Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Wi

und oder

'Wie doch, betriegerischer Wicht,
Verträgst du dich mit allen?'
Ich leugne die Talente nicht,
Wenn sie mir auch missfallen.
Goethe, Zahme Xenien I

'Wie ganz anders würde ich vorwärts kommen, läge nicht so viel Schweres auf mir!' sagte der Mensch. 'Und wie viel besser würde ich mein Werk tun, hätte ich nicht die närrischen Gewichte an mir hängen!' sagte die Schwarzwälder Uhr.
Michael Bauer

'Wie hast dus denn so weit gebracht?
Sie sagen, du habest es gut vollbracht!'
Mein Kind! Ich hab es klug gemacht:
Ich habe nie über das Denken gedacht.
Goethe, Zahme Xenien VII

'Wie herein, so hinaus', sagte der Hausfreund und kam nackt aus dem Kleiderschrank. [ASpW]

'Wie ist denn wohl ein Theaterbau?'
Ich weiß es wirklich sehr genau:
Man pfercht das Brennlichste zusammen,
Da stehts denn allsobald in Flammen.
Goethe, Zahme Xenien V

'Wie mag ich gern und lange leben?'
musst immer nach dem Trefflichsten streben:
Des unerkannt Trefflichen wirket so viel,
Und Zeit und Ewigkeit legt ihm kein Ziel.
Goethe, Zahme Xenien III

'Wie reizt doch das die Leute so sehr?
Was laufen sie wieder ins Schauspielhaus?'
Es ist doch etwas Weniges mehr,
Als säh man grade zum Fenster hinaus.
Goethe, Zahme Xenien V

'Wie soll ich meine Kinder unterrichten?
Unnützes, Schädliches zu sichten,
Belehre mich!'
Belehre sie von Himmel und Erden,
Was sie niemals begreifen werden!
Goethe, Zahme Xenien V

'Wie weißt du dich denn so zu fassen?'
Was ich tadle, muss ich gelten lassen.
Goethe, Zahme Xenien II

'Willst dich nicht gern vom Alten entfernen?
Hat denn das Neue so gar kein Gewicht?'
Umlernen müsste man immer, umlernen!
Und wenn man umlernt, da lebt man nicht.
Goethe, Zahme Xenien IV

'Willst du uns denn nicht auch was gönnen?
Kannst ja, was mancher andre kann.'
Wenn sie mich heute verbrauchen können,
Dann bin ich ihnen ein rechter Mann.
Goethe, Zahme Xenien IV

'Wir quälen uns immerfort
In des Irrtums Banden'.
Wie manches verständliche Wort
Habt ihr missverstanden.
Goethe, Zahme Xenien IV

'Wir streben nach dem Absoluten,
Als nach dem allerhöchsten Guten.'
Ich stell es einem jeden frei,
Doch merkt ich mir vor anderen Dingen:
Wie unbedingt, uns zu bedingen,
Die absolute Liebe sei.
Goethe, Dem Absolutisten

'Wirst nicht bei jedem Wanderschritt
Wie sonst wohl angezogen.' -
Ich bringe den Betrug nicht mit,
Drum werd ich nicht betrogen.
Goethe, Zahme Xenien VII

What is a communist? One who has yearnings
For equal division of unequal earnings.
Was ist ein Kommunist? Einer, der Sehnsucht
hat nach gleicher Verteilung ungleicher Einkommen.
Ebenezer Elliott

When a pine tree falls, men gather around both with and without axes. (People like to profit by or enjoy a great man's fall)
tü] Bir çam düşse, baltalı da seyiritr, baltasız da.

When order is broken, ruin comes upon ruin. (When there arises a disorder in a society, disruption follows)
tü] Düzen bozulursa yıkım yıkım üstüne gelir.

Wî a soach, doass sich oalle fîr'm forchta, do krîchte d' Krête (Kröte) Geft.
i] Der Mut stieg ihm.

Wi arme Minsken (Menschen), seggt Fookje-mö, gên ên Blatt Tee in Hûs un Peter kummt mit de Brût.
i] In Bezug auf zu ängstliche Sorge, von der Peinlichkeit der Mutter eines Bräutigams entlehnt.

Wi blivt wohl bi ênen Gott, aver nig bi ênen Kôp. Holstein

Wî de trîba Wulka zihn. Schlesien
hdt] Wie die trüben Wolken daherziehen.
i] Um träge Leute zu schildern.

Wi dogten (dachten) dat hillge Graft was wol verwahrt. Ostfriesland

Wi fing Sâsen an Brâsen. Nordfriesland
hdt] Wir bekamen Gesottenes und Gebratenes.

Wî gât in de Bêdschôl (Betschule), säd' de Jung, dar sêt he in'n Paster sîn'n Aeppelbôm. Hamburg

Wi geern fritt de Hund Wust, wenn he wekke hett.

Wî hebben hüt den Jung (o. de Dîern) gasselt. Mecklenburg
inf] Scherzhaft für taufen. Gasseln, eigentlich zu Brot geformten Teig ins Wasser tauchen und dann auf einem Schieber zwischen die Glut des an beiden Seiten im Backofen brennenden Feuers einschieben, damit es geschwind braune Rinde bekommt.

Wi hebben noch wat mit'n anner in't Fatt (Fass). Ostfriesland

Wi hebbt noch ê Höhneken (Hühnchen) mit ênander to plucken.

Wi hebbt Sonndag een grodet Fest, sä de Burfro, denn is dat just fiefuntwindig Johr her, dat us Vadder toon lesten Mal sweet hett.

Wi heft'n nu in de Macht as Peter Smidt den Düvel, da harr he en Buren hat.

Wi heppt et jo, wi köhnt et jo. Jäh -, ick woll nich seggen, wenn wi't nich har'n.

Wi kamt so jung nig wedder tosam. Holstein

Wi könne nich alle ön Jenisalem wahne, ön Bethlehern motte ok Mönsch sön.

Wi konnen so good as Bröer lewen, sä de Jung to sein Vadder, wenn Du man bloß dat verdammte Hauen nalaten wulst.

Wî könnt hîr äwwer mett'n dreugen Munne (trockenem Munde) nich sitten. Lippe

Wi könnt woll gode Frunne bliewen, man wi möt us ut'n Geldbüdel bliewen.

Wi krîgen noch den natten Nersch. Mecklenburg (Der Regen wird uns noch ereilen, wir kriegen noch etwas auf den Pelz)

Wi krümmer, wie schlimmer.
i] Von Buckeligen und andern Gebrechlichen gebraucht.

Wî künnen as Bröder (Brüder) mit'n anner leben, säd' de Jung to sînen Vader, äwerst he will jô nich. Mecklenburg

Wi lange is ûse Mamsell keine Jungfer mehr, sä' dat Pastorenmäken. Hildesheim

Wi lävt (leben) wohl van ên Gott, man wi etet doch nich ut ên Schöttel.

Wi leven (leben) wall van êne Gott, man nich van ên Minsk.
dä] Alde leve ved een God, men ikke ved een lykke.

Wi lövt wohl an ên Gott, man wi êtet doch nich all ut ên Schöttel. Ostfriesland

Wi maken Musik, seggt dei Bälgentreter tum Organisten. Mecklenburg

Wî mött nicht in 't Hogg (Heu). Lippe (Nicht so eilig, wie es beim Heuen zuweilen notwendig ist)

Wi sat üübh Drüggan. Nordfriesland
i] Wir sitzen auf dem Trockenen, d.h. wir haben Mangel.

Wî sind vör Haugenhameln nau nich heer. Lippe
inf] Nach einer handschriftlichen Mittheilung soll unter Hohenhameln hier Klöt, früher eine Festung bei Hameln, gemeint sein. Sinn: Noch sind wir aller Gefahr nicht entronnen.

Wi sönn Nichten tohôp.
hdt] Wir sind Nichten zusammen.
i] Zur Bezeichnung einer Verwandtschaft, die sich nicht mehr nach Graden bestimmen lässt, bei Frauen wie bei Männern gebräuchlich.

Wi sünd Gott man ên Dôd schuldig, seggt Kain, do erschlug he sien Bröer Abel.

Wî sünd uk nich van hüt (heute) un gistern. Pommern

Wi sünt darvör, wi möt darder. (Wenn eine schwierige Sache durchgesetzt werden soll)

Wi sünt ênander jo nicht to Echt (zur Ehe) gebn.

Wi sünt Gott man ên Dôd schuldig.

Wi verdrägen uns heil schön, hett jenn Ehmann secht, ik do, wat ik sall, un se deit, wat se will.

Wî vîl hôt a vu der Meile, dass a su lêft. Schlesien

Wi ware e mol sehen, seggt jen Blinder, on heft sin Dag nuscht mehr gesehen.

Wi will 'nt in Schorstein schrieben, damit 't dei Haüner nich utkratzen. Mecklenburg
v] Wî will't innen Sjöstên schriwen, datte Höner 't nich ûtkleit. Jever

Wi willen d'r gên Messer umtrecken.
i] Wir wollen uns nicht darum streiten, kein Blut darum vergießen.

Wi wöllt dat scheiden, as Jochen Walter de Klüten.
i] Die Weizen- von den Buchweizenklößen.

Wi wölt nig schêten un nig genêten. Holstein
i] Um zu sagen, dass man eine Erbschaft nicht antreten wolle, weil Schulden da sind; man wolle also nicht genießen, um nicht schießen zu müssen.

Wi wölt uns scheiden, as Kodreck (Kuhmist) vun Moderliev. Holstein
i] Wenn Uneinige voneinandergehen.

Wi's uf de Mîle kimmt, su werd's abgemoalen. Schlesien
v] Die Mühle mahlt, wie du aufschüttest. Kroatien

Wia d' Olta'n, so di Kinda. Niederösterreich

Wia da Hund 's Fastn könna hat, is er hinworn.

Wia da Schöülm is, sou denkt a si 's. Steiermark
hdt] Wie der Schelm ist, so denkt er sich's.

Wia de Hoal ein (Schall in den) Woald ei'che geaht, aso geaht e wieder ausse' (heraus). Innsbruck

Wia die Orgel, so der Ton,
wia der Vater, so der Sohn,
wia die Muatter, so die Töchter -
nur a kloanes wengl schlöchter.

Wia gleaste, wia vekeaste. Unterinntal
hdt] Wie du glaubst, so verkehrst du.

Wia kloaner 's Dorf, wia bissiger d' Hund.

Wia mer deara Haua (Haue) en Stiel macht. Schwaben (Wie man dieser Sache die richtige Wendung gibt, in dieser Verlegenheit den Ausweg findet; Hindernisse überwältigt)

Wia schlechta d' Leut', wia grossa's Glück. Wien

Wiäne Guod taiket hiäd, dai doigedet nüt. Delbrück
hdt] Wen Gott gezeichnet hat, der taugt nichts.

Wichtig ist der Abend bestimmter Tage für die Bräutigamsschau, die oft an die Zeit des Abendläutens selbst geknüpft ist

Wichtig ist die Gewöhnung im zarten Alter.
Vergil, Georgica

Wichtig ist es jedoch zu bemerken, dass die alten Parsen [Perser] nicht etwa nur das Feuer verehrt, ihre Religion ist durchaus auf die Würde der sämtlichen Elemente gegründet, insofern sie das Dasein und die Macht Gottes verkündigen. Daher die heilige Scheu, das Wasser, die Luft, die Erde zu besudeln. Eine solche Ehrfurcht vor allem, was den Menschen Natürliches umgibt, leitet auf alle bürgerlichen Tugenden: Aufmerksamkeit, Reinlichkeit, Fleiß wird angeregt und genährt [...]. Eine so zarte Religion, gegründet auf die Allgegenwart Gottes in seinen Werken der Sinnenwelt, muss einen eignen Einfluß auf die Sitten ausüben.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Altere Perser

Wichtig ist, nicht obenauf zu schwimmen, sondern gewichtig unterzugehen und leichte Wellen zu verbreiten.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Wichtig wäre es, das hierüber historisch schon Bekannte nochmals zusammenzufassen und zu zeigen, dass gerade jene apokryphischen Schriften, mit denen die Gemeinden schon die ersten Jahrhunderte unserer Ära überschwemmt wurden und woran unser Kanon jetzt noch leidet, die eigentliche Ursache sind, warum das Christentum in keinem Momente der politischen und Kirchengeschichte in seiner ganzen Schönheit und Reinheit hervortreten konnte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 822

Wichtig wohl ist die Kunst und schwer, sich selbst zu bewahren,
Aber schwieriger ist diese: sich selbst zu entfliehn.
Goethe, Tabulae Votivae 6 - Das Subjekt

Wichtig zu Aphorismus: Wer sagt das? Ein Mensch, nicht bloß der Autor! Also: der Autor als Mensch.
ROBERT MUSIL

Wichtiger als die Einheit von Lehre und Forschung ist die Reinheit von Lehre und Forschung.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!

Wicken is gued Peardefauer (Pferdefutter), Hawer is noch beater.
i] Wicken = das Wort in doppelter Bedeutung: a) die bekannte Schotenfrucht für Pferde, b) wahrsagen, zaubern, fries.: Wicke = Hexe, verwandt damit das hochdeutsche Wort: 'weisen'.

Wîd vam Mal schêten.
i] Seines Zwecks sehr verfehlen.

Wider a Strom is nich gut ze schwimmen. Schlesien
z] Für dem starcken soltu dich krümmen, bös ists, gegen das Wasser schwimmen.

Wider alle Krankheiten in der Welt sind Mittel, aber eine Hure kann keine Jungfrau werden.

Wider bös Maul ist schweigen das Beste.

Wider böse Weiber ist keine bessere Arznei als der Tod.

Wider das Obenaus ist ein Mittel: Sackum per nacum (Sack auf dem Nacken), sagen die (Bettel-)Mönche.

Wider das Schwinden eines Gliedes soll man eine Mauß unangegriffen fangen, einen Faden mit der Nadel durch ihre Augen ziehen und diesen um das schwindende Glied binden

Wider den Himmel speien.
fr] Cracher contre le ciel.

Wider den Lauf der Welt ist ein alter Jude ohne Geld.

Wider den Stachel ist nicht gut lecken (o. löcken).
v] Wider den Stachel ist schlimm lecken (o. reiben).
v] Wider den Stachel lecken. Apostelgesch. 9, 5; Hesekiel, 34, 21 (Zu seinem eigenen Schaden widerstreben oder gegen die Pike ausschlagen, womit in einigen Gegenden das Zugvieh angetrieben wird. Das Wort lecken bedeutet laufen und auch mit den Füßen hintenausschlagen. Seine Wurzel erscheint noch in Lakai (Läufer), das wir zwar in dieser Form aus dem Französischen (laquais) entlehnt haben)
v] wider den Stachel löcken (gegen den Strom schwimmen)
bm] Tvrdot' jest proti ostnu se zpecovati.
en] Piss not against the wind.
fr] Il est mal-aisé à grimper contre l'adillon.
fr] Il ne faut pas nager contre le courant.
fr] Il ne faut pas aller contre vent et marée.
fr] Qui contre aguilon regibe deux fois se point.
ho] Hij vecht tegen den prikkel.
ho] Tegen den prikkel stooten.
it] Dura cosa è di calatrare contro allo stimolo.
it] E difficile di menar colci contro alio stimolo.
it] E folia di ricalcitrare contro allo sprone.
it] Tristo quell cavallo, che tira calci contra lo sprono.
la] adversum stimulum calcare
la] Adversus stimulum ne calcitres.
la] Calces adversus stimulum jactat. Terenz
la] Contra aquam remigon.
la] Contra stimulum calcare.
la] Laeditur a stimulo quicunque fricatur ab illo.
la] Qui stimulos pugnis caedit, plus manibus dolet.
sp] Tirar coces contra el aguijon.

Wider den Strom schwimmen (streben).
z] Gegen den Strom der Zeit kann zwar der einzelne nicht schwimmen, aber wer Kraft hat, hält fest, und lässt sich von demselben nicht fortreißen.
z] Wer gegen den Geist der Zeit arbeitet, schwimmt gegen den Strom und muss nothwendig zuletzt untergehen.
z] Diejenigen, welche den Strom der öffentlichen Meinung aufhalten wollen, sind so lächerlich als die Frösche, welche über den Sturm im Meere Klage führten.
z] Es werden viel gesellen innen, dass schwär ist, wider den strom schwimmen.
fr] Nager contre le fil de l'eau.
fr] Naviger contre le courant d'une rivière.
fr] Naviger contre le cours de l'eau.
ho] Hij vaart tegen den stroom op.
ho] Tegen den stroom is het kwaad zwemmen.
la] Contra aquam remigare. Seneca

Wider den Tod hilft kein Panzer.

Wider den Tod ist bös streiten.
z] Das ist wohl eine große not, das kein gwalt hilft für den tot.
ho] Het is tegen den dood gevochten (geworsteld).
la] Omnia mors tollit, quam nulla potentia mollit.

Wider den Tod ist kein Kraut gewachsen.
z] Allein unvermuthet erscheint der Tod und gegen ihn ist kein Kräutlein gewachsen.
un] Halál ellen nincs fü a' patikában (nincs bátor sáncz).

Wider den Tod kann man nicht appellieren.
dä] Han ladersig ikke kyse. Hvo kand giøre forbud for døden?

Wider den Tod schützt kein Harnisch.
v] Mit Lanzen lässt sich der Tod nicht abwehren. Russland
ho] Tegen den dood is geen schild, leef dan gelijk gij sterven wilt.

Wider den Türken kriegen.
la] Pro aris et focis certare.
la] Pro aris et focis pugnare.

Wider den Verstand handeln.
z] Jeder hat einmal wider den Verstand gehandelt.

Wider den Wind segeln.
la] Delia invita venari.

Wider des Henkers Dank (Willen) etwas behaupten (verlieren).
la] Volens nolente animo.

Wider des Todeskrafft und warten wächst kein Kraut in unserm Garten.
v] Wider des Todes Kraft hilft keines Krautes Saft (kein Pflanzensaft).
z] Wider des Todes krafft grünet keines Krautes safft.
z] Wider den tot ist nichts erdacht, ersterbet aller kräuter macht.
z] Was hilft die Sterck, was hilft Weissheit? Der Tod siget zu aller Zeit.
it] Al mal mortale nè medicar, nè medicina vale.
it] Ch' cruda morte.
it] Contro 'l tuo pontiglio non val arte nè consiglio.
la] Contra uim mortis, non est medicamen in hortis.
sp] A todo hay maña, sine á la muerte.

Wider die Gewohnheit kann niemand.

Wider die Liebe hilft kein Kraut.
v] Wider die Liebe hilft nur der Hass. Russland
v] Wider die Liebe ist kein Kraut gewachsen.
v] Wider die Liebe ist nichts besser als Hunger und Kälte.
en] No herb will cure love.
la] Nullis amor est medicabilis herbis. Ovid

Wider die Lügen ist kein feinerer Krieg, denn sie offenbaren (enthüllen). Luther

Wider die Schläge des Mundes dient der Schild von den Ohren.

Wider die Sonne reden.
i] Gegen das, was klar am Tage liegt.
la] Adversus solem ne loquitor. Pythagoras

Wider die Sonne soll man nicht reden.
i] Offenen Tatsachen nicht widersprechen, der am Tage liegenden Wahrheit nicht widerstreben.
bm] Proti slunci neotvírej huby.

Wider die wahrheit, Gewalt und Gewonheit ist bös fechten.
dä] Mod sandhed, magt og vane er ondt at stride.
it] Il vero non ha risposta.
pl] Prawdzie trudno się przeciwić.
pl] Przeciw prawdzie rozumu niemasz (a bóg wszystko widzi).
sd] Strid icke mot sanningen.

Wider die Welle disputieren.
la] Fluctibus obloqui.

Wider ein bös Maul und wider der Frösche gaxen nichts besseres als ein gut baar Ohren.

Wider ein gespanntes Seil ist bös ziehen.
dä] Det er ilde nod ramme reeb at drage, thi da drager den sterkere den svagere i vandet.

Wider einen erkannten Teufel ist nicht zu fechten, sondern sich nur zu segnen und zu fliehen.

Wider einen vom Leder ziehen.

Wider erlittenes Unrecht ist Vergessenheit das beste Kraut.
sd] Orätt stillas med glömska.

Wider Geld, dos mei Moan nich wêss. Schlesien
ho] Als weêr, daar mijne vrouw niet van weet.

Wider gewalt ist kein rat ohne das gebet.
z] Wider Gewalt ist kein Rat, sondern allein Gebet. Luther

Wider Gewalt ist kein Recht.
ho] Tegen geweld is geen regt.

Wider Gewalt ist man zu geweren nicht schuldig. [RSpW]
i] Der Verkäufer ist dem Käufer Gewährleistung schuldig, er hat dafür zu stehen, dass die Sache keinem anderen angehöre. Das vorstehende Sprichwort enthält die Ausnahme von dieser allgemeinen Regel, es wird nämlich nach demselben der Fall ausgenommen, wenn das verkaufte Besitztum von jemandem gewaltsamerweise weggenommen werde. Dies Sprichwort versteht unter Gewalt alle unvorhergesehenen und unberechenbaren Ereignisse, und behauptet, dass jemand nicht in Anspruch genommen werden könne, wenn er durch ein solches Ereignis, gewöhnlich Zufall genannt, an der Erfüllung seiner Verpflichtung verhindert worden sei. Diese Regel ist aber nur in sehr beschränktem Masse zutreffend, nämlich da, wo die Erfüllung der Verpflichtung geradezu unmöglich ist. Wer ein Pferd borgt, muss es in demselben Zustande zu rückgeben. Wird es vom Blitz getötet, so kann er dies freilich nicht, aber er wird es nach seinem Wert bezahlen müssen. Durch Verträge kann übrigens bestimmt werden, dass der Schuldner auch für jeden Schaden des Zufalls haften müsse.

Wider Gewohnheit, wider Wahrheit und wider Gewalt ist bös fechten.

Wider Gift hilft nur Gegengift.
v] Wider Gott hilft kein Siegel, Recht, gebrauch noch Obrigkeit.
v] Wider Gott hilft keine Macht.

Wider Gott ist kein Rat, es hilft kein Neid, wenn's Gott gab.
v] Wider gott hilft kein rat.
fr] Contre Dieu nul ne garde.

Wider Gott nit geredt, aber ... (Wenn man einen schlimmen Ausgang ahnt, und doch durch sein Urteil der Gottheit nicht vorgreifen will)

Wider Gott und das Glück hilft kein panzer noch Krebs.

Wider Gottes Gewalt kann niemand (o. keiner).
bm] Proti Bohu nic nemohu.
fr] Contre Dieu nul ne peut.
it] Chi contro a Dio getta pietra in capo gli torna.
it] Contra il destino celeste non può, non si deve.
la] Spuit in se, qui adversus Olympum.
un] Égre követ ne vess, mert fejedre fordúl.

Wider Gottes Kraft hilft keine Macht.
kroat] S jedinim Bogom na sto neprijateljah.

Wider Gottes Weisheit ist nicht zu fechten, er gewinnt doch.

Wider Gottes Zorn ist alle Macht verlor'n.
la] Plus valet humanis viribus ira Dei. Ovid

Wider göttlichen Zorn ist menschliche Macht verlorn.
fr] Qui crache contre le ciel, il lui retombe sur le visage.

Wider gut recht geschiehet alles unrecht.

Wider Hader und Krieg ist Geduld der löblichste Sieg.Wer ober sich hack (hackt), dem vallen dye spen jn die augen.

Wider Nebel wirkt kein Hebel.
i] Unwissenheit und Irrtum lassen sich nicht mit Gewalt und auf einmal vertreiben; sie schwinden nur mit fortschreitender Bildung.

Wider Neid ist Tugend das beste Schild und Kleid.
dä] Ved speyl dræbes basiliskan, ved dyd dræbes misundere.

Wider reif und schnee gehört ein Nebelkappe.

Wider Rotz und Spat ist kein Rat.
i] Empfiehlt Vorsicht beim Einkauf von Tieren, besonders Pferden, und handelt von der Nachwährschaft, die geleistet werden muss, für Mängel, die schon zur Zeit des Kaufs an der Sache gehaftet haben. Gewisse Fehler lassen sich aber ohne besondere Fachkenntnis bei gewöhnlicher Aufmerksamkeit nicht leicht erkennen, weil die sprechenden Merkmale erst dann auftreten, wenn das Übel, wie Rotz und Spat an Pferden, bedeutend um sich gegriffen hat.

Wider sein Gewissen handeln.
fr] Blesser sa conscience.

Wider seine Natut vermag der Mensch nichts.
Tschernyschweski, Was tun?

Wider sich kann man niemand verlegen.
i] Das Zeugnis von solchen, die mit der Partei gleiches Interesse haben, ist vor Gericht nicht zulässig. Das obige Sprichwort sagt aber, dass dann von der befreundeten Partei kein Einwand erhoben werden kann, wenn sich der Gegner darauf beruft.
ndt] Wedder sick kan man nemandt vorleggen.

Wider solche Wölfe ist nicht gut bellen.

Wider spitzige wort gehören verharnischte Ohren.

Wider steifen Hals ist Rückenklopfen gut. (Halsstarrige Leute sollen durch aufgelegte Haselstecken geschmeidig werden)
bm] Hrob napraví krivosijného (hrbatého) a kyj tvrdosíjného.
bm] Na tvrdosíjného dubovec.

Wider stößigen Bock wird kein Prozess erkannt.

Wider Unglück hilft kein guter Rat.
dä] Gode raad hielpe intet mod ulykken.

Wider Unglück hilft keine Kunst.
en] No fence against a flail.
fr] Contre la fortune ne sert science aucune.
fr] On ne peut fuir sa mauvaise destinée.
it] Non giova l' senno, ove fortuna manca.
la] Si fortuna deest, labor omnis et omnia frustra.
sp] Do falta dicha, por demas es diligencia.

Wider Unglück und Brand hilft (schützt) kein Verstand.
it] Contra la fortuna non vi giova scienza alcuna.

Wider unrecht ist kein Artznei, als vergesslichkeit (vergessen), die heilet alle injurien.

Wider Untugend ist Tugend die beste Arznei.
ho] Tegen ondeugd is deugd medicijn.

Wider Weiber sol sich niemand legen.

Wider Willen gibt böses Blut.

Wider Willen kann man dem andern das Schwert nicht in die Scheide stecken.

Wider willen kann man einem (wohl etwas) nehmen, aber nichts geben.
i] Bei einer Schenkung wird erfordert, dass die zum Geschenk angebotene Sache auch angenommen werde, damit über das Eigentum derselben künftig kein Zweifel erhoben werden könne. Und insofern hier von Verbindlichkeiten die Rede ist, so versteht es sich von selbst, dass eine solche dann nicht entsteht, wenn das Anerbieten nicht angenommen oder die Leistung zurückgewiesen wird.

Wider Wind und Flut ist selten gut.

Widerbellen ist Hundstugend, aber im Hause tut sie den Ohren weh.
i] Darum gib die Hand keiner Widersprecherin.

Widerbürsten und unschlachtigen Leuten muss man Zaum und gebiss anlegen.

Widerficht nit, das am tag ligt wie der Baur an der sonnen.
la] Adversus solem ne loquitor.

Widerlage falle nieder. [RSpW]
i] Bezieht sich auf die Leibzucht oder das Leibgedinge der Frauen, das erst nach der Witwe Tode oder nach ihrer Wiederverheirathung an die Erben des Mannes zurück, d.h. dahin fällt, woher es kam.
isl] Tilgiof falle nidhr.

Widerlich ist es, einen Witwer zu heiraten, noch widerlicher, die Brühe eines Witwers zu essen. Estland

Widerrufften nicht eugle.

Widersacher kommen nicht in Betracht, denn mein Dasein ist ihnen verhaßt, sie verwerfen die Zwecke, nach welchen mein Tun gerichtet ist, und die Mittel dazu achten sie für ebensoviel falsches Bestreben. Ich weise sie daher ab und ignoriere sie, denn sie können mich nicht fördern und das ist's, worauf im Leben alles ankommt...
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Widersacher, Weiber, Schulden,
Ach! kein Ritter wird sie los.
Goethe, Ritter Kurts Brautfahrt

Widerschein der Abendröte im östlichen Gewölk gilt in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich als ganz besonders gutes Zeichen eines folgenden schönen Tages
z] Abendrot – in der Früh Sonn ins G'schrott.
z] Abendrot, Morgens god.
z] Geiht de Sünn unner gäl,
gift et häil Rägen väl,
geiht de Sünn unner rod, ward dat Wäder häil goud.
z] Abendrot makt't Well'r got; Morgenrot bringt Wat'r in'n Sod.
z] Gut Wetter kündet Abendrot, Morgenrot bringt Wind und Kot.
z] Abendrot gut Wetter bot, Morgenrot bringt Dreck und Kot.
z] Abendrot bringt Brot, Morgenrot fällt in Kot.
z] Abendrot bringt heitern Tag, Morgenrot nicht weilen mag
z] Abendrot (goldfarbig) gut Wetter bot – Abendrot (feuerfarbig) morgens Kot.

Widerschelten gibt Schmach.

Widersinnigkeiten sind nützlich, um die Aufmerksamkeit für Ideen anzuziehen.
Creighton

Widersprechen ist (von Gott) geschaffen. Estland

Widersprechen ist ewig stärker als Ansprechen.
i] Der Beklagte hat vor dem Kläger bedeutende Vorteile.
en] A bidh and sar swidhere thonne onsagu. Angelsächsisch

Widerspruch findet man in der Regel; nur richtet man mit bloßen Händen keine Nägel.
dä] Genslag er ei altid aflagt, dog kommer der trætte af.

Widerspruch und Schmeichelei machen beide ein schlechtes Gespräch.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,4

Widerstand erhält den Brand.

Widerstand gegen den Aphorismus: Jemand, der auf einem Spaziergang zehn solcher Bemerkungen von sich gäbe, wäre unangenehm. Der zehn solcher Einfälle hätte, die nicht entschuldigt sind durch ein verbindliches Thema.
Robert Musil

Widersteht dem Teufel, und er wird fliehen.
fr] Résistez au diable, et il s'en fuira.

Widerstreb nit dem offenbaren.

Widerstrebt es der Vernunft oder der Gerechtigkeit, sich selbst zu lieben? Und warum wollen wir, dass die Eigenliebe unbedingt ein Laster sei?
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Widerstreiche sind nicht verboten.
la] Referire nefas non est.

Widerwärtigkeit ist des Menschen Probierstein.
v] Widerwärtigkeit macht weise Leut'.
v] Widerwärtigkeiten mit Geduld ertragen, ist, wie der Kluge sagt, das Klügste.

Widerwertigkeiten muss man mit widerwertigkeit vertreiben.
i] Man muss ihm Mut und Tapferkeit entgegensetzen.
pl] W przeciwności dobywaj męžnošci.

Widerwille gegen das Danken, [...] Erwiderung einer Wohltat durch unmutiges und verdrießliches Wesen ist sehr selten und kommt nur bei vorzüglichen Menschen vor: solchen, die, mit großen Anlagen und dem Vorgefühl derselben in einem niederen Stande oder in einer hilflosen Lage geboren, sich von Jugend auf Schritt vor Schritt durchdrängen und von allen Orten her Hilfe und Beistand annehmen müssen, die ihnen denn manchmal durch Plumpheit der Wohltäter vergällt und widerwärtig werden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Widerwillig gegessenes Essen macht Baucht- oder Kopfweh.
tü] Gönülsüz yenen aş, ya karın ağrıtır ya baş.

Wie 'n Gott 'rschaffa hot. Würzburg (Stand er (z.B.) da, d.i. nackt)

Wie 's Gehirn, so die Stirn.
bm] Starobylost s mozkem.
dä] Hiernen er ei som stiernen.
dä] Man seer ei hiernen igiennem stiernen (panden).

Wie 's Glück dir tut, so nimm für gut.

Wie 's Glück es gibt und stehn die Dinge, sind wir bald groß und bald geringe.
la] Omnibus nobis ut res dant sese, ita magni atque humiles sumus. Terenz

Wie 's Glück will fügen, lass dir gnügen.
la] Et quam cunque viam dederit fortuna sequamur.

Wie 's Glück will, das sei mein Ziel.
la] Quod sors feret, feremus aequo animo. Terenz

Wie 's Kind gewöhnt ward, so schlägt's in die Art.
mhd] Ein jeglich kint sich dâ nâch sent als ez diu muoter hât gewent.

Wie 's kommt, so gets wieder hin.
dä] Let kommet, let gaaet.
la] Dies quod donat, timeas ne cito raptum veniat.
la] Mala lucra aequalia damnis.

Wie 's Leben singt, der Tod nachklingt.
la] Mors est echo vitae.

Wie 's nasse Wetter ankommen. Ostpreussen

Wie 's Petrus (22.2.) und Matthias macht, so bleibt es noch durch vierzig Nacht. Westpreussen

Wie 's Tuch langt, muss man den Mantel schneiden.

Wie 's Wetter an Medardi, so ist's sechs Wochen darauf. Luzern
v] Wie 's Wetter beim Wind, so kennt man den Herrn bei seinem Gesindt.
v] Wie 's Wetter ist am zweiten Januar, so ist's auch im September fürwahr.
v] Wie 's Wetter um St. Vincent (22.1.) war, so wird es sein das ganze Jahr.
v] Wie 's Wetter war am Siebenschläfertag, so bleibt es sieben Wochen lang danach.
v] Wie 's Wetter zu Medardi (8.6.) fällt, es bis zu Mondes Schluss anhält.
v] Wie 's Wetter zu Medardi hält, solch Wetter in die Ernte fällt.

Wie 's Wetter i de Loostage-n-isch, so isch's ganze Jahr. Solothurn.
i] Loostage heißen die zwölf Tage von Weihnachten bis Dreikönige. Wie das Wetter an diesen Tagen ist, so soll es in den entsprechenden Monaten sein.

Wie 's Wetter ist, trüb oder gut, verändert sich auch Leib und Mut.
la] Temperi coeli corpusque animusque juvatur.

Wie 's Wetter sich im Oktober stellt, so es im Märzen wieder fällt.
fr] Regarde bien auparavant et après saint Denis les jours, car si tu vois qu'il gèle blanc, les vieux assurent que toujours le semblable temps tu revois avant et après sainte Croix.

Wie 't Oenderste üt de Kann drinkt, den fellt Deckel op de Nöos. Kleve
v] Wenn man dat Unnerste ut den Krôs hävven will, föllt en'n de Deckel up de Niäsü. Münsterland

Wie 't sulwst anpäcket (= anpackt), die heat 't in 'n Hännen. Westfalen

Wie (der) Amboss, so (der) Hammer.
fr] A dure enclume marteau de plume.

Wie (wer) wat hädd, den (der) krigt wat. Kleve

Wie a Maikatzel su munter. Oberlausitz
i] Namentlich beim Anblick frischer Mädchen.
ho] De mei-katten deugen niet.

Wie Aaner gehalkrâscht is, so hâsst er.
inf] In frühern Zeiten war es gebräuchlich, dem neugeborenen Kinde, nachdem es vier Wochen alt geworden war, an einem Sabbatnachmittage seinen deutschen (chōl, profanen) Namen zu geben, neben dem hebräischen (heiligen, kadosch), den der Knabe schon bei der Beschneidung erhielt. Es geschah dies dadurch, dass man die Wiege samt dem geputzten Kinde von dazu eingeladenen verwandten und befreundeten Kindern feierlich und festlich umstellen und, nach dem man einige bestimmte Verse aus dem Pentateuch laut hergesagt, dieselbe dreimal in die Höhe heben ließ, unter dem jedesmaligen Rufe (Krisch von kreischen, crier): Wie soll das Kindlein heißen? Antwort: N., worauf unter die Kinder allerhand Süßigkeiten verteilt wurden. Aus diesem Chol = kreisch bildete sich dann das Substantiv: Hôlekrâsch, so wie das Verbum: hôlekrâschen (kreischen).
zit] Der Name, den einer einmal', sei es ein guter oder böser, erhalten hat, bleibt ihm, ob mit Recht oder Unrecht, weil die Menschen zu träge sind, ihr einmal gefälltes Urteil zu ändern oder zu berichtigen. Es soll aber auch durch das Sprichwort die Macht der öffentlichen Meinung einen Ausdruck erhalten.

Wie aber denn doch zwischen einer leidenschaftlichen Liebesneigung und einem abzuschließenden Heiratskontrakt noch manche Gedanken sich einzudringen pflegen...
Goethe, Italienische Reise III, April 1788 - Bericht

Wie aber der Mensch überhaupt ist, besonders aber im Kriege, dass er sich das Unvermeidliche gefallen lässt und die Intervalle zwischen Gefahr, Not und Verdruß mit Vergnügen und Lustbarkeit auszufüllen sucht.
Goethe, Belagerung von Mainz, 28.5.1793

Wie aber die einzelnen Menschen nur in ihrem Glauben und in dessen Stärke die Wurzel ihrer Energie zu suchen haben, so auch die Völker.
Heinrich Leo, Vorlesungen über die Geschichte des deutschen Volkes

Wie aber die militärisch-physische Kraft einer Nation aus ihrer inneren Einheit sich entwickelt, so muss auch die sittlich-ästhetische aus einer ähnlichen Übereinstimmung nach und nach hervorgehen. Dieses kann aber nur durch die Zeit bewirkt werden.
Goethe, Schriften zur Literatur - Le Tasse von Duval

Wie aber in der wissenschaftlichen Welt nicht leicht ohne Trennung gewirkt werden kann...
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 6. Abt. - Innere Mängel

Wie Aegid sich stellet ein, dreissig Tag dir bilde ein, ist es dann ein guter Tag, ein schöner Herbst nachfolgen mag.

Wie Aegidius sich verhält, ist der gantze Herbst bestellt.

Wie alle anderen Läden verkaufen auch die Apotheken zu 50 Prozent Schund.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!

Wie alle Leidenschaft das Genie ersetzt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,9

Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem anderen wirkt und lebt!
Goethe, Faust I, Nacht / Faust Vs 447

Wie also Hunger das beste Gewürz bleibt, so wird Müdigkeit der herrlichste Schlaftrunk sein.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 7./8.10.1792

Wie alt das Pferd auch ist, es ist besser als neue Sandalen. Haussa, Afrika

Wie alt man gerade geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.
Heinrich Böll

Wie alt muss die Fichte sein, die zum Maste dienen soll?
Wie alt? Sie muss hoch genug und muss stark genug sein.
Lessing, Philotas 4

Wie alt wirst du sein, wenn du wartest, bis der Gelbe Fluss klar geworden ist?

Wie am Aschermittwoch das Wetter war, so hält es sich das ganze Jahr.

Wie am Handwerker, so am bildenden Künstler kann man auf das deutlichste gewahr werden, dass der Mensch sich das am wenigsten zuzueignen vermag, was ihm ganz eigens angehört. Seine Werke verlassen ihn, so wie die Vögel das Nest, worin sie ausgebrütet worden.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,3

Wie am Matthiastag (24.2.) der Wind, so ist (auch) der Fischfang. Estland

Wie Amt, so Mann!

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten,
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.
Goethe, Gott und Welt - Urworte - Orphisch - Dämon

Wie an König Artus hoff.

Wie an Medardi (8.6.) das Wetter ist, so ist es auch in der Ernte. Pfalz
v] Wie an Medardus das Wetter fällt, es bis zum Mondesschluss anhält.

Wie anders ist es, was man mit sich und unter Freunden ins Zarteste und Besonderste arbeitet.
Goethe, an Schiller, 6. Oktober 1798

Wie anders tragen uns die Geistesfreuden
Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt!
Da werden Winternächte hold und schön,
Ein selig Leben wärmet alle Glieder,
Und ach, entrollst du gar ein würdig Pergamen,
So steigt der ganze Himmel zu dir nieder!
Goethe, Faust I, Vor dem Tor / Wagner Vs 1104f.

Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein!
Goethe, Faust I, Nacht (Faust)

Wie anfangs man geirrt, das findet man am Ende;
Oh, dass ich wenigstens auf halbem Wege fände!
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Wie angenehm ließe es sich unter uns leben, wenn die äußere Haltung immer die Beschaffenheit des Herzens widerspiegeln würde.
Rousseau, Abhandlung über die Wissenschaften und Künste

Wie angenehm und reizend ist die aus dem Bewusstsein vollkommener Eintracht entspringende Sicherheit!
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Julie)

Wie angenehm uns die Liebe auch sein mag, so müssen wir doch stets auch an die Ehre denken.
Gottfried von Straßburg, Tristan

Wie angenehm, es regnen zu sehen, ohne naß zu werden. Mexiko

Wie angewurzelt stehen bleiben.
en] To stand rooted (o. riveted) to the spot.
fr] Rester cloué sur place (o. come une souche).
it] Restare come inchiodato.

Wie arbeit, so geld.

Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen.
en] How poor are they that ha' not patience!
Shakespeare, Othello II,3

Wie arm wäre der menschliche Geist ohne die Eitelkeit!
Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Wie arm würden die Armen erst sein, wenn es keine Reichen mehr gäbe: Also keine Hoffnung mehr und keinen Glauben an jene Wunder, die uns erwarteten, wenn wir selbst eines Morgens als Reiche erwachten. Charles Tschopp

Wie Arme was verdienen, das lehrt die Armut ihnen.

Wie armselig bist du Reicher, da dich die Huren ums Leben bringen.

Wie Art, so Schwart'.

Wie atmet im Herzen die Liebe! Es ist, als wolle man sein ganzes Herz überströmen lassen, man will, dass alles froh sei, dass alles lache! Und wie ansteckend ist diese Freude.
Fjodor M. Dostojewski, Helle Nächte

Wie auch das Klima wirke, jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze hat ihr eigenes Klima: Denn alle äußern Einwirkungen nimmt jedes nach seiner Weise auf und verarbeitet sie organisch.
Johann Gottfried Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Wie auch das Wetter sich gestaltet, bei Jahresschluß die Hände faltet.

Wie auch der Krieg sich wend, so nimpt er doch mit schad ein end.

Wie auch der Lauf sein mag, das Ende wird ihn lohnen.

Wie auch die Welt sich stellen mag,
Der Tag immer belügt den Tag. -
Dagegen man auch nicht gerne hört,
Wenn der Tag den Tag zerstört.
Goethe, Zahme Xenien IV

Wie auf Adlersflügeln gebettet (o. getragen) werden. (Mit Schutz und Hilfe eines Mächtigen Gefahren überstehen) Ex 19,4
zit] Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret
der dich auf Adlers Gefieder so sicher geführet.
Kirchenlied

Wie auf dem Yangzi die hinteren Wogen die vorderen schieben, so wollen die jungen Menschen die Plätze der alten übernehmen.

wie auf Eiern gehen
en] to walk gingerly - to pick o's way carefully
fr] (avoir l'air de) marcher sur des œufs
it] camminare sulle uova

Wie auf Kohlen sitzen (o. stehen).
i] Von höchster Ungeduld, in der man ruhig aushalten muss.
z] Ich habe hier gestanden wie auf Kohlen.
z] Ik sitt ass upp Kaoln, sagt man, wenn man irgendwo warten muss, während man an einem andern Orte nöthig ist und erwartet wird.

Wie auf Nadeln sitzen.
v] Wie auf einer Nadelspitze sitzen. Russland
fr] Il a des oeufs de fourmis sous les pieds.
fr] Il est sur des épines.

Wie aus dem Ei geschält.
inf] Von sehr Schönen und Netten, gleichsam den gewöhnlichen Weg der Geburt leugnen. Die griechische Mythe erzählt, dass Leda, infolge eines zärtlichen Besuchs des Jupiter, zwei Eier gelegt, aus dem einen seien Zwillinge, Kastor und Pollux, Jünglinge von ausgezeichneter Schönheit, aus dem anderen sei Helena, von gleich gefeierter Schönheit, hervorgegangen.
la] Ex ovo emersit.
la] Ex ovo prodiit.

Wie aus dem Wasser gezogen.
i] So vom Regen oder Schweiß durchnässt.

Wie aus den Augen geschnitten.

Wie aus der Pistole geschossen.
i] Plötzlich.

Wie aus einem Blatt unzählig
Frische Lebenszweige sprießen,
Mögst in einer Liebe selig
Tausendfaches Glück genießen.
Goethe, An Personen - An Marianne v. Willemer - Mit einem Blatt Bryophyllum calycinum

wie aus einem Mund
i] jemanden loben, verdammen, wählen, verwerfen.
en] as one man - as (if) with one voice
fr] d'une seule voix
it] come un sol uomo

Wie Badewasser schmecken.
inf] Badewasser nannte man ein im nördlichen Deutschland aus sehr wenig Korn, aber aus desto mehr verschiedenen Kräutern fabriziertes, unangenehm schmeckendes Getränke, an das man sich erinnerte, wenn man von schlechtem Biere sagte: Es schmeckt wie Badewasser.

Wie bald hat ein Huhn ein Ei verlegt (vertragen).

Wie balsamisch duftet das Haar der Frauen!
Wie zart ist die Haut ihrer Hände, wie versehren ihre Blicke!
Gustave Flaubert, November

Wie Bartholomäitag (24.8.) sich hält, so ist's auch im Herbst bestellt.

Wie Baum, so Raum. (Je größer die Kraft, je größer der Wirkungskreis)

Wie bedeutend das Leben eines Menschen sei, kann ein jeder nur an ihm selbst empfinden, und zwar in dem Augenblick, wenn er auf sich selbst zurückgewiesen das Vergangene zu betrachten und das Künftige zu ahnen genötigt ist. Alle späteren Versuche, solche Zustände darzustellen, bringen jedoch jenes Gefühl nicht wieder zurück.
Goethe, Dichtung und Wahrheit - Anhang - Aristeia der Mutter

Wie bedeutend ist es, die Grenzen des menschlichen Geistes immer näher kennen zu lernen, und dabei immer deutlicher einzusehen, dass man nur desto mehr verrichten kann, je reiner und sichrer man das Organ braucht, das uns überhaupt als Menschen und besonders als individuellen Naturen gegeben ist.
Goethe, An Amalie v. Gallitzin, 6.2.1797

Wie begrüßt ich so oft mit Staunen die Fluten des Rheinstroms,
Wenn ich, reisend nach meinem Geschäft, ihm wieder mich nahte!
Immer schien er mir groß, und erhob mir Sinn und Gemüte...
Goethe, Hermann und Dorothea 1. Gesang Vs 190

Wie bei der Äppelfrau. (Wo nicht gefeilscht wird, sondern fester Preis ist)

Wie beklag ich es tief, dass diese herrliche Seele,
Wert, mit zum Zwecke zu gehn, mich nur als Mittel begreift!
Goethe, Vierjahreszeiten - Herbst 58

Wie bekommen, so gegeben. Estland
v] Wie bekommen, so gegessen. Estland
v] Wie bekommen, so geht es (fort). Estland
v] Wie bekommen, so verloren. Estland
v] Wie bekommen, so verschwendet. Estland
v] Wie bekommen, so vertan. Estland

Wie beneid ich am Abend die glücklichen Hüttenbewohner um den traulichen Menschenkranz, der sie umschließt, und wie fühl' ich dann mit geheimem Schauder die Einsamkeit, die furchtbare Leere um mich her!
Sophie Mereau, Ein ländliches Gemälde

Wie bericht't, so geschieht. Hessen (Wie der Amtmann bei der Regierung beantragt, so verfügt diese.

Wie beschränkt, wie kurz ist doch das längste menschliche Leben. la] Quid tam circumcisum, tam breve quam hominis vita longissima? Plinius Minor

Wie betrübt werde ich sein, wenn ich morgen aufstehe, sagte Hans, als er hörte, dass sein Vater gestorben sei.

Wie beurteilt man einen Staat am gerechtesten? Einfach - auf Grund seiner Gerichtsbarkeit. Stanislaw Jercy Lec

Wie bin ich doch so herzlich froh,
dass Christus ist das A und O,
der Anfang und das Ende.
Nicolai, Wie schön leuchtet der Abendstern

Wie bist du so ausgeartet?
Sonst warst du am Abend so herrlich und hehr!
Wenn man kein Liebchen erwartet,
Gibts keine Nacht mehr.
Goethe, Zahme Xenien VII

Wie Bitte, so Gabe.

Wie Blumen sind die Familiennamen, sie blühen in Büscheln. Aschanti

Wie brav, die Laster zu meiden, deren man nicht fähig ist.
Peter Benary

Wie Brot, so Messer. (Man soll sich nach seinen Verhältnissen richten und das Messer nicht zu groß nehmen, wo das Brot klein ist)

Wie Buchs, Sommer und Winter grün. Ulm

Wie chlinner, wie chrättiger. Kurzenberg in der Schweiz
i] Chrott = kleine Person, chröttig = eigensinnig, widerspenstig.

Wie Christus ins Grab gelegt wird, so steigt er auf. (Danach soll von Karfreitag nachmittags 3 Uhr bis Himmelfahrt gleicher Wind herrschen)

Wie d' höll vnd 's meer ist z füllen nit, so ist auch des geitzigen sitt.
la] Orco siue mari, mens aequiparatur auari.

Wie das Amt, so die Ehre.

Wie das aug, also das werck.

Wie das Auge am Abend mancherlei Seltsames sieht, so hört auch das Ohr rätselhaftes Lärmen und Geräusch an gewissen Plätzen

Wie das Auge, das beredteste von allen Organen, wo nicht Worte, doch bald der freundlichen Liebehingebenheit, bald der grimmigen Anstrengung der Wangen und aller Abschattungen dazwischen bedarf, um auszudrücken, ach nur um zu stammeln, was die innersten Tiefen der Menschheit durchdringt!
Goethe, Zur Physiognomik, Eingang

Wie das Begräbniss eines Fremden, niemand geht vor, niemand hinter ihm. (Wenn sich j-d von seinem Amt u.s.w. zurückzieht, ohne dass es jemandem leid tut)

Wie das Beil, so die Späne. Estland

Wie das Bild in den Spiegel fällt, so fällt's wieder zurück.

Wie das Botenlohn, so die Botenschritte.

Wie das Brot, so sind die Brocken.
v] Wie das Brot, so ist die Suppe.
fr] Tel pain, telle soupe.

Wie das Dach, so der Tropfen (o. Eiszapfen).

Wie das Dorf dem Hündchen, so das Hündchen dem Dorf. Estland
v] Wie das Dorf mir, so ich dem Dorf. Estland
v] Wie das Dorf Rein, so Rein dem Dorf (Rein - estn. Männername). Estland
v] Wie das Dorf, so das Essen. Estland
v] Wie das Dorf, so die Bauern.

Wie das eine, so ist alles andere.

Wie das erste Gewitter zieht, so man die anderen folgen sieht. Arnsberg

Wie das erste Neu nach Herbstanfang, so die Witterung bis Winteranfang. Luzern
i] Der erste Neumond.

Wie das Essen, so der Schlag. Estland
v] Wie das Essen, so der Trab, wie das Getränk, so der Lauf. Estland
v] Wie das Essen, so die Federn, und wie des Menschen Wohlstand, so der Schmuck. Estland

Wie das Fass, so der Wein, sagte die Frau zum Mann, als er von ihrem Urin getrunken. Eifel
v] Wie das Fass, so die Tinte. Estland

Wie das Feld, so die Ernte.
v] Wie das Feld, so die Rüben. Estland

Wie das Fleisch, so die Brühe.

Wie das Füllen, so das Pferd.

Wie das Füßchen, so das Schuhchen.

Wie das Garn, also das Tuch (o. Hemd).
v] Wie das Garn, so auch das Gewebe. Estland
i] Das Sprichwort liebt diese Form, um denselben Gedanken vergleichend auszudrücken: Wie Abt, so Mönch. Wie Arbeit, so Lohn. Wie Fass, so Wein. Wie Fürst, so Volk. Wie Gärtner, so Garten. Wie Gespinst, so Verdienst. Wie Gras, so Heu. Wie Heiliger, so Opfer. Wie Herr, so Knecht. Wie Hirt, so Schaf. Wie Korn, so Mehl. Wie Lehrer, so Schüler. Wie Saat, so Ernte. Wie Stall, so Vieh. Wie Werk, so Lohn. Wie Wirt, so Gast. - Auch bei anderen Völkern. So sagen die Kroaten: Wie Saat, so Schnitt. Die Illyrer: Wie der Bienenstock, so die Bienen. Die Litauer: Wie das Dach, so die Eiszapfen (Tropfen). Die Sardinier: Wie Traube, so Wein. Die Kleinrussen: Wie die Fische, so die Suppe. Die Franzosen: Wie Hauptmann, so Soldat. Der Pole: Wie Herr, so Kram. Die Russen: Wie der Boden, so das Brot. Die Lappen: Wie Milch, so Käse. Der Engländer: Wie Zimmermann, so Späne.

Wie das Gebet ist, so ist dz Reuchfass, sagt der Teuffel zu einem Messpfaffen, da er einen fortz ließ.
v] Wie das Gebet ist, so wird man auch erhört.
v] Wie das Gebet, so der Segen (oder: so die Erhörung).
v] Wie das Gebet, so ist auch das Räuchwerk, sprach der Teufel, da ein Pfaff im Bett Complet betet und sich bethöret. Luther

Wie das Gebiet, so die Sitte. Estland

Wie das Geld kommt, so geht es wieder.

Wie das Geld so die Freunde.
v] Kleines Geld, kleine Freunde. Russland

Wie das Geld, so die Ware.
fr] De peu d'argent, courte cape.
fr] Selon l'argent, la besogne.

Wie das Gericht fragt, so antworten die Zeugen.
fr] Tel tribunal, telle déposition.

Wie das Geschrei, so ist auch das Ei.

Wie das Geschütz geladen ist, so knallt's.
ho] Nadat het geschut geladen is, buldert het.

Wie das Gesetz, so das Land (o. Volk). (Von den Gesetzen hängt der Zustand des Landes, die Bildung des Volkes ab)

Wie das Gesicht, so der Geschmack. Estland
v] Wie das Gesicht, so die Mütze. Estland
v] Wie das Gesicht, so die Tat. Estland

Wie das Gespinst, so der Gewinst.
la] Qualia quisque geret, talia quisque feret.
un] A ki mint keresi, úgy veszi hasznát.

Wie das Gespräch geführt wird, so gibt man zu trinken.

Wie das Gestirn,
Ohne Hast,
Aber ohne Rast,
Drehe sich jeder
Um die eigne Last.
Goethe, Zahme Xenien II

Wie das Getriebe, so das Gezeige. (Das Äußere ist ein Abdruck des Innern)

Wie das Glas, so scheint das Licht durch.

Wie das Glück ist, so seind die Freund.
v] Wie das Glück so ist der mut, sie steigen zugleich auff und ab.
v] Wie das Glück steigt auf und nieder, kommt man hoch und sinket wieder.
v] Wie das Glück, so die Klaue. Estland
v] Wie das Glück, so ist dass Gemüt.

Wie das Gotthelf, so 's Gottvergelt's.
ruth] Jakij: Pomahai Boh, take: bodaj zdorow. (Wie Gunst, so Dank.)

Wie das Gut gekommen, so geht es.
ho] Het goed is gegaan, gelijk het gekomen is.
ho] Het goed moet gaan, daar het van daan komt.

Wie das Gute empfangen, ist der Dank vergangen.
la] Simul et misertum est et interiit gratia.

Wie das Haar, so der Mensch.

Wie das Haupt will, so folgen die Glieder.
ho] Daar het hoofd wil, volgen de leden.

Wie das haupt, also der leib (o. die Glieder).
la] Bonus dux, bonum reddit comitem.

Wie das Haupt, so die Glieder, ist jenes krank, so liegen diese nieder.

Wie das Haupt, so die Krone.
ho] Zulke hoofden, zulk eene kroon.

Wie das Haus gewonnen, so geht's wieder von dannen.

Wie das Haus, so das Dach. Estland
v] Wie das Haus, so guckt der Mann heraus.
böhm] Jaký dum, takový stavitel.
fr] Telle mesgnie telle oeconomie.

Wie das Helfgott, so das Gotthelf. Wend. Lausitz

Wie das Hemd, so der Arsch. Estland

Wie das Herz denckt, so spricht der mund.
v] Wie das Herz ist, so sind auch die Gedanken.
v] Wie das Herz, so der Dank.
v] Wie das Herz, so die Werke.
v] Wie das Herz, so sind die Reden.
böhm] Jaké srdce, takový i jazyk.
böhm] Jaké srdce, takova i ústa, i jazyk, život.
it] La bocca sbocca sovente ciò ch' il cuor giudica esente.

Wie das Holz ist, so gibts Späne.
v] Wie das Holz, so die Asche.
v] Wie das Holz, so der Nagel.
böhm] Do hrubého dřeva hrubý cyik dáti třeba.
böhm] Jaké dřevo, taký cvik.

Wie das Huhn scharrt, so das Huhn pickt.
v] Wie das Huhn, so das Ei.

Wie das Kätzchen, so die Katze.
v] Wie das Kätzlein, also ist die Katz.
fr] Chat et chaton chassent le raton.

Wie das Kind, so die Taufe.

Wie das Kirchspiel, so der Pfarrer.
it] Ad un popolo pazzo, un prete spiritato.

Wie das Kleid, so der Empfang (o. Gruß).
v] Nach dem Kleide richtet sich die Gastfreundschaft. Arabien
dä] Saa er hver h¿dt som han er kl¿dt.
ruth] Jak sią ubraw, tak ho uraczyły.

Wie das Kleid, so der Mann, leichte Kumpen leichte Lumpen han.
fr] Femme sotte se connaît à la cotte.

Wie das Korn, so gibt es Mehl.
v] Wie das korn ist, so das (gibts) Mäl.
v] Wie das Korn ist, so geit es Mehl, kein gutes Leder ein faules fehl (Fell). Russland

Wie das Kücken, so die Zitze. Estland

Wie das Lamm, so die Wolle. Estland

Wie das Land (= der Boden), so die Beeren. Estland
v] Wie das Land, so das Haus, wie die Felder, so die Ferkel. Estland
v] Wie das Land, so das Sprichwort.
v] Wie das Land, so das Volk. Estland
v] Wie das Land, so der Flachs. Estland
v] Wie das Land, so die Art. Estland
v] Wie das Land, so die Mode. Estland
v] Wie das Land, so die Mundart. Estland
v] Wie das Land, so die Sitte; und wie die Sitte, so das Sprichwort.
v] Wie das Land, so die Sitte; wie der Türke, so die Pistole; wie der Heilige, so der Weihrauch.

Wie das Land ist, also die Leute.
la] Mores hominum regioni respondent.

Wie das Leben, so das Ende.
v] Der Tod bekundet das Leben. Russland
v] Das Testament des Verstorbenen ist der Spiegel des Lebenden. Polen
v] Wir werden sterben, wie wir gelebt haben. Türkei
v] Wie die Seele, so sind die Engel (welche kommen, um sie beim Tode in Empfang zu nehmen). Hidus
it] Dimmi la vita, che fai; ti dirò la morte, che farai.
la] Qualis vita, finis ita.
pl] Jakie życie, taka śmierć.
un] Minémü az élet, ollyan a' vege is.

Wie das Leben, so der Nachruhm. Ramann,
dä] Godt levnet er giennest vey til godt navn.

Wie das Leben, so der Tod.
bm] Jaké chování, takové skonání.
bm] Jaký žiwot, takowá smrt.
en] The end is answerable to one's life.
fr] Telle vie, telle fin.
krain] Kakoršno življenje, taka smert.
kroat] Kakvo živlenje, taka smert.
la] Qualis vita, mors est ita.
pl] Jakie žycie, taka śmierć.
pl] Jak žył, tak szończył.

Wie das Licht den Äther schwellt,
Kreis auf Kreise, Funk aus Funken,
Und die Welt ist erst die Welt.
Goethe, Festzug 18.12.1818 - Prolog / Genius

Wie das Licht zum Sehen dient, so dient es auch dazu, gesehen zu werden.

Wie das Loch ist, so muss der Keil sein.
v] In ein tiefes Loch muss man einen langen Keil schlagen. Russland

Wie das Loch, so der Flicken.
v] Wie das Loch, so der Pfropfen.

Wie das Männlein, so das Sinnlein. Estland

Wie das Maul, also der Salat.
v] Wie das Maul, so der Klapps. Hindustan
v] Wie die Wange, so der Schlag. Griechenland
en] Like lips, like lettuce.
fr] A gens de village trompette de bois.
it] A tal labbra, tal lattuga.
la] Crassis crassa conveniunt.
la] Qualis vervex, talis offa.
sd] Åsnan tiänar tijstel.
sd] Sallaten efter munnen.

Wie das maul, also die speis.
v] Wie das Maul, so der Wein.

Wie das Maultier geht, so folgt ihm der Pflug. Arabien

Wie das Meer vom ständigen Strom der Flüsse unbewegt bleibt, so lasse deine Wünsche ohne Begierde durch dich fließen. Indien

Wie das Messer, so ist die Scheide.
fr] A tel coustel, tel gaine.
fr] Tel couteau, tel morceau.
ho] Gelijk het mes, zoo is de scheede.

Wie das Pferd beim Hafer leben.
i] Nach Wunsch und im Überfluss.

Wie das Pferd läuft, so wird's gekauft.
i] Nach seinem Arbeitswerte wird's bezahlt. Der Lohn richtet sich nach den Leistungen.
it] Il cavallo tanto vale quanto và.

Wie das Pferd, so die Last.
ho] Gelijk het paard is, is de last.

Wie das Pferd, so die Striegel, wie der Schelm, so die Prügel.
v] Wie das Pferd, so die Zügel.

Wie das Pflügen, so der Nutzen. Estland
v] Wie das Pflügen, so die Ernte. Estland

Wie das Recht wird in die Mühl' gebracht, so wird es auch gemahlen.
z] Oberkeit hat ein sprichwort gemacht, sie sagen, wie es (das recht) wirt in die mül gebracht, also wirt's auch gemalen.

Wie das Salz, so die Suppe.

Wie das Schiff, so die Segel.
i] Alles muss zueinander passen, denn nicht für jedes Fahrzeug passen alle Segel.

Wie das Schwein, so der Trog. Estland
v] Wie das Schwein, so die Schwarte.

Wie das Schwert ist, so die Scheide. Westafrika

Wie das Stroh vom Feuer und Rauch, so vergeht ein' Lügen auch.

Wie das Tuch, so der Rock.
ho] Wil naar het laken uw kleêren maken.

Wie das Übermaß der Freude oft in Traurigkeit endigt, so folgen hingegen neue Freuden auf das überstandene Leid.
Giovanni Boccaccio, Das Dekameron

Wie das Unbedingte sich selbst bedingen und so das Bedingte zu seinesgleichen machen kann. dass das Bedingte zugleich unbedingt sei. Welches unbegreiflich ist, ob wir es gleich alle Tage erfahren.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1391

Wie das und jenes allmählich entstanden, weiß am Ende nur Gott allein.
Goethe, W. Zahn, 1829

Wie das Unendliche ans Endliche, so ist ... Freiheit an Notwendigkeit geknüpft.
Georg Forster, Cook der Entdecker

Wie das Ungeziefer heranwächst, sagte der Bauer, als er einen Floh im Mikroskop sah.
en] What a scandalous aggravation! as the gentleman said, when he looked in at the microscope.

Wie das Väterchen so das Peterchen.

Wie das Verbrechen, so die Strafe. Falsche Milde schadet

Wie das Verdienst, so der Lohn.

Wie das Vermögen, so die Steuer. Jeder nach seinen Kräften

Wie das Vieh, so ist Hirt und Stall.
v] Wie das Vieh, so ist der Stall.
i] Das Sprichwort liebt die Form: Wie so.
ho] Gelijk het vee is, zoo is de stal.

Wie das Volk, so bin ich. Estland
v] Wie das Volk, so die Kleider. Estland

Wie das Volk, so der Weihrauch, sagte der Teufel, und briet einen zottigen Hund.
ho] Zulk volk, zulke wierook.

Wie das Wasser herfleusst, also muss man das leyten und gebrauchen.
v] Wie das Wasser in die Erde verschleicht. 2 Sam. 14, 4; Spr. Sal. 30, 16
v] Wie das Wasser rollt, so das Eis friert. Estland

Wie das Wasser von der Gans herabfleusst, so die Verleumdung von rechtschaffenen Menschen.
bm] S husi voda, a se mne junáka lživá slova.

Wie das Wasser, so die Fische.
la] Talis aqua tales sunt pisces consociales.
sd] I slike watne aeru tholka fiska.

Wie das Wasser, so die Mühle; wie die Mutter, so die Tile.
pl] Jaka woda, taki młym, jaki ojciec, taki syn.

Wie das Weib dem Mann gegeben
Als die schönste Hälfte war,
Ist die Nacht das halbe Leben,
Und die schönste Hälfte zwar.
Goethe, Lehrjahre V,10 / Philine

Wie das Weib ist, so kocht sie den Kohl.
la] Talis erat mulier quale coquebat olus.
sd] Tholik war quinna som kaal giordhe.

Wie das Werk ist, so ist auch sein Meister.
v] Wie das Werk, so der Lohn.
fr] Tant tenu, tant payé.
fr] Tel vice, tel supplice.
ho] Gelijk het werk, zoo de loon.
la] Par est fortuna labori.
la] Par praemium labori.
la] Perinde sunt res, ut eas agis.
la] Qualia quisque geret, talia quisque feret.
pl] Jak kuba Bogu, tak Bóg kubie.
pl] Jaka sprawa, taka odprawa.
pl] Jakie źycie, taka śmieré.

Wie das Werkzeug, so der Meister.
pl] Po snaści rzemieśnika poznać.

Wie das Wetter am Frühlingsanfang (20.3.), so ist's den ganzen Sommer lang.
v] Wie das Wetter am Himmelfahrtstag (15.8.), so der ganze Herbst sein mag.
v] Wie das Wetter am Hippolyt (13.8.), so es mehrere Tage geschieht.
v] Wie das Wetter am Magnustag (6.9.), so es vier Wochen bleiben mag.
v] Wie das Wetter am Marcellus (16.1.) war, so wird's im September - trüb oder klar.
v] Wie das Wetter am Markarius (2.1.) war, so wird der September, trüb oder klar.

Wie das Wetter an Ägidius, so es vier Wochen bleiben muss.
pl] Dzień świętego Idziego, gdy się wypogodzi, cztery niedziele potem pogodą dogodzi.

Wie das Wetter an Ignaz (31.7.) ist, so stellt sich auch der Januar ein.
v] Wie das Wetter an Kassian (13.8.), hält es mehrere (o. noch viele) Tage an.
v] Wie das Wetter an Makarius war, so wird's im September, trüb oder klar.
v] Wie das Wetter an Mariä Heimsuchung (2.7.), so wird es vierzig Tage sein. Luzern
v] Wie das Wetter an St. Urban, so im Heuet. Luzern
v] Wie das Wetter an vierzig Ritter (9.3.) ist, bleibt es noch vierzig Tage lang.

Wie das Wetter auf 40 Märtyrer (10.3.) fällt, 40 Tage dasselbe anhält.
v] Wie das Wetter am 40-Märtyrer-Tag (10.3.), so bleibt es 40 Tage danach.

Wie das Wetter einige Tage vor und nach dem längsten Tage ist, so pflegt es bis Michaelis zu sein.

Wie das Wetter in der Nacht des Marientages (Mariä Verkündigung, 25.3.) ist, so wird es noch vierzig Nächte und Tage sein. Estland

Wie das Wetter ist, also bist auch.

Wie das Wetter sich zeigt nach Benedikt (21.3.) eine Woche lang,
so zeigt's sich auch den ganzen Sommer lang.

Wie das Wetter um acht Uhr morgens, so ist's den ganzen Vormittag, wie um zwölf Uhr, so ist's den ganzen Nachmittag.

Wie das Wetter um den Frühlingsanfang (20.3.), so hält es sich meist den Sommer lang.
v] Wie das Wetter um die vierzig Ritter (10.3.) ist, so bleibt es vierzig Tage lang.
v] Wie das Wetter um Martini, so ist's im Winter. Luzern

Wie das Wetter um St. Kathrina und Konrad (25. und 26.11.), so im Winter.
i] Den Franzosen sind die Tage von Kreuzerhöhung (14.9.) und Sankt-Dionys (9.10.) maßgebend für das Wetter. In einem Bauernkalender vom Jahre 1618 finden sich die Wetterregeln: Regarde bien, si tu me crois le lendemain de sainte Croix, si nous avons le temps serain, car on assure pour certain, que quand cela vient, Dieu nous donne l'année premièrement bonne; mais si le temps est pluvieux nous aurons l'an infructueux. Si la lune est pleine ou nouvelle le jour que sainte Croix suivra, et s'il avient que lors il gèle, la plus grant part des fruits mourra.

Wie das Wetter und Wind es lehrt, der Wandersmann sein kleid verkehrt.

Wie das Wetter von Frühlingsanfang bis Mitte April, wird es im Sommer sein, so Gott will.

Wie das Wetter war um Johanni, so wird es sein um Michaeli.

Wie das Wetter zu Kassian (13.8.), hält es noch viele Tage an.
v] Wie das Wetter zu Vincent (22.1.) war, wird es sein das ganze Jahr.

Wie das Wetter, so die Leute (Menschen).
ho] Zoo het weêr is, zoo is het volk.

Wie das Wetter, wenn der Hundsstern (Sirius um 23. Juli herum) aufgeht, so wird's bleiben, bis er untergeht (Ende August).

Wie das Willkommen, so der Abschied.
i] Wie Gruß, so Gegengruß.
jüdisch-deutsch] Wie der Burüch-Habe (Willkomm), aso is der Birschis'chem (Urlaub, Abschied).
en] Such a welcome, such a farewell.

Wie das Wort 'Gut' das Vollkommene meint, so das Wort 'Böse' nichts anderes denn den Verlust des Vollkommenseins.
Thomas von Aquin, Compendium theologiae

Wie dass das Frauenvolk so lange Haare führen?
Sie sind der Zaum, womit der Mann sie kann regieren.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Wie de Ma (Mann), so de Bocks. Meurs

Wie de März de Tolder föndt, so lod er d' Worza.
i] Auch Tölder, in mehrern Kantonen der Wipfel eines Baums.

Wie deine Hühner scharren, so die Weiber narren. Wendische Lausitz (narren = täuschen, betrügen, zum besten haben)

Wie deine Laune, so wird die Welt sein. Hindi, Indien

Wie deine Tat, so dein Verstand. Estland

Wie dem Geiste nichts zu groß ist, so ist der Güte nichts zu klein.
Jean Paul, an Zar Alexander von Russland, 9. Februar 1815

Wie dem heilgen Stein der Alten
muss sich Golde Gold entfalten.
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter 19

Wie dem Könige unter den Kegeln, der Eul' unter den Vögeln, der Taub' unter den Raben, dem Pelzwerk unter den Schaben, dem Esel unter Treibern, der Schönheit unter den Weibern, dem Käs' unter den Ratzen, dem Korn unter den Spatzen; so stoßen in der Zeit dem Menschen tausend Widerwärtigkeit.

Wie dem Reichen, so dem Armen rat', so findet die Seel' im Himmel Statt.

Wie dem Sommer der Herbst folgt, so folgt dem Winter der Lenz.

Wie den Gänsen zu Martini, so geht's der Wahrheit vor Gericht.

Wie den Glücklichen jeder Nebenumstand zu begünstigen, jedes Ungefähr mit empor zu heben scheint, so mögen sich auch gern die kleinsten Vorfälle zur Kränkung, zum Verderben des Unglücklichen vereinigen.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,18

Wie den Hunden gedeyt dz Grass.

Wie den Leben so dein Sterben.
en] As the life so teh death.
fr] Telle vie, telle fin.
it] Dimmi la vita che fai e ti dirò la morte che farai.
la] Respondent ultima primis.
sp] Según víves mueres.
sp] Según te curas, así duras.

Wie den Schwaben bei Lücken, wird es ihm glücken.

Wie denn alles Theoretisieren auf Mangel oder Stockung von Produktionskraft hindeutet.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Wie denn auf dieser Welt keiner leicht den anderen versteht.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Wie denn beinahe in der ganzen Staatsverwaltung kaum jemand mehr Segen oder Fluch ernten kann, als einer, der für die Waisen sorgt oder ihr Hab und Gut vergeudet oder vergeuden lässt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,9

Wie denn die Deutschen immer gegen früh abgeschiedene, Gutes versprechende Talente eine besondere Frömmigkeit bewiesen haben...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Wie denn die Erscheinung von bedeutenden Menschen in irgendeinem Kreise niemals ohne Folgen bleiben kann.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,7

Wie denn die Gebräuche der römischen Kirche dem Protestanten durchaus bedeutend und imposant sind, indem er nur das Erste, Innere, wodurch sie hervorgerufen, das Menschliche, wodurch sie sich von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzen und also auf den Kern dringend, anerkennt, ohne sich gerade in dem Augenblick mit der Schale, der Fruchthülle, ja dem Baume selbst, seinen Zweigen, Blättern, seiner Rinde und seinen Wurzeln zu befassen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,18

Wie denn junge Leute das Glück oder Unglück haben, dass, wenn einmal etwas auf sie gewirkt hat, diese Wirkung in ihnen selbst verarbeitet werden muss, woraus denn manches Gute, so wie manches Unheil entsteht.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Wie denn überhaupt die griechische Mythologie einen unerschöpflichen Reichtum göttlicher und menschlicher Symbole darbietet.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Wie denn überhaupt keine Überlieferung ihrer Natur nach ganz rein gegeben, und wenn sie auch rein gegeben würde, in der Folge jederzeit vollkommen verständlich sein könnte, jenes wegen Unzulänglichkeit der Organe, durch welche überliefert wird, dieses wegen des Unterschieds der Zeiten, der Orte, besonders aber wegen der Verschiedenheit menschlicher Fähigkeiten und Denkweisen, weshalb denn ja auch die Ausleger sich niemals vergleichen werden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Wie der Abt ist, so sind die Brüder (o. Mönche).

Wie der Abt singt, so antworten die Mönche.
vgl] Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.
fr] Le moine répond comme L'abbé chante
it] Come canta l'abbate risponde il sagrestano.
sp] Como canta el abad, responde el sacristan.

Wie der Abt vorsingt, so antwortet der Küster.
sp] Como canta el abad, así responde el sacristán.

Wie der Abt, so ist's Convent.
dä] Som Abbeden, saa Conventet.

Wie der acker ist, so ist der Sam.
la] Qualis ager, talia mihi semina et quales flores, tales et colores.

Wie der Acker, so das Getreide,
wie die Wiese, so die Weide,
wie der Herr, so der Knecht,
wie der Krieger, so das Gefecht.

Wie der Acker, so die Frucht.
v] Wie der Acker, so die Rüben (o. Ruben), wie der Vater, so die Büben (o. Buben).
bay] Wia der Acker - so die Ruabn, wia der Vater - so die Buabn.
sz] Wie der Acker, so die Rüebe, wie der Aetti, so die Büebe.

Wie der Aetti, so die Buebe, wie der Acker, so die Ruebe. Luzern

Wie der Affe vom Menschen verschieden ist, so ist es die Klugheit von der List.

Wie der alte ewige Ausbau des Blättchens und dessen Käfers eine stehende Vorsehung ist, so ist die Geschichte beider Wesen und der Völker eine wandelnde.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Wie der alte Hund selbst, so die Hündchen hinterdrein. Estland

Wie der alte Hund, so ist das alte Gesinde. Estland

Wie der alte Ochs gebrüllt, so brüllt auch der junge.
bm] Jaký zvyk míval býk, tak řve také vůl.

Wie der alte Schiffer flucht, auf dieselbe Melodie flucht sein Sohn.

Wie der alte Vogel vorpfeift, pfeifen die jungen nach.

Wie der anfang und das mittl eines Dings ist, also pflegt auch gemeiniglich das end zu sein.

Wie der Anfang, so das Ende.
v] Immer Werk an der Kunkel gibt wenig Gespinnst.
v] Schlechter Anfang, Krebgsgang, guter Anfang, halbe Arbeit.
v] Wohl angerannt ist halb gefochten.
dä] A begyndelsen dömmes tit om enden.
dä] Enden som begyndelsen.
en] Well begun is half done.
fr] Barbe bien lavée est à demi faite.
fr] Qui bien enfile, (engraine) bien finit.
fr] Telle vie, telle fin.
it] Quando si comincia male si finisce peggio.
it] Barba bagnata è mezza fatta.
pl] Jaki początek, taki koniec.
sp] Quien en mal anda, comienza en mal acaba.
sp] Quien mal anda mal acaba.
sp] Quien bien ata bien desata.
sp] Quien mal anda, mal acosa.

Wie der Angriff, so der Ausgriff.
ho] Zoete aanval maakt zoet antwoord.

Wie der Anlauf, so der Sprung.

Wie der Apfelbaum ist, so sind die Äpfel. Litauen

Wie der Arbeiter, so die Arbeit.
v] Wie der Arbeiter, so ist der Lohn.
fr] Il n'est oeuvre que d'ouvrier.
fr] L'oeuvre l'ouvrier découvre.
fr] Tel ouvrier, tel ouvrage.

Wie der Arm ist, so muss man ihm die Ader lassen. (Man muss sich nach der Decke strecken. Jeder muss mach seinen Vermögensumständen angesetzt, besteuert werden)
fr] Selon le bras, la saignée.

Wie der Ärmel, so das Kleid.
dä] Mit er' erme, digen kjortel.

Wie der Arsch, so die Hose.
ho] Kleine aarzen behoeven geene groote broeken.

Wie der Aschermittwoch (wittert) so (witterts) die ganze Fasten.

Wie der August war, so wird sein der Februar (o. wird der künftige Februar).

Wie der Autor, so das Buch.
en] Like author like book.
fr] Tel auteur, tel livre.

Wie der Bär, so die Pfote.

Wie der Bauer (od. Herr), so der Knecht. Estland
v] Wie der Bauer, so das Gesinde. Estland
v] Wie der Bauer, so sein Feld.

Wie der Baum blühet, so bringt er Frucht.

Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen.
ho] Zoo als de boom valt, blift hij liggen.

Wie der Beginn, so das Ende.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Wie der Beichtgroschen, so ist die Vergebung.

Wie der Blick des Geizhalses auf seinen Schuldner, der falliert hat. Ägypten (Ein sehr trauriger, verzweiflungsvoller)

Wie der Blinde am Fenster.

Wie der Blitz verschwinden.

Wie der bock milch gibt, so find sich auch die butter im Sieb.
v] Wie der Bock, so die Hörner. Estland

Wie der Boden, so der Same.
mhd] Nách der sterks hebe den tramen, nâch dem ertreich sai den samen.

Wie der Brauch, so sind die Gesetze auch.

Wie der Breslauer Fetzpopel.
inf] An der Tür, die an der Buchhalterei in die Tiefe des Schweidnitzer Kellers in Breslau führt, sah man links in einem Glaskästchen die kleine Holzfigur des bekannten Breslauer Fetzpopels. Dieser war ein armes altes Fräulein von adelicher Abkunft, Namens Johanna, das im Anfange des vorigen Jahrhunderts still und eingezogen in Breslau, und zwar meist auf der Sandgasse, wohnte, nur von einer Menge Hunden umgeben. Sie zeigte sich beständig in der alten Tracht der Leichenbitterinnen, hatte überhaupt viele auffallende Eigentümlichkeiten und ward eine merkwürdige Volksfigur, die man schon bei Lebzeiten oft als Holz- und Wachsbüste, als Kupferstich und als Abdruck auf Pfefferkuchen porträtierte. Als der Fetzpopel gestorben war, begleitete ihn halb Breslau zu Grabe.

Wie der Brocken ist, so muss man den Mund öffnen.
ho] Is de brok groot, zet er uwen mond naar.

Wie der Brocken, so der Nachgeschmack.
ho] Zoete brokken hebben gooren nasmaak.

Wie der Brunnen, so der Eimer.
it] A tal pozzo, tal secchia.

Wie der Buck (Bock) uf de Hörner.

Wie der Büttel von Neuteich speisen. (Nämlich allein)

Wie der Dezember pfeift, so tanzt der Juni.
v] Wie der Dezember, so der Frühling. Luzern
v] Wie der Dezember, so der Lenz.

Wie der Diamant den Diamanten schneidet, so dreht auch ein Dieb dem anderen einen Strick. Rußland

Wie der Dienst, so ist der Diener.
v] Wie der Dienst (und die Arbeit), so ist der Lohn.
fr] De tel service tel loyer.

Wie der Durst, so der Trank.

Wie der einzelne Mensch, so auch die Nation ruht auf dem Altvorhandenen,. Ausländischen oft mehr als auf dem Eigenen, Ererbten und Selbstgeleisteten.
Goethe, Schriften zur Literatur - Urteilsworte französischer Kritiker

Wie der Esel beim Dudelsack.

Wie der Esel i-at, so trägt er auch seine Säcke.
'Viel und gut sprechen ist das Talent eines witzigen Kopfes,
wenig und gut der Charakter des Denkers,
viel und schlecht die Art des Dünklings,
wenig und schlecht das Unglück des Tropfes.'

Wie der Fall, so der Knall.

Wie der Fechter, so die Klinge.

Wie der Fichtenbieger.
inf] So wurde in der dunkeln Geschichte der Griechen ein Mann Namens Sinnis genannt, der ein berüchtigter Mörder war. Dieser Ruchlose hielt sich auf der Landstraße auf, und band diejenigen, die er übermannt hatte, zwischen zwei starke, mit den Gipfeln gegen einander niedergebogene Fichten fest, welche, sowie er sie in die Höhe schnellen ließ, die Unglücklichen in Stücke zerrissen. Theseus tötete ihn auf dieselbe Weise.

Wie der Fisch, so das Netz.
v] Wie der Fisch, so die Suppe.
v] Wie der Fischer, so die Netze.

Wie der Flachs, so das Garn.

Wie der Fluss, so die Brücke.

Wie der Fremde (od. der Gast) mit mir, so ich mit dem Fremden. Estland

Wie der Freund mir, so ich dem Freund. Estland

Wie der Frühling die Blüte bringt, die Blüte die Frucht, die Frucht den Duft, so vermittelt Engagement Charakter, Charakter Einkommen, Einkommen Ansehen.
la] Ut ver dat florem, flos fructus, fructus odorem, sic studium mores, mos censum, census honores.

Wie der Fuhrmann, so das Gespann.

Wie der Fürst, so das Volk.
v] Wie der Fürst, so die Räte. (Jeder sucht sich seine Vertrauten selber aus)

Wie der Fuß, so der Stiefel.

Wie der Gärtner, so der Garten.

Wie der Gast ist, so wird die Wurst gebraten.
dä] Retterne efter giesterne.
ho] Al naar dat de gast is, braadt men de worst.

Wie der Gaul, so das Geschirr.

Wie der Geber, so ist auch die Gab.

Wie der Gedanke, so der Traum.

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