Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
We
'Weg' bedeutet das Recht zu gehen, zu fahren und hin und herzugehen.
la] Via est ius eundi et agendi et ambulandi. [RSpW]
'Welche Verfassung ist die beste?' Die den Tapfern wie den Feigen gibt, was sie verdienen. Lysander, Bei Plutarch, Lakonische Denksprüche
'Wen ich brauchen kann', versetzte der Löwe, 'dem kann ich ja wohl meine Seite gönnen.' So denken die Großen alle, wenn sie einen Niedren ihrer Gemeinschaft würdigen. Lessing, Fabeln, II, 7: Der Löwe mit dem Esel
'Wenn' is'n goden Unnerrock, sitt man nich warm.
'Wenn' war mit 'Aber' verheiratet, und der Sprößling dieses Bundes wurde 'Ach wenn doch' getauft.
'Wer in den Wald geht, darf sich vor den Wölfen nicht fürchten!' lautet ein russisches Sprichwort, und in unserem Fall sind es die Fehler, vor denen wir uns nicht fürchten dürfen, wenn wir ein Werk beginnen.
Johannes R. Becher, Das poetische Prinzip
'Wer ist ein unbrauchbarer Mann?'
Der nicht befehlen und auch nicht gehorchen kann.
Goethe, Zahme Xenien IV
'Wer nachts schläft, verpaßt das halbe Leben' – und das ganze, wenn er tagsüber auch noch arbeitet. Alexander Eilers
'Wer weiß etwas von Elektrizität', sagte ein heiterer Naturforscher, 'als wenn er im Finstern eine Katze streichelt oder Blitz und Donner neben ihm niederleuchten und rasseln? Wie viel und wie wenig weiß er alsdann davon?'
Goethe, Maximen und Reflexionen 712
'Wer will der Menge widerstehn?'
Ich widerstreb ihr nicht, ich laß sie gehn.
Sie schwebt und webt und schwankt und schwirrt,
Bis sie endlich wieder Einheit wird.
Goethe, Zahme Xenien I
'Wer will, der muss!' und ich fahre fort: Wer einsieht, der will.
Goethe, An Zelter, 21.1.1826
'Werte Anwesende', sagte der Redner und fügte hinzu: 'infolge der gestrigen Feier hoffentlich nicht allzu Abwesende!' [ASpW]
'Wes Brot ich eß', des Lied ich sing,' sagte der Bäcker und brachte einen Toast auf sich aus. [ASpW]
We 'n gudden Gott hot, de mag sachte beden. Waldeck
We bestât (verheiratet) es, de es noch lang net begrave. Aachen
We blenk (blind) es, demm könt (kommt) et agen Ogen an. Aachen
ho] De blindt wordt, komt het eerst in de oogen.
We d' Stube nid g'wüscht isch, mûes mi d's Mûl hüeta. Bern
i] Bevor man spricht, soll man wissen, wer zuhört, damit man nicht Ärgernis gibt oder Nachteile herbeiführt.
We d'r lieb Gott a Nar ha will, su macht'r an' alte Ma zum Wittlig. Bern
We de eschte Schritt gedoh, blievt selde dobei stoh. Aachen
We de Hasen hebben will, de mot de Hunde wogen. Westfalen
We de Menschen war'n geschîder, möckt de Düwel de Hölle wîder.
We de Tonne, so de Wîn, söä de Fru, doa har de Mann van ähr Piss' soapen.
We dem, der den ertzten gepurdt.
la] Quia maxime verum, dum male habentes quaerunt medicos.
We ein, der vil chind hat (Kind) und wenig brot.
We en Rüen wämsen (durchprügeln) well, kann licht en Knüppel finnen. Recklinghausen
We en Unglück sal han, de brecht 'ne Fenger egen (in) Spinat of egene (oder im) Reissbrei.
We êner hennewîs't (hinweist), dar sleit'r nich henn.
We geliat'r (gelehrt), asu verkiat'r. Euskirchen
z] Der Gelehrte ist ein Tausendfuß, der doch nicht weiter kommt, als wenn er nur zwei Beine hätte. W. Menzel, Streckverse
We gett (etwas) spart, we gett hat! Aachen
z] Dat es de Sach: 'ne Pennek per Dag magd nett en klöw'nen daler per Jahr.
We kann den Hunden dat blecken verbeden.
We kann einem eher wat angewienen äs awgewienen.
We Luckin as frei. Nordfriesland
i] Lugen, sehen ist frei.
We m' d's Chrût (Kraut) kennt, su grabt m' da Würza nid na. Bern
We me alle Lüte wett d' Müler verschoppe, müesst me vil Lappe ho. Schweiz
ho] Wie kan het allen man van pas maken (naar den zin doen).
We me de Mäuder strîchlet, so streckt er de Schwanz.
i] Mäuder, auch Maudi, in einigen Kantonen der Schweiz als Bern, Glarus, Luzern die Bezeichnung für Kater.
We me den Hund lang gnug chrätzt het un d's letzt stellt me ne ab, so bisst er eme no. Bern
We me im Heuet g'sehd eine, muss me im Herbst laufe mit der Zeine. Luzern
hdt] Wer einen Apfel am Baume gesehen hat. Zeine oder Zaine = ein Korb, geflochten aus Ruten, Gerten, d.i. Zainen, oder in der mösogothischen Mundart, Tainen.
We me nit ist wie ander Lüt (Leute), so geit's eim nit wie ander Litu.
We me'n eim der Chopf (Kopf) abghaue het, so brûcht me-n em ne nid meh ufzsetze.
We men e Rat will, muess me nach Züri.
i] Ein Lob der genannten Stadt, welches mit dem Zulatz: 'Schutz und guten Rat', der Ablassprediger Albert de Alba Lapide 1479 schon aussprach.
We Menschen denken, un Gott lenkt. Schwerin
We met grusse Hong (Hunden) wel pisse gohn, de moss auch de Beng (Beine) dernoh ophevve könne. Aachen
We mî (je mehr) dat mer hät, we mî dat mer welt. Köln
We mu zum Chrüzer (Kreutzer) net so Sorg cha ha, as zu de Auge, so würt mu net rich. Obersimmental
We n eina tannegi Hösli het und hagebuechig Strümpf, su ma n'r tanze, wîe'n'r wil, 's git ihm keni Rümpf. Bern
We n' eina n' alli Handwerk cha, su gitt 'r z'letsch a Hudlma. Bern
We net sitt (sieht), de es blenk (blind). Aachen
We net sitt, want he gelt (kauft), de sitt want he gegolden (gekauft) hat. Aachen
We nid Sinn het, het Füß.
i] Die Unbedachtsamkeit macht manchen Gang nötig, den der Bedachtsame unterlassen kann. Unser: Was man nicht im Kopfe hat u.s.w.
We nix hêgt (spart), de kommt ock to nix. Rendsburg
We nüs han sal (haben soll), verlüst et Brut usgen Teisch (aus der Tasche). Aachen
We ömmer danzt en ömmer sprengt, si Enkd bau fengt. Aachen
hdt] Wer immer tanzt und immer springt, sein Ende bald findet.
We sich de Nas' afschnîet, de verschengeliert (o. schampfiert) sîn Angesicht. Aachen
i] schampfiern = meistern, tadeln, den Hofmeister spielen; anorieren für: anordnen; wunnerieren für: sich verwundert äußern; gärtnerieren für: im Garten arbeiten.
We sich net gêr verführe lett, de heut (hüte) sich för der eschte Schrett. Aachen
We sick nich meldet, de kritt (kriegt, bekommt) nicks. Recklinghausen
We sik menget mank dem ate, dei wert den sogen gêren to vrate. (ate = Speise, Schweinefutter)
We sik sulvst nicht enbört (emporhebt) unde schuft, dem besteit de wagen in 'n Dreck. Lübben
We uppe gnade denet sunder beschet, de sal sich an der gnade ghenogen laten, de man ime deit. [RSpW] (Wer seine Dienste ohne Lohnbestimmung unbedingt (sunder beschet) gewährt hat, muss sich mit dem begnügen, was ihm geboten wird)
We vell Mehl de häw'n sull', de all' Müler verklöäwen wull'.
We well de Katt de Bell anhangen?
ndt] Wer wil der Katzen die Schell anhencken?
hdt] Wer will der Katze die Glocke umhängen?
fr] Qui attachera grèlot?
We will Raiwen (Rüben) iäten, mot Lawrenzjus nich vergiäten. Westfalen
ho] Die op zijn tijd knollen will eten, moet Sint Lourens niet vergeten.
We's eina nid im Chopf (Kopf) het, so het 'r's nit i da Füeßa. Bern
We's i d's blott Holz donnert, so gits gärn ä Rüüch. Bern (Holz = zu einer Zeit, wenn die Bäume noch keine Blätter getrieben haben; Rüüch = harte, kalte Witterung, Reif, Schnee)
Wea 's Mâl nid aufmocht, dea muass in Bai'l aufmoch'a. Niederösterreich
ndt] Wer 's Maul nicht aufmacht, der muss den Beutel aufmachen.
Wea 's Sache lobt, dea kafft (kauft) 's nid. Niederösterreich
Wea Brennesst'l onriad, dea brennd si'. Niederösterreicheich
Wea frogg (fragt), git nid gedn. Steiermark
Wea schimpft, dea kafft. Niederösterreich
i] Die Ware tadelt, schlecht macht.
Wea vül frogg, dafrogg vül.
hdt] Wer viel fragt, erfragt (o. erfährt) viel.
Wea z'an Janggar geboren is, kimp za kuanen Rouk. Steiermark
hdt] Wer zur Jacke geboren ist, kommt zu keinem Rock.
Wea zu 'n aran Janka'l gibua'n is, dea kimd zu koan Rog. Niederösterreich
i] Verkleinerungsform von Janka = kurzes Oberkleid (Jacke).
Weame 'ne Lûs (Laus) in't Ar oder unnere Prük (Perrüke) setten. Westfalen
Weame dat Gras vör den Fäutn weag mäggen. Büren (Ihm einen sicher erwarteten Gewinn entziehen)
Weame den Käul up'm Koppe (Kopf) hacken. Westfalen
i] Seine Gutmütigkeit rücksichtslos missbrauchen.
Weame den Puckel (Rücken) fläuen. Westfalen (Flohen, von flöhen, säubern, ausklopfen)
Weame tor Bucht (Biegung) brengen. Westfalen (Ihn beugen, bezwingen, zahm machen)
Weame wat in de Schuhe geiten (schödten). Westfalen
i] Etwas auf einen andern schieben.
Weane in't Ohr kniypen. Westfalen
i] Ihn für irgendetwas willig zu machen suchen.
Weane uese Herrgott stroafen will am Liywe, deam giet'e ne Näggerske (Näherin) tom Wiywe. Büren
Weär met Oßen foart, kümt ock nodden March.
Weär sich jeden Boem betracht, hat no ni veäl Holt gebracht. Neumark
Weär sich met Katten afgäft, mut kratten verliêf neamen. Neumark
hdt] Wer sich mit Katzen abgibt, muss das Kratzen dulden.
Weär tum Kittel jeboren ös, kricht kenen Rock, und wenn er 't Duok all ungern Arme hat. Neumark
Wear's z'airst schmeckt, dear hat verzett. Ulm
i] verzett = verschüttet = angestellt.
Weba mag nütz geba, Spula mag nüd fuera Spinna mag nütz bringa.
i] Fuera = nähren. Von dem geringen Ertrage, den Spinnen, Spulen und Weben gewähren. Wenn man jetzt von 'armen Webern' redet und den Beruf des Webers als einen uneinträglichen, armseligen bezeichnet, so ist zu bemerken, dass es auch für die Weber eine bessere Zeit gegeben hat. Als der Linnenhandel in Hirschberg blühte, so verließen die Weber, welche ihre Weben dorthin zu Markte brachten, selten die Stadt, ohne zuvor ein Glas oder eine Flasche Wein zu trinken. Und wie günstig ihre Verhältnisse in Holland waren, zeigen die Sprichwörter jenes Landes. 'Die Weber', heißt es dort, 'übertreffen alle andern, sie tun es allen zuvor: De wevers spannen de kroon'. Ein anderes Sprichwort drückt den Gedanken aus: der Weber und der Winter haben ihre Mucken, in die man sich schicken muss; sie spielen den Herrn, und man muss sich ihre Launen gefallen lassen: De weber en de winter kunnen het niet verkerven.
Webe Wahrheit mit Zutrauen.
Weberei, die älteste und herrlichste Kunst, die den Menschen eigentlich zuerst vom Tiere unterscheidet...
Goethe, Wanderjahre III,5
Weberwitz ist federleicht.
Wechsel der Tätigkeit gilt dir so viel wie Erholung.
la] Instar refectionis existimas mutationem laboris.
Wechsel der Weide macht das Vieh fett.
en] Change oft pasture makes fat calves.
it] Cambiamento di pastura ingrassa il vitello e la vacca.
Wechsel ergötzen, sagt Rothschild.
i] In dieser Weise hat der Volkswitz den Spruch: Delectat variatio, das steht schon im Horatio übersetzt.
Wechsel heißt das Weltschicksal. Rückert, Makamen
Wechsel ist kein raub nicht.
Wechsel mi doch e Fennig! Ostpreussen
Wechsel oder Tausch ist kein Raub.
Wechselgedichte, wie sie der Liebende gern verfaßt, weil er sich von seiner Schönen, wenn auch nur bescheiden, halb und halb kann erwidern lassen, was er wünscht und was er aus ihrem schönen Munde zu hören kaum erwarten dürfte.
Goethe, Wanderjahre II,5
Wechselhaft wie ihr Gesicht ist Fortunas Gesinnung, sie freut sich zu enttäuschen, nimmt, was sie gegeben hat, nichts gilt ihr etwas, alles geschieht aufs Geratewohl; sie stößt zurück und hasst, wer sie zu sehr fürchtet oder zu weise ist.
la] Fortunae mobilis ut facies, ita mens; deludere gaudens,
quod dederat, tollit; pensi nihil, omnia casu;
qui nimium metuunt sapiuntve, repellit et odit.
Mantuanus, Adulescentia, Falco
Wechseln ist kein raub, sagte der landtsknecht, da er ein pferdt von der weide stal undt ein lauss an die stelle setzte.
Wechseln leitet Unglück auf die Achseln.
Wechseln macht fehlen.
Wechseln ohne Gott tut selten gut.
z] Es heißt, hat dichs glück zum Esel ersehn, so bleib einer, biss dich Gott zum Herrn machet, denn Wechseln ohne Gott tut selten gut.
Wechseln sollst du Worte niemals mit unklugen Affen.
Edda, Hâvamâl, Loddfafnirlied
Wechselseitiges Vertrauen
Wird ein reinlich Häuschen bauen.
Goethe, Bleiben, Gehen
Wechselt im Juli stets Regen mit Sonnenschein, so wird im nächsten Jahr die Ernte reichlich sein.
wechselweise
la] vice mutua
la] vice versa (v. v.)
Wechsle die Hände, wechsle die Dinge.
Wechsle nicht die Pferde, wenn du mitten im Fluss stehst.
en] Don't swap horses in midstream.
Weck (weit) van sengem Gôt es noh bei sengem Schade. Düren
fr] Loin de ses biens, près de sa ruine.
Weck ein vergessenes Übel nicht wieder auf.
Weck Frugenslüd wiesen ierst ehr' besten Sieden, wenn s' olt sünd.
Weck nicht den schlafenden Bären.
Weck sin Brôt ick ät, denn' sin Lêd ick sing. Altmark
Weck, weck, weck, gras' lieber an der Heck, ruft die Wachtel den im Walde grasenden Mädchen zu.
Wecke den Hund nicht auff, der da schlefft.
Wecke die Katze nicht auf, wenn sie schläft.
Wecke nicht den Leuen, es könnte dich gereuen.
Wecke nicht den schlafenden Aufruhr. Persien
fr] Il ne faut pas réveiller le chat qui dort.
sd] Lugga intet Lejonet.
Wecke nicht den Schlafenden von seinem Traumel
Weißt du, ob im zweiten Raume
Du so Schönes zum Ersatz ihm könntest zeigen,
Als ihm nun sein Traum gibt eigen?
Rückert, Vierzellen
Wecke nicht einen schlafenden Löwen. Estland
Wecken geschieht allezeit mit Schrecken.
Wecker 'n (o. wer'n, de 'n) böses Wief hett, hett den Düwel (o. Deuwel) tau'n Schwåger.
Wecker 'ne gaude Frau hebben will, möt sik die Brut vormiddachs in't Hus ankieken.
Wecker 't all de Lü (Leuten) recht moaken will, de schall erst noch gebor'n werd'n. Schwerin
Wecker 't Füer (Feuer) hebb'n will, möt ok den Rok liden. Strelitz
Wecker (o. Wer'n, De) 'n böses Wief hett, hett den Düwel (o. Deuwel) tau'n Schwäger.
Wecker (wer) Botter (Butter) uppen Kopp hett, möt nich in de Sünn goan. Strelitz
fr] Si tu as la tête de beurre ne te fais pas boulanger.
ho] Die een hoofd van boter heeft, moet bij geen' oven komen.
sp] No seais hornera si teneis la cabeza de manteca.
Wecker (wer) Unglück hebben sall, de terbräkt sick den Dûmen in 't Oarsloch. Strelitz
Wecker erst kümmt (kommt), moahlt erst.
Wecker Glück hebben sall, den kalvt en Oss. Strelitz
Wecker kann weiten, wur oft die Wiewer klœnen und die Hunn' dat Been upbören.
Wecker tau Dierde gaut is, is uk tau die Minschen gaut.
Weckern Gott een Wief gifft, denn möt hei uk Geduld geben.
Weckuhren und Kritiker dürfen nicht rücksichtsvoll sein.
Gabriel Laub
Wedder ênt, seggt jen Mäken (Mädchen), on kröggt e Paarke.
Wedderslân is nich verbaden. Holstein
z] Ich weiz wohl daz niemen mac verbieten wohl den widerslac hat.
z] Der keiser Otto künde nie den widerslac verbieten.
z] Mir hat künic karle den widerslac erloubet. Ich bin rehte beroubet und gestôzen von mînen landen.
mhd] Wedder slân en is nicht vorboden.
la] Fraudem fraude maloque malum depellere iustum.
la] Non interdictum post verber sit prius ictum.
sd] Geenslagh aer ey forbwdhit.
sd] Slå igen är intet förbudet.
Weder A, noch B wissen. [fr] Ne savoir ni A, ni B. [la] Imperitum et omnium rerum rudem esse.
Weder als Mensch noch als Glied der sozialen Ordnung muss man mehr sein wollen, als man kann.
Chamfort, Maximen und Gedanken
Weder ändert der Hund sein Fell, noch wirft die Krähe ihre Federn ab. Estland
Weder auf Blüten im März, noch auf Frauen ohne Scham soll man rechnen. Spanien
Weder aus Worten noch aus Fingern kann man etwas machen. Estland
Weder baut man ein Haus mit der Nadel, noch trägt man Wasser mit dem Sieb. Estland
Weder Begabung ohne Unterweisung noch Unterweisung ohne Begabung kann einen vollkommenen Künstler schaffen.
la] Neque enim ingenium sine disciplina aut disciplina sine ingenio perfectum artificem potest efficere.
Weder bei einer Besitzschutzklage noch in sonstigen Fällen darf Arglist des Vormunds dem Mündel schaden, ob er zahlungsfähig ist oder nicht.
la] Neque in interdicto neque in ceteris causis pupillo nocere oportet dolum tutoris, sive solvendo est sive non est. [RSpW]
Weder besorgt ein Aas den Haushalt, noch ernährt ein großer Wolf. Estland
Weder bietet der Wind einen Halt, noch ergeht Gnade vom Zaun. Estland
Weder bleiben große Worte im Mund noch lange Furze im Arsch. Estland
Weder Christ noch Heide erkennt das Wesen Gottes, wie es in sich selber ist.
Thomas von Aquin, Summa theologica
Weder das Seil eines Bootes noch die Zügel eines Pferdes dürfen auf lange Zeit ungebunden bleiben (= los bleiben). Estland
Weder Decke noch Strecke haben.
Weder dem Arzt kann man genug danken, schenkt er einem doch das Leben, noch dem Seemann, wenn er einen Schiffbrüchigen aufgenommen hat.
la] Nec medico gratia in maius referri potest, solet enim et medicus vitam dare, nec nautae, si naufragum sustulit.
Weder dem Tod noch der Liebe kann irgendjemand entrinnen.
la] Nec mortem effugere quisquam nec amorem potest.
Weder dem Wirt noch dem Barbier zahle mehr als die Gebühr.
it] Nè all' oste nè a barbiere, non pagar più del dovere.
Weder der Freund, der wieder ausgesöhnt, noch ein Hammelstück wieder aufgewärmt.
sp] Ni amigo reconciliado ni carnero dos veces asado.
Weder der Rechtschaffene noch der Dieb kann Vergnügen oder Verdruß in Gott bewirken. Spinoza, An W. van Blyenbergh
Weder der Schlaue noch der Ungerechte taugen zum Mittelsmann.
Weder der Spieß noch das Kebap sollen verbrennen.
tü] Ne şiş yansın ne kebap.
Weder der Tag, noch der Frühling, noch die Liebe werden immer wiederkehrend alt.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 6.3.1781
Weder die himmlischen noch die irdischen Mächte soll man nach den Gründen ihrer Ratschlüsse fragen. Jiddisch
Weder die Künstler noch die Dichter haben den Mut, den Menschen zu kennen, wie er ist.
Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne
Weder die Leichtfertigen noch die Zauderer soll man der Freundschaft würdigen. Man muss allerdings etwas riskieren um der Freundschaft willen.
Epikur, Sprüche. In: Briefe, Sprüche, Werkfragmente
Weder die Männer noch der Wind in Aragon bekömmlich sind.
sp] El viento y el varón no es bueno de Aragón.
Weder die Schärfe des Aristoteles, noch die Fülle des Plato fruchteten bei mir im mindesten. Zu den Stoikern hingegen hatte ich schon früher einige Neigung gefasst und schaffte nun den Epiketet herbei, den ich mit vieler Teilnahme studierte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II, 6
Weder die Sonne noch den Tod kann man anschauen, ohne zurückzuschrecken. Frankreich
Weder die Sonne noch den Tod kann man fest ins Auge fassen. La Rochefoucauld, Réflexions morales
Weder die Wölfe, noch die Austern fressen sich untereinander auf.
i] Mit Bezug auf den großen Austernverbrauch in Paris, der 1870 ausfiel, weshalb sie auch mehrere Meilen im Umkreise von Paris geschenkt zu haben waren, da die Preussen kein übermäßiges Verlangen danach trugen; der deutsche Bär ist kein solcher Feinschmecker wie der gallische Hahn. So entstand das Sprichwort.
Weder durch Bestechung noch durch Gunst noch durch Gefahr noch durch Feindschaft darf man sich vom rechten Weg abbringen lassen.
la] Nec pretio nec gratia nec periculo nec simultate a via recta deduci oportet.
weder durch Bitten noch durch Bestechung noch durch Beziehungen
la] neque precibus neque pretio neque gratia
Weder durch den Leib noch durch Geld und Gut sind die Menschen glücklich, sondern durch Rechtlichkeit und Verstand.
Demokrit, Fragment 40
Weder durch Hoffnung noch durch Furcht.
i] lasse ich mich beeinflussen; Wahlspruch von Philipp II.
la] Nec spe nec metu.
Weder ein alter noch junger Löwe lässt sich zur Jagd abrichten. Russland
Weder ein Einzelner noch mehrere sind berechtigt, einem erwachsenen Menschen vorzuschreiben, er möge etwas unterlassen, was er zu seinem Besten auszuführen für nötig hält... Auf diesem Gebiet menschlicher Angelegenheiten hat daher die Individualität ihr eigenes Tatenfeld. John Stuart Mill, Über Freiheit
Weder ein Kraut noch ein Gegenmittel kann den Tod vertreiben; was dich von deinem Schicksal befreien kann, wächst in keinem Garten.
la] Herba nec antidotum poterit depellere letum;
quod te liberet a fato non nascitur horto.
weder ein noch aus wissen
la] alieno foro litigare (vor einem fremden Gerichtshof prozessieren)
Weder ein Ort noch ein Freund kann den schützen, den Waffen nicht schützen.
la] Neque locus neque amicus quisquam teget, quem arma non texerint.
Weder einen guten Mönch zum Freunde, noch einen schlechten zum Feinde.
Weder Empörung noch Freude ist bei Soldaten gemäßigt.
la] Militantium nec indignatio nec laetitia moderata est.
Weder Engel noch Bengel. (Niemand)
Weder ernährt Streit den Menschen noch unterhält Zank den Menschen. Estland
Weder essen noch trinken.
la] Nec edo, nec bibo, nec ieiuno.
Weder fehlt es dem Fleißigen an Arbeit noch dem Faulen an Zeit. Estland
Weder findet der Jammernde in der Welt Gutes noch der Eilige guten Rat.
Weder Fisch noch Fleisch.
la] Neque caro neque piscis.
Weder füllt Ehre den Magen, noch bedeckt sie des Arsches Blöße.
Weder füllt Tanzen den Magen, noch erzieht Singen die Kinder. Estland
Weder für die Wollüste des Geistes noch für die Wollüste des Körpers ist der Mensch allein geschaffen: in beiden stürzt Übermaß ihn ins Elend. Engel, Die Göttin
Weder für diese noch jene Welt passen.
Weder geht ein neues Netz ohne Loch ins Meer, noch heiratet ein Mädchen unberührt einen Mann. Estland
Weder Geldsack noch Bettelsack bleiben hundert Jahr in einem Hause.
Weder Geschick noch Gerück, weder Glück noch Segen haben.
Weder Gesetze noch Senatsbeschlüsse können so formuliert werden, dass sie alle Fälle erfassen, die irgendwann einmal eintreten; es genügt, wenn das erfasst ist, was gewöhnlich zutrifft.
la] Neque leges neque senatus consulta ita scribi possunt, ut omnes casus, qui quandoque inciderint, comprehendantur; sed sufficit ea, quae plerumque accidunt, contineri. [RSpW]
Weder gibt es im Dorf Arju einen Werktag, noch arbeitet der Mann aus dem Dorf Tülli.
Weder gibt es Philosophie ohne Tugend noch Tugend ohne Philosophie. Philosophie bedeutet Streben nach Tugend, aber mit deren eigener Hilfe.
la] Nec philosophia sine virtute est, nec sine philosophia virtus. Philosophia studium virtutis est, sed per ipsam virtutem.
Weder gibt noch gab es irgendein Haus auf der ganzen Erde ohne gewaltiges Wehklagen.
la] Nulla domus in toto orbe terrarum aut est aut fuit sine aliqua comploratione.
Weder Gott eine Kerze noch dem Teufel ein Brand. Polen
Weder Gott noch Teufel fürchten.
Weder große Armut noch großer Reichtum hören auf die Vernunft. England
Weder Gut noch Böse werden unvergolten bleiben. Nigeria
Weder Hang noch Klang haben.
Weder Häute noch Leute sehen. (Weder Hund noch Katze)
Weder Heere noch Schätze gewährleisten den Bestand der Macht, sondern Freunde, die man weder mit Waffen erzwingen noch mit Gold erkaufen kann: Man gewinnt sie durch treue Dienste.
la] Non exercitus neque thesauri praesidia sunt regni, verum amici, quos neque armis cogere neque auro parare queas: officio et fide pariuntur.
Weder heiße ich dich, stets über Buch und Schreibzeug zu hocken: Eine Pause muss man dem Geist gewähren, so freilich, dass er nicht erschlaffe, sondern sich entspanne.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik
Weder heute, noch gestern, noch morgen traue dem Weibe.
la] Ned hodie, nec heri, nec cras eredas mulieri.
Weder Himmel noch Erde berühren.
Weder Himmel noch Erde sehen. (Von undurchdringlicher Finsternis)
Weder hören noch sehen.
la] Nec aures habeo, nec tango.
la] Neque audio, neque video.
Weder Hund noch Narr.
Weder Hut noch Krone helfen gegen Kopfschmerzen. Schweden
Weder im Ernst noch im Scherz teile mit deinem Herrn Birnen. Spanien
Weder in der Olive noch in der Schale gibt es etwas Hartes. Altgriechisch
i] Von denen, die bis zum Unsinn unklug sich nicht scheuen, ihre eigenen Zugeständnise zu leugnen und das offenbar Falsche als Wahrheit zu verteidigen. Jeder Vernünftige wird zugestehen, dass sowohl die Schale hart ist, als es auch in der Beere harte Steinchen gibt.
Weder in Rom, noch im Kloster, noch überm Meer findet man es, sondern daheim im Herzen.
Weder innen noch außen.
Weder ist alles Recht, was geschrieben ist, noch ist kein Recht, was nicht geschrieben ist.
la] Neque omne, quod scriptum est, ius est, neque quod scriptum non est, ius non est. [RSpW]
Weder ist bei einer guten Saat keine schlechte Ähre noch bei einer schlechten nicht auch irgendeine gute.
la] Neque in bona segete nullum est spicum nequam, neque in mala non aliquod bonum.
Weder ist der Bierkrug durstig noch des Kochs Löffel hungrig. Estland
Weder ist der Freigebige in Perlen noch der Mistkäfer in Seide.
Weder ist der Lebende ohne Bett noch der Tote ohne Grab.
Weder ist die Natur ohne Gott noch Gott ohne Natur, sondern beide sind dasselbe, nur die Aufgaben sind unterschiedlich.
la] Nec natura sine deo est nec deus sine natura, sed idem est utrumque, distat officio.
Weder ist reich, wem etwas fehlt, noch arm, wem nichts fehlt.
la] Nec dives est, qui indiget aliquo, nec pauper, qui non indiget.
Weder kalt noch warm taugt nicht.
Weder kann ein Feldherr, der sich selbst nicht beherrschen kann, ein Heer im Zaum halten, noch kann ein strenges Urteil sprechen, wer sich selbst keine strengen Richter wünscht.
la] Neque enim potest exercitum is continere imperator, qui se ipse non continet, neque severus esse in iudicando, qui alios in se severos esse iudices non vult.
Weder kann ein Staat in Aufruhr glücklich sein noch ein Haus bei Zwietracht unter den Hausherrn.
la] Neque enim civitas in seditione beata esse potest nec in discordia dominorum domus.
Weder kann ein und dieselbe Frau mit zwei Männern verheiratet sein noch ein solcher zwei Frauen haben.
la] Neque eadem duobus nupta esse potest neque idem duas uxores habere.
Weder kann Freiheit teilweise erworben noch eine Dienstbarkeit teilweise erlassen werden.
la] Neque adquiri libertas neque remitti servitus per partem poterit. [RSpW]
Weder Kardinal noch Legat haben Gutes nach England gebracht. England
Weder kennt der Esser seinen Mund noch der Schläfer seinen Arsch. Estland
Weder kicks noch kacks sagen (wissen).
i] Nicht das Geringste.
Weder Kind noch Rind schonen.
Weder Knieholz noch Wiestolz.
Weder kommt der Hirt ohne Rute noch der Soldat ohne Säbel aus.
Weder kommt Hilfe vom Zaun noch Obdach vom Netz.
Weder kommt Streit von einer Kleinigkeit noch Schimpf von Wohlgefallen. Estland
Weder Königtum noch Ehe kann einen Teilhaber ertragen.
la] Nec regna socium ferre nec taedae sciunt.
Weder kraft noch saft haben.
Weder Krieger noch Mönche nähren ein Land.
Johann Gottfried Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
Weder Krone noch Thron haben.
Weder Land noch Pfand haben.
Weder lässt der Sklave etwas unvergolten noch der Kätner ohne Dank. Estland
Weder lässt die Spinne ihr Ei noch das Kind seinen Schnuller.
Weder Leben noch Glück besitzen die Menschen zu eigen.
la] Nec vita nec fortuna propriast hominibus.
Weder Liebe noch Herrschaft wollen Gesellschaft.
Weder macht eine Papiros im Mund aus dem Jungen einen Mann, noch machen Stiefel aus dem Mädchen ein Fräulein. Estland
Weder Macht noch Ehre, weder Schönheit noch Jugend genügt, um zu überdauern; doch auf der Welt bringen diese mehr Anerkennung.
la] Stare diu nec vis nec honor nec forma nec aetas sufficit, in mundo plus tamen ista placent.
Weder mag im Staate je Gesetz und Recht in Kraft bestehen, wo die Furcht es nicht beschützt,
Noch wird ein Kriegsheer je gelenkt in weiser Zucht,
Hält nicht der Schrecken und die Scheu das Böse fern. Sophokles, Aias,1028/31 (Menelaus)
Weder Maus, noch Laus.
Weder maß noch ende.
Weder mein Kornboden noch mein Kasten wird vom Schwatzen voll. La Fontaine, Fabeln
Weder minderte, was sehr selten ist, eine Leutseligkeit seine Autorität noch seine Strenge seine Beliebtheit.
la] Nec illi, quod est rarissimum, aut facilitas auctoritatem aut severitas amorem deminuit.
weder mit Gewalt noch heimlich noch auf Widerruf besitzen
la] nec vi nec clam nec precario possidere
Weder mit Schelten noch mit Lachen kann man die Welt anders machen. Jiddisch
weder modelliert noch gemalt noch geschrieben
la] neque fictum neque pictum neque scriptum
Weder Mythologie noch Legenden sind in der Wissenschaft zu dulden. Lasse man diese den Poeten, die berufen sind, sie zu Nutz und Freude der Welt zu behandeln. Der wissenschaftliche Mann beschränke sich auf die nächste klarste Gegenwart. Wollte derselbe jedoch gelegentlich als Rhetor auftreten, so sei ihm jenes auch nicht verwehrt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 560
Weder nach dem Teufel, noch nach seiner Mutter fragen.
ho] Hij vraagt naar den donder noch zijne moer.
Weder nach Gott fragen, noch nach der Welt.
la] Nec superos moratur, nec inferos.
Weder nie noch immerfort ist der Liebe Losungswort.
Weder nie, noch immerfort ist der Liebe Losungswort.
Weder Nips noch Grips im Kopfe haben. Köthen
Weder ohne dich kann ich leben noch mit dir.
la] Nec sine te nec tecum vivere possum.
Weder passen in ein Ei zwei Dotter, noch (passt) zweier Herren Dienst in ein Herz. Estland
Weder Pfand noch anvertrautes Gut noch widerrufliche Erlaubnis noch Kauf noch Vermietung einer eigenen Sache ist rechtlich anfechtbar.
la] Neque pignus neque depositum neque precarium neque emptio neque locatio rei suae consistere non potest. [RSpW]
Weder pfeifen noch geigen können.
Weder Pferd noch Bösewicht sind jemals besser geworden, nur weil sie nach Rom gegangen sind.
fr] Jamais cheval ni méchant homme n'amenda pour aller à Rome.
Weder Punkt noch fingersbreit.
la] Ne punctum quidem aut unguem transversum. Hieronymus
Weder Quäker noch Schäker.
weder Rast noch Ruh
la] nec mora nec requies
Weder Reichtum noch der glanzvolle Namen der Vorfahren, sondern Rechtschaffenheit macht groß und der Charakter.
la] Non census nec clarum nomen avorum,
sed probitas magnos ingeniumque facit.
Weder riechen noch stinken.
pl] Nie pachnie, nie śmierdzi.
Weder ruh noch rast gewinnen.
Weder Salz noch Schmalz haben.
i] Von ärmlichen und dürftigen Mahlzeiten, weil die Armen nur damit würzen können. Sehr einfach leben.
Weder Schätze noch der Liktor des Konsuls vertreiben die trübe Unruhe und die Sorgen, die die getäfelte Decke umschwirren.
la] Non enim gazae neque consularis
submovet lictor miseros tumultus
mentis et curas laqueata circum
tecta volantis.
Weder Schindel noch Brett im Hause haben.
Weder Schrankenlosigkeit noch Tyrannendruck, o Mensch,
Lobe drum! immer die Mitte bekrönen die Götter.
Äschylus, Die Eumeniden, 520/23
Weder Seele noch Gehirn der Menschen haben in historischen Zeiten erweislich zugenommen, die Fähigkeiten jedenfalls waren längst komplett! Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen
Weder Sekte noch Orden, weder Stand noch Werk machen den Christen.
weder sich selbst noch anderen (nützlich)
la] nec sibi nec alteri (sc. utilis)
Weder sind Betagte weise noch sind Greise rechtskundig.
Weder singt ein Sänger ohne Geld, noch lässt er seiner Zunge ohne Schilling freien Lauf. Estland
Weder so, noch so.
pl] Ni z tąd, ni z owąd! Ni sak, ni tak.
Weder Speise noch Trank, weder Wachen noch Schlaf sind uns förderlich ohne ein gewisses Maß.
la] Non cibus nobis, non umor, non vigilia, non somnus sine mensura quadam salubria sunt.
Weder ständig zu arbeiten noch ständig untätig zu sein kann ins Belieben des Menschen gestellt bleiben, sondern vielfältige Abwechslung und gelegentliche Inanspruchnahme halten den Geist bei Laune.
la] Neque semper laborare neque semper vacare hominibus libitum esse videtur, sed permutatio et varietas et usus rarior mentes humanas delectant. [RSpW]
Weder Streu noch Bett.
Weder Treue noch Glauben.
fr] Ni foi, ni loi.
ho] Daar is trouw noch geloof op de aarde.
ho] Het is eene Swobs trouwe.
la] Fides Graeca
la] Quibus necara, neque fides.
Weder Tugenden noch Laster, weder Weisheit noch Torheit sind erblich.
Weder unbesonnen noch furchtsam.
i] Wahlspruch Wilhelms IV. von England, Augustinus, Epistulae
la] Nec temere nec timide.
Weder unsere Kenntnisse noch unsere Einsichten werden jemals durch Vergleichen und Diskutieren des von anderen Gesagten sonderlich vermehrt werden: denn das ist immer nur, wie wenn man Wasser aus einem Gefäß in ein anderes gießt. Nur durch eigene Betrachtung der Dinge selbst kann Einsicht und Kenntnis wirklich bereichert werden: denn sie allein ist die stets bereite und stets naheliegende, lebendige Quelle. Schopenhauer, Parerga und Paralipomena
Weder Vater noch Tochter, weder Sohn noch Pater.
la] Nec pater pro filio, nec filius pro patre.
Weder verdirbt ein Kuss das Mädchen, noch verderben Stricknadeln eine alte Frau. Estland
Weder Vögel noch Winde sind schneller.
la] Neque aves neque venti citius.
Weder wächst etwas hinzu noch geht etwas davon verloren, [...] und die Gesamtheit der Materie vermag keine Kraft zu verändern.
la] Nam neque adaugescit quicquam, neque deperit inde [...]
nec rerum summam commutare ulla potest vis.
Weder Weg noch Wind scheuen.
i] Anreimende sprichwörtlichen Formeln der deutschen Sprache bei: Weg und Weise. Weg und wenke (wanken); Weg und Weide. Wähnen und wissen, vor Waage und vor waffin bescirnen. Waffen und Wappen, wêr und wâpen. Wag und wasser, wag und wind, wahl und weihe (an ihm, dem König, geschieht). Wahrheit und Würde, Waiblinger und Welfen (Guelfen und Ghibellinen). Waisen und Witwen. Wald und Wasser, wazzer und wald, Wald und Weg (uuegas endi uualdas) böse Wege und dicker Wald. Wald und Weide, Wald und Wiese, Wald und Wild (haben). Wald und Wüste (in welden und in wüsten), sich des wallens und wandelns begeben. Walt und wolt (Gewalt und Willkür) dôn (lieben), wân (leiden) wank âne wig und wân (ohne zu wägen und zu wähnen). Wân und wille, wanke, winke (die Bäume werden gehen die winke, die wankĕ Böttchergesellenrede im altdeutschen, Wälden, mit Warze und Wurzel (ausreuten), mit wirre, werre und appellieren an wisen und wasen (Rechtsformel in einem appenzeller Kaufbrief), Wasser und Weg, Wasser und Weide (vergiften) Weide und Wasser genießen. Wasser, Weide und Wildfang, an wyhern (Weiher) und wassern (appenzeller Kaufbrief). Wasser und Wein, Wasser und Wind, Weide und wunne.
Weder weiß ein verirrtes Schaf den Weg, noch fühlt ein geprügelter Hund Schmerzen.
Weder weiße Haare noch Falten können einem plötzlich Ansehen verschaffen, sondern ein ehrbares früheres Leben erntet als letzte Früchte die des Ansehens.
la] Non cani nec rugae repente auctoritatem arripere possunt, sed honeste acta superior aetas fructus capit auctoritatis extremos.
Weder wird aus einem fliegenden Vogel, einem springenden Fisch noch aus einem lachenden Mädchen etwas Gutes. Estland
Weder Zauber, noch Kraut, noch Salbe wird
Für den Liebestaumel gefunden;
Denn ewig umher der Kranke irrt,
Und nimmer kann er gesunden.
Peter von Bohlen, Bhartriharis Sprüche
Weder zu brocken noch zu beißen haben. (An dem Notwendigsten Mangel leiden)
Weder zu Liebe, noch zu Leide.
i] Unparteiisch.
z] Bitt ewer gestreng gerechtigkeit, ir wöllet noch um lieb noch leidt jetzt zwischen mir und diesem gsellen ein rechtmessiges vrteil fellen.
Weder Zucht und Maß noch irgendeine sittliche Tugend sonst kann es geben ohne die Klugheit.
Thomas von Aquin, Über die Wahrheit
Wedner is 'n grot Gerief, 't schlimmst is, he spreckt alltos van 't êrste Wîf.
Wedwenkleid is lang, elk trett' er up. Ostfriesland
ho] Het weduwe-kleed is lang, en ieder trapt erop.
Weekend: Alkoholidays.
Hanns-Hermann Kersten
Weel der Bâsen noi is, su kehrt a gutt.
Weer mien Moder ok 'ne Zääch un ik hadd' man goden Dääch (Gedeihen).
Weer't man eerst Abend, dat de Minsch to Roh keem, sä de ol Buur, do harr he morgens op de Bettkant seten un de Strümp antrocken.
Weg hast du allerwegen, sang der trunkene Bauer, und lief in eine Düngergrube.
Weg ist weg, sagte der Bettler, als er sein hölzernes Bein verloren hatte.
i] Wie: Fort ist fort, hin ist hin.
dä] Borte det er borte, sagde kierlingen om øret.
Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem Stande - gute Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die Natur uns schenkt.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 13. Nov. 1800
Weg mit dem Reichtum, der keine Freude hat.
fr] Fi de richesses qui n'a joye.
Weg mit den Grillen und Sorgen!
Brüder, es lacht ja der Morgen
Uns in der Jugend so schön! A. Mahlmann, Lied: Lebenslust
Weg mit den Grillen, weg mit den Sorgen!
Siegfried August Mahlmann, Gedichte
Weg mit den Schmeichelworten, von denen umgarnt die Lust mit geheimen Reizen lockt!
la] Absint blanditiae, quibus irretita voluptas
occultis animum pertrahit illecebris.
Weg mit den Tränen, du Witzbold, und unterdrücke dein Jammern!
la] Aufer abhinc lacrimas, balatro, et compesce querelas!
Weg mit euch, die ihr glaubt, die Götter mit leeren Gebeten erweichen zu können; der Himmel ist feindlich und unerbittlich.
la] Ite procul, vanis precibus qui flectere divos
creditis; adversum est et inexorabile caelum.
Mantuanus, Adulescentia, Amyntas
Weg mit kindischen Gespenstern, Aug in Auge der Sache selbst gegenüber frisch angetreten!
Lucius Apuleius, Der goldene Esel
Weg mit Schmeichelworten, von ihnen umgarnt verführt die Lust den Sinn mit heimlichen Verlockungen.
la] Absint blanditiae, quibus irretita voluptas
occultis animum pertrahit illecebris.
Hildebertus von Lavardin, De quattuor virtutibus vitae honestae
Weg sein und verloren sind so verschieden wie ein Wassertropfen vom andern.
dä] Borte og vek er een dœnt.
Weg sein wie eine schwarze Katze.
i] Schnell sterben.
Weg sein wie weggepfiffen.
z] Ei der Schenke, greif' ich nôch memm Schnupptichla, weg is, wie weggepfiffen.
Weg über meine Nacken schreitet er,
Mein Fall muß ihm die Rettungsbrücke bauen. Schiller, Maria Stuart, IV, 4 (Mortimer)
Weg und Pfütze geben eine schlechte Ehr'. Leipzig
Weg und Steg muss die Gemeinde halten. [RSpW]
mhd] Wege und stege sol die gemein haltenn.
Weg vom Platze, wie Michel's Katze. Merseburg
i] Der sich, ohne Abschied zu nehmen, aus dem Staube gemacht hat und wahrscheinlich von der Lieblingskatze des Bischofs Michael und dem Katzenberge herkommt.
Weg vom Stuhl, ich will mich setzen!
Weg von de Bilder! Du kôfst'n ollen Fritzen doch nich! Ukermark (Wird im uneigentlichen Sinne gesagt, wenn überflüssige Zuschauer Platz machen sollen. Es ist eine Redensart in der sogenannten messingschen Sprechweise, d.h. aus platt- und hochdeutsch gemischt, scheinbar vornehm)
Weg von der Butt, 's sei Weibaren drinne.
i] So sagt man zu Komotau in Böhmen, wenn jemand etwas nicht anrühren soll. So insbesondere beim Kartenspiel, wenn jemand schon einen Gewinn einstreichen will, während ein anderer noch höhere Ansprüche hat.
Weg von mir, weg!
la] Apage a me, apage! a
Weg wie Schnupftaback.
la] Citius, quam formicae papaver.
Weg! - das ist ein fremder Tropfen in meinem Blute.
Goethe, Egmont A II, Egmonts Wohnung
Egmont
Weg, eigner Wille, weg mit dir, was Gott gefällt, gefall' auch mir.
Weg, weg, ihr Seraphim, ihr könnt mich nicht erquicken!
Weg, weg, ihr Engel all und was an euch tut blicken!
Ich will nun euer nicht, ich werfe mich allein
Ins ungeschaffne Meer der bloßen Gottheit ein.
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann
Wega ma Stecka lod ma n'e ken Hag abgoh.
hdt] Eines Zaunpfahls wegen lässt man keinen Zaun eingehen.
Wega Schuhe hat man sehr oft a Sohl verlore. Schwaben
Wege bessern macht nicht reich.
Wegebesserer, Straßenkehrer und Heckenbeschneider werden nie fertig.
Wegebessern führt auch ans Ziel.
Wegen bloßer Gedanken wird niemand bestraft.
la] Cogitationis poenam nemo patitur.
Wegen böser Leuten kommen schwere Zeiten.
la] Adsunt caelestia ubi absunt terre solatia.
la] Propter perversa veniunt adversa.
Wegen dem Denken
Kann man einen nicht henken,
Aber wegen dem Sagen
Gar oft aufs Maul schlagen.
Wegen dem Schmer leckt die Katze den Leuchter.
ho] Om den wille van het smeer likt de kat den kandelaar.
Wegen der Erde Mist zankt kein guter Christ.
Wegen der Fasten kann man essen, was man will.
fr] Il jeûne entre la mie et la croûte.
Wegen der geringen Zahl der Freunde waren wir freundlich zu den Hunden.
Wegen der Hungersnot werde ich die Taja (eine Erdfrucht) nicht Vater nennen. Surinam (Glaube nicht, dass ich schmeicheln werde, weil ich in Not bin)
z] Hungersnoth ist über aller ander Not der schwerst und erbermlichst tot.
Wegen der Lachgrübchen einer Frau werden ganze Schlösser zugrunde gerichtet.
Wegen der Majorität haben wir ganz eigene Gedanken, wir lassen sie freilich gelten im notwendigen Weltlauf, im höhern Sinne haben wir aber nicht viel Zutrauen auf sie.
Goethe, Wanderjahre III,11
Wegen der Männer können sich Frauen nicht leiden.
Jean de La Bruyère
Wegen der Rosen begießt man die Dornen.
Wegen der Schwäche ihres Geschlechts sind Frauen weniger waghalsig.
la] Feminae pro infirmitate sexus minus ausurae sunt.
Wegen des Anpassungsdrucks gibt es in Amerika Wahlfreiheit, aber nichts, woraus man wählen könnte.
Peter Ustinov, Peter Ustinovs geflügelte Worte
Wegen des Missbrauchs soll man den rechten Brauch nicht niederlegen.
Wegen des süßen Honigs lecket die Katz die Schüssel.
Wegen des Unkrautes muss oft der gute Same leiden.
i] Die Unschuldigen müssen der Sohuldigen entgelten.
Wegen des Unschlitts leckt die Katze den Leuchter.
Wegen dicker (dichter) Saat darf niemand seine Scheune größer bauen.
i] Entweder fehlt auch dem fetten Boden die Kraft, die zu dicht gestreuten Körner zum Ährenstock zu entwickeln oder Fäulnis und andere Umstände treten verderbend ein.
Wegen e Bösske Warm mot ener vêl Rôk verdräge.
Wegen einem Erdapfel setzt ma kan Hafen ans Feuer.
Wegen einem Stück Fleisch geben die Hunde die Freundschaft auf.
fr] L'ami par intérêt est une hirondella sur les toits.
Wegen einer Erdbeere sollte ein Mann neunmal vom Pferde steigen.
Wegen einer Feder kann der Adler fliegen. (Wer viel besitzt, kann einen kleinen Verlust ertragen, verschmerzen)
Wegen einer Fleischwunde ist die Strafe nicht so hart.
Wegen einer langen Zunge fallen manchem die Zähne aus.
Wegen einer Laus verbrennt sich mancher seinen Watterock. (Um der Läuse Herr zu werden, hielt man seine Kleider an eine Kerze, damit die Läuse verbrennen. Dabei konnte der Rock leicht Feuer fangen)
Wegen einer Metze Korn eine Mühle bauen.
Wegen einer Rosine baut er eine Schenke.
Wegen einer Sünde darf man nicht zweimal büßen. Frankreich
fr] On ne doit pas faire d'un péché deux pénitences.
Wegen einer tauben Nuss Händel anfangen.
Wegen eines Baumes fällt der Wald nicht um.
Wegen eines Dreiers braucht man keinen Beutel.
Wegen eines dürren Astes lässt man den Baum nicht umhauen.
Wegen eines einzigen Kunden macht der Krämer den Laden nicht auf.
Wegen eines einzigen unfruchtbaren Jahres muss man das Säen nicht einstellen.
Wegen eines fehlenden Soldaten geht der Krieg fort.
pl] Bez jednego wojaka wojna będzie.
Wegen eines Flohstichs ruft er Gott um Hilfe an.
la] In pulicis morsu deum invocat. (nach Aisopos)
Wegen eines Gastes mehr schlachtet man kein Huhn. China
Wegen eines Käfers Brummen kommt der Abend nicht. Estland
Wegen eines Mönchs geht die Abtei nicht zu Grunde. Frankreich
Wegen eines Mönchs lässt man keinen Abt verderben (o. ungewählt).
i] Um eines willen unterbleibt die Sache nicht.
fr] Pour un moine l'abbaye ne faut point.
fr] Pour un moine qui manque, on ne laisse pas d'élire l'abbé.
it] Per un sol monaco non si lascia di far l'abbate.
Wegen eines Regens macht man keinen Schirm (Mantel).
ho] Men maakt geene kap om éénen regen.
Wegen eines Stücks Fleisch geben die Hunde die Freundschaft auf.
Wegen eines Tauben in der Kirche sagt's der Pfarrer nicht zweimal.
Wegen eines Zaunpfahls lässt man keinen Zaun eingehen.
Wegen einmaligen Geredes stirbt man noch nicht.
Wegen Geld tanzt der Weber. Posen
wegen Geldmangel
la] deficiente pecunia
Wegen Höflichkeit ist noch niemand gestraft worden. Steiermark
Wegen ihrer Liebe zu dem Ritter küsst die Edelfrau den Knappen.
Wegen ihrer schönen Sprache schickte man sie (für einen Freund) werben. Ägypten
Wegen jedes Mistkäfers Flug geht die Sonne noch nicht unter. Estland
Wegen keiner Beschäftigung das innere Gebet unterlassen, denn es ist Nahrung für die Seele.
Juan de la Cruz, Stufen der Vollkommenheit
Wegen kleiner Missetaat wird ein Mann geschändet.
Wegen meiner sand (sind) d' Sau Schweiner. Rotttal
i] Mich berührt es nicht, es geht mich nichts an, es ist mir gleichgültig, wenn man die Säue auch Schweine heißt.
Wegen oam Erdäpfl setzt ma koan Häfen ans Feuer.
Wegen Reichtum soll man nicht nehmen, wegen Armut soll man nicht verachten. Estland
Wegen seiner guten Werke darf niemand Buße tun.
bm] Z dobrých skutkův netřeba se káti.
Wegen seines Charakters kann ein Mensch ebensowenig zur Verantwortung gezogen werden wie wegen seines Temperamentes. K. Peltzer, An den Rand geschrieben
wegen Unbotmäßigkeit
i] Nichterscheinen vor Gericht, d.h. bei einem Versäumnisurteil
la] in contumaciam
Orosius, Historiae
Wegen Unebenheit (im Faden) wird man geprügelt, wegen Klumpen wird man geknufft, wegen Dickem wird man verlassen. Estland (Beim Spinnen)
Wegen zubrochenen Krüg wird oft ein Krieg.
i] Wegen der geringsten Kleinigkeit.
z] Derhalben secht ihr, wie gantz wahr sey, dass man sagt, auch von zerbrochnen Krügen könne ein Krieg werden.
Wegen zwei Gröschel Buttermilch kann ich meinen Gang nicht ändern, sagt Meister Förster. Schlesien
i] In Fischbach (Kreis Hirschberg) lebte um das Jahr 1815 ein Schneider, der sehr klein von Person war, städtisch sprach und einige Eigentümlichkeiten besass, welche die Aufmerksamkeit der Dorfjugend besonders erregten. Dazu gehörte sein außerordentlich rascher Gang, wobei er jedoch gleichzeitig beide Arme lotrecht gesenkt und, wie den kurzen Perpendikel an einer Wanduhr, in äußerst schneller Bewegung erhielt. Die flachen Hände bildeten eine ebene Fläche, die Finger waren dicht geschlossen ausgestreckt, sogar der Daumen lag eng am Zeigefinger an, die innern Handflächen streiften bei der raschen Hin- und Herbewegung der Arme und der eng an die Seiten angeschlossenen Haltung die Seitennaht der Beinkleider, der Gang dieses kleinen Mannes hatte viel Possierliches. Er pflegte sich auf dem Wirtschaftshofe oft für einen Sechser Buttermilch selbst zu holen. Durch seinen Gang wurde nun ein Teil der Milch allmählich herausgeschleudert. Sagte nun jemand zu ihm: 'Aber, Meister Förster, Sie kommen ja auf diese Weise um ihre ganze Buttermilch', so gab er die zum Sprichwort gewordene Antwort: 'Wegen zwei Gröschel' u.s.w. Man wandte die Redensart an, um damit zu sagen, dass ein Gegenstand nicht wichtig genug sei, um dafür grosse Anstrengungen zu machen oder Opfer zu bringen. Der Name des flinken Schneiders scheint selbst in die Sprache des Orts übergegangen zu sein. Wenn jemand viel zu tun hat oder viel zu tun scheint, so sagt man: er förstert, er (sie) hat viel zu förstern, viel herumzuförstern, das Förstern (Hin- und Hergehen) hat gar kein Ende u. dgl.
Weggehen wie die Dirne vom Tanz. Steiermark
i] Ohne Umstände, ohne Dank und Lohn.
Weggehen wie ein begossener Hahn.
Wegnan Malhåld'n (Maulhalten) geht ma nöd ins Wirtshaus. Wienerwald
Wegweiser gehen nicht mit.
i] Mancher Forscher ist ähnlich einem Wegweiser; er zeigt dem Wanderer den richtigen Weg, ohne ihn selbst zu gehen.
Wegweiser und Leithammel sein.
la] Dux caperque.
Wegzugehen dauert bei der Reise am längsten.
la] Porta itineri longissima est.
Weh dem Manne, der ein Weib des Geldes wegen nimmt,
Der die reiche Alte der nackten Jungen vorzieht.
Hat sie ihn in ihrer Macht, dann ist er ihr Sklave;
Die Hexe hält ihn bei dem Bart, und durch ihre Teufelskunst
Verwandelt sie ihn in einen geduldigen Esel. Hatifi, Gedichte
Weh dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt! Matth 18, 7
Weh dem Sklaven der Armut! Ihm ist die Zunge gebunden;
Unvermögend ist er, etwas zu sagen, zu tun.
Bion (3. Jahrhundert v. Chr.), nach Plutarch, Wie ein Jüngling Dichter lesen soll
Weh dem Weibel, wus kümmt a heim züm Vuter in Häubel. Warschau
i] Wehe der Frau, die vor der rohen Behandlung ihres Mannes im älterlichen Hause Schutz suchen muss. Die Reinheit der Sitten in Ehe und Familie lässt es dem jüdischen Ehepaar nicht gleichgültig erscheinen, getrennt zu sein. Ein solches Getrenntsein kann für die Dauer der Zeit nicht bestehen; es führt zur Scheidung, welche einem andern jüdisch-deutschen Sprichwort Rechnung trägt: 'Eh Zwei beständig weinen, mögen lieber vier lachen.'
Weh dem, der allein ist.
la] Vae soli!
Weh dem, der anhäuft, was nicht ihm gehört!
la] Vae ei, qui multiplicat non sua!
Weh dem, der die brieffe tragen muss.
Weh dem, der einem Fremden traut! Walisisch
Weh dem, der einen bösen Nachbar hat.
Weh dem, der fern von Eltern und Geschwistern
Ein einsam Leben führt! Ihm zehrt der Gram
Das nächste Glück vor seinen Lippen weg.
Goethe, Iphigenie A I Sz 1
Iphigenie Vs 15
Weh dem, der im Finstern seine Frevel büßt und brennt in der Hölle!
Das Muspilli (um 860)
Weh dem, der im Recht ist! Jiddisch
Weh dem, der in ein bös Gerücht kommt.
mhd] Wê dem, de in ein quât geruchte kumt.
la] Spernitur infamis, multos infamia nigrat.
ho] Wee hem, die in een kwaad woord komt.
Weh dem, der mit Grund dem Lästrer fällt in Mund.
Weh dem, der seinen Haus mit Ungerechtigkeit baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und ihm seinen Lohn nicht gibt!
la] Vae, qui aedificat domum suam in iniustitia et cenacula sua non in iudicio, proximum suum servire facit gratis, et mercedem eius non reddet ei!
Weh dem, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt. Jer. 22, 13
Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld,
Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein. Schiller, Das verschleierte Bild zu Sais
Weh den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.
Weh denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!
la] Vae, qui dicunt malum bonum et bonum malum, ponentes tenebras in lucem et lucem in tenebras, ponentes amarum in dulce et dulce in amarum!
Weh denen, welche Liebe nie gekannt, nie ihre Lust gefühlt und ihre Leiden, und deren Augen keine teure Hand zudrückt, wenn sie von dieser Erde scheiden.
Weh der Frau, die nicht im Falle der Not ihren Mann zu stellen vermag.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen
Weh der Henne, an der die Falken hacken. (Anspielung auf die Ärzte, die an einem armen Kranken ihre Erfahrungen durch Versuche mit allen möglichen Mitteln zu machen pflegen)
Weh des verruchten Verrats! Du, Liebender, fürchte den Feind nicht
Denen al Freunde du traust, flieh sie, umsicher zu sein. Ovid, Liebeskunst
Weh dir, dass du ein Enkel bist!
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1977
Weh dir, Land, dessen König ein Knabe ist und dessen Fürsten (o.Machthaber) schon früh am Morgen tafeln (o.schwelgen). Kohelet 10, 16
la] Vae tibi, terra, cuius rex puer est et cuius principes mane comedunt.
Weh dir, nennst du dich arm! (Pauper ubique iacet!) Publ. Ovidius Naso, Festkalender
Weh dir, nennst du dich arm!
la] Pauper ubique iacet.
Publ. Ovidius Naso (um 43 v. - 17 n. Chr.), Festkalender
Weh dir, wenn du lachst, weil du bald nach den Freuden weinen wirst.
la] Vae tibi ridenti, nam mox post gaudia flebis.
Weh dir, wenn du unter weibliche Herrschaft geraten bist!
la] Vae tibi, femineo quisquis adacte iugo!
Weh dir, wenn Menschen zu verachten
Du nur gelernt im Selbstbetrachten.
A. Grün
Weh euch, verblendete Vorgesetzte!
la] Vae vobis, duces caeci!
Weh jeder Stadt und jedem Land, wo Wölfe haben die Oberhand.
Weh mir! es gibt keinen Verlass, kein Bestand auf Erden. Was es mit allem auf sich hat, zeigt sich in seiner Unbeständigkeit.
la] Hei mihi! nulla fides, nulla est constantia rebus!
Res ipsae quid sint, mobilitate docent.
Hildebertus von Lavardin, De exilio
Weh mir! Es ist riskant, vor dem Freund zu loben, was man liebt. Glaubt er dem, der lobt, rückt er selbst an dessen Stelle.
la] Ei mihi! non tutum est, quod ames, laudare sodali!
Cum tibi laudanti credidit, ipse subit.
Weh mir! ich habe die Natur verändert,
Wie kommt der Argwohn in die freie Seele?
Schiller, Wallensteins Tod, II, 7 (Max)
Weh mir! Jener Knabe hatte treffende Pfeile; ich verbrenne, und in meiner leeren Brust herrscht Amor.
la] Me miserum! certas habuit puer ille sagittas:
uror, et in vacuo pectore regnat Amor.
Weh mir! Mich bringt dein heilig Wesen schier noch um! Euripides, Hippolytos, 4, 3, 1064 (Theseus)
Weh mir! Wie sah er aus! Wie sehr hat er sich gegenüber früher verändert.
la] Ei mihi! qualis erat, quantum mutatus ab illo.
Weh mir, dass gegen Liebe kein Kraut gewachsen ist!
la] Ei mihi, quod nullis amor est sanabilis herbis!
Weh mir, ein Gedicht bringt wenig Ehre.
la] Ei mihi, non multum carmen honoris habet.
Weh mir, es ist schwer, erlogene Freude zu heucheln, schwer ist es, mit Trauer im Herzen einen Scherz auszubrüten.
la] Ei mihi, difficile est imitari gaudia falsa,
difficile est tristi fingere mente iocum.
Tibullus
Weh mir, folg ich der Pflicht, weh mir, folg ich dem Triebe!
Der Trieb hat keine Ruh, die Pflicht hat keine Liebe.
Rückert, Weisheit des Brahmanen
Weh mir, verblendete Liebe schlägt plötzlich in Hass um.
la] Heu mihi, caecus amor subitam se vertit in iram.
Weh muss Weh vertreiben.
Weh! Hüte dich, den Vertrag mit der heiligen Natur zu brechen!
la] Heu! cave, ne rumpas naturae foedera sanctae!
Weh! Während wir reden, flieht unwiederbringlich die Zeit dahin.
i] Inschrift auf Sonnenuhren
la] Eheu! Dum loquimur, fugit irremeabile tempus.
Weh! weh der Hand, die dieses Blut vergoß!
en] Woe to the hand that shed this costly blood! .
Shakespeare, Julius Cäsar III, 1
Weh! wie leicht ist es doch, obwohl der Schmerz alle berührt, im Leid eines anderen tapfere Worte zu finden.
la] Hei mihi! quam facile est, quamvis hic contigit omnes,
alterius luctu fortia verba loqui.
Weh' dem, der zu spät bereut.
Weh' den Eseln oder Pferden, I So die Bettler reiten werden.
Weh, du fremdes Land, wie so hart bist du!
Du bist so drückend schwer.
Otfrid von Weissenburg, Evangelienbuch
Weh, ich kann meine Tränen nicht mehr zurückhalten.
la] Eheu, nequeo, quin fleam.
Weh, ich sehe, dass die Mädchen nur Reiche gern sehen!
la] Eheu, divitibus video gaudere puellas!
Weh, immer Weh eim solchen Mann, der seim Weib tut die Herrschaft lan; drumb wiltu wohl fahren biss ins End, so gib keim Weib das Regiment.
bm] Bĕda muži tomu, kde žena nad stav jeho v domu.
Weh, in welches Elend hat die Zwietracht die Bürger gestürzt!
la] En quo discordia cives
produxit miseros!
Weh, schluchzt das betrogene Mädchen, ich werde mein eigenes Kind nicht verstehen können, denn er war ein Franzose.
Weh, sprach Adam, übel hast du nun,
Eva, gewendet unser beider Geschick.
Altsächsische Genesis (um 860), Adams Klage
Weh, weh, von Tag zu Tag schlimmer!
la] Heu, heu, cottidie peius!
Weh, wie gefährlich ist es doch, Schmeicheleien zu trauen!
la] O nullis tutum credere blanditiis!
Wehe aber, wer sich dem Gelächter aussetzt, er ist auf ewig gebrandmarkt.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Saint-Preux)
Wehe dem armen Mann sein Leben lang, dessen Frau ist von höherm Rang.
Wehe dem armen Manne, dessen Frau im Hause höhern Ranges ist. Russland
bm] Za starých časův bývalo, že muž ženu bíval, a nyní žena muže tepe.
bm] Zle, kde muž v rouše a žena v kukle chodí.
Wehe dem Bauern, wenn dem Junker der Gaul krepirt.
Wehe dem bein, da vil hund an nagen.
Wehe dem Besiegten.
i] Eine Übertragung des im Pseudolus des Plautus (5, 235) befindlichen Vae victis! Wahrscheinlich ein schon vor Plautus volkstümlicher Ausdruck, der von Livius (5, 48) und Florus (1, 13) auf Brennus zurückgeführt wird.
it] Guai à vinti.
Wehe dem Dichter, der mit seinem Gesang nicht auf die zarten oder wütenden Rufe des Herzens antwortet.
Pablo Neruda, Ich bekenne, ich habe gelebt
Wehe dem Dieb, der kein Versteck weiß.
Wehe dem Esel, der sich neben einem Pferd auf den Weg macht.
tü] At ile çıkan eşeğin vay haline.
Wehe dem Gebälk, wenn das Haus einfällt.
Wehe dem Haus, in dem es keine Männer gibt. Irland
Wehe dem Haus, wo der Mann das Weib ist.
Wehe dem Haus, wo die Frau die Hosen trägt. Venedig
Wehe dem Haus, wo die Henne kräht und der Hahn schweigt. Türkei
it] In quella casa non v'è pace, dove gallina canta, e gallo tace.
Wehe dem Hause, in das nicht die Arbeit eines gezähmten Stiers kommt.
it] Iscura sa domo ue non bi intrat trabagliu de boe domadu.
Wehe dem Hause, in dem nicht gescholten wird. England
Wehe dem Hause, wo die Frau die Hosen trägt.
Wehe dem Hause, wo nicht getobt wird. England
Wehe dem Herrn des Hauses, den der Diener belehrt. Serbien
Wehe dem Herrn, der seinen Knechten muss zu Willen sein.
mhd] Wî dem heren, de synen knechten mot to willen syn!
la] Est herus infelix servorum dogmata gestans.
Wehe dem Jahre, in denen die Vögel keinen Schaden tun. Mailand
i] Man glaubt, das Jahr werde schlecht, in welchem nicht viel Vögel kommen.
Wehe dem Kopf, wenn die Fußsohle bis auf den Knochen zerfressen ist. Rumänien (Wehe dem Land, in dem das Volk schlecht lebt)
Wehe dem Kranken, dessen Arzt am Zipperlein krank liegt.
i] Suche nicht Rat bei denen, die sich selbst nicht helfen können.
Wehe dem Kranken, dessen Arzt den Körper verachtet. Russland
Wehe dem Kranken, dessen Arzt sich nur um die Seele kümmert.
Wehe dem Lande, des König ein Kind ist.
Wehe dem Lande, dessen Herren lange schlafen!
i] H. Heine (Reisebilder) behauptet, in manchen Ländern würde es noch weit schlechter mit dem Volke stehen, als es steht, wenn die Minister nicht lange schliefen.
Wehe dem Lande, wo der Herr ein Kind ist.
mhd] Wê dem lande, dâr de hêr is ein kint.
mhd] Wê dem lande, daz ein kind haben muosz ze einem herren.
ho] Wee dien lande, daer die here een kint is.
ho] Wee het land, welks koning een kind is.
la] Vae tibi terra, cujus rex puer est.
la] Vae populo et terrae quorum rex arte puellus.
la] Vae, pueri, terrae, saepissime sunt tibi guerrae.
Wehe dem Lande, wo man nicht mehr singet! J. G. Seume, Die Gesänge
Wehe dem Leben der Braut, deren Schwiegermutter am Leben ist.
Wehe dem Menschen, der vorwärts oder rückwärts zu greifen, durch Umstände oder durch Wahn veranlaßt wird!
Goethe, Wahlverwandtschaften II,12
Wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt. Matth. 18, 7
la] Vae homini, per quem scandalum venit!
Wehe dem Pferd, das der Bettler reitet.
Wehe dem Schaf, das seine Wolle nicht tragen kann.
Wehe dem Schaf, welches dem Wolf beichtet. Rumänien
Wehe dem Schaft, der zwei Äxten dient.
Wehe dem Schwachen, der streitsüchtig ist.
i] Ein schwacher Hund, der bissig ist, hat immer eine wunde Haut und zerrissene Ohren.
it] Can ringhioso, e non forzoso, guai alla sua pelle.
Wehe dem Sohne, dessen Vater nach dem Paradiese geht! Arabien
i] Nämlich infolge des Betragens seines Sohnes.
Wehe dem Staatsmann, der sich in dieser Zeit nicht nach einem Grund zum Kriege umsieht, der auch nach dem Kriege noch stichhaltig ist.
Otto von Bismarck, Reden (in der Zweiten Kammer des preußischen Landtags, 3. Dezember 1850)
Wehe dem Stier, den die Kuh stößt.
Wehe dem Wolf, hinter dem die Hunde nicht herbellen. Serbien
Wehe dem Wolfe, der in ein böses Gerücht kommt.
ho] Wee den wolf, die in een kwaad gerucht komt.
Wehe dem Wolfe, der in einem schlechten Rufe steht.
i] Übel ist der Mensch daran, der guten Namen und Ruf verloren hat; wenn irgendwo etwas Böses geschieht, so kommt er in Verdacht.
Wehe dem, dem die Apotheke helfen soll.
ndt] Wî dem, diem de latéinjesch Kächen hälfe sâl.
Wehe dem, der allein ist.
mhd] Wê demgennen, de alleine is.
la] Nemo levat solum: quis nunc locupletat egenos.
la] Vae solis!
Wehe dem, der Brot hat und keinen Zahn, womit er's beißen kann.
mhd] We dem, der prot hat und kein zan.
Wehe dem, der da baut sein Haus mit Ungerechtigkeit
Und seine Gemächer mit Unrecht,
Der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und seinen Lohn ihm nicht gibt. Jeremia, 22,23
Wehe dem, der den Rat seiner guten Frau nicht befolgt.
Wehe dem, der die Briefe tragen muss.
Wehe dem, der Flockfaden auszieht und dem, der Wolle spinnt.
Wehe dem, der fremd Brot essen (o. von anderer Gnade) leben muss.
Wehe dem, der im Recht ist!
Wehe dem, der im Zerstören
Und in Leichen Ruhm nur sucht!
Gott wird sein Gebet nicht hören,
Und sein Name wird verflucht!
Bodenstedt, Aus dem Nachlasse des Mirza Schaffy: 5. Buch: Timur
Wehe dem, der in der Welt ... keine Feinde hat!
Honoré de Balzac, Die Lilie im Tal
Wehe dem, der nicht allein sein kann! England
Wehe dem, der sich mit fremden Nägeln kratzt.
Wehe dem, der sich von Jugend auf gewöhnt, in dem Notwendigen etwas Willkürliches finden zu wollen, der dem Zufälligen eine Art von Vernunft zuschreiben möchte, welcher zu folgen sogar eine Religion sei.
Goethe, Lehrjahre I,17
Wehe dem, der sich vor drei W (Wehen) nicht hütet: Wollust, Wein und Würfel.
Wehe dem, der zu sterben geht
Und keinem Liebe geschenkt hat;
Dem Becher, der zu Scherben geht
Und keinen Durstgen getränkt hat!
Rückert, Vierzeilen
Wehe dem, dessen Verräter an seinem (eigenen) Tische sitzt. Irland
Wehe den Besiegten! (Brennus nach der Einnahme Roms)
la] Vae victis!
it] Guai ai vinti!
Wehe den Bittenden.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, März/April 1815
Wehe den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.
Wehe den Füßen, wenn sie kopflos laufen müssen.
Wehe den Kranken, deren Arzt zugleich auch die Begräbniskosten einzuziehen hat. Russland
bm] Když nemocný dĕdice za lékaře béře, ten se jistĕ na on svĕt záhy odebeře.
pl] Chory dziedzica co lekarza bierze, ten się na on swiat prędko wybierze.
Wehe den Menschen, welche sehen, ohne zu wissen, was sie sehen, welche stehen, ohne zu wissen, worauf sie stehen. Hebräer
i] Die sich nicht bewusst werden, dass alles vergänglich ist und dass ihr Fuß auf den Gräbern ihres Geschlechts wandelt.
la] Spithama vitae.
la] Temporis punctum est omnis vita.
Wehe den Nachbarn, wenn ein Volk an der Grenze der Verzweiflung lebt. Stanislaw Jerzy Lec
Wehe den Worten des Häuptlings, wenn sie in ein Grasbüschel fallen. Hawaii
Wehe denen, [...], die sich der Gewalt bedienen, die sie über ein Herz haben, um ihm die einfachen Freuden zu rauben, die aus ihm selbst hervorkeimen. Alle Geschenke, alle Gefälligkeiten der Welt ersetzen nicht einen Augenblick Vergnügen an sich selbst...
Goethe, Werther 1. Buch, 1. Juli
Wehe der Gans, die dem Fuchse traut.
dä] Naar gaasen troer reven, og faaret ulven, da vee deres hals.
Wehe der Kuh, die ackern muss und abends noch gemolken wird.
i] Im allgemeinen von jedem, der trotz seiner Abmühung am Tage für andere abends noch sein eigenes Hauskreuz findet; im besondern von einer Hausfrau, die den Tag über für den Erwerb mit arbeiten muss und am Abend noch Haus und Kind zu versorgen hat.
Wehe der Nachkommenschaft, die dich verkennt. Goethe, Götz von Berlichingen, V (Lerse)
Wehe der prächtigen Krone der Trunkenen. Jesaja 28, 1
Wehe der Spindel, wenn der Bart nicht darüber geht.
Wehe der Stadt, deren Ärzte gichtige Füße haben. Indien
Wehe der Unglücklichen, die schön geboren wird! Quintana, Gedichte auf das Pantheon des Escorial
Wehe der Welt der Ärgernis halben! Es muss ja Ärgernis kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt! Matthäus 18, 7
Wehe der Welt, wenn es euch Töpfern gelingt, sie neu zu formen, bevor ihr euch selber
Wehe der Zeit, in der die Frauen ihre Gewalt verlieren und ihre Urteile nichts mehr über die Männer vermögen! Das ist die letzte Stufe des Verderbens. Alle gesitteten Völker haben die Frauen in Ehren gehalten.
Jean-Jacques Rousseau, Emile
Wehe dir, Land, dess' König ein Kind ist. Pred. Salomo, 10, 16
Wehe einem jeden, der nicht sein Schicksal an dasjenige der öffentlichen Gemeinschaft bindet! Denn er wird nicht nur keine Ruhe finden, sondern dazu noch allen inneren Halt verlieren und der Missachtung des Volkes preisgegeben sein wie ein Unkraut, das am Wege steht. Gottfried Keller, Tagebuch, 2. und 3.5.1848
Wehe einem Lande, das ein Kind regiert! Shakespeare, König Richard III., II 3 (Dritter Bürger)
Wehe euch, verblendete Leiter! Matth., 23, 16
Wehe jeder Art von Bildung, welche die wirksamsten Mittel wahrer Bildung zerstört und uns auf das Ende hinweist, anstatt uns auf dem Wege selbst zu, beglücken!
Goethe, Lehrjahre VIII, 1
Wehe macht mir wehe.
Wehe und wohl dem Menschen, der an keine Ungerechtigkeit mehr glaubt. Christian Morgenstern, Lebensweisheit-Ethisches
Wehe, elender Heuchler, der nach außen ein ehrbares Leben führt, dessen Laster aber zu Hause in stiller Absicht verborgen bleiben.
la] Vae, miser hypocrita, cuius foris est bona vita, intus sed vitia mente latent tacita.
Wehe, wehe dem Mörder, wehe,
Der sich gesät die tödliche Saat!
Ein andres Antlitz, eh sie geschehen,
Ein anderes zeigt die vollbrachte Tat.
Schiller, Die Braut von Messina, III, 5 (Chor)
Wehe, wenn die guten, die ewigen Pharisäer Geschichte treiben! Sie überpinseln die großen Menschen der Vergangenheit so lange, bis sie dick und brav wie gute Menschen aussehen! Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)
Wehe, wenn sie losgelassen! Schiller, Lied von der Glocke
Wehet der Wind auf St. Stephans Tag, zeigt an, dass der Wein nit wohl gerath.
Wehetag lässt sich nicht bergen.
Wehgeheul ist dumm und überflüssig.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher
Wehleidige Leute sterben nicht so bald.
Wehlîdig Lüt (Leute) sterbed nid so bald.
Wehr dich mant (nur) mit de korzen Stock, host gar kän lange nethig.
Wehr dich, sonst frisst em dich. Siebenbürgen/Sachsen
Wehr schützt vor Fähr.
i] Ein Schwert hält das andere in der Scheide. Wer den Frieden will erhalten, muss zu Schutz gerüstet sein.
sd] Wäria bjuder landsfred.
Wehr' dich mit einem kurzen Knüppel.
ndt] Wiär di met en kuotten Knüppel. Recklinghausen
i] Es ist nichts zu befürchten.
Wehr, wehr Elss, wehre, dein best thu wehren, dass wir nicht zu balt reich werden.
Wehre bei Zeiten.
i] Sofort, im Entstehen muss man ein Übel bekämpfen.
la] Principiis obsta.
Wehre dich mit dem kleinen Stock, du mögest keinen großen nötig haben. Sauerland
Wehre gebrauchen.
z] Es ist kein besser Raht, als das in solchen aufrührischen Fällen die Artznei principijs obsta, d.i. bald Wehre gebrauchet, dem blühenden Übel weisslich vorgebauet und solchen verbottenen Conventiculis an allen örthern gleichsam Riegel vorgeschoben werden.
Wehre und Beschirmung ist natürlich.
i] Der Beklagte hat ein natürliches Recht, in seiner Verteidigung nicht beeinträchtigt zu werden.
altfries] Dyo werre ende dyo by schyrmnisse natuarlick is.
Wehre, liebe Else, wehre, dass wir reich werden, brich die krüg, so brich ich töpff, so bringt man das gütlein durch.
Wehren dawider noch so viel, so geschieht doch, was Gott haben will.
Wehrender Hand wird immer rat.
ho] De werende hant wordt immer raat.
la] Qualibet in villa manus it faciens valet illa.
Wehret den Anfängen!
ndt] Eener höde sik vör de ierst Utlåge.
Wehret euch nicht, legt ab die Sporen,
Denn Sterben ist euch angeboren.
Totentanz in der Berliner Marienkirche, Der Tod zum Kaufmann (1450)
Wehrgeld zahlen müssen. [RSpW]
i] Wehrgeld, nach mittelalterlichem Strafrecht, wonach fast alle Vergehen und Verbrechen mit Geld zu sühnen waren, ist ein dem Verletzten zu persönlicher Genugtuung, Buße (Wette, fredum) dagegen ein zur Sühne des gestörten Friedens dem Volke, später dem Landesherrn zu entrichtendes Strafgeld. Die alten Volksrechte verzeichnen auch bei allen Gattungen von Tieren sorgfältig deren Wehrgeld, das im Fall von Tödtung oder Beschädigung der Eigentümer zu erheben hatte. Wenn übrigens der Schaden mehr durch Zufall zugefügt wurde, lag kein Friedensbruch vor.
Wehrlos, ehrlos.
i] Als Friedrich Wilhelm III. von Preussen zum Befreiungkriege gegen Napoleon I. aufrief und das Landwehrkreuz stiftete, entstand die Frage nach einer kernigen Inschrift. Der Freiherr von Stein schlug den obigen Spruch: Wehrlos ehrlos als Inschrift vor, die aber vom Könige nicht genehmigt wurde, weil sie zu viel sage und unbillig sei. 'Wie viel tüchtige Männer gibt es im Lande, denen Alter, Beruf, Familienverhältnisse, Krankheit u.s.w. nicht gestatten, die Waffen zu führen und unmittelbar am Kampf theilzunehmen, die aber dennoch daheim dem Vaterlande dienen!' Das ist sehr wahr. Man wählte dafür den bekannten Spruch: 'Mit Gott für König und Vaterland', der volkstümlich geworden ist und schon zu manchen Siegen geführt hat, obgleich er mehr fromm als logisch ist. Was heißt: Mit Gott für König und Vaterland? Woher weiß man, dass Gott mitgeht? Sind König und Vaterland zwei verschiedene Dinge? Gehört der König nicht zum Volke? Wenn das Volk sich erhebt, kämpft es dann für den König und das Vaterland, oder mit dem König für das Vaterland? Steht der König außerhalb des Volkes, oder gehört er zu demselben?
Wehrt euch, wenn euch das Leben lieb ist.
Hartmann von Aue
Weht a Gregorstag (12.3.) der Bis (Nordwind), so hält er sechs Wochen an gewiss. Luzern
Weht am Gregoriustag der Wind, noch vierzig Tage windig sind.
it] Se venta il dì di San Gregorio venta per quaranta dì.
Weht der Wind an Leodegar (2.10.), kündet er an ein fruchtbar Jahr.
Weht der Wind dauernd aus Süden, ist uns bald Regen beschieden.
Weht der Wind hier?
en] Is the wind in tat quarter?
Weht es sehr kalt um Petri Stuhl (22.2.), denn bleibt's noch 14 Tag kuhl.
Weht im August der Wind aus Nord, ziehen die Schwalben noch lange nicht fort.
Weht im Hornung (Februar) oft der West, wird das Jahr nicht allerbest.
Weht im Juli der Nord, dauert das gute Wetter fort.
Weht im Mai der Wind aus Süden, ist uns Regen bald beschieden.
Weht um Gregori stark der Wind, noch 40 Tage windig sind.
Weht von Siena her der Wind, dreißig Tage voll Regen sind.
it] Il vento Senese, acqua per un mese.
Weht's bei Neumond her vom Pol, bringt es kühles Wetter wohl.
Weht's kalt und rauh um Petri Stuhl, dann bleibt's noch vierzehn Tage kuhl.
Wei 't Hexen kann (versteht), vör dean ies et keine Kunst. Büren
Wei annern en Lok (Loch) maket, dei fällt selwer derin. Sauerland
Wei besôpen stiehlt, de mott nöchtern hangen.
Wei Braud (Brot) hät, dem wêrd es e'boden.
Wei da Oält, suâ do Jung, wei do Voda, suâ do Sung. Böhmerwald
Wei dat Gut hiät, hiät äuk dat Krut. Sauerland
Wéi dat Lêer (Leder) hält, is säu schüllig äs de Déiw. Sauerland
Wei de Ere (Erde) nit vermehrt, is den Hiemel nit wehrt. Westfalen
Wei de Hucke schliuken well, mot se nit lange anmuilen. Sauerland (Hucke = Pogge, Pedde, Uize = Kröte)
Wéi de Immen terget, den stecket se. Sauerland
Wei de Kau (Kuh) kaupen will, mot in den Stall gaen. Westfalen
i] Wenigstens wer eine gute Kuh kaufen will, weil die besten nicht auf den Markt gebracht werden.
Wei de Kinner (Kinder) lät waülen in der Aske, deam wârt dat Geld nit schimmelig in der Taske. Büren
Wei de Kuckuck tom éisten Mal räupen hor, hadde Geld in der Taske, dann hadd' e't ganze Joahr. Westfalen
i] Hat der Landmann im Frühjahr noch Geld, so fehlt es ihm wohl auch im übrigen Jahre nicht. In Oberösterreich pflegt man das Geld in der Tasche beim ersten Kuckucksrufe zu schütteln, weil man hofft, es werde sich sodann vermehren. Ruft er vor einem, so geht es, wie man in Oberösterreich meint, das Jahr hindurch mit einem vorwärts. Man soll früher auch, wenn man ihn das erste mal rufen hörte, etwas unter den Füßen gesucht haben, in der Meinung, das bringe Glück.
z] Hört man ihn das erste mal im Auswärts schreien, so soll man auf einen grünen Wasen stehen, man stirbt dann das ganze Jahr nicht.
Wéi de Nase allerwägen bui heätt, mot se beschütten terügge trecken. Sauerland
Wéi de Nase allerwegen hätt, dem wät se faken (oft) beschissen. Sauerland
Wéi de Nase allto hauge drägt, stött allerweagen an. Westfalen
Wei de Roggen besütt in der Märt, kiket beater der Kau unnern Stert. Westfalen
Wei de Schlangen in der Wéige erdrücket, déün steäket se im Oller nit. Sauerland
Wei de Uüze schlucken well, dei draff se nit lange anmuilen. Westfalen
i] So lange das Wetter vor dem Mai warm ist, so lange ist es nachher wieder kalt.
Wei dem anderen nix gann (gönnt), de was selwer en ârmen Mann. Waldeck
Wei dem Beadeler (Bettler) giet noa Loew, dei maut van Hius un Hoew. Westfalen
Wei den Äs iutlênt, met dör de Tenne (Zähne) schiten. Sauerland
Wei den Dreck röert, dei mot ne ruken. Westfalen
Wei den Groschen nit hêget, de is des Dâlers nit wert. Waldeck
Wei den Menschken nit will hören, mot dem Kalffelle hören.
Wei den Pelz vull Läuse heat, dean bijtet se ok. Westfalen
Wei den Pfennig nit ehrt, kümmet sellen tem Dahler.
Wei den Spillmann bestellt (dingt), mot 'ne betahlen.
Wei di nachfolget, triet di in de Hakken. Westfalen
Wei diy glöwt (glaubt) un 't Bedde verköwt, dei kan am Awend int Sträu liggen goahn. Büren (liggen goahn = sich legen. In ähnlicher Weise sagt man: stoahn goaen (stehen gehen) für: sich stellen, sitten goaen für: sich setzen, liggen goaen für: sich legen)
Wei dör de Welt will, mot sik smigen un bügen. Westfalen
Wéi éine Pogge (Kröte) schlucken will, mot se nit lange amuilen.
Wei em Guddes (Gutes) döt, an den denket me. Waldeck
Wei emmôl im schwarten Bauke (Buch) is, de kümmet sau lichte nit widder rûter.
Wei en Besen stielt, is kein Deiw. Westfalen (Wortspiel mit stielt und stiehlt)
Wéi en rechten Biuren sinnen well, déi mot de Sü'e tweimal héien. Sauerland
Wéi en Schippel Gold het, kann en Häup bolle kruigen. Büren
Wéi Geld hät, kann Apen danzen séihn. Sauerland
Wei grasen will, mot sik bücken. Büren
Wei gud läwet (lebt), de gut stirwet. Waldeck
Wei Hasenköppe hewwen well, mot Rüenköppe woagen. Büren
Wei hiuer de Plaug (Pflug) nit trecken well, dei mot se do schiuwen. Sauerland
Wei jiedem dat Maul stoppen wull, möste viel Höpp (Heu) hewwen. Büren
Wéi Judenzinsen hewwen well, dëi mot sick ok Judenknippe gefallen loten. Sauerland
Wei junk riet (reitet), mott alt gohn.
i] Wenn jemand großartig anfängt und es nicht ausführen kann.
Wei köwt (kauft) siynes Noawers Peard, dei weit, wat'e head; wei frigget siynes Noawers Kind, de weit, wat'e finnt. Westfalen
Wei lange slöpet, den Gott ernährt, wei freuh upstett, sin Gut vertehrt.
i] Die Dänen versichern aber, dass der, welcher zu lange im Bett liegt, wenn er aufsteht, nichts findet: Hvo lenge soffner paa sin bed, hand fonger lidet faar sin neb.
Wei Lêf (Liebe) hawwen will, mot Lêf fahren loten. Waldeck
Wei lesst kümmt (kommt), sittet (o. ittet) schlecht. Sauerland
Wei lüget, de stiehlt.
slow] Kdor laže, tudi kmali krade.
Wei män ein Laken to spreien hät, kann lichte en Bedde maken. Sauerland
Wei men ein Beddelaken (Bettlaken) te spreien heat, deam ies et lichte en Bedde te maken. Westfalen
Wei met de Muile (Maul) smännet, kann mit dem Mäse kearnen. Büren
i] Smännen = Rahm abnehmen, sonst Rahm ansetzen, von Smand = Rahm; kearnen = buttern.
hdt] Wer den Rahm von der Milch verzehrt, behält nichts zum Buttern.
ndt] Wä met 't Mûl flaut't, mött met'n Oars bottern. Brandenburg
Wei met eaten (essen) well, mot äuk met deasken (dreschen). Westfalen
Wei met Häunern (Hunden) to Bedde geit, de stèit met Floauen weyar up. Büren
Wei met Ochsen plaügen sall, heat en Stock näudig. Westfalen
Wei mi 't Peard (Pferd) wist, brukt mi de Kribbe nich to wisen. Westfalen
Wei miy nicks gönnt un nicks giwt, mot liyen, dat mi dat Laawen bliwt. Büren
Wei ne Hèakster iutschicket, krigt en bunten Vuegel wi-er. Büren (Eakster, Heykster, d.i. Elster)
Wei ne Hur will bringen to Ehren, dei is en Schelm oder wil einer weren. Westfalen
Wei niks (nichts) is un ment sik niks, dei is dubbelt niks. Westfalen
i] Sick wat menen = eine Meinung von sich haben, auch: eingebildet sein.
Wei nit alt weeren will, mot sick jung hangen loten.
Wei nit bie't Füer (Feuer) kümmet, verbrennt sick nit. Waldeck
Wei nit broaket un nit Sunndag fiyert, dei heat kein Glück. Westfalen (broaket = zur Brache liegen lässt)
Wei nit küemt tor rechten Tiyd, dei mot eaten, wat öewerig bliwt. Westfalen
Wei nit oppen Balken geiht, dei fällt ok nit herunner. Sauerland
Wei no allen Kirmessen geiht un kein Geld im Beutel weiß, der sieht ein groß Herzeleid. Sauerland
Wei noa allen Kearmissen geit un kein Geld im Buile weit, dei is slîem derane. Büren
Wéi Ochsen séiken well, kann se wohl am Tiunsteken (Zaunpfahl) finnen. Sauerland
Wei öewer den Rüen küemt, dei küemt auk öewer den Stêrt. Westfalen
Wéi pisset ohne Fort, dei déit suinen Luive te kort. Sauerland
Wei sachte gett, kümmet am Enge auk wît. Waldeck
Wei schießen sall, mot laen (laden). Westfalen
Wei sellen bie't Füür (Feuer) kümmet, verbrinnt sick am ehsten. Waldeck
Wei sick im Scharwerk daud arwedet, demme lütt de Aesel.
hdt] Wer sich bei Fron- oder Hofarbeiten so übernimmt, dass er stirbt, dem sollen Esel auslauten (auch: den sollen Esel zu Grabe tragen).
Wei sick in der Jugend nit will boaügen loaten, mot sick im Aller (Alter) bücken. Büren
Wei sik aller Ehren träustet, is aller Schanne friy. Westfalen
Wêi sik anbäut, deam siyn Dank was nit gräut. Büren
dä] At byde kofmanns bud.
Wei sik mang de Säue misket, mot ligen, dat se ne tobbelt.
i] Oder towwele = zupfen, zausen.
Wei sik mank (unter, zwischen) de Drawe misket, mot leien, dat eane (ihn) de Sügge (Säue) freatet.
Wei sik mit Dreck awgiwt, maket sik aosig. Westfalen
Wéi sik nigge Huren anschaffen well, mott eist de ollen betahlen. Sauerland
Wei sik well ernoaren (ernähren), mot sik rüstern iut den Feaern (Federn). Westfalen
Wei simpel bi der erden wil krigen, de krigt wedder te freten noch de supen.
Wei sîne Schulden betâhlt, verbettert sîn Gutt (Vermögen).
bm] Dluh odbytý, hlava zmyta. – Kdo dluhy splácí, tomu statek roste. – Nepláce statku oplače.
en] He tat gets out of debt, grows rich.
fr] Qui paye ses dettes, s'enrichit. – Qui s'acquitte, s'enrichit.
it] Chi paga debito, fa capitale.
kroat] Koi duge splaća, pobolšava svoj imetek.
sd] Den som betalar sin skuld, förbättrar sitt gods.
Wei suyn Geld will seien stiuwen, dei legg' et an Schape, Immen un Diuwen. Soest
Wei te eilig op den brei is, dei verbrennt sik. Sauerland
Wei terlest kümmet (kommt), mâket de Döre tau. Waldeck
Wéi Tiewen hollen well, déi mot luien, dat em de Rickels üm 't Hius läupet.
Wéi Tiewen im Hiuse hat, de mot luien, dat de Rêikels an de Wänne pisset.
Wei vamm Plauge (Pflug) rîke wêren will, mott en auk ergrîpen. Waldeck
Wei viel froaget (fragt), deam wird viel soaget. Büren
Wei viel hewt (hat), verdöt viel. Büren
Wei vill frögget (fragt), wêrd vill beschett. Waldeck (beschett = beschieden, berichtet)
Wei vill hat, will meih hann. Waldeck
Wei vöer fiftig (fünfzig) Jahren ritt (reitet), mut noa fiftig goaen.
Wei vör der Hölle huset, mot den Düwel tom Frünne waren. Büren
Wei vor fiftig (funfzig) Jahren ritt, mot noa fiftig to faute goan. Büren
Wei wat lêren (lernen) will, mot wat liyen. Westfalen
Wei weit woa Hans ies, wann Haber wässet. Soest
hdt] Wer weiss, wo Hans ist, wenn 's Gras wächst.
i] Es ist noch lange hin, es kann noch alles besser werden.
it] Di qui a là, Dio sa quel che sarà.
la] Deus providebit.
Wei well fiyn (fein) siyn, mot liyn Piyn. Büren
Wei will Prost sägget, mutt beddeln gohn.
Wei Wind schneiden well, dei mot en scharp Mess(er) hewwen. Sauerland
Wei's Landl (Ländlein), so d' Tracht, wei's Stand'l, so d' Macht. Böhmerwald
Wei't in der Hölle gewuent is, dei heat der keine Piyne mehr inne. Büren
Wei't Krüze (Kreuze) hät, de seggent sick.
Weib - Wehe.
i] Donna - danno sagen die Italiener.
Weib mit krausem Haar ist des Teufels Waar'.
ho] Vrouwen met gekruld haar hebben wormen in het hoofd.
Weib muss immer sein der Frauen höchster Nam',
Er ehret mehr denn Frauen, nahm' ich an.
Walther von der Vogelweide, Gedichte
Weib und Ei vertragen nicht der Schäler zwei.
Weib und Geld ängstigen manchen, wie sieben Hunde einen Hasen im Feld.
Weib und Genie arbeiten nicht. Das Weib war bisher der höchste Luxus der Menschheit. In allen Augenblicken, wo wir unser Bestes tun, arbeiten wir nicht. Arbeit ist nur ein Mittel zu diesen Augenblicken. Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)
Weib und Glas bewahr', sie sind stets in Gefahr.
Weib und Glas, wie bald bricht das.
en] A woman and a glass ever in danger.
it] La donna è fragile al pari d'uno specchio.
it] Quanto fragile sono mai une donna ed en vetro.
pt] A molher e o vidro, sempre extão em perigo.
Weib und Henne werden durch zu vieles Geläufe verdorben.
sp] La mujer y la gallina por andar se pierden aína.
Weib und Katze gehören in die Hütte, Mann und Hund auf den Hof. Rußland
Weib und Kind sind teuere Ware.
en] Wife and children are bills of charges.
Weib und Kind wollen ihr gewart haben.
Weib und mann können wohl friedlich leben, so der Man des nachts und die Frau des tags dass Regiment fürt, und Geigen (s.d. 24) und pfeiffen zusammen stimmen.
Weib und mann können wohl friedlich und freundlich leben, wenn das Weib ihren willen vergisst und des Mans weiß und willen lernt.
Weib und Mönch und Mönch und Weib sind des Teufels beide Krallen.
Weib und Ofen sind des Hauses Zier.
fr] La femme sait un art avant le diable.
Weib und Ofen sollen zu Hause bleiben.
Weib und Ross soll man nicht verleihen.
i] Die Zusammenstellung von Weib und Pferd wiederholt sich in deutschen Sprichwörtern sehr oft und findet sich wohl bei den meisten Kulturvölkern. Der Engländer sagt: My wife, my horse and my dog. Die Alten, stellten mehr Mann und Ross zusammen, was jetzt weniger geschieht. Homer fragt: 'Wer denn war der Beste zum Kampf, das verkünde mir Muse, jener selbst und die Rosse die Atreus Söhnen gefolgt?' und nun zählt er zunächst die Rosse auf. In des Sophokles' Elektra, vergleicht Orest seinen alten treuen Pfleger mit einem 'betagten Ross aus edler Art'.
Weib und Spiel stiften Raub und Mord und sind des Teufels bester Hort.
Weib und Weh, ist stets in der Näh.
it] Moglie e guai non mancan mai.
it] Chi ha moglie, ha doglie.
Weib und Wein berauscht Groß und Klein.
it] Donna e vino imbriaca il grande e il piccolino.
Weib, glauben, freund, reich morgengab, geschlecht, gstalt bringts gelt biss in dein grab.
Weib, Kart' und Kann' macht manchen zum armen Mann.
Weib, Kind und Kegel.
Weib, Pferd und Schuh verleiht der Bauer nicht aus seiner Truh'.
dä] Hustru, klæder, hest og skœ laanes ilde af bondens boe.
Weib, Pferd und Wein sind drei betrügliche Waren.
Weib, Tor und Kind sagen die Wahrheit geschwind.
Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Joh. 2, 4 (Jesus zu Maria)
la] Quid mihi et tibi est, mulier?
Weib, Würfel und Wein bringen manchen um das Sein'.
Weiben ist besser als huren, sagte der Prädikant zum Kapuziner.
Weiben macht nit leiben.
Weiben und mannen ist sorglich.
Weiber am Fenster sind Weintrauben am Wege.
it] Donna di finestra, uva di strada.
Weiber an den Fenstern und Tauben auf der Gasse sind stets in Gefahr.
Weiber begraben ist besser, denn zur Kirche führen.
fr] L'homme a deux bons jours, quand il prend sa femme et quand il l'enterre.
Weiber bessern sich immer das folgende Jahr.
fr] Les femmes sont toujours meilleurs l'année qui vient.
Weiber bringen mehr als sie mitnehmen. Sauerland
i] Mit Bezug auf Mitgift und Tod.
Weiber darf man nicht hängen.
i] Aus Rücksicht für (Anstand und) weibliche Ehre kommen Frauen nicht an den Galgen.
Weiber fahet man mit Geld, Narren mit Lob und Hasen mit Hunden.
dä] Man fanger qvinder med penge, narrer med roes, og harer med huude.
Weiber fangen selten was guts an, nemen oft ein Trescher vor ein tröster.
Weiber findet man nirgends ohne Ohr.
Weiber findt man nimmer one red.
Weiber führen ihre Wehr im Maul.
Weiber geben einem ehe das Herz, als die Wort.
z] Geben sie freundliche wort und fangen an zu parlamentieren, so ist das Herz schon genommen.
Weiber geraten nicht allemal wohl.
Weiber haben das Regiment vel clam, vel vi, vel praecario.
Weiber haben drei Häute.
i] Erstlich eine Hundshaut, wenn sie geschlagen werden, bellen sie wieder; dann eine Sauhaut, wer durchhauen will, muss scharf hauen, und endlich drittens eine Menschenhaut, wer die trifft da klingt's: Herzlieber Mann, ich will alles tun, was du willst!
ho] De wijven hebben drie huiden, te weten: eene hondenhuid, eene zeugenhuid en eene menschenhuid.
Weiber haben einen vielfältigen Rock und einen einfältigen Kopf.
la] In vestimentis non est sapientia mentis.
Weiber haben kein Maß, weder im Lieben noch im Hass.
Weiber haben keine Ironie, können nicht von sich selbst lassen. Daher ihre sogenannte größere Treue, weil sie sich selbst nicht überwinden können, und sie können es nicht, weil sie bedürftiger, abhängiger sind als die Männer.
Goethe, Riemer, 7.12.1808
Weiber haben lange Kleyder (Röcke) und kurtz Sinn (Verstand).
z] Der Weiber Erinnerungsvermögen ist weit schwächer, als das der Männer.
mhd] Wyve hebben lange kleider unde einen korten ein.
la] Veste sub oblongen mulieri mens brevis errat.
z] Es nimmt das Weib in unserm Tiersysteme den ersten Platz als homo sapiens ein. Die Hirnfunctionen bieten hier Probleme, die selbst für Vogt und Moleschott zu fein. Unausgewachsen heißt es ›Mädel‹, so weit man Virchow glauben kann, ist bei dem Weib der Durchschnittsschädel entschieden flacher als beim Mann.
it] Le donne hanno vesti lunghe, ma corto intelletto.
la] Foemina praelongis amicit sua corpora pannis, sub quibus assuevit mens latitare brevis.
la] Mulieres et virgines debiles sunt et breves memoriae, sed prolixorum et crimium.
la] Mulieres sunt fere ut pueri, levi sententia. Terenz
la] Varium ac mutabile semper femina. Virgil
pl] U niewiast długie włosy a krot ke rozum.
Weiber haben langes Haar, aber kurzen Sinn.
z] Ein kurtzen sinn die weiber haben, ob sie schon lang kleider tragen.
z] So schnell umlauft des Töpffers Scheib, verändert ihren Sinn ein Weib.
en] A woman's mind and winter-wind change oft.
en] Winter-weater and women's thougt's often change.
la] Sub longis tunicis, breuis est animus muliebris.
Weiber haben neun Leben und können manchen Streich ertragen.
Weiber haben so viel Scham, dass sie Junge können davon fliegen lassen.
Weiber haben vier Tugenden: Klagen ohne Ursache; Lügen ohne Vorbedacht; gehen, wohin sie können; weinen, wenn sie wollen.
Weiber haben zweierlei Gedächtnis: eins wie die Engel und eins wie die Teufel.
Weiber halten gern Nachrat.
sd] Qvinfolk hålla mäst eftergeràt.
Weiber hassen graue Haar' und werden selten dreißig Jahr'.
i] Sie sollen die Eigentümlichkeit besitzen, die Jahre 27-29 wiederholentlich zu zählen, ehe sie sich entschließen, den Halys zu überschreiten.
mhd] Man seit al vür wâr mannik jâr, diu wîp hazzen graues hâr.
Weiber heulen und weinen, spielen, schwören bei stül und beinen, der bauern beten in der fastnacht, dieß drei geschehn all ohn andacht.
Weiber hoben drei Sätz: Absatz, Aufsatz und Einsatz. Warschau
i] Ein vierter Satz könnte ihnen nichts schaden: der feste Vorsatz.
Weiber hoben in sich neun Mûss Red. Warschau
Weiber hoben neun Mass Reid (Rede, Worte). Jüdisch-deutsch, Brody
Weiber hüten ist vergebens Arbeit.
z] Vergebens ist es, und umbsunst, der Weiber hüten will mit Kunst.
it] Adonna cattiva poco giova la guardia.
la] Ille lavat laterem, qui custodit mulierem.
Weiber im sechzigsten Jahr keusch, Nonnen im siebzigsten.
Weiber kauft man besser nach dem Gerücht als nach dem Gesicht.
Weiber kommen, um zu sehen und gesehen zu werden.
la] Spectatum veniunt veniunt spectentur ut ipsae. Ovid
Weiber können all eine kunst.
z] Triegen und was sich zum bösen reimpt.
Weiber können alle eine Kunst, die heißt: Truggespunst.
Weiber können bedeutendes Talent, aber kein Genie haben: denn sie bleiben stets subjektiv. Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung
Weiber können den Narren wohl aufspielen.
bm] Zeny umĕjí bláznům pískatí.
Weiber können neun Monate eine Geburt im Leibe verbergen, aber nicht neun Augenblicke ein Geheimnis bei sich bewahren.
Weiber können sich besser verstellen als ein Fastnachtsnarr.
Weiber können sich schamhaft stellen, wenn sie auch einen Sack voll Schalkheit haben.
Weiber können weinen und lachen, wenn sie wollen.
Weiber können wohl drey Jahr gedencken, biss sie sich rechen.
Weiber können Wunden hauen, aber nicht heilen.
Weiber lassen sich so leicht einschließen wie der Wind.
Weiber lassen sich wohl nötigen, haben's dennoch gern.
la] Novi ingenium mulierum nolunt, ubi velis, ubi nolis, cupiunt ultro. Terenz
Weiber lieben das Wetter vor allem, wenn zwei Nebel (o. Näbel!) aufeinander fallen.
Weiber lieben hohe Schuhe.
Weiber machen Männer. Luther
Weiber mit Weibern und Gänse mit Gänsen.
en] Geese with geese and women with women.
Weiber müssen Klagelieder, Mädchen Freudenlieder singen.
Weiber nehmen ist kein Pferdehandel.
Weiber ohne Geld helfen sich mit Weinen durch die Welt.
Weiber putzen sich noch mehr für ihre Feindinnen als für ihre Freundinnen.
Weiber reden, Männer fehden.
Weiber regieren ist eine schwere Kunst.
Weiber regiert der Augenblick, Männer der Verstand.
it] La donna all' improvvivo, e l'uomo a caso pensato.
Weiber Regiment nimmt selten ein gut
mhd] Wisz und trait dein weib die pruoch sey wirt dein hagel und dein fluoch.
fr] La femme en doit point apporter de tête en mariage.
fr] Où femme gouverne et domine tout s'en va bientôt en ruine.
pl] Biada temu domowí, gdzie krowa dobada wolowi.
pl] Gdzie ogon rządzi, tam głowa błądzi.
Weiber reich an Hirn, Weiber schön an Stirn überwiegen Lasten aller vollen Kasten.
Weiber sagen (oft) das Beste nicht.
it] Le donne voglione esser intex senza parlare.
Weiber sagen stets die Wahrheit, aber nie die ganze.
it] Le donno di cono sempre il vero, ma non lo di cono tutto intero.
Weiber scheinen keiner Idee fähig [...], nehmen überhaupt von den Männern mehr, als dass sie geben...
Goethe, Riemer, 30.5.1809
Weiber schlagen gibt schlechte Ehre.
Weiber schlägt man mit dem Pfeifenrohr, Männer mit dem Kugelrohr.
Weiber schminken sich, um nicht zu erröten.
it] Le donne si fanno rosse per non arrossire.
Weiber sein so leichte wie der Wind einzuschlüssen. Schlesisch, 17. Jh.
Weiber sind Äcker, nicht zu ruhen, sondern zu bauen und zu fruchten.
Weiber sind alle gut, es sei zu etwas, oder zu nichts.
en] All women are good, either good for something or good for nothing.
Weiber sind alle Kotzebues, das heißt, sie haben dieselbe Eitelkeit, die auf dem Dünkel beruht.
Goethe, Riemer, 24.5.1811
Weiber sind anfangs leicht, werden aber immer schwerer.
Weiber sind außen mit stolzen Kleidern und innerlich mit Falschheit gefüttert.
Weiber sind außer dem Haus Gemälde, im Zimmer Glocken, in der Küche wilde Katzen.
la] In triclineo casa, in cubiculo nola.
Weiber sind das Paradies der Augen, das Fegefeuer des Beutels und die Hölle der Seele.
it] Tali e quali donne sono il paradiso dell' occhio, il purgatorio della borsa, e l'inferno dell' anima.
Weiber sind den Juden ein Vogelleim, ein Basilisk den Augen klein.
Weiber sind des Teufels Kloben, damit er fahet, was aufsitzt.
Weiber sind die beste Doktores; in einem Augenblick haben sie eine neue List und corrigiren eim das Argument.
la] Uxorem tenero qui ducit victus amore, arbitrii non est amplius ille lui.
Weiber sind die ersten Erzieherinnen des menschlichen Geschlechtes.
Theodor Gottlieb von Hippel, Über die Ehe
Weiber sind die Fackeln und brände, so anzünden gottes tempel.
z] Was ist ein Weib? Die Freude der Verlorenen, die Schlange an des Sünders Brust, ein Abgrund längs dem Pfade der Erkorenen, Verkörperung verworfener Lust. Von ihren buhlerischen Lippen fließt süß des Weltsinns tödlich Gift. Heil uns, dass wir aus diesen Höllenklippen in Gotteshafen eingeschifft.
Weiber sind ein Wildpret für Mönch und Pfaffen. Luther, Kirchenpostille.
Weiber sind gelehrt genug, wenn sie Hosen und Wams unterscheiden können.
Weiber sind Heilige in der Kirche, Engel, wenn man sich ihnen nähert, Teufel im Hause, Eulen am Fenster, Elstern in der Tür und Ziegen im Garten. Demokritos
la] Mulieres in ecclesia sanctae, angeli in accessu, in domo daemones, in fenestra bubones, in porta picae, in horto caprae.
Weiber sind Hexen, so große wie kleine. Shakespeare, König Heinrich IV., 2. Teil, IV, 3 (Stille)
Weiber sind im Bettgelübde katholisch, sie halten mehr auf die Werke als den Glauben.
Weiber sind in der Kirche Heilige, auf den Straßen Engel und zu Hause Teufel.
fr] Femme sont à l'église saintes, es rues anges, à la maison diablesses.
Weiber sind in eim fall gut Lutherisch (Calvinisch), sie predigen lieber, als dass sie Mess hören.
z] Darum Bruder Nass niht unrecht sagt; das die Weiber in dem fall fast Lutherisch sind, lieber Predigen, dann Stillmess hören, aber sonst in anderm Bettgelübde besser Catholisch, mehr auf die werck dann den Glauben halten.
Weiber sind Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.
fr] Caresses de femme, caresses de chatte.
fr] Il n'est si petit chat qui n'égratigne.
fr] Rien n'est plus dangereux qu'une femme lorsqu'elle emploie les caresses.
Weiber sind Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen.
mhd] Recht als eyn wib die yren lib hie gen mir bleckt, mich forne leckt und duot mich hinden kratzen.
Weiber sind klug von Natur und Närrinen aus Neigung (List).
en] Women are wise on a sudden, but fools upon premeditation.
it] Savie all' impensata, alla pensata pazze son le donne.
Weiber sind lieber schön als fromm.
sd] Qvinnan will heller wara skjön än from.
Weiber sind nie ohne Rede.
Weiber sind oft so fürwitzig, ob sie schon wissen, dass ihre Hüner allweg Eyer legen, so begreiffen sie doch, ob sie nahe vor der tür seyn.
Weiber sind sanft, mild, mitleidsvoll und biegsam.
en] Women are soft, mild, pitiful, and flexible.
Shakespeare, König Heinrich VI., Dritter Teil I,4
Weiber sind Schafsart, sie lassen ihnen gern an die wollen greiffen.
Weiber sind schnell gewonnen (erobert).
sd] Qvinna är snart lockad.
Weiber sind Spiegel, welche die Jugend verbrennen.
Weiber sind Treiber. Leipzig
Weiber sind übrig, wenn sie zugegen, und werden vermisst, wenn sie fehlen.
pt] As molheres, onde estão, sobejão, e onde não estão faltão.
Weiber sind Uhren, die einen beim hellen Tag verführen.
Weiber sind unrichtige Uhren.
i] Ein Weiberfeind hat folgendes Lateinisches Alphabet ihrer Eigenschaften zusammengestellt: Avidissimum animal, bestiale barathrum, concupiscentia carnis, duellum damnosum, aestuans aestus, falsa fides, garrulum guttur, herinnis armata, invidiosus ignis, kaos calumniarum, lepida lues, mendacium monstrosum, naufragium vitae, odii opifex, peccati auctrix, quietis quassatio, regnorum ruina, silva superbiae, truculenta tyrannis, vanitas vanitatum, Xarxia Xerxis, ivronia immodica, zelus zelotypus. Dem gegenüber hat ein Freund des angegriffenen Geschlechts folgende Aufstellung gemacht. Die Weiber, sagt er, sind: Amabiles, beneficae, castae, devotae, elegantes, fideles, gratae, humiles, jucundae, lenes, misericordes, negatiosae, obedientes, prudentes, quaestuosae, reverentes, sapientes, tacitae, verae, xenophilae, zenobiae.
Weiber sind verschwiegen; denn sie verschweigen alles, was sie nicht wissen.
Weiber sind wie Wildbret: je mehr Schläge, je besser sind sie.
Weiber sind zum Zürnen hurtig, und ihr Zorn ist nicht zu sagen,
Wenn der Mann aus ihrer Küche Feuer will in fremde tragen.
Logau, Fraueneifer
Weiber sindt den Männern weit vorzuziehen, denn sie köndten alle mit einander nit ein einziges kindtlein geberen, sie woltens denn aussbrüten, wie jener die Käss.
Weiber soll man erbolgen, die nur ihrem Kopfe folgen.
Weiber soll man loben, es sey wahr oder nicht, sie bedürffens.
Weiber sollen mehr schweigen denn reden.
Weiber sollen mit dem Pleuel und nicht immer mit dem Maul waschen.
Weiber sollen sich nicht auf den Kopf stellen.
Weiber spinnen aus wenig Hanf einen großen Faden und aus einem Schädlein einen Schaden.
Weiber stehen länger (lieber) vor dem Spiegel als vorm Tiegel.
sd] Qvinfolks redning är altijd lang.
Weiber sterba brengt ke Verterba, abr Farde (Pferde) krippiern, das kan enn rungniern. Schlesisch
Weiber tun allzeit das Schlimmste.
it] E proprietè delle donne l'apigliarsi sempre al peggiò.
Weiber un Gäuse (Gänse) hebb't êren êgenen Kopp; se richtet allmangsens (manchmal) wat ût, dat de Düwel sick nich getrüwwet.
Weiber un Sniggen drägt är Hus uppen Rüggen.
i] Wie die Schnecke ihr Haus nicht verlässt, so soll auch die Hausfrau das ihrige nicht verlassen, oder wenigstens die Sorge dafür mit sich nehmen.
Weiber und Bediente zu halten im Zaum, gelingt selten oder kaum.
Weiber und Dummköpfe verzeihen nie.
Weiber und Ebräer müssen plaudern, sonst wachsen ihnen die Zähne zusammen.
Weiber und Festungen wollen mit Gewalt erobert sein.
Weiber und Festungen, so unterhandeln, sind halb erobert.
it] Donna che parlamenta è com' una piazza mezzo presa.
Weiber und Fische sind in der Mitte am besten.
la] In medio uxores et pisces sunt meliores.
Weiber und Flöhe sind schwer zu hüten.
en] A dishonest woman cannot be kept in, and an honest one will not.
fr] Qui a des filles est toujours berger.
it] È meglio avere la cura di un sacco di pulci che d'una donna.
sp] Mal ganado es de guardar doncellas y mozas por casar.
fr] C'est peine perdue de vouloir garder une femme de vie dissolue.
it] Le più che peli, avesse occhi il marito, non potria far, che non foße tradito.
un] Jó bor, pénz, szép aszszony embert kíván örzésre.
Weiber und Gänse haben ihren eigenen Kopf.
ndt] Wiewer un Gös' hebben ehren eegnen Kopp. Mecklenburg
Weiber und Gänse können nicht schweigen.
sd] Qvinnan kan illa tijga.
Weiber und Gänse so wenig als möglich.
it] Donne e oche, tienne poche.
Weiber und geköpfte Erlen schlagen immer wieder aus der Wurzel aus.
Weiber und Geld ängstigen manchen, wie sieben Hunde einen Hasen im Feld.
Weiber und Geld regieren die Welt.
Weiber und Geld schulden alle Übel in der Welt.
Weiber und Gläser sind stets in Gefahr.
en] A woman and a glass ever in danger.
fr] Une femme et un verre toujours en danger.
sp] La muger y el vidrio siempre estan en peligro.
Weiber und Hennen machen dem Nachbar viel Verdruss.
la] Sydera non tot habet coelum, nec flumina pisces quod scelerata gerit foemina mente dolos.
Weiber und Hühner verlieren sich bald auf der Straße.
en] Women and hens through too much gadding are lost.
it] Femmine e galline per troppo andar si perdono.
pt] A molher e a gallinna por andar se perde asinha.
Weiber und Kastanien sind auswendig am schönsten.
Weiber und Katzen haben ein zähes Leben.
dä] Kvinder og katte ere sey-livede.
Weiber und Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.
Weiber und Kinder naschen gern.
Weiber und Kinder unterhält man mit Spielwerk, schläfert sie mit Lob ein und verführt sie mit Versprechungen.
Weiber und kleine Leute sind schwer zu behandeln: Lässt du sie zu nahe heran, werden sie aufdringlich; hältst du sie fern, werden sie aufsässig.
Konfuzius, Gespräche
Weiber und Kosacken sind schwer zu packen.
z] Gewöhnliche Weiber sind wie ein Kosackengesindel, zehnmal und hundertmal geschlagen, immer wieder schlagfertig und von demselben Zuschnitt, nie zu besiegen, weil sie sich nie zum ordentlichen, massenhaften, stichhaltigen Kampf stellen, aber jedesmal da, wo man sie aus vernünftigen Gründen am wenigsten vermutet.
Weiber und Krieg sind die zwei Hauptgefahren der Menschen. Maori
Weiber und Kühe müssen wohl genährt sein, wenn man seine Freude an ihnen haben soll. Rumänien
Weiber und Land sind zwei Ursachen, welche Menschen entzweien und zerstören. Maori
Weiber und Leinwand soll man nicht bei Lichte kaufen (o. besehen). (Nicht am Abend, sondern bei Tage am Licht der Sonne)
bm] Ženy a plátna není dobře kupovati pří svíci.
en] Maids and cloth never by light and candle choose.
en] Women and linen look lest by candle light.
fr] Des femmes et des chevaux, il n'en est point sans défauts.
fr] Il ne faut pas prendre ni femme ni toile à la chandele.
fr] Ne prends pas à la chandelle ni toile ni drap ni pucelle.
fr] Toile, femme laide ni belle prendre ne doit à la chandelle.
it] Nè donna nè tela a lume di candela.
it] Nè donna nè tela non pigliar a lume di candela.
it] Nè donna, nè tela, non comprare alla candela.
Weiber und Mägde haben schneppische und schlipffrige Mäuler, als hätten sie Pilze gegessen und prollt ihnen oft die Nuss aus.
Weiber und Melonen sind schwer zu erkennen.
fr] Femme et mélon à grand' peine les connoit-on.
la] Est animo luscus, cui fragat pectore muscus.
sp] El melon y la muger malos son de conover.
Weiber und Pantoffelholz wollen immer oben schwimmen.
Weiber und pferd wollen gewart haben.
la] Vulpes vult fraudem, lupus agnum, foemina laudem.
Weiber und Pferde sind betrügliche Ware.
fr] Des femmes et des chevaux il n'en est pas sans defauts.
Weiber und Pferde wollen geschlagen sein.
en] A dog, a wife and a walnut tree the more you beat them, the better they be.
fr] Bon cheval, mauvais cheval veut l'éperon, bonne femme, mauvaise femme veut le bâton.
it] Donne, asine, e noci vogliono le mani atroci.
sp] El asno y la mujer á palos se han de vencer.
Weiber und Porzellan ist zerbrechlich Hausgerät.
z] Man kann die Weiber füglich mit dem Porzellan im Haushalt vergleichen. Beide gleichen sich an Schönheit, an Brauchbarkeit, auch an Malerei, gewiss aber an Kostbarkeit und Zerbrechlichkeit.
Weiber und Rosse wollen gewartet sein.
Weiber und Schafe müssen zeitig nach Hause.
pt] A molher, e a ovelha com cedo a cortelha.
Weiber und Spiegel müssen einen silbernen Grund haben, sonst achtet man sie nicht.
Weiber und Städte nehmt, wie ihr könnt, aber haltet sie, wie ihr wollt.
Weiber und Störche nisten gern hoch.
Weiber und Tuch soll man bei Tage kaufen.
sd] Wål skodat är wål feijad.
Weiber und Wein betören den Weisen. Pred. Sal. 19, 2
dä] Kvinder, viin, penge og ære bedrage de viise.
it] Donna e vino imbriaca il grande ed il picciolino.
Weiber und Wein bringen den Weisesten ins Elend hinein.
Weiber und Wein machen alle Welt zu Narren.
mhd] ein affe unde ein narre waser der ie gesente sinen lîp für guoten wîn umbe ein wîp.
Weiber und Wein sind von doppelter Schrift, sie haben ihr Honig und auch ihr Gift.
la] Thesaurus bonorum mulier bona, sicut malorum mala.
Weiber und Wein süße Gifte sein.
Weiber und Wein, Spiel und Betrug machen des Geldes wenig, des Mangels genug.
Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
Weiber und Weinbeer reimen sich schlecht.
i] Der Genuss berauschender Getränke verträgt sich nicht mit der Weiblichkeit.
Weiber und Weinbeer verstehen sich wie Fluss und Meer.
Weiber und Ziegen lieben zu betrügen.
pt] A adem, a mulher, e a cabra, he má cousa sendo magra.
Weiber verputzen ihr halbes Leben.
la] Nosti mores mulierum dum moliuntur, dum comuntur, annus est. Terenz
Weiber verschweigen alles (nur), was sie nicht wissen.
Weiber verstehen alles á la lettre oder au pied de la lettre, verlangen aber, dass man sie nicht so verstehen soll.
Goethe, Riemer, Anfang 1807
Weiber verstehen einander wohl.
sd] Qvinvolk sämjas bäst.
Weiber weinen und Hunde pissen, wenn sie wollen.
bm] U blázna kord, u ženy pláč, u psa moč, u konĕ lejno: to když chtí hned jest hotovo.
fr] Femme rit quand elle peut, et pleure quand elle veut.
Weiber weinen, (truncken) bauren beten, spiler schweren geschicht alles ohn andacht.
Weiber weinen, lachen und klagen, und sind wieder gesund nach Behagen.
en] Women laugh when they can, and weep when they will.
it] Donna si lagna, donna si duole, donna s'ammala quando la vuole.
Weiber weise machen und Felsen kochen, ist gleich. Rumänien
Weiber werden aus Liebe ganz zu dem, als was sie in der Vorstellung der Männer, von denen sie geliebt werden, leben.
Friedrich Nietzsche
Weiber werden im sechzigsten Jahre keusch, Nonnen im siebzigsten. Rumänien
Weiber werden niemals fertig.
Weiber wissen einen Punckten mehr als der Teufel.
it] Le donne sanno un punto più cel diavolo.
Weiber wissen sich immer zu helfen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten
Weiber wollen gern schön seyn, und ist doch besser, wenn sie fromm sind.
Weiber wollen immer die Oberstelle haben, ausgenommen im Bett.
Weiber ziehen selten gute Kinder.
Weiber, die aber fruchtbar sind, sind gesünder, reinlicher und lustiger, ob sie sich aber müde und zuletzt tot tragen, das schadt nicht, laß nur tot tragen, sie sind drum da.
Martin Luther
Weiber, die bösen Leumund machen, sind halb Narren und halb Drachen.
z] Jeder flieht ihr böses Haus; denn sie bringen jeden aus.
Weiber, die nicht gern spinnen, sind gute Gesellschafterinnen.
dä] Kvinder der ei gjerne spinde, ere gode vertinder.
Weiber, die nicht schelten (zanken), haben ihre Männer im Himmel.
en] Husbands are in heaven, whose wives chide not.
Weiber, die stets am Fenster (o. an der Tür) stehen, und äcker, die außer der landwer liegen, seind schwer zu hüten.
Weiber, Esel und Nussbaum gehorchen nicht, man prügle sie denn.
z] Weib, Esel, Nuss darf ich es sagen? tun nie was ungeschlagen.
en] A spaniel, a woman and a walnut tree, the more they're beaten, the better still they be.
it] Donne asini, e noci voglion le maui stroci.
la] Adducitur a cognato est tamen novum.
la] Haec tria nil recte faciunt si verbera cessant.
la] Nux, asinus mulier simili sunt lege ligata.
Weiber, Feuer und Meer sind drei gefährliche Dinge.
Weiber, Geld und Wein haben ihren Honig und ihre Pein.
fr] Femme, argent et vin, ont leur bien et leur venin.
Weiber, Glück und Gold sind allen Narren hold.
Weiber, Kinder und alte Leut' vergessen die Wohltat in kurzer Zeit.
Weiber, Narren und Kind wenig verschwiegen sind.
Weiber, Narren und Kinder lassen sich nicht lieben.
i] Weil sie, wenn man den Finger reicht, die Hand nehmen und kein Maß finden.
Weiber, Nüss' und Eselsrücken lassen selten ihre Tücken.
en] The wife, the horse and the sword may be shewed but not lent.
la] Nux, asinus, mulier simili sunt lege ligati: haec tria nil recte faciunt, si verbera cessent.
Weiber, Pferd' und Uhren soll man nie verleihen.
Weiber, Priester und Hühner werden nie satt.
en] Women, priests and poaltry never have enough.
it] Donne, pretí, e polli non son mai satolli.
Weiber, Seife und Eingemachtes soll man nicht vergleichen.
Weiber, sie sind gut oder böse, müssen Schläge haben.
Weiber, so alles haben wollen, was sie sehen, müssen zuletzt liegend verkaufen.
Weiber, so sich schminken, sind des Teufels Schinken.
it] A donna, imbellettata voltatele la schiena.
Weiber, Tuch und Edelgestein Niemand kauf beim Abendschein.
Weiber, tut Gäns ein, 's regnet Holzäpfel. Nürtingen
Weiber, Wasser und Feuer sind schwer zu beherrschen.
bm] Vodu, oheň a ženu tĕžko si podmaniti.
Weiber, Wein und Spiel machen der dummen Leute viel.
mhd] Weip, zerung und ouch spil machet tummer leute vil.
Weiber, Wein und Würfel richten manchen zu Grunde.
Weiber, Wein und Würfelspiel sind die größten Räuber.
Weiber, Wein und Würfelspiel verderben manchen, wer's merken will.
z] Vor diesem hatt' ich alles genug, viel Geld und gute Mittel, jetzt heb' ichs Maul zum Wasserkrug und trag' zerriss'nen Kittel. Willst wissen, was die Ursach' gewest? ich sag' dir's ohne Scheu! mich haben nur drei W entblöst: Weib, Würfel und Wein dabei.
mhd] Irre wîp, zorn unde spil machent tummer liute vil.
fr] Le jeu, la femme et vin friand font l'homme pauvre tout en riand.
fr] Qui entretient femmes et dez il mourra en pauvretez.
fr] Qui hante la femme et le dê mourra en pauvreté.
la] Dives eram dudum, fecerunt me tria nudum: Alea vina venus, tribus his sum factus egenus.
la] Reddunt delirium femina, vina virum.
Weiber, wenn sie von der Scheiden anfangen zu reden, so werets eine Stundt, biss sie zum messer kommen.
Weiber, wie sehr man sie behüt, stehen ihnen doch allezeit die Gedancken frey.
Weiber, Wind und Glück verändern sich jeden Augenblick.
it] Donna, vento, e fortuna presto si mutano.
pt] Molher, vento, e ventura asinha se muda.
Weiber, Würfel und Wein bringen Durst und Pein.
Weiberarbeit ist (scheint) behend, aber sie nimmt nicht leicht ein End'.
bm] Zlosti ženské není lékařství.
Weiberarbeit siacht ma net. (Die unsichtbare Haus- und Kleinarbeit der Frau)
Weiberarbeit und das Fressen eines alten Pferdes fallen nicht in die Augen.
Weiberarsch, Hundsnase und Männerknie erwearmen nie. Oberösterreich
Weiberauge ist ein Feuerspiegel, verbrennt das Herz des Mannes.
la] Urit videndo femina. Virgil
Weiberaugen ist nicht zu trauen, den schwarzen nicht und nicht den blauen.
Weiberaugen schielen nach der Tasche.
Weiberaugen sehen schon um Mitternacht, ob (dass) der Tag erwacht.
Weiberbitten soll man in rechtmäßigen Sachen annehmen.
Weiberbosheit ist die schlimmste.
mhd] Ouch sagen ich ûch ûf minen eyt, das keynerlei boszheit über eins bösen wibes boszheit ist. Diocletian
bm] Ženské dílo a ženeká řeč nemá nikdy konce.
la] Foemina nihil pustilentius.
la] Brevis omnis malitia super malitiam mulieris.
Weiberfleisch ist das meiste Teil am Menschen.
Weiberfleisch ist leichter zu bekommen als Kalbfleisch.
Weiberfreit selber den Teufel gereut.
Weibergedanken eilen immer ihren Handlungen voraus. Shakespeare, Wie es euch gefällt, IV, 1 (Rosalinde)
Weibergeheimnuss seind geschlüssen (geschlitzen), sie verschweigen, was sie nicht wissen.
Weibergemüt und Apfelblüt sind in einer Nacht zu Schanden gemacht.
Weibergemüt, herrngunst, Aprillenwetter und fedderspiel verkeren sich oft, wer es mercken will.
la] Frigus ab igne petis, largumque e pumice fontem, qui vis femineam pondus habere fidem.
la] Mulieres plerumque leves.
la] Tria cito mutantur: cor muliebre, favor magnatum, tempora verna, mutantur vento tacta subinde levi.
la] Virum potentum gratia, amorque dulcis virginum, rosae voluptas splendidae, fallaxque lusus tesserae odorque delectabilis, mutantur heu citissime.
ho] Wijver gemoedt, Heeren gonst, Aprillen weder ende federspill, verkieren sich diiwijls, wiet mercken will.
Weibergeschäft ist die Zulage vom Fleische.
Weibergeschirr macht die Welt irr'.
la] Mulier, id est mollis aer.
Weibergeschwätz und Wischiwaschi.
sd] Qvinnewask är marknadsbrast.
Weibergestalt ist nur gemahlt.
ho] Het is eene wijfjes kalling.
it] Bella in vista, dentro trista.
it] E come la castagna, bella di fuori, dentro e la magagna.
Weibergewalt hat wenig Halt.
sd] Qvinnevåld har intet håld.
Weibergewäsch klingt, wie alter Käse stinkt.
fr] Femme est comme une chataigne: belle en dehors, mauvaise en dedans.
fr] Force têtes velours peu de damoiselles.
Weiberglaub schadet den Mennern nicht.
Weibergut gewinnt halben Nutzen und verliert halben Schaden.
z] Dat wyve gut halff Baete und Schade winnen und verlesen mede.
Weibergut kann weder wachsen noch schwinden. [RSpW]
z] Wyve gut kann nicht vormindern noch vormeren.
Weiberherzen und Aprilwetter sind Geschwisterkinder.
Weiberherzen und Bergseen haben tiefe Gründe.
mhd] Der wîbe gemüete nieman rehte errâten kan.
Weiberherzen und Polypen kann man in so viele Stücke zerschneiden, als man will; jedes Stück lebt für sich und wird als ein Ganzes verschenkt. Kotzebue
Weiberhitze übertrifft Löwenstärke.
Weiberhuld, Rosenblüt' und Herrengunst ist ein Traum und Dunst.
bm] Ženská milost jest jako host; panská přízeň též jako sen; růžový kvĕt, to tré jde zpĕt.
pl] Miłość panienska, szczęście w karty, łaska pańska i krasa rožej, nie długo trwałe rzeczy.
Weiberkittel schmälern die Mittel.
Weiberkleider decken des Nachts wohl.
Weiberkleider sindt länger als der sinn.
Weiberkrankheiten kommen und gehen, wie's verlangt wird.
fr] Les femmes ont un catarrhe volant.
fr] Les femmes sont plus folles que malades.
it] Le donne son più matte che ammalate.
Weiberkrankheiten lassen sich nur erraten.
bm] Ženské nemoci dají se jen uhodnouti.
Weiberkreißen und Hundehinken wird nicht viel geachtet.
Weiberkuss ist ein grober Schuss, denn er trifft das Herz.
Weiberlieb' und Flaschenwein ist am Morgen schon trüb', der noch am Abend war rein.
it] Amor di donna è come via di fiasco la sera è buono, e la mattina è guasto.
Weiberlieb' und Herrengunst sind nicht mehr als blauer Dunst.
Weiberlieb, Rosenblätter, Herrengunst, Aprilenwetter haben selten lang bestand, wie es vielen ist bekannt.
la] Si tibi sint rerum, ne fiat abusus.
sd] Qvinnekjärlek är farande gods.
Weiberlieb, Rosenblätter, Herrengunst, Aprilwetter, Karten- und Doppelspiel ändern sich oft, wer's glauben will.
Weiberliebe und Herrengunst sind mehr nicht als blauer Dunst.
Weiberliebe und Preussenhass haben selten ein gut Ende.
la] Brumales tenebrae, favor aulae cum muliere sicut vertebrae sunt in vertigine crebrae.
sd] Qvinne skämmare och praste nature få sällan god ända.
Weiberliebe und Vernunft halten sich nicht in einer Zunft.
it] Amore di femmina, dimenticamente di ragione.
Weiberliebe und Weiberhass kennt kein Maß.
ho] Of de vrouw mint of haat, zelden houdt ze maat.
Weiberlippen sind geschaffen
Mehr zum Küssen als zum Klaffen.
Logau, Das Weib schweige
Weiberlist geht (noch) über Teufels List.
Weiberlist geht über alle List. Jesus Sirach, 25, 18
Weiberlist geht über Meerestücke^(o. Pfaffenlist). Russland
Weiberlist hat keinen Grund. (Ist unergründlich)
Weiberlist nichts drüber ist.
Weiberlist ohn end ist.
Weiberlist sind Überlist. (Die Listen der Weiber übertreffen alle andern Listen)
Weiberlist über alles ist.
Weiberlist übertrifft aller Welt Weissheit.
Weiberlist übertrifft Löwenstercke.
Weiberlist und Meerestücke sind zwei böse Stücke.
Weiberlist und Pfaffentrug ist aller Orten übergenug.
Weiberlist und süße Wort überweltigen Mannes stercke.
Weiberlist und Weibestück gehen über alle Mannenstück.
Weiberlist, Gottes gnade und der Bauren schalckheit hat nimmer kein ende (o. sind unermesslich).
Weiberlist, nichts darüber ist.
z] Weibeslist die ist so tief, das in kein man nie vor gelief.
z] Und wenn's Matthäi am letzten ist, trotz Raten, Thun und Beten, so rettet oft noch Weiberlist aus Aengsten und aus Nöthen. Denn Pfaffentrug und Weiberlist geht über alles, wie ihr wisst.
mhd] Ir wussent noch nit der frouwen leben, das ey kunnent gar wîse list mê denn ieman ûf erdan ist.
mhd] Sît niemen alsô wîser ist, in überwinde wîbes list mit ir minne meisterschaft.
mhd] Wir wip chunnen manigen list, der in mannen unkunt ist.
bm] Lést', chytrost a oklamání nejvyšši ženske umĕní.
bm] Zenská lest', ač bez zubův, a však i s kostmi požirá.
dä] Kvinde-list og smigrend tale lœgger mangens ierte i dvale.
dä] Quinde-list har ingen brist.
fr] Rien n'égale la ruse des femmes.
it] Le donne hanno più un punto, che il diavolo.
la] Destruit, annihilat, necat, cripit, orbat acerbat.
la] Ejus ego vellem viventis noscere nomen qui non foeminea laesus ab arte forat.
la] Laus fraus muliebrie sunto.
la] Mascula censentur miles et ordo ducis.
la] Omnis malitio nequitia mulieris.
la] Sidera non tot habet coelum, non flumina pisces, quot scelerata gerit femina mente dolos.
pl] Ani na wsi ani w mieście nietrzeba wierzyć niewieście.
pl] Babi narod chytry.
sd] Qvinnelist har ingen brist.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39