Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Wo
'Wo ist der Lehrer, dem man glaubt?'
Tu, was dir dein kleines Gemüt erlaubt.
Goethe, Sprichwörtlich
'Wohin willst du dich wenden?'
Nach Weimar-Jena, der großen Stadt,
Die an beiden Enden
Viel Gutes hat.
Goethe, Zahme Xenien V
'Wohl kamst du durch, so ging es allenfalls!'
Mach's einer nach und breche nicht den Hals.
Goethe, Zahme Xenien VII
Wo 'ne Destille is, is ooch een Weg!
Wo 's der Brauch is, tuat ma d' Hund Pfeffer in d' Suppen.
Wo 's Geld geraten, da fehlt es nicht an Advokaten.
fr] Or ça, or la, penez bien à vos cas, argent comptant fait plaider advocats.
Wo 's Glück einkehrt, wandert der Verstand aus.
Wo 's Hähnlein schweigt, und 's Hennlein kräht, da steht die Sache sehr verdreht.
Wo 's Haupt sich trennt vom Schwanz, wird's halbe Unglück ganz.
Wo 's Mäulchen wie ein Rädchen geht, da es schlimm ums Köpfchen steht.
Wo 's Woazkean'l (Weizenkörnlein) leit (liegt), springt di Gambs (Gemse) umme, wo de Brodloab loahnt (lehnt), hockt di Gambs.
i] Sprichwort der tiroler Jäger.
Wo 't Môd (Mode) is, ritt dei Prêster up'n Bullen nah de Kirch. Mecklenburg
v] Wo't Mod' öss, rött de Predger op'n Bolle ön de Körch. Westpreussen
i] Wenn von sonderbaren Sitten und Gebräuchen die Rede ist.
Wo (Wie) de en ûtsüt, so hêt de anner. Strelitz (Beide sind Schelme)
Wo (wie, je) drööger'n Häärwst, wo köller'n Winter, wo bäter Joahr. Altmark
Wo ä Backes steht, kan kê Bräues (Brauhaus) stohn. Dürren
Wo a Liesl is, braucht ma koa Haushund, und woa a Kathl is, beim Nachbarn aa koan. (Die Liesln und Kathln gelten als häuslich und - bissig)
Wo a Rauch ist, ist au a Fuir, hot der oberinntaler Tiroler g'sagt, und hot sein Pfeiff am a frisch Rossbolla anzunda.
Wo Aas ist, da sind Fliegen.
v] Wo Aas ist, da versammeln sich die Raben.
v] Wo Aas ist, werden bald auch Krähen sein. Litauen
v] Wo Aas ist, da sammeln sich die Geier. [en] Where there is carrion there are sure to be vultures. [fr] Où que soit le cadavre, là se rassembleront les vautours. [it] Dove sono carogne, son corvi.
Wo aber ist das Glück? Wer weiß es? Ein jeder sucht es, und niemand findet es. Man braucht sein Leben, ihm nachzujagen, und man stirbt, ohne es erreicht zu haben.
Jean-Jacques Rousseau, Emile
Wo abgeht, da geht auch zu.
Wo Adebars sünd, dar sünd ok Poggen.
v] Wor Äbärs sünt, dar sünt ok Poggen.
Wo Adel und Ehr beysammen sind, dabey gehet Ehr auss und ein.
Wo Aeser sind, da schwirren die Eulen.
Wo alle als Narren erscheinen, lacht man über keinen.
pl] Gdzie wszycy szaleja, z żadnego się nie smieja.
Wo alle befälen wilt, da geit et keinen gauen gang, ein Häre maut in'n Huse sîn.
Wo alle Befehle erteilen, da braucht keiner zu gehorchen. Spanien
v] Wo alle befehlen, wird keiner gehorchen.
sp] Donde todos mandan, nadie obedece.
Wo Alle Gleiches tragen, kann der Einzelne nicht klagen.
la] Ferre quam sortem patiuntur omnes nemo recusat.
Wo alle hinken, lacht man über gesunde Füße.
inf] Die Epheser verbannten daher den weisen Hermodorus, weil er sie beschämt haben würde, indem sie sich alle an Schlechtigkeit gleich sein wollten. In einer törichten Welt müssen die Vernünftigen wie die Einsiedler leben.
Wo alle nackt gehen, da lacht man über das Hemde.
v] Wo alle nackt gehen, da gelten die Brüste der Frauen für Auswüchse. Russland
Wo alle Narren sind, lacht man keinen aus.
v] Wo alle närrisch sind, da lacht man keinen aus.
Wo alle riechen, wird man nicht gerochen. Serbien
Wo alle stehlen, ist es schwer, einen Dieb zu fangen (hängen).
bm] Kde hříšnikův mnoho, kárat' koho.
pl] Gdzie grzeszących wiele, trudno karać śmiele.
Wo alle Stricke reißen, ist viel Knüpfens.
Wo alle Völle ist, kann man schon saufen.
Wo alles abgebrannt ist, dahin kehrt das Feuer nicht zurück. Gabun
Wo alles gut ist, ist nichts ungerecht.
Jean-Jacques Rousseau, Emile
Wo alles in Stücken, ist nichts zu flicken.
Wo alles liebt, kann Karl allein nicht hassen.
i] Sprichwörtlich aus Schiller's Don Carlos, Akt 1, Scene 1
Wo alles vollauf, da ist gut Koch sein.
it] In casa piena presto si fà da cena.
Wo alte Schafe sind, da sind auch Lämmer. Estland
Wo alte Weiber tanzen, wird viel Staub.
ho] Daar oude wijven dansen, gaat veel stof op.
Wo altes Holz ist, da ist auch altes Geld. Rott-Tal
Wo am rechten Orte fehlen die Gaben, muss die beste Sache Unrecht haben.
la] Causa perit justa si dextera non sit onusta.
Wo am wenigsten Herz ist, da ist die meiste Zunge. Italien
Wo an den Pfenning mangel ist, eindt sich die Freundschafft kurtzer frist.
Wo an Gut ist Überfluss, da ist Arbeit ein Verdruss.
la] Copia ignaviam affert.
Wo andere Leute ihre Seele haben, da hat der Beamte nur polierte Knöpfe. Rußland
Wo anders können Ameisen sterben als im Zucker? Malaisia
Wo anfacht leckerey (oder buberey), da will der mönch der ander davon sein.
z] Es war einmal ein Cardinal, der hat ein ordensmann zu einem caplan, der war ihm lieb. Auf einmal stundt der mönch vor dem herren vor dem Tisch. Da sprach der Herr zu dem Caplan also: Quidquid agit mundus, monachus vult esse secundus, id est: Wan anfacht leckerey, da will der mönch der ander sein. Der Mönch sprach: Mein würdiger Herr, nit also: Er will der erst sein, nit der ander.
Wo anfangen und wo enden! (Ausruf bei einer überwältigenden Masse von Stoff)
la] Quid primum aut ultimum?
Wo anger Löck (Leute) et Hätz hand, do hät hä kêne Stên. Bedburg
Wo Anmaßung mir wohlgefällt?
An Kindern: denen gehört die Welt.
Goethe, Sprichwörtlich
Wo Appetit ist, bedarf's keiner Sauce.
z] Welches sie nicht lang trieben, da fing sie der Happetit von Darmstedt und Esslingen an zu rauten, setzten sich derwegen zu Tisch.
fr] A bon appétit il ne faut point de sauce.
Wo Arbeit das Feld baut, kommen keine Disteln fort.
Wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein (o. einsteigen).
fr] La faim regarde la porte de l'homme laborieux, mais n'ose pas y entrer.
pl] Gdzie praca, pilność na straży, tam się bieda wejść nie waży.
Wo Arbeit mit Passion sich deckt, darf sie nicht Arbeit heißen.
Alfred Polgar, Kleine Schriften, Band 1. Musterung
Wo Arbeit, da Brot. Estland
Wo Argwohn einzieht, zieht Freundschaft (o. Liebe) aus.
v] Wo Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.
Wo arme Leute Hochzeit halten, hört man nichts anderes als Lärm und Geschrei.
Wo Armut das Wams flickt, da hilft kein Freund einfädeln.
v] Wo Armut wohnt, ist Schmalhans Küchenmeister.
Wo Ärzte und Apotheker fehlen, da sterben die Leute an Altersschwäche.
sp] Donde no hay boticarios ni médicos los hombres se mueren de viejos.
Wo Aschedag de Wind steiht, van do se Midde Fasten geiht.
Wo Äser sind, da schwirren die Eulen.
en] Where there is carrion, there are sure to be vultures.
fr] La charogne attire les vautours.
fr] Le butin allèche les voleurs.
fr] Les grands (o. beaux) esprits se rencontrent.
it] Dove sono carogne sono corvi.
la] Sequitur perca sepiam.
la] Ubicumque cadaver fuerit, statim adest aquila.
la] Ubicumque fuerit corpus, ibi congregabuntur et aquilae.
la] Vultur est, cadaver expectat. Seneca, Epistulae morales 95, 43 (Er ist ein Geier und wartet auf Aas
sp] Los cuervos vuelan, endonde están las carronas.
Wo ät Hätz (Herz) van vol es, dô lööf d'r Monk (Mund) van övver. Düren
Wo auch der Mensch seinen Überfluss hinwendet, ihm ist wohl dabei, am wohlsten, wenn er sich damit schmückt und aufputzt.
Goethe, Novelle
Wo auch nur drei Menschen zusammenkommen, entsteht eine Welt von Bitternis. Japan
Wo auf dem Tisch, da auch unter dem Tisch. Estland
Wo auf Erden gibt es vernünftige Ehen? Man könnte genauso gut von vernünftigen Selbstmorden sprechen!
Gilbert Keith Chesterton, Aphorismen und Paradoxa
Wo Aug und Herz zur Sünde ziehn, da hat Begier ein leicht Bemühn. Jüdisch
Wo Augen und Ohren übersatt sind, hat das Gehirn nie Hunger.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte
Wo b'leef, sä de down Stutendräger, der gussde de Wind um 'n Eck.
Wo Bacchus das Feuer schürt, sitzt Frau Venus am Ofen.
Wo Bacchus einheizt, sitzt Venus hinterm Ofen.
la] Ubi Bacchus regnat, Venus saltat.
Wo Bacchus nicht schwitzt, Ceres nicht sitzt, Venus nicht hitzt.
v] Wo Bacchus und Ceres beisammen sind, hält Venus Hochzeit geschwind.
Wo Bacchus und Amor regieren, ist nichts von Minerva zu spüren.
it] Ove regna amor è bere, quì star non può 'l sapere.
Wo baden Brauch ist, gehört Nacktheit zur Sitte.
Wo Bakliau ist, muss auch die Ratte sein. Surinam (Bakliau = ein übelriechender Fisch, dem die Ratten nachstellen)
Wo Bauch, da Gott.
Wo baut der Wolf im Winter eine Höhle. (Gilt für Faule)
Wo Bekenntnis ist, da ist auch Verzeihung.
la] Ubi est confessio, ibi est remissio. (Seneca.)
Wo Beryllus ist, da ist der Teufel zu keiner Frist.
i] Im Mittelalter schrieb man dem Beryll (= Aquamarin, einem Edelstein) manche Wunderkräfte zu, wie dies folgende Verse bestätgen: 'Mehr lob' ich Edelstein, der Beryllus ist ein, gut Tugend er hat, als von ihm geschrieben stat, er macht, dass Mannes Leib lieb hat sein ehelich Weib, er ist dem Auge gut, welches thränen thut, wer trinkt davon zur Stund, dem wird die Milz gesund, trägt ihn bei ihm ein Mann, dess Red wird lobesan, und wo der Stein ist, da mag zu keiner Frist der arge Teufel sind, der Stein vertreibet ihn.'
Wo Besen sich regen, muss sich auch der Staub (o. Dreck) bewegen.
Wo beten nicht hilft, da hilft arbeiten.
Wo Bettler ein Stall, Flecken und Dorf ansehen, da fordern sie jhre zinss und gülten, haben jhr Futer und Mahl.
Wo Bienen sind, da ist auch Honig. (Wo Fleiß und Unternehmungsgeist, da ist auch Wohlstand)
en] Where bees are, there will be honey.
fr] Où il y a des abeilles, il y aura du miel.
Wo Bire' (Birne) gét, do get och Kleppelen.
Wo Birnen an den Bäumen hangen, da finden sich zum Schütteln auch die Stangen.
v] Wo Birnen sind, da sind auch Knüppel.
v] Wo Bire sind, fehlt auch der Bengel nicht. Nassau
Wo bist du, Faust, des Stimme mir erklang,
Der sich an mich mit allen Kräften drang?
Goethe, Faust I, Nacht / Geist Vs 494
Wo Blattläuse und Kloster(Ordens-)leute am Kraute sitzen, hilft kein Segen Gottes was.
Wo Blei zerrinnt, da beugt sich nicht der Stahl. (Ein geringer Unfall ist im Stande eine kleine Seele zu erdrücken, die große erliegt den gewaltigsten Schlägen des Missgeschicks nicht, Friedrich der Einzige war nie größer als nach einer verlorenen Schlacht, wenn seine Feinde meinten, es sei aus mit ihm)
Wo bleib ich? sagte der Kibitz zu den Krähen, als sie bei plötzlich eingetretenem Frostwetter Töne der Klage und des Unbehagens ausstießen.
Wo bleib' ich, sagt Rössler. Hildesheim
Wo bleiben schon Musts (= der Name eines schwarzen Hundes) Angewohnheiten. Estland
Wo bleibst du, Schneekönig?, sagt der Adler.
Wo bleibt der Dreck vom Rad. Estland
Wo bleibt des Hofes Gute, wenn nicht in der Bäuerin Arsch. Estland
Wo bleibt die Armut eingenistet, da bleibt sie unbefristet.
Wo bleibt die Katze?
i] Als spöttische Entgegnung, wenn jemand sich bei einer Verkürzung, Unterschlagung u.s.w. auf eine offenbar unwahre Weise verteidigen will. Nach der Anekdote, dass nach Angabe der Köchin die Katze von vier Pfund Fleisch zwei Pfund gefressen haben solle, während die Katze, welche sofort auf die Wage gesetzt wurde, nur zwei Pfund wog. Daher die obige Frage.
Wo bleibt die Milz vom Magen. Estland (Gleich und Gleich)
Wo bleibt Gerschon? Gerschon fehlt (o. ist nit da).
inf] Zur Bezeichnung eines Dummen oder sehr zerstreuten Menschen. Der Narr Gerschon hatte die Gewohnheit, abends beim Auskleiden die Kleidungsstücke in alle Richtungen zu werfen, sodass er sie am Morgen nicht fand. Man gab ihm den Rat, sich aufzuschreiben, wohin jedes Stück gekommen sei, was er that. Am folgenden Morgen ging er mit dem Zettel suchend und fand alles, außer sich selbst, der im Bett sein sollte und nicht darin war, worauf obiger Ausruf erfolgte.
Wo blieb das Wasser, das man zum Bier brachte. Estland
Wo bliebe des Reichen Geld, wenn die Armen nicht essen würden. Estland
Wo blîw (bleiben) öck nu, eh 't düster wat.
Wo blîw ik (bleib), segt de Kiwit (Kiebitz).
Wo bliwe (bleiben) wi, wann de Welt vergeit? Dann krupe wi in den Backoewen. Westfalen (Spott über unnötige Befürchtungen oder einfältige Ratschläge)
Wo Blut geflossen ist, kann der Baum der Vergessenheit nicht gedeihen. (Mit diesem, den Indianern entlehnten Sprichwort, verteidigte man in Brasilien (Sanct-Paul) die Blutrache, oder weist versöhnliche Vorschläge damit zurück)
v] Wo Blut vergossen wurde, (da) wächst kein Gras. Estland
Wo bös Nahrung ist, da sind witzige Leute.
Wo böse Hunde, da gibt's gebissene Beine.
dä] Galne hunde revne skind.
Wo böse Worte, da ist (gemeiniglich) auch böse Sache.
v] Wo böse Worte, da übel Handel.
Wo Bosheit lacht, muss Tugend weinen.
la] Felix improbitas optimorum est calamitas. (Publ. Syr.)
Wo Braut und Bräutling ist, ist Hung und Figen, wann d' Hochzeit übere ist, ist Kreuz und Liden. (Hung = Honig, hüngeln, aushüngeln, den Bienen den Honig nehmen)
Wo Brocken im Haus, da fehlt auch nicht die Maus.
sd] Thz aer mws som ma koma i fatigha konu pusa.
Wo Brot gewesen ist, da sind noch wohl Krümichen (Brosamlein).
Wo Brot ist, da fehlt's an Hunden nicht.
it] Chi ha de' pani, ha de' cani.
Wo Brot mangelt, da ist alles feil.
fr] Où pain faut, tout y est à vendre.
Wo Brot, da (auch) Zukost. Estland
Wo Brüder sind, da besitzt der jüngste den Herd.
ostfries] Woir broeder sinen, so besitt de jungeste den hert.
Wo Buben ausschlüpfen, da wollen sie wieder ein.
Wo Butter ist, da sind auch Fliegen. Polen (Vgl. Matthäus 24,28: Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier.)
Wo Ceres nicht sitzet und Bacchus nicht schwitzet, auch Venus nicht hitzet.
v] Wo Ceres und Bacchus regieren, da wil fraw Venus mit hofieren.
Wo Charakter ist, da ist Häßlichkeit Schönheit, wo kein Charakter ist, da ist Schönheit Häßlichkeit.
Wo Christus das Netz zieht, da ist's voll Fische.
v] Wo Christus einkehrt, ist allzeit ein Emmaus.
v] Wo Christus ist, da soll sein Diener auch sein.
Wo d' gewalt nit mag myster sin, so gatt es etwa als es mag.
Wo d' Henna krahn vor'm Hahn,
wo's Weibats redt vor'm Mann,
und d' Katz lauft vor da Maus -
in dem Haus is a Graus!
Wo d' Liab treibt, is koa Weg z'weit.
Wo d' Not am größten, is meist der Grichtsbot am nächsten.
Wo d' Weiber Herr sünd, geht sogar der Herrgott lieber hinterm Haus vorbei.
Wo d'r Säu vel send, do fält ät Gespöles (Spülicht) dönn. Düren
v] Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.
Wo dä Hase gejünget es, dohen trachtet hä ok wier. Hattingen
Wo Dächer sind, da sind auch Dirnen. Spanien
Wo dai tëu gäue (gau, schnell) kümmet (kommt), do kalwet de Osse. Driburg
Wo Damp is, do is ok Fuier, sei Julenspéigel, däu sag hei einen Gäuseküetel. (Sauerland.)
Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier (o. Adler).
Mt 24,28, Lk 17,37
Wo das Alter einzieht, da zieht es nicht wieder aus.
Wo das Alter keine sittliche Scheu mehr hat, da muss notwendig die Jugend vollends das sittliche Gefühl verlieren.
Platon
Wo das Angenehme, da sind die Augen, wo das Unbequeme (o. Weh), da sind die Hände.
Wo das aug siehet, und das Ohr höret, da gehet es wol zu.
Wo das Auge blicket warm und rein, wird's warm und rein auch im Herzen sein.
Wo das Auge nicht sehen will, helfen weder Licht noch Brill'.
v] Wo das Auge nicht sieht, betrübt sich das Herz nicht. Ägypten (Man soll sich hüten, Augenzeuge des Unglücks zu sein)
Wo das Auge sich schließt und das Gehirn seine Herrschaft aufgibt, bin ich höchst erquickt, in einen natürlichen Schlaf zu fallen [...]. muss doch der Dichter, wenn er bescheiden sein will, bekennen, dass sein Zustand durchaus einen Wachschlaf darstelle, und im Grunde leugne ich nicht, dass mir gar manches traumartig vorkömmt.
Goethe, An Nees v. Esenbeck, 23.7.1820
Wo das Auge weint, ist das Herz nicht erstarrt.
it] L'occhio è, dov' è il cuore.
Wo das Bargeld in Erscheinung tritt, verschwindet selbst der Teufel. Jemen
Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
Albert Schweitzer, Verfall und Wiederaufbau der Kultur
Wo das Bier im Keller versauert, ist Hopfen und Malz verloren.
Wo das Blut nicht hinläuft (nicht gehen kann), da kriecht es hin. (Wenn man von einem Verwandten hört, dass ihm irgendein Schaden geschehen ist, um zu sagen, dass einem das mehr wehe tut, als wenn man es von einem gänzlich fremden Menschen vernommen habe)
v] Wo das Blut nicht (hin) kommen (o. gehen) kann, da kriecht es (hin).
z] Gut redlich geblüt hat den sin, wo es nicht hinlaufft, da kreucht es hin.
ndt] Thiar't Blud egh kem (o. guegh) kan, thiar kreapt hat. Nordfriesland
ndt] Wo't Blot nich hen löppt, doa krüppt hen. Ukermark
dä] Hvor blodet eg kand komme ken, der kryber det hen.
ho] Het bloed kruipt, daar het niet gaan kan, zei de bankeroetier, en hij veegde zijn gat tegen de poort aan.
la] Ire bonus sanguis quo nescit, repitat anguis.
Wo das Böse für gut hingeht, da tut unrecht, wer nichts Unrechtes tut.
Wo das Dach niedrig ist, geht ein Weiser nicht anders als gebeugten Hauptes.
Wo das Fell des Löwen nicht genügt, muss man sich an das des Fuchses halten.
it] Dove non basta la pelle del leone, bisogna attaccarsi a quella della volpe.
Wo das Gelahrte anfängt, hört das Politische auf.
Wo das Geld am höchsten geht, da ist die meist Handtierung.
v] Wo Geld ist, geht das Ruder und bläst der Wind. Griechenland
Wo das Geld anfängt, hört die Gemütlichkeit auf.
v] Wo das Geld mangelt, hat sich's schlecht geangelt.
v] Wo das Geld nicht vorausläuft, ist keine Straße offen. China
Wo das Geld und der Geiz obliegt, da liegt das Heer unten. (Hungernde und nothleidende Heere und Kämpfer leisten nichts)
Wo das Gemeine geduldet wird, da gibt es den Ton an.
August Julius Langbehn, Rembrandt als Erzieher
Wo das Gesetz aufhört, da beginnt die Tyrannei.
William Pitt d. Ä., Reden (1770)
Wo das Gesetz schwach ist, da ist die Not allmächtig.
Wo das Gespenst ist, da ist der Teufel nicht weit, sagte der Bauer, der, als er den Prozess verloren hatte, auch die Kosten bezahlen sollte.
Wo das Gespenst ist, ist der Teufel nicht weit davon. (Aberglaube führt zu nichts Gutem)
i] Am 18. Febr. 1728 erschien in Hechingen eine Verordnung, die demjenigen 50 Fl. zusicherte, der einen Kobold, einen Werwolf oder ein Gespenst tot oder lebendig dem fürstlichen Oberjägermeister abliefere.
fr] Où sont fillettes et bon vin, c'est que là hante le lutin.
Wo das Gewicht fehlt, muss das Geld kehren. (Entweder der Kauf ist als nichtig zu betrachten und man fordert das Geld zurück oder auch, man wird wegen falschen Gewichts zur Strafe gezogen)
ho] Daar het gewigt faalt, moet het geld keeren.
Wo das Gewissen leidet not, da fürchtet und wünscht man keinen Tod.
Wo das Glück ansetzt, da regnet es Glück.
Wo das Glück einkehren will, bedarf's keiner Tür.
Wo das Glück einkehrt, da klopft auch der Neid an.
bm] Stestí má vzdycky nenávisti dosti, sama bída se závisti zhostí.
it] Dove è richezza, ivi è invidia.
la] Fortunae comes invidia.
Wo das Glück fehlt, ist alle Sorge unnütz.
it] Dove la fortuna non vuole ivi non serve la diligenza.
Wo das Glück hinschlegt, da ist man frölich.
Wo das Gold redet, schweigt jede Zunge.
it] Dove l'oro parla, ogni lingua tace.
Wo das Gold wirkt, vermag das Wort nichts.
la] Auro loquente, nihil pollet quaevis oratio.
Wo das Gras nicht wachsen soll, da gedeiht (o. wächst) es am besten.
Wo das Gute ist, gibt es Milch, wo das Böse ist, fließt Blut. Mexiko
Wo das Häslein geheckt ist, da ist es gern.
Wo das Haupt fehlt, ist kein Gedeihen.
bö] Kde hlavy není, rádu nenajdes.
pl] Gdzie glowy niemasz, rzadu niepytaj.
Wo das Herz die Nacht verbrachte, dorthin eilen am Morgen die Füße.
v] Wo das Herz gut ist, da folgen feine Sitten.
v] Wo das Herz gut ist, darffs keins zwangs.
v] Wo das Herz mitspricht, ist die Zunge beredt.
v] Wo das Herz vor Lieb sich hinzeugt, dahin das Aug vor Lieb sich neigt.
v] Wo das Herz, da der Sinn. Estland
Wo das Herz liegt, dahin das Auge fliegt.
böhm] Kde srdce leží, tam i oko bĕží.
Wo das Herz redet, muss die Zunge schweigen.
it] Taccia la lingua, ove parla il cuore.
Wo das Heu dem Pferde nachläuft, da geht es verkehrt zu, merkt's euch, ihr Töchter, die ihr euch so unverschämt selber den Männern antragt: Um die jungen Männer zu werben, schickt sich für eure Ehre nicht, doch sucht das Pferd das Heu, so ziemt sich das für eure Ehre.e Sprichwörter (Sprichwortbilder Bruegels)
Wo das himmlische Leben eine Wahrheit ist, da ist das irdische Wesen eine Lüge - wo alles die Phantasie, die Wirklichkeit nichts.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums
Wo das Holz Risse hat, ist es leicht, Keile einzuschlagen.
Wo das Huhn kräht vor dem Hahn, da geht die Wirtschaft nicht bergan.
fr] Tout va mal, quand la poule chante devant le coq.
Wo das Hündchen zu Hause, da ist der alte Hund unter dem Zaun. Estland
Wo das junge Volk sich dreht, der Teufel auf der Lauer steht.
Wo das Kalb ertrank, da war Wasser.
Wo das Kind regiert im Haus, ist's am besten – naus.
v] In dem Hause lebt man nicht gut, wo das Kind Ältestes ist.
Wo das Kloster ein Stück Land hat, hat der Teufel den Pflug drin.
ndt] Wo d's Chlost'r 's Stücki Land het, het d'r Tüüfl d'r Flueg drin. Bern
Wo das Korn fehlt, nützt das Dreschen nicht viel.
v] Wo das Korn zum Worfeln fehlt, was nützt da die Schaufel.
Wo das Kreuz fällt, fliehen alle davon.
Wo das Lamm herkommt, dahin geht das Fell zurück. Frankreich
Wo das land voller blinden ist, da ist der einäugig König.
Wo das licht der Gerechtigkeit scheint, all unser werk nur schatten seint.
v] Wo das Licht herkommt, daher kommt auch der Schatten.
Wo das Meer seinen Anfang hat, hat es auch sein Ende. Russland
v] Wo das Meer anfängt, da hört's auch auf.
v] Wo das Meer einen Anfang hat, da hat's auch ein Ende. Russland
Wo das Meer tief blau ist, da schwimmt der Hai, wenn eine Frau reizend ist, begehren die Männer sie und nehmen sie. Hawaii
Wo das Nacktgehen Mode ist, braucht man keine Hemden.
v] Wenn alle nackt gingen, brauchte sich dessen keiner zu schämen. Russland
Wo das Nest einmal verbrannt, pflegt man nicht mehr hinzunisten.
la] Vestigia terrent.
Wo das Netz vorausgezogen ist, sind die Fische gefangen oder vertrieben.
Wo das Pferd hintritt, da möchte auch der Hummer kriechen. Dänemark
Wo das Pferd liegt, da lässt es auch Haare.
en] Where the horse lies down, there some hair will be found.
Wo das Pferd nicht einkehrt, verzehrt der Reiter wenig.
Wo das Pferd sich wälzt, lässt es einige von seinen Haaren. Walisisch
Wo das Pflugeisen verrostet, dort wird das Land nicht gut bebaut.
Wo das Rasirmesser gegangen ist, da braucht die Schere nicht weiter zu gehen.
fr] Après raire n'y a que tondre.
la] Superflua, post rasuram tunsio.
Wo das Recht endet, beginnt Tyrannis. Pitt
v] Wo das Recht endet, da mag unser wille nicht stadt haben.
Wo das Recht hält Hut, da steht's mit Land und Leuten gut.
sd] Hvar rätt och lag trifz land och stad.
Wo das Recht keine Macht hat, wird die Macht gern zum Recht. Kroatisch
Wo das Recht nicht hilft, wird das Unrecht noch weniger helfen. Serbien
Wo das Recht nur einen Finger zeigt, da hat das Unrecht leichtes Spiel.
Wo das Recht redlich ist, da weicht die Gewohnheit.
altfries] Al deer dat riucht redelyc is, deer wyct dy pligo.
Wo das Recht wird verkehrt, da werden Land und Leut verstört.
Wo das Recht zweifelhaft ist, soll man nach der Gewohnheit richten.
Wo das rostocker Stadtrecht anfängt, da hört der gesunde Menschenverstand auf.
i] Twesten in der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 20. Mai 1865. Der Professor Weber in Rostock begann seine Vorlesungen über das rostocker Stadtrecht stets mit den Worten: 'Meine Herren, jetzt hört die Vernunft auf, und das rostocker Stadtrecht fängt an.'
Wo das Säetuch nicht hingeht, kommt der Erntewagen nicht zurück.
Wo das Salz fehlt, können auch Gewürze nicht helfen. Frankreich
Wo das Schaf geschoren wird, da knirscht das Haar. Estland
Wo das Schwert aufspielt, ist der Tod Vortänzer.
bm] Kde ostřím hrají, smrt vede k tanci.
pl] Gdzie radzi ostrzem grają, śmierć taniec zawodzi.
Wo das Tau am dünnsten ist, bricht (reißt) es gern.
ho] Het touw breekt gemeenlijk, dar het 't dunst en zwakst is.
Wo das Tausend hingegangen, mag das Hundert auch gelangen. Rumänien
i] So pflegen die zu denken, mit deren Vermögen es bergab geht.
Wo das Tausendgüldenkraut wächst, da findet sich das Löffelkraut.
i] Reichtum erzeugt Wohlleben und sinnliche Ausschweifungen.
Wo das Tier dem Menschen nur Objekt der Ausbeutung und Willkür ist, muss es da nicht einige geben, die es lieben und hegen, um die göttliche Gerechtigkeit zu versöhnen?
Paul Bertololy
Wo das Ufer, da sind Fische. Estland
Wo das Unglück sich einquartiert, zieht es nicht bald wieder aus.
bm] Když prijdou v hosti psoty, a třeba jeu na tři dni, nebrzo je čert z domu propustí.
Wo das Unglück wohnt, horcht niemand an der Tür.
Wo das Volk ist, da ist Nahrung.
Wo das Volk keine Stimme hat, steht's auch um die Könige schlecht, und wo die Könige kein Ansehen haben, steht's schlecht um das Volk.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen
Wo das Wasser am kleinsten, ist die Brandung am stärksten.
ho] Daar het kleinste water is, speurt men de meeste branding.
Wo das Wasser drückt, da findet es auch seinen Lauf.
v] Wo das Wasser einmal hergeht, da fließt es mehr her.
v] Wo das Wasser fortträgt, dort bleiben keine Spuren nach. Estland
v] Wo das Wasser gut ist, da drängen sich die Durstigen.
v] Wo das Wasser versiegt, beginnen die Fische zu fliegen. China
Wo das Weib d' Häf'n bricht und der Mann d' Krüeg, da gibt es viel Scherben im Haus.
Wo das Weib den Mann regiert, wird das Haus verkehrt geführt.
wend] Tón swjet so dźiwnjé wobroća, dyž žona muža mocy ma.
Wo das Weib fehlt in der Mitte, da fehlt auch die gute Sitte.
i] Spricht die bekannte Erfahrung aus, dass gebildete Frauen veredelnd auf eine Gesellschaft wirken.
Wo das Weib Herr ist, da ist der Teufel Amtmann.
v] Wo das Weib in Hosen geht, der Mann in Ordnung selten steht.
v] Wo das Weib lang pleibt aus, wird das best Viech die kaz und Maus.
v] Wo das Weib nährt den Mann, da wird sie ihn zum Spielball ha'n.
Wo das Wissen aufhört, fängt das Glauben an.
v] Wo das Wissen genügt, bedürfen wir freilich des Glaubens nicht, wo aber das Wissen seine Kraft nicht bewährt oder ungenügend erscheint, sollen wir auch dem Glauben seine Rechte nicht streitig machen. Sobald man nur von dem Grundsatz ausgeht, dass Wissen und Glauben nicht dazu da sind, um einander aufzuheben, sondern um einander zu ergänzen, so wird schon überall das Rechte ausgemittelt werden.
Goethe, J. D. Falk, 25. 1. 1813
Wo das Wort, da geist und glaub; wo glaub, da Werk und Kreuz; wo Kreuz, da anruffung; wo anruffung, da errettung; wo errettung, da ewiges Leben.
Wo dat Hohn nich kratzt as de Håhn, de Wirtschaft kann nicht beståhn.
Wo dat liggt (liegt), kann noch mehr ligge.
i] Wenn jemand etwas, besonders zerbrechliches Geschirr fallen lässt.
Wo dat Scheit, lât' ek dat Speit. Grubenhagen
hdt] Wo ich das Schießgewehr lasse, da lasse ich auch den Spieß.
Wo date reich ist, da ist dabitur noch vil reicher.
Wo date stirbt, da kan dabitur auch nit lang leben.
la] Non est dignus dandis, qui non est gratus pro datis.
Wo de Arme sât, was et kâld un nat. Westfalen
hdt] Wo der Arme saß, da ist es entweder kalt oder nass, d.h. immer schlecht.
Wo de Bôm (= Baum) henfallt, da ligt he ok. Oldenburg
Wo de Düwel nich sülfst kümmt, schickt he een oll Wief.
Wo de eine et nich vôr daun will, doit et de andere gären vor.
mhd] Wofür der eine es nicht tun will, dafür tut es der andere gern.
Wo de Hase gehecket is, do tieget (zieht, verlangt) hei gern widder hünne. Waldeck
fr] Le lièvre revient toujours à son gite.
Wo de Hund den Putt apen findt, dar sleit he de Snut in. (Gelegenheit macht Diebe)
Wo de Kortwagen nig kümmt, kann de Lankwagen ôk man wegbliwen.
i] Bei den Pommerschen Landleuten heißt der Mistwagen Kort-, der Getreidewagen Langwagen. Ein Acker, der nicht gedüngt wird, trägt kein Korn.
Wo de leeve Goot een Kark hett, sä de Düwel, boo ik een Kapell.
Wo de Löck (Leute) esu vill va kalle, do ess gät an, udder et kütt gät dran. Bedburg
Wo de Lüüd hebben Striet, wahnt de Afkaat (Advokat) nich wiet.
Wo de Minsche tau geboren es, da kümt he tau, un he mag mâken, wat he will.
i] Was dem Menschen vom Schicksal beschieden ist, dem kann er nicht entgehen.
Wo de Moltsack (Malzsack) ophält, fangt de Mehlsack an. Rendsburg
v] Wo de Moltsack steit, kann de Roggensack nig stân. Holstein
hdt] Wo der Malzsack steht, kann der Kornsack nicht stehen.
i] Säufer essen wenig.
v] Wer sich dem Trunke ergibt, kann nicht emporkommen.
fr] Gens saouls ne sont pas grand mangeurs.
ho] Mout spaart meel.
pt] Homem farto, não he comedor.
sp] Hombre harto no es comedor.
Wo de Pfennig eslâgen is, da gelt he an'n märsten.
ndt] Wu d'r Pfeng geschlân wärd, gilt er am mehrschten. Oberharz
Wo de Quekstert (Bachstelze) kann stahne, kann de Menist wahne.
i] Menist = Mennoniten, welche in der Provinz Preussen die Niederungen bewohnen.
Wo de Soldaten weggât, dâ lâtet se wat; wo se henkômt, da hebbet (finnt) se wat.
i] Scheiden sie dort von einer alten Liebschaft, so finden sie hier eine neue.
Wo de Stein lît, da begraset he seck.
i] Wie der Stein da, wo er liegt, beraset, wird auch der Mensch heimisch, wo er lebt; er verwächst gleichsam mit dem Boden.
Wo de Süggeln im Sacke sittet, doa stieket so wanehr (bisweilen). Westfalen
i] Auch Süggel, Süwwel = Schusterpfriem, hochdeutsch = Sichel, Säge.
Wo de Teufel nich hendraff, da stürt he 'n old Wif hen. Oldenburg
dä] Hvor fanden ei tør selv komme, det sender han sit visse bud.
Wo de Vogel frett (frisst), dritt (kackt) he gêrn.
Wo dei Tûn (Zaun) am legsten (sîdsten, niedrigsten) is, is am lichsten äwerstigen.
i] Der Ärmere, Schwächere, Niedriggestellte zieht stets den Kürzern.
z] Vnd wo der Zaun am nidrigsten ist, da steigt man über zu aller frist.
dä] Man ganger gjerne over gjerdet, som det er lavest.
ho] Daer die tuum leechste is, climt men ierst over.
la] Est libitum bare, sepis loca suppeditare.
la] Sepem vir calcat ibi plus ubi passior extat.
sd] Der gården år lågst, stiger hvar man över.
sd] Man throdher ther gardher som han aer laghast.
Wo dein Herz, da dein Gott.
v] Wo dein Herz, da liegt dein Hort.
mhd] Est ein alt gesprochen wort: swâ dîn herze wont, dâ lît dîn hort. Winterstetten
Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz; wo dein Herz, da dein Gott.
Wo dein Topf nicht siedet, stecke fein deinen Löffel nicht hinein. Rumänien
i] Mische dich nicht in fremde Angelegenheiten.
Wo deine Gaben liegen, da liegen auch deine Aufgaben.
Wo deine Habe, da ist dein Herz. Estland
Wo deines Amtes nicht ist, da lass deinen Fürwitz.
Wo dem Herrn eine Kirche gebaut wird, leistet der Teufel Karrendienste.
Wo dem Vogte keine Klage geschieht, da wird ihm keine Buße.
i] Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter, folglich sind auch keine Gerichtsgebühren zu zahlen.
z] Swar dem voghede nen clage schut, daraf werd eme nen bote.
Wo den besten Ton haben die Glocken am Rhein, da wächst auch der beste Wein.
Wo den Haas (Hasen) jonkt, es he gêrn. Meurs
Wo den Minschen wohl tô Môd ist, de buten sitt, säd' de Voss, dor sêt he achtern Windhalm (o. achter de Eggtän).
i] Wie dem Menschen nur zu Mute sein mag, der bei schlimmem Wetter im Freien ohne Obdach oder Schutz ist, sagte der Fuchs, der sich hinter einen Windhalm oder Eggenzahn gesetzt hatte um zu sagen, dass auch der unbedeutendste Schutz großen Wert habe.
Wo der Abend, da das Nachtquartier (der Armen). Estland
Wo der Abgrund feindlich Gift am Herzen sitzt,
Da schafft es zwiefach harte Qual dem Krankenden.
Äschylus, Agamemnon 792/93
Wo der Abt die Würfel gibt (dreht), da dobbeln die Mönche.
v] Wo der Abt die Würfel auflegt, da ist dem Convent erlaubt zu spielen.
fr] Quand l'abbé taverne, les moines peuvent aller au vin.
Wo der Acker braun, ist reiche Frucht zu schaun.
v] Wo der Acker leidet noth, da fehlt's dem Bauer bald an Brot.
dä] Laed agermand er ey maden vand.
Wo der Adler nistet, kleckst die Schwalbe nicht an.
Klopstock, Gelehrtenrepublik, 1774.
Wo der Adler zu schwach ist, muss der Zaunkönig helfen.
Wo der Anfang nicht gut ist, wird selten ein gut Ende folgen. Luther
Wo der Anteil sich verliert, verliert sich auch das Gedächtnis.
Goethe, Maximen und Reflexionen 192
Wo der Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.
dä] Hvor mistanke gaaer ind, der gaaer kjælighed ud.
Wo der arme Mann den Dienst anbot, da war sein Lohn immer gering.
Wo der Arme zum Dorfrichter wird, ist's hohe Zeit, dass die Reichen den Ort verlassen.
Wo der Arzt nicht mehr kann, da fängt der Priester an.
Wo der auf eine Wiese speit, da wächst Sauerampfer.
Wo der Auf jauchzt, da ist der Teufel nicht weit. Innviertel
Wo der Bäcker sitzt, kann der Brauer nicht liegen.
ho] Dar de bakker zit, kan de brouwer niet liggen.
Wo der Balgentreter fehlt, spielt der größte Künstler vergeblich auf der Orgel.
Wo der Batzen sich von dir hat finden lassen, da musst du einen anderen suchen. Spanien
Wo der Bauch Gott ist, da ist der Kopf Schornstein, aus dem nur Rauch kommt.
Wo der Bauer arm ist, ist das ganze Land arm. Polen
v] Wo der Bauer im Stroh ist, da faulenzen die Kinder. Estland
Wo der bauer ist, da ist auch die Macht. Alexander Serafimowitsch, Der eiserne Strom
Wo der Baum fällt, da muss man ihn wieder aufrichten.
v] Wo der Baum hinfällt, da liegt er auch.
Wo der best Wein wächst, da trinckt man den schlimmsten.
z] So sind oft diejenigen Örter und Personen, davon man alle Tugend und christlichen Wandel lernen sollte, in ihrem Tun und Leben ärgerlich.
sd] Der bästa wijnet wäxer, dricker man altijd det sämsta.
Wo der Betrug Kläger und der Unverstand Richter ist, kann die Unschuld kein Recht erlangen.
Wo der Bettler einen Hof (findet), dort isst er, wo der Hund einen Strauch (findet), dort harnt er. Estland
v] Wo der Bettler, da (auch) die Hand. Estland
Wo der Beweis abgeht, gehen die Eide zu.
ndt] Utan de bewysinge affgeyt, so ghan de eede tho. Hamburg
Wo der Bilwitz gemäht, braucht der Bauer nicht zu mähen.
Wo der Bischof den Kreisel treibt,
und ein Ritter gern Bücher schreibt,
wo der Münch zum Harnisch greift,
und die Jungfrau zu Roße schweift,
wo Nonnen und Beginen fahren zu Hof,
und der Mann am Rocken spinnt wie die Zof',
wo kleine Kinder spießen den Bären,
da sieht man wohl die Welt sich verkehren.
Wo der böse Vorsatz fehlt, da fehlt auch der üble Nachsatz.
i] Wer aus Versehen einen Fehler macht, wird milder behandelt, als wer absichtlich etwas Böses tut.
dä] Hvor raad og samtykke er borte i en gjerning, der bør og strafen værre borte.
Wo der Böswillige auf Wasser hinweist, da such nach Feuer. Estland
Wo der Bratspieß im Trilles gieng.
Wo der Brauer ist, kann der Bäcker nicht sein. (Große Trinker sind in der Regel schlechte Esser)
ho] Daar de brouwer binnen is, moet geen bakker komen.
Wo der Breslauer nich hindenkt, da is der Berliner schun lange gewasen. Schlesien
Wo der Buchstabe spricht, da braucht man das Maul nicht.
sp] Habeen cartas y callen, barbas. Don Quixote
Wo der Bürgermeister doktert, da ist nicht gut wohnen.
Wo der Bürgermeister schenkt Wein,
die Fleischhauer im Rat sein
und der Bäcker selber wiegt das Brot,
da leidet die Gemeinde große Not. Inschrift im Gothaer Rathaus
Wo der Bürgermeister selbst ein Bäcker ist, da bäckt man das Brot zu klein. (In englischen Sprichwörtern tritt der Bürgermeister nicht als Bäcker und Weinschenk, sondern mit anderen Funktionen auf, z. B. als Austernesser, der die bereits verdorbenen so weit von der Nase abhält, dass er sie mit der Degenspitze öffnet)
ndt] Wo der Bürgermeister selbst ein Beck ist, da bäckt man das Brot zu klein.
en] The mayor of Northampton opens oysters with his daggers. (Der Bürgermeister als Austernesser, der die bereits verdorbenen so weit von der Nase abhält, dass er sie mit der Degenspitze öffnet)
Wo der Damm am niedrigsten ist, läuft das Wasser zuerst über.
ho] Daar de dijk het laagst is, loopt het water het eerst over.
Wo der Deich am niedrigsten ist, geht die Flut am ersten über.
altfries] Dear de Dik liigst es, geid de flöd jest aur.
Wo der Diener nicht bezahlt ist, darf der Herr keinen Ärger zeigen. Telugu, Indien
Wo der drêch Brît (Brot) nit schmakt, fräs 'n Zäng dôsen.
v] Wo der drêch Brît (Brot) nit schmakt, se sälz der 't.
Wo der Einzelne nur an sichi denkt, wird die Gesamtheit nimmer vorwärts kommen.
Jakob Boßhart, Bausteine zu Leben und Zcit
Wo der Esel geboren ist, wird er nicht gekrönt. (Vgl. Markus 6,4: Ein Prophet gilt nirgends weniger denn im Vaterlande.)
Wo der Esel sein Futter findet, da drängt er hin.
v] Wo der Esel sich einmal stößt, da stößt er sich nicht wieder.
Wo der Faden am schwächsten ist, da reisst er.
Wo der feile Zapfen steht, da hat jeder gleiches Recht.
i] Im Wirtshause wird kein Hausfrieden gestört; jeder hat dort gleiches Recht, es kann wohl von Gewalt, aber nicht von Heimsuchung die Rede sein.
Wo der Fingernagel hineinpaßt, braucht man kein Eisen. Kaschmir, Indien
Wo der Fisch, da der Angler.
Wo der Fluss am tiefsten ist, rauscht er am wenigsten.
sp]Donde más hondo el río, hace menos ruido.
Wo der Friede wächst, von dort flieht der Streit. Estland
Wo der Frosch gefangen, dort wird der Forsch gegessen. Estland
v] Wo der Frosch quakt, da blökt der Deutsche. Polen
Wo der Fuchs sein Lager hat, da raubt er nicht.
v] Wo der Fuchs, da der Schwanz. Estland
Wo der Fuß, da die Klaue.
Wo der Gastwirt Bürgermeister, der Bäcker Stadtrat, der Schlächter und Krämer Ratsherr ist, da herrscht Armut in der Bevölkerung. Polen
Wo der Geier will einziehen, müssen die Tauben fliehen.
Wo der Geist ist Herr und der Körper Knecht, da ist die Wirtschaft recht.
la] Si corpori anima praeest, animam cura prius.
Wo der geiz regiert, da muss das Evangelium fallen und vntergehen.
Wo der Geizhals seinen Schatz vergraben hat, da hat er seine Gedanken.
sp] El avariento, donde tiene el tesoro tiene el entendimiento.
Wo der Geizige schneidet, ist das Ährenlesen umsonst.
en] Avarice is a glutton.
en] Ever drunk, ever dry.
it] L'uomo avaro e l'occhio sono insaziabili.
la] Avarus animus nullo satiatur lucro.
la] Avarus nisi cum moritur, nil recte facit.
sp] El avaro es un mar sin fondo.
sp] Mucho falta al que mucho tiene.
Wo der Geldbeutel anfängt, hört die Gemütlichkeit auf.
Wo der Gelehrte irrt, begeht er einen gelehrten Irrtum.
Wo der gemeine Nutz nicht subalterna, sondern opposita ist, da werden gewisse Fremde Meister.
Wo der geniess wendet, da höret die güldene religion auff.
Wo der gesunde Menschenverstand anfängt, hört das rostocker Stadtrecht auf.
z] Woher nehme man die staatsrechtliche Sanktion für die neubraunschweigische Landschaftsordnung vom 12. Oct. 1832, die nicht, wie das rostocker Stadtrecht, aufhöre, wo der gesunde Menschenverstand anfange, sondern anfange, wo dieser aufhöre. H. von Treitschke
Wo der Gewinn am höchsten, da ist das Recht.
la] Ibi fas ubi proxima merces. Lucanus
Wo der Glaube an die Mutter Gottes sinkt, da sinkt auch der Glaube an den Sohn Gottes und den Gott Vater.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums
Wo der Glaube die hertzen trennet, da kan die Ehelieb nicht wohl gantz bleiben.
Wo der Glaube Engel malt, da sieht der Aberglaube Teufel.
Wo der Glaube nicht ist, da ist den Wercken der Kopff ab.
v] Wo der Glaube nicht recht ist, da ist auch kein gut Werck.
Wo der Glaube recht ist, da folget auch die Tat. Luther, Kirchenpostille
Wo der Glückliche hinkommt, da findet er einbeschert.
v] Wenn der Glückliche durchs Meer will, findet er es trocken, wenn der Elende durch die Steppe will, findet er sie nass. Russland
en] Happy man, happy dole.
Wo der Grund ist, da darf man die Reben nicht misten.
Wo der Hahn gackert und die Henne kräht, da geht's in Haus und Hof verdreht.
dä] Hvor hanen kagler, hønen galer, manden tier, quinden taler, i det huus til gaaer det ilde, begge derfor styres vilde.
fr] Malheureuse maison et meschante où coq se tait et poulle chante.
pl] Biada temu dworowi, gdzie wybodzie krowa wolowi.
Wo der Hahn geheckt ist, da will er sein.
v] Wo der Hahn ist, da gackert die Henne nicht. Portugal
v] Wo der Hahn schweigt und die Henne kräht im Garten, kann man nichts als Schlimmes erwarten.
Wo der Hähne viele krähen, da steht man spät auf.
bm] Kde mnoho kohouti pejf, tam se pozde vstává.
Wo der Hai im Wasser spielt, da ist gefährlich schwimmen lernen.
ho] Als er veel haaijen op de kust komen, den wordt het vaarwater gevaarlijk.
Wo der Handel blüht, fressen die Gänse das Pflaster nicht. (Weil der lebhafte Verkehr es nicht berasen lässt)
Wo der Hase (am meisten) gesetzt (geheckt hat) wird, ist er am liebsten. (Jedem gefällt seine Heimat am besten. Die Eindrücke der ersten Jugendfreuden sind die dauerndsten. Festhalten an seiner Gewohnheit.)
fr] Le lièvre revient toujours à son gîte.
la] Patriae fumus igne alieno luculentior.
Wo der Hase auf die Welt kommt, da bleibt er.
v] Wo der Hase geworfen wird, will erbleiben.
en] East or west, home is best.
fr] Le lièvre revient toujours à son gîte.
it] La lepre va sempre a morire nella sua tana.
la] Lepus solo natali gaudet.
sp] Quien nace en el muladar allí se querría quedar.
Wo der Hase gesetzt ist, da stellt er sich wieder ein.
v] Wo der Hase gesetzt ist, da zieht er wieder hin.
Wo der hase geworffen ist, wil er sein.
la] Lepus solo natali gaudet et libentius nullibi vivit quam ubi natus est.
la] Nescio, qua natale solum dulcedine cunctos ducit et immemores non sinit esse sui.
Wo der Hausherr ein Dieb ist, da ist bös stehlen.
Wo der Haussvater ein Splitterrichter ist, da lernets das Gesind auch bald.
Wo der heilige Geist meister ist, da lehrnet man vil in kurtzer frist.
Wo der Herd glüht, da ist schnell kochen.
Wo der Herr das Heer anführt, muss der Feind auf sieben Wagen fliehen.
v] Wo der Herr dem Schäfer die Schere nicht hält, nimmt dieser die Haut.
v] Wo der Herr lernt vom Knecht, da steht die Wirtschaft schlecht.
v] Wo der Herr selbst Hand anlegt, da arbeiten zwei mehr als sonst drei.
Wo der Himmel ist, da ist die Hölle nebenan.
v] Wo der Himmel aufhört, da fängt die Hölle an.
dä] Der er allevegne helvede, hvor himmelen ey er.
Wo der Hirsch hingeht, dahin kommt die Schildkröte auch. (Eile mit Weile führt auch zum Ziel)
Wo der Hund aufs Kissen kommt, will er mit im Bette liegen.
v] Wo der Hund bellt, da mag er auch fressen.
v] Wo der Hund, da der Knochen. Estland
Wo der Hund bei der Herde fehlt, frisst der Wolf die Schafe. (Unter dem Hunde versteht hier Abraham a Sancta Clara den die Christenheit beschützenden Dominicanerorden, der die Herde Christi vor dem Ein- und Ausdringen der Vernunft geschützt hat)
Wo der Hund einmal geschlagen wurde, da bellt er ein anderes Mal nicht mehr. Estland
Wo der Hund einmal Prügel bekommen hat, da geht er nicht bald wieder hin.
zit] Wo der Hund einmal wirdt geschlagen, dahin tut er sich nicht bass wagen.
Wo der Hund mal geleckt hat, von dort geht der Hund nicht mehr weg, denn er hat schon den Geschmack im Mund. Estland
Wo der Hund mit dem Kopfe hindurchkommt, holt er auch den Schwanz nach.
ho] Daar de hond zijn kop doorkrijgt, haalt hij ook zijn gaat.
Wo der Hund sich einmal die Nase verbrannt, da riecht er nicht mehr hin.
ho] Een hond ruikt nimmer aan den kant, daar hij den neus eens heeft gebrand.
Wo der Jude nicht hinging, da kroch der Zigeuner hin. Zigeuner
Wo der Kaiser die Wahrheit weiß, mag er richten ohne Klage. (Dies Sprichwort erinnert noch an die Zeiten, in denen die Kaiser die Gerichtsbarkeit allein über das ganze Volk oder nur über die unmittelbaren Reichsglieder ausübten, oder durch Pfalzgrafen ausüben ließen. Zur bessern Handhabung der Gerechtigkeit reisten die Kaiser in Deutschland herum, um den Parteien Gelegenheit zu geben, sich unmittelbar an sie zu wenden)
v] Wo der Kaiser hinkommt, da steht ihm das Recht offen.
v] Wo der König hinkommt, ist das Gericht ledig. [RSpW] (Da alle gesetzten Richter nur an seiner Stelle und in seinem Auftrage Recht sprechen, weil er selbst nicht überall sein konnte, so wich da, wo er selbst war, der Stellvertreter)
v] Wo der König ist, ist sonst kein Richter.
mhd] Wo der koning hyn kommt do ist ledig gerichte.
Wo der Kalk am dicksten liegt, ist die Mauer am schwächsten.
Wo der Kessel über dem Herde hängt, da freiet (o. isst) es sich am besten.
i] In einer gut eingerichteten Hauswirtschaft ist gut heiraten. Auch: Erst den Grund zu eigenem Hauswesen legen, ehe man heiratet.
en] Before you marry, be sure of a house, wherein to tarry.
Wo der Kesselhaken über dem Feuer hängt, da ist ein guter Anfang zur Hausshaltung.
Wo der Kläger seine Buße gewinnt, da hat der Richter sein Gewette. [RSpW]
i] Buße ist die Entschädigung, die der Beklagte an den Kläger zu zahlen hat. Soll der Kläger die Buße gewinnen, so muss der Beklagte verurteilt werden; und in diesem Falle hatte er auch Wette (Prozesskosten) zu zahlen, da die Pflicht, diese zu tragen, an das Unterliegen des Beklagten in einem gegen ihn anhängig gemachten Prozesse geknüpft war.
mhd] Uf swem der clager buzze gewinnet ouch der richter sine gewette.
Wo der Knecht den Herrn lehrt, da geht die Wirthschaft verkehrt.
bm] Nebývá dobře, kde šafář učí pána sveho.
bm] Bĕda tomu domu, kde tele rozkazuje volu.
Wo der Knick am niedrigsten, da springt (o. steigt) man rüber.
ndt] Wo der Knick is an'n sîedsten (an'n deipsten), da springet (o. stîgt) man ôwer. Hannover
Wo der Knoten lose ist, entgleitet die Schnur. England
Wo der König die Jagd liebt, da gelten die Hunde (Hirsche) mehr als die Menschen.
v] Wo der König Menschenfleisch liebt, sind die Untertanen in steter Lebensgefahr. Russland
Wo der König ein Kind, da weht im Lande böser Wind. (Wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist)
v] Wo der König ein Kind, ist Recht und Gesetz eitel Wind.
mhd] Lant und liute geirret sint, swâ der künec ist ein kint und sich die fürsten flîzent, daz si fruo enbîzent.
dä] Hvor ingen konge er: der staaer riget værgeløs.
Wo der König sitzt, da ist's obenan.
Wo der Kopf, da der Arsch. Estland (Wo der Mann, da die Frau)
Wo der Kot am tiefsten, ist's den Jungen (Knaben, Kindern) am liebsten.
Wo der Kreutzer geschlagen ist, da ist er am meisten wert.
Wo der Kreutzer zu Hause ist, gilt er einen Gulden (o. einen Batzen).
i] Besonders galten schlechte Kreutzer nicht viel in der Fremde.
Wo der Krieg einzieht, da zieht das Glück aus.
Wo der Kriegswagen rollt, da gibt es ja kein Leben. Estland
Wo der Kropf Mode ist, wird ein glatter Hals ausgelacht.
i] Von dem Dorfe Schierke im Harz, wo alle Einwohner Kröpfe haben, erzählt man, dass dort hindurchkommende Reisende, denen dieser Halsschmuck mangelt, nicht als volle, rechtschaffene Menschenkinder angesehen würden.
Wo der Krug zerbricht, da bleiben die Scherben liegen.
ho] Daar de kruik gebroken is, laat daar vrij de scherven liggen.
Wo der Kuchen fehlt, schmeckt auch Brot.
pl] Dobry chléb, gdy kołacza nie masz.
Wo der Kunst der Gegenstand gleichgültig wird, sie rein absolut, der Gegenstand nur der Träger ist, ist die höchste Höhe.
Goethe, S.Boisserée, 15.9.1815
Wo der Kurz(Dünger-, Mist-)wagen nicht hingeht, kommt der Lang(Ernte) wagen nicht her.
ndt] Wo de Kortwagen nig kümmt, kann de Lankwagen ôk man wegbliwen. Pommern
i] Denn ein Acker der nicht gedüngt wird, trägt auch keine Frucht.
Wo der Lappen wendet, da wendet auch das Muster.
i] Sprichwort der Schneider.
Wo der Leithammel hinläuft, dahin läuft die ganze Herde Schöpse.
Wo der liebe Gott wohnt, hat auch der Teufel sein Nest. (Um zu sagen, dass in der Regel unweit der Kirche ein Wirtshaus steht)
Wo der Löffel reicht, bedarf's der Kelle nicht.
i] Wo ein einfacher Weg ans Ziel führt, da soll man keine kostspieligen Anstalten treffen.
Wo der Löwe Hof hält, darf der Wolf nicht wohnen.
Wo der Lügengeist regiert, da ist der Mordgeist auch bei.
Wo der Magen spricht, da weicht die Klugheit.
v] Wo der Magen spricht, da schweigt der Verstand. (Auch von Besitzstreben)
z] Der Magen ist die Achillesferse des deutschen Gelehrten, die einzige Stelle, an der er sterblich ist.
Wo der Magen, da das Nachtquartier. Estland
v] Wo der Magen, da das Zuhause. Estland
Wo der mandelkern angebissen wirt, so wirt er bitter.
Wo der Mann aussgehet und buben ein, da kann nichts guts sein.
Wo der Mann das Geld zum Götzen macht, da macht der Götze den Mann zum Sklaven.
Wo der Mann die Schürze trägt, ist die Wirtschaft schlecht gepflegt.
bm] Hospodářství zle stojí, kde se žena muže nebojí.
bm] Zle kde muž v rouše a žena v kukli a v škorních chodí.
Wo der Mann es gut hat, da hat es auch das Pferd gut. Estland
Wo der Mann gewinnen will, da soll er verlieren. [RSpW]
i] Die Anhängigkeit eines Rechtsstreits begründete den besondern Gerichtsstand der Widerklage. Es galt als Recht: Wer Klage anbringt, muss vor demselben Richter Rede stehen, falls ihn der Beklagte im Verlauf des ursprünglichen Rechtsstreits wiederbelangt, wenn er sonst auch diesem Gericht nicht unterworfen wäre.
altfries] Deer een man will wynne, ... in da riucht mot er aeck wrlyesa.
Wo der Mann Häfen bricht und das Weib Krüge, da ist das Gedeien aus.
Wo der Mann hinfällt, da fällt auch die Buße hin.
i] Wo ein Verbrechen begangen ist, da muss es gebüßt werden.
mhd] Wo dann der mann hynne fiele, do fyle auch die busse hyne.
Wo der Mann ist, muss die Frau sein.
Wo der Mann klagt, da muss er auch antworten. [RSpW]
mhd] Wo eyn Man clagt, do musz er auch antwarten.
Wo der Mann Recht fordert, da soll er auch Recht nehmen. [RSpW]
mhd] Swa der man reht vordert, dâ sal er reht nemen.
Wo der Mann selbst nicht kommt, wird ihm sein Haupt nit wohl gezwagt.
Wo der Mann taub und das Weib stumm ist, da gibt es die besten Ehen.
Wo der Mann wie die Biene einträgt, und das Weib wie die Sanduhr körnleinweise ausgibt, da kann ein Haus reich werden.
Wo der Marder nistet, hält er das Nest rein.
Wo der Maulbeerbaum wächst, gedeiht auch die Seide.
Wo der meiste Schlamm liegt, da leben die meisten Frösche.
Wo der Mensch die Deiche nicht baut, da baut Gott die Dünen.
v] Wo der Mensch die Mole aus Sand baut, da lässt Gott Granitblöcke (zu ihrer Befestigung) herbeischwimmen. Kronstadt
i] Die Küste Narvas ist flach und sandig, das Meer seicht und voller Sandbänke.
Wo der Mensch die Natur tötet, trifft er seine eigenen Seele.
Paul Bertoloy
Wo der Mensch geboren ist, da sehnt er sich zu sterben.
la] Nusquam melius morimur homines, quam ubi libenter viximus. Publ. Syr.
Wo der Mensch nicht die Deiche baut, baut Gott die Dünen. Russland
Wo der Mensch sein Gut hinschafft, da soll es hin gehören. [RSpW]
i] Von der Erbeinsetzung nach römischem Recht, die allmählich das deutsche Erbrecht, das nur Blutsverwandte zum Erbe zuließ, zurückdrängte.
Wo der Mensch sterben soll, tragen ihn seine Füße hin.
Wo der Minutenzeiger genügt, ist der Stundenzeiger nicht erforderlich. Niederlande
Wo der Mist fehlt, sorblet der Bûr. Hauenstein im Aargau
Wo der Mistwagen hergeit, da ist Gottes Segen.
v] Wo der Mistwagen nicht hingeht, kommt der Erntewagen nicht her. Sachsen
v] Wo der Mistwagen nich henkummt, hört de Segen Gods up.
i] Ohne gute Düngung kann man keine reiche Ernte erwarten.
Wo der Mönch nicht kann hinbrunzen, da hofiert er gar hin.
Wo der Mond nicht hinscheint, ist es finster.
Wo der Müßiggang, da ist des Teufels Anhang.
Wo der Narr ein Geld findet, sucht er ein neues. Spanien
Wo der Ochs arbeitet, da der Ochs frisst.
v] Wo der Ochs frisst, da der Ochs atmet (o. scheißt, schläft).
v] Wo der Ochs gefallen, sind der Metzger viel.
v] Wo der Ochs kann, da der Ochs trinkt.
v] Wo der Ochs schefftig ist, da ist viel Einkommens.
v] Wo der Ochse hinkommt, muss er den Pflug ziehen.
v] Wo der Ochse geschlachtet wird, da wird das Blut verspritzt. Estland
Wo der Ochs die Krone treit, da sind die Kälber Durchlaucht.
la] Corvi lusciniis honoratiores.
Wo der Ochs hinkommt, muss er den Pflug ziehen.
en] Where shall the ox go but he must labour.
pt] Onde irá o boi que não are?
sp] Adonde irá el buey, que no are?
Wo der Ochs König ist, da sind die Kälber Prinzen.
mhd] Swâ der ohse krône treit, dâ hânt diu kelber werdekeit.
Wo der Papst ist, da ist Rom.
mhd] Dâr de pawes is, dár is Rome.
bm] Kde car, tu také Orda.
dä] Hvor herrerne ere, der er hoffet.
dä] Hvor Paven er, der er Rom.
ho] Waar de paus is, daar is Rome.
it] Dove è il Papa, ivi è Roma.
la] Roma est, ubi imperator est.
la] Summus ubi mystes, romana ibi iura decusque.
la] Sunt indivisa simul una Papaque Roma.
la] Ubi Papa, ibi Roma.
pl] Gdzie papiež, tam Rzym.
Wo der Pavian König ist, da werden nur Affen zu Räten gemacht.
Wo der Pfaff ist, dahin bringt man ihm das Opfer.
bm] Kdyby byl knĕz v lese, předc se za ním nese.
Wo der Pfaffe ein Weihwasser hinwirft, dafür muss ihm der Herr geben.
i] Wer sein Feld mit Weihwasser düngt, bezahlt von Rechts wegen ebenso wie der, welcher Guano verwendet.
mhd] Wa der pfaff das wichwasser hin wirfft da von sal ain her im geben.
Wo der Pfaffe herrscht, ist der Junker zur Hand.
Wo der Pfälzer Bauer seinen Fuss hinsetzt, steht der Wald ab. (So sagen die Pfälzer Forstleute in ihrem Stolze, indem sie nichts so sehr hassen, als die Weinbauern, welche nach ihrer Meinung durch das Wegholen des Streuwerks den Waldungen alle Triebkraft benehmen)
Wo der Pfennig beiwohnt nicht, wirt gar mancher kauf ein wicht.
la] Impedit omne forum defectus denariorum.
Wo der Pfennig läutet, da gehen alle Türen auf.
mhd] Wer penningen hat, derselbe gat gewaltig fur.
mhd] Des pennyngis clang hat nu furgang, wan man kumpt vur gerichte.
la] Audito nummo, quasi viso principe summo, dissiliunt valvae, nil auditur nisi salve!
Wo der Pfennig spricht, hört man andere Rede nicht.
ho] Al waer de penningh spreeckt, daer klinckt de reden best.
ho] Des pennings klank verdooft alle redenen.
Wo der Pflug geht, kein Weinstock steht.
i] Es wäre Torheit, einen guten Boden zum Weinbau zu benutzen, und die größte, gutes Kulturland in Weinanlagen umzuwandeln, wie das wohl geschehen ist, um der Rebe eine größere Menge Kali zuzuführen, während dieselbe davon doch weit weniger verbraucht als Kartoffeln, Runkelrüben und Weizen.
Wo der Pflug herauskommt, da fährt er auch wieder hinein.
Wo der Pflug hingeht, da geht auch der Zehnt hin. [RSpW]
i] Von der Zehntpflichtigkeit, besonders der bekannten Abgabe an Geistliche. Es findet dies Sprichwort vorzüglich auf die sogenannten Rottzehnten Anwendung, indem es die Lehre enthält, dass, wenn in einem zehntpflichtigen Districte bisher unangebautes Land urbar gemacht worden ist, sodass nun der Pflug darüber geht, auch von den Früchten, die es nunmehr hervorbringt, der Zehnte entrichtet werden müße, eine Eigentumsbeschränkung, von der hoffentlich bald nur noch geschichtlich die Rede sein wird.
z] Schon in frühern Jahrhunderten hatten die heiligen Kirchenväter den Laien zu Gemüthe geführt, dass es doch Schade sei, die alttestamentliche Anstalt des Zehnten verfallen zu lassen; und wissen wir nicht schon aus Homer, dass die Zahl X die Zahl der Erfüllung ist, vielleicht abstrahirt von den neun Monden, worauf die Niederkunft oder Erfüllung im zehnten Monat folgt. Die Zendavesta kannten die heiligen Väter nicht, sonst hätten sie gewiss auch auf Zoroaster hingewiesen, der den zahlreichen Magiern, die wieder unter einem Archimagus zu Bacto standen, der für Zoroaster's Nachfolger galt, wie der Papst für den Nachfolger den Zehnten zusicherte. ›Und wenn euere guten Werke‹, spricht Zoroaster, ›zahlreicher wären als die Blätter der Bäume, die Tropfen des Regens, der Sand am Meere und die Sterne des Himmels, so helfen sie euch nichts, wenn sie nicht dem Destus (Meister) gefallen; und sein Wohlgefallen erlangt ihr nur durch treue Entrichtung des Zehnten von allem was ihr besitzt.‹
la] Quo fala et arater ierit. Lex Augusti
Wo der Pflug vom Rost gefressen, wird sehr wenig Korn gemessen.
ho] Waar het ploegijzer verroest, daar wordt het land niet wel bebouwd.
Wo der Pfosten, da die Werst. Estland
Wo der Pfuscher findet (o. isst sein) Brot, muss der Künstler leiden Not.
Wo der Prophet geboren ist, da gilt er nichts.
Wo der Rabe sitzt auf dem Dach und der fuchs vor der Tür, da hüte sich Ross und Mann dafür.
i] Keine Empfehlung für den Schwarzkopf, der zugleich ein Rotbart ist.
Wo der Rav wird, schmadt sich die Kille.
hdt] Wo der Rabbiner wird, lässt sich die Gemeinde (Kille) taufen (schmadden).
i] Von einem Kandidaten des Rabbinats, der sich zu Neuerungen hinneigt.
Wo der rechte Mut, da geht alles gut.
mhd] Da muot swâ guot.
Wo der Rhein fällt, hört man eine Traufe nicht.
Wo der Rocken kommandiert, ist das Haus übel regiert.
pt] Mal vai á casa, onde a roca manda á espada.
Wo der rote Ochs einmal geschlafen hat, erkennt man neun Jahre die Stelle. Estland (Den Feuerschaden)
Wo der Rüde fehlt, frisst der Wolf das Schaf.
Wo der Samen gestreut ist, da wächst (gedeiht) er.
i] Wo jemand geboren ist, kommt er am leichtesten fort.
bm] Kde kdo vznikne, tu také zvykne.
bm] Kde se kdo nesil, tu mu nevzjíti.
Wo der Satan nicht selbst hinkann, schickt er seine Apostel.
Wo der Schiffer ist, da möchte (sollte) ich Steuermann sein.
ho] Daar hij schipper is, zal ik stuurman zijn.
Wo der Schlägel schlägt, dahin der Pflock geht. Estland
Wo der Schlüssel am Tor hängt, da geht man gern aus und ein.
Wo der Schmerz ist, da ist auch die Hand. (Man redet gern von seinen Wehwechen)
Wo der Schnee am meisten getreten ist, da schmilzt ihn die Sonne nicht bald.
Wo der Schornstein raucht, da ist gut freien.
i] Wo man bereits eine eingerichtete Wirtschaft vorfindet.
ho] Daar de schoorsteen rookt, is het best vrijen.
Wo der Schuh drückt.
i] Wo das Gebrechen, das Leiden, der Schaden verborgen ist.
Wo der Schultheiss schencket Wein, die Bürgermeister verkäuffer seyn, die Schöffen backen brodt, ist die gemein in großer not.
ho] Daar de meijers tappen wijn, de burgemeesters kornkoopers zijn, en de schepens bakken brood, daar is de gemeente in grooten nood.
Wo der Schulze schenket Wein, die Fleischhauer im Rate sein, der Bäcker wieget selber das Brot, da leidet die Gemeinde Not.
Wo der Schwanz regiert, da irrt der Kopf.
v] Wenn die Lüsterne von ihres Nachbars Gliede träumt, immer sieht sie es gehoben. Russland
pl] Gdzie ogon rządzi, tam głowa błądzi.
Wo der Schwanz, da der Ochs.
Wo der Schwär, dahin muss auch das Pflaster.
Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilft kein Glück.
Wo der Sohn vor dem Vater geht, und der Lai ohn' den Priester zum Altar steht, und sich der Knecht über den Herrn setzt, und der Bauer für den Edelmann Wildpret hetzt, und die Henne kräht für den Hahn, und die Frau will reden für den Mann; so soll man den Sohn strafen und matten, und den Narren scheren ein Narrenplatten, und den Knecht hinter die Tür stellen, und soll den Bauern eine Kuh fällen, und die Henne an ein Spieß jagen, und die Frau mit Knütteln schlagen. So hat man ihn'n allen den rechten Lohn geben.
Wo der Spanferkel viele sind, da fällt das Gespülicht dünn aus.
i] Von Leuten, die reich an Kindern und arm an Geld sind.
Wo der Spielteufel einkehrt, da bringt er viel andere Teufel mit.
Wo der Spieß allein wacht, da leiden die Diebe nicht Not.
Wo der Spinnrocken das Schwert zwingt, da steht es schlecht um den Wirt.
v] Wo der Spinnrocken regiert, da steht es übel mit dem Wirt.
v] Wo der Spinnrocken regiert das Schwert, da geht die Wirtschaft gar verkehrt.
ho] Alwaer de spinrock dwingt het zweert, daer staet het qualijk met den weert.
Wo der Stall offen ist, laufen die Schweine hinein (o. heraus).
i] Man muss durch Nachlässigkeit nicht Veranlassung geben, dass etwas Böses geschehe.
Wo der Stein ins Wasser fällt, sind die Wellen wohl klein, aber stark.
Wo der Sterbende stirbt, da das Eigentum bleibt. Estland
Wo der Stiefel zerrissen ist, sieht man die Wade.
Wo der Stiel ist, muss auch die Axt sein.
Wo der Storch seinen Schnabel zur Tür hereinsteckt, gibt's auch für die Buben was, das ihnen schmeckt.
i] Bezieht sich auf die alte Gewohnheit, bei Gelegenheit des Taufschmauses Backwerk und andere Näschereien an die Dorfkinder zu verteilen.
Wo der Strauß wohnt, wachsen keine Trauben.
ho] Waar de struisvogel zich ophoudt, daar groeijen geene druiven.
Wo der Strick am dünnsten ist, zerreißt man ihn.
Wo der Stumpf, da der Schößling. Estland
Wo der sünden nicht wird gewehrt und die Tugend nicht wird geehrt, da wird des Teufels Reich vermehrt.
Wo der Taler geschlagen ist, gilt er am meisten.
Wo der Teufel das Kreuz voran trägt, da gehe nicht nach.
v] Wo der Teufel den Samen streut, reift er, es ist eine Freud'.
v] Wo der Teufel eine Ketzerei anstiftet, da muss er mehr stiften.
v] Wo der Teufel einen Kiesel aus Gottes Büchlein an den Kopf kriegt, so muss er stürzen.
v] Wo der Teufel einmal beklieben, da wird er schwer vertrieben.
v] Wo der Teufel in ist, da ist er schwerlich ausszutreiben.
v] Wo der Teufel ist, stinkt es auch.
v] Wo der Teufel machtlos ist, schickt er als Boten ein Weib.
v] Wo der Teufel nicht fertig wird, da schick' ein Weib hin.
v] Wo der Teufel nicht fertig wird, dorthin schickt er die Frau. Estland
v] Wo der Teufel nicht hinkann, da schickt er seine Mutter hin.
v] Wo der Teufel sein Panier aussteckt, da schneit es zu von Taugenichtsen.
v] Wo der Teufel sich selbst nicht hinwagt, dahin schickt er einen Mönch oder ein altes Weib.
Wo der Teufel den Kopf nicht hinlegen kann, fegt er mit dem Schwanze.
it] Dove il diavolo non può mettere la testa vi pone la coda.
Wo der Teufel den Schwanz hineinsteckt, da steck nicht die Hand hinein.
it] Dove il diavolo mette la coda, non mettere la mano.
Wo der Teufel einkehrt, da kann Sankt- Paulus nicht wohnen.
i] Wo die Neigung zur Sünde in einem Menschen vorherrschend wird, da kann die Tugend nicht gedeihen.
Wo der Teufel genannt wird, da will er sein.
altfries] Dear de Düiwel näämt und dear well er wiis.
Wo der Teufel getanzt hat, wächst kein Gras.
ho] Het gras groeit niet, waar de duivel gedanst heeft.
Wo der Teufel hinein gekommen, da muss er wieder hinaus.
z] 'S ist ein Gesetz der Teufel und Gespenster, wo sie hineingeschlüpft, da müssen sie hinaus.
Wo der Teufel Koch ist, da gibt es schlechte Suppen.
ho] Als de duivel kok is, dan heeft men eene slechte potaadje.
Wo der Teufel kocht einen Brei, da ist ein Mönch und ein Weib dabei.
ho] Geen ding zoo schandelijk of zwaar, dat eene vrouuw of een monnik niet begaaet.
Wo der Teufel mit dem Kopf hinein kommt, da kriecht er mit dem ganzen Leib hinnach.
Wo der Teufel mit dem Kopfe nicht hinein kann, setzt er den Schwanz an.
it] Il diavolo dove non può mettere il capo vi mette la coda.
Wo der Teufel nicht ankommt, schickt er seinen Gesellen.
en] If the devil cannot get a hold he send a woman.
fr] Où le diable ne peut aller, sa mère tâche d'y mander.
it] Il diavolo non può mettere il capo vi mette la coda.
sp] Lo que el diablo no puede, la mujer lo hace.
Wo der Teufel nicht hin darf (will), da schickt er einen Mönch oder ein alt Weib hin.
i] Im 14. Jahrhundert lautet dies Sprichwort nach der gratzer Handschrift: 'Do der tiufel nit hin mog, tô sent er sînen botten hin. Wie die Fabel von dem alten Weibe mit den roten Schuhen, die ihr der Teufel an einer Stange zulangte, vermag.
fr] Où le diable ne peut aller, sa mère tâche d'y envoïer.
ho] Daar de duivel zelf niet darft (kan) komen, zendt hij een oud wijf of een' monnik (o. zijn bode).
it] Il diavolo dove non può mettere il capo vi mette la coda.
la] De rugis crimina multa cadunt. Ovid
la] Non audet stygius satanas tentare audet effrenus monachus plenaque fraudis anus.
la] Praeco venit Satanae, que non valet, ipse venire.
Wo der Teufel nicht hin darf, da schickt er einen Mönch oder ein altes Weib hin.
Wo der Teufel nicht hinkommen kann, da schickt er seine Mutter hin.
it] Dove il diavolo non puol andar lui, vi manda la madre.
Wo der Teufel nicht kann zur rechten Seite mit Fürwitz und List wehren, so will ers zur linken mit Mühe und Widerwärtigkeit hindern.
Wo der Teufel nichts ausrichten (o. nicht selber kommen) kann, dahin schickt er ein altes Weib.
i] In ganz besonders verwickelten und schwierigen Angelegenheiten wählt er wohl auch ein junges, schönes Weib.
z] Das Sprichwort ist nur halb wahr; der Teufel ist klüger und weiß, dass er weiter kommt mit jungen Weibern. Der Hass gegen die alten Weiber scheint aus dem Verdachte, in dem man sie wegen der Hexerei hatte, zu entspringen. Darüber, weshalb es der Teufel nur mit alten Weibern halte, hat König Jakob I. von England, dem gewiss alle Mittel zu Gebote gestanden haben, eine ausführliche Untersuchung geschrieben, und Christo zugeeignet. Nach einem alten Schwanke fürchtet sich der Teufel selbst vor einem alten betrügerischen Weibe. Als er einmal eine solche Vettel abgesendet, um zwischen zwei Eheleuten Zwietracht zu stiften, und sie diesen Auftrag ausgerichtet, gab er ihr den versprochenen Lohn: ein paar Schuhe, an einer sehr langen Hopfenstange über das Haus hinausgestreckt, weil er ihr, da sie listiger als er war, nicht traute.
z] Hie gat es, als ich han vernommen, war der Tiufel nit mag kommen, da send er sinen Boten hin; das Wib mag Tiufels Bote sin.
fr] Ce que diable ne peut, femme le fait.
la] Daemon quo mire nulla valet arte venire, illuc le gatos destinat ire suos.
un] A' hol az ördög valamit véghez nem vihet, oda vén bábát igazít.
Wo der Teufel nichts aussrichten kan, da schickt er sein boten hin.
z] Nemlich ein altes böses Weib oder böse Zung.
Wo der Teufel nit hin mag, da schicket er sein botten (knecht).
mhd] Wâr de duvel nicht en kumt, dâr sent he synen boden.
la] Quo nequit ire Sathan transmittit saepe ministrum.
mhd] Dâ der tiufel niht hin mac, dâ sent er sînen boten hin.
mhd] Der tewffel seinen boten sendet, dâ er nit mag kummen.
ho] Daer de duvel niet comen en can, sent hi sinen bode.
sd] Hwar den onde icke är sjelf, der har han sitt ombud.
Wo der Teufel sein Jagdrevier hat, da fehlt's ihm nicht an Beute.
i] Auf Tanzböden, in Spielhöllen, Sauf- u. dgl. Spelunken ist sein besonderes Jagdgebiet.
bm] Volno čertu ve svých bahnech orati.
Wo der Teufel sich eingenistet, lässt er sich nicht ausräuchern.
bm] Nezpomohlo babĕ ani kouřeni.
Wo der Teufel und die Schlange den Kopf durchbringen, da folget der gantz Leib.
z] Also auch, wer leicht schweret, der leuget auch; wer leuget, der stilt.
Wo der tiefste Kot ist, da gehen die Kinder hinein. Estland