Sprichwörter - Redensarten - Zitate - Weisheiten
Wu

und oder

Ws ist Kribsiskrabsis, ins Feuer damit, sagte der luzerner Mönch von griechischen Werken.

Wser sich selbst lobt, hat ein hinkend Hirn.

Wu 'naus und uf ke' (kein) Dorf? Franken (Scherzhafter oder spottender Zuruf bei großer Eile oder kopflosem Rennen)

Wû a schund hîkimmt, is es am besten gewâst. Schlesien

Wü de Gunst hät, brucht vor de Gow (Gabe) net ze sorge. Siegen
v] Wä de Gons hät, dä hät och de Gov.

Wu de Mangel, do de Krangel. Trier
i] Krangel = Streit, Hader, Verdruss. In einem Hause, in dem es an den nötigsten Mitteln des Bestehens gebricht, da fehlt es auch nicht an Verdruss.

Wu der Zaun niedrig ist, wil itweder drieber. Schlesisch

Wû dû mit Pûza 'rausgîst, gî îch nî noch Warke (Werch) nai. Österreich-Schlesien
i] Hinter dir wüsste ich mir nichts mehr zu holen.

Wu duller gebraut, wu béater dat Beier. Büren
ho] Hoe dolder gebrouwd, hoe beter bier.

Wü dus Weib regiert, werd män übergeführt.
i] Betrogen, benachteiligt.
pl] Gdzie kobieta sządzi, tam djabet błądzi.

Wu e Räsche is, is aach e Gräsche. Kurhessen

Wu hêt dat elfte Gebot? Laot di nich verblüff'n.

Wu hilliger (heiliger) de Tit, wu glursker der Düwel. Büren (glursk=hintertückisch, boshaft lauernd)

Wu kann ik rîke (reich) sîn, ik hewwe de eiste Frau noch, sagte der Siegerlänner. Büren

Wü män säh't (sieht) ihm nit, dort wachst er. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Er ist überall, wo man ihn am wenigsten braucht und gern sieht.

Wü män warft a stein, is er du (da). Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von einem Hans Überall und Nirgend.

Wu mei Galdbeitel (Geldbeutel) aufgieht, râcht meine Kich. Oberharz

Wu mer baken, hu mer wîch Brît, wu mer schlärwe', se' mer schtîndît.

Wu nicks (nichts) is, do rehrt nicks, sagte die Frau, als sie eine Garbe Korn heimschleifte. Nassau

Wu sich de Mêtcher (Mädchen) äm Schpäjel besän, zärt der Teiwel det Uorschlôch. Siebenbürgen/Sachsen

Wu vil Gekumm, do vil Gegeng, wu vil Léib (Liebe), do viel Geseng. Nassau

Wu zum Stüpp (Jacke) geboren ess, dä kann net zum Rock kumme, un wann e och et Toch derfür ongen em Arm hät. Bedburg

Wu' a Onfang ies, muss och a Ende sind.

Wüast tuat wüast - und schiach tuat schiach.

Wucher hat schnelle Füße, er läuft, ehe man sich umsieht.

Wucher ist des Teufels Zehend.

Wucher ist ein mord.
z] Vrsach ist, er bringt die Leut in armut, hunger und verderben.

Wucher ist Götzendienst.
dä] Aager er et afguderie.

Wucher ist mir verboten, es fehlt mir an der Hauptsumme.

Wucher ist von unserm Herrgott verboten.
fries] Wokere îs fon use hera Gode urbeden.

Wucher reichet wohl, aber haftet nicht.
i] Der mittels Wucher erworbene Reichtum hat keine Dauer.
bm] Z cizího nezbohatneš.

Wucher steht einen Monat frei. [RSpW]
i] Unter Wucher werden hier Verzugszinsen verstanden, in Betreff deren bestimmt war, dass sie nicht sofort am Verfalltage beginnen, dass vielmehr dem Schuldner eine Frist von zwei bis vier Wochen frei stehen solle.
mhd] Der wucher sted einen manden fry.

Wucher und Geiz hindern Gottes Segen.

Wucher und Renten laufen, wenn wir liegen und schlafen.

Wucherer geben nur nehmend.
ho] Woekeraars betrouwen ontrouwelijk en geven al grijpende.

Wucherer sind Mörder, Stulreuber, Weltfresser.

Wucherer stehlen Petro, und wollen Paulum damit bezahlen.

Wucherer, räuber, mönch, pfaffen kindt nicht heyrath, oder alt wittiber findt.

Wucherig spielen erfordert drei Galgen: ein vor den Gewinner, den andern vor den Verspieler, und den dritten vor den, der den Spielplatz gibt.
la] Ludi stultorum, dominorum, atque luporum, non bene luduntur, sed seria saepe sequuntur.

Wucherischen dieben, thut thewrung lieben.

Wuchern ist mir verspotten, denn es fehlet mir an der hauptsumma.
v] Ich wolt gern wuchern, aber es fählet mir an der hauptsumma.
dä] At aagre er mich forbödet, thi mig mangler poa hoved-summen.
la] Foenerari non concessum inopi. (Nunquam divitias inviso foenore coget, pendendam sortem sors cui nulla dedit.)
la] Omnes cupimus dites cere.

Wuchern wird der Aberglaube,
Wo man weg den Glauben warf.
Friedrich Rückert, Gedichte

Wucherzins nehmen.
la] Solem mercede praestant et aquam vendunt.
la] Usuras nauticas imponere (poscere).

Wucherzinsen führen zum Bettel.
en] To borrow on usury brings sudden beggary.

Wüchs ein Kräutlein für den Tod, es wär fürwahr die Salb (Salbei) ohn Spott.

Wüchs Laub und Gras wie Neid und Hass, so hätten die Rinder heu'r ein'n guten Winter. Österreich
v] Wüchs laub und grass als neyd, gewalt und hass, so essen die küe oft desster bass.

Wüchse das Gras wie Untreu und Hass, so hätten Schaf' und Rinder stets guten Winter.

Wüchse die Vernunft an allen Wegen, wären alle Esel klug.

Wüchsen die Kinder in der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,2

Wûer de Adeboar bügt up 't Hus, treckt Gott as Früden in 't Hus. (Storch als Glück- und Kindbringer. Daher auch Heilebar, Heilebard)
z] Ein Hausadebar ist unserm Landmann heilig. Glück und Segen, glaubt er, wird ihm unter seinem Neste zu Teil. Auch hält er sich unter seiner Obhut vor Feuersgefahr sicher.
Simessen, Martsche von und für Mecklenburg, Schwerin 1790

Wühl in der Erde, ernähr deinen Kopf (d. i. dich). Estland

Wuk goayn doa van al goan zeggen? Pannekoeken en zyn gên Weggen; moa 't zyn Paelullen, om you Buik te vullen. Flandern
hdt] Was gehet ihr von all keinen sagen. Pfannkuchen sind keine Wecken, aber Pfannkuchen füllen den Bauch.

Wüll'n 'n Böäten vör 't Steintür gehn un siehn, aw de Bokwetengrütt all blöhn deit, säg'n de Hamborger.

Wullt du fette Ochsen freten, dörfst du nich de Weid vergeten.

Wullt du Herr blibn in din Rik, stell di nie den Dêner glik.

Wullt du Knecht warn, musst di bögen, wullt du Bur warn, musst di rögen.

Wullt'n betjen vör 't Nêdohr (Neutor) gahn, un sehn, ob de Bookwêtengrütt all bloihen deiht, seggt de Hamborgers.

Wult herut, Köter, hest int Paradies pupt (gewindet, gefurzt). Holstein
i] Von einem, der etwas schlimm gemacht, wird dies Sprichwort in der untersten Volksschicht gebraucht. Köter ist ein gemeiner, hässlicher, unreinlicher Hund, dann aber auch Schimpfwort in der bezeichneten Volksschicht.

Wult mal 'n mooj Porträt sehn, sä de Jung, do lêt he sîn'n Vader in 'n Speigel kîken.

Wulter nich alt waren, lust ich (lasst euch) jung hengen.

Wulters lussen (lassen), saite a, so lusst's; wo nich, so lusst's bleben.

Wun Alde riéden, schwejen de Käinjt

Wun äm Somer vil Hasselnüss gerôde, se kid en hart Wäinchter.

Wun âser Herrgott de Käinjt wül schtrôfe, git e 'n en Schtêfmoter. Siebenbürgisch-sächsisch

Wun de Âlde schtärwen, kun den Jangen zem ärwen.

Wun de Bâch schtark rouscht gid et Rên.

Wun de Käinjt (Kinder) schran, bekun de Méisker Knietwasser.

Wun de Kopf lädig äs, drêt ein ämsunst un de Pip.

Wun de Lous (Laus) än de Gräinjt kit, mâcht se sich porich. Siebenbürgen/Sachsen

Wun de Luos (Laus) än de Gräinjt kit, dinkt se, se wêr äinjden do gewiést. Siebenbürgen/Sachsen

Wun de Muoser maschîre, mess et richtig rênen. Siebenbürgen/Sachsen
i] Nach einer in Siebenbürgen weitverbreiteten Sage sind die Soldaten durch einen Fluch des Petrus zu diesem Schicksal verdammt. Über Ursprung und Bedeutung des Worts 'Muoser' selbst gibt es keinen Aufschluss.

Wun der Huos (Hase) üm Fiéfer lät, nor derno huot e Râ. Siebenbürg.-sächs.

Wun der Ôvend kit, schliesst eni de Dîr ze. Siebenbürgen

Wun det Dâch drey äs, wä sâl et tripsen?

Wun det Mîsske (Mäuschen) sad äs, äs det Méel bäter. Siebenbürgen/Sachsen

Wun ed ouss dem schiele Wäinjkel kit, derno schit et mät Schiefern. (Siebenb.-sächsisch.)
i] Der 'schiel Wäinjkel' ist der südwestliche Teil des Horizonts von Mühlbach, die Himmelsgegend, aus welcher die Gewitter fast ausschließlich zu kommen pflegen.

Wun em äm Mäst wält, schtäinjkt e.
hdt] Wer im Mist wühlt, stinkt.

Wun em de Zwît hurt, wîss em, wier de îrscht wôr. Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Wer die zweite Frau hat, weiß erst, wie die erste war.

Wun em den Gebouren de Fiss krät, se geschwaln se'm.

Wun em den Ôlde gefale wäl, mess em de Jangen hîsch dân.

Wun em det Ross un de Kräp did, esi frässt et. Siebenbürgen/Sachsen
i] Bezieht sich wahrscheinlich auf ein Spottlied.

Wun em en Hangd (Hund) schlô wäl, fäinjt em schin en Kläpel. Siebenbürgisch-sächsisch

Wun em mät dem Hîft (Haupt) durch de Muor ränn wäl, zerbrächt em sich de Schärl (Schädel). Siebenbürg.-sächs.

Wun em möt dem Gebouren lacht, wird em vum Gebouren ousgelacht.

Wun em nô em Hangd (Hund) wirft, trôft em en Beamten (o. Fafen). Siebenbürgisch-sächsisch

Wun em wässt aler Huosen (Hasen) är Näst, se broch em nichen Biss.

Wun emol der Hirsch än de Bâch gepischt huot, derno äs ed ouss mät dem buoden. (Bezieht sich auf die Zeit um Sanct-Laurentiustag, weil der Hirsch das Attribut des Heiligen ist)

Wun en âlt Mân (alter Mann) iwer 'n Dirpel schrigde kân, äs em äinjde nôch net ze trân. Siebenbürgen/Sachsen
i] Die geschlechtlichen Neigungen und Regungen sollen dann immer noch nicht völlig erloschen sein.

Wun näst (nichts) mi äs, huot de uorem Sîl Rât. Siebenbürgen/Sachsen

Wun te näst mi huost (hast), wirscht te Klî muolen.

Wunde Stellen lässt man nicht gern berühren.
la] Quae dolent, molestum est contingere.

Wunde um Wunde. 2 Mos. 21, 24

Wunden heilen ist besser, als Wunden schlagen.
v] Wunden machen gesunden.
v] Wunden mit Salz heilen.

Wunden mit Waffen geschlagen, kann man heilen; aber die wunden, so böse Zungen ins Herz schlagen, sind unheilbar.

Wunden schmerzen mehr als Narben.
v] Wunden schmerzen, aber wenn Salbe darauf ist weniger.
sp] Duelen llagas, mas no tanto untadas.

Wunden sind Sterne, die in den Himmel der Ehe geleiten.
v] Wunden und marter fluchen.

Wunden und Schläge bedecken die Worte.
i] Wenn es bei einem Streite bis zu Tätlichkeiten (Schlägen und Wunden) kam, so hatten einfache beleidigende Worte keine Bedeutung mehr, sobald die Sache zur gerichtlichen Verhandlung gelangte, weil in dem Schwerern das Leichtere und Geringere enthalten ist.
ndt] Wunden edder Schlegen bedecken de worth. Rügen

Wunden vom Freunde sind besser als Küsse vom Schmeichler.
en] He loves you well, tat makes you weep.
en] He tat loves dearly, chides severely.

Wunden, die das Herz dem Herzen schlägt, das Herz sich selber, die sind unheilbar...
Goethe, Stella A V, Saal / Stella

Wunden, die den Arzt selbst schmerzen, heilen bald.

Wunden, die man zu oft berührt, heilen schwer.
it] Chi vuol saldar la piaga, non la maneggi.

Wunden, die nach innen bluten, sind am gefährlichsten.
en] The wound that bleeds inwardly is most dangerous.

Wunder glauben.
i] Der glaubt Wunder, was er kann, wie klug er ist.
fr] Il en fait en relique.

Wunder hören niemals auf.

Wunder kommen nur zu denen, die daran glauben.

Wunder über Wunder, dass die schwarze Kuh weiße Milch gibt.
i] Wenn sich jemand über etwas ganz Gewöhnliches wundert.

Wunder über Wunder, ein Kahn mit Löchern geht nicht unter. Ostpreußen
i] Sprichwörtlicher Rätselwitz. Ein Kahn, in dem sich Frauenzimmer befinden. Wenn man von einer gewöhnlichen Sache viel Aufhebens macht.
jüdisch-deutsch] Derzählen nisim (Wunder) iwe. Nifluës (über Wunder), gefallen ün zerschlugen die Nûs (Nase).

Wunderbar! Dieser Mann gewinnt die Achtung und Liebe aller Menschen, wohin er auch kommt, In Städten und Ländern.

Wunderbare, hinreißende, berauschende Losungen, dener der reale Boden fehlt - das ist das Wesen der revolutionären Phrase.
Lenin

Wunderbares Land, da gehen die Gänse barfuß. Rottenburg

Wunderfitz hat de Nase gespitzt.
i] Der Neugierige.
v] Wunderfitz, häsch 's Näsli g'spitzt, hät doch nüt g'nützt.
v] Wunderfitz und Frägelen. (Scherzhafte Antwort auf die Frage: Was hast?)

Wunderkinder werden selten Wundermenschen.
i] Das Wunder entflieht, und das Kind bleibt.

Wunderlich genug, dass man zu der freiesten Handlung doch einige Nötigung erwartet, ja fordert.
Goethe, Italienische Reise II, 16.3.1787

Wunderlich! Mich dünkt doch, man lebt nur einmal in der Welt, hat nur einmal diese Kräfte, diese Aussichten, und wer sie nicht zum Besten braucht, wer sich nicht so weit treibt als möglich, ist ein Tor.
Goethe, Clavigo A I Sz 1 / Carlos

Wunderliche diener bleiben jr lebenlang betler.

Wunderlichstes Buch der Bücher
Ist das Buch der Liebe,
Aufmerksam hab ich's gelesen:
Wenig Blätter Freuden,
Ganze Hefte Leiden,
Einen Abschnitt macht die Trennung.
Wiedersehn! ein klein Kapitel,
Fragmentarisch. Bände Kummers
Mit Erklärungen verlängert,
Endlos, ohne Maß.
Goethe, Divan - Buch der Liebe – Lesebuch

Wundern darf es uns nicht, dass in unsern, so manchem Widerstreit hingegebenen Tagen auch milde Stimmen sich hie und da hervortun, welche, genau betrachtet, auf ein Höheres hinweisen, von wo ganz allein befriedigende Versöhnung zu hoffen ist.
Goethe, Schriften zur Literatur - Die drei Paria

Wundern kann es mich nicht, dass Menschen die Hunde so lieben:
Denn ein erbärmlicher Schuft ist, wie der Mensch, so der Hund.
Goethe, Venezianische Epigramme 73

Wundersam aber ist es, dass durch eigene Übervölkerung wir uns einander innerlich drängen und, ohne erst abzuwarten, dass wir vertrieben werden, uns selbst vertreiben, das Urteil der Verbannung gegeneinander selbst aussprechend.
Goethe, Wanderjahre III,9

Wundersam ist doch jeder Mensch in seiner Individualität gefangen, am seltsamsten außerordentliche Menschen, es ist, als wenn die viel schlimmer an gewissen Ecken dran wären, als gemeine.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 30.6.1780

Wundersam ist es daher, wenn die Naturforscher sich im ungemessenen Felde den Platz untereinander bestreiten und eine grenzenlose Welt sich wechselsweise verengen möchten.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Vorschlag zur Güte

Wunderschön ist gar nichts (o. Ein Dreck) dagegen. Breslau
i] Ironisch mit Bezug auf etwas, das schön sein will, aber nicht ist.

Wunderschön, ja fast noch schöner!
i] Ironisch.

Wundert euch nicht, dass jemand, der übel riecht, es gern hat, wenn man ihn beweihräuchert.
Stanislaw Jerzy Lec

Wundertätig ist die Liebe,
Die sich im Gebet enthüllt.
Goethe, Novelle - Denn der Ewge herrscht...

Wunn und Weid. Solothurn [RSpW]
i] Unter 'Wunn und Weid' versteht man das Recht, ein Stück Landes nach Belieben zu nutzen, d.h. es anzusäen und zu ernten (Wunn) oder es zur Weide liegen zu lassen. einen Hof mit Wunn und Weide verkaufen, heißt, alle angesäeten und alle brachliegenden Felder mit dem zu erntenden, d.i. Einzugewinnenden (Wunn) oder mit dem abzuweidenden (Weid) Jahresertrag, käuflich abtreten.

Wunnerboar, söä' de Kierl, de F ... hält Woater un hät do' keinen Bodden.
v] Wunnerboar, söä' de Kierl, de Oars geiht oahn Klink up on to.
v] Wunnerboar, söä' de Kierl, de Trillhoan steiht, un hät do' keine Bên.

Wünsch dem anderen nie Schlechtes. Estland
v] Wünsch dir eine Sache lange genug, und du wünschst sie nicht mehr. China

Wünsch dir nicht schöne Kinder, wenn sie nichts taugen, und freu dich nicht über missratene Söhne.
Altes Testament, Jesus Sirach 16, 1

Wünsch ständig nur das Gute! Das Böse kommt von allein. Jiddisch
v] Wünsche keine Zeit herum, sie kommt und geht allein.

Wünsche haben noch nie den Sack gefüllt. England
v] Wünsche füllen den Sack nicht.
dä] Ynske er ei altid gavnlig.
fr] Onques souhaits n'emplirent sac.
it] E più facile desiderate chè arrichire.
it] Per desiderio sol nessun diventa ricco.

Wünsche können ohne Kraft und Talent sein; aber nie sind Kraft und Talent ohne Wünsche.
Johann Jakob Engel, Fürstenspiegel

Wünsche leeren das Herz, nicht zu wünschen füllt es wieder. China
v] Wünsche lösen Wünsche ab.
v] Wünsche sind billig und Hoffnungen wohlfeil.

Wünsche werden durch Aufschub genährt.
en] Desires are nourished by delays.

Wünschelruten sind hier, sie zeigen am Stamm nicht die Schätze;
Nur in der fühlenden Hand regt sich das magische Reis.
Goethe, Weissagungen des Bakis 3

Wünschen fördert keine Arbeit.
v] Wünschen ist die Auszehrung der Narren.

Wünschen in die eine Hand und Blasen in die andere ist gleich viel.

Wünschen ist leicht, aber es wird wenig dadurch erreicht.
sd] Godh ware ynskan ware ey fulskan.

Wünschen und bitten alle tag, des bringt man viel in einem sack.
la] Fert, ut plebs fatur, saccus, quod quisque precatur.

Wünschen und Denken kann man hoch und niedrig lenken.

Wünschen und fartzen (fluchen) geht viel in ein Sack.
ho] Wenschens en vijstens gaat er veel in een' zak.

Wünschen und Gedenken ist ein Gefieder, du kannst es lenken hoch und nieder.

Wünschen und wären mag man wohl, wer will aber alles wenden.

Wünschen und Wollen sind keine guten Haushälter.
en] Wishers and woulders are never good householders.

Wünschen, dass die Welt nicht sei, heißt wünschen, dass ich so wie ich bin, alles sei.
Simone Weil

Wünschen, dass man etwas vergißt, heißt daran denken. Frankreich

Wünschend bereichert sich keiner.

Wünschens und Furzens halber darf man nicht aus dem Bette steigen.
la] Ad optandum et pedendum lecto suo non est opue egredi.
la] Lectum bombisans surgendo nec fugit optans.
ho] Om wonschen noch om vijsten en derf niemant van den bedde gaen.

Wünscher und Woller sind schlechte (o. niemals gute) Haushalter (o. Haushälter).
v] Wünscher und Woller sind keine guten Haushälter.
ho] Wenschers en wouders zijn arme huishouders.

Wünschst du, dass die Menschen deine guten Taten sehn, sind sie nicht wirklich gut,
fürchtest du, dass die Menschen deine üblen Taten sehn, sind sie gewiss von großem Übel.

Wuor de Hamel gêt, duor gô uch de Schôf. Siebenbürg.-sächsisch

Wuor der Vuoter schlît, do wiezt det flîsch; wuor e Fremder schlît, do fält et uof. Siebenbürgen/Sachsen
i] Wo der Vater schlägt, da wächst das Fleisch; wo ein Fremder schlägt, da fällt es ab.

Wur die Frau in't Hus regiert, bün ik Husknecht, seggt de Düwel.
v] Wur die Frei in't Hus regiert, is de Düwel Husknecht.

Wur dree Frugenslüd tausåm' sünd, dor hett de Düwel sein Spill.

Wur kam ik tom Düwel, säd de Jung', donn har he sich mit sein Mudder schlan.

Wur twee Wiewer tausåmenkåmen, dor ward die drütt' in't/in de Häkel nåmen.

Würd' Stehlen nimmer gelten, so gäb's in allen Welten, vom Nil bis an den Bodensee noch Müller oder Mühle meh.

Würd's in der Welt nur einen Goldschmied geben, er könnte bloß vom Junker leben.

Wurde beim Abendmahl eine Altardecke befeuchtet, so genügte es nicht, sie einfach zu waschen, sie mußte dreimal gewaschen werden

Würde bringt Bürde.
en] Great honours are great burdens.
fr] Noblesse oblige.
it] Chi ha gli onori ne porta i pesi.
la] Onus est honos.
sp] Cargo lleva carga.

Würde das Gebet des Hundes erhört, es würde Knochen regnen.
tü] İtin duası kabul olsaydı, gökten kemik yağardı.

Würde dem Menschen bei jeder Lüge ein Zahn ausfallen, hätten gar viele schon lange keine Zähne mehr.

Würde der Fasan nicht schreien, würde er nicht geschossen.

Würde doch der Mistsammler kommen, dich auflesen und weitergehen.

Würde ich dich fürchten, hätte ich dich nicht gefreit, da ich dich freite, fürchte ich dich nicht. China

Würde ist die konditionale Form von dem, was einer ist. Kraus

Würde ist die Verstellungsform derer, welche im Grunde furchtsam sind.
Friedrich Nietzsche

Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden, um die Mängel des Geistes zu verbergen. La Rochefoucauld

Wurde je jemand der Weiber und des Reichtums müde?

Würde mich kein Ohr vernehmen,
Müßt es doch im Herzen dröhnen,
In verwandelter Gestalt
Üb ich grimmige Gewalt:
Auf den Pfaden, auf der Welle,
Ewig ängstlicher Geselle,
Stets gefunden, nie gesucht,
So geschmeichelt wie verflucht! -
Hast du die Sorge nie gekannt?
Goethe, Faust II A V, Mitternacht / Sorge Vs 11424f.

Würde sich der Wolf vor den Schildkröten fürchten, so hätte er sich einen Pelz aus Packtuch gemacht.

Würde? Leider nur ein Konjunktiv. Alexander Eilers

Würden alle Wünsche erfüllt, so gäb' es keine Nonnen.
ndt] Wenn alle Wünske geraen, dann gäwt et keine Nunnen.
i] So würde der Bettler zum Bei werden, sagen die Türken.

Würden der Wolf oder der Bär ein Schaf sein.

Würden die Frauen nur einmal wieder Mütter, die Männer würden bald wieder Väter und Ehemänner werden.
Roussau, Emile

Würden vorzügliche Geister sich auf mehr als eine Weise versuchen, so würden sie sich und andere überzeugen können, dass durch mannigfaltige Übung der Geist ebenso vielseitig wirksam werden kam, als er durch vielfache Studien an Klarheit und Umsicht gewinnt.
Goethe, Schriften zur Literatur - The Foreign Quarterly Review No. 1, 1827

Würden, Bürden. (Jedes Amt hat seine eigentümlichen Beschwerden)
v] Würden sind Bürden.
v] Würden ändern die Sitten.
v] Würden sind nur Dunst und Rauch.
v] Würden und Güter verändern Herzen und Gemüter.
bm] Hodnosti starosti.
bm] Pánem velkým býti jest velká nevole.
en] Great honours are great burdens.
en] Much worship, must cost.
fr] Les honneurs ne sont qu'ombre et fumée.
fr] Qui sont en grands honneurs, molestés sont de mieux.
it] Gli onori sono oneri.
la] Fasces sunt fasces.
la] Fructus honos oneris, fructus honoris onus.
la] Honoris onera.
la] Honos et onos.
pl] Wielki urzad, wielka niewola.

Würdenträgern ohne Verdienste erweist man Ehren ohne Ehre.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Würdige keinen deines Hasses, den du nicht auch der Liebe würdigen könntest!
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Würfe er einen Groschen aufs Dach, es fiele ihm ein Taler herunter.
v] Er ist solch ein Glückskind, legt er der Henne gesottene Eier unter, so kriechen gebratene Küchlein aus. Lettland
v] Der Glückliche darf nur einen Stein in die Höhe werfen, so fällt gleich eine Wachtel herunter. Lettland
v] Er ist der Sohn der weißen Henne (o. Gans). Frankreich

Würfel und karten allerhand gehören nicht in den geistlichen stand.
la] Ludere cum talis, non est res spiritualis.

Würfel, Weiber und Federspiel haben der Treue selten viel.
v] Würfel, glück (Karte) und federspil verkeren sich, wer es glauben und mercken will.

Würfel, Weiber, Wein
Bringen Lust und Pein.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Würfel, Wein und Venusspiel sind schuld, dass ich nicht b'halte viel.
la] Dives eram dudum, fecerunt me tria nudum: alea, vina, venus; tribus his sum factus egenus.

Würfelgewinn dauert nicht.

Würfeln, Schwören, Kartenspielen macht wenige reich, aber viele arm.
mhd] Dobbelen, sweren, kârten maket weinich ryk, mer vele arm.
la] Vix fovet undecimum, sed pauperat alea multos.

Würfelspiel ist nicht gar Andacht.
v] Würfelspiel und Hurenlieb macht manchen zum Dieb.

Würff er ein Kreutzer auf ein dach, es fiel ihm ein batz (Gulden) wieder herab.

Würffe er eyn heller auff eyn dach, es fielen zweyen wider herab.

Würm fressen die Käss, Schaben verzehren die kleider, Krankheiten die Menschen.
v] Würm fressen die Käss, Sorgen und Kummer den Menschen.

Wurmsamen zu Markte bringen.

Wurmstichig Holz fault noch lange nicht. (Krankheit – Tod)

Wurmstichige Wurzeln geben kein gut Mus.
ho] Van pierstekige wortelen kookt men nooit smakelijken huts pot.

Wurst gegen Wurst. Estland

Wurst is 'ne rîwe Kost.
i] Bequeme, gleich fertige, schnell zu verzehrende.
z] Wollen die Frauen sich keine Mühe machen, nicht in der Küche ein Essen bereiten, so bringen sie Wurst auf den Tisch.

Wurst ist nicht für den Hund (da). Estland

Wurst macht Durst.
i] Der übermäßige Genuss führt zum Darben.

Wurst oder Pelle (Schale). Anhalt.
la] Rex aut asinus.

Wurst on (und) Weck es e gût Geleck.

Wurst stillet den Meydlin den Durst.

Wurst wider Wurst und der Magd ein Trinkgeld.
v] Wurst wider Wurst und einen Zipfel dazu.
v] Wurst wider Wurst. Ursprünglich vom dörflichen Brauch, sich beim Schlachten gegenseitig mit
v] Wurst wider Wurst schlachtet ihr 'ne Sau?
v] Wurst wider Wurst und einen Zipfel dazu.
v] Wurst wider Wurst und en Halbbatze-n- is Chrättli.
v] Wurst wider Wurst, sagte der dicken Anne Marie ihr Mann, da küsste er des Pfarrers Köchin.
v] Wurst wider Wurst, sagte die Frau, und warf ihrem Mann das Schlüsselbund an den Kopf.
v] Wurst wider Wurst, und zwei Groschen Trinkgeld.

Wurst wider Wurst, sagte Hans, und warf Greten mit Rosinen für Schafkötel.
ho] Dat is tot represaille, zei Pleuntje tegen Joor, en zij smeet hem al den marse pein tegen zijne tronie.

Wurst wider Wurst.
i] Von der Gewohnheit, sich beim Schlachten der Schweine gegenseitig mit Wurst zu beschicken.
v] Wurst wider Wurst und dem Chind en Batze.
v] Wurst wider Wurst und en Batze i d' Schüssle.
v] Wurst wider Wurst und en Schillig i d' Platte.
v] Würst wider würst, Korn um saltz.
v] Hand geht, Hand kommt. Surinam
ndt] 'S hêsst immer: Wurst wider Wurst, und der Maid a Trinkgeld. Schlesien
ndt] Worscht wieder Worscht. Harz
bm] Vetu za vetu dávati.
bm] Dar za dar, slova za slova.
bm] Nĕco za nĕco, nic za nic.
bm] Vĕc za vĕc, řeč za řeč.
dä] Kande af gaarde og kande i gaarde.
en] A rowland for an oliver.
en] Claw me, and I'll claw thee.
en] Such a welcome, such a farewell.
en] You shall have as good, as you being.
fr] A beau jeu, beau retour.
fr] A vilain, vilain et demi.
fr] C'est chou pour chou.
fr] Comme il te fera, fais-lui.
fr] Rien pour rien.
kroat] Šilo za ognjilo.
la] Frangenti fidem, fides frangatur eidem.
la] Fricantem refrica.
la] Par pari refecto.
la] Res vis, res porta; pro verbis verba reporta.
pl] Dar za dar, słowo za słowo.
pl] Datkiem datak się wysili.
pl] Kto mały datek chwali, do większego zachęca.
pl] Wet za wet, darmo nic.
un] Viszsza adgyák a' költsönt.

Würste sind bald angebissen.

Wurstland - Durstland.
i] Es ist damit Deutschland gemeint, und soll dadurch der bekannte große Durst der Deutschen erklärt werden. Sauerkraut und Wurst sind die Lieblingsspeise der Deutschen. Kein anderes Land vermag eine solche Fülle von Wurstarten aufzuweisen; nirgendwo werden, in der Hütte wie im Palast, so viel Würste verspeist, wie in Deutschland. Wurst macht Durst; darum trinken die Deutschen so viel, und darum heißt auch ihr Spaßmacher, wie er bei den meisten Völkern nach deren Lieblingsspeise benannt wird, Hans Wurst.

Württemberg, du arme Landschaft, ich klag' dich billig hart und sehr: der Bader von Ulm der ist dein Herr, von Nördlingen der Waid und Färber, und von Weil der Ledergerber, der zu Nürnberg die Wetschger macht, der Weber von Augsburg treibt auch sein Pracht, der Salzsieder von Schwäbischen Hall, von Ravensburg die Krämer all, die Saymer von Kempten ich auch meld, die Holzhauer von dem Holfeld, von Uberlingen der Rebmann, der Holzflösser von Wörd (Donauwerth) lut (läutet) auch dran, von Wimpfen am Neckar die Gewmesser, von Wangen die Mutschelnfresser, von Lindau am See die Schiffmacher, und von Giergen die Krapfenmacher, von Rotweil die neuen Schweizerknaben, wollten der Gäns' auch ein Feder haben; der Schneider von Memmingen ist in der Sach, und der Kirssner von Biberach; von Schwäbischen Gmünd der Augsteindreher, und von Bopfingen der Rübensäer, der Sichelschmied von Dinkelspüchel und von Esslingen die groben Nychel. Von Kaufbeuern die Kälberschinder, und von Heilbronn die Fassbinder.
i] Ein Spruch zur Verspottung der Städte des Schwäbischen Bundes.

Würzburg ist durch Wallmauern, Bamberg durch einen Seidenfaden befestigt.
i] Als Kaiser Heinrich II. und die heilige Kunigunde das Bistum Bamberg stifteten, war Papst Benedict III. keineswegs damit zufrieden, weil er dadurch einen Eintrag für das Nachbarbistum Würzburg befürchtete. Doch der Kaiser besänftigte ihn und versprach ihm, jährlich 100 Mark Silbers abzuliefern. Benedict weihte hierauf das neue Bistum selbst ein; die Kaiserin aber stellte die bamberger Bischöfe frei von aller höhern geistlichen Jurisdiction mittels einer besondern Urkunde, welche der heiligen Kunigunde Seidenfaden, sericum S. Cunegundis filum, genannt wurde; daraus entsprang obiges Sprichwort.

Wurzel aller Sünden ist die Habsucht.
Juan Ruiz de Alarcón y Mendoza, Buch von rechter Liebe

Wurzel bleibt Wurzel.
z] Es liegt in der Natur der Wurzel, Wurzel zu bleiben.

Wurzeln schlagen
en] to take (o. strike) root
fr] jeter des racines
it] mettere radici

Wus ba a Schicker auf der Züng, is ba a Nichternen auf der Lüng. Jüdisch-deutsch, Brody
i] Was der Trunkene auf der Zunge hat, das hat der Nüchterne auf der Lunge, im Innern verschlossen.

Wus män nimmt sich nit allein, dus hot män nit. Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Meint, es gebe Fälle, in denen man energisch zugreifen und nicht auf die Grossmut anderer warten müsse.

Wus weniger män redet, wus gesünder es es. Jüdisch-deutsch, Warschau

Wüsch jeder vor seiner Tür, so wird's überall süber. Luzern

Wuss Gebrotne leit, dorfs Gekochte nich liegen.

Wusst (wüsste) der Bauer sein Schade, wurd er nit arm. Oberösterreich

Wusst ich doch, dass allezeit
Ein Armer von den Freunden scheu gemieden wird.
Euripides, Medea

Wüsste de Buer, wu gued dat Wearmen im Mai däut, hei verbrennte Jegen (= Eggen) un Plaüge. Westfalen

Wüsste der Bauer, welch' guter Bissen ein Huhn im Januar wär', so liess' er kein Hühnchen im Hühnerstall mehr.
it] Se il villan sapesse il sapore della gallina in gennaco, non ne lasceria nessuna nel pollaco.

Wüsste ein Mensch recht, wer er wer, er würde frölich nimmermehr.

Wüsste man's im voraus, würde man nicht ins Grab fallen.

Wussten Sie schon, dass es besser ist, eine 6 im Lotto zu haben als eine 8 im Velo? [ASpW]

Wussten Sie schon, dass es Mädchen gibt, die sich gern mit fremden Vettern schmücken? [ASpW]

Wüßt ein Mensch recht, wer er wär, er würde fröhlich nimmermehr.

Wüst macht feist.
v] Würst machen feist, sagen die Weiber.

Wüst thued wüst. Luzern
i] Dem Hässlichen geziemt das Hässliche. Wüst = unansehnlich, hässlich, garstig, schmutzig.

Wüßt' der Ochse seine Kraft,
der Treiber würd' aufs Horn gerafft.

Wüßte man nichts von erklärten Kupferstichen, so machte man keine, die einer Erklärung bedürfen.
Goethe, Die guten Weiber / Arbon

Wüßte nicht, was sie Bessers erfinden könnten
Als wenn die Lichter ohne Putzen brennten.
Goethe, Sprichwörtlich

Wüste Reden, wüste Ohren.
fr] A paroles lourdes oreilles sourdes.

Wüßten Mäßigkeitsvereine ein Gegenmittel gegen Hunger, Unrat und verdorbene Luft..., dann dürfte man die Gin-Paläste zur Vergangenheit zählen.
Dickens, Gin-Kneipen

Wußten Sie schon, dass auch die allergrößte Torheit nicht vor dem Altern schützt? [ASpW]

Wußten Sie schon, dass der Harz für gute Bergsteiger kein harter Brocken ist? [ASpW]

Wußten sie schon, dass in manchem gesunden Körper ein ziemlicher Blödian steckt.
Dieter Hoss

Wüstes Maul frisst die Suppe ungeblasen.
v] Wüstes Maul, wüstes Herz.

Wut (willst) du nich léiern (lernen) Latin, Latan, dann sas (sollst) du léiern Spannut, Spannan. Bielefeld

Wut du nicht ahld wären, sau laht dek jung uphengen.

Wüten, schmausen und prausen.

Wütend wie ein Werwolf.
ill] Slovanův Vukodlak.
pl] Zažarty jak wilkołak.

Wütend, wie ein angeschossener Löwe.

Wuttu (willst du) Risch oder wuttu Rasch, wuttu Schîte fräten oder Gras? segt de Swîn. Hildesheim

Wyse lude (Leute) maken gecken wys.
la] A prudente datur bardis sapientia cunctis.

Wyse lude unde gecken hebben gêrne gaven.
la] Prudens et stultus laetatur munere semper.
i] Kluge Leute wie Narren haben gern Geschenke.

Wyse luyde lathen oft thillen gecke kinder.

Wyss b'schysst. Schaffhausen
hdt] Weiß bescheißt.
i] Nämlich der weiße Wein. Es scheint dies Sprichwort eine allgemeine Anwendung zu haben und darin begründet zu sein, dass Rot eine der bevorzugten Farben der alten Deutschen war. Der oberländer und emmentaler Bauer ist mit seiner roten Rasse gegen die Nachstellungen der Hexen immer sicher geblieben; der unterwaldner dagegen mit seinem schwarzbraunen Niederschlag ist allen Zaubereien ausgesetzt und muss jedes Jahr seinen Stall durch die Kapuziner neu aussegnen lassen. Eine gleiche Abneigung wie gegen das schwarzbraune besteht gegen das weiße Vieh. Das Sprichwort heißt: 'Wyss b'schysst' (betrügt). Eine landwirtschaftliche alte und so scharf ausgedrückte Bevorzugung des roten Rindes kann nicht ohne gleichzeitige religiöse Momente sich entwickelt haben. Das rote Tier gibt sich allenthalben als Sonnentier zu erkennen. Es wird eine altindische Segensformel gegen die Gelbsucht mitgeteilt: 'Mit Farbe von der roten Kuh, mit der umhüllen wir dich rings, rings nur mit roten Farben, dass du lange lebst, umhüll' ich dich! Die röthlichen, die göttlichen, und die da rot, die Kühe auch, so Form an Form, wie Kraft an Kraft, mit denen rings umhüll' ich dich.' Man bemerkt, dass der Kern dieses Segens bereits im Rig-veda enthalten ist und da den Schluss eines Hymnus an die Sonne bildet. Mithin gleichen die hier verwendeten roten Kühe den hellenischen Sonnenrindern. Dem ägyptischen Sonnenstiere Apis, der selbst glänzend schwarz von Farbe sein musste, wurden an seinem Jahresfeste rote Ochsen geopfert; und beim persischen Jahresfeste der Feldbauer müssen die Hörner der Tiere rot bemalt sein.

Wyssi (weiße) Lichtmess (2.2.), grüeni Ostern. Solothurn

Wyt g'längt isch d' Hang g'schängt (geschändet). Solothurn
i] Wer viel will, bekommt nichts.

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