Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
We

und oder

'Wenn' war mit 'Aber' verheiratet, und der Sprößling dieses Bundes wurde 'Ach wenn doch' getauft.

'Wer in den Wald geht, darf sich vor den Wölfen nicht fürchten!' lautet ein russisches Sprichwort, und in unserem Fall sind es die Fehler, vor denen wir uns nicht fürchten dürfen, wenn wir ein Werk beginnen.
Johannes R. Becher, Das poetische Prinzip

'Wer ist ein unbrauchbarer Mann?'
Der nicht befehlen und auch nicht gehorchen kann.
Goethe, Zahme Xenien IV

'Wer nachts schläft, verpaßt das halbe Leben' – und das ganze, wenn er tagsüber auch noch arbeitet. Alexander Eilers

'Wer weiß etwas von Elektrizität', sagte ein heiterer Naturforscher, 'als wenn er im Finstern eine Katze streichelt oder Blitz und Donner neben ihm niederleuchten und rasseln? Wie viel und wie wenig weiß er alsdann davon?'
Goethe, Maximen und Reflexionen 712

'Wer will der Menge widerstehn?'
Ich widerstreb ihr nicht, ich laß sie gehn.
Sie schwebt und webt und schwankt und schwirrt,
Bis sie endlich wieder Einheit wird.
Goethe, Zahme Xenien I

'Wer will, der muss!' und ich fahre fort: Wer einsieht, der will.
Goethe, An Zelter, 21.1.1826

'Werte Anwesende', sagte der Redner und fügte hinzu: 'infolge der gestrigen Feier hoffentlich nicht allzu Abwesende!' [ASpW]

'Wes Brot ich eß', des Lied ich sing,' sagte der Bäcker und brachte einen Toast auf sich aus. [ASpW]

'Wes Brot ich esse, des Lied ich singe' ist ein Soldatenlied, das Ludwig XIV. mit Louvois und seinem Beichtvater Tellier gedichtet und in Musik gesetzt hat.
Klinger, Betrachtungen und Gedanken

We's eina nid im Chopf (Kopf) het, so het 'r's nit i da Füeßa. Bern

We's i d's blott Holz donnert, so gits gärn ä Rüüch. Bern (Holz = zu einer Zeit, wenn die Bäume noch keine Blätter getrieben haben; Rüüch = harte, kalte Witterung, Reif, Schnee)

Wen's angeht, der kratze (o. melde, zupfe) sich (bei der Nase).

Wen's auff dem berg gereiffet hat, so ist's im thal alles erfroren.
fr] Gelée blanche sur la montagne.

Wen's e'n Hunghafen wier (wäre), er hetti 'n selber glecket. Obersimmental, Schweiz
inf] Hung = Honig, hüngeln, aushüngeln = der Biene den Honig nehmen. Ich hab' ihn ausgehüngelt = ich hab' ihn beim Spiel rein ausgeplündert. Wenn's ein Gefäß mit Honig, wenn es etwas Angenehmes und Gutes wäre, er hätte es selbst behalten.

Wen's juckt, der findet bald etwas, woran er sich reiben kann.
böhm] Prašivý s drbavým dobře se srovnají.
böhm] Svrbný drbného vždy najde.

Wen's juckt, der muss sich kratzen, käm' auch das Blut heraus.
v] Wen's juckt, der kratze (sich).
zit] Fühlst du irgendwo ein Jucken, kratze dich als Ehrenmann. H. Heine
i] Wer sich getroffen findet, der mag es haben; es geht den an, der sich fühlt.
v] Das Jucken verliert sich nicht, wenn du deines Nachbars Beine kratzest. Russland
fr] A bon entendeur salut.
fr] Avis au lecteur.
en] If the cap fits, wear it.
en] Whom the cap fits puts it on.
fr] Qui a la gale, se gratte!
fr] Qui se sent galeux se gratte.
fr] Qui se sent morveux se mouche.
it] Chi ha la rogna, se la gratta.
it] Chi si sente scottar, tiri a se i piedi (le gambe).
sp] Quien se quema sopla.
sp] Quien tiene roña rásquese.
un] Kiki ott vakarja, ahol viszket.

Wen's lüstet, der mag sich wohl hencken.

Wen's nicht drückt, der hat gut tragen.

Wen's nicht juckt, der kratze sich nicht.

Wen's verdrießt, dass seine Haut ist ganz, der zieh' einen schlafenden Hund beim Schwanz.

Wen't kummt (kommt), denn kummt uppen Bulten, sä Jan, do fund he 'n halwen Groten in 't Flägels (Kehricht). Oldenburg
i] Spott auf diejenigen, welche ihr Bestehen auf Glücksfälle gründen.

Wenn 'n Bûr up d' Jagd geiht, schütt (= schießt) he sick dat Dack (= Dach) van't Hûs. Rastede.

Wenn 'n Flirrbusch süt, mütt 'n Vaterunser bäd'n. Altmark (Drückt die Achtung des Landmanns vor dem Fliederbaume aus, weil die Blüte desselben das Arzneimittel ist, zu dem er in den meisten Krankheiten seine erste Zuflucht nimmt)

Wenn 'n oft trinkt, wä(r)t 'n lang so döstig nich.

Wenn 'n schimmelt Brot itt, find't 'n Gold.

Wenn 'n Unglücke sîn sall, sau fällt d' Katte von 'm Staule dôd.
sd] När olycken will wara, sä hjelper hwarken skjöld eller spjut.

Wenn 'n van de Teufel spricht, is he dicht bi.
ho] Als men van den den duivel spreekt, dan is hij nabij.
ho] Als men van den duivel spreekt, dan ziet men zijn' staart.

Wenn 'ne oalle Kau (Kuh) bieset, dann rappelt ear de Klawen. Büren
i] Sagen wohl alte Leute, wenn sie zum Tanz aufgefordert werden. Bissen = hin- und widerlaufen; auch birsen = eifrig, aber zwecklos, halb närrisch, umherschweifen, rasen, besonders von Weidevieh, welches durch die Hitze unruhig und wild wird.

Wenn 'nen Schaf schit, wedeln all de annern mit 'n Stêrt. Süderdithmarschen

Wenn 'rsch ward hoan, hâlt's feste. Schlesien
hdt] Wenn ihr es werdet haben, so haltet es fest.

Wenn 's a Barthlime und V'renetag schön isch, so bidütet's e schöne-n und guete Herbst. Solothurn

Wenn 's am Herbstnäret (9. Sept.) donnert, so donnert's eme Nohsümmerli yne. Solothurn

Wenn 's am Karfreitig regnet, so gibt's ein gut's Jahr. Solothurn

Wenn 's an Bartholomûi regnet auf den Hut, so gerathen die Kartoffeln gut. Ostpreußen
v] Wenn 's Bartholomäi durch ein seiden Tuch regnet, kommen alle Linsen nach Haus. Arnsberg

Wenn 's Bessere da ist, wird das Gute wohlfeil.
pl] Dobre przy lepszym tanieje.

Wenn 's dir die bei der Nacht stehln - beim Tag bringa 's dirs scho wieder zruck! [SpRa]

Wenn 's Fass leer ist, kommt 's Sparen zu spät. (Am Boden sitzt nicht allein das Wenigste, sondern auch das Schlechteste)

Wenn 's Fest vorbei ist, fängt das Kopfkratzen an.
fr] Après la fête on gratte la tête.

Wenn 's Füedle (= Hintern) Reträt blast, hat 's Lüngle (= Lunge) Füirobad (= Feierabend).

Wenn 's Glück kumt, soll mer'm 'n Stuhl stelle'.
v] Wenn 's Glück lächelt, muss man es jagen.
v] Wenn 's Glück nicht will, hilft alles nichts.
v] Wenn 's Glück nicht will, sind Kunst und Tugend ohnmächtig.
v] Wenn 's Glück will, wird ein Narr König.
v] Wenn 's Glück zu'm kummt, is er nit derhaam.

Wenn 's Gütlein ist vertan, fängt man zu spät zu rechnen an.

Wenn 's Habermarch g'rotet, so git's kei Heu. Solothurn (Wegen seines milchichten Saftes so genannt, Trogopogon pratense L.)

Wenn 's Haus in Flammen steht, ist 's Löschen meist zu spät.
la] Serum est cavendi tempus in mediis malis.

Wenn 's Haus inna (innen) brennt, it's ärger, as wenn's auss'n brennt. Franken

Wenn 's Haus nicht verkaufte, würde die Tür nicht kaufen. Surinam (Gelegenheit macht Diebe; oder auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um)

Wenn 's Heck einmal offen ist, wollen alle Kühe heraus. Westfalen

Wenn 's Hemd brennt, ist's übel still sitzen.
ho] Hou je gat stil, zei Bartel tegen zijne vrouw, en haar hemd stond in brand.

Wenn 's Kalb gestohlen ist, bessert der Bauer (o. Narr) den Stall.
v] Wenn 's Kalb ersoffen ist, deckt der Narr (Bauer) den Brunnen zu.
z] Aber da hieß es, wann das Kalb ertruncken ist, so macht man den Brunnen zu.
fr] Conin (Capin, gibier) eschappé, conseil trouvé.
ho] Als het kalf verdronken is, wil men den put dempen.

Wenn 's Leben nicht mit Narrheit verzuckert wär', so ertrüg' es kein Bär.

Wenn 's Meer still ist, kann jeder Steuermann sein.
ho] Het is ligt, in kalmte een schip te sturen.
it] Ognun sà giuscare, quando gli dice buono.
la] In tranquillitate quilibet gubernator est.
un] Könny ű csendes idűben a' kormányt tartani.

Wenn 's Meer vertrocknet und Satan wird in den Himmel genommen an, alsdann wird der Lai und die Welt den Dienern Gottes zu Freunden gestellt.

Wenn 's oukommt (ankommt) ufs G'wissen, ît 's g'schissen. Troppau

Wenn 's Ross umgstanden is, hat der Heilige koan Nama mehr. (Ist das Ross tot, braucht man den Viehpraton nicht mehr)

Wenn 's satte Kind nicht essen mag, hat auch der Honig keinen Geschmack.
ndt] Wenn sattes Kind nicht essen mag, so hat ihm Honig bittern Schmack.

Wenn 's Schiach sei(n) (hässlich sein) Sünd wär', kâm dear ei' d' Höl. Tirol
i] Scherz- oder spottweise von Personen, welche den Gegensatz zur Schönheit veranschaulichen.

Wenn 's Werk getan, ist der Tadel aus.

Wenn 't 'en Schelm lück'n will, rit de Strick an 'n Galgen. Süderdithmarschen
hdt] Wenn's dem Schelm glücken will, reißt der Strick am Galgen.

Wenn 't 'n Sünndag rägent väör de Miss, so rägent ôk de Woch dörch wiss. Altmark
v] Wenn 't Sönndags regent unner de Misse, regent d' hêle Wäk wisse.
v] Wenn's am Sonntag regnet, so regnet's die ganze Woche.
v] Wenn's am Sonntag regnet vor der Mess, so kann's die ganze Woche nicht vergess'.
v] Wenn's 'n Sunntag rag'nt vor der Maas', kons di ganz Wuch'n nit vergass.
fr] Du Dymanche au matin la pluye bien souvent la semaine ennuye.

Wenn 't 'ne Schwînbrade wäre.
i] Sagt man, wenn jemand glaubt, man habe etwas wissen müssen, anstatt: ich habe es nicht riechen können wie einen Schweinebraten.

Wenn 't Aschermidwoch regent, hölt dat Land kên Frucht un wät Asch. Altmark
v] Wenn 't Aschermidwoch regent, verdrögt de Nett'l hinern Tûn. Altmark

Wenn 't de Esel to gôd hett, so geit he up't Iis un brêkt 'n Bên.

Wenn 't donnert in 'en deuern (dürren) Baum, dann häwwet (haben) dei Deiwe (diebe) kein Glücke. Bielefeld

Wenn 't düster werd an 'n Wennen, reget de Fûlen de Henne.
hdt] Wenn es düster wird an den Wänden, regen die Faulen die Hände.

Wenn 't en Unglück sîn sall, kann sick 'n Dûmen in 'n Noars afbrêken. Mecklenburg

Wenn 't Geld köst, höft't nêt (braucht's nicht), seggt de Bûr. (Der ostfriesische Bauer lässt gern jemand mitessen, es kommt ihm auch mitunter auf ein Huhn nicht an, aber Geld gibt er ungern aus, denn mancher Bräutigam ruft schon der Braut zu: wi mutten Geld winnen)

Wenn 't Gott's Wille is, kann eine Nachtigall so viel schuiten as sieben Kögge. Soest

Wenn 't grummelt (donnert) am 1. September dann hew wi viel Schnee im Februar un et folget en gout Joer. Tecklenburg

Wenn 't halfwege is, so geit et noch mit.

Wenn 't Heck vör de Damm weg is, so gahn de Schâpen averall. Ostfriesland
ho] Waar het hek open is, loopen du varkens in het koren.

Wenn 't Herz man (nur) schwart (schwarz) is, sär de Köster, doa ha he ken schwarten Lîvrock an. Strelitz
inf] Ähnlich der Freiherr von Kyau, Commandant der Festung Königstein, der, von seinen Feinden beim Kurfürsten angeschwärzt, bei einer Hoftrauer, da alles schwarz erschien, allein einen roten Rock trug, und deshalb vom Kurfürsten zur Rede gezogen antwortete: zit] Ich brauche mich nicht schwarz anzuziehen, denn ich bin bei Ew. Durchlaucht schon schwarz genug.

Wenn 't in Backaob'n schuben künn, un 'n Kip vull Spön darväör böt'n. Altmark

Wenn 't in die ledigen Böme dondert, sau gerâet de Gösseln nicht.
hdt] Wenn es in die unbelaubten Bäume donnert, so geraten die Gänseküchlein (jungen Gänse) nicht. (Weil dann in der Regel Kälte eintritt, der sie erliegen)

Wenn 't Kind dôd is, so is de Vadderschap ût. Ostfriesland
v] Wenn 't Kind dôd is, wurd de Pütt to mâkt. Ostfriesland

Wenn 't Kind edoft is, sau wilt alle Lüe Vader sîn.

Wenn 't Kind in'n Brunnen fall'n is, denn wä(r)t'r todeckt. Altmark

Wenn 't kind kerstend is, will ider vadder wesen.
i] Kerstenen = döpen, taufen; carsteln, auch kasten, d.i. christeln; Kasten für Carsten = Christian.
hdt] Wenn das Kind getauft ist, will jeder Gevatter stehen, d.i. wenn es zu spät ist, bietet jeder Hilfe an.

Wenn 't Kind kristet (getauft) is, well jiedereine (ein jeder) woel Vadder stoahn. Büren

Wenn 't Kind verdrunken (versopen) is, schall de Sôd dämpt worden.
i] Sôd = gewöhnlicher Pütte = Brunnen, altfriesisch sath, sad, bairisch sod, von seden, sieden = aufquellen, aufwallen.

Wenn 't Kind verdrunken is, well man 't Putt decken.
v] Wenn 't Kind versôpen is, denn werd de Brunnen tauelegt.

Wenn 't kleckt, denn kleckt 't.
v] Wem's hangen bleibt, dem bleibt's hangen, und dir wird's sein. Litauen

Wenn 't kummt (kommt), dann kummt up't mâl.

Wenn 't man ierst dörch 't Kammrad is, säd' de oll Fru, kümmt 't ok wohl dörch 't Norsgatt.
i] Kammrad in der Mühle, hier scherzhaft von den Zähnen gebraucht.

Wenn 't man îrst gewennt (gewohnt) büst, sär de Bäcker, da wisch hei mit sin Katt de Backâben ut.

Wenn 't Maß vul is, sau geit et ôwer.

Wenn 't nich min is un nich min wesen kann, hev ik doch min Vergnügen dran. Lübeck

Wenn 't Not hett, is 't all to lât.

Wenn 't Pankoken (Pfannkuchen) regnet, so is min Vatt umstülpt. Holstein
i] Auch wenn's Glück vom Himmel strömt, ich gehe leer aus.

Wenn 't regnet hett, is de Nachtigall am lustigsten.

Wenn 't sîn sall, fällt 'n up 'n Rüggen un breckt sick dei Schnut af. Mecklenburg

Wenn 't Unglück sîn schall, sä de ôle Frô, kann man 'n Finger (Dûm) in de Nâs afbrecken.
ndt] Wenn ein 'n Unglück häv'n sall, söä de oll Fru, bröckt 'r sich 'n Finger in'n Oars entwei.

Wenn 't Unglück wäs'n schall, fal't man op' Rüch (Rücken) un brikt de Näs af. Süderdithmarschen
jüdisch-deutsch] A Schlimm-Messalnik (ein Pechvogel, ein Schlemihl) fallt auf'n Rück, ün zerschlugt sich die Nus.

Wenn 't üöwer de kelen Böme (= Bäume) dunnert, dat soll nitt guet sin.

Wenn 't up de Gröte (Größe) ankêm, so kunn de Bull woll 'n Hasen krêgen.

Wenn 't up is, is 't Singen dân.

Wenn 't up is, schlaan de Hände sich um de Bunken. Ostfriesland

Wenn 't up is, slânt de Hunn sück um Bunken. (Vom Streit um nichts)

Wenn 't up Oswald (5.8.) rägent, sau gift et düere Tîd, un wenn vor jedem Hûse en Foîr Kôren steit.
i] Oswald gilt im deutschen Volksglauben als Schützer der Felder und steht als solcher der unholden Spukgestalt des Bilwitz entgegen. Unter beiden verbergen sich entthronte Gottheiten des deutschen Heidentums, deren Zorn man durch Opfer abzuwenden, oder deren Segen man dadurch zu gewinnen hoffte. Die Opfer, durch welche man das segnende Wohlwollen Oswalds zu gewinnen meinte, haben sich noch in einigen Gegenden Deutschlands in Erntegebräuchen erhalten. So ließ man im Harz einen Getreidebüschel für die Rosse Odins stehen, desgleichen in Niederbaiern, wo man diese Odinswala, später in Oswald verwandelt, mit Feldblumen schmückt. Im Odenwalde (Odinswald) hieß das auf dem Acker zurückbleibende Bündel der 'Bock', eine Benennung, die auf den Bock des Donnergottes deutet. In einigen Gegenden sprang man über diese mit bunten Bändern wie eine Puppe geschmückte Garbe, der auch wohl das Vesperbrot der zuletzt fertig gewordenen Schnitterin als ein ferneres Opfer eingebunden ward. An einigen Orten musste das Büschel, auch Nothhalm genannt, mit der linken Hand geknüpft werden. Kornblumen, Mohn und wilde Kamillen dienten dem Busch als Schmuck, und die Schnitter stellten sich um ihn beim Dankgebet, dass sie sich während der Ernte nicht geschnitten: 'Heiliger Oswald, wir danken dir, dass wir uns nicht geschnitten haben!' Es hat sich darin die altgermanische Sitte erhalten, die bei der Ernte ein Büschel Getreide für Odin stehen ließ, gleichsam als Dankopfer, eine Sitte, die sich eben auch in dieser oder jener Form nach Einführung des Christenthums erhalten hat. Die Bauern in Mecklenburg nannten das stehenbleibende Halmenbüschel 'Vergôden deelstruss', d.i. Fro's guten Anteils Strauß; sie nahmen vor diesem Strauße die Hüte ab, und riefen bittend: Wode, hale dinem Rosse nu Voder (Wodan, hole deinem Pferde nun Futter). Im Lobertal brachte man kleine Opfer dar, indem man auf Roggenäcker ein Stück Roggenbrot und auf Weizenäcker einen Weizenkuchen unter den Oswald legte. Entsprechend dem Himmelsherrn Wodan gilt in Süddeutschland der heilige Oswald als der mächtigste Weltherrscher, der im Zorn alles Getreide zu Boden schlagen könne, von dessen Güte also das Gedeihen der Ernte abhängig sei.

Wenn 't up Pfingsten riegnet, sau wet buten (draußen) niks siegnet. Westfalen

Wenn m'r vom Has schwätzt, sitzt er in de nächste Hecke. Kinzigtal

Wenn ma'n e mol en Ae (Ei) gnoh hed, chama nomma höra stehla. Appenzell (Wer einmal gestohlen hat, kann vom Stehlen nicht mehr lassen)

Wenn ma's net anders weiß - schmeckts Kraut wie Fleisch.

Wenn man 'n Hund hangen wil, fin't man sacht'n (schon) Strick. Süderdithmarschen

Wenn man 's Hemde aufhebt, wird der Arsch bloss.
ho] Als je je hemd opligt, laat je je gat zien.

Wenn man 's Hündlein hängt, darfst du mit und das Leiterlein tragen. Rottenburg (Zu Kindern, die gern mitgehen wollen)

Wenn man 't Schatje nimmt un 't Watje, dann sitt 't Schatje bi de Hêrd, wenn 't Watje is vertêrd.

Wenn man die Inschriften auf dem Friedhof liest, fragt man sich, wo denn eigentlich die Schurken begraben sind.
Peter Sellers

Wenn man die jungen Habichte noch so gut pflegt, wenn sie flügge werden, sehnen sie sich in den Wald.

Wenn man die Katz streichelt, so reckt sie den Schwanz (o. Buckel, Zagel).

Wenn man die Katze auf den Speck bindet, dann frisst sie nicht.
ndt] Wamme de Katte up den Speck binnet, dann frietet se nit. Westfalen
ndt] Wenn du de Katt up't Speck binn'st, so frett sei 't nich. Mecklenburg –
ndt] Wenn man de Katte upt Speck binnt; sau fret se nich. Hannover
i] Dadurch unterscheidet sie sich wesentlich von Höflingen und Inhabern von Sinecuren. Es wird damit auch die Lehre vom Beglückungszwange verworfen.
ho] Als men de kat op het spek bindt, wil zij niet eten.

Wenn man die Katze auf die Ratze bindet, so beißt sie nicht.
z] Wir müssen die Katz' auf die Ratze binden, so werden wir sie nicht bissig finden.

Wenn man die Katze getreten hat, was hilft's, ihr den Rücken zu streichen.
i] Wenn jemand um Verzeihung bittet, nachdem er beleidigt oder Schaden angestiftet hat.
en] Cry you mercy, kill'd my cat.

Wenn man die Katze schlagen will, so hat sie Milch (o. Wurst) genascht.
fr] Occasion trouve qui son chat bat.

Wenn man die Katze streichelt, dann glüht sie.
ndt] Wamme de Katte strieget, dann glöert se. Grafschaft Mark
i] Glören, gluren = glimmern, schimmern.

Wenn man die Katze von der Schüssel wegjagt, läuft sie zur Bratpfanne.
v] Wenn man die Katze zur Vordertür hinausjagt, so kommt sie zur Hintertür wieder herein.

Wenn man die Kerze fortnimmt, sind alle Frauen gleich. Neugriechisch

Wenn man die Keuschheit halten will, so muss man nur nie an sie denken, sagte die Äbtissin zu den Novizen.

Wenn man die Kinder nicht eher lieben sollte, ehe sie es verdienen, sie müssten verderben.
v] Wenn man die Kinder nicht schlägt, dann schlagen die Kinder selbst. Estland
v] Wenn man die Kinder nur zum Aushalten zeucht, so dienen sie nicht wohl zum Haushalten.

Wenn man die Kinder zum Markt schickt, lassen die Krämer Geld.
ndt] Bann me di Kenner zu Mart scheckt, lüse di Krämer Geld. Henneberg

Wenn man die Kleider auszieht, soll man auch die Sorgen ausziehen.

Wenn man die kleinen Hunde mit Füßen tritt, so tut es ihnen ebenso weh als den großen.

Wenn man die Krabbe zertritt, so zertritt man auch ihr Haus. Surinam
i] Man nehme es mit jemand und seiner ihn schützenden Sippschaft auf; wie mit ihm, werde man auch mit seinem Anhange fertig werden.

Wenn man die Kräuter nicht drückt, bekommt man keinen Balsam.
i] So erscheint die Tugend im Unglück in ihrem höchsten Glanze.

Wenn man die Kuh auch einen Singvogel nennt, sie bleibt doch ein Rindvieh.
ho] Men mag eene koe een vogeltje noemen, wij zeggen 't is een beest.

Wenn man die Kuh verkauft, geht das Euter mit.
ho] Als men de koe verkoopt, raakt men de uijer ook te kwijt.

Wenn man die Larve abzieht, kommt der Betrug zu Tage.
bm] Sáthni larvu, uzřiš šalbu.
la] Grave est malum omne quod sub aspectu latet.

Wenn man die Laute zu hoch stellet, so zureißen die Saiten.

Wenn man die Leut verderben und betrügen will, soll mans also machen, dass es der billigkeit ehnlich sihet.

Wenn man die Leut wohl balsamiert, so gewinnt der Handel ein guten Geschmack.

Wenn man die Leute im voraus bezahlt, haben sie zur Arbeit keine Zeit.

Wenn man die Leute reden hört, so sollte man fast glauben, sie seien der Meinung, Gott habe sich seit jener alten Zeit ganz in die Stille zurückgezogen, und der Mensch wäre jetzt ganz auf eigene Füße gestellt...
Goethe, Eckermann, 11.3.1832

Wenn man die Liebe zur Tür hinaustreibt, kommt sie zum Fenster wieder herein.
v] Du kannst die Liebe wohl aus der Gasse verscheuchen, aber nicht aus dem Dorfe. Russland

Wenn man die Mädchen nicht verheiratet, verheiraten sie sich selber.
Voltaire, Die Prinzessin von Babylon

Wenn man die Mägdlein will zu Narren machen, darf man nur sagen, dass sie hübsch seien.

Wenn man die Männer als Verstand und Vernunft ansehen kann, so sind sie Form, die Weiber, als Herz, sind Stoff.
Goethe, Riemer, 15.1.1810

Wenn man die Maus vom Mehl treibt, so geht sie über den Speck.
v] Jage die Maus nicht vom Mehle, so lange du Speck in der Kammer hast. Russland

Wenn man die müßiggänger könte abschaffen, so würden alle Laster abgeschafft.

Wenn man die Myrrhen zerstößt, riechen sie (erst) gut.

Wenn man die Nase mit Ambra stopft, so macht er ohnmächtig.
i] Lob gleicht dem Ambra. Ein geringer Duft davon, im Vorbeigehen eingehaucht, ist angenehm, aber wenn uns jemand einen ganzen Klumpen davon vor die Nase hält, so ist's Gestank und schlägt zu Boden.

Wenn man die Nase zu stark schneuzt, blutet sie.

Wenn man die Nessel auch nicht sieht, man fühlt sie wohl.
mhd] Diu nezzel schiere wirt erkant, swer man sie nimt in blôze hant.

Wenn man die Nisse nicht vertreibt, bleiben die Läuse im Haar.

Wenn man die Ochsen melkte, müssten die Kühe den Pflug ziehen.

Wenn man die Pest mit in die Stube nimmt, so ist sobald kein aufhören.
i] Wenn sie gegen den Winter anfängt.

Wenn man die Pferde betrügt, so betrügen sie einen wieder.

Wenn man die Probleme des Aristoteles ansieht, so erstaunt man über die Gaben des Bemerkens und für was alles die Griechen Augen gehabt haben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 578

Wenn man die Quelle hier verstopft, so fließt das Wasser daneben.
v] Die Quelle würde nicht aufhören zu fließen, wollte man auch die Mündung zudecken. Russland

Wenn man die Reben nicht beschneidet, so wird ein Wald daraus.

Wenn man die Reihe von geistigen Begebenheiten, woraus doch eigentlich die Geschichte der Wissenschaften besteht, so vor Augen sieht, so lacht man nicht mehr über den Einfall, eine Geschichte a priori zu schreiben, denn es entwickelt sich wirklich alles aus den vor- und rückschreitenden Eigenschaften des menschlichen Geistes, aus der strebenden und sich selbst wieder retardierenden Natur.
Goethe, An Schiller, 24.1.1798

Wenn man die Rose haben kann, greift man nicht nach der Distel.

Wenn man die Rute nur zum Schrecken vor den Spiegel steckt, so wird sie bald von den Kindern verlacht.

Wenn man die Rute spart, werden die Kinder schlechter Art.
mhd] Wan man spricht: dem chind die menschen aller liebst sind, sô die besen prait sein.
ho] Salomo zegt: als de ouders de roede sparen, dat hunne kinderen dan voor den duivel varen.

Wenn man die Saite zu hoch spannt, reißt sie.
v] Wenn man die Saiten zu sehr spannt, so reißen sie.
v] Wenn man die saiten zu hoch ziehet (spannt), so zerspringet sie.
fr] Par trop tirer, la corde rompt.
la] Funem abrumpere nimium tenendo.
pl] I koń nad siłę nieskoczy.
pl] Tak trzeba rzemień cią gnąć jako by się niezer wał.

Wenn man die sau auch in gold kleidet (o. wenn man sie auch schwemmt), sie legt sich dennoch in den kot.
i] Der Schmutzige kann sein neues Kleid keinen Tag tragen, ohne es befleckt zu haben. Dar Lasterhafte kehrt bald zu dem Schlamme zurück, dem er sich eben erst entzogen hatte.
dä] Var soen en klæd i gylden-stykke, legger hun sig da i skarnet.

Wenn man die Sau gleich badet, so will sie doch wieder in den kot.
v] Wenn man die Sau kitzelt, legt sie sich in den Dreck.
v] Wenn man die Sau noch so oft sattelt, es wird kein Gaul daraus.
v] Wenn man die Sau sattelt, wird deshalb kein Zelter daraus.
v] Wenn man die Sau sattelt, wird noch lange kein Reitpferd draus.
v] Wenn man die Sau von ihrem Miste (Lager) treiben will, so krochzet sie.

Wenn man die Schafe hütet, hütet man auch die Wolle. Russland
v] Wenn man die Schafe schert, so zittern die Lämmer.
jüdisch-deutsch] Wenn män schert die Schuf', zittern die Lämmer. Warschau

Wenn man die Scheltworte auslegt, werden sie ärger.
la] Maledictum interpretando facies acrius.

Wenn man die Schlimmen für gut hat, so bist du der best.

Wenn man die Schnecke anrührt, zieht sie sich in ihr Haus zurück.
ho] Als hij gij aan den man komt, zoo kruipt gij in uwe schelp.

Wenn man die schönen Farben abschabt, so find man nur ein Holtz.

Wenn man die Schrift (die Heilige) zu sehr drückt, so drückt man statt Milch Blut heraus.
i] Dies Wort wird dem Bischof Ulrich zu Augsburg zugeschrieben.

Wenn man die Schulden aufnimmt, sind sie wie ein Bruder, wenn man sie zahlt, wie ein Neffe. Finnland

Wenn man die Schwein kutzelt oder krauet, so legen sie sich in den Dreck.
dä] Naar man kløer svinet, legger det sig i skarnen.

Wenn man die Sehne an der Armbrust zu hart anspannt, so reißt sie gern.
dä] Naar strengen er stindest, da brister hand snarest.

Wenn man die Sonne verpachten könnte, so säßen die armen Leute im Finstern.
v] Wenn die Morgenröte ein Flamingo wäre und die Sonne ein Kammrienhase, wir würden beide nur noch im Hause des großen Napus erblicken. Russland

Wenn man die Sprache des Verstandes spricht, enttäuscht man immer jemanden: den Leidenschaftlichen, den Empfinsamen oder den Dummkopf.
Henry de Montherlant

Wenn man die Stiefeln eines Faulen an den Ofen stellt, so sagt er, man habe sie ihm verbrannt.
fr] Graissez les bottes d'un vilain, il dira qu'on les brûle.
ho] Smeer de laarzen van een' vuil mensch aan het vuur, hij zegt, dat gij ze brandt.

Wenn man die Stränge zu straff anzieht, so zerreißen sie.

Wenn man die Stücke von Lessing mit denen der Alten vergleicht und sie schlecht und miserabel findet, was soll man da sagen! Bedauert doch den außerordentlichen Menschen, dass er in einer so erbärmlichen Zeit leben mußte, die ihm keine besseren Stoffe gab, als in seinen Stücken verarbeitet sind! Bedauert ihn doch, dass er in seiner Minna von Barnhelm an den Händeln der Sachsen und Preußen teilnehmen mußte, weil er nichts Besseres fand! Auch dass er immerfort polemisch wirkte und wirken mußte, lag in der Schlechtigkeit seiner Zeit. In der Emilia Galotti hatte er seine Piquen auf die Fürsten, im Nathan auf die Pfaffen.
Goethe, Eckermann, 7.2.1827

Wenn man die Trauben nicht bekommen kann, schilt man sie sauer.
v] Wer die Palmen schelten will, findet die Datteln so sauer wie den Essig, der daraus bereitet wird. Abessinien

Wenn man die Trauben zum zweiten mal unter die Kelter bringt, gibt es auch noch einen Wein.
i] Aber keinen süßen, welcher dem ersten Ausbruch gleich kommt, sondern zum öftern einen herben. Wenn man zum zweiten- oder dritten mal heiratet, hat es auch seinen Haken.

Wenn man die Trepp' schürt, so fängt 'n von haben an. Mecklenburg (So sagte Kaiser Sigismund: Die Reformatio in capite et membris müsse bei den Majoriten anheben und nicht bei den Minoriten)
v] Wenn man die Stiege wäscht (kehrt), muss man oben und nicht unten anfangen.
v] Wenn man die Treppe kehrt, fängt man von oben an. (Um missbräuche abzustellen, muss man bei den herrschenden Klassen anfangen)
v] Wenn man die Treppe wäscht, muss man oben anfangen. (Bei allen Verbesserungen muss, wenn sie was nützen sollen, der Anfang oben gemacht werden. Was nützt es, die untern Beamten durch bessere zu ersetzen, wenn von oben in der alten Weise fortregiert wird. Daher erhalten in China bei irgendeinem Dienstversehen die obersten Beamten stets die höchste Anzahl von Hieben)
ho] Men moet de trappen van boven af verwen (boenen) en niet van onderen op.

Wenn man die Trommel nicht schlägt, tönt sie nicht.

Wenn man die Tür schmiert, so knarrt(o. girrt) sie nicht.

Wenn man die Tür zu hart zuschlägt, so fährt sie wieder auf.
i] Wenn man den Bogen überspannt u.s.w.

Wenn man die Vögel fangen will, muss man süß pfeifen; so gibt's immer Novizen.
v] Wenn man die Vögel nicht an den Federn erkennt, so kennt man sie am Gesange.

Wenn man die Vögel im Bawr und das Vieh im Stall betreugt, so sterben sie.
i] Wenn ihnen die erforderliche Ernährung versagt oder verkümmert wird.

Wenn man die Wahrheit gegen die Lügen helt, so wird sie desto heller und kendlicher.

Wenn man die wahrheit mit einem süßen Brülin anricht, so isset man sich nicht Krank daran.

Wenn man die Wahrheit sagt, erspart man es sich, zu schwören. Jiddisch
v] Wenn man die Wahrheit sagt, verliert man das Spiel.
dä] Naar sendingen og løgn komme sammen, da haver løgn tabt.
ho] Met de waarheid te zeggen verliest men het spel.

Wenn man die Weidenrute zu stark dreht, so bricht der Knebel.

Wenn man die Welt verdammt, so spricht uns Gott aus gnaden gerecht.

Wenn man die Wiede zuviel umdreht, so bricht der Knebel.
i] Wirkung der Gewalttätigkeiten; gegen alles gewaltsame Verfahren.

Wenn man die Worte kaufen müsste, würde man sparsamer damit sein.
bm] By lidé řeč kupovali, ne tak mnoho by mluvili, řeči by sobĕ vážili.

Wenn man die Wurzel stehen lässt, so wird das Unkraut von neuem wachsen. China
i] Grund, um die Familie eines Bösewichts auszurotten.

Wenn man die Wurzel verdirbt, so stirbt der Baum.
v] Nicht durch das Abbrechen seiner Äste oder das Abstreifen seiner Blätter ist der schöne Baum ausgerottet worden, sondern weil man seine Wurzeln ausgerottet hat. China

Wenn man die Ziege im Hause anbindet, so wird sie ins Haus zurückkehren, wenn sie losgebunden wird; bindet man sie aber im Busche an, so wird sie nicht wiederkehren, wenn man sie losbindet. Surinam
i] Um zu sagen: So lange es ein Sklave nicht anders weiß, lässt er es sich gefallen; hat er aber einmal die Freiheit gekostet, so will er die Knechtschaft nicht mehr. Oder: Vertraue ihm nicht zu viel, Gelegenheit könnte ihn wohl verleiten.

Wenn man die zusammenbindet un kullert se den Berg runter, so is immer ên Niederträchtjer oben.
i] Von gleich Schlechten.

Wenn man die, so für einander interessiert sind, will trennen, so muss man dem einen Teil ein Feisten und verdaulichen Bissen geben.

Wenn man dies alles - den ganzen Krieg, oder auch das ganze Leben nur als eine Szene im Theater der Unendlichkeit auffasst, ist vieles leichter zu ertragen.
Max Beckmann, Tagebücher 1940-1950 (12. September 1940)

Wenn man diese Formel Intelligenz = Phantasie + Sensibilität gelten lässt, ist Dummheit ihre Umkehrung.
Esther Vilar

Wenn man dir das Schwein anbeut, so sei mit dem Sacke bereit.
v] Wenn man dir die Kuh gibt, so binde sie an deine Krippe.
v] Wenn man dir eine Kuh anbietet, komme mit dem Halfter gerannt.
v] Wenn man dir schenkt die Kuh, so lauf mit dem Stricke zu. Spanien
v] Wenn man dir ein Kalb schenkt, so greife zu.
z] Will man dir schenken ein gutes schwein, so lass am sack kein mangel sein.
bm] Když slíbí prase, vezmi hned pytel na se.
en] When the pig's proffer'd, hold up the poke.
la] Dum sus praebetur, tunc saccus pontificetur.
sp] Quando te dieren la cochinilla, acude con la soguilla.
sp] Quando te dieren la vaquilla, acude (o. corre) con la soguilla.
sp] Cuando te dieren la vaquilla, corre con la soguilla.
tschud] Kui porsas pakkutakse, siis pea kot lahti.

Wenn man dir einen Ring gibt, so halte den Finger hin.
sp] Cuando te dieren el anillo, pon el dedillo.

Wenn man dir gibt, greif zu.
mhd] Wan dy wert wat gegeven, dat nim bolde.
la]Si tibi praestantur munuscula, suscipe gratus.

Wenn man dir nicht zuhört, dann lass dein vieles Reden sein.

Wenn man dir sagt, Armut sei besser als Reichtum, dann glaube es nicht. Türkei

Wenn man dir übel will, so bricht man Hader ab vom Zaun.

Wenn man doch alles, was in einem ist, ausscheiden und einzig ein mit der Fähigkeit des Denkens begabtes Wesen sein könnte!
Gustave Flaubert, November

Wenn man doch nur die Frömmigkeit, die im Leben so notwendig und liebenswürdig ist, von der Kunst sondern wollte, wo sie, eben wegen ihrer Einfalt und Würde, die Energie niederhält und nur dem höchsten Geiste Freiheit lässt, sich mit ihr zu vereinigen, wo nicht gar sie zu überwinden.
Goethe, An Zelter, 19. 7. 1829

Wenn man Donnerstags freit, donnert's in der Ehe.

Wenn man doppelt gibt, indem man geschwind gibt, so gibt man hundertfach, wenn man dem Verlangenden gibt.
Goethe, An H. K. Eichstädt, 19.2.1806

Wenn man dort, wo viel ist, ein wenig wegnimmt, so ist das kein Diebstahl, sondern einfach eine Teilung!
Maxim Gorki, Pepe

Wenn man dran ist, muss man tanzen.
it] Quando si è in ballo bisogna ballare.

Wenn man drei schöne Aprilmonate gesehen, ist es hohe Zeit zu sterben.
frz-sz] Quand on a iu tré bi mei d'Avri, on a grôs tin dé muri.

Wenn man drei Tage nacheinander aushebt, dann gibt's Regen.
i] Die Tor zum Vorlesen aus der heiligen Lade nimmt. – ein jüdisches Wetterzeichen, wie: Wenn die Chasidien (Frommen) wandern, get's Reje.

Wenn man dreimal mit der Sense schneidet und das Glockengehäuse voll wird, dann kann man noch mähen. Estland

Wenn man drischt, muss man rein dreschen.

Wenn man durch Arbeit reich würde, so trügen die Esel einen Sattel von Gold.
fr] Le per trabailler l'an venu riche lons asis pour tarien lon bast d'or.

Wenn man durch den Glauben den Karren geschmieret hat, so geht das Fuhrwerk fort. Luthers Werke

Wenn man durch eine Untertür bricht, hat man Unglück.
i] Die Tür bestand bei unsern Altvordern, wie es die im Namen vorherrschenden Pluralformen erweisen (gothisch daûrôns, mittelhochdeutsch turi, lateinisch fores), aus einer Zerlegung des Brotes in zwei waagerechte Hälften, aus einer Ober- und einer Untertür, sodass man die obere Hälfte ladenartig nach innen zurückschlagen und auf die geschlossene Untertür als auf eine Fensterbrüstung sich hinauslehnen konnte. Auch die Untertür bestand aus einem ähnlichen sich nach innen öffnenden Flügel, welcher, offenstehend als Einschlupf, für Geflügel und kleine Kinder diente. Daher die Phrase der Demütigung: Er muss nur unten durch, oder der noch in Hessen und der Wetterau durch die Rechtssetzung erzeugte Aberglaube: Wenn man durch eine Untertür bricht, hat man Unglück.

Wenn man durch Herumrennen reich werden könnte, wäre niemand so reich geworden wie die Hunde. Libanon

Wenn man durch schwere Arbeit reich wurde, so hätte der Esel einen Packsattel von Gold. Frankreich, aus dem Languedoc

Wenn man durch Zuschauen Meister würde, dann wären die Hunde Metzger.
tü] Bakmakla usta olunsaydı, köpekler kasap olurdu.

Wenn man durch Zweifel läuft, ist der Weg zum Himmel lang. Finnland

Wenn man Durst hat, ist Wasser Honig.

Wenn man echte Gedichte liest und hört, so fühlt man einen innern Verstand der Natur sich bewegen, und schwebt, wie der himmlische Leib derselben, in ihr und über ihr zugleich.
Novalis, Die Lehrlinge zu Sais

Wenn man ehedem getrunken, so wischte man den Mund; jetzt wischt man über die Augen.
i] Man sieht sich sorgfältiger vor im Kaufen, um nicht betrogen zu werden.

Wenn man ehr lest ehr sein, und tugend mit ehr lohnt, und helt schand für schand, so gehets und stehets recht in der Welt.

Wenn man eim Bauer bittet, so wird ihm der Bauch groß.

Wenn man eim Narren antwortet, so meint er, er sei ein Herr.

Wenn man ein altes Haus stützen muss, so will es bald einfallen.

Wenn man ein Bett gefunden, muss der Strohsack weichen.

Wenn man ein Brot zerschneidet, so langen drei Hände nach einer Hälfte.
bm] Překroj pecen, a dej obĕ pule.

Wenn man ein ding vngern tut, so ist's schwer.

Wenn man ein Ding wohl auslegt, ist alles gut.
la] Est discus ludus, mens est quoque regia discus.

Wenn man ein essigkrug gleich lang waschet, so raucht er doch sauer.

Wenn man ein Fass mit Essig füllt, kann man keinen Rheinwein herauszapfen.

Wenn man ein Feder nach der ander aussrupfft, so wird die Ganss auch kahl.

Wenn man ein Ferkel anrührt, so schreit es.
fr] Qui touche le fan de la truie, tant soit petit, il grogne et crie.

Wenn man ein Ferkel beim Schwanz nimmt, so schreien sie alle.
ho] Trekt men één varken bij den staart, dan schreeuwen zij allen.

Wenn man ein Ganss berupfft, so wachsen die Federn wider, an Spiess gesteckt, so verdirbt sie nichts.

Wenn man ein Gesang zu hoch anfängt oder zu nider, so kan mans nit aussführen.

Wenn man ein Gewehr in Europa abfeuert, trifft es niemanden in Accra. Afrika (Während der Teuerung im ersten Weltkriegfügte man aber hinzu: Jetzt aber doch!)

Wenn man ein Gut verloren, dann weiß man, was es wert.
v] Vom Teufel kam's, zum Teufel ging's. Frankreich
dä] Godt savnes først naar det er borte.

Wenn man ein Haar auszieht, wird das andere locker.
dä] Et haar borte, giør et andet haar blot.

Wenn man ein Jahr lang vor einem den Hut abgezogen, so weiß man, was hinter ihm ist.

Wenn man ein Kalb fortschickt, kommt ein Ochse wieder.

Wenn man ein Kälblein ausschickt, kommt ein Öchslein wieder.
v] Sende ein Kalb nach Moskau, es wird ein Ochs wiederkehren. Russland

Wenn man ein Kenner ist, darf man keine Sammlung anlegen.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Wenn man ein Kind in den Spiegel sehen lässt, so sieht es in der Folge Gespenster.
i] Aberglaube. Die Gespensterfurcht und das Gespenstersehen haben eine andere Quelle: furchteinflößende Wärterinnen und abergläubische Großmütter.

Wenn man ein Kind lange ungetauft liegen lässt, bekommt es große Augen.
i] Ein Aberglaube, für den sich wohl kaum ein vernünftiger Grund aufinden lassen dürfte. Im Gegenteil wäre es gut, wenn die Einrichtung getroffen würde, dass im Winter gar nicht getauft oder die Taufe zu Hause verrichtet würde, um den vielen nicht zu vermeidenden. Erkältungen der kleinen, erst wenig Tage alten und an Luftwechsel noch gar nicht gewöhnten Kindlein zu begegnen. Ein großer Teil der Erblindungen haben in der frühen Taufe ihren Grund. Gelegentlich einer Debatte in der ersten Kammer Sachsens wurde nachgewiesen, dass von 192 Blinden 94 dadurch erblindet seien, dass sie als Kinder nach der Taufe Augenentzündungen bekommen.
z] Die meisten derer, die für blindgeboren gelten, sind es durch, unvorsichtige und fehlerhafte Behandlung der Augen in der ersten Zeit ihres Lebens geworden. Klein, Lehrbuch zum Unterricht der Blinden

Wenn man ein Kind streicht mit der Rut', lässt's seine Schalkheit und tut gut.
la] Ni castigetur petulans mox clunis habetur.
la] Verberibus tactus probus est, virgaque coactus.

Wenn man ein Kunstwerk nicht versteht, so heißt das, es ist nicht gut; denn seine Aufgabe ist es, das nicht Verstandene verständlich zu machen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1896)

Wenn man ein Land betören will, muss man es mit der Jugend anfangen.

Wenn man ein Licht anzündet und steckt es an das Ufer des Wassers, darinn die frösche sind, so quaken sie nicht mehr.

Wenn man ein Licht zu genau putzt (scharf schneuzt), so löscht mans gar aus.

Wenn man ein Loch durch manchen predigt, so hilfts doch nicht.

Wenn man ein Lügen nachgibt, folgen viel hernach.

Wenn man ein Mädchen ist, dann ist man ein gerader Baum, wenn man eine Frau wird, dann ein breites Maul. Estland

Wenn man ein Messer lange genug wetzt (schleift), so nutzt es sich ab.

Wenn man ein Pferd gleich noch so wohl schmücket, so bleibets doch ein Pferd.

Wenn man ein sach nur recht angreifft, gar bald zum guten end sie läuft.

Wenn man ein Schwein beim Schwanze zieht, so schreien sie alle.
ho] Trekt men één varken bij den staart, dan schreeuwen zij allen.

Wenn man ein Schwein durch die Schule jagt, so wird es verständiger als alle andern Schweine.

Wenn man ein seil zu hart anzeucht, dasselb zerreisst gar gern und leicht.
fr] Par trop tendre la corde on la rompt.

Wenn man ein sogenanntes Probebrot anschneidet, um zu sehen, wie es geraten ist, so darf man die erste Scheibe nicht ganz abschneiden, sondern muß sie zuletzt abbrechen, weil das noch im Ofen befindliche Brot sonst abbackt; oder man macht auch vorher drei Kreuze darüber

Wenn man ein Sprung will tun, drehet man sich links herum wie ein Kässwurm.

Wenn man ein Wolf fängt, so will er beißen oder scheißen.

Wenn man eine Ahle in den Sack steckt, guckt die Spitze heraus.
ho] Als men eene els in den zak doet, steekt er ligt de punt door.

Wenn man eine Axt lange braucht, wird sie stumpf.

Wenn man eine Begine (fromme Frau) in ein leeres Feld setzt, kommt bald ein Kloster dahin.

Wenn man eine Ehefrau wird, bekommt man eine Ehrenkrone auf den Kopf. Estland

Wenn man eine Eiche pflanzt, darf man nicht die Hoffnung hegen, nächstens in ihrem Schatten zu ruhen.
Antoine de Saint-Exupéry

Wenn man eine Fingerbreite nehmen darf, wird oft eine Elle daraus.

Wenn man eine Fliege vom Fleisch wegjagt, so kommen zehn wieder.
ho] Jaag de vliegen van het vleesch, zij zullen zich des te dikker en digter daarop zetten.

Wenn man eine Geiß in den Stall gesperrt hat, kann man keine Kuh herausziehen.

Wenn man eine Kerze an eine Mauer lehnt, so mag sie die Mauer wohl nicht verbrennen, aber sie berämpt sie doch (macht sie schwarz).

Wenn man eine Krankheit recht erkennt, ist dem Patienten schon geholfen.

Wenn man eine Kuh verletzt, sucht sie ihren Stall auf. Jabo, Afrika

Wenn man eine Kutte klopft, so ist's, als wenn man mit einem gewichsten Faden auf einen Amboss schlägt.

Wenn man eine Ohrfeige erhält, bekommt man noch einen Feind dazu. Jiddisch

Wenn man eine Sache könnte zweimal verrichten, so ließe sich alles trefflich schlichten.

Wenn man eine Saite aufzieht, muss man mehr aufziehen.

Wenn man eine Sau auch in Gold kleidete, legte sie sich doch in den Dreck.
v] Wenn man eine Sau schlägt, laufen alle zusammen.

Wenn man eine Schmiede verlässt, soll man erst die alte Schuld bezahlen.
fr] Quand on quitte un maréchal, il faut payer les vieux fers.

Wenn man eine Uhr aufzieht, steht sie.
i] In den Augenblicken des Aufdrehens nämlich. Mit der Uhr der Weltgeschichte scheint es nicht anders.

Wenn man eine vollkommene schöne Kirche haben will, so muss man das Chor zu Bauvais, das Mittelgewölbe zu Amiens, das Portal zu Rheims, die Glocken zu Chartres und die Türme (von Notre-Dame) zu Paris zusammennehmen.

Wenn man eine Wiese verkaufen will, muss man den Käufer abends darauf führen.

Wenn man einem alten Gaul den Schwanz abschneidet, wird dennoch kein Füllen aus ihm.

Wenn man einem alten Götzen einen neuen Rock anzeucht, so scheint er gar neu.

Wenn man einem auf das Küssen erlaubt, ist er nicht weit vom Bett.

Wenn man einem Bauer im Hintern kratzt, so tut er einem zu Lohn in die Hände.
ho] Kraauw (reinig) een' boer het achterste, hij zal uwe handen bevuilen.

Wenn man einem Baume die Blätter abzupft, so wird er dadurch nicht entwurzelt.

Wenn man einem Bettler Käse gibt, so will er ihn rösten. Schweden

Wenn man einem das Maul voll gibt, so kan er nicht blasen.

Wenn man einem das Säcklein beut, soll man den Sack aufheben.

Wenn man einem den Finger reicht, so nimmt er die ganze Hand.

Wenn man einem den kleinen Finger bietet, so will er die ganze Hand.

Wenn man einem den Mund voll gibt, so kann er nicht blasen.
i] Wirkung der Geschenke.

Wenn man einem den Willen macht, so ist er zufrieden.
la] Vir qui placatur meliorari meditatur.

Wenn man einem die Hand im Sacke erwischet, so ergreifft man jhn am Diebstahl, ob man jn gleich nicht einen Dieb nennet.

Wenn man einem die Leviten liest, so können seine Nachbarn zuhören.
la] Unum qui castigat, centum emendat.

Wenn man einem die Zwiebel gibt, so will er auch den Kaviar.

Wenn man einem Esel den Kopf wäscht, vergeutet man die Seife.
fr] À laver la tête d'un âne, l'on perd son savon.

Wenn man einem Esel gleich ein Lewen oder Beeren Haut anzöge, so blieb er doch ein Esel, das weissen seine Ohren und Gesang.

Wenn man einem Flegel auch das Buch der Weisheit vorliest, er bleibt doch hölzern.

Wenn man einem Freund mit Geld nicht helfen kann, dann mindestens mit einem Seufzer. Jiddisch

Wenn man einem gleich zum Tor aussstreicht, so entläufft er doch dem Galgen nicht.

Wenn man einem Huhne zu viel Futter gibt, so hört es auf zu legen.
v] Wenn man einem Hunde ein Bein will nehmen, so wehrt er sich.

Wenn man einem Hunde übel will, macht man ihn toll.
v] Der Hund ist toll, von dem die Leute wollen, dass er erschlagen werden soll. Russland
böhm] Když psa chtí ubiti, volají, že se pominul.
ho] Als men den hond wil doodslaan, so beschuldigt men hem van dolheit.
la] Canem quem odi, insimulo rabiei.

Wenn man einem Kamel einen Doktorhut aufsetzt, es bleibt doch ein Kamel.
z] Ein Rhinoeros kann durch zehn Universitätssäle laufen, es bleibt darum doch ein Rhinoceros. Westdeutsche Zeitung 1850

Wenn man einem Mann das Handwerk gelegt hat, versucht er es eben mit den Füßen.
Helen Vita

Wenn man einem mehr Ehr antut als sich gepürt, so ists spott oder betrug.

Wenn man einem nicht wohl will, so kann man bald eine Ursache an ihm finden.
i] Wen man nicht leiden kann, an dem lässt man kein gutes Haar.
v] Weil sie den Stachelfisch nicht leiden können, sagen sie, er habe Gräten. Surinam
la] Ad calamitatem quilibet rumor valet.

Wenn man einem ohnmächtigen Bauer frischen Pferdedreck vor de Nase hält, so kommt er wieder zu sich (lebt er wieder auf).
z] Denn man pfleget im Sprichworte zu sagen: einen ohnmächtigen Bawern kan man mit einem frischen Pferdekoth, wenn man im den vor die Nasen helt, auffkühlen, da man hergegen einen Reichen Bornsteinöl umb die Nasenlöcher streichen oder mit allerley Artzneyen von Perlen gemacht, wider zurecht bringen muss.

Wenn man einem schaden will, findet man leicht eine Ursache.

Wenn man einem schenkt die Kuh, so schenkt (schenke) man ihm auch den Strick dazu.

Wenn man einem Sklaven die Finger reicht, nimmt er die ganze Hand.
i] Man hat die Erfahrung gemacht, dass Personen in abhängiger, untergeordneter Stellung, die ihnen über das beschränkte Maß von Freiheit hinausgehende milde Behandlung nicht zu würdigen wissen, sondern sie in irgendeiner Art missbrauchen. Hier bekommt dadurch die Eitelkeit Nahrung; daher heißt es in Surinam: Wenn der Sklave einen guten Herrn hat, trägt er einen langen Schurz. Dort gehen sie in ihren Ansprüchen weiter, was das Sprichwort in Habesch bestätigt: Wenn du deinem Sklaven den Makischweif gibst, so wird er auch das Fell des Leoparden verlangen. Ungehörige Vertraulichkeiten werden daher widerraten. Ein abyssinisches Sprichwort sagt: Wenn du deines Sklaven Weib verführst, so hast du einen Herrn und eine Herrin über dich gesetzt. Selbst der unschuldige Scherz erschüttert die Achtung (Autorität); die Araber behaupten: Wenn du mit dem Sklaven scherzest, so wird er dir bald den Hintern zeigen. Die Odschineger in Westafrika haben sogar die Erfahrung gemacht, dass der Herr seiner Autorität schadet, wenn er mit seinen Sklaven arbeitet; sie sagen: Wenn du mit einem Sklaven deines Vaters einen Palmbaum fällst, nennt er dich Kamerad.

Wenn man einem übel will, findet man der Axt leicht einen Stiel.

Wenn man einem Unglück entfliehen (entgehen) will, läuft (fällt) man einem andern in die Hände.
ho] Die 't eene ongeluk will ontgaen, ziet men in een ander slaan.

Wenn man einem was am Zeuge flicken will, so ist bald eine Ursache gefunden.
la] Ad calamitatem quilibet rumor valet.

Wenn man einem will schaden tun, so findt man Ursachen auf Hecken und Zäunen.

Wenn man einem wohl will, so ist ihm leicht geholfen.

Wenn man einen (trunkenen) Bauer auf der einen Seite in den Sattel hebt, so fällt er auf der anderen Seite wieder heraus.

Wenn man einen Acker nicht eggt, ist schon das erste Wetter darübergegangen.

Wenn man einen alten Baum versetzt, bringt man ihn zum Welken.

Wenn man einen Alten höflich und glimpflich um das Leben bringen will, so soll man ihm ein jung Weib geben; das ist eines Alten gewisses Gift.
Kaiser Friedrich III.

Wenn man einen alten Ofen gleich viel schmieret, so raucht er doch.

Wenn man einen Bauer mit dem Fuss stößt, so greift er nach der Hand.
sp] Al villano dadle el pie, y tomarse ha la mano.

Wenn man einen Bauer unter die Bank steckt, so ragen doch die Beine (Stiefeln) hervor.
la] Rustica turba suos nescit deponere mores.

Wenn man einen Bauern bittet, so protzet ihm der Zehrsack.
v] Wenn man einen Bauern bittet, so schwellen ihm die Stiefel.

Wenn man einen Bauern schinden will, muss man einen Bauern dazu nehmen. Rott-Thal

Wenn man einen Baum biegen will, muss man es bei zeiten thun.

Wenn man einen Baum umhauen will, so macht er zu viel Schatten.
v] Wenn man die Palme umhauen will, so trägt sie zu viel Datteln. Orient

Wenn man einen Baumstumpf schmückt, so ist er auch schön. Estland

Wenn man einen Bawren bittet, so krümmet er den halss und sterzt und wechst ihm der bauch und starret wie ein block.
v] Wenn man einen Bawren flehet, so wechst jm der Bauch.

Wenn man einen bawren strafft, so knarret er wie ein vngeschmierter wagen.

Wenn man einen brauchen kann, so nimmt man ihn vom Galgen.

Wenn man einen Charakter verderben will, braucht man ihn nur verbessern zu wollen.
Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray

Wenn man einen den Katzensprung lehrt, das ist ein gewagt spiel.

Wenn man einen Deutschen (d. i. einen Herrn), einen Wolf oder eine Schlange sieht, läuft (einem) immer ein kalter Schauer über den Leib. Estland

Wenn man einen Dieb von nöten hat, so holet man ihn auch vom Galgen, braucht man sein nicht mehr, so henget mann ihn wiederumb hinauf.

Wenn man einen Eierdätsch will, so muss man die Eier aufschlagen. Luzern
i] Von Datsch, eine Art Kuchen, eine in Butter gebackene Mehlspeise, Eierdatsch, Eierdätsch = Eierkuchen. Sonst bezeichnet Datsch auch unausgebackenes Brot, überhaupt etwas, das sich in unförmliche Breite zieht, ein misrathenes Backwerk. Eine breitgedrückte Nase heißt eine Datsch- oder Dätschnase.

Wenn man einen eigenen Brotbeutel hat, wer leidet (dann) Hunger. Estland

Wenn man einen ein Narren schild, wird doch damit der Landfrid nicht gebrochen und am Kammergericht kein Prozess erkent.

Wenn man einen Esel schlegt, so schlegt er wieder.

Wenn man einen fahen will, muss man einen schalck aufs rohr binden.

Wenn man einen fehl in Kleidern hette, so könt man jhn bald aussschneiden.

Wenn man einen feuchten Span zwischen zwei dürre steckt, so brennt er.
z] Ein feuchter bei zwei dürren Spänen wird bald ans Brennen sich gewöhnen.

Wenn man einen Flemming im Sack durch Welschland oder Frankreich trüge, so lernet er die Sprach.

Wenn man einen fremden Hund hat, so beißt man keinen Einheimischen.

Wenn man einen gern hört, soll er bald aufhören.

Wenn man einen guten Baum setzt, so wird die Frucht gut.

Wenn man einen Hasen lobt wie den Hirsch, so würd doch der Hass kein Hirsch.

Wenn man einen henken will, so bereitet man ein gut Mahl vor.

Wenn man einen Hufschmied verlässt, muss man das alte Eisen bezahlen. (Die bisherige Rechnung)

Wenn man einen Hund aufknüpfen will, fehlt's nicht an einem Strick.
böhm] Kdo chce psa obĕsiti, snadno oprátku najde.
ho] Als men den hond hangen wil, zoo krijgt men weelhaast een zeel.
kroat] Koj svoga cucka obesiti hoće, lehko vužinec najde.
la] Malefacere qui vult, nunquam non causam invenit.

Wenn man einen Hund aussendet, sendet der (wiederum nur) seinen Schwanz aus? Haussa, Afrika (Übertrage deine Verantwortlichkeit keinem anderen)

Wenn man einen Hund fortschickt, kommt ein Knochennager wieder.

Wenn man einen Hund werfen will, findet man bald einen Stein.
ho] Als men eenen hond wil smijten, vindt men ligt eenen steen.

Wenn man einen Jätschauer vor der Ernte fragt, woher er sei, antwortet er trübetümplig: Vun Jiautsch; fragt man ihn nach der Ernte, so sagt er fuchsmunter: Ich bin von Jätschau.

Wenn man einen Juden vom aus dem Hause wirft, kommt er durch die Hintertür wieder herein.

Wenn man einen jungen Wolf an ein alt Schaf hängt, so frist er endlich seine Nährerin.

Wenn man einen kennen lernen will, so muss man ihn loben.
ndt] Wilt du einen kennen, so lob ihn; steckt ein groll inn ihm, so wirt er zum wenigsten ein Feder oder zwo fallen lassen.

Wenn man einen Knecht einstellt, ist's besser, er flickt die Hose vorne statt hinten.
ndt] Wenn me-n-e Chnecht dinget, isch's besser, er blätzi d' Hose vornoche-n as hingernoche. Solothurn
i] Hosen, vorn geflickt, deuten auf Arbeit, hinten geflickt, auf Sitzen und Faulenzen.

Wenn man einen Laden at, ist man wie lahm.
ndt] As män hot a Krum, is män wie luhm. Jüdisch-deutsch, Warschau

Wenn man einen langen Spieß schnitzt, kriegt der Hund den Braten.

Wenn man einen Mann hört, so hört mans nur halb.

Wenn man einen Menschen kennen lernen will, muss man einen Scheffel Salz mit ihm essen.
fr] Pour bien connaître un homme, il faut avoir mangé un boisseau de sel avec lui.

Wenn man einen Menschen richtig beurteilen will, so frage man sich immer: 'Möchtest du den zum Vorgesetzten haben?' Tucholsky

Wenn man einen Misthaufen mit Tapeten bedeckt, der Gestank kommt durch.

Wenn man einen mit Kot bewirft, so bleibt immer etwas hängen.
la] Calumniare audacter, semper aliquid haeret.

Wenn man einen Müller, einen Weber und einen Schneider in einen Sack steckt; so mag man schütteln wie man will, es wird immer ein Spitzbube oben sein.
en] Put a miller, a weaver and a tailor in a bag, and shake them, the first tat comes out will be a thief.

Wenn man einen Narren auch mit fünfzig Wassern quästet, so wird aus ihm doch nichts weiter als ein Narr.

Wenn man einen Narren gleich im Winckel verberget, so streckt er doch die Ohren herfür.
v] Wenn man einen Narren über Eier setzt, so heckt er selten junge Küchlein aus.

Wenn man einen Narren versendet, so kommt ein Tor nach Hause.
en] Send a fool to the market, and a fool he will return again.
it] Chi bestia va a Roma, bestia ritorna.
it] Chi matto manda, matto aspetta.

Wenn man einen Narren zum Markt schickt, freuen sich die Krämer.
(jüd) As m' schickt a Narr auf den Markt, freien sich die Krämers.

Wenn man einen nicht blaw Brillen auffsetzt, so kan er die sach nicht ansehen, wie ein ander will.

Wenn man einen nicht gern einen Herrn heißt, so ist er gut zu einem Monsieur.

Wenn man einen nicht kennen kann, so sehe man seine Gesellschaft (o. Kameraden) an.
z] Derhalben verkennen wöll ein Mann, der schaw desselben Gesseln an, bey den wird kierlich offenbart, dass er auch selber sey der art. H. Sachs, Weltliche Historie
en] Tell me, with whom thou goest and I'll tell thee what thou doest.
it] Dimmi con chi tu vai, e saprò quel, che tu fai.

Wenn man einen nötig hat, nimmt man ihn vom Galgen.
la] Rebus turbatis vel pessimus est in honore.

Wenn man einen Pfeil ins Herz scheust und ihn gleich wieder herauss zeucht, so bleibt doch die Wunde.

Wenn man einen Rechen umgekehrt liegen lässt, so hat der Teufel sein G'spil.
i] Er zertritt dann gern die Zinken.

Wenn man einen Russen kräftig verprügelt, dann kann er sogar eine Uhr konstruieren.

Wenn man einen Russen kratzt, so brummt (antwortet) ein Bär.
i] Etwas höflicher sagen die Franzosen: Kratze einen Russen, so kommt ein Tatar zum Vorschein: Grattez le Russe, vous trouverez le Tartare. Das Journal des Debats wandte (Ende September 1872) das Sprichwort auf Gambetta und seine zur Zeit stattfindende, von radikalen Reden begleitete Rundreise an. Mit demselben Recht, sagen die Debats, könne man sagen: Kratze an einem Demagogen, so entdeckst du einen Sklaven und einen Tyrannen; einen Sklaven, weil er als Parteiführer sich nicht selbst gehört, einen Tyrannen, weil Sklaven und Tyrannen derselben Rasse angehören und einer vom andern lebt.

Wenn man einen Sack mit Schnee übers Korn schleift, so wird man die Spur bis zur Ernte sehen.

Wenn man einen schinden will, findet man der Haue bald einen Stiel.

Wenn man einen schlafenden Hund will necken, findet man leicht einen Stecken.
la] Ad calamitatem quilibet rumor valet (sufficit).

Wenn man einen Schnitzer macht, hauen die anderen gern in die gleiche Kerbe.
Gerhard Uhlenbruck

Wenn man einen Stein aufwirft, so weiß man nicht, wo er hinunterfällt.

Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, der macht Bulzen (Striemen, Kreise) um sich. Luther

Wenn man einen Stern fallen sieht, so hat man Glück.

Wenn man einen Stock ankleidet, so sieht er aus wie ein Baron.
it] Bestidu su bastone, paret un barone.

Wenn man einen straft, schreckt man (o. so spiegeln sich) die andern.
la] Poena unius est multorum metus.

Wenn man einen Streit mit Wein begießt, richtet man mehr aus als durch einen Prozess.

Wenn man einen Strohhalm emporwirft, so kann man sehen, wohin der Wind weht.

Wenn man einen teil zum früh Mahl verzehret, so kann man den anderen zum nacht Imbiss zum besten haben.

Wenn man einen Toren rühmet, so wird er vollend zum Narren.

Wenn man einen Uhu nach Käse schickt, so kommt er mit Quarg zurück.
i] Um zu zeigen, was man durch dumme Boten erreicht.
bm] Poslali výra pro kus sýra, on přiňesl tvaroh.

Wenn man einen Wagen mit Eiern umwirft, so ist's nicht möglich, die ganze Zahl wieder zusammenzubringen.

Wenn man einen Wolf auch das Vaterunser lehrt, er ruft doch immer Lamm, Lamm.

Wenn man einen zu Gast ladet, stößt man ihm das Maul auf den Tisch.

Wenn man einen zu Grunde richten will, sinnt man auf Unrecht.

Wenn man einen Zuseher lobt und liebet, gemeinlich viel falsches mit vnterstibet.

Wenn man einer Henne auch die Eier nimmt, sie hört doch nicht auf zu legen.

Wenn man einer Katze eine Haube aufsetzt, er verliebt sich in sie.

Wenn man einer Krankheit mit Purgieren will für kommen, so erregt man sie desto mehr.

Wenn man einer Sau ein Perlen Borten auf Rüssel bünd, so wüllt sie doch in Kot.

Wenn man einer sau gleich ein güldin stück anzög, so legt sie sich doch darmit in den Dreck.
bm] Strč na svini i zlatohlav, předce svini zůstane.
ho] Wanneer men eene zeug een gouden kleed aantrok, zoo lag zij toch midden in den drek.

Wenn man eines schalks bedarf, so kauft oder nimmt man ihn vom galgen; wenn man ihn gebraucht hat, so henckt man ihn wider dran.

Wenn man einfeltige betreugt, und auff fromme leut leugt, und zwischen eheleuten feindschafft macht, solcher arbeit nur der Teuffel lacht.

Wenn man einlöffelt und nicht aussscheffelt, so wirt das mass entlich zu gross.

Wenn man einmal ein Loch ins Kleid bekommt, so ist es stets in Gefahr.

Wenn man einmal eine Arbeit vorhat, so ist es gut, bei der Ausführung sich nicht gleich das Ganze vorzustellen. Man arbeite an dem, was man gerade vor sich hat, und wenn man damit fertig ist, gehe man an das nächste.
Lichtenberg, Vermischte Schriften

Wenn man einmal geschlagen sein soll, kommt's auf einen Klaps mehr nicht an.
fr] Autant vaut bien battu que mal.

Wenn man einmal seinen Vorsatz gefasst hat, gibt sich das übrige alles von selbst.
Goethe, Theatralische Sendung VI,14

Wenn man einmal weiß, worauf alles ankommt, hört man auf gesprächig zu sein.
Goethe, Wanderjahre II,9

Wenn man eins diebs bedarff, so nimpt (kaufft) man jn vom galgen, wenn man jn gebraucht hat, so henckt man jn wider dran.
ho] Als men een dief van doen heeft, men snijdt hem van de galg, heeft men hem niet meer noodig, men hangt hem er weder aan.

Wenn man eins dings täglich viel hat, so acht mans gering.

Wenn man Enteneier auch dem Schwan unterlegt, er wird doch keine Schwäne aus ihnen herausbrüten.

Wenn man entwirrt, dann wird es immer vonstatten gehen (= gedeihen).

Wenn man Erbsen bei Altmond steckt, werden sie schön, wenn bei Vollmond, werden sie madig.

Wenn man erst den Griff los hett, o dann makt sik allens nett.

Wenn man erst den Leithammel auf den Weg gebracht, so folgen die Schefflein willig hinnach.

Wenn man es an einem Orte einregnen lässt, ist's bald um das ganze Haus geschehen.

Wenn man es in die Länge zieht, so fehlt's in der Breite.

Wenn man es nicht aus der Wiege genommen hat, dann soll man es aus dem Bett nehmen.

Wenn man es nicht besser kann, so ist der Mönch wohl auch ein Mann.

Wenn man es richtig versteht, alt zu werden, so geschieht es keineswegs so, wie die meisten glauben. Es ist durchaus kein Schrumpfen, sondern ein Wachsen. Das Alter schenkt eine Klarheit, deren die Jugend völlig unfähig ist, und eine Heiterkeit, die der Leidenschaft bei weitem vorzuziehen ist.
Marcel Jouhandeau

Wenn man es zu etwas bringen will, so muss man seinen ganzen Menschen dafür hingeben.
Paula Modersohn-Becker, Briefe (20. Februar 1897)

Wenn man es zu scharf besieht, verliert das größte Kleinod die Hälfte seines Werts.

Wenn man essen will, ist es weder um eine Seidenschürze noch um einen Goldring schade. Estland

Wenn man et in so vel Fätte (Fässer) gütt, dann behält man torläst dat läddige Fatt (Fass). Lippe

Wenn man etwas aus dem Wasser bekommt, dann ist auch vom Land (etwas) zu hoffen. Estland

Wenn man etwas Entscheidendes bewirken will, muss man nicht nur der Vernunft genugtun, sondern auch das Herz bewegen (...). Die Rührung des Herzens geschieht durch Leiden. Und dieses, das Leiden, nicht das Schwert, kennzeichnet die Menschheit.
Mohandas K. 'Mahatma' Gandhi

Wenn man etwas ernstlich fürchtet, so bringen die entferntesten Dinge uns den Gegenstand in den Sinn.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Wenn man etwas haben will, so muss man's suchen und dahin gehen, da man's findt.

Wenn man etwas nicht tun kann, so ist lassen das beste.

Wenn man etwas oft tut, so wird's zur Gewohnheit.
fr] Continuance se convertit en usance.

Wenn man etwas rühmt, seine Gesundheit, sein Glück usw., so soll man immer sagen "unberufen" und dazu dreimal auf die untere Seite der Tischplatte klopfen.
fr] toucher du bois
v] Im Nahetal klopft man unter dem Tisch an die Tischplatte und spricht "unberufen", oder "zur guten Stunde gesprochen", "die Zukunft nicht heraufbeschwören", wenn man von etwas Unangenehmem redet, das man für die Zukunft befürchtet

Wenn man etwas versteht, so kann man auch darüber mitreden.
la] In causa facili, cuivis licet esse disertus.

Wenn man etwas vor sich bringen will, muss man sich knapp zusammennehmen und sich wenig um das kümmern, was andere tun.
Goethe, F. v. Müller, 29.3.1831

Wenn man etwas wohl auslegt, so ist alles gut. (Von einer Auslegung, die mehr verdunkelt als erklärt, sagen die Franzosen: C'est la glose d'Orléans, plus obscure que le texte.)

Wenn man falschen Eid schwört, so muss Gott die Lüge für Wahrheit verkaufen helfen.

Wenn man faule Eier auch in den wärmsten Ziegelofen legt, es werden keine Hühner ausgebrütet. Ägypten

Wenn man Federn rupfen will, muss man ein Vögelchen suchen, welches deren aufhat. Eifel

Wenn man Feuer unter einen leeren Topf macht, so verbrennt man eine arme Seele. Schwarzwald
z] Unter meinem Herzen brennt ein Feuer und meine arme Seele verbrennet.

Wenn man Feuer zum Hafen mit Wasser macht, so wirds warm, tut mans davon, so wirds kalt. (Wer einen Nutzen haben will, muss Opfer bringen, umsonst ist nichts)

Wenn man fincken fangen will, so muss man jhnen erst ein zeitlang körnen.

Wenn man Fische fängt, werden die Hände nass. (Auch von unlauteren Geschäften)

Wenn man Fremde empfängt, hat man (davon) keinen Schaden. Estland

Wenn man fröhlich zu Bett geht und alle Sorge in den Schuhen vor dem Bett stehen lässt, so schläft sich's gut.

Wenn man früh am Morgen fischt, fängt man viele Fische.
it] Se si pesca di buon mattino si prendono molti pesci.

Wenn man fühlt, dass man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn sich Energie und Fülle nach und nach verlieren.
Goethe, an Carl von Knebel, 17. Sept. 1799

Wenn man fühlt, dass man nichts hat, womit man die Achtung jemands erringen kann, ist man nicht mehr weit davon, ihn zu hassen.
Vauvenargues, Reflexionen u. Maximen

Wenn man fünfzig Jahre alt ist, fangen die Siebziger an.
Knut Hamsun, Die letzte Freude

Wenn man funfzig Jahre alt ist, muss man die Hosenklappe zumachen und eine Flasche mehr trinken.
fr] L'an soixante et douze est grant temps qu'on se house.

Wenn man für den Frieden arbeitet, verringert dieser Frieden den Krieg.
Mutter Teresa

Wenn man für einen Fürsten handelt und spricht, muss man sein wie ein Scharfrichter, seine Befehle rasch, streng, glattweg vollziehen.
Goethe, F. v. Müller, 13.6.1824

Wenn man fürs Künftige was erbaut,
Schief wirds von vielen angeschaut.
Tust du was für den Augenblick,
Vor allem opfre du dem Glück.
Goethe, Sprichwörtlich 1,418

Wenn man ganzes (o. großes) Geld gibt, kriegt man kleines heraus.

Wenn man gar nicht einmal die Geschlechter an den Kleidungen erkennen könnte, sondern auch noch sogar das Geschlecht erraten müsste, so würde eine neue Welt von Liebe entstehen.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Wenn man Gaul ruft, so antwortet der Busch nicht Hafer.

Wenn man gefallen ist, besieht man das Plätzchen zu spät.

Wenn man geht - Honigbrot, wenn man kriegt - Weißbrotkruste, wenn man hinkommt - bekommt man nichts. Estland (Im Eheleben)

Wenn man geliebten Menschen Geschenke gemacht hat, so kommt, was auch geschehen mag, nie wieder eine Gelegenheit, bei der man sich seiner Wohltaten erinnern dürfte.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Wenn man gemütlich zu Hause sitzt, sinnt man auf Abenteuer. Hat man ein Abenteuer zu bestehen, wünscht man sich, man säße gemütlich zu Hause.
Thornton Wilder

Wenn man genug gegessen hat, schmeckt das Brot nicht mehr. Estland

Wenn man geringe (kleine) Laster nit strafft, so wachsen die großen.
pl] Od guzika do nožyka, od nožyka do konika, a potém na szubienicę.

Wenn man geschätzt sein will, muss man mit schätzenswerten Menschen leben.
Jean de La Bruyère

Wenn man Geschichte macht, merkt man nicht, dass es Geschichte ist.
Margaret Thatcher

Wenn man gesund ist, dann sieht man keinen Hunger. Estland

Wenn man Getreide in die Sonne (zum Trocknen) legt ohne Hut, so fressen es die Ziegen. (Wer nicht hinter seiner Sache her ist, dem geht der Vorteil verloren)

Wenn man gewennt (gewohnt) öss, denn öss ok ön e Hell got.

Wenn man gibt, dann iss, gibt man nicht, dann nimm nicht einmal in den Mund.
v] Wenn man gibt, dann nimm, wenn man (dich) schlägt, dann flieh.
v] Wenn man gibt, nimm, wenn man nimmt, schrei Gewalt! Jiddisch
v] Wenn man gifft (gibt), wat man hett, ward ên noch kên Denkmal sett't.

Wenn man Gitarren, Frauen und Regenschirme irgenwo zurücklässt, ist man sie los.

Wenn man glaubt, den Aal am festesten zu haben, entschlüpft er. [v] Wenn man einen Aal am festesten zu haben glaubt, entschlüpft er.

Wenn man gleich an den Beginn einer Beziehung den Koitus setzt, gibt es keine Neurosen.
Gottfried Benn, Brief an Oelze Nr. 66

Wenn man gleich die letzten Willen der Könige, wie uns die Geschichte lehrt, am wenigsten gelten lässt, so hat doch ein Privatmann eher Hoffnung auf die Zukunft zu wirken, besonders wenn er die Vorteile der Nachkommen gut versteht.
Goethe, An Zelten, 29.1.1831

Wenn man Glück hat, fängt man Krebse vor der Kirchthür, sagte der Fischer.
ho] Wij beleven wonderlijke tijden, zei Joost de visscher, en hij zag eene garnaal in een' pispot zwemmen.

Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.
Theodor Fontane, Unwiederbringlich

Wenn man Gold und Silber vertan hat, muss man zum Eisen greifen.

Wenn man groß Fisch will fangen, so muss der Angel starck sind.

Wenn man große Mengen isst, so ist der Wohlgeschmack klein, wenn man kleine Mengen isst, ist der Wohlgeschmack groß.

Wenn man große Taten könnte tun mit dem Munde, es gäbe so viel Helden als Hunde.
it] Dove bisognano fatti le parole sono d' avanzo.

Wenn man gut essen will, tut man am besten, sich zu Gaste laden zu lassen.

Wenn man gut sieht, ist es leicht eine Nadel einzufädeln.

Wenn man gute botschafft bringt, so spitzt man die ohren.

Wenn man gute Gäste hat, erholt man sich auch selber. Jiddisch

Wenn man gute Vögel fangen will, so muss man gute auf den Kloben setzen.

Wenn man guten Boden mit Schweiß düngt, trägt er goldene Früchte.
it] Buono terreno e buon lavoro rende il frutti come d' oro.

Wenn man guten Flachs brav klopft, gibt er gutes Linnen.
dä] Hør skal bindes som brud (let), men blaar som tyve (hart).

Wenn man Gutes von dir reden soll, so sprich von anderen nichts Böses.
la] Audire vis bene, abstine male dicere.

Wenn man Haar und Bart schon abschert, es wechst doch wider.

Wenn man händ hat, die helffen können, so darff man nicht die Füß bitten.

Wenn man Haseln hat, kann man die Eicheln entbehren.

Wenn man heirate wöll, mot man erscht e Nest make.

Wenn man Helm auffbind vnd Panter entwendt, da hat Hochmuth ein Ehr, sonst nimmermehr.

Wenn man heute kein Geld hat, wird das Pferd morgen nicht gekauft. Estland

Wenn man hineingeht, glühen (glimmen, schwelen) die Augen, wenn man herausgeht, das Genick.

Wenn man hingießt, wo es schon nass ist, wird leicht eine Pfütze draus.

Wenn man hoffart veracht, so hengt sie die Flügel.
dä] Foragter man hoffart, saa hænger den strax med vingerne.

Wenn man Holz haut, da gibt's Späne.

Wenn man Hornissen aus einem Baume vertreiben will, so muss man ihn umhauen, sagte der alte Mann, als man die Klöster im Aargau aufhob.

Wenn man hundert Schäfer bringt, soll man gleich den ersten nehmen.

Wenn man Hunger hat, schmeckt alles gut.

Wenn man Husch ruft, meint man die Hühner alle. (Man kann in der Person eines einzelnen eine ganze Gesellschaft beleidigen)
v] Wammer säht husch, husch! dann meint mer de Höhnder all. Köln
v] Wenn man husk seggt, so mênt man de Höhner alle.
ho] Als men kosch (kusch) zegt, meent men al de varkens.
ho] Als men secht hus, so meint men die hoenre.
la] Hus dum clamatur, gallus, gallina notatur.

Wenn man ihm den Dumen (Daumen) gibt, so will er die Hand (den Arm) haben.

Wenn man ihm den Kopf abschneidet, fängt er an den Füßen wieder an zu leben.
ho] Als men kop ofsnijdt begint hij aan den staart weêr te leven.

Wenn man ihm den Pantoffel gibt, greift er nach dem Stiefel.

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