiten des Matthias Corvinus.
Tapfer Ross achtet nicht der Hunde Bellen.
i] Um die Verachtung feindlichen Geschwätzes auszudrücken.
Tapfer sein bedeutet die halbe Rettung. Rußland
Tapfer und treu,
Ohne Furcht, ohne Reu!
Was das Herz spricht,
Ist Gesetz und Gericht.
Die Tat ist Gebet.
Gottlos, was sich selbst verrät.
Maurice Reinhold v. Stern, Wahlspruch
Tapfer wie ein Schneider.
Tapfer wie Georg Green.
fr] Il est brave comme un César.
Tapfere Hand schützt das Land.
dä] Modig haand værier land.
Tapfere Helden, tapfere Taten.
Tapfere Männer müssen etwas vom Fuchs an sich haben, damit sie nicht so leicht betrogen werden.
Tapfere Pferde achten nicht auf das Gebell der Hunde.
la] Incus maxima non metuit strepitum.
Tapfere sachen soll man tun und denn erst sagen.
Tapfere Streiche erst tun ohne Zaudern, dann erst davon plaudern.
Tapferer Soldat, kein Zänker. (Wer sich seiner Fähigkeiten, seines Wertes bewußt ist, braucht sich nicht erst durch ein herausforderndes oder prahlerisches Benehmen Anerkennung zu verschaffen)
fr] Bonne épée, point querelleur.
Tapferkeit ist die letzte Waffe, die die Natur dem Menschen gelassen hat, gegen die Leiden des Lebens und des Sterbens. Coudenhove-Kalergi
Tapferkeit ist ein blindes Huhn.
Tapferkeit ist ein Gemeingut der deutschen Soldaten. Bismarck, 14. 3. 1885
Tapferkeit ist nicht von Dauer.
Tapferkeit ist oft nicht die Folge von Mut, sondern von Fatalismus. K. Peltzer, An den Rand geschrieben
Tapferkeit ist stets mit Menschlichkeit gepaart, während der Feige zur Grausamkeit neigt. K. Peltzer, An den Rand geschrieben
Tapferkeit muss der Arglist unterliegen.
la] Fraude perit virtus. Ovid
Tapferkeit ohne Klugheit ist ein blindes Huhn.
i] Es findet auch wohl ein Korn, aber nur durch Zufall.
en] Valour can do (is worth) little without discretion.
la] Parvi sunt foris arma nisi sit consilium domi.
la] Vis consilii expers mole ruit sua.
Tapferkeit und Klugheit sind immer seltene Tugenden unter den Menschen, aber die seltenste ist wohl die Gerechtigkeit. Plutarch, Titus Quintius, Flamininus
Tapferkeit und Kühnheit hat manchen zu Ehren gebracht.
Tapferkeit und Opfermut sind nicht Überbleibsel des Barbarentums, barbarisch ist nur das Objekt, auf welches die Menschheit sie heute noch anwendet. Diese großen mannhaften Tugenden muss man mit Sorgfalt pflegen; ohne sie kann keine bessere Zukunft aufgebaut werden; an ihnen erkennt eine Nation in den Krisen der Geschichte ihre Führer. Léon Blum
Tapferkeit wird durchs Glück unterstützt.
Tapferkeit zur rechten Zeit ist die beste Weisheit.
dä] Lyksalig dristighed er saa god som dyd og visdom.
Tapferkeit, die accordiert, hat bald aushantiert.
en] Valour tat parleys is near yielding.
Tapfrer Mann macht sich durch die Feinde Bahn.
Tapfrer Mann, der seinen Zorn meistern kann.
Tappe mir nicht in den (ausgelegten) Kram.
ndt] Dapp ma nöd ön Kram. Oberösterreich
i] Wie die fahrenden Krämer in den Häusern ihn auslegen, d.h. mische dich nicht verwirrend in meine Angelegenheiten und Pläne.
Tartu ist ja nicht hinter dem Wohnhaus, Riga nicht hinter dem Holzstoß. Estland
Taschendäuker sind die Frugenslüd ehr Notflaggen.
Taschendiebe nennt man diejenigen Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, die die weitverbreitete Kunst, dem anderen Geld aus der Tasche zu ziehen, nur manuell ausüben. Hans Kasper
Taschenfühler bekommen Ohrfeigen.
Tasso, Torquato] Man darf beide Dichter [Tasso und Byron] nicht miteinander vergleichen, ohne den einen durch den andern zu vernichten. Byron ist der brennende Dornbusch, der die heilige Zeder des Libanon in Asche legt. Das große Epos des Italieners hat seinen Ruhm durch Jahrhunderte behauptet, aber mit einer einzigen Zeile des Don Juan könnte man das ganze Befreite Jerusalem vergiften.
Goethe, Eckermann, 18.5.1824
Taste aber nur einer das Eigentum an, und der Mensch mit seinen Leidenschaften wird sogleich da sein.
Goethe, Eckermann, 30.12.1823
Taste um, we holt dich.
la] Te retinet nullus propere discedere possis.
Taste umher, wer hält dich!
i] Achte nach allen Seiten, da wirst du merken, dass du hier nicht willkommen bist; darum empfiehl dich, da dich niemand gern sieht.
mhd] Tast mume, we holt dy?
la] Te retinet nullus, propere dis cedere possis.
Tat bringt Rat.
i] Wo rascher Entschluss nötig ist, da raten wir uns gewöhnlich am besten.
la] Gladiator in arena consilium capit. Seneca
Tät es wehe, die Meidlin ließen die Knaben gehe.
Tat heißt eine Handlung, sofern sie unter Gesetzen der Verbindlichkeit steht. Kant
Tat kam ham auer üs an Hünj at skitjen. Nordfriesland
hdt] Es überkam ihm, wie dem Hunde das Scheißen
i] Es kam plötzlich über ihn.
Tat steht mit Reue, Handeln mit Sorge in immerwährendem Bezug.
Goethe, Dichtung und Wahrheit, 2. Schema
Tat tötet den mann.
i] Worte und Redensarten tun's nirgend.
fr] Les êffets sont les mâles, les paroles les femelles.
la] Justus prior est accusator sui.
Tat und Galgen stehen weit voneinander.
i] Es war nicht stets so. Noch auf der Synode zu Seligenstadt (1022) wurde verordnet, dass, wenn ein Dieb auf der Tat ertappt würde, er nicht erst vor den Richter geführt werden dürfte, sondern sofort gehängt werden könne.
Tät'ger Sinn, das Tun gezügelt;
Stetig Streben, ohne Hast!
Goethe, An die 19 Freunde in England, 28. 8. 1831
Tatachen stehen in der Polilik oft nicht hoch im Kurs. Selbst hartnäckige misserfolge gelten noch als Beweis für die Richtigkeit der Theorie. Helmar Nahr
Täte Dummheit weh, hörte man sie aus jedem Haus schreien. Spanien
Täte Gott nach unserm Willen, es würd' uns wenig Wohlsein quillen.
Täte ich das, sagte der Wolf, als der Rabe auf der Sau saß.
Täte jeder, was (wie) er sagte, es gäbe viel ehrliche Leute.
dä] Dersom hver gjorde som han sagde; fandtes ei mangel paa ærlinge folk.
Tate, bill (belle) du!
Taten machen den Menschen aus, nicht Worte, Herkunft oder Kleidung.
la] Acta probant homines, non verba, genus neque vestes.
Taten sagen mehr als Worte.
Taten sind die beste Probe.
Taten sind Früchte, Worte sind Blätter.
en] Deeds are fruits, words are but leaves.
Taten sind Männer, Worte Weiber.
en] Deeds are females, and words are females.
ho] Daden zijn mannen, woorden zijn vrouwen.
it] I fatti sono maschi, le parole femine.
pt] Obras são amores, e não palavras doces.
sp] Obres son amores, que non buenas razones.
Taten sind männlich und Worte sind weiblich.
en] Deeds are males and words are females.
Taten sind Saaten.
la] Qui bene fecerunt, illos sua facta sequuntur, qui male fecerunt; facta sequuntur eos.
Taten sprechen lauter als Worte.
Taten sprechen mehr als Worte.
en] Actions speak louder than words.
ho] Daden spreken luider dan woorden.
Taten und geraten stehn nit in Menschen, sondern in Gottes Händen und in seinem voto.
Täten wir, was wir sollten, Gott täte, was wir wollten.
fr] Si nous faisions ce que nous devions Dieu ferait ce que nous desirons.
Täten wir, was wir solten, so ging es uns wie wir wolten; weil aber das nicht geschicht, so gehets auch nach unserm Willen nicht.
Taten, nicht Worte (helfen hier)!
la] Acta, non verba!
Tätig zu sein [...], ist des Menschen erste Bestimmung, und alle Zwischenzeiten, in denen er auszuruhen genötigt ist, sollte er anwenden, eine deutliche Erkenntnis der äußerlichen Dinge zu erlangen, die ihm in der Folge abermals seine Tätigkeit erleichtert.
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele
Tätige Menschen ertragen die Langeweile ungeduldiger als die Arbeit. Vauvenargues, Maximen
Tätige Menschenliebe ohne Verstand verfehlt so gut ihren Zweck als Menschenhaß ohne Macht. Lichtenberg, Über Physiognomik wider die Physiognomen
Tätiger Geist und sinnige Hand ziehen den Segen ins Vaterland. Grabschrift der Barbara Uttmann.
Tätiger Glaube ist Liebe, und tätige Liebe ist Dienst.
Mutter Teresa
Tätigkeit allein verscheucht Furcht und Sorge.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar
Tätigkeit erreicht mehr als Klugheit. Vauvenargues, Reflexionen und Maximen
Tätigkeit ist das Salz des Lebens.
en] Business is the salt of life.
Tätigkeit ist der wahre Genuss des Lebens, ja das Leben selbst. Schlegel, Dramatische Vorlesungen
Tätigkeit löst Rätsel und baut der Menschheit
Schönstes Werk; doch schmähe sie drum ein stilles
Sanftes Herz nicht, weil es erwählt den bessern
Teil wie Maria.
Platen, Oden
Tätigkeiten sollen im Tun erlernt werden. Amos Comenius
Tatmensch: Haltloser Schwächling, der nicht imstande ist, seine Gefühle den Umständen anzupassen und deshalb seine Zuflucht zur Änderung der Umstände nimmt. Helmar Nahr
Tatmenschen waren immer Missetäter, d.h. ihre Menschenkenntnis führt zur Menschenverachtung. Das alles sichert ihnen den Erfolg.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
Täts ein jeder selbst, so dürfts der Knecht nicht tun.
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert. Aldous Huxley
Tatsachen sind die Schwachstellen der Theorie. Helmar Nahr
Tatsachen sind die Todfeinde vieler Theorien.
Lothar Schmidt
Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände. Holmes
Tatsachen sind eigensinnige Dinge. Smollett
Tatsachen sind harte Nüsse.
Tatsachen sind nichts, sie existieren nicht; es hat von uns nichts Bestand als Ideen.
Honoré de Balzac, Louis Lambert
Tatsachen sind stärker als Worte.
Tatsächlich habe ich viel weniger Angst, seit ich mich den Ängsten stelle.
Anaïs Nin, Sich vom Traum führen lassen
Tatsächlich hat der arbeitende Mensch Tag für Tag keine Muße zu einer wahren Ganzheit, er kann die Zeit nicht aufbringen, die menschlichsten Beziehungen zu den Menschen zu unterhalten, seine Arbeit würde auf dem Markt im Wert sinken, und er hat keine Zeit, etwas anderes zu sein als eine Maschine.
Henry David Thoreau, Waiden
Tatsächlich hat die Natur sie zu unseren Sklavinnen erschaffen. Einzig durch unsere geistige Verschrobenheit haben sie behaupten können, sie seien unsere Herrscherinnen.
Henry de Montherlant, Erbarmen mit den Frauen
Tatsächlich ist die Dankbarkeit eine Schuld, die gewöhnlich sogar anwächst, darin gleicht sie der Erpressung: je mehr man bezahlt, desto mehr wird gefordert.
Mark Twain, Henry H. Rogers
Tatsächlich ist ja die Geschichte nur das Abbild der Verbrechen und Widerlichkeiten, die sich ereignen. Die Menge der unschuldigen und friedfertigen Menschen verschwindet immer auf diesem ungeheueren Schauplatz. Die Handelnden sind stets nur Böse, entartete Ehrgeizige. Es sieht so aus, als könne die Geschichte bloß wie die Tragödie fesseln, die langweilig wird, sobald nicht Leidenschaften, Missetaten oder Schicksalsschläge sie beleben und ihre Spannung erhöhen.
Voltaire, Der ehrliche Hurone
Tatsächlich kann das menschliche Denkvermögen in erstaunlicher Weise beschädigt werden. Dies gilt für die Vernunft der einzelnen wie der ganzen Klassen und Völker.
Brecht, Rede über die Widerstandskraft der Vernunft
Tatsächlich sind es die wichtigsten Momente im Leben, wenn wir allein sind.
Anne Morrow Lindbergh, Muscheln in meiner Hand
Tatsächlich und normalerweise gelten neun Zehntel der politischen Tätigkeit den wirtschaftlichen Aufgaben des Augenblicks, der Rest den wirtschaftlichen Aufgaben der Zukunft. Rathenau, Kritik der Zeit
Tätst du zur rechten Zeit dich regen,
Hättst du's bequemer haben mögen.
Goethe, Legende
Tatzentiere sterben nicht an Prügeln.
Tau am Walpurgismorgen (l.5.) verheißt viel Butter.
Tau eigen het ok kein Gelät. (Allzu große Eigenheit ist nicht immer gut angebracht)
Tau einem Lock möt de Voss rut. Fritz Reuter, Stromtid, Wismar 1863
hdt] Zu einem Loche muss der Fuchs hinaus.
Tau gaud is half alwern. Hannover
i] Mit den Worten: 'Zu gut ist halb albern', wird auf das Einhalten jener feinen Grenze hingedeutet, wo Herzensgüte und Mildtätigkeit aufhören Tugenden zu sein und als reine Schwäche erscheinen.
Tau hart Stîner mâln ek gud töhop.
hdt] Zwei harte Steine mahlen nicht zusammen.
Tau im August ist ungesund, drum wisch die Frucht hübsch vor dem Mund.
Tau ist des Regens Hirtenknabe.
Tau Swin un ian Stei hjr grui efter anöther, man selten tu wat Guts. Föhr
hdt] Schweine in einem Stalle arten einander nach, die eine Natur bildet sich nach der andern, aber selten zu etwas Gutem.
i] Von der großen Macht der Gewohnheit, namentlich dem Übergewicht des Bösen über das Gute.
Tau und Mast ruinieren.
i] Das Schiffszeug in Unordnung und Verwirrung bringen.
fr] Desemparer un vaisseau.
Tau vel melken gift Blaut. Mecklenburg
hdt] Zu viel melken gibt Blut.
Tau vor dem Georgstag (23. IV), Roggen vor dem Jakobstag (25. VII).
Taub wie ein Auerhahn in der Balz.
Taube (o. volle) Ähren kennt man schon am Halme. Das Alter trägt noch gewisse Spuren an sich, die es erraten lassen, was jemand in der Jugend gewesen ist oder getan hat)
la] Ex stipula cognoscere.
Taube Eyer schwimmen empor, die vollen sincken zu boden.
Taube horchen gern in anderer Leute Angelegenheiten hinein, Stumme klatschen gern. China
Taube Leute ertragen manchen Schimpf.
en] Deaf men go away with the injury.
Taube Nuss und hohler Zahn, junges Weib und alter Mann.
Taube Nüsse knacken.
la] Decipimur specie recti. Horaz
Taube Nüsse und eitle Herrn klappern viel, aber haben keine Kerne.
Taube Schlacken lässt man in den Weg laufen.
Taube sind von Natur misstrauisch.
Goethe, J. P. Lyser, Februar 1832
Tauben Beichtvätern beichten.
i] Unter tauben Beichtvätern versteht man nicht solche, die wirklich taub sind, man bezeichnet vielmehr damit Geistliche, die es nicht sehr scharf nehmen, sondern nur eine leichte Buße auflegen, auch niemandem selbst dann die Absolution versagen, wenn es sich um Sünden handelt, deren Vergebung sich der Papst vorbehalten hat. Ein solcher Beichtvater hat in den Fasten mehr zu tun, als zwanzig andere. Der Pater Gavin erzählt, dass diese sogenannten tauben Beichtväter verbunden wären, ein Drittel ihrer Einnahmen dem Kloster abzugeben, und dass dieselben zeitweise fast gar keine Ruhe hätten, dass während die Armen in der Kirche beichteten, reiche Leute sie zu sich kommen ließen.
Tauben eine Laute verehren.
Tauben fliegen einem nicht gebraten in den Mund.
Tauben haben keine Gall' (Krall') und sind der Leute all'.
z] Duven, kran, alestren, pawen, vederspel dat nicht grymmet, vlüget it to velde, it is gemeine.
z] Die Tauben haben eine gutmütige Natur und sind jedermann zugetan.
z] Man sagt gemeinlich, dass die Taub kein gall habe, welches doch Galenus für spöttlich haltet.
fr] Le coulomb n'a point de fiel.
Tauben im Kopf haben.
i] Grillen.
Tauben legen immer Eier und zeugen junge, obgleich man sie ihnen raubt.
Tauben Ohren ist bös (o. gut, schlecht) predigen.
Tauben Ohren muss man laut predigen.
tauben Ohren predigen (Mit seinen Vorstellungen und Ermahnungen kein Gehör finden. In demselben Sinne sagt man in Italien: Dem Lauch predigen; in Griechenland: Für den Tauben läuten; in Venetien: Seine Gründe der Polizei vortragen, seine Not der Stiefmutter klagen; die englischen Neger in Surinam: In den Busch schreien. Die Ägypter sagen: Du liesest die Psalmen den Bewohnern der Gräber. Die Psalmen werden bei den Moslemim selten gelesen, weil sie behaupten, die Christen hätten sie verfälscht; doch geben sie zu, dass David sie unter göttlicher Eingebung verfasst und gesungen habe. Dessenungeachtet wird aber doch niemand den Toten etwas vorlesen)
Tauben Ohren predigt man vergebens.
Tauben und Bien' bringen Schaden und Gewinn; Schaf und Teich machen gleichfalls arm und reich.
Tauben und Habichte lassen sich nicht in einem Käfig groß ziehen.
Tauben und Pfauen haben gleiches Recht.
i] Sie werden gemein, wenn sie aus dem gerückten Gewähr entkommen, d.h. außer Haus und Hof aufs freie Feld.
mhd] Tuben und phawen hant gelichez reht.
Tauben und Raben müssen ihren Platz im Zirkel haben.
Tauben und Ziegen lassen den Bauer liegen, aber Bienen und Schaf' helfen ihm wieder auf.
Tauben und Ziegen lassen ihren Herren nichts liegen; Kühe, Schafe und Bienen können ihren Herren was verdienen.
Tauben, die unter Dach bleiben, sind vor dem Stoßvogel sicher.
Tauben, Gärten und Teich' machen keinen reich.
Tauben- und Narrenwerk haben alle beid' keine Stärk'.
Taubenhunger haben. Karlsbad in Böhmen
i] Nicht die gewohnten guten Einnahmen haben, sich beschränken müssen, während eine bessere Zeit voranging. Zugleich soll damit ausgedrückt sein, dass abermals eine gute Zeit nachfolgen werde, die man sehnlichst herbeiwünscht.
Taubenmist un Gänsemist let den Acker, wie wie hei ist. Waldeck
Taubenvögt lassen Tauben ein- und aussfliegen, die immer wieder neue mit sich bringen.
Taubes Korn geht nicht zugrunde.
fr] Folle graine ne périt point.
Tauch den Schwanz ins Wasser, dann bekommst du den Fisch fest. Estland
Taucht unter, ihr Gedanken! Shakespeare, Richard III., I, 1 (König Richard)
Tauen im Winter weist auf Dürre im Sommer hin. Estland
Tauend Kraniche in der Luft sind nicht so viel wert als ein Sperling in der Hand. Ägypten
z] Die jungen Gesellen sollen auch hier den gemeinen Vers mercken: Plus valet u.s.w. Es ist ein Sperling in der Hand besser denn ein Kranich auf dem Dache.
bm] Lepši bažant na míse než když lítá po dvore. – Lepši holub v ruce, než jerábek na streše. – Lepší ptak v ruce než dva letice. – Lepši vrabec v hrsti, než jerabek v lese (nežli cap na streše). – Lepši vrabec v hrsti nežli zajíc v chrasti. – Lepši vrána v pytli jedna, než na vrbe tri.
dä] Hvo som tager det uvisse for det visse, gaar med tomme hænderne bort.
en] A sparrow in hand is worth more than a vulture flying. – One bird in the hand, is worth two in the busk.
fr] Alouette en main vaut mieux que grue qui vole. – Il vaut mieux tenir que chasser. – Il vaut mieux tenir que courir après. – Moineau en main vaut mieux que pigeon (qu'une grue) qui vole. – Un tiens vaut mieux que deux tu l'auras.
fr] Moineau à la main vaut mieux que grue qui vole.
ho] Beter eene musch in de hand dan een kraan op het dak.
it] Meglio è fringuello in mano che tordo in frasca.
la] Ad praesens ova cras pullis sunt meliora.
la] Capta avis est melior quam mille in gramine ruris.
la] Pinguis sensus non consumitur.
la] Plus valet in manibus passer quam sub dubio grus.
la] Spem pretio non emo.
lit] Gerrésnis žwirblis rankoj', nekaip elnis girroj'.
pl] Lepszy wróbel w reku, jak cietrzew na seku.
pt] Melhorhe hum passarinho nas mãos, que dons voando.
sd] Bättre en fågel i hand, än tio iskogen.
sp] Mas vale pájaro en la mano, que buitre volando.
sp] Mas vale pájaro en mano que buitre volando. Don Quixote
wend] Wróbel rucy je lepši, hac holb na tsješi.
Tauf' (schmad) dich un wer Tambour.
i] In früherer Zeit mussten die Juden jede Nacht, sowie bei Beginn des Sonntags und der christlichen und jüdischen Feiertage auf den Trommelschlag aus allen Teilen der Stadt in die Judengasse zurückkehren, worauf dann die Tor geschlossen wurden. Einmal trat ein Jude zum Christentum über und erhielt dafür die Stelle des Tambours von der Judengasse, die nur ein Christ erhalten konnte, was zur Entstehung der obigen Redensart Veranlassung gab, welches angewandt wird, wenn sich jemand tadelnd gegen Judentum und jüdische Einrichtungen äußert.
Taufe Leib und Geist im Feuerbade. Goethe, Westöstlicher Divan
Taufen macht das Kind nicht selig. Russland
Taufen und Freiten - zehrende Zeiten.
Taugemâkede Schlöttere mâked frumm Gesinge. Waldeck
hdt] Verschlossene Schlösser machen frommes Gesinde.
Taugt auch der Kopf nicht viel, das Herz ist desto besser.
i] Diejenigen Menschen, welche sich mehr von Eingebungen des Gefühls als von kühler Überlegung leiten lassen, haben oft ein gutes Herz.
Taugt den das Paradies nur für die Familie des Imam?
Tausch hat keinen Zug. [RSpW]
i] Will sagen, dass bei Vertauschung von liegenden Gründen das Näherrecht keine Anwendung findet.
z] Die Täusch haben keinen Zug.
Tausch ist kein Raub. [RSpW]
i] Beantwortet die Frage, ob der auf der Flucht Begriffene, welcher, um nicht erkannt zu werden, einen Reisenden auf der Straße zwingt, die Kleider mit ihm zu wechseln, als ein Straßenräuber zu betrachten und zu bestrafen sei. Da die Gewalt aus einer andern Ursache, als um einen Raub zu begehen, verübt wird, so wird dies durch's Sprichwort verneint.
en] Exchange is no robbery.
Tausch nicht das Leben gegen Traum.
Beseligen kann nur die Wirklichkeit,
Die Phantasie zerstiebet so wie Schaum.
Garay
Tausch nie mit Zigeunern ein Pferd - du bekommst ein gebrechliches. Estland
Tausch niemals Gewissheit für Hoffnung ein. Malajalam, Indien
Täusche deine Vorgesetzten, aber nicht deine Untergebenen. Chinesisches Sprichwort
Täusche sich keiner, der die Macht führt: er muss im Glauben des Volkes stehen! Alle Macht ist in Wurzel und Kern dieser Glaube. E. G. Kolbenheyer, Das gottgelobte Herz
Täusche sind für die Raben, Zugaben für Kinder. Litauen
Tausche, weil du die Wechselbank hast.
Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer werden das Reich Gottes erben!
Paulus (1 Korinther 6, 9-10)
Täuscht mich entzückender Wahnsinn? Horaz, Oden
Täuscht mich nicht, Gedanken:
Ich halte fest und folg euch ohne Wanken.
en] My project may deceive me,
But my intents are fix’d, and will not leave me.
Shakespeare, Ende gut, alles gut I,1
Täuschung ist eine feine, aber starke Kette, die durch alle Glieder der Gesellschaft sich zieht; Betrügen oder Betrogenwerden, das ist die Wahl, und wer glaubt, es gibt ein Drittes, betrügt sich selbst. Nestroy, Aphorismen
Täuschung meidet er nicht, denn ein viel zu Verständiger ist er. Homer, Odyssee, III, 328